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Rezensionen verfasst von
Jolly

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Anchesenamun - Das Buch des Chaos: Historischer Roman
Anchesenamun - Das Buch des Chaos: Historischer Roman
von Nick Drake
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Gewalttätiger aber auch langatmiger letzter Teil, 23. August 2016
Im dritten Teil dieser Trilogie um den Wahrheitssucher Rahotep muss dieser für die Königin Anchesenamun mit einer diplomatischen Delegation einen Brief der Königin zum feindlichen Hethiterkönig Schuppiluliuma bringen. Darin bittet Anchesenamun um einen hethitischen Prinzen, der dann ihr Ehemann und Pharao von Ägypten werden soll. Mit einer solchen Bitte, die leicht als Falle angesehen werden kann, in das Land des Erzfeindes zu reisen, ist natürlich ein Himmelfahrtskommando. Wie auch in den beiden vorangegangenen Romanen heißt es für Rahotep also wieder: entweder einen unmöglichen Auftrag erledigen, oder das Leben verlieren!

Auch in diesem dritten Teil hat der Autor Nick Drake die historischen Fakten gut studiert. Einen solchen Brief hat es tatsächlich gegeben, auch wenn man heute nicht sicher weiß, welche der vier in Frage kommenden Königswitwen ihn schrieb. Die Rahmenhandlung, in die diese Geschichte um den Brief eingebettet ist, ist allerdings eine dunkle und gewalttätige. In der ägyptischen Hauptstadt Theben gibt es ein neues Opiumkartell, das die angestammten Banden mit grausamen Morden zerlegt und Opium in großen Mengen auf den Markt wirft. Als auch Rahoteps alter Freund Kheti bestialisch ermordet wird, schwört Rahotep Rache. Und die Reise in den Norden bietet ihm die Möglichkeit, die Schmuggelroute der Opiumhändler an ihren Ursprungsort zurück zu verfolgen.

Während die Rahmengeschichte um die Morde und die Opiumkartelle ziemlich spannend, allerdings auch recht brutal, geworden ist, ist der Teil der langen Reise ins Hethiterland leider eher langatmig. Über viele Seiten werden die Städte beschrieben, die auf dem Weg liegen, die Landschaft, das Wetter, Flora und Fauna. Ab und zu ermittelt Rahotep ein bisschen in den Häfen und Lagern, aber eigentlich passiert in diesem langen Mittelteil nicht viel. Mehrmals hätte ich gerne ein Stückchen vorgeblättert, so langweilig wurde es. Das ist mein erster Kritikpunkt an diesem Roman.

Meine zweite Kritik ist die plötzliche Auflösung, wer denn nun der Kopf des Opiumhandels und der böse Mörder ist. Diese große Überraschung wird überhaupt nicht voreitet sondern dem Leser ziemlich unvermittelt an den Kopf geknallt. Dieser Charakterwandel einer bis dahin zu den Guten gehörenden Figur war für mich auch mit der anschließenden Erklärung, wie und warum dieser Mensch so werden konnte, nicht einsichtig.

Die vielen hypermodernen Fremdworte haben mich diesmal nicht so sehr gestört, wie in den ersten beiden Romanen. Vielleicht, weil ich ja schon wusste, was mich erwartet. Aber wenn einem Ägypter 1500 Jahre v.Chr. der Begriff "Warlords" in den Mund gelegt wird, dann kräuseln sich doch meine Nackenhaare.

Fazit: Einem Buch, bei dem ich mehrfach versucht war, mal eben großzügig ein paar Seiten auszulassen, um in der Geschichte endlich vorwärts zu kommen, kann ich keine tolle Bewertung geben. Interessant war der Roman für mich nur am Anfang und am Ende, wenn die Rahmenhandlung erzählt wurde – dazwischen wurde mir zu viel gereist und beschrieben. Für mich ist dieser dritte Teil leider der schwächste der Reihe.


