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Rezensionen verfasst von
Manuela

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Muttergehäuse
Muttergehäuse
von Gertraud Klemm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Muttergehäuse - ein intensives Leseerlebnis, 11. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Muttergehäuse (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Eine Frau versucht erfolglos schwanger zu werden. In der Gruppe von Bekannten und Freunden fühlen sie und ihr Mann sich für ihr Versagen an den Pranger gestellt und auch in der Ehe geht es hauptsächlich um das eine Thema, über das jedoch möglichst nicht gesprochen werden sollte. Als der Wunsch ein afrikanisches Kind zu adoptieren in den beiden aufkeimt, werden sie vor neue Herausforderungen gestellt. Nicht nur, müssen etliche bürokratische Hindernisse bewältigt werden, reagiert auch die Umwelt darüber mit Unglauben und Ablehnung.

Meine Meinung
"Muttergehäuse" ist liebevoll gestaltet und mit Illustrationen versehen, die an Schneckenhäuser erinnern. Doch die bunten Farben auf dem Cover, die den Leser dazu verleiten, den Roman gerne in die Hand zu nehmen, sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich hier um ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art handelt. Dies sei bitte nicht falsch und schon mal gar nicht negativ zu verstehen, da ich ganz im Gegenteil nur selten eine so intensive Geschichte gelesen habe, wie es bei "Muttergehäuse" der Fall war.

Es geht um eine Frau, deren größter Wunsch ist ein Kind zu bekommen. Leider bleibt dieser unerfüllt. Aber nicht nur durch dies, wird eine Entfremdung ihrer Freundinnen – die bereits Mütter sind - immer deutlicher. Auch in der Ehe wird es schwieriger die liebevolle Beziehung aufrecht zu erhalten. Bis sich der Gedanke einer Adoption immer mehr konkretisiert und neue Hürden genommen werden wollen. Dies alles wird aus der Sicht der Ich-Erzählerin beschrieben, die uns das Gefühl gibt ein Teil ihrer selbst zu sein. Der in die Kapitel "Mutter", "Papier" und "Kind" unterteilte Roman, wird immer wieder durch Beschreibungen von Träumen unterbrochen, die aufzeigen, wie stark die Frau sich auch Unterbewusst mit dem Wunsch Mutter zu werden beschäftigt.

Man leidet mit der Frau, die über den gesamten Verlauf der Geschichte namenlos bleibt und sinnbildlich für so viele Frauen steht, denen der Kinderwunsch verwehrt bleibt. Gertraud Klemm gelingt es nichts zu verklären und sehr ehrlich die Gefühls- und Gedankenwelt wiederzugeben. So realistisch, dass man – gerade als Frau – nicht anders kann, als wechselweise Wut, Traurigkeit, Resignation oder auch Enttäuschung mit ihr zu teilen.

Und so findet die Autorin auch für die Adoption passende Worte, die mich haben innehalten lassen, weil sie in wenigen Sätzen die Kernaussage wiedergeben:

Es ist nicht dasselbe. Es ist nicht wie schwanger sein. Es ist wider die Natur. Alle haben Zweifel, weil die Auslandsadoption nicht die Norm ist. Die Norm ist: Mann und Frau machen ein Kind, das nach neun Monaten gesund schlüpft und von Eltern, die unfehlbar sind, liebevoll und ordentlich aufgezogen wird (S. 86)

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Frau auch nach der Adoption unglücklich ist und wiederum mit ihrem Leben hadert. Zu groß sind die Widerstände, auf die sie mit dem Kind stößt, welches schon auf Grund der Hautfarbe als das nicht ihre erkennbar ist. Gertraud Klemm hält mit ihrer Geschichte der Gesellschaft einen Spiegel vor und ich habe mich so manches Mal gefragt, ob es wirklich so schlimm ist. Ob wir Menschen wirklich so miteinander umgehen? Und ob wir nur das für ok befinden, was in unser kleines aber feines Raster passt. Die Antwort darauf mag jeder Leser selber finden.

Fazit
"Muttergehäuse" ist ein einfühlsames, nachdenklich stimmendes und intensives Leseerlebnis über den Wunsch, eine Familie mit Kind zu haben und den Schwierigkeiten die dies mit sich bringt, wenn der Körper diesen Wunsch verwehrt. Absolute Lese-Empfehlung!


