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Beiträge von Jan-niklas Ber...
Top-Rezensenten Rang: 7.338
Hilfreiche Bewertungen: 890

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Rezensionen verfasst von
Jan-niklas Bersenkowitsch

Anzeigen:  
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FreakAngels: Bd. 6
FreakAngels: Bd. 6
von Warren Ellis
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Das letzte große Gespräch und die Lösung aller Problem, 1. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: FreakAngels: Bd. 6 (Taschenbuch)
London, sechs Jahre nach der Apokalypse. Die Freakangels halten einen großen Kriegsrat über das Schicksal ihrer beiden "schwarzen Schafe", Mark und Luke, zu entscheiden. Wichtige Entscheidungen werden dabei getroffen werden und danach wird die Welt ein weiteres Mal nicht mehr so sein, wie sie einmal war.

Band 6 beendet die Serie nicht mit einem Knall, sondern vergleichsweise leise (auch wenn ein bisschen die Umgebung verändert werden wird) und nachdenklich. Was man hier geboten bekommt ist kein epischer Endkampf der Guten gegen die Bösen, sondern eine ruhige Versammlung von zwölf Menschen, einer Familie, die sich zwar die meiste Zeit über streiten, aber im Grunde ihres Herzens lieben. Und genau das macht den finalen Band von "Freakangels" auch so lesenswert, denn im Grunde ging es immer nur um diese Kleinfamilie, die einen so ans Herz gewachsen ist und von denen jeder endlich bereit ist erwachsen zu werden.

Es ist ein schönes, ein berührendes Ende einer ungewöhnlichen und im Herzen schönen Serie. Alles wird angemessen zusammengefasst und auch wenn man es nicht ganz so erwartet hat, so weiß man doch dass der Schluss passend ist und alles andere nur die Themen der Serie für null und nichtig erklärt hätte.

Von der Geschichte her gibt es also nicht zu bemängeln und auch zeichnerisch scheint (so kommt es dem Rezensenten zumindest vor) noch einmal etwas getan zu haben. Zumindest sind Paul Duffields Bilder gefühlt noch schöner als sie es vorher waren und runden damit ein gutes Ende noch einmal ab.

"Freakangels" gehört zu den wenigen Serien denen es gelingt angemessen abzuschließen und auch wenn sie einen holprigen Start hatte und dazwischen etwas an Puste zu verlieren schien, blieben die Charaktere und die Geschichte der Reihe stark genug, um interessant zu bleiben und einen die Lektüre nicht bereuen zu lassen.

Zwischen all den Superhelden- und Actioncomics sticht Freakangels als eine dichte Charaktergeschichte heraus, die zu den großen Mediums zählen darf.

Und dafür kann man den Machern nur dankbar sein und ihnen auch für zukünftige Projekte nur Glück wünschen, während man das letzte Panel am Ende dieses Bandes betrachtet und mit einem Seufzer endlich von den Angels Abschied nimmt. Denn auch wenn man viel Spaß miteinander hatte, irgendwann ist jede Reise zu Ende.

Zum Glück hat diese zu einem guten Abschluss gefunden.


The Forever War: Forever War Book 1 (S.F. MASTERWORKS)
The Forever War: Forever War Book 1 (S.F. MASTERWORKS)
von Joe Haldeman
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,49

4.0 von 5 Sternen Nur teilweise für die Ewigkeit geschaffen, 23. Dezember 2013
Der erste Kontakt mit nichtmenschlichen Leben verläuft, wie erwartet, nicht sonderlich positiv. Im Gegenteil, die Menschheit befindet sich nun im Krieg gegen die sogenannten Taurier und das Militär der vereinigten Erdenregierung zieht auch mehr oder weniger Freiwillige für das Militär ein. William Mandella gehört zu den weniger freiwilligen Soldaten der neuen Armee. Und auch wenn er offiziell nur für zwei Jahre eingeschrieben ist, wird seine Zeit beim Militär viel länger sein. Genauer gesagt wird sie ihn in all den Jahrhunderten die da kommen wie eine Ewigkeit erscheinen.

"Forever War" wird von Kennern der Materie als Klassiker der Science-Fiction betrachtet. Und wenn man die erste Hälfte liest, versteht man auch warum. Denn der Autor Joe Haldeman, der einige Zeit in Vietnam diente, beschreibt hier durchaus ein Szenario, dass einem einigermaßen glaubhaft vorkommt. Es geht weniger um seitenlange Beschreibungen epischer Schlachten, als vielmehr um die Beschreibung des Soldatenalltags und die Einführung neuer Technologien (oder alter Tötungstechniken), die den Kriegsverlauf positiv für die Menschen beeinflussen sollen. Langeweile, Angespanntheit und daraus resultierende unterdrückte Aggressionen sind es, die den Soldatenalltag bestimmen und alle romantischen Vorstellungen des Krieges als bloße Illusion entstrafen und vor allem zeigen, dass die meisten eher durch eine Fehlfunktion im Exoskelett (welches im Buch zwar nicht so genannt wird, hier aber durchaus als einer der Vorläufer für diese Idee bezeichnet werden kann) als durch das Feuer des Feindes vernichtet zu werden.

Wenn man all diese Abschnitte, die Ausbildung, die Einsatzbesprechungen und die kleinen Momente in denen der Ich-Erzähler Mandala über den Sinn und Unsinn des Krieges meditiert, auf sich einwirken lässt, bekommt man trotz der einfachen Sprache vielleicht einen der besten Romane aller Zeiten geboten, der auch heute noch inspirieren kann (von dem wirklich genialen Abschnitt, der versucht einen Kampf im Weltraum wirklich "realistisch" zu gestalten einmal abgesehen).
Zu schade, dass da noch die zweite Hälfte des Buches existiert. In dieser kehrt William zur Erde zurück, um festzustellen dass die Welt ihm keineswegs gefällt und er vielleicht nicht mehr Teil von ihr ist. Dieser Abschnitt soll wohl noch einmal illustrieren wie schwer es den Veteranen des Krieges (und damit auch denen Vietnams) fiel, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Allerdings funktioniert dieser Teil einfach nicht.
Zwar werden durchaus Themen wie Überbevölkerung oder veränderte Moralvorstellungen (alle werden staatlich homosexuell gepolt, um eine Art Geburtenkontrolle einzuführen) angesprochen, aber woran auch immer es liegen mag (vielleicht weil die schwulen Männer im Buch zu stereotyp dargestellt werden und man laut Buch einfach via Verfahren "schwul oder hetero" gemacht werden kann), dieser Abschnitt liest sich zäh und anstatt Mitgefühl mit William zu haben, möchte man ihn eine Ohrfeige geben und ihm dazu auffordern doch gefälligst nicht schon mit Mitte zwanzig ein mürrischer, alter Mann zu sein, selbst wenn er technisch gesehen schon mehrere Jahrhunderte alt ist. Vielleicht wäre es verständlicher gewesen, wenn William älter wäre, da man ja mit zunehmenden Alter sich immer mehr an das Bekannte klammert, aber selbst als William zu einem völlig aus der Mode gekommenen Menschen wird (aus Gründen die hier nicht näher erklärt werden sollen), erscheint einem diese neue, schreckliche Welt bei weitem nicht so realistisch, wie sie es wohl gerne wäre.

