find Hier klicken Sonderangebote PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17
Profil für wörtlich > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von wörtlich
Hilfreiche Bewertungen: 7996

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
wörtlich

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Abgefahren: In 16 Jahren um die Welt
Abgefahren: In 16 Jahren um die Welt
von Claudia Metz
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sechzehn Jahre Abenteuer!, 4. Mai 2007
Claudia Metz hatte so eine Ahnung: Sie hatte sich gerade in Klaus Schubert verliebt, als er ihr eröffnete, dass er seine Schwester mit dem Motorrad in Japan besuchen wolle. Kurzerhand beschloss sie, den Motorradführerschein zu machen und Klaus zu begleiten. Aus den geplanten zehn Monaten wurden schließlich sechzehn Jahre.

Dabei stand gleich der Start unter keinem guten Stern: Kurz hinter Köln streikte Klaus Maschine. In Indien dann schließlich der erste Rückschlag: Ein Unfall, von dem sich Klaus nur langsam erholt. In der Rekonvaleszens dann folgt der Gedankenumschwung: "Warum nur an all den schönen Plätzen dieser Welt vorbeirasen?" Ab sofort wollen sich die beiden Motorrad-Individualreisenden Zeit lassen. So bereisen sie schließlich die ganze Welt, arbeiten in allen möglichen Berufen, schreiben über ihre Erlebnisse, backen Obstkuchen in Goa, handeln mit Motorradteilen und füllen so immer wieder ihre Reisekasse auf.

Ihre Erfahrungen sind so vielfältig, dass man sie keineswegs hier alle aufzählen kann, aber genau die machen das Buch so ungeheuer spannend. Abwechselnd erzählen beide das, was ihnen wichtig ist.

Ein solches Unternehmen zu schultern setzt nicht nur Anpassungsfähigkeit und Gelassenheit voraus. Desöfteren waren beide mit Grenzsituationen konfrontiert, die spontan aus dem Bauch eine Entscheidung forderten und die sie nicht zuletzt durch das Niederschreiben ihrer Reiseerlebnisse verarbeiteten.

Und dann ist da noch das ungeheure Talent erwähnenswert, sich nie an Besitz zu hängen, aus nichts etwas zu machen und ihre Motorräder multifunktional einzusetzen. In Patagonien beispielsweise bauten sie sich Segel an, auf dem Amazonas wurde eine besondere Floßkonstruktion gebaut. Übrigens hatten die beiden nur selten bürokratische Probleme. Diese stellten sich aber auf der Rückreise ein, unmittelbar nach dem sie auf dem Wasserweg die deutsche Grenze überquerten...

Mich hat dieser Reisebericht ungeheuer beeindruckt! Ein solches Unternehmen miteinander zu wagen und durch zu stehen, ist einfach bewundernswert! Ein Lebenstraum, der zwei Suchenden gezeigt hat, dass der Weg das Ziel ist!

Ein wenig schade fand ich, dass die letzten Jahre, die die beiden in Afrika verbrachten, allzu kurz abgehandelt wurden! Meinetwegen hätte das Buch gerne noch ein paar hundert Seiten mehr haben können!


Abbitte. SPIEGEL-Edition Band 9
Abbitte. SPIEGEL-Edition Band 9
von Ian McEwan
  Gebundene Ausgabe

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit dem Schicksal spielen!, 4. Mai 2007
Das Ian McEwan ein großartiger Erzähler ist, ist nicht erst seit "Saturday" klar. Auch in seinen früheren Büchern ist er ein Meister im Aufbau subtiler Spannung, spielt auf sehr spannende Art und Weise mit den Erwartungen des Lesers und gibt seinen Stories immer wieder Wendungen, die verblüffen.

"Abbitte", drei Jahre vor "Saturday" erschienen, ist ein solches Buch.

Auch hier entwickelt sich eine Geschichte von starker Sogkraft an einem Tag, der das Leben vieler Menschen unwiederbringlich verändern wird.

Sommer 1935, ein unerträglich heißer Tag. Briony ist dreizehn Jahre alt und ihr ist langweilig. Sie bereitet sich mit den Hausgästen auf dem Landsitz auf ein Theaterstück vor, dass am Abend dem sehnlichst erwarteten Bruder vorgeführt werden soll. Keiner kümmert sich um das Mädchen, das der Kindheit entwächst und verwirrende Entdeckungen macht. Ihr schwinden im wahrsten Sinne des Wortes die Sinne und sie wird abends einen schrecklichen Fehler begehen...

