find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ Mehr dazu Hier Klicken Storyteller AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17
Profil für CulturalNoise OnlineMagazin / cultural-noise.de > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von CulturalNoise ...
Top-Rezensenten Rang: 29.510
Hilfreiche Bewertungen: 324

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
CulturalNoise OnlineMagazin / cultural-noise.de

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-18
pixel
Traumasensibles Yoga - TSY: Posttraumatisches Wachstum und Entwicklung von Selbstmitgefühl (Leben lernen)
Traumasensibles Yoga - TSY: Posttraumatisches Wachstum und Entwicklung von Selbstmitgefühl (Leben lernen)
von Angela Dunemann
  Taschenbuch
Preis: EUR 28,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Basisbuch – ja. Mehrwert zur Yoga-Ausbildung – nein., 22. Mai 2017
Traumasensibles Yoga (TSY) ist ein therapeutischer Ansatz zum Aktivieren individueller Ressourcen. Die Therapiemotivation entsteht durch das Entdecken und Erforschen der eigenen Fähigkeiten und Stärken. Das ist jedoch nicht nur in Bezug auf Traumata so, sondern durchaus auch in allen anderen therapeutischen Bereichen. Ressourcenaktivierung ist ein Grundpfeiler des Yoga und stets im Sinne der Yoga-Philosophie. Dieser Punkt ist also nicht so außergewöhnlich, wie er hier dargestellt wird.

Im Sinne des Yoga bedeutet:
Den Menschen da abzuholen, wo er frei und unabhängig ist.

Dennoch ist das Werk von Angela Dunemann, Regina Weiser und Joachim Pfahl ein solides Arbeitsbuch mit interessanten Fallbeispielen. Allen potentiellen Käufern sollte jedoch bewusst sein, dass Yoga grundsätzlich Atem, Bewegung und Geist beinhaltet und diese drei Elemente in Einklang bringen will. Yoga spricht demnach alle Therapiebereiche an und sollte sich nie nur mit einem Thema – in diesem Fall einem Trauma – befassen.

Ich als Physiotherapeutin und Yoga-Lehrerin würde das Buch nicht kaufen, da es für mich nichts Neues und keinen Mehrwert bietet. Zu empfehlen ist es allenfalls als Lektüre während der Yoga-Ausbildung, wo es als Nachschlagewerk Anwendung finden kann. Wer eine gute und fundierte Ausbildung absolviert und Yoga schon mehrere Jahre praktiziert hat, dem ist all das bekannt. Der hier beschriebene Therapieansatz ist weder bahnbrechend, noch verarbeitet er neue Erkenntnisse. Lediglich die Fallbeispiele sind sehr interessant.

Fazit:
Basisbuch – ja. Mehrwert zur Yoga-Ausbildung – nein.

(Text: AK, Physiotherapeutin & Yoga-Lehrerin)


In seinen Armen: Liebesroman
In seinen Armen: Liebesroman
von Laura Gambrinus
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Ich bin zwiegespalten, 16. Mai 2017
Rezension bezieht sich auf: In seinen Armen: Liebesroman (Taschenbuch)
Eine schlechte Nachricht bringt Sarinas Leben völlig durcheinander. Als sie vom Tod ihrer Großmutter erfährt, reist die junge Dolmetscherin Hals über Kopf nach Italien. Doch aus einem schnellen Hausverkauf wird nichts, denn einer der Bewohner will das Feld partout nicht räumen. Und zu allem Übel wird ihre Gefühlswelt auch noch völlig auf den Kopf gestellt.

Mh ... Also gut. Wie fange ich an? Ich muss leider sagen, ich bin zwiegespalten. Okay, ich habe bisher nur eine Geschichte von Laura Gambrinus gelesen – es war auch nur eine Kurzgeschichte ("Prosecco-Träume" – in der Benefizanthologie "Wie angelt frau sich einen Milliardär?"), die mich aber komplett umgehauen hat, so gut war sie. Danach musste ich unbedingt eine weitere Geschichte dieser wunderbaren Autorin lesen. Meine Wahl fiel auf "In seinen Armen".

Die Autorin hat es ohne Probleme geschafft, dass ich mich in die Protagonistin hineinversetzen konnte. Durch die Ich-Erzählung erfahren wir Leser sehr viel über Sarinas Gefühle, ihre Denkweise und ihr Leben. Ich habe die junge Frau von Anfang an sehr gemocht – vor allem wegen ihres Liebeslebens, aber hier möchte ich nicht zu viel verraten.

So weit, so gut. Doch leider kommt die Geschichte einfach nicht voran. Ich habe mich auf eine Liebesgeschichte gefreut und diese natürlich auch erwartet, doch irgendwie passiert lange Zeit nichts dergleichen. Mir stellte sich dann tatsächlich die Frage, ob ich im Vorfeld irgendetwas falsch verstanden hatte. Doch aufgeben wollte ich auch nicht. Wie gesagt, ich mag Laura Gambrinus und erhoffte mir einen Wandel.

