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zeilensprung

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Ex Libris: Bekenntnisse einer Bibliomanin
Ex Libris: Bekenntnisse einer Bibliomanin
von Anne Fadiman
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Essayistische Punktlandungen!, 18. April 2007
Anne Fadiman ist Bibliomanin aus Leidenschaft! Und für Menschen, die ähnlich denken und fühlen hat sie ein wunderbares Buch geschrieben!

Es gibt viele Lese(ver)führer, die von schönen, zeitweilig auch lebensverändernden Leseerfahrungen erzählen!

Bei diesem kleinen Buch handelt es sich allerdings um eine ganz besondere Perle.

Anne Fadiman war eines jener lesebesessenen Kinder, die so tief in ein Buch absinken konnten, dass sie nicht einmal wahrgenommen hätten, dass das Haus brennt. Aufgewachsen in einer Familie von Büchertrinkern, war es nur natürlich, dass auch später ihr eigener Partner ein ebenso eifriger Leser war wie sie selbst. Aber was tun mit zwei Bibliotheken? Es dauerte Jahre, bis sie und ihr Mann die beiden Buchbestände mischten und sich - ohne gleich die Scheidung zu riskieren - einigen konnten, welche Ausgabe der vielen doppelt vorhandenen Exemplare aufgehoben werden sollte...

Anne Fadiman macht sich aber auch Gedanken über aussterbende Wörter und wie man ein Buch zu behandeln hat, sie führt uns in ihr Kuriositätenkabinett und in ihre geheimsten Lesevorlieben ein.

Sie beherrscht die Kunst, kurzweilig und zugleich ernsthaft zu schreiben. Ihre Beiträge sind essayistische Punktlandungen und vor allem durchdrungen von Leidenschaft!

Ein Kopfkissenbuch, dass man von Anfang bis Ende lesen kann, oder auch einfach nur irgendwo aufschlägt und sich unweigerlich festliest.


Die wunderbaren Falschmünzer. 1800 bis 1880 / 1880 bis 1930. Ein Roman- Verführer. Die Andere Bibliothek - Erfolgsausgabe
Die wunderbaren Falschmünzer. 1800 bis 1880 / 1880 bis 1930. Ein Roman- Verführer. Die Andere Bibliothek - Erfolgsausgabe
von Rolf Vollmann
  Gebundene Ausgabe

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur ein Nachschlagewerk!, 15. April 2007
Rolf Vollmann lässt seine Leser mit "Die wunderbaren Falschmünzer" an einer so stattlichen Anzahl eigener Leseerfahrungen teilhaben, dass man wirklich ganz ehrfürchtig wird! In seinem Roman-Verführer hat er den lexikalischen Begriff um ein ganz eigenes und sehr gut nachvollziehbares System erweitert.

Chronologisch führt er zunächst die toten Dichter des Jahres und diejenigen, die das Licht der Welt erblickten auf. Dann widmet er sich mehr oder weniger ausführlich den im jeweiligen Jahr veröffentlichten Romanen, die er auf sehr kundige, sehr persönliche und sehr informierende Art und Weise vorstellt. Dabei bildungshubert er nie, weiß aber dennoch so viel Spannendes und Interessantes zu berichten, dass man sich wünschte, es würden keine neuen Bücher mehr erscheinen, damit man sich den Rest seines Lebens der vorgestellten Literatur widmen könnte!

Ein Parforceritt durch die europäische Literatur, in der man sich unweigerlich festliest, weil Rolf Vollmann selbst ein grandioser Erzähler ist. Für mich eines der wichtigsten literarischen Nachschlagewerke, eine Quelle die nicht aufhört zu sprudeln, da die europäische Literatur des 19. Jahrhunderts und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts so viel zu bieten hat, dass auch der Bildungs- und Lesehungrigste mehr als reiche Nahrung findet!


