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Rezensionen verfasst von
Dr. Kurt E. Becker
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Imaginative Dramatik: Spiele zu den Jahresfesten (Karl König Werkausgabe)
Imaginative Dramatik: Spiele zu den Jahresfesten (Karl König Werkausgabe)
von Steel Richard
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 30,00

5.0 von 5 Sternen "Die Menschheit ist nicht allein", 17. Februar 2015
Unstrittig: Wir leben in finsteren Zeiten. Diese Finsternis hat viele Gesichter: Krieg, Terror, Krisen. Diese Finsternis ist weltumspannend. Sie reicht von Europa über Afrika nach Asien, Australien und Amerika und zurück. Keine Region dieser Welt ist davon ausgenommen. In deren Zentrum: die Krise des Menschlichen an sich, evoziert durch den Egoismus einer aus den Fugen geratenen kapitalistischen Ökonomik. Gier ist deren beherrschendes Motiv – je nach Perspektive daraus resultierend oder diese begründend. In deren Konsequenz ein unbegrenzter Wettbewerb, angetrieben von einem Kampf jeder gegen jeden, Staat gegen Staat, Nation gegen Nation, Gesellschaftsform gegen Gesellschaftsform, Kultur gegen Kultur. Die Menschheit – weit entfernt von der Verwirklichung ihres eigenen Ideals, der Einzelne – selbstvergessen das heilsverheißende "Mensch-unter-Menschen-Sein" negierend.

Nicht zuletzt den spirituellen Zusammenhalt der Menschen untereinander zu befördern und zu dynamisieren, hatte Karl König seine Camphill-Bewegung vieldimensional initiiert. Eine dieser Dimensionen: "Spiele zu den Jahresfesten", unter dem Titel "Imaginative Dramatik" nun von Richard Steel als schön aufgemachte, literarische Kostbarkeit herausgegeben, eingeleitet und kommentiert.

Worum geht es in diesen Spielen?

Pars pro toto lässt Karl König in eindrucksvoller Symbolik die Gestalt des menschlichen Gewissens in seinem "Gemeinschafts-Spiel" zu Weihnachten deklamieren: "Dämmerung durchzieht die Erde, Ahnung füllt das Menschenherz. Kälte droht und Dunkel wirkt". Und daraus folgend auffordernd: "Freunde, alle die hier weilen, bannt das Dunkel, bannt die Kälte, wärmet eure starren Glieder, lichtet eure grauen Sorgen, nehmt die Ahnung und erwartet was hier werden will."

Das heilsversprechende Camphill-Programm durchzieht auch Karl Königs vierzehn Spiele zu den Jahresfesten, die "als Bausteine der Gemeinschaftsbildung" gelesen werden können: "Die Feste haben die Menschen in alten Zeiten sozial fest eingebunden…", so Karl König. Und weiter: "Wir wollen doch ganze Menschen sein, dann müssen wir auch als ganze Menschen geistig schaffen können."

Zu Recht weist Ruth Freifrau von Ledebur in ihrem dem Band beigegebenen anspruchsvollen Aufsatz "Das europäische Drama als Kontext zu Karl Königs Spielen" darauf hin, dass "die Aufführung der Spiele von Karl König ein prägendes Element in der Entwicklung der Camphill-Bewegung" gewesen sei. Ihr besonderes Merkmal? Nicht Berufstheater sondern für Laien konzipiert worden zu sein. Daraus resultiere nicht zuletzt die Idee der therapeutischen Gemeinschaft zwischen Darstellern und Zuschauern.

Ganz im Sinne dieser Gemeinschaftsbildung komme es Richard Steel zufolge bei Karl König wesentlich darauf an, Verantwortung mitzutragen für die gewordene Gegenwart und die werdende Zukunft: "König möchte uns mit seinen Spielen nicht nur mit der Empfindung in einen Zeitenstrom hineinstellen, sondern dort unsere Willenskräfte anregen." Was wäre dem hinzuzufügen? Ein hoffnungsvolles Zitat aus den Spielen. Am Ende des "Michael-Spiels" singt uns "das Volk" denn auch ein heilsverheißendes Lied: "Das Licht der Welt ist uns erschienen, die Menschheit wandert, und ist nicht allein."