Dann endlich, ab dem 12. Kapitel, ging es mit der eigentlichen Geschichte los. Danach konnte ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Ich war also einigermaßen milde gestimmt. Doch zu früh gefreut. Es betrifft zwar nur die Mitte des Buches, aber was ist da bloß passiert? Ich bin in solchen Dingen nicht sehr kleinlich. Ich kann locker über solche Passagen hinweglesen, doch hier war es selbst für mich zu viel. Rechtschreib- und Grammatikfehler haben mich leider immer wieder aus der Geschichte herausgerissen. Ich musste manche Stellen zweimal lesen, um mich wieder zurechtzufinden.

Doch zum Glück hört das schnell wieder auf und zum weiteren Verlauf kann ich nur sagen: Das ist die Geschichte, die ich erwartet hatte. Textpassagen zum Schmunzeln, feuchte Augen und dann wieder die so typischen und ersehnten Oh-Momente – all das lässt mich diese Geschichte doch wieder lieben.

Fazit:
Laura Gambrinus ist eine Autorin, die ihr Handwerk versteht. Ihr Schreibstil ist gut zu lesen und einfach klasse. Doch leider brauchte sie bei diesem Buch einfach zu lange, um die eigentliche Geschichte in Gang zu bringen. Hätte sie gleich zu Beginn den Schwung hineingebracht und die Schreibfehler in der Mitte nicht gemacht, wäre es ein 5-Punkte-Buch. So jedoch ... leider nicht.
Also, wer über diese Dinge hinwegsehen kann und am Anfang Geduld aufbringt, dem empfehle ich das Buch auf jeden Fall.

Wertung: 3,5 Punkte

(Text: YH)


New York Bastards - In deinem Schatten (NY-Bastards-Reihe 1)
New York Bastards - In deinem Schatten (NY-Bastards-Reihe 1)
Preis: EUR 4,99

5.0 von 5 Sternen Vielschichtiger Thriller mit komplexen Charakteren, 10. Mai 2017
"Gutes und Böses ist in der Natur verwischt, aber nicht in gleichem Maße; des Guten ist weit mehr, des Bösen ist weit weniger. Und selbst das Böse wirkt Gutes oder kommt aus Ursachen, die mehr Gutes als Böses wirken."
(Zitat Buchanfang, Johann Bernhard Basedow)

New York Bastards – so heißt die Debüt-Reihe von K. C. Atkin. Doch anders als der Klappentext uns weismachen will, ist Lissiana Stafford, die weibliche Hauptfigur, KEINE FBI-Agentin. Sie ist Detective der New Yorker Polizei und dort keineswegs gut angesehen. Was dahintersteckt, müsst ihr aber alleine herausfinden.

Dieser erste Teil der Reihe ist ganz großes Kino. Hier gibt es atemberaubende Spannung, dunkle Geheimnisse, eine verbotene Liebe, kompromisslose Verteidigung von Macht und Ehre, blindes Vertrauen, grausame Morde, hilflose Verzweiflung, starke Familienbande, mehr oder weniger loyale Freunde und eine sehr explosive Stimmung – obwohl eher von Schusswaffen, Klingen und den eigenen Fäusten Gebrauch gemacht wird. Von der ersten bis zur letzten Seite hatte mich diese Geschichte fest im Griff. Wer der Killer ist, wurde mir erst in dem Moment klar, als die Autorin seine Identität mit einem eindeutigen Hinweis preisgab.

Die Geschichte ist ein gigantisches, verwirrtes Knäuel aus unzähligen Fäden. Die Handlung und auch die emotionale Ebene sind derart komplex, dass ich bis zum Ende lediglich eine ungefähre Vorstellung der Geschehnisse hatte, die auf mich zukommen würden. Und obwohl es unglaublich viele Charaktere gibt, die alle ihre eigene Agenda haben, wirkt das Buch nicht überladen – im Gegenteil! Die Vielfalt und Vielschichtigkeit machen dieses Debüt zu etwas ganz Besonderem. An vielen Stellen sind die Figuren unberechenbar und alles ist stets von der Konstellation abhängig, in der sie aufeinandertreffen. Jeder einzelne dieser Charaktere ist faszinierend und detailliert ausgearbeitet. Alle haben sie ein starkes Profil, das auch im Gesamtcast völlig stimmig wirkt. Wirklich jede Figur ist hell und dunkel, gut und böse, stark und schwach zugleich – zusammen sind sie ein Meer aus Grautönen.

Ich bin begeistert und noch lange nicht fertig mit der Reihe. Der Veröffentlichung des zweiten Teils fiebere ich schon ungeduldig entgegen. Denn dieser erste Band "In deinem Schatten" ist nur die Spitze des Eisbergs und ein erster Einblick in die New Yorker Unterwelt, die Atkin erschuf. Ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!

Fazit:
Ein großartiges Debüt und packender Auftakt einer Reihe rund um die bösen Buben – und Mädchen – von New York. Ihr seid auf der Suche nach einem vielschichtigen Thriller mit komplexen Charakteren, der das Denken in Schwarz und Weiß völlig aushebelt? Ihr wollt einen Spannungsroman, der außerdem eine verbotene Liebe zu bieten hat, ohne dass es kitschig oder zu soft wird? Kein Problem! Greift einfach hier zu.

