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Rezensionen verfasst von
Dr.med.Christoph Biermann, Tübingen

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Das Freud-Museum in London: Ein Führer durch Maresfield Gardens 20 (Bibliothek der Psychoanalyse)
Das Freud-Museum in London: Ein Führer durch Maresfield Gardens 20 (Bibliothek der Psychoanalyse)
von Das Freud-Museum (Hg.)
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die ästhetische Faszination des Sigmund Freud., 25. November 2010
Endlich können wir auch in deutscher Sprache und aus der Ferne mit Hilfe dieses Buches Freuds Ort der Zuflucht vor der Shoah besuchen, in das er - spezifisch dank Marie Bonaparte und ihrer fordernd-diplomatischen Kontakte - seine persönliche Habe, Schriften, Möbel, Bücher, Antiken-Sammlung usw. mitretten konnte. Der "Führer" betont die ästhetische Faszination in Leben und Werk des Begründers der Psychoanalyse. Nach der Ankunft in England Juni 1938 lebte Freud vom Sept. 1938 bis zu seinem Tod am 23.9.1939 hier mit seinen nächsten Angehörigen. Er arbeitete in seinem gewohnten Ambiente - Couch und Sessel - mit Analysanden bis zum Juli 1939 und hinterliess zwei unvollendete Schriften. Sein Wunsch "to die in freedom" erfüllte sich. Haus, Garten und Interieur blieben weitgehend bis heute erhalten in Obhut einer Stiftung. Verfasser des Bandes sind fünf Mitarbeiter des Freud-Museums, darunter der Forschungsdirektor Michael Molnar. Die Übersetzung stammt von Udo Germer, der für Aktualisierungen gegenüber dem 12 Jahre alten englischen Original sorgte. Mir scheint die Interpretation der Autoren von Freuds Existenz im London im Vergleich zu Wien (s. E.Engelman:"Berggasse 19",1977)bemerkenswert:"Wien ist eine Art Fegefeuer, durch das er hindurch muss und gegen das er ankämpfen muss, es ist eine Zerreißprobe, die ihm von seinem Vater aufgebürdet wurde. Es ist der Ort, wo er sich als Mann bewähren und sich gegen alle Schwierigkeiten, gegen Widerstand, Ignoranz und Antisemitismus durchsetzen muss. In seinen Gedanken aber existiert weiterhin die Fantasie des Englandbildes als ein freundlicher Ort, wo die Dinge besser sind, wohin sein bester Spielkamerad gegangen war und wo die ganze Familie wieder vereint sein könnte"(S. 25).Als 19-jähriger Student hatte Freud 1875 erstmals England und seine Verwandten in Manchester besucht. Darüber schrieb er am 9.9.d.J.an Eduard Silberstein:"Ich darf gerade heraussagen, dass ich dort lieber wohnen würde als hier, trotz Nebel und Regen, Trunkenheit und Konservatismus. Viele Eigentümlichkeiten des englischen Charakters und des Landes...stimmen mit meiner Natur sehr gut zusammen." 11 Kapitel geleiten durch die Räume des Museums. Angaben zu Freuds Biographie und Werk, drei Chronologien zu Freud, seiner Tochter Anna, zur allgemeinen Geschichte und Literaturangaben ergänzen das Buch zu einem handlichen Kompendium. Mir ist besonders aufgefallen die Auseinandersetzung mit Freuds Sammelleidenschaft, die er nicht analysierte, dazu aber in Briefen assoziierte. Die Sammlung, bevorzugt aus dem klassischen Altertum, umfasste 1939 über 2000 Objekte und war überwiegend in seinem Arbeits- und Behandlungsraum,darunter auf seinem Schreibtisch, aufgestellt. Hier kommt - neben methodischen Analogien von Archäologie und Psychoanalyse - offenbar Freuds leidenschaftlich ästhetisches Interesse zum Ausdruck. Bekanntlich umfasst die freud'sche psychoanalytische Methode einerseits "freie Assoziationen" des Analysanden, andererseits die "gleichschwebende Aufmerksamkeit" und "Deutungskunst" des Analytikers. Die ästhetisch-optisch in Freuds "psychoanalytischen Räumen" dominierende "Sammlung" dürfte ein zum psychoanalytischen Abenteuer der beiden Menschen ermutigendes, inspirierendes Klima begünstigt haben, wie dieser Begleiter durch das Freud-Museum nahelegt.