Mitten im zweiten Weltkrieg setzt sich diese Geschichte auf unerwartete Weise fort: Das Leben der älteren Schwester Brionys, das eine Zäsur an jenem schicksalshaften Abend erfuhr, bekommt erneut eine Wendung...

Und am Ende des Buches ist Briony eine uralte Frau. Sie hat die Vorgänge jenes Abends als Bürde mit in ihr Schriftstellerinnen-Leben genommen. Nun endlich klären sich nach all den Jahren die vielen offenen und belastenden Fragen...

Trotz einiger Verwirrung im mittleren Teil ist dieses Buch eines der wichtigsten literarischen Ereignisse der letzten Jahre!

Atemlos wird der Leser in eine schicksalträchtige Geschichte hineingezogen und er hat kaum eine Chance, sich zu entziehen.

Ein grandioses Werk!


"Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluß": Klaus Mann (1906 - 1949) - Bilder und Dokumente
"Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluß": Klaus Mann (1906 - 1949) - Bilder und Dokumente
von Uwe Naumann
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein biographisches Album!, 4. Mai 2007
Der Schluss kam viel zu früh: Nach mehreren Versuchen gelang es Klaus Mann 1949, sich in einem Hotelzimmer in Cannes das Leben zu nehmen. Bei seinem Begräbnis war nur sein jüngster Bruder Michael anwesend, sein Vater Thomas Mann setzte gleich am nächsten Tag seine Lesereise fort. Das einsame Ende eines Schriftsteller-Lebens, bei dem Glanz und Tragik nahe beieinander lagen.

Uwe Naumann, einer der profundesten Kenner Klaus Manns, hat in dieser Bildbiographie nicht nur viele bis dahin unveröffentliche Fotos und Dokumente zusammen getragen. Er zeichnet auch ein ausführliches Lebensbild, das noch einmal den familiären Hintergrund, die Kindheit, seine wilde Jugend, die Zwanziger Jahre, das Exil, die Jahre in der amerikanischen Armee und schließlich die letzten Jahre, in denen Klaus Mann jeglichen Lebensantrieb verloren hatte, erläutert.

Aus der Fülle der biographischen Literatur zu den Persönlichkeiten der Familie Mann ragt dieses biographische Album heraus! Die reichlich vorhandenen Fotographien sprechen eine ganz eigene Sprache und erklären auf ihre Weise ein kurzes, produktives und doch scheiterndes Leben!


Das Buch der Illusionen
Das Buch der Illusionen
von Paul Auster
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine perfekte Geschichte!, 4. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Illusionen (Taschenbuch)
(Weiter)Leben zu dürfen kann ein Fluch sein: Für den Wissenschaftler David Zimmer, der seine Frau und seine Kinder bei einem Flugzeugabsturz verloren hat, ist jeder Tag eine unendliche Qual! Wie soll das Leben überhaupt nur wieder einen Sinn bekommen?

Zimmer stürzt sich in die Arbeit und die nimmt ihn bald mit Haut und Haar gefangen. Er schreibt über den Stummfilmstar Hector Mann, der eines Tages, auf dem Höhepunkt seines Erfolgs, verschwand.

Doch irgendwann ist diese Arbeit abgeschlossen und Zimmer droht, in ein noch tieferes Loch zu fallen. Da holt ihn seine Arbeit ein und er wird von einer undurchsichtigen Frau mit Waffengewalt gebeten, Mann, der noch leben soll, zu besuchen.

Diese Begegnung wird für Zimmer zu einer ganz besonderen Herausforderung: Denn was sich ihm offenbart, an Möglichkeiten und Weisheit, stellt das doch sehr fragile Lebensgerüst, in dem er sich gerade zurecht zu finden sucht, erneut in Frage...