Big Magic: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen
Big Magic: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen
von Elizabeth Gilbert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch zur Förderung der Kreativität, dem eine wichtige Zutat fehlt: Kreativität, 8. Oktober 2015
Inhalt
Elizabeth Gilbert ist wohl den meisten durch ihren Bestseller "Eat, Love, Pray" bekannt. Nun legt sie ein Buch vor welches unsere Kreativität wecken soll und mit "Big Magic ' Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen" betitelt ist. Auf sehr persönliche Art möchte die Autorin die Inspiration ihrer Leser wecken und vertraut diesen einige persönliche Geschichten an.

Meine Meinung
Laut Klappentext schenkt uns die Autorin mit "Big Magic" eine begeisternde Liebeserklärung an die Macht der Inspiration, die aus jedem von uns einen kreativen Menschen machen kann. Klingt interessant? Ja, dachte ich auch und war sehr gespannt auf die Ideen, Ratschläge und Denkanstöße von Elizabeth Gilbert. Doch leider musste ich relativ schnell erkennen, dass es diese in dem Buch nicht gibt. Die Autorin hat eine persönliche Geschichte geschrieben, die nicht unbedingt hätte veröffentlicht werden müssen. Sie selber sagt, dass sie "Big Magic" eigentlich nur für sich verfasst hat und so liest es sich leider auch. Es ist weder ein Ratgeber, noch ein Roman ' aber was ist es genau? Ich kann diese Frage ehrlich gesagt nicht beantworten.

Nun aber zu dem Inhalt, der ja unsere Kreativität wecken soll. Ja, es gibt ein paar nette Geschichten, die die Autorin über Kreativität, Mut und Inspiration zusammen getragen hat und ja, der Text liest sich auch flüssig, aber kreativ ist Elizabeth Gilbert mit ihrem Buch nicht. Sie wiederholt auf gefühlt jeder Seite, dass sie einen Bestseller (oben genanntes "Eat, Love, Pray") geschrieben hat, redet mit dem Leser, wie ein Motivations-Coach und predigt in einer Tour die gleichen Phrasen, die nicht besonders erhellend sind, da man sie schon etliche Male gehört bzw. an anderer Stelle gelesen hat.

Meine Kreativität wurde durch "Big Magic" leider nicht geweckt. Ganz im Gegenteil, wurde ich während des Lesens immer ungeduldiger und konnte kaum erwarten endlich fertig zu werden. Zum Ende hin gibt es dann in dem letzten Abschnitt eine kleine und sehr nette Geschichte, die mich dann doch leicht mit dem Inhalt versöhnt und zu den 2 Sternen geführt hat. Mehr hätte ich jedoch beim besten Willen nicht vergeben können.

Fazit
"Big Magic" ist für mich leider eine Enttäuschung. Die Idee ist gut, aber die Umsetzung weniger. Schade!


Cottage mit Kater: Roman (insel taschenbuch)
Cottage mit Kater: Roman (insel taschenbuch)
von Hermien Stellmacher
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Cottage mit Kater - Eine Geschichte, die mich Mitten im Herzen berührt hat, 8. September 2015
Inhalt
Nora durchlebt gerade eine schwere Zeit: ihre Mutter ist gestorben und die Beziehung zu ihrem Lebensgefährten geht in die Brüche. Da kommt die Einladung eines Freundes wie gerufen, der ein Cottage an der Küste Cornwalls hat und ihr dieses übergangsweise überlässt. Voller Freude macht sie sich auf den Weg, doch leider läuft nicht alles so einfach, wie sie sich dachte. Sie rettet einen kleinen Kater von einer Klippe, der ihr in der Folge nicht mehr von der Seite weicht. Und auch mit dem Schreiben ihres neuen Krimis kommt sie nur schlecht voran. Nur gut, dass da ihr netter Nachbar Phil zur Stelle ist, wenn sie Hilfe benötigt.

Meine Meinung
Als ich "Cottage mit Kater" zu lesen begann, hatte ich eine unterhaltsame, amüsante und locker-leichte Geschichte erwartet. Aber der neue Roman von Hermien Stellmacher ist sehr viel mehr, denn er spricht auch ernste Themen an, die mir in einer schweren Zeit Mut gemacht haben und ein guter Begleiter waren.

Ihr gelingt es perfekt die Gefühle wiederzugeben, die man als Angehöriger von einem schwerkranken Familienmitglied durchlebt und wie schwierig es ist nach dessen Tod in ein "normales" Leben zurückzufinden, wenn man so lange mit Angst, Sorge und Traurigkeit konfrontiert war. Den Spagat zwischen einerseits ernster Thematik und einer humorvollen Handlung schafft die Autorin mit Bravour.