Tutanchamun - Das Buch der Schatten: Historischer Roman (Klassiker. Historischer Roman. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Tutanchamun - Das Buch der Schatten: Historischer Roman (Klassiker. Historischer Roman. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Nick Drake
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen altägyptische Kriminalgeschichte mit zu vielen modernen Fremdwörtern, 21. Februar 2016
Erneut muss der Wahrheitssucher Rahotep, ein Ermittler bei den Polizeikräften der ägyptischen Hauptstadt Theben, einen schwierigen Fall lösen. Diesmal hat ihn die Königin Anchesenamun angefordert, denn sie und Pharao Tutanchamun haben Angst. Nicht nur, dass der Heerführer Haremhab und der Verwaltungsvorsteher Eje das junge Königspaar bevormunden, jetzt tauchen auch noch bedrohliche Objekte in den privatesten Räumen des Paares auf. Wer will ihnen Böses? Und sind die Drohungen ernst zu nehmen?

Wie schon im ersten Band von Nick Drakes Trilogie, »Nofretete - Das Buch der Toten«, als Rahotep der Königin Nofretete half, muss er nun für deren Tochter Anchesenamun ein Geheimnis lüften. Als in Theben eine äußerst grausame Mordserie beginnt und klar wird, dass es sich hier um den gleichen Täter handelt, der auch dem jungen Königspaar droht, wird es für Rahotep richtig eng, denn er muss den Mörder finden, bevor auch dem König oder der Königin etwas zustößt.

Im Gegensatz zum ersten Band kann man hier tatsächlich mitverfolgen, wie Rahotep durch seine Ermittlungen langsam dem Täter auf die Spur kommt. Aber ihn zu enttarnen und seiner auch habhaft zu werden, sind zwei verschiedene Dinge, und mittlerweile gerät auch Rahoteps Familie in große Gefahr, denn der Mörder weiß natürlich, wie er Rahotep am härtesten treffen kann.

Drakes Geschichte ist diesmal also um einiges grausamer und spannender als in seinem ersten Band. Das tut dem Roman auch wirklich gut. Man kann in die Geschichte eintauchen und gespannt deren Entwicklung verfolgen. Dabei ist Nick Drakes Erzählstil locker und modern, was das Lesen durchaus angenehm macht.

Wie auch schon im ersten Band übertreibt er es aber wieder mit neuzeitlichen Fremdworten. Wer eine Geschichte aus dem alten Ägypten erzählt, der sollte mit Fremdwörtern vorsichtig umgehen. Drake hingegen setzt diese Wörter in einer Vielzahl ein, die nicht mehr als Versehen abgetan werden kann sondern Absicht sein muss. Beispiele gefällig? Sanitärinstallation, subversiv, bourgeois, Snob, Immobilie, Fötus, Kriminalabteilung, Halluzinogen. Die Beispiele sind endlos...

Hinzu kommen einige sachliche Fehler: Für die alten Ägypter war nicht der Kopf der Sitz des Denkens sondern das Herz. Und wenn man über einen Begriff wie Bibliothek vielleicht noch großzügig hinwegsehen kann, denn irgendwie werden die alten Ägypter einen Raum mit vielen Papyrusrollen ja auch bezeichnet haben (wenn auch sicher nicht als Bibliothek), dann ist der Begriff Bücher dagegen nicht nur sachlich falsch sondern auch völlig unötig. Gleiches gilt für die Anrede Madame, mit der General Haremhab der Königin gegenübertritt. Es hätte genügend Anredeformen gegeben, die in die Zeit gepasst hätten – ausgerechnet Madame zu wählen, ist für mich ebenso unpassend wie sinnlos.

Da es sich bei den modernen Ausdrücken wohl nicht um Versehen sondern um den Sprachstil des Autors handelt, kann man auch für den dritten Band der Trilogie vermutlich keine Änderung erwarten. Ich hoffe trotzdem darauf, denn Nick Drake ist ein guter Erzähler und ich würde mich in seine Geschichten gerne versenken und nicht bei jedem modernen Wort wieder in die Gegenwart gerissen werden.

Obwohl also die Geschichte logischer und spannender als im ersten Band geworden ist, reicht es für mein Verständnis nicht zum vierten Stern. Inhalt: gut – Zeitkolorit: mangelhaft – Ergebnis: drei Sterne!