Paul Auster, bekannt geworden mit seiner "New York Trilogie" hat einen Roman geschrieben, der sehr lange nachklingt. Ihm gelingt eine schier unglaubliche Geschichte mit Tiefgang, die originell ist, nachdenklich stimmt und sprachlich auf hohem Niveau unterhält. Ein kleines Meisterwerk mit philosophischen Bezügen, dass nie rührselig, oft komisch und zugleich tief melancholisch ist.

Ein tolles Buch!


Ich bin meine eigene Frau: Ein Leben
Ich bin meine eigene Frau: Ein Leben
von Charlotte von Mahlsdorf
  Audio CD

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am 17.5. geboren..., 2. Mai 2007
... ist Charlotte von Mahlsdorff alias Lothar Berfelde zwar nicht, aber in Anspielung auf den Homosexuellen-Paragraphen machte er aus seiner sexuellen Orientierung nie ein Geheimnis und fiel als bekennender Transvestit sowohl unter den Nazis als auch in der damaligen DDR stets auf. In "Ich bin meine eigene Frau" erzählt der so liebenswert-freundliche Charlotte von Mahlsdorf von stürmischen Zeiten!

Jahrgang 1928, wächst er in einer freisinnigen Familie, jedoch mit einem äußerst jähzornigen Vater, auf. Mutter und Tanten akzeptieren den spleenigen Jungen, der sich früh für Kunst und Möbel interessiert und am liebsten staubwischt, so wie er ist. Sein Vater aber triezt ihn und als er immer wieder Lothars Mutter verprügelt, schlägt Lothar eines Tages zurück. Mit schrecklichen Folgen, sein Vater stirbt. Ihm droht das Todesurteil, aber das Naziregime befindet sich bereits in der Auflösung und im hart umkämpften Berlin gelingt ihm schließlich die Flucht. Es beginnt eine herrliche Zeit: Lothar streift durch die Trümmer und Ruinen und trägt wieder eine beachtliche Gründerzeit-Sammlung zusammen, mit der Schloss Mahlsdorff eingerichtet wird. Um diesen mehr und mehr verfallenden Besitz beginnt schließlich ein zähes Ringen, bis Charlotte schließlich dort ihr Museum eröffnen darf. Eine DDR-Posse, die, wenn sie nicht so traurig wäre, zum Schreien komisch war.
Und aus ihm/ihr wird schließlich eine Ikone, dabei wollte sie nie mehr sein als ein "gutes Dienstmädchen", dass sich hingebungsvoll dem Bewahren von Altem und Seltenem widmet.

Besonders gefallen hat mir die Episode, als Charlotte eine komplett erhaltene Spelunke, die Mulackritze, in denen in den Zwanziger Jahren Kleinkriminelle, Sparvereine, Prostituierte, Künstler und Filmstars verkehrten, vor dem Abriss rettet. Bis heute ist sie das Herzstück des Gründerzeitmuseums in Mahlsdorf.

Mit persönlicher Bescheidenheit, Wärme und Mutterwitz erzählt hier ein Wanderer zwischen den Welten in eigener Sache. Denn seine Orientierung hatte auch seine Schattenseiten, die er nach der Veröffentlichung des Buches mit aller Macht erfahren musste. Rechtsradikale überfielen ihn, er versuchte, in Schweden ein neues Gründerzeitmuseum zu gründen, was scheiterte. Stasi-Vorwürfe kamen hinzu, zuviel für ein eigentlich sehr zurückhaltendes und liebenswertes Wesen, das Lothar/Charlotte stets auszeichnete!

Dieses Hörbuch spricht Charlotte von Mahlsdorff selbst, mit einer wunderbar leisen, weiblichen Stimme, wenige Tage vor ihrem Tod im April 2002. Das Booklet mit einem Nachwort von Peter Süß ist allein die Anschaffung dieser CDs wert!


Ich bin meine eigene Frau: Ein Leben
Ich bin meine eigene Frau: Ein Leben
von Peter Süß
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am 17.5. geboren..., 2. Mai 2007
... ist Charlotte von Mahlsdorff alias Lothar Berfelde zwar nicht, aber in Anspielung auf den Homosexuellen-Paragraphen machte er aus seiner sexuellen Orientierung nie ein Geheimnis und fiel als bekennender Transvestit sowohl unter den Nazis als auch in der damaligen DDR stets auf. In "Ich bin meine eigene Frau" erzählt der so liebenswert-freundliche Charlotte von Mahlsdorf von stürmischen Zeiten!

