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Beiträge von Felix Valencia
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Rezensionen verfasst von
Felix Valencia "thebigfellow" (Dublin, Ireland)

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Thinking, Fast and Slow
Thinking, Fast and Slow
von Daniel Kahneman
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Glänzende Zusammenfassung der Forschungserkenntnisse mehrerer Jahrzehnten, 6. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Thinking, Fast and Slow (Taschenbuch)
Auf irgendeiner Ebene sind uns die Eigenschaften der menschlichen Natur, die „Thinking, fast and slow“ erläutert, schon bekannt. In unserer Gesellschaft wird die Vernunft und die rationalen Handlungen der Menschen gerne hervorgehoben, Attribute, durch die wir uns sehr gerne gegenüber unseren sonstigen Verwandten im Tierreich einen besonderen Standesdünkel gönnen. Doch wie in diesem Buch so meisterhaft dargestellt, gibt es eine beträchtliche Menge an Faktoren, die unsere scheinbar so vernünftigen Entscheidungen verdrehen und beeinflussen können. Laut Kahneman kann man diese zwei so unvereinbaren Aspekte unseres Wesens als getrennte Systeme betrachten: Das erste System verkörpert unsere gedankenlosen, selbstständigen, unterbewussten und reflexartigen Reaktionen, wogegen das zweite System das logisch handelnde und vernünftige Dasein vertritt, wofür wir uns Menschen eigentlich halten. Viele der Forschungsarbeiten und Ergebnisse, die in diesem Buch behandelt werden, hat Kahneman zusammen mit seinem verstorbenen Kollegen Amos Tversky selbst durchgeführt. Ihm ist das Buch auch gewidmet.

Im Kern, so Kahneman, lässt sich das Wechselspiel zwischen den beiden Systemen auf die Tatsache zurückführen, dass wir von Natur aus immer den Weg des geringsten Widerstandes wählen. Wir treffen nämlich lieber die Entscheidungen, die uns die wenigsten Mühen kosten. Natürlich soll das längst nicht bedeuten, dass wir (bzw. das uns vertretende System 2) die Entscheidungen überhaupt nicht treffen, doch laut Kahneman fungiert das zweite System lediglich als Kontrollkörper der Informationen, die vom ersten System weitergeleitet werden. Wenn diese Daten allem Anschein nach den Tatschen entsprechen, werden sie vom zweiten System ungeprüft und unverändert für bare Münze genommen. Daraus ergibt sich das im Titel erwähnte „schnelle Denken“, das zu Fehlern und Vorurteilen führt, ohne sie zu ahnen.

In dieser Zusammenfassung der Forschungsergebnissen mehrerer Jahrzehnten findet man viele interessante Einsichten in die Vorgänge des Hirns bezüglich der Entscheidungsfindung. Jeden Aspekt handelt Kahneman einzeln und alleine ab, auch wenn sie selbstverständlich nicht alleine agieren und in manchen Fällen sogar eine Verkörperung desselben Phänomens bildet. Zum Beispiel erörtert er die sogenannte Ankerheuristik, eine verblüffende Erscheinung, wodurch wir eine Entscheidung von einer völlig unzusammenhängenden und willkürlichen Anregung beeinflussen lassen, ohne sich derer bewusst zu sein. In dem gelieferten Beispiel zeigt sich, dass die Gerichtsurteile erfahrener Richter sich anscheinend durch einen vollkommen belanglosen Würfelwurf lenken ließen.

In diesen Seiten will Kahneman viele Themen abhandeln, doch seine Stärke liegt vor allem darin, dass er sonst ziemlich banale Versuchsergebnisse in eine sehr begreifliche Art und Weise präsentiert, damit jeder verstehen kann, wie aufschlussreich sie in Wirklichkeit sind, und welche große Schlussfolgerungen, sich daraus ziehen lassen. Vor allem die erste Hälfte des Buches lässt sich sehr leicht lesen, wo die rohen Daten den Experimenten und ihren Auswertungen nur eine unterstützende Rolle spielen. Während manche Themen rein theoretisch behandelt werden, hebt Kahneman andere wegen ihres Einflusses auf bestimmte Schichten der Gesellschaft hervor. Hier macht er auch keinen Hehl daraus, Börsenmakler, Geschäftsmänner oder seine eigenen Psychologiestudenten wegen ihrer absurden Entscheidungen aufzuziehen. Viele Kapitel werden durch einen kleinen Test eingeführt, dem sich der Leser selbst unterziehen kann, um selbst ein Teil des Experiments zu werden. So billig das auch klingen mag, eignen sich diese kleinen Tests hervorragend, die unvernünftigen Arbeitsweisen unseres Hirns zu beweisen und sie dem Leser handgreiflich vor Augen zu führen.