Tutanchamun und die Tochter des Mondes: Historischer Roman
Tutanchamun und die Tochter des Mondes: Historischer Roman
von Monika Mangal
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut recherchierter Roman um Tuts Leben und seine (fiktive) große Liebe, 24. Mai 2015
Nach dem Tod seines Bruders Echnaton wird der erst zehnjährige Tutanchaton auf den Thron gesetzt. Mit einem Schlag ist sie vorbei, seine Kindheit, die sorglose Zeit des Herumtollens mit seinem Hund und das Lernen in der Schule zusammen mit Gleichaltrigen – und mit Sitiah, seiner Freundin. Fest nimmmt sich der junge Pharao vor, dass er Sitiah heiraten wird, wenn er das richtige Alter dafür erreicht und sich von der Bevormundung durch seine Berater befreit hat. Aber es kommt ganz anders: Sitiahs Familie zieht nach Nubien, und Tutanchaton muss seine Nichte Anchesenpaaton heiraten. Doch sie können einander nicht vergessen...

Die Autorin hat die historischen Ereignisse und den aktuellen Forschungsstand zu Tutanchamun genau recherchiert. Dennoch teilt sie nicht die landläufige Meinung, dass Tut der Sohn Echnatons war. Ebensowenig glaubt sie an die verschiedenen ihm zugeschriebenen Krankheiten, die letztlich zu seinem frühen Tod geführt haben sollen. In ihrem sehr guten Nachwort erklärt sie das genau und weist auch auf weniger bekannte Fakten hin.

Monika Mangal zeigt in ihrem ersten Roman, dass sie eine interessante und berührende Geschichte erzählen kann. Ähnlich wie bei Christian Jacq sind die Hauptpersonen ehrlich und von Grund auf gut. Bei ihren anderen Figuren – auch bei den Bösewichten – beweist sie dagegen auch den Sinn für Grautöne, der Jacq oft fehlt. Bei der Entwicklung der einzelnen Charaktere ist allerdings noch etwas Luft nach oben, auch wenn ihr manche Figur schon recht gut gelungen ist, wie z.B. die der ehrgeizigen Mutnodjemet, die zunächst für ihren Vater Eje spioniert und dann feststellt, dass sie ihre Erkenntnisse genauso gut für sich selbst nutzen kann.

Sehr schön angelegt ist die Liebesgeschichte zwischen Tut und Sitiah. Schade, dass diese Geschichte in der Mitte des Romans über weite Strecken pausiert. Hier hat die Autorin eine Chance vertan, ihre Leser auch in diesem Teil emotional einzufangen. Und am Ende wird dann zwar die Liebesgeschichte wieder aufgenommen, dafür plätschert dann die Handlung ohne große Spannung vor sich hin. Das Wissen um Tuts bevorstehenden Tod und die Frage, wie die Autorin ihn wohl sterben lassen wird, ist hier der einzige Spannungsbogen.

Dem Buch fehlen nicht nur der Blocksatz und die ISBN, auch die Seitenzahlen habe ich schmerzlich vermisst. Wer das Buch mal für ein paar Sekunden aus der Hand legen will, kommt um ein Lesezeichen oder wenigstens ein Eselsohr nicht herum. Eine Anpassung des E-Textes an die Printausgabe hat anscheinend nicht stattgefunden.
Aber Monika Mangal hat unbestreitbar Talent zum Erzählen; das Lesevergnügen überwiegt die Kritikpunkte deutlich. Das Bemühen um historische Korrektheit und originale Bezeichnungen sind ein zusätzliches Plus. Insgesamt ein gelungenes Erstlingswerk, das Lust macht auf ihren zweiten Roman Der vergessene Prinz: Die Herausforderung, der Tutanchamuns und Sitiahs Sohn zum Helden hat.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 16, 2016 5:28 PM MEST