Versichert, verraten, verkauft: Wie Versicherungen mit unserem Geld umgehen
Versichert, verraten, verkauft: Wie Versicherungen mit unserem Geld umgehen
von Leo Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Versicherungswirtschaft und deren Praktiken, 9. Februar 2015
Leo Müller hat ein Enthüllungs- und Aufklärungsbuch geschrieben. Eines, das so gut wie jede/n in unserer Gesellschaft betrifft. Da es nämlich rund 90 Millionen Lebensversicherungen in Deutschland gibt, ist statistisch jede/r von uns mit dabei. Müller nämlich hat die Versicherungswirtschaft und deren Praktiken im Visier, wirft aber auch einen Blick auf das Kundenverhalten. Heraus kommt "eine Geschichte über das Kundenvermögen, dessen Zukunft nun auf dem Spiel steht.“

Wie immer recherchiert Müller akribisch, kenntnis- und faktenreich. Seine Reportage schildert, wie die Versicherungskonzerne 824 Mrd. Euro an Kundengeldern einsammelten, wie sie damit ihre Glaspaläste erbauten "und wie sie schließlich erfolgstrunken einen Overkill produzierten, aus dem ein Großrisiko für ihre Unternehmen, aber auch für ihre Kunden erwächst.“ Es ist die Geschichte eines Betrugssystems von gewaltigen Dimensionen, das mit Bernie Cornfeld und dessen Investors Overseas Services (IOS) in der Nachkriegszeit des vergangenen Jahrhunderts seinen Anfang nahm. Aus diesem System hat sich, Müller zufolge, eine bis heute übliche und marktbeherrschende Verkaufspraxis der Versicherungskonzerne entwickelt, berühmt und berüchtigt geworden unter dem Namen "Strukturvertrieb“.

Die IOS-Veteranen und deren Lehrlinge erfanden das Wort "Finanzprodukt“, das die Versicherungswirtschaft bis heute pflegt, unter wohlklingenden Parolen verkauft und das bis heute dazu dient, den Kunden über den Tisch zu ziehen. Der Kunde, so Müller, sitzt den "Sorglos-Versprechen“ der Versicherungswerber auf – von der Kapitallebensversicherung über die fondsgebundene Lebensversicherung bis hin zu den Riester-Produkten.

Den Praktiken der Versicherungswirtschaft auf der einen Seite steht ein "finanzieller Analphabetismus“ der deutschen Kunden gegenüber. Denn die Deutschen haben keine Ahnung vom Geld und von der Kapitalwirtschaft. Finanzwissen wird in den deutschen Bildungseinrichtungen schlicht nicht vermittelt: "Der kollektive Finanz-Analphabetismus ist ein idealer Nährboden für die Offerten von Schurken.“

Mit 20 Regeln zum Schutz des eigenen Vermögens klärt Leo Müller die Leser seines Buchs auf. Die wichtigste von allen freilich ist die einundzwanzigste: "Lieber Kunde, du bist selbst verantwortlich dafür, was mit deinem Geld passiert. Du bist der Souverän deines Vermögens. Verhalte dich entsprechend.“

Müllers Buch ist als Lektüre jeder/jedem zu empfehlen, der auch nur einen Euro privat in seine Altersvorsorge investieren möchte.


Wie das Brummen einer dicken Hummel: Patienten-Geschichten rund ums Herz
Wie das Brummen einer dicken Hummel: Patienten-Geschichten rund ums Herz
von Bad Oeynhausen Herz- und Diabeteszentrum NRW
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Patienten-Geschichten rund ums Herz, 1. Dezember 2014
Richard Rickelmann, ein vierteljahrhundertlang Wirtschaftskorrespondent für den Spiegel, später Reporter für Politik und Wirtschaft für den Stern und freier Autor für das ZDF, als Buchautor zuletzt "Tödliche Ernte“, hat Patientengeschichten "Rund ums Herz“ aufgeschrieben. Empathisch, unterhaltsam und vor allem – informativ. Wer Rickelmanns Buch liest, lernt und versteht, wie Herzmedizin im technologischen Zeitalter funktioniert. Und wer Wissen und Verstehen aufbaut, baut gleichzeitig Ängste ab.
Wochenlang hat Rickelmann Patienten des Herz- und Diabetes-Zentrums Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen begleitet, hat sie vor und nach Herzoperationen und Herztransplantationen erlebt, ihre Empfindungen und Gedanken erfahren dürfen, mit ihren Familien gesprochen und mit Einwilligung der Betroffenen auch ihre medizinischen Daten nutzen dürfen. Das Ergebnis dieser Recherche ist ein Aufklärungsbuch im besten Wortsinn. Mit Rickelmann zu schreiben: "Nur der wissende Patient ist ein mündiger Patient.“