Wertung: 5 Punkte

(Text: KR)


Zwei Wochen im Sommer: Roman
Zwei Wochen im Sommer: Roman
Preis: EUR 3,99

3.0 von 5 Sternen Die Romantik kommt zu kurz, dafür sind Ängste u. Zweifel übermächtig, 24. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Zwei Wochen im Sommer: Roman (Kindle Edition)
Ich kenne bisher zwei Romane der Autorin - "Stolen Love" und "Craving for Sex - oder ist es Liebe", das Gemeinschaftswerk von Rose Bloom und D. L. Andrews. Dieser erste Verlagstitel ist schwächer.

Die Übergänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit empfand ich als zu abrupt. Der kurze Abschnitt der Gegenwart am Anfang ist völlig überflüssig und hat mich eher verwirrt, als die Neugierde zu steigern. Ich hatte dadurch lauter Fragen im Kopf: Was ist da passiert? Eben waren Lena und ihre beste Freundin Selina doch noch im Brautmoden-Geschäft und nun, wie aus dem nichts, ist nur noch die Rede von Trennung und Urlaub. Irgendwie habe ich bis zum Wechsel zurück zur Hochzeitsvorbereitung nicht kapiert, dass der Urlaub auch noch Teil der Rückblende ist. Schließlich war der erste Abschnitt davon - überschrieben mit "3 Jahre zuvor" - kursiv gedruckt, der Rest aber nicht mehr. Das hat mich ziemlich durcheinander gebracht. Was vermutlich daran liegt, dass ich den Klappentext vorher nicht gelesen habe - das tue ich nie, bevor ich mit einem Buch beginne. Stattdessen schlage ich die Seiten auf und lese in die Geschichte hinein. Denn sollte ein Roman nicht auch ohne das Wissen aus dem Klappentext eindeutig und verständlich sein?

Die Ich-Erzählerin Lena mochte ich während ihres Urlaubs sehr - na ja, meistens. Auch Selina, Dominik und Milan habe ich sofort ins Herz geschlossen. Eric dagegen ... na, lassen wir das. Was danach jedoch aus der etwas schüchternen, aber offenen jungen Frau geworden ist, die über ihren Schatten springen und ihre Träume leben wollte, weiß ich beim besten Willen nicht. Sie ist einfach verschwunden. Ihren Platz hat ein weinerliches, selbstsüchtiges Biest eingenommen, das bemitleidet werden will und keine Rücksicht auf andere nimmt. Ich nenne so ein Verhalten gerne "Bella-like", denn schon in der Bis(s)-Reihe hat es mich enorm aufgeregt. Dominik bemerkt Lenas Wandel ebenfalls - er hat ja auch am meisten darunter zu leiden. Es gibt eine sehr treffende Textstelle, die ich gerne mit euch teilen möchte:

»Irgendwo muss doch noch die alte Lena sein, deren Augen gestrahlt haben, als sie endlich mal etwas Verrücktes getan hat. Ich mochte sie …«
»Ich mochte sie auch«, erwiderte ich leise. Mit dem Finger hob er mein Kinn ein Stück an.
»Wieso sind deine Augen jetzt so leer?«
(Zitat Kap. 24)

Zum Glück ist die Erzählweise unverändert gut und konnte mich trotz allem mitreißen. Stil und Ausdruck sind besser, geschliffener als bei den Independent-Veröffentlichungen der Autorin. Das Cover ist wunderschön und weckt sofort ein Gefühl von Sommer, Strand und Sonnenschein. Auch die Moral von der Geschichte hat mir gut gefallen - nämlich, dass man für das eigene Glück nur selbst kämpfen kann und dafür auch manchmal gewohnte Pfade und die trügerische Sicherheit verlassen muss. Wie Lena sollten wir uns alle von Zeit zu Zeit fragen, ob das eigene Leben tatsächlich erfüllend ist oder es sich dabei nur um Gewohnheit und den immer gleichen Trott handelt, mit dem wir uns soweit abgefunden haben und zufrieden geben.

Die Thematik Selbstbestimmung vs. Kontrolle von außen und Übergriffigkeit wird ebenfalls behandelt. Lena lässt sich die Entscheidungen gerne abnehmen, weil sie damit in ihrem Privatleben überfordert ist. Das geht gut, bis sie an einen bestimmten Punkt kommt und erkennt, dass sie ihre eigenen Träume verloren hat. Ist es nun zu spät dafür? Ein nervenaufreibendes Hin und Her beginnt, für meinen Geschmack zu dick aufgetragen. Daher eine kleine Warnung: Es gibt Drama, Drama und noch mehr Drama. Dafür kommt das Happy End dann umso plötzlicher.

Ich bin enttäuscht. Dabei hatte "Zwei Wochen im Sommer" so viel Potenzial und hätte ein wirklich gutes Buch werden können. So jedoch hat es mich zwar unterhalten, mich aber mindestens genauso sehr aufgeregt. Bisher durfte ich bei den Titeln der Autorin immer ein Hochgefühl erleben, das es hier einfach nicht gibt. Die Dreiecksbeziehung wird viel zu stark ausgereizt. Dominik mutiert zwischenzeitlich zum Softie, Lena zum Jammerlappen und ... die schöne Stimmung vom Anfang verpufft. Das liegt allerdings nicht allein an dem emotional verkrüppelten Verhalten der Ich-Erzählerin, sondern auch an den fehlenden Beschreibungen. So schön die Urlaubsbilder auch gemalt sind, zurück in Deutschland finden sich kaum noch Eindrücke der Außenwelt in der Geschichte. Das ist so schade, denn der gesamte Fokus liegt nun auf Lenas Zweifeln. Vermutlich sollte der erzählerische "Tunnelblick" Lenas Gemütslage widerspiegeln, aber mir fehlen die Bilder im Kopf.