Auf jeden Fall zieht sie den Roman gewaltig runter und selbst dem letzten, wieder im Krieg spielenden, Teil gelingt es nicht die Faszination der ersten Hälfte auch nur ansatzweise wieder zurückzuholen, sodass "Forever War" nur zur Hälfte als Meisterwerk angesehen werden kann. Wenigstens ist diese eine Hälfte brillant, wie ja schon geschrieben wurde.

Am Ende erhält das Buch vier Sterne, einer für jedes Jahrhundert, welche dieser Roman vielleicht überdauern wird.


The Sad Tale Of The Brothers Grossbart
The Sad Tale Of The Brothers Grossbart
von Jesse Bullington
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,40

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine, gar nicht mal so traurige, Schelmengeschichte, 22. Dezember 2013
Deutschland im Mittelalter, genauer gesagt um das vierzehnte Jahrhundert herum, denn die Pest hat bereits in Europa gewütet und reichlich Ernte gehalten. Der Mensch leidet, hungert und klammert sich an seinen Glauben an Gott, in der Hoffnung auf das ewige Seelenheil. Manchmal bricht er auch in das Heilige Land auf. Auch die Gebrüder Großbart (oder Grossbart im Englischen und auf dem Cover der deutschen Ausgabe. Vielleicht ist ihr Name auch ein Wortspiel im Original, da "Gross" in dieser Sprache auch "eklig" bedeutet. Durchaus passend in diesem Buch), gedenken dies zu tun, allerdings aus ganz anderen Gründen. Denn die selbsternannten Jünger der heiligen Jungfrau Maria sind nämlich professionelle Grabräuber und da es in Ägypten davon en Masse geben soll, kommt dies für sie wohl dem Paradies auf Erden am nächsten.

Schon das dürfte wohl ein deutliches Zeichen dafür sein, dass die ungewaschenen Brüder nicht ganz sauber sind und ihre vielen schrecklichen Taten im Verlauf des Buches sprechen ebenfalls dafür. Allerdings zieht "Sad Tale of the Brothers Grossbart" einen Großteil seines Charmes aus diesen, doch der Reihe nach.

Zunächst einmal sei als erstes erwähnt, dass dieses Buch in keinster Weise eine leichte Lektüre ist. Im Gegenteil, wer hier eine romantisch verklärte Mittelalteridylle erwartet, hat sich das falsche Buch zum lesen ausgesucht. In "Sad Tale of the Brothers Grossbart" wird deftig geflucht, gemordet, verstümmelt, sich auf jede nur erdenkliche Art und Weise entleert und dem ganzen Buch haftet eine Aura der Gemeinheit an, die man nur viel schwarzen Humor ertragen kann. Dieser findet sich dabei an so gut wie jeder Ecke und auch Freunde intellektueller Diskussionen, beziehungsweise wer auch immer christlichen Idee Gottes kritisch gegenüber steht, dürften an den manchmal sehr scharfsichtigen Bemerkungen, der ansonsten doch sehr groben Brüder ihre Freude haben. Kurz gesagt, die Geschichte der Großbarts ist keine leichte Kost. Hier geht es wie gesagt brutal zur Sache, aber so grafisch die Gewalt hier auch dargestellt werden mag, man bekommt nie das Gefühl, dass sie dem puren Selbstzweck dient.

Im Gegenteil, wenn man aufmerksam liest und die derben Scherze außer acht lässt, bekommt man eventuell sogar das Gefühl, dass es bei "Sad Tale of the Brothers Grossbart" vielleicht doch um mehr geht, als nur darum sich auf besonders widerwärtige Art und Weise auszutoben und dem romantischen Mittelalterbild mancher Menschen (was man auch auf die Fantasy übertragen kann, da im Buch durchaus Magie praktiziert wird) oder gar dem Gutmenschentum an sich zynisch die Meinung zu sagen. Im Gegenteil, eher geht es vielleicht darum dass die bösen Taten die man im Leben begeht einem eines Tages einholen und Rache (eine Menge Leute wollen es den Großbarts einholen, deren erste Schandtat übrigens darin besteht sich an jemanden zu RÄCHEN, der ihnen ,aus ihrer Sicht, Böses tat) keine wirkliche Lösung ist. Damit kommt das Buch am Ende einer neutestamentlichen Interpretation am nächsten, was vor allem noch einmal verdeutlicht, dass man es vor allem eher als modernen Schelmenroman denn als klassisches Fantasybuch lesen sollte, vor allem da die "fantastischen" Elemente in diesem Buch, keineswegs "erfunden" sind, sondern tatsächlich Teil der mittelalterlichen Glaubenswelt waren. Dem Autor Jesse Bullington gelingt es also am Ende ein Stück Fiktion zu schaffen, welches sich wie die moderne Prosaversion eines (falschen) alten Volksmärchen liest, wodurch es also wieder an den weiter oben schon erwähnten, intellektuellen Wert gewinnt.

Doch natürlich gibt es wichtigere Fragen zu klären, wenn man sich überlegt den Roman zuzulegen.

Macht es Spaß das Buch zu lesen? Ja. Der Stil ist einfach, aber trotzdem clever geschrieben und es kommen bei allen derben Scherzen, viel mehr Wort- und Insiderwitze für Kenner der mittelalterlichen Literatur zur Sprache und es hilft auch, dass dem ganzen Buch genug Ironie anhaftet, um sich von (fast) jeder noch so grausigen Szene zu distanzieren, um am Ende nicht in Depression zu versinken.

Bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende bestehen? Wenn man mit "Spannung" "Abwechslungsreichtum" meint, dann lautet auch hier wieder die Antwort eindeutig "ja". Denn dem mittelalterlichen Vorbild entsprechend, teilt sich das Buch eher in mehrere, am Anfang zunächst nicht, aber zum Ende hin immer mehr miteinander verbundene Episoden auf, die allesamt Spaß machen und lediglich beim Abenteuer der Großbarts mit einer Hexe etwas gestreckt wirken. Wer sich damit (und mit dem für manche vielleicht etwas abrupten Ende) anfreunden kann, bekommt hier Unterhaltung der Höchstklasse geboten.

Wird das Buch zum Ende hin etwas zahmer? Nein. Der Schrecken dessen was die Großbarts tun, wird nur dadurch gemildert, dass die beiden zwar Räuber, Plünderer und Mörder sind, aber wenigstens keine Frauen vergewaltigen. Wie schon geschrieben, ist dieses Buch bitterböser bis gehässig, aber in keinster Weise werden die beiden Hauptfiguren oder ihre Taten verherrlicht. Vielleicht sind sie am Ende einem nicht mehr ganz so unsympathisch, da sie einander doch sehr gut zusammenhalten und hier und ihre lichten, bis menschlichen Momente haben, aber in keinster Weise werden diese beiden Anti(antianti)helden am Ende geläutert oder ihre Untaten bereuen. Darin mag am Ende sogar die Tragik dieser Figuren liegen, was dem Titel auch abseits der Ironie etwas mehr Gewicht verleihen würde.

Am Ende ist "Sad Tales of the Brothers Grossbart" bestimmt kein Buch für jedermann, aber auf jeden Fall eines, dessen Lektüre man bestimmt nicht bereuen wird, sollte man sich auf die eigenwillige Prämisse (die zugegeben zwar nicht neu, aber sehr kompetent umgesetzt ist) einlassen und den den gar garstigen Gebrüdern eine Chance geben.

Am Ende hat das Buch auf jeden Fall seine fünf Sterne verdient und sei es auch nur, da es der Autor Jesse Bullington wagte etwas, für die heutige Zeit, Ungewöhnliches zu versuchen. Umso mehr, da er diese Idee auch noch erfolgreich und unterhaltsam umgesetzt hat.

5 von 5 Sternen, alle aus den Grabkammern früherer Großbarts entwendet.


Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart
Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart
von Jesse Bullington
  Broschiert
Wird angeboten von percasa
Preis: EUR 1,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine, gar nicht mal so traurige, Schelmengeschichte, 22. Dezember 2013
Deutschland im Mittelalter, genauer gesagt um das vierzehnte Jahrhundert herum, denn die Pest hat bereits in Europa gewütet und reichlich Ernte gehalten. Der Mensch leidet, hungert und klammert sich an seinen Glauben an Gott, in der Hoffnung auf das ewige Seelenheil. Manchmal bricht er auch in das Heilige Land auf. Auch die Gebrüder Großbart (oder Grossbart im Englischen und auf dem Cover der deutschen Ausgabe. Vielleicht ist ihr Name auch ein Wortspiel im Original, da "Gross" in dieser Sprache auch "eklig" bedeutet. Durchaus passend in diesem Buch), gedenken dies zu tun, allerdings aus ganz anderen Gründen. Denn die selbsternannten Jünger der heiligen Jungfrau Maria sind nämlich professionelle Grabräuber und da es in Ägypten davon en Masse geben soll, kommt dies für sie wohl dem Paradies auf Erden am nächsten.

Schon das dürfte wohl ein deutliches Zeichen dafür sein, dass die ungewaschenen Brüder nicht ganz sauber sind und ihre vielen schrecklichen Taten im Verlauf des Buches sprechen ebenfalls dafür. Allerdings zieht "Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart" einen Großteil seines Charmes aus diesen, doch der Reihe nach.

Zunächst einmal sei als erstes erwähnt, dass dieses Buch in keinster Weise eine leichte Lektüre ist. Im Gegenteil, wer hier eine romantisch verklärte Mittelalteridylle erwartet, hat sich das falsche Buch zum lesen ausgesucht. In "Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart" wird deftig geflucht, gemordet, verstümmelt, sich auf jede nur erdenkliche Art und Weise entleert und dem ganzen Buch haftet eine Aura der Gemeinheit an, die man nur viel schwarzen Humor ertragen kann. Dieser findet sich dabei an so gut wie jeder Ecke und auch Freunde intellektueller Diskussionen, beziehungsweise wer auch immer christlichen Idee Gottes kritisch gegenüber steht, dürften an den manchmal sehr scharfsichtigen Bemerkungen, der ansonsten doch sehr groben Brüder ihre Freude haben. Kurz gesagt, die Geschichte der Großbarts ist keine leichte Kost. Hier geht es wie gesagt brutal zur Sache, aber so grafisch die Gewalt hier auch dargestellt werden mag, man bekommt nie das Gefühl, dass sie dem puren Selbstzweck dient.

Im Gegenteil, wenn man aufmerksam liest und die derben Scherze außer acht lässt, bekommt man eventuell sogar das Gefühl, dass es bei "Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart" vielleicht doch um mehr geht, als nur darum sich auf besonders widerwärtige Art und Weise auszutoben und dem romantischen Mittelalterbild mancher Menschen (was man auch auf die Fantasy übertragen kann, da im Buch durchaus Magie praktiziert wird) oder gar dem Gutmenschentum an sich zynisch die Meinung zu sagen. Im Gegenteil, eher geht es vielleicht darum dass die bösen Taten die man im Leben begeht einem eines Tages einholen und Rache (eine Menge Leute wollen es den Großbarts einholen, deren erste Schandtat übrigens darin besteht sich an jemanden zu RÄCHEN, der ihnen ,aus ihrer Sicht, Böses tat) keine wirkliche Lösung ist. Damit kommt das Buch am Ende einer neutestamentlichen Interpretation am nächsten, was vor allem noch einmal verdeutlicht, dass man es vor allem eher als modernen Schelmenroman denn als klassisches Fantasybuch lesen sollte, vor allem da die "fantastischen" Elemente in diesem Buch, keineswegs "erfunden" sind, sondern tatsächlich Teil der mittelalterlichen Glaubenswelt waren. Dem Autor Jesse Bullington gelingt es also am Ende ein Stück Fiktion zu schaffen, welches sich wie die moderne Prosaversion eines (falschen) alten Volksmärchen liest, wodurch es also wieder an den weiter oben schon erwähnten, intellektuellen Wert gewinnt.