Für mich besteht die große Ironie dieses Buches darin, das es anscheinend eine Theorie beweisen will, die die eigenen Seiten erläutern, nämlich den Unterschied zwischen dem „erfahrenden“ und dem „erinnernden“ Geist. Den experimentellen Ergebnissen zufolge hinterlässt ein mehrheitlich angenehmes Erlebnis eine schlechte Erinnerung, wenn es durch unschönen abschließenden Augenblick verdorben wird, denn in unserem Gedächtnis wird das positive Empfinden durch das ausgangs negative Erlebnis überschrieben. Nach meinem Empfinden leidet dieses Buch leider unter genau dieser Erscheinung. Zu Beginn weist es einen prosaischen und erhellenden Schreibstil auf, gewürzt durch gelegentliche Anekdoten und geistreiche Abschweifungen. Doch die zweite Hälfte kommt einem vor, als wäre sie von einem anderen Kahneman oder für einen anderen Leser verfasst. Besät mit akademischen Begrifflichkeiten ist der Stil plötzlich schwülstig und schwerfällig, und die menschlichen Einsichten sowie Testbeispiele fallen gänzlich weg.

Trotz der zwei unterschiedlichen Hälften kann ich das Buch dennoch herzlich jedem empfehlen, der sich selbst nur flüchtig für die Psychologie oder die kognitiven Wissenschaften interessiert. Den erleuchtenden Erkenntnissen in diesem Buch muss man nichts entnehmen, doch ich schmeichele mir gern, dass ich die parteiischen Vorurteile und Anregungen meines ersten Systems durch die vernünftigen und nüchternen Eindrücke des zweiten überstimme, indem ich das Buch mit fünf Sternen bewerte. Oder lasse ich mich von einem mir noch schleierhaften Anker etwa lenken …


Nathaniel's Nutmeg: How One Man's Courage Changed the Course of History
Nathaniel's Nutmeg: How One Man's Courage Changed the Course of History
von Giles Milton
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,49

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein verwirrender Titel, 6. Februar 2016
In ähnlicher Weise zu Dava Sobels Buch „Longitude“ dreht sich im „Nathaniel’s Nutmeg“ alles um die Erfahrungen eines der unsichtbarsten Protagonisten der Geschichte. Obwohl es sich um die Geschichte eines kleineren Maßstabes handelt, stimmt das Ziel des Werks überragend mit einem Zitat des Historikers E. P. Thompson überein, geschichtliche Figuren „from the enormous condescension of posterity“ zu retten. Die Hauptakteure dieses Buches werden den meisten Lesern unbekannt, sowie viele der Ereignisse, dennoch bleibt deren Auswirkung für die Gegenwart für jeden ersichtlich.

Doch der Titel dieses Buches ist meiner Meinung nach komplett misslungen. Das Werk ist sehr ambitiös im Umfang und beschäftigt sich mit dem Gewürzhandel und der Segelschiffära, mitsamt Abschweifungen über die Amerikas und die Versuche, die Nordwestpassage durch den arktischen Ozean und dadurch einen kürzeren Seeweg nach Ostindien zu finden, sowie den Kriegen, den Erfolgen und den politischen Machenschaften der englischen und niederländischen Ostindien-Kompanien. Im Grunde versucht Milton mit diesem Buch die Heldentaten von einem Offizier der englischen Ostindien-Kompanie namens Nathaniel Courthorpe mit dem Schiksal Neuamsterdams/New Yorks zu verbinden. Jedoch bleibt dieser Versuch etwas oberflächlich und mager, dadurch, dass er sein Leben aus jedem Blickwinkel zu betrachten versucht. Im Endeffekte erscheint der namensgebende Nathaniel nur flüchtig am Ende des Buches. Mehr Platz hat der Autor dem angeblichen Hauptthema nicht einräumen können. Schließlich wirft das Buch jede Menge interessante Fragen auf, durch seine umschweifende Behandlung der Gesellschaften, deren Offiziere und des Gewürzhandels usw. Trotz der fast 400 Seiten bleiben diese Fragen jedoch leider größtenteils unbeantwortet.