Etwas Gutes hat dieses ewige Grübeln jedoch, denn Lena beschäftigt sich mit Treue und der Frage, an welchem Punkt Betrug beginnt - erst beim körperlichen Fremdgehen oder schon in Gedanken? Ein wichtiges Thema, das oft viel zu leichtfertig abgetan wird. Anderseits ist es wirklich anstrengend, einer Erzählerin zu folgen, die einfach nicht weiß, was sie will.

Fazit:
Es ist eine Liebes- und Lebensgeschichte, bei der die Ich-Erzählerin an einem Scheideweg steht. Das vorherrschenden Gefühl ist Kummer, doch Verwirrung spielt auch eine Rolle. Es geht um Selbstständigkeit, das eigene Leben, Zukunftsträume, Freundschaften und Liebe. Die Romantik kommt zu kurz, dafür sind Ängste und Zweifel übermächtig. Am Ende trifft Lena zum Glück die richtige Entscheidung. Wer Lust auf eine solche Charakterentwicklung hat, der wird Freude an diesem Buch haben. Wer jedoch auf Herzklopfen und Leichtigkeit hofft, der kann bei den anderen Titeln der Autorin etwas Passenderes finden.

Wertung: 3 Punkte

(Text: KR)


Mein Wille geschehe: Psychothriller
Mein Wille geschehe: Psychothriller
Preis: EUR 11,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychothriller der Extraklasse, 22. April 2017
Psychothriller können ganz besondere Geschichten mit einem undurchsichtigen Verwirrspiel, Spannung, Herzrasen, Nervenkitzel und schockierenden Wendungen sein. Es fasziniert mich, die kleinsten Zeichen und Indizien in meinem Kopf zu sammeln, alle möglichen Interpretationen und Szenarien durchzuspielen und auf der nächsten Seite doch wieder überrascht zu werden. Wenn ein (Psycho-)Thriller genau die Wirkung auf mich hat, gehört er in meinen Augen zu den Top-Vertretern des Genres. Jennifer Benkaus "Mein Wille geschehe" ist definitiv einer davon.

Wo soll ich anfangen? Zum Inhalt ist durch den Klappentext genug gesagt. Wir begleiten die Protagonistin Derya, die verzweifelt versucht, ein "normales" Leben zu führen. Außerdem tauchen wir immer wieder in ihre Erinnerungen ein oder lesen gemeinsam in einem Manuskript. Dieser Schreibstil macht den Roman für mich zu etwas Besonderem. Ich liebe diese Handlungsfetzen, die erst ganz zum Schluss ihren eigentlichen Sinn offenbaren. Ein großartiges Ende übrigens!

Der Anfang hingegen ist sehr viel schwächer. Etwa 20 Prozent des eBooks hat es gebraucht, um mich richtig in den Bann der Geschichte zu ziehen. Zu Beginn ist alles so langsam, erscheint so normal. Nur ist bei Derya eben überhaupt nichts "normal". Es geschieht zwar schon einiges, die Dinge kommen ins Rollen, doch erst nach dieser "Aufwärmphase" geht es so richtig los. Ab diesem Moment konnte ich das Buch nur noch mit größter Mühe aus der Hand legen.

Am Ende – nachdem ich diverse Szenarien durchgespielt, Theorien aufgebaut und wieder eingerissen hatte, mein Herzschlag vom Takt der Worte bestimmt wurde, mein Verstand fest im Griff von Spannung, Verwirrung und Neugierde war – bleibt lediglich eines: ein großes Wow.

Fazit:
Ihr sucht einen Psychothriller der Extraklasse, der so viele Rätsel verknüpft und auf so vielen Ebenen operiert, dass am Ende nur noch sprachloses Staunen, Schock und Bewunderung übrig bleiben? Dann greift zu!

Wertung: 4,5 Punkte

(Text: KR)


Schlaflos in Manhattan
Schlaflos in Manhattan
von Sarah Morgan
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Ein Liebesroman, der zum Lachen und Träumen einlädt, 18. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Schlaflos in Manhattan (Taschenbuch)
Sarah Morgan präsentiert uns mit "Schlaflos in Manhattan" eine wunderschöne und humorvolle Wohlfühllektüre, die definitiv Lust auf mehr macht. Und "mehr" bekommen wir auch, wenn im Juni der zweite Teil der Reihe "From Manhattan with Love" bei Mira erscheint. Aber darauf komme ich später noch zurück. Nun zum Inhalt dieses Buches hier:

Paige Walker hat in ihrem Leben schon so manches Krankenhaus von innen gesehen – um genau zu sein, hat sie fast ihre gesamte Kindheit und Jugend dort verbracht. Doch nun ist Paige erwachsen und gesund. Nur ihre Familie und Freunde scheinen das nicht zu kapieren. Alle wollen sie beschützen und sind überfürsorglich – nur ihre erste Liebe Jake verhält sich anders, er behandelt sie ganz normal. Oder?