Doch natürlich gibt es wichtigere Fragen zu klären, wenn man sich überlegt den Roman zuzulegen.

Macht es Spaß das Buch zu lesen? Ja. Der Stil ist einfach, aber trotzdem clever geschrieben und es kommen bei allen derben Scherzen, viel mehr Wort- und Insiderwitze für Kenner der mittelalterlichen Literatur zur Sprache und es hilft auch, dass dem ganzen Buch genug Ironie anhaftet, um sich von (fast) jeder noch so grausigen Szene zu distanzieren, um am Ende nicht in Depression zu versinken.

Bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende bestehen? Wenn man mit "Spannung" "Abwechslungsreichtum" meint, dann lautet auch hier wieder die Antwort eindeutig "ja". Denn dem mittelalterlichen Vorbild entsprechend, teilt sich das Buch eher in mehrere, am Anfang zunächst nicht, aber zum Ende hin immer mehr miteinander verbundene Episoden auf, die allesamt Spaß machen und lediglich beim Abenteuer der Großbarts mit einer Hexe etwas gestreckt wirken. Wer sich damit (und mit dem für manche vielleicht etwas abrupten Ende) anfreunden kann, bekommt hier Unterhaltung der Höchstklasse geboten.

Wird das Buch zum Ende hin etwas zahmer? Nein. Der Schrecken dessen was die Großbarts tun, wird nur dadurch gemildert, dass die beiden zwar Räuber, Plünderer und Mörder sind, aber wenigstens keine Frauen vergewaltigen. Wie schon geschrieben, ist dieses Buch bitterböser bis gehässig, aber in keinster Weise werden die beiden Hauptfiguren oder ihre Taten verherrlicht. Vielleicht sind sie am Ende einem nicht mehr ganz so unsympathisch, da sie einander doch sehr gut zusammenhalten und hier und ihre lichten, bis menschlichen Momente haben, aber in keinster Weise werden diese beiden Anti(antianti)helden am Ende geläutert oder ihre Untaten bereuen. Darin mag am Ende sogar die Tragik dieser Figuren liegen, was dem Titel auch abseits der Ironie etwas mehr Gewicht verleihen würde.

Am Ende ist "Die traurige Geschichte der Brüder Grossbart" bestimmt kein Buch für jedermann, aber auf jeden Fall eines, dessen Lektüre man bestimmt nicht bereuen wird, sollte man sich auf die eigenwillige Prämisse (die zugegeben zwar nicht neu, aber sehr kompetent umgesetzt ist) einlassen und den den gar garstigen Gebrüdern eine Chance geben.

Am Ende hat das Buch auf jeden Fall seine fünf Sterne verdient und sei es auch nur, da es der Autor Jesse Bullington wagte etwas, für die heutige Zeit, Ungewöhnliches zu versuchen. Umso mehr, da er diese Idee auch noch erfolgreich und unterhaltsam umgesetzt hat.

5 von 5 Sternen, alle aus den Grabkammern früherer Großbarts entwendet.


Lazarus Volume 1
Lazarus Volume 1
von Greg Rucka
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,49

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Frau für's Grobe wird vorgestellt, 10. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lazarus Volume 1 (Taschenbuch)
in der Welt von "Lazarus" ist das eingetroffen, was verschiedene Weltuntergangspropheten bereits tausend Mal vorausgesagt haben: die Gesellschaft brach zusammen und von da an herrscht das Recht des Stärkeren. Nur ein paar privilegierte Familien verfügen noch über genügend Ressourcen und Technologie, um wie Feudalherren über den Rest Amerikas zu herrschen. Besser gesagt, über den Teil den sie beherrschen wollen. Jeder Familie ist ein spezieller Vollstrecker unterstellt, ein Cyborg, eine Kampfmaschine die als "Lazarus" bezeichnet wird, da man sie nur schwer töten kann (selbst Kopfschüsse setzen sie nur temporär außer Gefecht) und sie sich nach kurzer Zeit wieder regenerieren.

Forever Calyle ist ein solcher Lazarus und ihrem Vater, dem Familienoberhaupt, treu ergeben. Zwar zeigen sich hier und da einige moralische Skrupel, aber die werden zur Seite geschoben, denn die Familie geht vor. Doch wer weiß, ob sich das nicht ändern wird, denn im Calyleclan sind Verschwörungen und Machtkämpfe an der Tagesordnung und Forever gerät schon bald in einen solchen.

Eines muss vorneweg gesagt werden: der erste Band von "Lazarus" erzählt im Gegensatz zu Serien wie "Fatale" nicht wirklich eine in sich geschlossene Geschichte mit Potenzial für eine Fortsetzung, sondern mehr einen vier Hefte langen Prolog, dem mit Sicherheit eine Fortsetzung folgen wird. Ist das schlecht?

Nun, davon abgesehen dass man die einzelnen Hefte schnell durchgelesen hat, kommt es darauf an ob man mit dem Charakter Forever warm wird oder nicht. Und sie kann einem durchaus sympathisch sein, denn obwohl sie gnadenlos im Kampf ist, hat sie durchaus warme und mitfühlende Züge und der Wunsch von ihrem Vater anerkannt zu werden, ist wohl etwas was viele nachvollziehen können. Sicher, sie ist damit kein sonderlich origineller Charakter (frühestens seit Pinochio kennt man die Geschichte vom unlebenden Ding, das Liebe und Anerkennung will), dafür aber ein kompetent geschriebener und so fühlt sich der erste Band von Lazarus auch an: kompetent. Der Autor Greg Rucka (bekannt durch viele Thriller und Comiclesern wohl durch die brillante Serie "Queen and Country") verspricht weder zu viel, noch zu wenig, keine Szene ist zu kurz oder zu lang, von den Dialogen gibt es genau die richtige Anzahl und überhaupt schreit nichts von Seiten der Erzählung her, dass wir es hier mit einem schlechten Comic zu tun haben, ganz im Gegenteil. Allerdings sind auch noch keine Anzeichen für ein angehendes Meisterwerk vorhanden.

Auch die Zeichnungen von Michael Lark stechen noch nicht großartig vor. Sie sind realistisch, die Figuren sehen wie echte Menschen aus und die vorkommene Gewalt wird weder stilisiert noch verharmlost. Also bleibt Lazarus auch in diesem Fall "kompetent", aber noch nicht herausragend (das schreibt aber allerdings jemand, der seine Zeichenstile individueller mag, wie zum Beispiel den von Brian Hurtt (Sixth Gun) oder Mike Mignola (Hellboy) ). Am Ende muss man sich die Frage stellen, ob "kompetent" wirklich ausreicht, um dafür seinen Geldbeutel zu öffnen oder ob man nicht doch besser sein Budget sparen und für etwas anderes aufheben sollte.