Nora ist eine Protagonistin, für die man sofort Sympathien entwickelt. Durch sie zeigt die Autorin, dass man seine Probleme, Erlebnisse und Erfahrungen überallhin mitnimmt und es selbst in der schönsten Kulisse nicht möglich ist, diese ohne weiteres zu vergessen. Und so lässt uns Nora durch Rückblenden daran teilhaben, wie stark die psychische Belastung durch die Krankheit ihrer Mutter war und nimmt uns sogar mit zu den schlimmsten Stunden die sie als Tochter erleben musste. Mit ihr durchlebt man Freud und Leid, was sehr authentisch und einfühlsam beschrieben wird.

Für mich ist Nora eine Art Seelenverwandte geworden, deren Weg ich sehr gerne verfolgt habe. An ihrer Seite durfte ich nicht nur die bezaubernde Küste Cornwalls kennenlernen, sondern konnte auch erfahren, wie der Prozess des Schreibens an einem Buch verläuft – ein sehr interessanter Einblick, wie ich finde. Bereichert wird die Geschichte durch den Kater Smuggler, den Nora von einer Klippe rettet und in der Folge nicht mehr los wird. Dieser ganz besondere "Mitbewohner" hat sehr schnell mein Herz erobert, so wie auch der nette Nachbar Phil, der immer mit Rat und Tat zur Seite stand, wenn Nora Hilfe benötigte.

Fazit
"Cottage mit Kater" ist eine berührende Geschichte über einen Neuanfang inmitten der bezaubernden Kulisse von Cornwall. Für mich das bisher beste Buch von Hermien Stellmacher und daher eine ganz klare Lese-Empfehlung!


In der Finsternis: Thriller
In der Finsternis: Thriller
von Sandrone Dazieri
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Italo-Thriller, 29. April 2015
Inhalt
Die Polizistin Colomba Caselli ist eigentlich beurlaubt, als sie von ihrem Vorgesetzen Rovere an einen Tatort gerufen wird. Nach einem Familienausflug wird ein kleiner Junge vermisst. Rovere bittet Colomba darum Dante Torre aufzusuchen. Dante ist mit sechs Jahren entführt und in einem Silo gefangen gehalten worden. Der Täter, der sich von ihm "Vater" nennen lies, hat ihn jahrelang misshandelt und so ist nicht verwunderlich, dass Dante psychisch und physisch gezeichnet ist. Aber er hat auch eine besondere Fähigkeit, die ihm erlaubt Menschen zu "lesen". Dante ist sicher, dass der "Vater" den vermissten Jungen entführt hat, da von ihm sämtliche Spur fehlt. Einzig Colomba glaubt ihm. Beide werden je näher sie der Auflösung kommen von Jägern zu Gejagten.

Meine Meinung
Sandrone Dazieri ist unter anderem Drehbuchschreiber, was man dem Schreibstil des Autors auch ein wenig anmerkt. Viele Szenen konnte ich mir bildlich vorstellen und das Kopfkino war dadurch sehr aktiv.

Mit Colomba und Dante schickt er ein ungewöhnliches Ermittler-Team ins Rennen. Beide haben ein Trauma zu verarbeiten, welches sie jedoch ihr Leben lang begleiten wird. Was Colomba erlebt hat und zu einer Beurlaubung führte, wird zunächst nicht verraten, aber die Erlebnisse von Dante dafür umso mehr offen gelegt. Ich fand seine Figur sehr interessant, gerade auch wegen seiner Fähigkeit Menschen lesen zu können und schon mit wenigen kleinen Details eine Verbindung herstellen zu können. Gleichzeitig hat er jedoch auch etwas liebenswertes an sich und man leidet mit ihm mit, wenn es ihm nicht gut, weil die Ermittlungen viele Erinnerungen in ihm wach rufen, die er lieber verdrängen würde. Bei Colomba hatte ich jedoch so meine Schwierigkeiten. Sie blieb mir bis zum Ende fern und war auch auf Grund ihrer toughen Art nicht wirklich sympathisch.

"In der Finsternis" ist zwar spannend, hat mich jedoch nicht durchgehend an das Geschehen fesseln können. Insbesondere im Mittelteil gab es einige Längen, die das Lesen erschwerten. Auch die Vielzahl an Verschwörungstheorien, waren für meinen Geschmack ein paar zu viel. Das Ende hat mich jedoch mitgerissen, auch weil es mit einer überraschenden Auflösung aufwartet.

Fazit
"In der Finsternis" ist ein guter Thriller, der besonders Lesern gefallen sollte, die außergewöhnliche Ermittler mögen. Spannung und gute Unterhaltung bieten die vielen Wendungen und das überraschende Ende. Ich vergebe eine eingeschränkte Leseempfehlung, da es trotz allem ein paar Längen gab.