Nofretete - Das Buch der Toten: Historischer Roman (Klassiker. Historischer Roman. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Nofretete - Das Buch der Toten: Historischer Roman (Klassiker. Historischer Roman. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Nick Drake
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen antike Detektivgeschichte in (zu) modernem Sprachgewand, 3. März 2015
Nofretete ist verschwunden! Die Frau des Pharaos Echnaton, der mitten in der Wüste gerade die neue Hauptstadt Achet-Aton aus dem Boden stampft, ist weg. Ob sie entführt oder gar getötet wurde, weiß keiner. Ausgerechnet Rahotep, ein junger Ordnungshüter aus der alten Hauptstadt Theben, wird mit den Ermittlungen beauftragt. Und Rahotep weiß genau, was dieser Auftrag für ihn bedeutet: Entweder er löst den Fall und erhält dafür Ehre und Reichtümer, oder er verliert seinen Kopf und seine Familie wird verstoßen. Eine Sache auf Leben und Tod also – und er hat keine Möglichkeit, sich dem Auftrag zu entziehen.

Nick Drakes erster Roman beruht auf einer Tatsache, denn Nofretete verschwand im 12. Regierungsjahr Echnatons tatsächlich aus allen Aufzeichnungen. Bis heute weiß man nicht, ob sie starb oder vom Hof verstoßen wurde. Nick Drake erzählt uns also seine Version dieser ungeklärten Geschichte.

Man merkt deutlich, dass der Autor sich mit der Zeit und den bekannten Fakten auseinandergesetzt hat. Es tauchen viele historisch belegte Personen auf und auch der Grundriss und die Gebäude der Stadt Achet-Aton, von der heute kaum mehr etwas zu sehen ist, werden ausführlich von ihm beschrieben. Außerdem ist er ein guter Erzähler und das Lesen macht wirklich Spaß.

Leider hat die Story einige logische Schwachstellen und die "Ermittlungen" des Helden Rahotep sind für den Ausgang der Geschichte eigentlich überflüssig. Die Ereignisse wären ohne ihn ganz genau so passiert. Eigentlich dient diese Figur nur dazu, dass der Leser durch seine Augen miterleben kann, wie die Hauptakteure Echnaton, Haremhab, Eje und andere ihre Intrigen vorantreiben. Aber immerhin: Durch die Aufklärung einiger Morde bekommt die Geschichte eine gewisse Spannung und die Story ist handwerklich eben wirklich gut erzählt.

Gestört hat mich allerdings die sehr moderne Sprache. Worte wie Papier, Groschenroman oder Kriminalbeamter tragen nicht gerade zu einer altägyptischen Atmosphäre bei. Und völlig daneben ist für mich das Ende des Romans, das ich hier natürlich nicht verraten will. Aber trotz zweimaligen Rückblätterns und noch einmal Lesens verstehe ich einfach nicht, wie dieses Ende Nofretetes historisch belegtes Verschwinden erklären soll.

Die Pluspunkte des Buches sind: Schöne Idee, handwerklich gut erzählt, historische Fakten ordentlich recherchiert, gute Beschreibungen der Lebensumstände und Szenerie. Die Minuspunkte: zu moderne Sprache, Handlung mit Schwachstellen, unverständliches Ende.
Es gibt schlechtere Ägyptenromane, aber auch viele bessere – Mittelmaß also.


Nefartaris Vermächtnis: Aus dem Leben im alten Ägypten
Nefartaris Vermächtnis: Aus dem Leben im alten Ägypten
von Horst Hustert
  Broschiert
Preis: EUR 13,80

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen modern erzählte Geschichte aus dem alten Ägypten, 15. Juni 2014
Horst Hustert siedelt diesen Roman eine Generation später an als sein Erstlingswerk "Der Rivale des Pharaos". Dort war der junge Sen die Hauptfigur – hier haben wir es nun mit seinem Sohn Suti zu tun. Und der verliebt sich hier in Nefertari, welche die Tochter der Prinzessin Merit ist, in die sein Vater verliebt war. Das klingt alles sehr konstruiert und auch ein wenig danach, als sei dies eine Fortsetzung. Das ist es allerdings nicht! Wir haben es hier mit einer eigenständigen Geschichte zu tun, für die man Husterts zweibändigen ersten Roman nicht gelesen haben muss.