Der energethische Imperativ: 100% jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist
Der energethische Imperativ: 100% jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist
von Hermann Scheer
  Gebundene Ausgabe

29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vermächtnis nüchterner Hoffnung für unsere Zeit der Verwirrungen, 20. November 2010
Mit diesem Buch hat sich Hermann Scheer von uns - leider viel zu früh - verabschiedet. Es ist sein handfestes Testament für eine menschlich-begrenzte Zukunft auf dem Planeten Erde anhand nüchterner Argumente. Der Autor schreibt sich unserem Gedächtnis ein als universal-politischer Mensch deutscher Herkunft, auf den wir auch ein wenig stolz sein dürfen. Freilich: Dieses Buch ist keine neue Bibel mit göttlichen Offenbarungen, sondern ein bescheiden bohrender Beitrag zu Erhaltung der für uns Menschen nötigen ENERGIE, physikalisch,biologisch, ökologisch, ökonomisch, politisch, philosophisch-ethisch und psychologisch-psychoanalytisch und nicht zuletzt für den all-täglichen Mut zur Tat, den Schritt in die Zukunft, verbunden mit den Lehren der Trauer aus schmerzenden Erkenntnissen unseres häufigen Scheiterns in der Vergangenheit....Damals die Sirenengesänge vom "Turm zu Babel", heute die betäubende Propaganda von "Atomenergie für Krieg und Frieden"... und von verführerischen "Grossprojekten" zu Lande, zu Wasser, unter der Erde und in der Luft im modernen Utopia! Der Autor spricht in seiner ernüchternden Besorgnis einerseits persönlich zugunsten aller Kinder und Kindeskinder für ein warmes Zimmer im Winter und eine warme Mahlzeit jeden Tag, anderereits analytisch global-politisch für ein gesellschaftliches Leben, das entschieden mehr als bisher an der Verminderung der buchstäblich vor Hunger und Durst schreienden Ungerechtigkeiten unserer Gegenwart arbeitet. Das Buch ist keine Bibel, aber es verlangt wie jenes alte und neue Testament die Mühe des kritisch-aufgeschlossenen Lesens, des desillusionierenden Nachdenkens um willen erfolgreichen Handelns: Tua res agitur - jedermann und -frau sei tätig auf seine und ihre Weise und möglichst politisch-gemeinschaftlich aktiv zur Sicherung der uns Menschen not-wendigen ENERGIE für Humanität, Kultur, Vernunft und nicht zuletzt - möchte ich sagen - für wahrhaftige und wohlwollende zwischenmenschliche Beziehungen trotz aller vermeidbaren und unvermeidbaren Grenzen, Verwirrungen und Konflikte - "trotz Hölle, Tod und Teufel" sagte man früher: Variationen desselben Themas, die uns Menschen bis auf weiteres leider nicht erfreuen. Gleichwohl hat die Lektüre von Hermann Scheers "energetischem Imperativ" bei mir eine nachhaltig-bewegende Freude aufkommen lassen. Davon wünsche ich mir mehr bei unseren massgebenden Politikern und Politikerinnen aller Richtungen, denen ich dieses Werk daher ausdrücklich auch ans Herz legen möchte, damit spezifisch sie - wie wir alle im Bann der "Beschleunigung"(Hartmut Rosa 2005) gefangen - etwas mehr vor ihrer Berufskrankheit des "rasenden Stillstandes" Schutz suchen und finden.


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