Man weiß es nicht, man weiß es nicht. Fest steht jedoch, dass "Lazarus" ein "guter" erster Sammelband ist, der nicht viel falsch macht, allerdings auch nicht mehr. Man wird abwarten müssen. So jedenfalls bekommt man ihn nun relativ günstig, sodass ein Kauf einen nicht ganz so wehtut, wie es vielleicht ansonsten der Fall wäre.

4 von 5 Sternen und ein unentschiedenes Schulterzucken


Poseidon (Olympians (Paperback))
Poseidon (Olympians (Paperback))
von George O'Connor
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,30

4.0 von 5 Sternen Herr der Meere, Vater vieler Monster, 3. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Poseidon, der mittlere der drei Brüder, bestehned aus ihm, Hades und Zeus dem Jüngsten. Nach dem krieg gegen die Titanen entschied das Los,wer welchen Teil der Erde beherrschen würde. Poseidon zog das Meer und es passt gut zu ihm. Mal ist es ruhig, dann toben vernichtende Stürme über ihm, welche mit niemanden Mitleid zeigen, es sei denn der Herr der Meere hat ein Einsehen. Doch das passiert nur allzu selten. Denn wie seine Kinder tendiert der Herr der Meere dazu, sich wie ein Monster zu geben.

George o'Connors, Autor und Zeichner von Olympians, schreibt in seinem Nachwort wie schwierig es doch war Poseidon zu schreiben. Ei ähnliches Gefühl wird der Leser auch dabei haben, sich mit ihm anzufreunden. Denn obwohl er der erste Gott der Reihe ist, der als eigener Erzähler seine Gedanken kundtut, bleibt am Ende doch immer eine gewisse Distanz zwischen ihm und den Leser. Denn mag sich zum Beispiel Zeus auch ein ewiger Schürzenjäger sei und sich gedankenlos verhalten, so zeugt er jedoch genügend Gefühle der Zuneigung und andere freundliche Charakterzüge, dass man das Gefühl bekommt, dass er den Menschen gar nicht so unähnlich ist. Poseidon dagegen erscheint eine mehr wie eine tickende Zeitbombe, der sich außen ruhig gibt, unter dem es jedoch gefährlich brodelt. Man möchte nicht in seiner Nähe sein, wenn er dan doch einen seiner Wutanfälle hat. Nein, Poseidon ist bei weitem keine sympathische Figur und seine Kinder (der Held Theseus und der Zyklop, denn Odysseus in dieser erzählten Episode der Odyssey erzählt) spiegeln dies auch wieder. Sollte es noch einmal eine Verfilmung für Kinder geben, wäre er der perfekte Bösewicht, schließlich kommen auch ein Großteil aller Monster aus seinem Reich (und es gäbe Hades auch die Möglichkeit einige Sachen klarzustellen, denn im Vergleich zum Rest der Familie, würde man ihn sich noch am ehesten zu sich nachhause einladen).

Auf der anderen Seite, das zeigt O'Connors auch, ist er auch wesentlich cleverer als seine beiden Brüder, die am Ende ja doch eher offen und ehrlich vorgehe oder zumindest keine Gedanken an große Pläne verschwenden. Poseidon dagegen zeigt, dass er in Phasen denkt, wie man auch anhand der Geschichten von Theseus und bei der Gründung Athens sieht. Mag er auch zunächst verloren haben, er kehrt wieder zurück und wendet alles zu seinem Gunsten. Dies macht ihn dann als Figur und Persönlichkeit wiederum interessanter und steigert auch den Unterhaltungswert des Buches. Denn wie gesagt, auch Theseus ist kein großer Sympathieträger (kaum vorzustellen, dass diese Version sich einmal mit dem Heracles von "Olympians" anfreunden würde, der bei O'Connors ein anständiger Geselle ist). Somit wird man von Seitens der Erzählung nach einiger Zeit mit ihm warm, auch wenn es einige Anläufe brauch, bis dieser Fall endlich eintritt (in meinem Fall, ganze vier).

Zeichnerisch bleibt O'Conors weiterhin auf der Höhe. Das Highlight dieses Bandes ist auf jeden Fall die Episode, in der Theseus das Labyrinth durchquert und den Minotaurus erschlägt, eine Szene so stark erzählt und abstrakt gezeichnet, dass sie nur von der Szene aus Bad 3 "Hera" getoppt wird, in der Heracles Cerberus hinter sich herzog. Am Ende behält Poseidon die "gute" Qualität seiner Vorgänger bei und erhält wohlverdiente Sterne.

Bleibt nur zu hoffen, dass er diese Rezension nie lesen und die Heimatstadt des Rezensenten überfluten wird, denn schließlich hat sein Band nicht die Höchstwertung erhalten. Am Ende ist er doch ein recht empfindliches Kerlchen.


Einsamer Wolf 15 - Der Darke Kreuzzug
Einsamer Wolf 15 - Der Darke Kreuzzug
von Joe Dever
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kreuzzug des Bösen, 1. Dezember 2013
Eine kurze Anmerkung: Die Rezension dieses Buch bezieht sich direkt auf das Buch an sich, ich habe jedoch in meiner Rezension zum ersten Band ("Flucht aus dem Dunkeln") die jeweiligen Spielmechaniken angerissen und erklärt. Wer also noch nicht weiß worum es sich bei einem Abenteuer-Spielbuch handelt, sollte sich vielleicht zuerst die Rezension des ersten Bandes durchlesen.

Die Mechaniken zu dem vorangegangen Pfad "Magna-Kai" wurden im sechsten Band "Königreiche des Schreckens" erläutert und auf eine Erklärung des nun durchzuspielenden Pfades "Großmeisters" wurde verzichtet, da er trotz neuer Disziplinen keine spielerischen Neuerungen enthält.