Jahrgang 1928, wächst er in einer freisinnigen Familie, jedoch mit einem äußerst jähzornigen Vater, auf. Mutter und Tanten akzeptieren den spleenigen Jungen, der sich früh für Kunst und Möbel interessiert und am liebsten staubwischt, so wie er ist. Sein Vater aber triezt ihn und als er immer wieder Lothars Mutter verprügelt, schlägt Lothar eines Tages zurück. Mit schrecklichen Folgen, sein Vater stirbt. Ihm droht das Todesurteil, aber das Naziregime befindet sich bereits in der Auflösung und im hart umkämpften Berlin gelingt ihm schließlich die Flucht. Es beginnt eine herrliche Zeit: Lothar streift durch die Trümmer und Ruinen und trägt wieder eine beachtliche Gründerzeit-Sammlung zusammen, mit der Schloss Mahlsdorff eingerichtet wird. Um diesen mehr und mehr verfallenden Besitz beginnt schließlich ein zähes Ringen, bis Charlotte schließlich dort ihr Museum eröffnen darf. Eine DDR-Posse, die, wenn sie nicht so traurig wäre, zum Schreien komisch war.
Und aus ihm/ihr wird schließlich eine Ikone, dabei wollte sie nie mehr sein als ein "gutes Dienstmädchen", dass sich hingebungsvoll dem Bewahren von Altem und Seltenem widmet.

Besonders gefallen hat mir die Episode, als Charlotte eine komplett erhaltene Spelunke, die Mulackritze, in denen in den Zwanziger Jahren Kleinkriminelle, Sparvereine, Prostituierte, Künstler und Filmstars verkehrten, vor dem Abriss rettet. Bis heute ist die Mulackritze das Herzstück des Gründerzeitmuseums in Mahlsdorf.

Mit persönlicher Bescheidenheit, Wärme und Mutterwitz erzählt hier ein Wanderer zwischen den Welten in eigener Sache. Denn seine Orientierung hatte auch seine Schattenseiten, die er nach der Veröffentlichung des Buches mit aller Härte erfahren musste. Rechtsradikale überfielen ihn, er versuchte, in Schweden ein neues Gründerzeitmuseum zu gründen, was scheiterte. Stasi-Vorwürfe kamen hinzu, zuviel für ein eigentlich sehr zurückhaltendes und liebenswertes Wesen, das Lothar/Charlotte stets auszeichnete!
Ein viel zu wichtiges Buch, um schon vergessen zu werden!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 24, 2008 10:58 PM CET


Marlene Dietrich Adressbuch
Marlene Dietrich Adressbuch
von Christine Fischer-Defoy
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen New York, Rio, Tokio..., 2. Mai 2007
... diese Liedzeile fällt einem wohl am ehesten ein, wenn man durch Marlene Dietrichs Adressbuch blättert. Normalsterbliche ordnen die Adressen der Menschen, die man nicht vergessen möchte, alphabetisch. Die Dietrich hat sie nach Städten sortiert.

Christine Fischer-Defoy hat dieses in Faksimile-Qualität gesetzte Adressbuch kommentiert und tatsächlich sind die Einblicke in das private "Who is Who" der Schauspielerin hoch interessant! Denn dieses in rotem Pannesamt gebundene Buch atmet tatsächlich den Duft der großen, weiten (Film)Welt. Beachtlich, wen die Diva nicht alles gekannt hat!

Sicher ist dies ein Buch, dass man nicht unbedingt braucht. Aber es gibt doch Einblicke in die sich ändernden Beziehungen eines langen Künstlerinnenlebens.

Angereichert mit vielen Fotos, klugen Fussnoten und Kommentaren ist das Marlene Dietrich Adressbuch ein ungewöhnlicher Schatz!


Charleston. Ein englisches Landhaus des Bloomsbury-Kreises
Charleston. Ein englisches Landhaus des Bloomsbury-Kreises
von Quentin Bell
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Ein Hort der Kreativität!, 2. Mai 2007
In den Sussex Downs, ca. 90 Kilometer südlich von London, liegt das Landhaus Charleston, das von 1916 an von Virginia Woolfs Schwester, der Malerin Vanessa Bell, bewohnt wurde.