Paige und ihre zwei besten Freundinnen Eva und Frankie, die schon ihre Kindheit zusammen auf Puffin Island verbracht haben, wohnen inzwischen gemeinsam im Haus von Paiges Bruder Matt in New York. Dort gibt es mehrere Apartments und eine wundervolle Dachterrasse. Jake Romano gehört ebenfalls zur Clique, er ist Matts bester Freund. Soviel zur Ausgangslage in Paiges Privatleben. Im Job geht es ähnlich familiär zu, denn sie arbeitet mit ihren Freundinnen zusammen in einer Event-Agentur. Es ist also wenig verwunderlich, dass die jüngsten Veränderungen im Arbeitsleben auch Auswirkungen auf ihr privates Umfeld haben.

Ich weiß, das ist eine verhältnismäßig lange Inhaltsbeschreibung für meine Verhältnisse. Aber ich finde es hilfreich, sich schon vor dem Lesen ein Bild dieser Beziehungen zu machen – ich selbst habe nämlich ein wenig gebraucht, um all das in meinem Kopf an die richtige Stelle zu rücken. Die Komplexität der Beziehungsebene ist aber etwas Gutes. Ich liebe diese drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch gemeinsam durch dick und dünn gehen. Ich liebe auch das tolle Verhältnis von Paige und Matt – das ist wahre Geschwisterliebe, auch wenn Matt es mit der "Großer-Bruder-Rolle" etwas übertreibt.

Auch Jake habe ich sofort ins Herz geschlossen. Wie er mit seiner Adoptivmutter Maria umgeht, ist sehr rührend. Zwischen den beiden herrscht Verständnis, Liebe und Respekt. Nur in anderen Beziehungen kann Jake Liebe einfach nicht akzeptieren. Warum? Das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Schon in diesem ersten Band der Reihe kann der aufmerksame Leser erfahren, wie es mit Frankies und Evas Liebesleben weitergeht. Ihre Geschichten erscheinen noch im Jahr 2017 – Frankies im Juni, Evas im Oktober. Im Original besteht die Reihe aus sechs Bänden plus Prequel. Es werden also nicht nur die drei Freundinnen ihr Glück finden. Wer "Schlaflos in Manhattan" liest, der kann erahnen, was im Prequel geschieht, aber eine deutsche Übersetzung gibt es noch nicht. Auch der Name der Heldin des vierten Bandes – Molly – fällt bereits. Ihre Geschichte dürfen wir dann 2018 lesen, ebenso wie die Bände fünf und sechs. Diese Querverweise haben mir sehr gut gefallen.

Was ich auch mag, ist Humor. Und den gibt es hier zum Glück zuhauf. Was habe ich gelacht! Und dann die Wortgefechte – köstlich! Natürlich wird es auch sehr emotional. Doch vor dem Happy End haben Paige und Jake noch einiges in Ordnung zu bringen. Altlasten spielen eine Rolle; Stolz, Angst und Beschützerinstinkt ebenfalls. Was mich ein wenig gestört hat, war das "Herumreiten" auf Paiges Wunsch nach Unabhängigkeit. Hier hat die Autorin – für meinen Geschmack – etwas zu dick aufgetragen. Was übrigens auch für das Happy End gilt.

Eine weitere Sache, die mich sogar sehr stört, ist das schlechte Korrektorat – mal wieder. Und mal wieder bei einem Verlagstitel. Das ist für mich insofern schlimm, als dass es den Lesefluss stört. Immer wieder schleichen sich zusätzliche Worte in die Sätze und sorgen dafür, dass diese beim ersten Lesen so gar keinen Sinn ergeben. Das sorgt für Stocken, Verwirrung, wiederholtes Lesen, Verwirrung, wiederholtes Lesen und dann endlich für Verstehen. So etwas ärgert mich ungemein, weil auf diese Weise aus einem lockereren, witzigen Satz die gesamte Leichtigkeit verschwindet.

Richtig gut finde ich dagegen die vielen – fast philosophischen – Lebensweisheiten, die in dieser Geschichte stecken. Neben den tollen, oft tiefgründigen Dialogen sind auch Zitate der drei Freundinnen am Anfang jedes Kapitels zu finden. Ihr wollt Beispiele? Sollt ihr haben!

Auf der Karriereleiter musst du immer davon ausgehen,
dass dir jemand unter den Rock schaut. –Paige
(Zitat Kapitel 1)

Manchmal muss man seinen Stolz herunterschlucken.
Er hat keine Kalorien. –Eva
(Zitat Kapitel 6)

Toll, oder?

Fazit:
Sarah Morgan beherrscht es, locker-leichte, humorvolle Lektüre mit gefühlvollen, tiefgründigen Elementen zu verflechten. Das Ergebnis ist ein Liebesroman, der zum Lachen und Träumen einlädt. Ein paar Schwächen gibt es zwar, aber das ist zum Glück nicht allzu schlimm. Mich hat "Schlaflos in Manhattan" wirklich gut unterhalten.