Trotz dieser Mankos ist das Werk nicht ohne Stärken. Der Autor hat die Geschichte trotz der mangelnden Quellenlage offensichtlich sehr sorgfältig recherchiert, und man muss ihm auch hoch anrechnen, dass er der Versuchung widerstanden hat, in Hinblick auf die etwas dürftigen Beweise wild darüber zu spekulieren. Da die Zielgruppe dieses Buches unter dem Fußvolk zu finden ist, ist es wie ein Schmöker aufgebaut, mit vielen Deutungen auf spätere Kapitel, die den Leser durch das Buch locken und begleiten. Die Charaktere und die Ereignisse stellen die Kulissen dar, so dass es auch für unterwegs ein geeignetes Buch ist, das man mit vielen Unterbrechungen und Ablenkungen leicht lesen kann. Trotzdem, dass der Stoff für ein Buch dieser Länge eigentlich zu breitgefächert ist, konzentriert sich Milton zumindest lediglich auf die holländischen und englischen Abenteuer, und schenkt dem zur gleichen Zeit stattfindenden portugiesischen und spanischen Treiben wenig Platz.

„Nathaniel’s Nutmeg“ ist eine kurzweilige und interessante Lektüre, die auch für Leute geeignet ist, für die die Geschichte normalerweise kein Interesse weckt. Dank der ausgiebigen Recherchen ist das Buch sehr informativ, auch wenn des Buches Gegenstand eigentlich zu groß ist. Trotzdem hinterlässt das Buch ein Gefühl ähnlich dem eines Abends in einem chinesischen Restaurant: Bald nach dem Verzehr hat man wieder einen leeren Magen. In seinem Versuch, das Schicksal New Yorks mit der Lebensbahn Couthorpes in Verbindung zu bringen, hat Milton einen Stoff ausgesucht, dem er in diesem Werk einfach nicht gerecht werden konnte, und somit bleibt die Botschaft irgendwie seicht und unkonzentriert. Anders betitelt, mit einem weniger anspruchsvollen Ziel oder einem strengeren Redakteur wäre dieses Buch eine umso befriedigende Lektüre geworden.


Geht nicht gibt's nicht!: So wurde Richard Branson zum Überflieger. Seine Erfolgstipps für Ihr (Berufs-) Leben
Geht nicht gibt's nicht!: So wurde Richard Branson zum Überflieger. Seine Erfolgstipps für Ihr (Berufs-) Leben
von Richard Branson
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leichte Lektüre mit interessanten Einblicken, 25. Dezember 2014
In der Regel interessiere ich mich nicht für Autobiografien, aber da dieses Buch so stolz auf dem Bibliotheksregal da stand, habe ich es einfach aus der Laune heraus mal mitgenommen. Es ist eine relativ kurze und einfache Lektüre, im Grunde bestehend aus Bruchstücken aus dem Leben und der Karriere Bransons mit einigen interessanten Ideen und unterhaltsamen Anekdoten, verstreut mit allgemeinen Ratschlägen. Die autobiografischen Stücke sind wohl am interessantesten, aufgrund des Buchformats sind sie jedoch oft wiederholt oder in einer komischen Reihenfolge präsentiert.

Wesentlich vorhanden sind Kommentare über Bransons Vorgehensweise in Bezug auf den nachhaltigen Kapitalismus und seine humanitäre und ehrenamtliche Arbeit. Leider gibt es aber einige Kapitel, die von Themen wie der globalen Erwärmung handeln, die sich wie Wort für Wort aus einem anderen Buche abgeschriebene Diatriben lesen und hier ziemlich fehl am Platz sind. Es hätte genügt, wenn Branson erklärt hätte, er nehme die globale Erwärmung als eine ernste Bedrohung für den Planeten und engagiere sich deswegen mit seinem Virgin-Imperium, diesem Problem ohne Umschweife entgegenzutreten, ohne so ins Detail gehen zu müssen, um seine Leser davon zu überzeugen, die Firmenzahlen gehen auf.