Alfred Bergel: Skizzen aus einem vergessenen Leben. Wien - Theresienstadt - Ausschwitz.
Alfred Bergel: Skizzen aus einem vergessenen Leben. Wien - Theresienstadt - Ausschwitz.
von Karl König Institut
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alfred Bergel: Dem Vergessen der Holocaust-Finsternis entrissen, 27. Oktober 2014
Wer war Alfred Bergel? In den einschlägigen Suchmaschinen des Internet fand sich bislang eine einzige Notiz: im "Theresienstadt-Lexikon". Dort wird Bergel als "Arzt und Künstler" ausgewiesen. Tatsächlich war er Kunstlehrer und Künstler. Geboren 1902 in Olmütz, von den Nazi-Schergen zusammen mit seiner Frau 1944 in Auschwitz ermordet. Ein Schicksal unter Millionen, preisgegeben dem Vergessen der finstersten und abgründigsten Epoche deutscher Geschichte - ein Leben und die Erinnerung daran ausgelöscht in der Anonymität der unermesslich großen Zahl. Einer unter Millionen. Im Holocaust gibt es keinen Singular, die von den Nazis beabsichtigte Vernichtung des Einzelnen sollte total sein.
Anne Weise hat die unerbittliche Grausamkeit dieser Holocaust-Gesetzmäßigkeit durchbrochen. Die promovierte Kultur- und Kunstwissenschaftlerin, Archivarin am Karl König-Archiv in Aberdeen, hat Alfred Bergel zurückgeholt ins Licht unseres Bewusstseins, akribisch recherchierend, voller Empathie, wissend um jene Verantwortung, die wir für andere haben, für die Lebenden genauso wie für die Toten.
Alfred Bergel war Karl Königs Jugendfreund. Und es sind die Tagebücher des Camphill-Begründers, die von "Fredi", "seinem besten Freund" berichten. Und dieser in Königs Notizen aufgezeigten Spur ist Anne Weise gefolgt, hat sie ergänzt um zahlreiche Erinnerungen von Freunden und Zeitgenossen, durch Dokumente und Bilder, verstreut überall auf der Welt. Die wesentlichen Stationen dieses Lebens waren Wien und nach der Annexion Österreichs durch Nazi-Deutschland Theresienstadt. Im Ghetto wirkte Bergel als Künstler und Zeichenlehrer, fertigte Werke über den Ghetto-Alltag und erschütternde Porträts über Schicksals-Genossen. Und es ist diese von Anne Weise vorbildlich recherchierte künstlerische Tätigkeit im Ghetto, die diese Biografie über das individuelle Schicksal hinaus auch kulturgeschichtlich bedeutsam macht, wirft sie doch ein beredtes Licht auf eine besondere Form und Aktivität des Ghetto-Lebens im Nazi-Deutschland.
Anne Weise ist nicht nur eine beispielhafte Biografie zu danken. Sie hat uns mahnend und eindrücklich vor Augen geführt, dass wir als Menschen die Aufgabe und Verpflichtung haben, dem gewaltsam herbeigeführten Vergessen zu trotzen. Diese Biografie ist deswegen nicht zuletzt ein Fanal der Menschlichkeit - über die Zeiten hinweg verbindlich und verbindend Geltung einfordernd für alle, die darum wissen, dass das menschliche Selbst sich nur im Zwischenmenschlichen, als Mensch unter Menschen entfalten kann. Und diese daraus resultierende Achtsamkeit im Umgang miteinander schärft den Blick für Fehlentwicklungen jedweder Art, denen zu widerstehen unser aller tägliche Aufgabe ist. Denn über dem Schicksal Alfred Bergels steht für uns alle als stete Mahnung und Aufgabe ein "Nie wieder".