Die Schuld der anderen: Roman
Die Schuld der anderen: Roman
von Gila Lustiger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die feine französische Gesellschaft, 23. April 2015
Inhalt
Vor fast 30 Jahren ist in Paris eine Prostituierte ermordet worden. Emilie Thevenin ist Studentin an der Sorbonne, die sich neben dem Studium etwas Geld dazu verdienen wollte. Als Täter wird der Bankangestellte Gilles Neuhart überführt. Er soll Emilie vergewaltigt und mit einem Nylonstrumpf erdrosselt haben, was durch die Techniken der DNA-Analyse zu Tage kommt. Der Redakteur Marc Rappaport geht der Sache nach und beginnt mit seinen Recherchen. Diese fördern nicht nur etwas über das Leben von Täter und Opfer zutage, sondern ziehen auch weitere Kreise. Bald geht es nicht mehr nur um Emilie und Gilles, sondern um einen großen Skandal.

Meine Meinung
Gila Lustiger präsentiert mit ihrem Roman ein Gesellschaftsporträt Frankreichs in den 80er Jahre, welches jedoch auch heute noch von größter Aktualität ist. Dabei gilt ihr Augenmerk denen, die am Rand stehen. Bei den Ermittlungen von Marc Rappaport geht es nicht nur um Mord, sondern um ein Gefüge aus Korruption, Gewalt und unlauteren Machenschaften.

Marc ist der Enkel eines steinreichen jüdischen Geschäftsmanns aus Paris und Journalist aus Leidenschaft. Er schreibt für die von seinem Freund Pierre geleitete Zeitung Reportagen, die schon manchen politisch-gesellschaftlichen Skandal aufgedeckt haben. Wer Marc zum Freund hat, hat es nicht leicht, da er gerne Grenzen überschreitet. Auch eine Beziehung mit ihm zu führen, gestaltet sich schwierig, lässt er doch kaum Nähe zu. Dennoch war er mir sympathisch, weil er den Finger gerne in die Wunde legt und nicht zur Ruhe kommt, bis er nicht auch noch das letzte Puzzle-Teil an den richtigen Platz gesetzt hat.

Die Geschichte um das Mordopfer Emilie führt Marc raus aus Paris in die französische Provinz. Dort geht er einer vielversprechenden Spur nach, die ihn Stück für Stück tiefer in die französische Gesellschaft hineinschlittern lässt, bis er etwas aufdeckt, was ihm den Atem raubt und verdeutlicht, dass er persönlich involviert ist. Die Autorin enthüllt nach und nach einen Teil des Gesamtbildes, welches man in Gänze erst auf den letzten Seiten sehen kann. Und dieses Gesamtbild hat mich tief beeindruckt zurück gelassen. Geld regiert die Welt, auch wenn das Ergebnis noch so erschütternd ist.

Fazit
Gila Lustiger hat mit "Die Schuld der anderen" einen nicht nur unterhaltsamen, sondern auch spannenden Roman geschrieben. Hervorragend recherchiert, mit facettenreichen Charakteren und der Botschaft, dass nicht Gewalt, sondern Mut dazu gehören, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Zumindest so viel Gerechtigkeit, wie es unsere Welt zulässt.


Sei ganz still: Kriminalroman (Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
Sei ganz still: Kriminalroman (Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
von Sebastian Thiel
  Broschiert
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Spannender Noir-Krimi, 23. April 2015
Inhalt
Im Sommer des Jahres 1938: Der Polizist Friedrich Wolf ist Gefangener im Straflager, in dem er unter härtesten Bedingungen und bis zur körperlichen Erschöpfung schuften muss. Doch dann wird er von dem SS-Arzt Kampa herausgeholt, der einen besonderen Auftrag für ihn hat. Er soll dessen Freundin Charlotte in der Düsseldorfer Unterwelt suchen. Wolf beginnt mit der Suche und wird bald selbst zum Gejagten.

Meine Meinung
Sebastian Thiel beschreibt mit seinem Noir-Krimi einen düsteren Teil der deutschen Geschichte, die hervorragend recherchiert, spannend und zugleich unterhaltsam ist.

Sein Protagonist Friedrich Wolf – auch der böse Wolf genannt – ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, der sich in seinem Leben nicht nur Freunde mit seinem speziellen Charakter gemacht hat. Es ist daher nicht verwunderlich, dass er im Straflager landet und dort unter schlimmsten Bedingungen lebt. Aber Wolf hat auch Glück und kann dem Lager entfliehen, wenngleich er dafür natürlich auch eine Gegenleistung erbringen muss. Der SS-Arzt Kampa vermisst seine Verlobte Charlie, die Wolf nun zu finden hat. Wolf begibt sich also auf die Suche und macht dabei eine ungeheure Entdeckung.