Mein Vater der Zauberer. Jubiläumsausgabe. 2 CDs
Mein Vater der Zauberer. Jubiläumsausgabe. 2 CDs
von Audiobuch Verlag
  Audio CD
Preis: EUR 12,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Gespräch auf höchstem Niveau!, 15. April 2007
Wolf Gauditz hat die jüngste Tochter Thomas Manns im Jahr 2000 für ein Radiofeature interviewt. Daraus entstand ein Gespräch auf höchstem Niveau, dass auch als Hörbuch zu bekommen ist!

Elisabeth Mann-Borgese erzählt auf diesen beiden CDs aus ihrem Leben, von ihrer Familie, dem Wunsch noch den einen oder anderen Irrtum im Zusammenhang mit ihrem Vater zu Lebzeiten aus dem Weg zu räumen, von ihren eigenen beruflichen Erfolgen und schriftstellerischen Versuchen. Sie antwortet einem sensibel fragenden und klug kommentierenden Wolf Gauditz auf dessen intelligente Fragen mit Mutterwitz, Bestimmtheit und dem Wunsch, so offen wie möglich zu sein.

Was diese beiden CDs außerdem sehr hörenswert macht, ist, dass die Hintergrundgeräusche dieses Gesprächs, wie Hundegebell, Türenschlagen, das Gluckern des Whiskys in den Gläsern nicht herausgeschnitten wurde. So entsteht eine Atmosphäre von Vertraut- und Entspanntheit.

Elisabeth Mann-Borgese äußert sich auch zu den Wünschen, die sie noch für die verbleibende (leider letztlich viel zu kurze) Spanne ihres Lebens hat und nimmt diese doch sehr persönliche Frage mit Humor und Souveränität. Ein Telefonat, bei der Gauditz seine Interviewpartnerin Monate später mit der Mitteilung, dass sie für den alternativen Nobelpreis nominiert sei, konfrontiert und ein Interview mit John Irving, dem Elisabeth Mann-Borgese immer wieder begegnete sowie ein sehr unkonventioneller Hunde-Einspieler runden dieses Hörbuch ab.

Hier entstand ein Gespräch, dass noch einmal auf sehr persönliche Weise das Leben in einer so berühmten Dichterfamilie schildert. Elisabeth Mann-Borgese beschönigt nichts und geht sehr offen mit den verschiedenen Animositäten der einzelnen Familienmitglieder untereinander um. Dabei zeigt sie sich als äußerst kluge und abgeklärte Frau, deren Leben auf so spannende Weise verlief, dass auch ohne den prominenten Familienhintergrund ein solches Gespräch mit Sicherheit interessant gewesen wäre! Sehr hörenswert!


Elisabeth Mann Borgese: Ein Lebensportrait
Elisabeth Mann Borgese: Ein Lebensportrait
von Kerstin Holzer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein selbstbestimmtes Leben!, 15. April 2007
Thomas Mann hat von seinen Kindern neben Erika wohl seine jüngste Tochter am meisten geliebt. Das "Kindchen" genoss die volle Aufmerksamkeit und Liebe seines "Herrn Papale".

Wenige Jahre vor ihrem Tod brach die Meeresforscherin und Pianistin ihr Schweigen. Bis dahin hatte sie es sich zum Prinzip gemacht, aus ihrer Herkunft keinen "Beruf" zu machen. Da sie aber schließlich ihre fünf Geschwister überlebte, war es ihr dann doch ein Bedürfnis, noch einmal aus erster Hand vom Leben der Familie Mann zu berichten. Vielen Zuschauern ist sie durch ihre Mitwirkung in der Breloer-Verfilmung sicher noch im Gedächtnis.