In diesem Haus, das von der Künstlerin vor dem Verfall gerettet wurde, ging der Bloomsbury-Kreis um Virginia Woolf ein und aus.

Bis heute, man kann Charleston besichtigen, ist es von einer ganz besonderen, künstlerisch aufgeladenen Stimmung. Dieser Bildband, von Quentin Bell - dem Sohn Vanessas - und seiner Tochter Virginia Nicholson herausgegeben, zeigt nicht nur die sehr eigenwilligen Interieurs, die von Vanessa Bell mit Experimentierfreude verändert wurden, sondern schildert auch das Leben in diesem großzügigen, gastfreundlichen Haus. Virginia und andere Dauerbesucher hatten dort ihre eigenen Zimmer und konnten ungestört arbeiten und alleine sein. In den Gesellschaftsräumen, dem weitläufigen Garten und der großen Küche war dann Platz für Feste und Geselligkeit, die diese Räume bis heute ausstrahlen.

Charleston war vielleicht die wichtigste Adresse des Bloomsbury-Kreises, ein Hort sprudelnder Kreativität.

Bis heute wirken die reich verzierten und bemalten Wände, Kamine und Regale, die vielen Bilder und die ganz typische und bunte Keramik einladend fröhlich.

Man kann sich sehr gut in die Bloomsbury-Akteure hinein versetzen, die viel Zeit in diesem außergewöhnlichen Haus verbrachten, in das man dank dieses informativen und sehr schönen Bildbands als stiller Besucher eingeladen wird.


Kurt Weill & Lotte Lenya Biographie. 6 CDs
Kurt Weill & Lotte Lenya Biographie. 6 CDs
von Jürgen Schebera
  Audio CD

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalische Weltbürger!, 1. Mai 2007
Diese wunderbare CD-Box gibt auf sechs CDs sehr beredt Auskunft über zwei ausserordentliche Künstler des 20. Jahrhunderts.

Bis heute stehen die legendären Kompositionen Weills - vor allem die "Dreigroschenoper" - auf den Spielplänen der deutschen Theater und auch seine Frau Lotte Lenya, die ihren Mann mehr als dreißig Jahre überlebte und noch mit 78 Jahren auf der Bühne stand, ist unvergessen.

Jürgen Schebera widmet beiden eine außergewöhnliche Hör-Biographie. Goetz Kronburger führt durch die aus autobiographischen Versatzstücken bestehenden Lebenserzählungen der beiden Künstler, die von Sophie Rois (mit wunderbar wienerischer Sprachmelodie) und von Tom Pauls (der wiederum die sächsische Klangfärbung nicht verbergen kann) gesprochen werden. Alle drei werden ihren Rollen aufs Treffendste gerecht. Angereichert mit vielen Musikbeispielen wird dem Hörer nicht nur das Leben zweier musikalischer Weltbürger näher gebracht. Schebera gelingt mit diesen CDs auch ein Stück hörbarer Kulturgeschichte der Weimarer Zeit und des Exils.

Lotte Lenya wird als Karoline Blamauer 1898 in Wien geboren. Sie stammt aus ärmlichen, bedrückenden Verhältnissen und ergreift die erste Gelegenheit, die sich ihr mit fünfzehn Jahren bietet, beim Schopf. Eine entfernte Verwandte nimmt sie mit nach Zürich, wo sie schnell Theaterluft wittert und sich dort erste kleine Tanz- und Gesangsrollen erarbeitet. Mit dem festen Ziel, Karriere zu machen, kommt sie Anfang der Zwanziger Jahre nach Berlin. Bis zu ihrem Durchbruch wird es allerdings noch etwas dauern.

Der Kantorensohn Kurt Weill wird zwei Jahre später in Dessau geboren. Behütet und gefördert verbringt er eine sehr sorglose Kindheit, in der seine spätere Berufswahl sich schon abzeichnet. Nach Kriegsende kommt er nach Berlin und erwirbt als Meisterschüler Busonis erste Meriten.