Der Autor versteht es den Leser mit in die damalige Zeit zu nehmen und gerade die düstere Stimmung hat ganz besonders dazu beigetragen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Auch wenn ich schon einige Bücher ähnlicher Art gelesen habe, greift Sebastian Thiel in seinem Krimi ein Thema auf, dass ich aus Romanen noch nicht kannte. Die Geschichte endet offen und macht Hoffnung auf eine Fortsetzung mit Friedrich Wolf, der beim genaueren hinsehen gar nicht so böse ist.

Fazit
"Sei ganz still" ist ein packender Noir-Krimi, der ein perfektes Bild der damaligen Zeit liefert und mit einem großartigen Protagonisten versehen ist. Klare Lese-Empfehlung!


Löwen wecken
Löwen wecken
von Ayelet Gundar-Goshen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schuld und Sühne oder die Leiden des Etan Grien, 23. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Löwen wecken (Gebundene Ausgabe)
Einundvierzig Jahre gegenüber einer Minute, und doch hatte er das Gefühl, diese eine Minute enthalte viel mehr als sechzig Sekunden, so wie ein DNA-Molekül den ganzen Menschen in sich barg. Und ja, es machte etwas aus, dass es ein Eritreer war. Denn die sahen ihm alle gleich aus. Weil er sie nicht kannte. Weil Menschen von einem anderen Stern notgedrungen etwas weniger menschlich waren. Zugegeben, das klang furchtbar, aber er war nicht der Einzige, der so dachte. Er war nur der, der zufällig einen überfahren hatte.

Inhalt
Der Neurochirurg Etan Grien lebt mit seiner Frau Liat und den zwei kleinen Söhnen in der Wüstenstadt Be'er Scheva. Nach einem anstrengenden Tag in der Klinik, sitzt er in seinem Jeep, stellt das Radio an und fährt mit überhöhter Geschwindigkeit durch die einsame Wüste. Dabei tötet er versehentlich einen illegalen Einwanderer aus Eritrea. Der Mann hinterlässt keinerlei Spuren an dem Wagen und da ihm Dr. Grien auch nicht helfen kann, lässt er den Sterbenden am Straßenrand liegen. Am nächsten Tag bekommt er Besuch von einer schönen schwarzen Frau. Ein Besuch, der nicht ohne Folgen bleiben wird.

Meine Meinung
Sie steht vor seiner Tür und sagt: " Sie haben ihre Brieftasche verloren". Dies ist der Satz, der Etan Grien und auch den Leser den Atem anhalten lässt. Denn die Frau, die vor seiner Haustür steht, ist die Ehefrau des Opfers. Für ihr Schweigen soll Etan den anderen Einwanderern medizinische Hilfe leisten. Er sieht keinen anderen Ausweg und stimmt diesem Vorschlag zu. Die Nächte verbringt er in einer Werkstatt, die als provisorische Klinik eingesetzt wird und ihn ständig mit seiner Schuld konfrontiert. Etan stößt bald an seine Grenzen, denn seine Arbeit im Krankenhaus leidet darunter und auch seine Frau Liat, die Polizistin ist, schöpft langsam Verdacht. Sie beginnt in dem Fall an dem Mord des Eritreers zu ermitteln und Etan schweigt. Aus Angst, alles zu verlieren, was er liebt. Weil er nicht der wunderbare Mann ist, für den sie ihn gehalten hat.

Fast wider Willen kommen sich Sirkit, die Frau des Opfers, und Etan näher. Zwischen ihnen entsteht eine nahezu unerträgliche Spannung, als beide beginnen übereinander nachzudenken. Sirkit ist einerseits eine starke, wenn auch geschundene Frau aus Eritrea, anhand derer die Autorin auf das Flüchtlingsproblem hinweist. Sie ist zum ersten Mal die Taktgeberin, derer sich Etan zu beugen hat und verändert sich, je mehr sie ihre eigenen Wünsche erkennt.

Ayelet Gundar-Goshen schildert den Alltag der Protagonisten nuancenreich, wenn auch manchmal etwas weitschweifig, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut. Einzig ihre manchmal vulgäre Sprache hat mir weniger gefallen, da sie mich irgendwann einfach nur noch genervt hat. Wie ein Teenager, der cool sein möchte und es leider nicht wird, auch wenn er noch so oft Begriffe aus dem menschlichen Verdauungsapparat wiederholt.