Ein letztes Wort über die Übersetzung: Obwohl ich das Original „Screw It, Let's Do It“ nicht gelesen habe, sehe ich ein, dass es schwierig sein musste, dem Original treu zu bleiben und gleichzeitig das Argument zu überliefern. Deshalb bieten viele Anmerkungen des Übersetzers wertvolle Hintergrundinformationen oder erklären Wortspiele, die auf Deutsch einfach nicht funktionieren. Dennoch wimmelt das Buch von typographischen und anderweitigen Fehlern, die den Lesefluss stören und teilweise ein wiederholtes Lesen verlangen, um den Fehler zu entdecken.

Als schnelle, leichte Unterhaltung bietet das Buch genügend Anekdoten und Informationsleckerbissen für die, die für die Erfolgsgeschichte und Geschäftsphilosophie Bransons interessieren. Jedoch stört die planlose und teilweise wiederholte Darstellung der Firmengeschichte, und die übertriebene Belehrung über die globale Erwärmung gehört eigentlich auf einer anderen Bühne. Wahrscheinlich wäre seine Autobiografie die interessantere Lektüre.


Kafka On The Shore (Vintage Magic)
Kafka On The Shore (Vintage Magic)
von Haruki Murakami
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

3.0 von 5 Sternen Durstlöscher mit sauerem Nachgeschmack, 29. Januar 2013
Diesem Buch nur drei Sterne zu geben, kommt mir selber ein bisschen ungerecht vor. Während ich das Buch gelesen habe, gefiel mir ziemlich viel, aber als ich mir dann ein paar Tage „Verdauungszeit“ erlaubt habe, fand ich es immer schwieriger zu rechtfertigen, was genau ich an dem Buch so verlockend fand.

Um zuerst das gute an dem Buch zu behandeln: „Kafka on the Shore“ ist auf Grundebene ein fesselndes Buch. Zwei verwandte Geschichten werden Kapitel für Kapitel ineinander verflochten, und obwohl sie sich am Ende nicht ganz einigen, bleibt die Erzählung spannend. Einige Themen treten in der Geschichte auf, wie die Ödipale Tragödie, die Reise zum Erwachsensein, sowie komplexere Fragen von Zeit und Realität und noch weitere metaphorische und surreale Elemente. Wenn Sie der „magische Realismus“ nicht reizt, sollten Sie lieber die Finger davonlassen.

Wo manch andere Rezensenten auf Amazon.co.uk sich darüber beklagt haben, die Prosa oder die Übersetzung sei gestelzt, fand ich das Buch meistens gut geschrieben. Zugegeben die Übersetzung ist amerikanisches Englisch, was mich als britischen Leser gelegentlich irritiert hat. Es gibt auch Momente, wo der Dialog besonders unrealistisch und gezwungen wirkt, vielleicht aufgrund Murakamis Versuch, viel Diskussion über das Metaphysische/Philosophische einzuquetschen. Dies ist ein Buch, in dem ein 15-Jähriger über Interpretationen von Schubert diskutieren kann und ein Buch über Napoleons russischen Feldzug aus einer Laune heraus zur Hand nimmt. Das wird nicht bei jedem Anklang finden, dennoch liefern die Diskussionen und Ideen, die in dem Buch herumschweben, interessante Unterbrechungen in der Geschichte.

Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, fing meine Bewunderung für das Werk leider an zu schwinden. Wie Andere bemerkt haben, bietet das Buch kein zufriedenstellendes Fazit. Allein stellt das kein Problem da, eher, dass keine der verschiedenen Fäden der Geschichte Antworten geben. Alle interessanten und kitzelnden Diskussionen und metaphorische Ereignisse entpuppten sich als hängende Fragezeichen über dem geschlossenen Buchumschlag. Der Autor selber schlägt seinen Lesern vor, für die Rätsel des Buches eigene Lösung zu finden, und empfiehlt ein mehrfaches Lesen, aber dazu habe ich weder Zeit noch Lust.