Auch mit diesem Buch beweist Horst Hustert wieder, dass er seine Geschichten sehr ideenreich und flüssig erzählen kann. Der Roman wird nie langweilig oder schwer zu lesen. Dazu trägt auch sein moderner Sprachstil bei, der den Leser dort belässt, wo er ist: im Hier und Jetzt. Das kommt – wie man ja in anderen Bewertungen lesen kann – sicher nicht bei allen Lesern gut an, denn manche wollen auch durch eine zeitgemäße Sprache ins Alte Ägypten entführt werden. Andere werden sich dagegen freuen, nicht ständig mit Originalausdrücken oder Ortsnamen konfrontiert zu werden, die sie erst hinten im Glossar nachschlagen müssen. Das ist also Geschmackssache, finde ich, und kein Kriterium, ob wir einen guten oder schlechten Roman vor uns haben.

In dieser Geschichte geht es u.a. um Grabräuber und um Verschwörer, die den Pharao stürzen wollen, und deren Mitglieder bei ihren Treffen Anubis-Masken tragen, damit keiner den anderen erkennt. Unser Held Suti soll diese Verschwörer ausspionieren und gerät dabei natürlich in manch gefährliche Situation. Die Handlung ist diesmal also deutlich spannender als in Husterts erstem Roman, der mehr auf Abenteuer setzte. Dafür verzichtet der Autor hier auf eine sich durch den ganzen Roman ziehende Liebesgeschichte. Sobald der Leser gemerkt hat, dass Nefertari die große Liebe des Helden Suti ist, schwant ihm auch, dass der Titel des Buches für diese Liebe nichts Gutes verheißt. Und nach dem Ende dieser Liebe fehlt dem Buch dann leider auch das Anrührende und die Herzenswärme, die insbesondere den zweiten Band, "Der Rivale des Pharaos: Band 2", auszeichnete. Dafür punktet sie dann mit einem Helden, der an seinem gebrochenen Herzen fast zugrunde geht, und mit der zunehmenden Spannung der Verschwörungsstory. Beides reichte mir persönlich allerdings nicht, um mich so zu begeistern, wie es der Vorgänger konnte.

Wer von einem Ägyptenroman auch eine authentische altägyptische Atmosphäre erwartet, sollte sich lieber bei anderen Autoren, wie bspw. Judith Mathes oder Hilary Wilson, umsehen. Wem aber eine modern erzählte und leicht zu lesende Geschichte aus dem Alten Ägypten reicht, und wer sich nicht mit den Originalnamen von Pharaonen oder ägyptischen Jahreszeiten herumschlagen will, der ist bei Horst Hustert durchaus richtig. Fans von Spannung und Krimis können dann gerne zu diesem Buch greifen, wer dagegen Abenteuer und Romantik bevorzugt, liest lieber den oben erwähnten zweiteiligen Vorgänger.


Verborgener Tod: Hori und Nachtmin Band 1
Verborgener Tod: Hori und Nachtmin Band 1
von Kathrin Brückmann
  Taschenbuch

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vielversprechender Auftakt einer Detektiv-Reihe aus dem alten Ägypten, 23. März 2014
Wenn es an Kathrin Brückmanns erstem Roman »Sinuhe, Sohn der Sykomore« überhaupt etwas zu kritisieren gab, dann vielleicht die manchmal fehlende Spannung. Dies kann man dem zweiten Roman der Autorin nun wahrlich nicht vorwerfen, denn hier schickt sie zwei angehende Ärzte mitten in die Aufklärung einer Mordserie. Hori, vom Pharao lebenslang zu den Einbalsamierern verbannt, entdeckt an zwei Frauenleichen Spuren eines Attentats. Da er selbst nicht in die Welt der Lebenden zurückkehren darf, teilt er seinem Freund Nachtmin die Entdeckung mit und bittet ihn, den Mörder zu suchen. Dass das nicht ganz ungefährlich ist, merken beide schnell, denn die Spur führt in die höchsten Kreise am Hofe.