Fazit
"Löwen wecken" ist ein vielschichtiger, intelligenter Roman, der die Frage aufwirft "Was hätte ich in der Situation getan?". Wie die Autorin Antworten darauf findet, ist beeindruckend und sprachgewaltig komponiert. Eine ganz klare Lese-Empfehlung!


Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek: Roman
Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek: Roman
von David Whitehouse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Die zauberhafte Abenteuerfahrt mit dem Bücherbus, 23. April 2015
In jedem Buch gibt es irgendeinen Hinweis auf dein eigenes Leben, sagte
sie. Auf diese Weise sind die Geschichten alle miteinander verbunden. Du
erweckst sie zum Leben, wenn du sie liest, und dann wirst du das, was darin
passiert, auch selbst erleben (S. 73)

Inhalt
Bobby Nusku lebt mit seinem Vater und dessen Freundin Cindy zusammen, nachdem seine Mutter die Familie verlassen hat. Um sie nicht zu vergessen, sammelt er Spuren von ihr, wie Haare und Kleidungsstücke. Außerdem archiviert er viele Begebenheiten, damit sie über alles informiert ist, wenn sie wieder da ist und ihr die Rückkehr erleichtert wird. Bobby ist einsam und hat bis auf Sunny keinen Freund. Als dieser spurlos verschwindet, lernt er Rosa und ihre Mutter Val kennen. Val ist Putzfrau in einem Bücherbus und lehrt ihn, dass er sein Schicksal nicht akzeptieren muss, sondern mutig durchs Leben gehen soll. Als er wieder einmal unter seinem Vater zu leiden hat und auch Val mit Schwierigkeiten konfrontiert wird, beschließen Val, Rosa und Bobby in ein Abenteuer mit dem Bücherbus zu starten. Auf dem Weg lernen sie den sympathischen Landstreicher Joe kennen und auch wenn ihnen schnell die Polizei auf den Fersen ist, ist den Vieren klar, dass sie inmitten der Bücher und auf der verrückten Reise eine Familie gefunden haben, die sie vorher nicht hatten.

Meine Meinung
David Whitehouse wählt einen ungewöhnlichen Beginn für seine Geschichte, denn diese beginnt mit dem Ende: der Bücherbus, in der Gewalt einer Entführerin und eines Häftlings, dazu zwei unschuldige Kinder, steht an einer Klippe und ist umzingelt von Polizeiautos. Doch dies ist mitnichten das Ende. Denn hier macht der Autor einen Cut und führt uns zurück zu dem Ausgangspunkt für die verrückte Reise.

Seit Bobbys Mutter verschwunden ist, erlebt er zu Hause die Hölle. Er wird in der Schule gemobbt und sein einziger Freund Sunny zieht von heute auf morgen mit seiner Mutter weg. Bobby lernt jedoch Rosa und ihre Mutter Val kennen. Als Bobby sich an seinen Mitschülern rächt und der Büchereibus vor dem Aus steht, sodass Val nicht weiß, wie sie zukünftig ihr Leben bestreiten soll, packt sie die Kinder und ihren Hund und die Fahrt geht los. Komplettiert wird die Runde durch Joe, einen Landstreicher, den sie auf dem Weg kennenlernen.

Bücher sind ihr Begleiter auf der verrückten Reise und dienen ihnen manchmal auch als Hilfestellung, wenn sie vor einem Problem stehen. Aber noch viel wichtiger ist das starke Band, dass die vier Menschen vereint und Fremde zu einer Familie werden lässt. Schöner, als David Whitehouse kann man es wohl kaum sagen und so möchte ich folgende Stelle aus Seite 282 zitieren

Familie ist dort, wo man sie findet. Eine Familie muss nicht aus einem Vater, einer Mutter, einem Sohn und einer Tochter bestehen. Familie ist dort, wo es genug Liebe gibt. Und für diese vier war es eben jene ungleiche, außergewöhnliche Gruppe von Menschen

"Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek" ist eine zauberhafte Geschichte über Freundschaft, Familie und Liebe. Wunderschön, ein wenig traurig, aber auch voller Hoffnung, zeigt der Autor was wirklich im Leben zählt. Es ist ein Roman, der zu Herzen geht und mich wunderbar unterhalten hat. Zu Beginn hätte ich nicht gedacht, dass mich das Buch so sehr berühren würde, aber ich habe die Protagonisten so lieb gewonnen, dass ich am liebsten mit ihnen und dem mit Büchern vollgepackten Bus mitgefahren wäre. Und auch wenn das Ende perfekt gewählt ist, möchte ich dennoch auch hier eine Stelle aus Seite 138 zitieren, die wie so viele andere erwähnenswert ist