Nach der ersten Begegnung, 1924, wissen beide, ineinander jeweils den Menschen fürs Leben getroffen zu haben. Beide fördern jeweils die Karriere ihres Partners, die nach der Begegnung mit Brecht, 1927, ihren Höhepunkt erreicht. Die legendäre "Dreigroschenoper" wird zum Gassenhauer. Doch auch ohne Brecht setzt Kurt Weill seine Erneuerung des Musiktheaters fort. Das Exil, der Bruch in der Biographie so vieler erfolgreicher Künstler, fordert bei beiden ihren Tribut. Kurzzeitig gehen beide getrennte Wege.

Doch auch in den USA setzen beide - bald wieder miteinander - ihre Karrieren fort. Nach Weills plötzlichem und viel zu frühen Tod, 1950, arbeitet Lenya - manchmal bis zur totalen Erschöpfung - weiter. Ihre Stimme und Ausstrahlung sind bis heute unvergessen.

Nicht nur die so sorgfältig ausgewählten Stimmen machen dieses Hörbuch zu einem Erlebnis. Die Ausstattung, leider fehlt hier eine Abbildung, ist sehr liebevoll gestaltet -- sowohl das Booklet als auch die Box und CD-Hüllen. Ohne Längen und mit viel Gespür für die sich wandelnden Zeiten erscheint es fast, als ob beide Künstler noch "da" wären und aus ihrem Leben erzählten.


Little Miss Sunshine [UK Import]
Little Miss Sunshine [UK Import]
Wird angeboten von gameshop_fuerth - Alle Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 7,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Langzeitwirkung!, 20. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Little Miss Sunshine [UK Import] (DVD)
"Little Miss Sunshine" ist ein Film zum Lachen und Weinen, ein amerikanisches Roadmovie und er wirkt wie ein ABC-Pflaster: Seine herzerwärmende Komik, der Slapstick-Charakter seiner (Anti)-Helden, vor allem aber die sich auf den Zuschauer übertragende "Wir gehören zusammen und nichts kann uns erschüttern"-Haltung über alle Widerstände hinweg wirken noch lange nach! Am Ende bleibt der Wunsch, den eigenen Kindern das mitgeben zu können, was diese Familie ausmacht: Rückhalt und bedingungsloses Vertrauen! Das wird dem Zuschauer aber keineswegs übergestülpt: Diese Quintessenz aus knapp zwei Stunden Kino stellt sich ganz unprätentiös und leise ein.

Zur Handlung: Olive ist acht Jahre alt und fasziniert von Schönheitswettbewerben. Sie ist ein bisschen moppelig, trägt eine Brille mit Flaschenbödengläsern und glaubt fest an sich! Ihre Familie besteht aus liebenswerten Chaoten: Der Vater ist erfolgloser Motivationstrainer und versucht ebenso erfolglos sein Gewinner-Konzept den Familienmitgliedern schmackhaft zu machen. Seine Frau hat alle Hände voll zu tun mit den beiden Kindern, wobei Olives Bruder gerade eine Schweigegelübde abgelegt hat und sich dauernd hinter seinen Büchern von Nietzsche versteckt. Dann ist da noch ein leicht-cholerischer Großvater, der seine Enkeltochter über alles liebt und mit ihr auch die Choreographie für ihren Auftritt der "Little Miss Sunshine"-Wahl festgelegt hat. Komplettiert wird der Reigen vom Bruder der Mutter, der kurzfristig Aufnahme findet, nachdem er versucht hat, sich die Pulsadern aufzuschneiden...
Gemeinsam macht sich diese Familie nun auf den Weg quer durch die Staaten. Im altersschwachen, kanarienvogel-gelben VW-Bus liefern sich die Familienmitglieder viele amüsante Scharmützel, haben aber im Laufe ihrer Reise auch einige Hindernisse zu überwinden.
Es werden auch nicht alle das Vorstadt-Hotel, in dem jene Miss-Wahl stattfinden wird, erreichen. Doch das gehört zu den witzig-traurig-tragisch-komischen Wendungen, die an dieser Stelle nicht verraten werden sollen...
Was sich dann während dieser Wahl abspielt, rührt den Zuschauer schließlich zu Tränen...

Lange habe ich keinen Film mehr gesehen, der mich so nachhaltig froh gestimmt hat und seine einfache Nachricht: "Was auch passiert - gemeinsam sind wir stark" auf so schöne Weise an den Zuschauer bringt!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20