Bauleitplanung zur Hochwasservorsorge: Umsetzung der Vorgaben eines Hochwasserrisikomanagementplans
Bauleitplanung zur Hochwasservorsorge: Umsetzung der Vorgaben eines Hochwasserrisikomanagementplans
von Ina Koschinski
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,90

5.0 von 5 Sternen Hochwasser – Vorsorge und Risikomanagement, 10. Februar 2014
Wer sich die regelmäßig wiederkehrenden Hochwasser und deren Folgen bei Immobilien, in Städten und in der Landschaft vor Augen führt, kommt nicht umhin, der Hochwasservorsorge und dem damit verbundenen Risikomanagement eine höchste Priorität in der Bauleitplanung einzuräumen. Genau allen damit verbundenen Fragen wendet sich Ina Koschinski in einer Abhandlung zu. Grundlage ihrer Untersuchung sind einschlägige Richtlinien des europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2007.

Auf Basis dieser Richtlinien ergeben sich völlig neue Grundlagen für städtebauliche Entscheidungen und Hochwasserschutzmaßnahmen. Diese sollen bis zum Dezember 2015 konzipiert werden mit entsprechenden Auswirkungen auf neu zu entwickelnde Bauleitpläne in der Folge.

Ina Koschinski zeigt auf, wie die europäischen Vorgaben in deutsches Recht umgesetzt wurden und welche Möglichkeiten auf kommunaler Ebene zum Schutz vor Hochwasser und dessen Folgeschäden bestehen. Die Autorin weist auch darauf hin, wie schwer es den Kommunen oft fällt, Maßnahmen im Flächennutzungs- und anschließend im Bebauungsplan zu realisieren. Meist seien entweder die örtlichen Gegebenheiten nicht ausreichend oder der kommunale Aktionsradius werde durch andere Gesetze eingeschränkt.

Die Untersuchung zeigt Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, aber auch für Bauplanern, Landschaftsplanern und Architekten, vor allem jedoch den kommunal Verantwortlichen ihre Grenzen und Möglichkeiten bei der Hochwasservorsorge auf.


Trainerkompetenz: Erfolgreich Trainings und Seminare planen: Bedarf ermitteln, grundlegende Trainingskonzepte, systematische Auswertung
Trainerkompetenz: Erfolgreich Trainings und Seminare planen: Bedarf ermitteln, grundlegende Trainingskonzepte, systematische Auswertung
von Valentin Nowotny
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Train the Trainer, 4. November 2013
"Erfolgreich Trainings und Seminare planen" ist ein Buch für Profis. Es richtet sich an Leser, die sich als Trainer für die Vorbereitung und Durchführung von Aufträgen an einer Guideline orientieren wollen und von praxisnahen Tipps leiten lassen. Eine solche Guideline liefert dieses Buch in beeindruckender Art und Weise: praxisorientiert, systematisch und anschaulich. Ein Beispiel von vielen in diesem Zusammenhang: aufklärende Fragen an den Auftraggeber. Wer sich dieses Vehikel als Trainer zunutze macht und von seinem Auftraggeber realitätsnah Antworten erhält, hat eine solide Grundlage zur konkreten Maßnahmenplanung.

Das Buch endet mit "10 goldenen Regeln der Seminarplanung" - und die sind es wert, sich stets aufs Neue damit auseinanderzusetzen. Ein Beispiel gefällig? "Jedes Unternehmen hat seine eigenen Spielregeln. Und die wollen auch in der Seminarplanung berücksichtigt werden." Wie wahr! Bliebe zu ergänzen, dass ein Seminarerfolg für einen Seminarteilnehmer auch darin bestehen kann, die Spielregeln seines eigenen Unternehmens zu verstehen oder aber den Versuch zu machen, sie zu modifizieren.


Feindkontakt - Gefechtsberichte aus Afghanistan
Feindkontakt - Gefechtsberichte aus Afghanistan
von Sascha Brinkmann
  Broschiert

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutschlands Krieg am Hindukusch, 4. November 2013
"Feindkontakt" ist ein aufrüttelndes Buch, das schnörkellos vom Soldat-Sein im 21. Jahrhundert berichtet, das Soldat-Sein legitimiert von einem demokratisch verfassten Staat, dessen verantwortlich handelnde Politiker Soldaten zu Kriegern gemacht haben. Dieses militärische Mandat wurde von einem ehemaligen Verteidigungsminister mit dem nachdenkenswerten Satz begründet: "Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird heute auch am Hindukusch verteidigt."