Für mein Gefühl bietet „Kafka on the Shore“ eine recht schöne Unterhaltung, die auf einigen Ebenen als fesselnde Geschichte funktioniert. Aber wenn es versucht, an tiefer Bedeutung zu gewinnen, liefert es lediglich unzusammenhängende Ideen, die der Leser erst zusammensetzen muss, wenn er darin ein Teil des Gesamtbildes sehen will. Dies war mein erstes Buch von Murakami, und obwohl ich noch kein Fan bin, wird es mich auch nicht davon abhalten, mir einen weiteren Roman von ihm zu ergattern, sollte sich die Gelegenheit bieten. Wäre es nicht für den sauren Nachgeschmack, gäbe ich dem Buch sogar einen vierten Stern, für die erfreuliche Art, in der es uns ein modernes Märchen darstellt.


What Ho!: The Best of Wodehouse
What Ho!: The Best of Wodehouse
von P.G. Wodehouse
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,92

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein perfekter Einstieg in die Wodehousesche Welt, 27. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: What Ho!: The Best of Wodehouse (Taschenbuch)
Trotz meines Alters hatte ich, bis ich dieses Buch als Weihnachtsgeschenk bekam, noch nie etwas von Wodehouse gelesen, obwohl man mir als Kind ein paar Ausschnitte vorgelesen hat. Mit Wodehouse besteht das Problem natürlich darin, dass es schwierig ist sich zu entscheiden, wo man anfangen sollte, da der Mann so produktiv war. Dazu haben die meisten Wodehouse-Leser ihre Lieblingscharaktere schon ausgesucht, also sie um einen Rat zu bitten, ist ähnlich wie danach zu fragen, welche Fußballmannschaft man unterstützen sollte.

Demzufolge eignet sich dieses Kompendium als erster Schritt in Wodehouses Welt. Der Neuling findet hier eine Kostprobe von Jeeves, Blandings, Ukridge, Mr Mulliner, The Drones, Psmith und Uncle Fred. Es gibt sogar eine Auswahl Golf-Geschichten und als Anhang eine Sammlung Briefe und allerlei andere Schreiben.

Die bisher einzige andere Rezension auf Amazon.co.uk warf dem Buch eine nachlässige Qualität vor. Hier stimme ich nur teilweise zu: Obwohl ich an der Anfertigung nichts zu meckern finde, gibt es dennoch eine überraschende Menge an Druckfehlern, obschon nur belanglose Kleinigkeiten. Trotzdem ist dieser Buchband für den Preis ein absolutes Schnäppchen, und ein Muss für jeden, der sich einen ersten Blick in die Wodehousesche Welt verschaffen will.

(Und jetzt, da ich das Ganze gelesen habe, kann ich erklären, dass mein Jersey mit dem Blandings-Wappen beschmückt ist!)


The Photographer's Eye: Composition and Design for Better Digital Photographs: Composition and Design for Better Digital Photos
The Photographer's Eye: Composition and Design for Better Digital Photographs: Composition and Design for Better Digital Photos
von Michael Freeman
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,19

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Wie, Warum und Weshalb der Fotografie, 27. Januar 2013
Als jemand der sich erst kürzlich mit der digitalen Fotografie befasst, nahm ich dieses Buch zusammen mit dem von Bryan Peterson „Understanding Exposure“, um einen Einstieg zu finden und mich inspirieren zu lassen. Keines der Bücher enttäuschte mich. Petersons Buch bietet eine hervorragende Einleitung in die Welt der Fotografie. Dagegen geht Freemans Buch vielmehr ins Detail über die einzelnen Techniken der Bildgestaltung.

Das Buch gliedert sich in 6 Kapitel, wobei jedes Kapitel in weitere Abschnitte unterteilt ist, die von bestimmten Aspekten des fotografischen Designs handeln. Obwohl teilweise aufeinanderaufbauend ist es gut möglich, die einzelnen Kapitel dieses Buches stückchenweise zu verzehren: Man kann sowohl uninteressante Teile völlig überspringen, als auch auf informative Abschnitte zurückkommen. Jedes Modul ist gut mit Beispielfotografien ausgestattet, die die Argumente und Informationen des Autors verdeutlichen.