Wertung: 4 Punkte

(Text: KR)


Love Story
Love Story
von Erich Segal
  Audio CD
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Ganz anders als erwartet, 15. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Love Story (Audio CD)
Love Story – eine der größten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts. Und doch hatte ich mich bisher weder mit dem Buch, noch dem Film beschäftigt. Da kam mir die Hörrunde zur ungekürzten Lesung von Mark Waschke gerade recht. Es wurde ja auch endlich einmal Zeit, sich der Geschichte von Jennifer und Oliver zu widmen.

Was kann ich nun also zur "Love Story" von Erich Segal sagen? Zuerst einmal, dass sie ganz anders ist, als ich erwartet hatte. Anstelle von Schmetterlingen im Bauch und Emotionalität bekommen wir ... Humor. Das ist kein Scherz! Ich habe enorm viel gelacht und geschmunzelt, mich an den sarkastischen und schlagfertigen Worten erfreut. Doch ich habe die große Liebe nicht gespürt. Kein bisschen. Bis zum bitteren Ende – dort änderte sich alles.

Mit der Dramatik ist es auch nicht weit her. Sicher, das Paar hat es nicht leicht, als sich Olivers Eltern gegen die Verbindung stellen und die jung Verliebten plötzlich ohne das Geld der Barretts auskommen müssen. Jennys Vater kann ihnen in finanzieller Hinsicht auch nicht unter die Arme greifen. Er ist selber arm. Doch auch die Not ist nicht zu spüren. Der Ich-Erzähler Oliver wirkt distanziert, umreißt die Geschehnisse nur. Er hat jede Menge spitze Bemerkungen parat und auch Jenny ist enorm schlagfertig und teils sehr bissig. Ihre Unterhaltungen sind köstlich und haben mich wirklich amüsiert. Nichts da mit Drama, es bleibt seichte Unterhaltung.

Erst im letzten Hörabschnitt – er umfasst die Tracks 40 bis 53 – ändert sich die Stimmung grundlegend. Jennifers Erkrankung wird durch Zufall entdeckt und alle Leichtigkeit ist plötzlich verschwunden. Auf einmal sind da auch tiefere Gefühle, die sich bis zum Ende hin immer weiter steigern. Zum Schluss habe ich sogar Tränen in den Augen, weil alles so traurig ist. Und schön. Und so anders als der fröhliche, distanzierte Rest des Hörbuchs.

Nun verstehe ich, weshalb der Autor die heitere Stimmung gewählt hat. Oliver berichtet nach Jennifers Tod von ihrer Beziehung. Er musste ihr versprechen, ein "lustiger Witwer"zu sein und das versucht er verbissen. Er überdeckt seine Trauer mit Sarkasmus. Das gelingt ihm so gut, dass ich – wie gesagt – sehr viel lachen musste und ihre Geschichte kaum ernst nehmen konnte, obwohl sie eigentlich als "tragische Liebe" bekannt ist. Kein Wunder auch, dass Oliver so distanziert klingt. Versucht er doch mit allen Mitteln, eben nicht zu fühlen, um für Jenny stark zu sein.

Mark Waschke macht einen großartigen Job und greift die Stimmung Olivers perfekt auf. Das Ende hat meine ganze Sicht auf die Geschichte und das Hörbuch verändert. Auf einmal finde ich das großartig, was mich bis dahin gestört hat. Auf einmal ergibt alles Sinn. Bis zum Schluss konnte ich nicht verstehen, warum die "Love Story" ein so gefeiertes Buch ist. Inzwischen denke ich anders darüber.

Weil aber erst ganz zum Schluss alles stimmig erscheint, kann und will ich nicht die volle Punktzahl vergeben. Wenn 4/5 der Geschichte nur "ganz nett" sind, ist lediglich eine 4-Punkte-Wertung angebracht. Ein weiterer Grund ist das Tempo der Erzählung – ich meine nicht die Lesung, sondern das gelesene Buch. Ich kann kaum glauben, dass es sich bei der Hörbuch-Produktion des Argon Verlages tatsächlich um eine ungekürzte Version handelt. Alles geht sehr, sehr schnell. Es gibt viele Zeitsprünge und selbst wichtige Themen werden nur kurz angerissen. Aber das Ende versöhnt.

Fazit:
Die große "Love Story" ist gar keine so große Liebesgeschichte. Zumindest fühlt es sich so an. Erst zum Schluss wird aus einer distanzierten, humorvollen Erzählung etwas Dramatisches, etwas Echtes. Wer mitfühlen will beim Verlieben, wer Schmetterlinge im Bauch sucht, der wird hier nicht fündig werden. Wer sich aber für sarkastische Schilderungen und schlagfertige Erwiderungen begeistern kann, sollte zugreifen. Und das Ende lässt alles in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Wertung: 4 Punkte

(Text: KR)


Act of Love
Act of Love
von Jane Christo
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

5.0 von 5 Sternen Vielen Dank für dieses tolle Leseerlebnis!, 13. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Act of Love (Taschenbuch)
Hach, ist das ein schönes Ende! Ich liebe es, wie auf den letzten Seite alle Fäden zusammenlaufen und jede der Verwirrungen aufgelöst wird. Und die Figuren haben ja wirklich auch genug durchgemacht, um an diesen Punkt zu kommen.