Nachdem Einsamer Wolf seinen Freund Banedon in "Die Verdammten von Kaag" aus den Kerkern der namensgebenden Festung befreite, wurde es wieder etwas ruhiger. Doch auch abseits von Einsamer Wolfs idyllischer Heimat Sommerlund gibt es genügend Konfliktherde, wie zum Beispiel das Königreich Lencia, welches mit der Drakarim-Nation Nyras schon seit Jahrtausenden einen erbitterten Krieg führt. Zunächst schien es so, dass die Lencianer nach Vernichtung der Schwarzen Lords endlich die Oberhand gewinnen würden, doch drang eine gar schreckliche Nachricht an König Sarnacs, Lencias Herrscher, an sein hoheitliches Ohr: ein uraltes Juwel aus der Zeit von Agarash dem Verdammten (der Antichrist Magnamunds) wurde von Kriegslord Magnaarn, Sarnacs böses Gegenstück aus Nyras, schon seit einiger Zeit gesucht und er scheint das Versteck des mächtigen Artefakts gefunden zu haben. Das kann nichts Gutes bedeuten findet Sarnac und deswegen sendet er einen Botschafter zur einzigen Person, für die die Rettung der Welt ein Ganztagsjob ist. Natürlich handelt es sich dabei um Einsamer Wolf, welcher erst nach dem Teil mit dem alles zerstörenden Juwel des Bösen zustimmt Lencia zu helfen und davor ablehnte (womit er sich genauso verhielt, wie sich der Rezensent Einsamer Wolf spätestens seit Band 4 der Serie vorstellt. Aber "Fauler Hund" wäre wohl kein sonderlich guter Name für einen Kai-Lord gewesen). Also bricht er nach Lencia auf, um dann gemeinsam mit einen gewissen Hauptmann Prarg aufzubrechen und zum vierten Mal seit Band 12 Feindesland zu infiltrieren.
Dabei wird er auch ein weiteres Mal daran erinnert werden, warum er die meiste Zeit alleine reist.

"Der Darke Kreuzzug" setzt das bekannte Handlungsmuster von Einsamer Wolf als Infiltrator hinter feindlichen Linien wie gesagt konsequent fort, macht jedoch im Gegensatz zu Band 12 bis 14 wieder einiges anders. Zum Beispiel erzählt "Der Darke Kreuzzug" endlich wieder eine richtige Geschichte, anstatt sich nur auf die Erkundung der Region Nyras zu beschränken. Und es ist sogar eine gute, mit einer netten Wendung, voller Spannung und heroischen Momenten, die dem Leser die Sorte guter Momente verschaffen, die die Serie ja auch ausmachen. Natürlich ist es wieder schade, dass der eigentlich hochinteressante Konflikt zwischen Lencianern und Drakarim auf simples schwarzweiß begrenzt ist, aber gut, wenn es einen auf Grauzonen ankommen würde, würde man die Reihe wohl kaum kaufen (obgleich "Königreiche des Schreckens" diesbezüglich immer noch hervorsticht). Spielerisch ist auch alles schön ausbalanciert. Eigene Entscheidungen, der Einsatz von Disziplinen und einigen zufälligen Würfelwürfen sind gut ausbalanciert und es ist mal wieder erstaunlich wie viel im Verlaufe des Buches passiert, obwohl es weiterhin denselben Platz wie die restlichen Bücher besitzt. Es gibt auch weiterhin viele Kämpfe, aber die meisten sind optional und Band 15 hat sogar mit Kriegslord Magnaarn einen recht kompetenten Bösewicht, von dem man jedoch nach Ende dieses Bandes nichts mehr lesen wird.

Alles in allem ist "Der Darke Kreuzzug" nun endlich wieder ein "guter" Band, der seine vier Sterne ohne wenn und aber rein objektiv verdient hat und der nur deswegen nicht einen fünften Stern erhält, weil er zwar in sich kompetent ist, sich aber bei weitem nicht so besonders anfühlt, wie zum Beispiel der ewige Favorit des Rezensenten "Die Schlucht des Schicksals" oder der ewige Fanfavorit "Die Schatten der Wüste" (welchen ich im nachhinein mit vier Sternen zu niedrig bewertet habe. C'est la vie). Am Ende ist jedoch gut genug, dass man wieder Vertrauen in die Reihe gewinnt, sollte man es nach den drei letzten Bänden, die alle erzählerisch und spielerisch höchstens durchschnittlich waren, verloren haben.

Eventuell könnte das Bonusabenteuer "Burg Akital" von Manticore-Verlags Gründer Nicolai Bonczyk ja die Wertung noch nach oben schieben, aber das tut es nicht. Das liegt nicht daran, dass es schlecht ist. Im Gegenteil, es ist kompetent geschrieben, erzählt eine gute Geschichte und auch die Fähigkeiten von Hauptmann Prarg (Einsamer Wolfs Begleiter, in dessen Rolle man hier schlüpft) sind sinnig und laden dazu ein ausgereizt zu werden. Doch leider bleibt "Burg Akital" hinter seinem Potenzial zurück und ist am Ende ein gutes Reiseabenteuer, welches vielleicht durch eine Militärmission (wie zum Beispiel die Verteidigung der Burg Akital) hätte ersetzt werden können. Sei es wie es sei, am Ende ist es wie gesagt trotzdem "gut" und festigt noch einmal die festgelegte Wertung, die den Band als "gut" auszeichnen und ihn daher vier Sterne verleihen.

