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N. Rauh

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SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet -  - und was wir dagegen tun können
SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet - - und was wir dagegen tun können
von Michael Winterhoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert!, 11. November 2013
Der Autor hat in seinem ersten Band „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ anschaulich und nachvollziehbar dargestellt, wie die auffälligen Verhaltensweisen einer zunehmenden Anzahl von Kindern erklärbar sind. Dieser Band enthielt jedoch noch keine Hinweise, ob in der Schule überhaupt und wenn ja, welche Möglichkeiten bestehen, diesen Kindern zu helfen. Darauf gibt der inzwischen 5. Band des Autors „SOS Kinderseele“ eine überzeugende Antwort und kann daher jeder Erzieherin und jeder Lehrkraft sehr empfohlen werden.
Zu Beginn schildert der Autor an einem drastischen realen Fall, wohin Fehlentwicklungen führen können, wenn Entwicklungstörungen nicht rechtzeitig erkannt und angegangen werden. Im Verlaufe dieses Beispiels klagt er an, dass in vielen ähnlich gelagerten Fällen nicht die Ursachen sondern die Symptome im Blick sind und daher kein nachhaltiger Erfolg erreicht werden kann.
Seine langjährigen Erfahrungen als Kinderpsychiater haben ihn zu der Erkenntnis gebracht, dass die betroffenen Kinder in einer frühen Entwicklungsphase stecken geblieben sind. Insofern betrachtet er die betroffenen Kinder auch nicht als erkrankt, sich verweigernd, unerzogen oder frech, sondern als Kinder, die sich nicht entwickelt haben, weil sie sich nicht entwickeln konnten.
Was der Autor unter dieser nicht altersgemäßen Entwicklung versteht, beschreibt er im 2. Kapitel „Die emotionale und soziale Entwicklung der menschlichen Psyche“. Anhand einer umgekehrten Pyramide werden die psychischen Entwicklungsstufen von der Geburt bis zum Alter von 16 Jahren in Kombination mit der wachsenden Wahrnehmung dargestellt. Diese Darstellung ist ein sehr hilfreicher Maßstab bei der Beobachtung und Einschätzung kindlicher Verhaltensweisen. Anhand dieses Maßstabes kann das gezeigte Verhalten dem Verhaltensmuster eines bestimmten biologischen Alters zugeordnet werden. So lässt diese Darstellung deutlich werden, dass viele Kinder emotional in einem frühkindlichen Reifezustand verharren und sich entsprechend diesem Reifezustand verhalten.
In den folgenden Kapiteln fasst der Autor Ausführungen aus den vorangegangen vier Bänden zusammen und erklärt in verständlicher Form, warum sich die Psyche vieler Kinder nicht mehr weiter entwickelt hat, sich nicht weiter entwickeln konnte bzw. sich nicht weiter entwickeln kann. Die Auswirkungen dieser Entwicklung werden immer wieder durch Interviews mit an Erziehung und Ausbildung Beteiligten aufgezeigt.
Für den Autor kann eine unterentwickelte kindliche Psyche durch geeignete Maßnahmen nachreifen. Aus seiner Sicht müssen und können alle an der Entwicklung des Kindes Beteiligten dabei mithelfen. Besonders gefordert sind Erziehrinnen in den KITA und Grundschullehrkräfte. Ihnen kommt besondere Bedeutung zu, da das Nachreifen in jungen Jahren besser und einfacher gelingt als zu späteren Zeitpunkten.
Dem Autor ist es ein besonderes Anliegen, möglichst viele Erzieherinnen und Lehrkräfte davon zu überzeugen, dass die Hauptproblematik in einer nicht altersgemäß entwickelten Psyche besteht und er besonders diese Expertengruppe als Hilfe beim Nachreifen der Psyche gewinnen möchte. Konsequent bewertet er pädagogische Ideen und Arbeitsweisen in KITA und Grundschule vor allem im Hinblick auf ihre Auswirkung auf die unterentwickelte kindliche Psyche. Es ist davon auszugehen, dass diese Passagen zumindest Widerstände hervorrufen werden, zumal jemand etwas kritisiert und gleichzeitig zugibt, auf diesen Gebieten kein Experte zu sein.
Auf diesen Gebieten muss der Autor auch kein Experte sein. Er analysiert die Anforderungen und legt als Maßstab die Entwicklungspyramide an: Ist ein Kind auf der Entwicklungsstufe X in der Lage, Anforderung Y erfüllen zu können? Oder viel bedenklicher: Wie wirkt sich Anforderung Y auf die Entwicklungsstufe X aus?
Das vorliegende Buch wird in den Reihen der Erzieherinnen und der Grundschullehrkräfte vermutlich heftige Diskussionen auslösen und hoffentlich dazu führen, das eigene Tun im Hinblick auf die Entwicklung der kindlichen Psyche kritisch zu hinterfragen. Das ist vor allem dann geboten, wenn man dem Autor folgt und akzeptiert, dass immer mehr Kinder in KITA und Grundschule eine nicht altersgemäß entwickelte Psyche haben.
In der Pädagogik sind im Laufe der Jahrzehnte Ideen entwickelt und ohne verlässliche Prüfung allgemein übernommen, angewandt und nachdem sie genügend Schaden angerichtet hatten, auch wieder verworfen worden. Im Hinblick auf die sich drastisch veränderten Bedingungen im Hinblick auf kindliche Entwicklung und daraus resultierendem Leistungsvermögen sind es die Vorschläge des Autors wert, in der Praxis überprüft zu werden. In Anbetracht der pädagogischen Freiheit einer jeden Lehrkraft ist der Rahmen dafür in jedem Fall gegeben. Insofern gehört zur Umsetzung nicht Mut, sondern nur die Bereitschaft, die eigene Praxis kritisch zu hinterfragen: „Dienen meine pädagogisch-didaktischen Vorstellungen und deren Umsetzungspraxis der Entwicklung der kindlichen Psyche und nachgeordnet der Lernentwicklung?“


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