Nach den Geschehnissen des ersten Bandes "Act of Passion" ist Maya tief verletzt. Avery tritt in den Hintergrund, Carter hingegen ist sehr präsent. Wie der Titel schon vermuten lässt, wird in diesem zweiten Teil der Dilogie die Leidenschaft von Liebe abgelöst. Die Geschichte ist viel tiefsinniger und dennoch gibt es einen tollen Spannungsbogen - der letztendlich beide Bände umspannt.

Die Handlung ist stimmig, die Entwicklung der Charaktere enorm. Und ich muss gestehen, dass Mayas Beziehung zu Avery absolut notwendig war, um die Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Ich bin zwar nach wie vor kein Avery-Fan, muss ihm aber zugutehalten, dass auch er sich weiterentwickelt hat. Dann besteht für ihn also doch noch Hoffnung. ;)

Die Autorin gewährt uns hier nun auch Einblicke in Carters "dunkle Seite". Im ersten Teil wirkte er eher wie der "Saubermann" schlechthin - in krassem Gegensatz zu Avery. Hier bekommt er mehr Profil, darf seine Vielschichtigkeit beweisen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Maya erlebt zum ersten Mal in ihrem Leben Leichtigkeit in einer Beziehung. Die gefühlvolle Liebesgeschichte ist wunderschön - endlich. Wie Maya ihre Kunst neu entdeckt und lernt, damit Gefühle auszudrücken, hat mich sehr berührt. Aber keine Sorge, es geht weiterhin heiß her. Die erotischen Momente werden lediglich auf eine andere Ebene gehoben, sie sind jetzt leidenschaftlich UND liebevoll.

Auch der Nervenkitzel ist nach wie vor Teil der Geschichte. Dieser zweite Band steht dem ersten in nichts nach. Die Mafia bekommt sogar einen Gastauftritt. Die politische Lage hat sich noch lange nicht entspannt und schaukelt sich immer weiter hoch - bis zum großen Showdown.

Ich liebe die Gegensätze der beiden Bücher, die diese Reihe zu etwas ganz Besonderem machen. Vielen Dank für dieses tolle Leseerlebnis!

Fazit:
Dieser zweite Teil von Mayas Geschichte ist gefühlvoller, aber nicht weniger spannend und ebenso heiß wie der Vorgänger. Lest ihn! Und freut euch auf Averys Spin-off.

Wertung: 5 Punkte

(Text: KR)


Act of Passion
Act of Passion
von Jane Christo
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

4.0 von 5 Sternen Ich habe mitgefiebert, gehofft, gelacht, geweint, 13. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Act of Passion (Taschenbuch)
Was soll ich sagen? Ich bin ein echter Jane-Christo-Fan, auch diese Serie gehört zu meinen Favoriten.

Es ist die Geschichte von Maya, einer Mittzwanzigerin, deren Leben bislang nicht wirklich gut verlaufen ist. Sie jobbt in einer Bar und weil das Gehalt dort zum Leben nicht reicht, steht sie außerdem ihrem Ex-Dozenten vor der Kamera Modell. Doch Logan Cooper ist nicht nur ein bekannter Fotokünstler, sondern auch ihr Freund - ein Freund, um genau zu sein. Maya hat nicht viele Freunde und sie legt großen Wert darauf, dass es auch so bleibt. Freundschaft bedeutet Nähe, Nähe setzt Vertrauen voraus und Vertrauen kann Maya nicht schenken.

Die Ausgangssituation scheint uninspiriert, doch der erste Eindruck täuscht gewaltig. Spätestens als klar wird, dass der Titel "Act of Passion" keinesfalls zufällig oder wegen der Poesie der Worte gewählt ist, und Avery Cunningham, Bostons Topanwalt, auf den Plan tritt, ist nichts mehr 0-8-15. Der Gute will Maya in seinem Bett und zieht sie hinein in einen Sumpf politischer Intrigen. Dann ist da noch Carter Lawson, der Chef einer Sicherheitsfirma, der regelmäßig wie aus dem Nichts in Mayas Nähe auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Wer ist wohl sein geheimnisvoller Auftraggeber und was genau soll Carter für ihn herausfinden? Natürlich ist das alles noch nicht genug, denn die größte Bedrohung aus Mayas Vergangenheit steht plötzlich wieder direkt vor ihr.

Ich glaube, nun ist klar, dass "Act of Passion" keine klassische Lovestory ist. Eigentlich ist es überhaupt keine Lovestory. Das kommt später, dafür ist der zweite Teil der Reihe vorgesehen. Hier werden die Charaktere eingeführt, wir erfahren, wer sie sind und wer sie waren. Der Crime-Anteil ist hoch und auch an expliziten Szenen mangelt es nicht. Wir begleiteten Maya bei ihrer seelischen Gesundung, erleben mit ihr das Erwachen von Gefühl und Leidenschaft. Zwischendurch erhaschen wir kurze Einblicke in das Denken und Fühlen von Carter, obwohl er in diesem Band nur eine Nebenrolle spielt. Insbesondere die Charakterentwicklung von Maya ist sehr gut beschrieben und authentisch. Auch wenn ich sie unglaublich oft verwünscht habe für ihr Handeln, ist sie doch sympathisch und ich habe sie schon am Anfang ins Herz geschlossen. Alles, was geschieht, womit sie fertig werden muss, wurde auch zu meiner Herzensangelegenheit. Ich habe mitgefiebert, gehofft, gelacht, geweint. Großartig, dieser Schreibstil.