Bevor dieser Fernsehmehrteiler Furore machte, schrieb Kerstin Holzer diese Biographie, die das interessante, priviligierte Leben der Elisabeth Mann-Borgese Revue passieren lässt. Die Kindheit in der Poschinger Straße in München, die Schulzeit im Schweizerischen Exil, die schwierigen Jahre der Pubertät, als Elisabeth sich sehr unwohl in ihrer Haut fühlte. Schließlich die frühe Ehe mit dem wesentlich älteren italienischen Antifaschisten Guiseppe Borgese, die scheiterte. Jedoch verstarb ihr Mann, bevor sich Elisabeth scheiden lassen konnte. Schließlich ihre Jahre in Italien und die späte Berufung, sich mit den Ozeanen zu beschäftigen. Schriftstellerische Versuche, Professuren in Kanada und eine Mitgliedschaft im Club of Rome waren die Meilensteine eines tätigen Lebens. Selbstbewusst und zielstrebig, dabei pragmatisch und zupackend stand Elisabeth Mann-Borgese stets mit festen Beinen auf der Erde.

Ihr gelang die nötige Distanz zur Familie, vielleicht gerade, weil sie sich der großen Zuneigung und Liebe ihrer Eltern stets sicher sein konnte.

Kerstin Holzer hat ein sehr lesenswertes Lebensportrait Elisabeth Mann-Borgeses herausgegeben und sie kam damit keineswegs zu früh! Die Spanne, in der Elisabeth Mann-Borgese dann doch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, war außergewöhnlich kurz! Bis zum Ende ihres Lebens aktiv und hellwach, verstarb Elisabeth im Jahr 2002.


'Das Leben zerfetzt sich mir in tausend Stücke'
'Das Leben zerfetzt sich mir in tausend Stücke'
von Areti Georgiadou
  Broschiert

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verzweiflung zum Greifen nah!, 13. April 2007
Areti Georgiadou hat eine wunderbare Biographie über die Schweizer Dichterin Annemarie Schwarzenbach geschrieben! Dieses Buch ist mehr als ein Lebensbild, es ist eine Annäherung und ein Verstehen-wollen zugleich! Denn die Tragik dieser so begabten und verzweifelten Frau ist in diesem Buch zum Greifen nah!

Annemarie Schwarzenbach wurde nur 36 Jahre alt. Sie starb 1942 an den Folgen eines schrecklichen Fahrradunfalls in den Schweizer Bergen. Annemarie war in ihrem Erwachsenen-Leben dem Tode öfter nah als dem Leben und auf ihren vielen Reisen, die sie in die unwirtlichsten Gegenden unseres Erdballs führten, gab es viele Situationen, die sie nur knapp überstand. Lange Aufenthalte in Nervenkliniken in den Vereinigten Staaten, die Gefängnissen glichen, Drogenexzesse und extrem ausgelebte Beziehungen mit Männern und Frauen wechselten mit Schüben großer Produktivität und zogen sich so wie ein roter Faden durch ein allzu kurzes, intensives Leben!

Annemarie Schwarzenbachs Werk, frühe Romane, Reisereportagen und journalistische Arbeiten, sind inzwischen wieder lieferbar. Einen wirklichen Zugang bekommt man aber doch erst, wenn man die Biographie dieser außergewöhnlichen Frau kennt, die Areti Georgiadou akribisch entwirrt hat.

Sie stammte aus einer der wohlhabendsten Schweizer Industriellenfamilien, wurde also mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund geboren. Ihre Mutter war eine sehr dominante Frau, die das Leben ihrer Tochter eifersüchtig überwachte. Bekannt wurde Annemarie Schwarzenbach vor allem durch ihre Beziehung zu Erika und Klaus Mann. Das "Schweizer Kindl" war unglücklich verliebt in Erika, hing mit großer Anhänglichkeit an den Geschwistern, die sich jedoch abwandten, als Annemaries Mutter eine Kampagne gegen Erika Manns Kabarett "Die Pfeffermühle" lancierte. Diese Ablehnung wiederum verkraftete Annemarie nicht und sie drohte an diesem Loyalitätskonflikt zwischen Mutter und Freundin zu zerbrechen.