Wie andere auf Amazon.co.uk schon geschrieben haben, ist die Schreibart teilweise relativ akademisch, und gleicht dem, was man von einem Fotografiekurs erwarten würde, dennoch sollte der Durchschnittsleser das Enthaltene gut verstehen können. Freeman zitiert eine Anzahl Fotografen, um seine Worte zu bekräftigen, und nimmt Beispiele aus anderen künstlerischen Bereichen, um den besonderen Herausforderungen der Fotografie einen Vergleich zu bieten. Meines Erachtens liegt ein wahrer Mangel des Buches darin, dass Freeman manchmal die Besonderheiten einer (zugegeben berühmten) Fotografie aufzählt, ohne dass das Foto im Buche erscheint, wohl aus finanziellen oder rechtlichen Gründen. Trotzdem, obwohl die Bilder mit einer Suchangabe im Internet mühelos zu finden sind, beeinträchtigt dies die Lesbarkeit, besonders für den Fotoanfänger, der ganz klar als Zielperson dieses Buches gilt.

Um zwei der in den negativen Rezensionen am häufigsten auftauchenden Kritiken aufzugreifen:

* die Fotos seien schlecht – persönlich finde ich diese Meinung schon harsch, aber dazu finde ich es von Vorteil, dass nicht jedes Foto ein atemberaubendes Meisterwerk ist. Seien sie bloß alltägliche Fotografien, aber indem man sie unter die Lupe nimmt und hervorhebt, wieso sie gelungen sind, kann man sich umso besser auf die Einzelheiten konzentrieren, sei es Perspektive, Zeitgefühl oder Belichtung. Zum Beispiel gibt es in einem Kapitel ein handelsübliches Bild von einem Haus und einem Baum, ein absolut stinknormales Bild, dem man in der Regel keine zweite Sekunde Achtung schenken würde. Aber das Foto eignet sich als perfektes Vorbild für den Einsatz von den vorhandenen Elementen eines Bildsubjekts als Rahmen.

* das Buch enthalte keine Lektionen und beschreibt lediglich, wieso manche Fotos 'funktionieren' – ich finde diese Kritik berechtigt, wenn es auch auf den Geschmack des Lesers ankommt. Für mich war das Buch exzellent strukturiert, indem es das Foto als Konzept in die einzelnen Bestandteile zerlegt und dies anhand von Beispielen untersucht, um zu erklären, wie man diese Ideen einsetzen kann, und wieso diese Bilder 'funktionieren', wo ein anderer Winkel, eine andere Belichtung, eine andere Gestaltung fehlgeschlagen hätte.

Mit dem niedrigen Preis und mithilfe von Amazons „Blick ins Buch“ kann der Käufer schließlich keinen großen Fehler machen. Wenn Sie auch der Meinung sind, dass man nur anhand von fesselnden Meisterwerken lernen kann, suchen Sie sich lieber ein anderes Buch aus. Trotzdem liefert dieses Buch dank einer guten Zusammenstellung von gutem Schreiben und ausgiebigen Beispielen ein hervorragendes Anfängerbuch, das einem klar macht, was hinter dem Objektiv alles möglich ist.


Is That a Fish in Your Ear?: Translation and the Meaning of Everything
Is That a Fish in Your Ear?: Translation and the Meaning of Everything
von David Bellos
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Verteidigung der Übersetzung, 22. Dezember 2012
Indem er sein Buch „Is that a fish in your ear?“ genannt hat (bzw. hat nennen lassen), hat David Bellos es schwierig gemacht, dieses Buch zu kategorisieren. Vom Aussehen her scheint das Buch definitiv dem populärwissenschaftlichen Bereich anzugehören, jedoch wie andere klar gemacht haben, liegt die Schreibart entschieden in einer halbwegs akademischen Kategorie. Trotzdem sollte das erfasste Material für eine große Bandbreite von Interesse sein, da sich das Buch in kurze und zum größten Teil in sich abgeschlossene Kapitel aufteilt. Man kann dadurch leicht eintauchen, bestimmte Kapital auswählen oder uninteressante Teile völlig überspringen. Das Buch weist einen sehr großen Umfang von Themen auf und der Autor spricht eine Vielfalt an Themen aus verschiedenen Disziplinen an, einschließlich der Philosophie, der Biologie, der Religion und natürlich der Linguistik.