Mit Avery tat ich mich schwer, er ist ja auch ein Kapitel für sich. Gut, dass er noch eine eigene Geschichte bekommt, dann darf auch er sich ein wenig weiterentwickeln. Das Buch "Avery - Act of Pride" soll im Juni 2017 erscheinen und ist als Spin-off und Stand-alone angelegt. Ich persönlich bin aber der Meinung, dass die Lektüre des Zweiteiler über Averys Vergangenheit mit Maya das Lesevergnügen seiner eigenen Geschichte noch erhöhen wird. Denn hier erfahren wir schon viel über seine Vergangenheit und Ambitionen. Und obwohl ich ihn und seine Art oft verflucht habe, ist er kein schlechter Mensch. Er ist ein Musterbeispiel dafür, welchen Schaden falsche Berater anrichten können.

Überhaupt ist hier keiner der Charaktere schwarz oder weiß. Das liebe ich so an den Romanen von Jane Christo aka Christine Thomas - sie zeigen uns die Charaktere in all ihren Facetten, verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse, kommen ganz ohne Vorurteile aus. Auch Schwäche und Stärke, Macht und Unterlegenheit sind keineswegs klar abgegrenzt. Ich finde das toll.

Wer die Autorin kennt und ihren Stil mag, wird auch Mayas Geschichte verschlingen. Mir jedenfalls ging es so. Dieser erste Teil der Dilogie endet an einem Wendepunkt, der zweite wird Fragen beantworten und Klarheit bringen. Das hoffe ich zumindest. Da ich aber mit Avery wirklich auf Kriegsfuß stand und auch Maya liebend gern gepackt und wachgerüttelt hätte, gibt es nicht die volle Punktzahl. Der zweite Teil "Act of Love" wird dieses "Manko" sicher beheben.

Fazit:
Wie kann ich dieses Buch wohl am besten beschreiben? Es ist sehr vielschichtig und einfühlsam geschrieben, der Plot ist ... spannend, sinnlich, schockierend, erotisch, korrupt, temporeich, mörderisch. Die Grundstimmung soll im zweiten Teil der Reihe jedoch umschlagen.

Wertung: 4,5 Punkte

(Text: KR)


Die Prinzessin von New York (Die Prinzessin von New York 1)
Die Prinzessin von New York (Die Prinzessin von New York 1)
Wird angeboten von Audible GmbH

5.0 von 5 Sternen Underground-Charaktere mit großem Mundwerk, 8. April 2017
Großartig!
... das ist das erste, was mir nach 8 1/2 Stunden Hörbuch-Vergnügen einfällt.

Dass Jane Christo das Schreiben von packenden außergewöhnlichen Romanen raus hat, war mir bereits beim ersten Teil ihrer Blanche-Trilogie klar. Auch von diesem ersten Band rund um die Mafiaprinzessin Skyler Rossi bin ich begeistert. Das ist Jane Christo in Hochform: unkonventionell, direkt, sarkastisch, temporeich, kreativ und vor allem voller Gefühl und Liebe zum Detail. Eben so, wie wir sie und ihre Werke kennen und lieben.

Die Geschichte spielt in L. A. und wir befinden uns mal wieder mitten im Mafia-Milieu. Anders als bei "Blanche" jedoch bewegen wir uns dieses Mal nicht in paranormalen Kreisen. Für die Spannung sorgen hier mörderische Familiengeschichten, Waffen, Fights und Computerviren - und eine Lovestory à la Romeo und Julia. Natürlich geht es in typischer Christo-Manier auch heiß her, wenn Skyler aka Kylie aka BytMe und Julin aka J aka The Killer zueinanderfinden. Doch bei all der Erotik und Gewalt geht es für Skyler letztendlich um etwas Existenzielles: Freiheit und Selbstfindung.

Die Lesung transportiert all das perfekt. Die Sprecherin Eni Winter verleiht hierbei abwechselnd Skyler und Julin eine Stimme. Nicht nur die Figuren wechseln, sondern auch die Erzählsituation: Kaum wird aus Julins Sicht berichtet, wandelt sich die Ich- in eine Er-Erzählung. Winter greift grandios die Emotionen der beiden Protagonisten auf und legt so viel Gefühl und Betonung in jeden einzelnen Satz, dass es leicht ist, sich ganz auf die Geschichte einzulassen. Vielen Dank für dieses Hörvergnügen - und dann auch noch in ungekürzter Fassung.

Fazit:
Wer interessante, vielschichtige Underground-Charaktere mit großem Mundwerk und schier unerschöpflichem Kampfgeist mag und gleichzeitig auf Lovestories mit Happy End steht, sollte sich "Die Prinzessin von New York" nicht entgehen lassen - egal ob als Print, Kindle oder Hörbuch. Einfach zurücklehnen und abtauchen in eine Welt fernab der Legalität. Wer danach noch Lust auf eine Fortsetzung mit Skyler, der Mafia und ihrer verkorksten Familiengeschichte hat, darf sich auf "Die Queen von Manhattan" freuen.

Wertung: 5 Punkte

(Text: KR)


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-18