So ging sie - wie zuvor schon - auf Reisen. Mit Ella Maillart bereiste sie Afghanistan, in Persien ging sie eine kurze Ehe mit einem französischen Diplomaten ein und kurz vor ihrem tragischen Unfall lebte sie im Kongo.

Dazwischen liegen Jahre in den USA, die sie mehrfach journalistisch verarbeitet hat.

Annemarie Schwarzenbach war voller Leidenschaft, Intensität und Verletzlichkeit. Das alles hat ihre Biographin wunderbar herausgearbeitet!


Vergangenes und Gegenwärtiges: Erinnerungen
Vergangenes und Gegenwärtiges: Erinnerungen
von Monika Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht verspottet!, 13. April 2007
Weder ihre Eltern Thomas und Katia Mann noch ihre Geschwister Klaus, Erika, Golo, Michael und Elisabeth konnten viel mit Monika Mann anfangen.
Sie war das vierte Kind des Dichters, gehörte also mit Golo zu den "Mittleren", die beim Vater wenig Interesse hervorriefen.

Monika Mann traf es dabei noch ärger als ihren vielseitig begabten und anpassungsfähigen Bruder Golo, dabei war auch sie eine talentierte und vor allem unabhängige Frau, die sich trotz diverser Schicksalsschläge besser abnabeln konnte als ihre älteren Geschwister.

Monika wollte Musikerin werden und hat sich früh für ein Leben außerhalb des Elternhauses entschieden. Die große Zäsur ihres Lebens war ein schreckliches Schiffsunglück 1941, bei dem ihr Mann, ein Ungar, ums Leben kam und sie selbst nur knapp überlebte. Die nächsten Jahre bei ihren Eltern in Amerika waren für die traumatisierte Frau keine glückliche Zeit. Ihre Schwester Erika neidete ihr die Nähe zu den Eltern und da sie früh aufgab, mit ihr zu konkurrieren, reizte sie die ältere Schwester noch mehr.

Erst nach Kriegsende auf Capri fand sie ihr persönliches Glück. In der Beziehung zu einem Fischer, mit vielen Freunden und mit einem jedermann offenstehenden Haus errang sie fernab von ihrem Familienclan eine persönliche Freiheit, wie es außer ihr eigentlich nur der jüngsten Tochter Thomas Manns, Elisabeth, gelang.
Das Verhältnis zu den Geschwistern und zur Mutter war freilich gestört.

Wenn man ihre Erinnerungen "Vergangenes und Gegenwärtiges" liest, ist man überrascht! In keinster Weise lässt die viel Verspottete sich ihren Kummer über ihre unglückliche Rolle innerhalb des Familiengefüges anmerken! Im Gegenteil gibt sie neidlos Anerkennendes über ihre berühmte Familie zum Besten, gibt sich persönlich bescheiden und souverän und lässt aus eigener Erinnerung das familiäre Leben der Manns in neuem Licht erscheinen. Auch sie versteht es, mit dem Wort umzugehen, kann kraftvoll und interessant erzählen. Beispielsweise gibt ihre viel zitierte Schilderung des mütterlichen Schlafzimmers, in dem die Mann-Kinder während ihrer frühen Lebensjahre Geborgenheit erfuhren, einen wunderbaren Einblick in eine liberal-liebevolle Erziehung, für die auch Monika durchaus dankbar war.