Auf höchstem Reflektions-Niveau untersuchen die Herausgeber in der Einleitung die militärischen und menschlichen Implikationen dieses Satzes. Und im Schlusskapitel geht Co-Herausgeber Sascha Brinkmann unter dem provokanten Titel "Dulce et decorum est - Soldatisches Töten und Sterben" dem Selbstverständnis des Soldaten in dieser Zeit und in dieser Welt nach. Ehre, Vaterland und Sterben lauten die Zwischenüberschriften seines Beitrags, resultierend in der Erkenntnis, dass "...althergebrachte Denkmuster nicht mehr ausreichen, um Töten und Sterben zu rechtfertigen..."

Seine besondere Authentizität gewinnt dieses Buch durch seine Gefechtsberichte. Sich mit diesen Berichten auseinandergesetzt zu haben, ist ein Muss für jeden verantwortungsbewussten Bürger in diesem Staat, der sich als Bürge des Souveräns ein Urteil über diese Kriegseinsätze bilden muss.

Gewidmet ist das Buch dem Gedenken an die 2010 gefallenen Seedorfer Kameraden.


Arbeit - ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit (Forum Sozialethik)
Arbeit - ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit (Forum Sozialethik)
von Andreas Fisch
  Broschiert
Preis: EUR 19,80

5.0 von 5 Sternen Soziale Gerechtigkeit durch Arbeit?, 18. April 2013
In ihrem Sammelband "Arbeit, ein Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit" untersuchen Fisch, Kirmse, Wahl und Zink als Herausgeber gemeinsam mit elf weiteren Autoren die moderne Arbeitsgesellschaft unter sozialethischen Gesichtspunkten. Das Fundament des ethischen Diskurses liefert die katholische Soziallehre.

Der Band entfaltet ein breites Spektrum - von der Frage nach Gerechtigkeit, wie der Titel verspricht, über die Auseinandersetzung mit neuen Arbeitszeiten bis hin zu der Frage, ob es ein Recht auf Arbeit gibt. Die Beiträge sind durchweg lesenswert und überzeugend, fordern zur Auseinandersetzung und zum Nachdenken heraus.

Eine besondere Würdigung verdient der Aufsatz von Christian Stoll, denn er gräbt tief - bis hinunter zu den Wurzeln des modernen Kapitalismus. Im Anschluss an die Kapitalismus-Analyse Max Webers stellt Stoll in seinem Aufsatz "Unpersönliche Arbeit" sozialethische Überlegungen grundsätzlicher Art an. Nach der eindrucksvoll gelungenen Rekapitulation der Weberschen Protestantismus-Thesen stellt der Autor die Thesen in den Kontext der Enzyklika laborem exercens. Denn es gelte, so der Autor, sich mit Weber daran zu erinnern, dass der "Geist des Kapitalismus" gerade eine Frucht des Christentums sein solle.

Zur Erinnerung: Webers zu Recht berühmter Protestantismus-Aufsatz mündet in ein kapitalistisches Arbeits-Ethos, das den Sinn der Arbeit aus sich selbst rekurrieren lässt, weil alle übergeordneten Zusammenhänge der wissenschaftlichen Entzauberung der Welt zum Opfer gefallen sind. Kurz: Der Mensch lebt, um zu arbeiten, die Sinnfrage hat er selbst zu beantworten.

Weber selbst hat keinen Ausweg aus der schicksalhaft sich entwickelnden Struktur kapitalistischen Wirtschaftens gesehen. Inwieweit die erwähnte Enzyklika einen solchen Ausweg zu generieren imstande ist, fragt Christian Stoll und er geht in diesem Zusammenhang hart ins Gericht mit der katholischen Theologie, denn sie habe sich selbstkritisch zu fragen, wo und in welchem Umfang sie einen welt- und naturentwertenden Geist befördert habe: "Es ist uns heute klarer, dass die Wunden kapitalistischer Weltbeherrschung nur durch einen Geist geheilt werden können, der der Schöpfung wie der Natur des Menschen eine grundsätzliche Integrität einräumt und sie nicht zur widergöttlichen Verfügungsmasse menschlicher Machtbestrebungen degradiert." Letztlich lautet Stolls Credo: "Ihr lieben Christen, verändert die kapitalistischen Strukturen, denn nur dann könnt ihr euch selbst und die Welt retten..."