So etwas wie ein Ende gibt es nicht, sagte sie. Gutes ergibt sich aus Schlechtem und Schlechtes aus Gutem und so geht es immer weiter. Genau wie im Leben. Bücher sind das Leben. Es gibt nicht nur den Teil, den du liest. Sie fangen schon lange vorher an. Und sie gehen danach weiter. Alles geht ewig weiter. Du nimmst nur für ein paar Seiten daran teil, für die Dauer eines winzigen, aus der Zeit geschnittenen Fensters

Fazit
Für "Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek" kann ich nur eine Lese-Empfehlung aussprechen. Jeder der Bücher und Geschichten über Familie und Freundschaften mag, wird dieses hier lieben. Ich habe jede Sekunde auf der verrückten Reise genossen. Steigt ein, schließt die Türen und lasst das Abenteuer beginnen!


Umweg nach Hause: Roman
Umweg nach Hause: Roman
von Jonathan Evison
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Roadtrip zurück ins Leben, 23. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Umweg nach Hause: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Als ich beschloss, mich um Menschen zu kümmern, die weniger Glück im Leben haben als ich, war ich pleite, also bin ich vielleicht nicht gerade Florence Nightingale. Und wenn man bedenkt, was mit Piper und Jodi passiert ist, bin ich vielleicht nicht mal besonders gut dafür geeignet, mich um Menschen zu kümmern. Tatsache ist, dass ich mit neununddreißig und einer Lücke im Lebenslauf, die den Großteil der technologischen Revolution umspannt, überhaupt nicht mehr für viel geeignet bin."

Inhalt

Ben hatte vor zwei Jahren alles, was sich ein Mann wünschen kann. Eine Familie, ein Haus, zwei Kinder – ein glückliches Leben. Doch dann kam es zu einem Ereignis, dass sein Leben aus den Angeln und ihm alles nahm, was ihm lieb und teuer ist. Nun ist Ben persönlich und finanziell am Ende. Er absolviert deshalb einen Kurs in häuslicher Pflege und übernimmt einen Job bei Trevor, der an einer unheilbaren Muskelkrankheit leidet und im Rollstuhl sitzt. Trevors Vater Bob hat direkt nach Bekanntwerden der Krankheit Trevors das Weite gesucht, was ihm weder Trevor noch seine Mutter verzeihen können. Ben hat jedoch Mitleid mit dem Tollpatsch und überredet Trevor seinen Vater zu besuchen. Und das ist der Beginn des Roadtrips quer durch die USA, bei dem die beiden nicht nur seltsamen Typen begegnen, sondern auch von einem braunen Auto verfolgt werden. Nichts läuft so, wie es geplant war und doch wird es für beide die Reise ihres Lebens.

Meine Meinung

Jonathan Evison erzählt in seinem Roman "Umweg nach Hause" eine gleichzeitig heitere wie auch tragische Geschichte von Menschen, die das Schicksal schwer getroffen hat, die voller Schwächen sind und dennoch nicht den Mut verlieren. Im Mittelpunkt stehen der 39jährige Ben und der 19jährige Trev. Ben findet langsam wieder ins Leben zurück, nachdem er alles verloren hat. Nach einem Pflege-Lehrgang nimmt er den Job bei Trevor an, der an Muskeldystrophie leidet und weiß, dass er früh sterben wird. Für mich bilden die beiden ein ähnlich wunderbares Gespann, wie in "Ziemlich beste Freunde". Mit viel Einfühlungsvermögen, Humor und Situationskomik beschreibt Evison den Alltag der beiden und nimmt ihm damit die Schwere, die auf Grund der Krankheit hätte entstehen können.

Als Trevs Vater zu Besuch kommt und versucht wieder gut zu machen, was er direkt nach der Diagnose der Behinderung vermasselt hat, möchten weder Trev noch seine Mutter ihn sehen. Nur durch das gute Zureden von Ben, ändert sich Trevs Meinung und der Roadtrip quer durch die USA beginnt. Dort treffen sie auf die junge Ausreißerin Dot und die hochschwangere Peaches mit ihrem Freund Elton. Die Reise ist für alle etwas besonders und bringt sie einander näher, öffnet aber auch alte Wunden, die nun endlich ein Stück weit heilen können.

In Rückblenden lässt Evison auch Bens Vergangenheit Teil des Romans werden und offenbart häppchenweise, was ihn aus der Bahn geworfen hat. Und das ist schon harter Tobak, den der Autor gelungen in folgende Worte verpackt:

Wer will denn in einer Welt leben, in der das Leid das einzig Beständige ist, einem Ort, wo einem alles, was einem jemals wirklich wichtig war, in einem Augenblick genommen werden kann? Und es wird einem genommen, da braucht man sich gar nichts vorzumachen.