Das Buch entstand bereits zu Lebzeiten ihres Vaters, wurde kurze Zeit später veröffentlicht und ist seit mehr als fünfzig Jahren lieferbar.
Und das auch völlig zu Recht, denn "Vergangenes und Gegenwärtiges" reiht sich wunderbar ein in die Vielzahl der Erinnerungsbücher rund um das Leben der Schriftstellerfamilie!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2010 5:58 PM CET


Die kleine Hexe
Die kleine Hexe
von Otfried Preussler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 11,99

41 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seit fünfzig Jahren einhundersiebenundzwanzig!, 13. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die kleine Hexe (Gebundene Ausgabe)
Die kleine Hexe ist erst einhundertsiebenundzwanzig Jahre alt! Und das ist eindeutig zu jung, um mit den großen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg zu tanzen! Doch das ist ihr egal: Sie springt auf ihren Besen und vergnügt sich auf dem Brocken. Doch dann passiert es: Die Muhme Rumpumpel erwischt sie, zerrt sie zur Oberhexe und alle wollen, dass die kleine Hexe bestraft wird.
Weise, wie die Oberhexe nun einmal ist, nimmt sie ihr nicht nur den Besen ab, sondern auch das Versprechen, eine gute Hexe zu werden!
Auf dem dreitägigen Marsch nach Hause hat sie Zeit, darüber nach zu denken. Und mit den besten Vorsätzen beginnt sie ihr wohltätiges Werk, stets beäugt von ihrem klugen Raben Abraxas.

Die Hexe hilft wo sie kann: Sie verhilft alten Holzweiblein zu schweren Reisigkörben, hext dem Maronimann warme Hände und ein Öfchen, an dem er sich nie mehr die Finger verbrennt, einem traurigen, kleinen Mädchen, das mit Papierblumen auf dem Markt steht, hext sie Duft an die Blumen, so dass sie zum Verkaufsschlager werden. Nur von Zeit zu Zeit geht der Übermut mit ihr durch und so lässt sie sich einmal beim Hexen am Freitag, dem höchsten Feiertag für Hexen, erwischen...

Seit fünfzig Jahren erfreut Preußlers Kinderklassiker Menschen ab vier Jahren. Und auch wenn man Kindern heute erklären muss, was ein Maronimann ist und wieso die alten Frauen Holz im Wald sammeln, ist "Die kleine Hexe" ein zeitlos schönes Buch für Generationen!

Mutig, selbstbewusst, lustig -- das sind die Wesenszüge dieser kleinen Hexe, die mit beharrlichem Fleiß ihren großen Traum, endlich zu den "Großen" zu gehören, verfolgt.
Eine Geschichte, die Kinder immer wieder hören möchten und deren Ende verblüffend ist!

Vor allem sind es aber wohl die vielen, kleinen Episoden aus dem Alltag dieser patenten Person, die einen altfränkischen und doch zeitlosen Charme ausstrahlen, der die Leser und Zuhörer dieser Geschichte erreicht!

Möge die kleine Hexe auch in fünfzig Jahren noch immer einhundersiebenundzwanzig sein und unsere Urenkel erfreuen!


Gefährliche Liebschaften - FOCUS-Edition
Gefährliche Liebschaften - FOCUS-Edition
DVD ~ Glenn Close
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 11,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein Kammerstück!, 11. April 2007
Glenn Close, Michelle Pfeiffer und John Malkovich agieren in diesem Film wie in einem Kammerstück. Dabei zeigen sie die ganze Bandbreite ihres Könnens und hinter scheinbarer Gefühllosigkeit und Unberührtheit toben Eifersucht und Drama!

Diese Verfilmung ist nicht die erste des Klassikers von Choderlos de Lachlos, aber die gekonnteste!

In den achtziger Jahren entstanden, ist dieser Film bis heute einer der Dauerbrenner des Programmkinos und das auch völlig zu Recht. Denn er überzeugt nicht nur durch die schauspielerische Leistung der drei Hauptdarsteller und der fantastisch besetzten Nebenrollen - sowohl Uma Thurman als auch Keanu Reaves erlangten mit diesem Film Berühmtheit.