Zum Abschluss möchte ich noch ein wenig ein paar Worte über Einsamer Wolfs wahre Quelle für allen Ärger verlieren: Hauptmann Prarg, der von König Sarnacs (und damit vom Autor Joe Dever) zugewiesene Führer des mächtigsten aller Kai-Lords. Begleiter sind bei Einsamer Wolf nichts Neues. Manchmal hatten sie die Handlung um etwas Drama bereichert und boten auch eine gute Möglichkeit den Leser über dieses oder jenes zu informieren, ohne dass es gezwungen wirkte. Was jedoch wichtig ist: zumeist blieben sie im Hintergrund und die Interaktionen mit ihnen verlief zum größtenteil minimal. Prarg jedoch kommt in vielen Szenen vor und die Interaktion mit ihm nimmt einen wesentlichen Teil der Handlung ein. Dadurch erhält er mehr Profil und Persönlichkeit als alle Begleiter zuvor. Problematisch ist nur, dass er keine sonderlich sympathische ist, denn im Vergleich zu Einsamer Wolf gibt er sich die meiste Zeit, inkompetent, faul und vom Pech verfolgt. Wenn es eine Falle gibt, Hauptmann Prarg wird direkt reinrennen. Kommt es zu einem Kampf auf Leben und Tod, Einsamer Wolf wird für Prarg die Krankenschwester spielen müssen. Davon abgesehen, dass der faule Mistkerl sich nur zu gerne vor dem Wachdienst drückt.
Wäre Einsamer Wolf also eine klassische Heldenserie mit Prarg als dessen Sidekick, würde Letzterer konstant alles abbekommen und all die Fehler vorweisen, die der Kai-Großmeister auf Grund seines Legendenstatus sich nicht leisten könnte und ihn (Einsamer Wolf) nur noch heldenhafter erscheinen lassen würden.
All dies könnte man jetzt nun als störend empfinden, aber wenn man die ganze Sache mit etwas schwarzen Humor betrachtet, fällt dies nicht weiterhin ins Gewicht. Ich zumindest stelle mir Prarg als eine Art Flashman (berühmter Antiheld einer britischen Serie von Historienromane, die eine Satire auf Abenteuerromane dartellten) Magnamund vor, nur dass er im Gegensatz zu Frasers Antihelden (mit dem Prarg sich auch den prächtigen Schnurrbart teilt) immer sein Bestes gibt und kläglich dabei scheitert, am Ende jedoch immer befördert wird, weil er am Ende als letzter noch steht.
Wenn man so darüber nachdenkt, wäre eine eigene "Hauptmann-Prarg"-Serie, die alles was die Reihe Einsamer Wolf ausmacht auf's Korn nimmt, vielleicht gar keine so schlechte Idee gewesen, aber gut, die Blütezeit der Spielbücher ist leider vorbei und so sollten wir uns mit dem zufriedengeben was wir haben.

Und das bleibt, wie schon mehrmals geschrieben, weiterhin, mit vier Sternen versiegelt, "gut".
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2013 11:12 AM CET


Andrax 5: Gnadenlose Jagd
Andrax 5: Gnadenlose Jagd
von Peter Wiechmann
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Ende der Reise, 28. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Andrax 5: Gnadenlose Jagd (Gebundene Ausgabe)
"Ach Holernes, treuster Weggefährte, mein Diener und..."

"Ruhe. Komm zum Punkt, Andrax."

"Nun gut. Die Geschichten werden nicht besser. Die Luft ist einfach raus, trotz einiger origineller Ansätze."

"Zum Beispiel?"

"Zum Beispiel die letzte Episode, in der wir plötzlich in den wilden Westen versetzt werden und dort, verfolgt von einem geheimnisvollen Skelettmann, berühmte Personen der Geschichte, wie General Custer oder Sitting Bull treffen. Das Szenario hätte genug Potenzial für fünf Geschichten gehabt, aber wie immer ist alles zu dick auf wenige Seiten gedrängt und so reisen wir von einer Episode in die nächste, ohne das irgendetwas hängen bleibt."

"Das hat uns doch vorher nie sonderlich davon abgehalten, Spaß zu haben."

"Schon, aber wie ich schon in band 4 sagte, die Luft ist einfach raus! Es gibt zwar immer noch Ideen, aber keiner scheint mehr Lust zu haben unsere aufregenden Abenteuer angemessen aufzuschreiben!"

"Verdammte Alliterationen..."

"Ach, es ist einfach schade. Aber trotzdem hatten wir eine gute Zeit oder nicht? Wen haben wir nicht alles bekämpft: falsche Götter, böse Wissenschaftler, Kriegsherren, sexistische Magierinnen...und dieser Band hätte zumindest eine richtig gute Geschichte, wenn man sie abgedruckt hätte."

"Erklär mir das."

"Die Sache ist die: am Ende des Bandes, wo sich das Nachwort befindet, erzählt uns Peter Wiechmann dass Jordi Bernet in Spanien mit einem anderen Autor ein inoffizielles Ende der Serie geschrieben und veröffentlicht hat. Davon kriegen wir in der deutschen Ausgabe nur wenig mit, ein paar Abdrücke und übersetzte Sprechblasen um genau zu sein. Aber was da erzählt wird, der düstere Unterton und wie ich da alleine durch das Ödland irre..."

"Alleine?"

"Ja. Schätze, du bist tot. Jedenfalls hat das schon was, genau wie die Pointe der Geschichte, die trotz des viel zu hocherhobenen Zeigefingers einfach etwas hat. Der Zeigefinger ist ja auch nichts Neues für uns, aber hier wirkt er endlich einmal angebracht. Vielleicht hätte das unserer Serie auch gut getan. Eine neue Richtung, vielleicht etwas düsterer, aber diese Ausrichtung hätte unseren Abenteuer eventuell wieder etwas neuen Schwung gegeben. Nun ja, was soll's. Am traurigsten ist jedoch, dass die Geschichte nich in ihrem richtigen Format abgedruckt wurde und die Leser so nie es so erleben werden, wie es gedacht war. Tja..."

"Tja..."

"..."

"Lust durch die Steppe zu ziehen?"

"Gern."

"Vielleicht werden wir ja doch irgendwann mal neu aufgelegt. Dann mit koheränter Handlung, echter Charakterisierung und na ja, vielleicht bin ich dann nicht immer der inkompetente Hampelmann und du auch nicht immer der selbstgerechte, blonde Übermensch."

"Und bessere Dialoge. Vergiss die nicht."

"Oh ja, unbedingt. Aber so hatten wir doch zumindest eine gute Zeit oder? Und das obwohl es zum Schluss hin nicht mehr so unterhaltsam war, wie am Anfang."

"Das stimmt wohl mein Freund. Und das ist es wohl was am Ende zählt."

"Das und echte Qualität."

"Wir sind Kinder der 1978- bis späte 80er, was erwartest du da? Watchmen?"

"Der kam in den 80ern raus."

"Ach sei still und geniße einfach die unschuldige Nostalgie, die selbst die schlechtesten unserer Geschichten auch heute noch verströmt..."

3 von 5 Sternen
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 10, 2016 1:55 PM CET


Andrax, Bd.4 : Im Sog des Verderbens
Andrax, Bd.4 : Im Sog des Verderbens
von Peter Wiechmann
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das würden wohl die Hauptfiguren selbst sagen:, 28. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Andrax?"

"Ja, Holernes, treuer Gefährte?

"Lass den Quatsch, wir sind hier unter uns. Konntest du schon einen Blick in den nächsten Band werfen?"

"In der Tat, das konnte ich wirklich. Was soll ich sagen, zeichnerisch bleibt alles beim Alten, aber ich glaube unseren Abenteuern geht langsam die Puste aus."

"Wie das?"