Noch eine Chance für die Soziale Marktwirtschaft?: Rückbesinnung auf Ordnungspolitik und Haftung
Noch eine Chance für die Soziale Marktwirtschaft?: Rückbesinnung auf Ordnungspolitik und Haftung
von Jürgen Morlok
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompendium liberalen Wirtschaftsdenkens, 15. Oktober 2012
Die Marktwirtschaft braucht einen Ordnungsrahmen. Aber welchen? Unter dieser erkenntnisleitenden Fragenstellung lässt sich zusammenfassen, was insgesamt zehn liberale Politiker und Wissenschaftler in diesem Sammelband zusammentragen. Fraglos: Ein Kompendium liberalen Wirtschaftsdenkens, das die Auseinandersetzung lohnt. Unter den durchweg lesenswerten Beiträgen besonders hervorzuheben ist der von Roland A. Kohn, unter anderem Vorsitzender der Kommission Freiheit und Ethik der FDP, weil er marktwirtschaftliche Fragen an den Grundfesten eines liberalen Menschenbildes festmacht. Ihm geht es nicht zuletzt darum, "die Probleme an den Reibungsflächen zwischen offener Gesellschaft und sozialer Marktwirtschaft in den Blick zu nehmen und noch intensiver an konstruktiven Lösungen mitzuwirken." Kohn entfaltet ein "Menschenbild des selbstbewussten und verantwortungsbereiten Bürgers" - ein Ideal, fraglos, aber wann hätte die Verfolgung eines auf individueller Souveränität gründenden Ideals einer Gesellschaft besser getan als heute?


Kaspar war sein Name: Gedichte
Kaspar war sein Name: Gedichte
von Richard Steel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Freundschaftsbuch für Kaspar Hauser, 27. September 2012
Über fast zwei Jahrhunderte hinweg flüstert ein Geist dem anderen Worte tiefsten Verstehens unserer menschlichen Existenz ins Ohr: "Der Zeitenlauf ist Werderaum, das Wort die Werdekraft."
Richard Steels Lyrik gleicht einem Dialog mit dem "Kind Europas". Verstehend, mitfühlend, fragend und antwortend. Seine "Gedichte für Kaspar Hauser" sind insofern nicht zuletzt Gespräche mit Kaspar Hauser, dem empathisch lesenden Teilnehmer an diesen Gesprächen geheimnisvolle Erker der eigenen Seele ausleuchtend und eröffnend und mitnehmend auf einen wunderbaren Weg des Erkennens: "Heimat war Frage, war Fernziel dem unreifen Glauben." Ja, gewiss. Aber "Ankunft ist immer schon. Tag um Tag."
Anselm von Feuerbach, "Übervormund" des Nürnberger Findlings, hatte in einer ersten Abhandlung über Kaspar Hauser das "Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben eines Menschen" diagnostiziert. Und Jakob Wassermann hatte das große Thema in seinem Roman "Die Trägheit des Herzens" vorgegeben - das Verhältnis vom Einzelnen zu den Vielen nämlich, vom Individuum zur Gesellschaft.
"Kaspar war sein Name" ist in diesen großen Zusammenhängen eine bemerkenswerte Leseerfahrung für Sprachverliebte und solche, die es durch diese Lektüre werden. Denn Steels Lyrik hat die bezwingende Magie aller Belletristik - im besten Sinn des Wortes. Sein Stil ist persönlich und objektiv zugleich, originell und wortmächtig, dabei beseelt von dem filigranen Reiz des Besonderen. Wer schon nähert sich Kaspar Hauser über das Gedicht - in expressionistischer Manier Trakl etwa, zu dem sich Steel in punkto Sprachniveau bruchlos gesellt und doch sein Sujet ganz anders umschlingt, indem er ihm eine Widmung ans Firmament der Literatur schreibt, die keinen Vergleich mit großen Namen scheuen muss. Zu Rainer Maria Rilkes Lyrik entwickelt Steel eine große Nähe, und der wäre in diesem Zusammenhang ganz sicherlich folglich ebenso zu erwähnen.
Steels zwei Dutzend Gedichte werden in diesem schöngestalteten Buch durch Texte anderer Autoren ergänzt und intensiviert. Und wenn Alfons Limbrunner in seinem Vorwort schreibt, dass Steels Buch ein wunderbares Freundschaftsbuch für Kaspar Hauser" geworden sei, so ist diesem Urteil ohne Abstriche beizupflichten.


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