Frankreich kurz vor der französischen Revolution. Der Adel ist vordringlich mit sich selbst beschäftigt. Die Marquise de Merteuil (Glenn Close) ist Meisterin im Schmieden diverser Ränkespiele. Ihre Vasallen setzt sie ein wie Marionetten. Ihr neuester Plan - für den Preis einer mit ihr verbrachten Nacht - ist, dass der von John Malkovich verkörperte Valmont die als tugendhaft und unberührbar geltende Gräfin erobert. Als ihm dies schließlich gelingt, verlangt die Marquise, das Verhältnis mit dem Vorwand, dass nur der Weg das Ziel gewesen ist und sich Valmont mit ihr langweile, zu beenden...

Doch diesmal hat die Marquise zu hoch gepokert...

Unter Perücken, reichlich Schminke und der vollen Prachtentfaltung der feinsten Gesellschaft tobt ein mehr als schwüler Liebeskampf.

Ein Film mit ungeheuer knisternder Spannung, ein grausam-sehenswertes Fest für die Augen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 27, 2008 5:43 PM MEST


Ein Zimmer für Sie allein: Frauen und ihre Refugien
Ein Zimmer für Sie allein: Frauen und ihre Refugien
von Chris Casson Madden
  Gebundene Ausgabe

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Refugien mit einer Tür, die man hinter sich schließen kann!, 10. April 2007
In Anlehnung an Virginia Woolfs flammendes Plädoyer für ein Zimmer, dass jede Frau für sich allein haben sollte, hat Chris Casson Madden Frauen in ganz Amerika besucht, die die Tür, die sie ansonsten hinter sich schließen können, für sie geöffnet haben.

Diese sehr unterschiedlichen Refugien kann man in diesem wunderschönen Buch bewundern! Und sie sind darum so sehenswert, weil es sich um ganz unterschiedlich gestaltete, sehr persönliche Rückzugsorte handelt, die diesen Frauen zur Regeneration und Entspannung dienen, die Kraftquellen und Ruheinseln zugleich sind.

Fast ausschließlich gehören diese Zimmer sehr tätigen Frauen, die oftmals einer sehr aufreibenden Tätigkeit nachgehen und tagtäglich von vielen Menschen umgeben sind: Künstlerinnen und Schauspielerinnen, Designerinnen und Schriftstellerinnen. In den meisten Fällen haben diese Frauen außerdem große Familien -- umso wichtiger, eine Parzelle nur für sich selbst zu haben!

Man findet in diesem Buch sehr farbenfroh gestaltete Räume voller Erinnerungsstücke mit überladenen Sekretären, Kaminsimsen und Regalen voller Fotos, Schalen mit Muscheln und Steinen, Kerzen und Briefen. Fotos von Sitzlandschaften mit unzähligen Kissen, von denen jedes eine eigene Geschichte erzählen könnte. Genau so aber auch spartanisch eingerichtete Wellness-Oasen. Persönliche Refugien sind Gartenhäuser, Dachkammern, Wohnküchen und Badetempel. Einige dieser "Zimmer" befinden sich gar unter freiem Himmel!

Chris Casson Madden hat ein wunderbares Buch herausgegeben, dass mich seit vielen Jahren begleitet! Und es wird sicher noch so lange eines meiner persönlichen Lieblingsbücher bleiben, bis ich mir selbst den Traum von einem Raum, der nur mir gehört, erfüllen kann!


Die Comedian Harmonists
Die Comedian Harmonists
DVD ~ Eberhard Fechner

42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte auf den Film-Olymp!, 21. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Comedian Harmonists (DVD)
1975 ist der Regisseur und Filmemacher Eberhard Fechner bei einem Freund in Berlin zum Kaffee eingeladen. Im Hintergrund läuft eine Langspielplatte der "Comedian Harmonists". Er erinnert sich daran, wie eine Grammophonplatte mit einem Stück des Vokalensembles nach Kriegsende sein kostbarster Besitz war, da er über die heiteren Klänge alle schrecklichen Kriegserlebnisse vergessen konnte.