"Nun, davon abgesehen dass die erste Geschichte noch teilweise stringent ist, es geht um ein böses Supermodel, das die Leute in der Umgebung unterwirft und mich zu ihren Gemahl machen will..."

"Natürlich, was auch sonst..."

"...aber danach, scheint niemand so richtig zu wissen wohin mit uns. In manche Geschichten werden zwei oder mehrere Episoden gezwängt, die bei besserer Ausarbeitung für eine Geschichte gereicht hätten, aber scheinbar hatte wohl niemand weder Zeit noch Lust dazu. Dabei ist durchaus Potential vorhaden: Körper stehelende Wissenschaftler, Meister des Kung-Fu, eine parodistische Geschichte über die Furcht vor dem was anders ist, da ist schon Potenzial vorhanden. Aber niemand macht was draus. Wirklich schade."

"Hmm. Sehr."

"Die einzige Geschichte die noch ausgearbeitet worden ist, ist die letzte, eine Geistergeschichte über Magnetströme und so weiter. Wiechmann berichtet auch am Ende über ihre Entstehung, natürlich erneut so fragmentarisch wie eh und je."

"Wie sollte es auch anders sein."

"Nicht wahr? Auf jeden Fall sind unsere Abenteuer hier bei weitem nicht mehr so aufregend wie noch zuvor. Sie sind Routine geworden, auf die schlechte Art und Weise."

"Schade. Sehr schade."

"Ja, das stimmt. Aber der Vollständigkeit halber wird man sich diesen Band wohl holen müssen, aber einen anderen Grund gibt es nicht. Aber vielleicht fahren wir ja im letzten Band noch einmal zu Hochtouren auf!"

"Ja, vielleicht..."

3 von 5 Sternen


Andrax, Bd.3 : Gegen Götter und Monster
Andrax, Bd.3 : Gegen Götter und Monster
von Peter Wiechmann
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Werwölfe und Panzer, 27. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gleich zu Beginn sei folgendes angemerkt: wer Andrax kennt, den erwartet hier nichts Neues. jordi Bernet zeichnet weiterhin vielfältig und formvollendet schön (der Mann scheint "alles" zeichnen zu können), Andrax und Holernes bleiben dieselben abenteuerlustigen Hohlköpfe, ähm Helden als die wir sie kennengelernt haben und am Ende triumphieren sie. Ach ja und eter Wiechmanns Nachworte sind immer noch nicht besser geworden.

Was jedoch an diesem Band anders ist, ist die Anzahl der Geschichten (zwei), deren Länge (beide haben knapp hundert Seiten vorzuweisen) und die Qualität der Geschichten. Diese ist nämlich...fast gut, selbst nach heutigen Standarts. Unglaublich aber wahr. Zwar unterliegen auch sie der üblichen Episodenhaftigkeit, mit der der Rest der Serie zu kämpfen hat, aber die Geschichten sind so aufgebaut, dass alles was in ihnen vorkommt miteinander verbunden ist (sieht man einmal von einer Episode mit Amazonen einmal ab) und die Lösung sich aus den vorhandenen Teilen in der Geschichte selbst und nicht aus einer plötzlichen Deus ex Machina heraus ergeben. Es existieren also richtige Handlungsbögen und wenn man heute versuchen würde die Serie Andrax neu aufzulegen und mam Beispiele für "gute" Vorlagen nennen solle, wären diese beiden wohl dabei.

Dabei bietet die zweite Geschichte höchstens dieselbe Sorte Trash die man schon gewohnt ist. Andrax und Holernes geraten in eine Gegend, die von kleinen Pygmäensteppenreitern und den Bewohnern einer großen Stadt bevölkert wird, die beide jedoch unter der Kontrolle eines "großen Wesens" stehen. Doch während die Steppenreiter von der geheimnisvollen Wesenheit zur Aggressivität angstachelt werden, sind die Bewohner der Stadt auf eine paradiesische Art und Weise friedfertig und fast scheint es so, als ob das große Wesen sie nur schützen wollen würde. Doch dies hier ist Andrax. Andrax gibt sich nicht mit philosophischen fragen ab, so interessant sie auch sein mögen. Wozu hat er denn am Anfang der Geschichte einen Panzer gefunden (den er natürlich als echter Mann der 70er tadellos fahren kann. zu seiner Zeit war das in Mode)? Also werden am Ende Mauern niedergerrissen und Frieden mit Gewalt erzeugt, so wie man es seit Jahrtausenden praktiziert.
Was diese Geschichte wirklich auszeichnet, ist ihr großes Potenzial und das moralische Dilemma, in dem sich unsere helden eigentlich befinden dürften. Aber davon wollte man zu PRIMO-Zeiten nichts wissen.

Geschichte eins dagegen ist nach der Episode mit den Vampiren (der besten Geschichte des ersten Bandes) die einzige Geschichte mit ganz eindeutigen Fantasyanteilen. Und wie schon geschrieben, ist sie selbst heute noch fast gut. Ja, die Charaktere bleiben wie immer eindimensional (Andrax rettet, die holde Weiblichkeit schluchzt, die Dorfbewohner brennen), aber die Erzählung um den Werwolffluch einer weißen Wölfin und wie die Familie der betreffenden verfluchten Frau schon seit Jahrhunderten darunter lidet, ist vom Konzept her immer eine gute Vorlage für eine Geschichte und dass Andrax in dieser Geschichte alleine unterwegs ist, gibt den Autoren die Möglichkeit, ihm einen neuen Sidekick zur Seite zu stellen. Dieser ist Rob in the Wood (es ist Robin Hood) und er versprüht in diesem einen Auftritt mehr persönlichkeit als Andrax in all den Geschichten davor. Er ist ein Gauner, aber einer von der charmanten Sorte ud man fragt sich, warum man mit dem Langweiler Andrax volieb nehmen muss, wenn wir diesen fleischgewordenen Archetypen des liebenswerten Schurken haben könnten? Nun ja, sei es wie es sei, Rob ist auf jeden Fall eine schöne Ergänzung dieser unterhaltsamen abenteuergeschichte, in der List und Schwertarm gebraucht werden und die durch ihren düsteren Unterton aus der Masse an Andraxgeschichten als wahre erle herausragt.

Am Ende hat man den besten Band der Serie vorliegen, mit zwei Geschichten, die wieder beweisen, dass Qualität am Ende immer über Quantität auf längerer Sicht triumphieren wird.

4 von 5 Sternen


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