"Umweg nach Hause" ist eines dieser Bücher, bei denen ich nicht so viel erwartet habe und dann doch so reich beschenkt worden bin. Es zeigt, dass man sich nicht mit seinem Schicksal abgeben und dem Leben stellen sollte. Und so hoffe ich, dass vor allem Ben es schaffen wird, nicht nur einfach weiter zu machen, sondern auch wirklich glücklich zu werden.

Fazit

"Umweg nach Hause“ ist ein warmherziger Roman voller Situationskomik. Eine ergreifende, eine rührende Geschichte, die trotz aller Tragik Spaß macht, zu lesen. Leseempfehlung!


Blumentochter: Roman
Blumentochter: Roman
von Vanessa da Mata
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

3.0 von 5 Sternen Lässt mich zwiegespalten zurück, 23. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Blumentochter: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte Angst, mein Körper entstammte nicht dieser Familie und würde tatsächlich niemals erwachsen werden, niemals ihre Formen annehmen. So behielt ich meine Fragen für mich, um weiterhin meine Hoffnung hegen zu können, die Tochter von irgendjemandem zu sein. Eine Blumentochter (S. 40).

Inhalt

Giza lebt gemeinsam mit ihren Tanten Florinda und Margarida in einer kleinen Stadt in den Tropen Brasiliens inmitten von Mango- und Avocadobäumen. Die Blumen aus dem Garten verkauft Giza in der Stadt und erfährt dadurch von Paaren, die ihre Liebe nur im Geheimen ausleben dürfen.

Giza wächst heran und fühlt sich immer mehr wie eine Fremde. Bis sie eines Tages in die Nachbarschaft nach Vila Morena fährt und dort das erste Mal so wie sie ist angenommen wird. Bei einem Fest lernt sie Tito kennen und lieben. Und auf dem Weg vom Mädchen zur Frau erfährt sie auch mehr über ihre Herkunft.

Meine Meinung

Vanessa da Matas hat auf den ersten ca. 100 Seiten eine wunderbare Geschichte geschrieben, die mich sofort in die Brasilianische Flora und Fauna entführt hat. Sie beschreibt diese so farbenfroh und bildlich, dass man z. B. die Mangos förmlich vor sich sieht und riechen kann. Wunderbar formuliert sie schon auf Seite 8, was sie für Blumen empfindet:

Man kann eine Blume nur mit dem Herzen betrachten, eigentlich ist es das Herz, dass sie erkennt. Hätte ich das früher gewusst, es hätte mir weniger ausgemacht, sie alle zu schneiden, ihre dicken Stängel zu kürzen und die kranken Blütenblätter abzurupfen

Und auch die Geschichte um Giza, die bei ihren Tanten aufwächst, hat mir zunächst gut gefallen. Man spürt, dass sie sich fremd fühlt und es ist schön zu sehen, wie sich dieses Gefühl ändert, als sie Vila Morena und dessen Bewohner besser kennenlernt.

Wie war es möglich, dass man sich "völlig unpassend" verhielt und trotzdem glücklich war und sich amüsierte? Dass man das Gefühl hatte, sich ein gutes Lachen verdient zu haben, dass man Hoffnungen hegte, ein Gespräch voller aufregender Worte führte, voll ernstgemeinter, direkter Worte, das man lebte? Vielleicht war es einfach so, wenn man Grenzen übertrat, weil der Leidensdruck zu groß wurde (S. 83)

Doch leider gelingt es der Autorin nicht dieses Niveau zu halten. Ab dem Moment wo Giza sich das erste Mal verliebt und mehr über die Geschichte Vila Morenas und gleichzeitig auch ihre eigene Geschichte erfährt, driftet der Roman in eine Richtung ab, die dazu führte, dass ich zwar nicht abgeneigt war weiterzulesen, aber die Begeisterung merklich sank. Die ohnehin schon blumige Sprache wurde leicht kitschig und als die Sage um die Königin Jade im Fokus stand, wurde es auch immer abstruser und irgendwann einfach zu viel des Guten.

Lobend erwähnen möchte ich jedoch die Gestaltung des Covers, welches auch durch die kräftigen Farben ein echter Hingucker ist.

Fazit

"Blumentochter" ist ein ganz nettes Buch für Zwischendurch, welches mich in der ersten Hälfte noch überzeugt hat, dann aber zu blumig und unglaubwürdig wurde.


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