Seit Jahren arbeitet Fechner an einer etwas anderen Chronologie des 20. Jahrhunderts. Er dreht eine Reihe von Interviewfilmen mit Zeitzeugen des 20. Jahrhunders aus allen möglichen Millieus. Ein "Künstler-Film" fehlt ihm noch. An diesem Nachmittag steht sein neuestes Projekt fest: Ein Film über die "Comedian Harmonists".

Dieses Projekt - das beinahe gescheitert wäre, da der Gründer der "Harmonists", Harry Frommermann, vierzehn Tage vor dem ersten Interview-Termin stirbt - wird Fechners berühmtester Film. Er ist auch mehr als dreißig Jahre nach seiner Erstausstrahlung und fünfzehn Jahre nach Fechners Tod das bleibende Zeugnis seiner zur Perfektion entwickelten und zum Markenzeichen gewordenen Kunst des Interview-Dokumentarfilms. Unzählige Interviewaufnahmen wurden von Eberhard Fechner in eine Chronologie gebracht, die vom Leben der Mitglieder der "Harmonists", der Gründung des "Unternehmens Harmonists", ihrer gemeinsamen Zeit, dem Verbot des Ensembles und wie ihr Leben in der Folge verläuft, erzählen.

Im Film kommen die vier damals noch lebenden Mitglieder zu Wort: Der Bassist und Wortführer Robert Biberti, der sich lange mit Frommerman um die Gründungsmeriten gestritten hat und diesen Streit erst kurz vor dessen Tod beilegen konnte. Der Pianist Erwin Bootz - als einziger zu diesem Zeitpunkt noch berufstätig. Der in Sofia lebende erste Tenor Ari Leschnikof und Roman Czykowski, der später in die USA zog und seiner eigentlichen Berufung, dem Kantor-Beruf, folgte. Aus dem Leben der bereits verstorbenen Mitglieder berichten Harry Frommermans erste Frau und dessen spätere Lebensgefährtin und Erich Abraham Collins Schwester und Ehefrau.

Sie erzählen jeweils ihre Version der Geschichte, von ihrer Herkunft, ihren musikalischen Wurzeln, dem spielerischen Beginn, der von Anfang an jedoch auch mit Ehrgeiz betriebenen Gründung des Vokalensembles. Sie erzählen von ihren großen Erfolgen, die sie durch ganz Europa führten, vom Beginn der Nazidiktatur und dem Verbot und seinen Folgen. Sie berichten aber auch über die jeweils anderen Mitglieder, pflegen alte Ressentiments mit Augenzwinkern, aber durchaus auch mit Bitterkeit.

Das Leben und der dramatische Eingriff durch das Verbot - drei Mitglieder sind jüdischer Herkunft - hat sie schließlich alle sehr unterschiedlich geprägt und unwiederbringlich auseinandergebracht.

Eberhard Fechners Film ist ein einzigartiges Dokument, das anzuschauen immer wieder lohnt! Er lässt in der Rückschau der alten Männer auch die Widersprüche, die sich durch die einzelnen Aussagen ergeben, unkommentiert stehen. Ein Dreiviertel-Jahrhundert wird in drei Stunden an den individuellen Lebensläufen lebendig und der Clou an Fechners ganz besonderer Collage-Technik ist, dass sich in den vielschichtigen Einblicken in die einzelnen Leben auch die geschichtlichen Ereignisse spiegeln.

Leider ist dies der einzige Film der Dokumentarreihe dieses außergewöhnlichen Künstlers, der auf DVD erhältlich ist. Bei "La Paloma" oder "Im Damenstift" ist man auf die immer spärlicheren Wiederholungen im Spätabendprogramm der "Dritten" angewiesen.

"Die Comedian Harmonists" aber dürfen nicht vergessen werden. Weder die bahnbrechenden Künstler selbst noch der nicht minder geniale Dokumentarfilm, der die Menschen hinter den Stars von einst zeigt!


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