Mir ist beim Betrachten des Werks in seiner Ganzheit aufgefallen, dass Bellos hiermit die Gelegenheit nutzt, für seinen Beruf bzw. die Art, in der er seiner Arbeit nachgeht, zu plädieren. Es handelt sich in vielen Kapiteln um einen Vorwurf gegen oder gar einen Angriff auf Übersetzung und Übersetzer, hauptsächlich in der Form einer tagtäglichen Plattitüde, die er dann unter die Lupe nimmt, prüft und im Großen und Ganzen glaubhaft widerlegt. Auch wenn ich seinen Meinungen nicht immer zugestimmt habe, stellt Bellos seine Beweise und seinen Denkvorgang sehr offen dar, damit der Leser meist seine eigene Schlüsse ziehen kann. Trotzdem kommen im Buch einige Widersprüche zum Vorschein und die Argumente scheinen teilweise überzogen. Zum Beispiel kritisiert er eine Behauptung Nabokows in Bezug auf die Lyrik Puschkins, dass es mathematisch unmöglich sei, gleichzeitig den Reim und das Gedicht wortgetreu zu übersetzen („to reproduce the rhymes and yet translate the entire poem literally is mathematically impossible“). Dann erklärt er wie sich die puschkinsche Gedichtform zum Übersetzen gut eignet und dass die Ursache Nabokows Behauptung in dessen mangelnder Bereitschaft dazu lag. Vielleicht entspricht das der Wahrheit, aber weder das, noch die Aussage, es gebe andere begabte Übersetzer, die eine „gute Annäherung von Puschkins Gedichten“ übersetzt haben, beeinträchtigt die ursprüngliche Behauptung über die Unmöglichkeit der gleichzeitigen Übersetzung von Form und Inhalt. Wenn überhaupt, bestätigt Bellos' eigenes Kapitel über Lyrik Nabokow in seiner Meinung.

In seiner Verteidigung der Übersetzung behandelt Bellos eine Vielfalt von Bereichen und Epochen, von Sumer über die Bibel bis hin zur EU, darunter auch der Humor, der Juristenjargon und das Dolmetschen. Er schildert die Schwierigkeiten, die dem Übersetzer gegenüberstehen, wie wenn es am Platz mangelt (z.B. Comics), an Zeit (z.B. Filmuntertiteln oder Synchronisation), fehlende grammatikalische Aspekte in der Quell- oder Zielsprache, oder einfach der Bedarf nach Erklärungen, wenn es keine gibt (z.B. wenn der Autor schon tot ist). Vom besonderen Interesse sind die Kapitel, die von den Arbeitsweisen der EU und UNO handeln, sowie die wiederkehrenden Gedanken über die dominante Rolle der englischen Sprache und dessen potenzieller Einfluss auf andere Sprachen durch die Arbeit von Übersetzern. Außerdem zu den Stärken des Buches zu zählen sind die vielen Beispiele und Anekdoten von Schwierigkeiten und Erfolgen, die Bellos beifügte, um seinen Argumenten Glauben zu schenken.

Zwar gibt es in dem Buch ein paar Aussagen, die ich als 'Fehler' betrachten würde, aber die sind nebensächlich und lenken nicht von dem Hauptargument ab. Ansonsten ist dieses Werk äußerst gut recherchiert und detailliert. Bellos schreibt als Fachmann und wirkt trotz seiner zum Teil sehr festen Meinungen aber nie herablassend. In der Tat erblickt man flüchtig eine gewisse Bescheidenheit, insbesondere wenn er von Arten der Übersetzung redet, die nicht zu seinen Stärken zählen.

Letzten Endes ist dies ein Buch, dass dem richtigen Leser recht gefallen wird. Obwohl ich von einigen seiner Argumente nicht überzeugt wurde, stellt Bellos ausreichende Informationen und Beweise dar, wodurch der Leser zu einer eigenen Meinung kommen kann. Als Überblick und Einleitung in die Welt der Übersetzung muss man das Buch als Erfolg erkennen, vor allem für diejenigen, die Sprachen studieren, die sich überlegen, Übersetzer zu werden, und vielleicht auch die, die eine bloße Neugier haben, mehr von den Übersetzungen zu erfahren, die sie selbst lesen. Leider, wie andere hervorgehoben haben, lässt sich der Zweck des Buches von seinem Titel und Klappentext nicht leicht enthüllen, also lohnt es sich auf jeden Fall kurz per Amazons „Blick ins Buch“ reinzuschnuppern, bevor man sich entscheidet, es zu kaufen.


The Shallows: What the Internet is Doing to Our Brains
The Shallows: What the Internet is Doing to Our Brains
von Nicholas Carr
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Ein Kommentar zu unserer Cyber-Gesellschaft, 14. Dezember 2012
Der Klappentext behauptet, dieses Buch sei „Der stumme Frühling“ des literarischen Geistes. Zwar vergleicht man hier Äpfel mit Birnen, aber im Kern gibt es in diesem Buch eine provozierende Erörterung der Auswirkung verschiedener Techniken auf die Funktionsweise des Geistes. Carrs Hauptthese, die er in seinem Artikel „Is Google making us stupid?“ schon ausführlich erklärt, ist, dass das Internet Veränderungen in unseren Hirnen auslöst, die unsere Denk- und Erinnerungsvermögen nicht unbedingt positiv verändern. Grundsätzlich spielt das Internet die Rolle eines Universums der Ablenkung, das eine unendliche Vielfalt an leichter Unterhaltung und sinnlosen Unterbrechungen einführt, wodurch wir unsere Gehirne nach einem süchtig-machenden Muster von ineffektivem Multitasking trainieren. Wir heben die neue Technik auf ein Podest, als Eingang zu einer neuen Welt des Wissens und der Kommunikation, die viele Vorteile im Rahmen von sozialer Wechselwirkung, persönlicher Freiheit und wissenschaftlicher Bemühung mit sich bringt. Carr ist jedoch der Meinung, dieses Portal sei beileibe nicht ohne Nachteile, dass diese Technik unsere Fähigkeit des tiefen Denkens und das effektive Nutzen des Gedächtnisses beeinträchtigt.

Obwohl die Veröffentlichung seines Artikels / dieses Buches für Furore sorgte, worin der Autor als demagogischer Technikfeind dargestellt wurde, gibt es wenig luddistische Rhetorik hier, und das Buch ist mitnichten die großspurige Jeremiade, als die es oft abgestempelt wird. Das Buch selbst ist zum größten Teil gut geschrieben, die Kernargumente bleiben der Schilderung immer nah, und Recherchen, die die Behauptungen unterstützen, sind reichlich vorhanden. Sicherlich ist dies keine ernsthafte wissenschaftliche Arbeit und der Vorwurf ist wohl gerechtfertigt, dass sich Carr nur die besten Befunde herausgepickt hat, die seine These unterstützen. Dennoch bleiben genug Denkanstöße. Die Argumente des vorher erwähnten Artikels sind in dem Buch näher ausgeführt, mit interessantem, historischen Hintergrund, Forschungsergebnissen aus den Bereichen der Neurowissenschaft und Psychologie, und Parallelen zu anderen technischen Veränderungen. Trotzdem liest sich der Text phasenweise wie ein hetzend-geschriebener Studienaufsatz: Eine Kette von hoffnungsvoll würdigen Zitaten verknüpft durch gelegentliche Bindewörter („...und...“, „...aber...“). Die besten Kapitel sind die, wo sich der Autor vor dem Personalpronomen „ich“ nicht gescheut hat und die, die eigene Erfahrungen und Kämpfe des Autors mit der neuen Technik wiedergeben, sowie der leider allzu kurze Kapitel über den Einfluss des Internets auf den Verbrauch unserer Gedächtnisse.

Mit weniger als 250 spärlich gedruckten Seiten sollte dieses Buch selbst die Aufmerksamkeitsspanne von dem „novus homo“, den das Buch beschreibt, nicht erschöpfen. Es wird wohl für Menschen von Interesse sein, die auf beiden Seiten der Internetgeburt geboren wurden, und die gut recherchierten Berichte über historische Parallelen und psychologische Aspekte bieten viele kleine Leckerbissen für das Gehirn zu verdauen. Dass Carr getadelt wird, keine Lösungen zu den problematischen Entwicklungen, die er hervorhebt, anzubieten, zählt meiner Meinung nach zu den Stärken, nicht den Schwächen. Es handelt sich hier eher um einen Kommentar, und keine Kritik. Gesellschaftlicher Wandel lässt sich genau so gut aufhalten wie die Gezeiten, obwohl wir als Individuen unsere eigenen Wege beschreiten dürfen. Aber es ziemt sich für uns, diesen Wechsel wahrzunehmen.


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