Die Mumifizierung der Verstorbenen nimmt in diesem Roman einen breiten Raum ein, denn ein Teil der Geschichte spielt ja in der Weryt, der Stätte der Einbalsamierer. Außer Rosa Naumanns Jugendbuch »Der Gehilfe des Mumienmachers« fällt mir spontan kein anderer Roman ein, der dieses Thema so ausführlich behandelt. Und dank Brückmanns guter Recherche kann der Leser tatsächlich einiges darüber lernen, wie die alten Ägypter ihre Verstorbenen mumifizierten. Auch die Epoche, in der die Geschichte angesiedelt ist — das Mittlere Reich zur Zeit Sesostris III. — ist selten Gegenstand von Altägyptenromanen, die doch meist im Neuen Reich oder eventuell bei den Pyramidenbauern spielen. Wir haben es also mit einem ungewöhnlichen Buch zu tun, bei dem sich das Bemühen um historische Genauigkeit schon auf dem sehr gelungenen Cover widerspiegelt.

Kathrin Brückmann hat diesmal alles zusammengebracht, was ein guter historischer Roman braucht: eine spannende Story, sympathische Hauptfiguren, eine Liebesgeschichte, eine Prise Humor und viele gut recherchierte Details aus der Epoche, in der die Handlung spielt. Viel besser kann man es nicht machen. Ihre Ankündigung, weitere Abenteuer der beiden jungen Ärzte folgen zu lassen, ist daher nicht als Drohung sondern eher als Teaser zu verstehen. Ich jedenfalls freue mich schon auf den nächsten Band dieser altägyptischen Detektiv-Reihe.


Im Bann der Götter: Historischer Roman
Im Bann der Götter: Historischer Roman
von Inge Nickel-Ritzkat
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anfang & Ende eines Lebensglücks, einer Ehe und einer ganzen Epoche, 22. Oktober 2012
Mit ihrem dritten historischen Roman kehrt Inge Nickel-Ritzkat zu Nofretete zurück, der sie 2010 schon ihr erstes Buch »Die Schattenkönigin« gewidmet hatte. Darin erzählte sie von Nofretetes späten Jahren, nach dem Tode ihres Ehemannes Echnaton. In ihrem aktuellen Roman beschäftigt sie sich nun damit, wie alles begann: Wie Nofretete als designierte Braut des alten Pharao Amenophis III. nach Ägypten kommt und nach dessen Tod dann mit seinem Sohn Echnaton verheiratet wird. Die Ehe beginnt mit großer Zuneigung und Zuversicht, rutscht aber peu à peu immer tiefer in die Krise, bis Echnaton sich schließlich ganz von Nofretete abwendet.
Daneben will die Autorin aber auch erklären, warum Echnaton mit seinem revolutionären Plan von einer neuen Staatsreligion scheitern musste, und warum er mit seiner träumerischen Art das ganze Land in Gefahr brachte.

Hauptfigur des Romans ist diesmal allerdings nicht Nofretete sondern eine Prinzessin namens Neferit, eine Tochter Amenophis’ III., die uns in einer Art Rückschau ihr Leben erzählt. Dies ist das erzählerische Mittel, das Inge Nickel-Ritzkat einsetzt, um uns die historischen Ereignisse und die ganze Epoche Echnatons nahe zu bringen. Dass Neferits Glück durch schlimme Ereignisse völlig zerstört wird, das erfährt der Leser gleich zu Beginn des Buches. Wie es aber dazu kommt, und welche Ereignisse zu der Katastrophe führen, das entfaltet sich danach erst langsam, wenn Neferit beginnt, uns ihr Leben zu erzählen.
Da sie am Hofe lebt und mit Nofretete befreundet ist, verbringen die beiden Frauen viel Zeit miteinander. Der Leser bekommt also hautnah alles mit. Man erkennt die ersten Spannungen zwischen Echnaton und Nofretete, liest, wie sich der Pharao immer weniger um die Außenpolitik kümmert und wie er schwerwiegende innenpolitische Fehler macht. Die am Horizont der Geschichte aufziehenden dunklen Wolken sind nicht zu übersehen und werfen ihre Schatten langsam auch auf das zunächst glückliche Leben der Prinzessin Neferit. Und spätestens jetzt beginnt der Leser zu ahnen, auf welche Katastrophe die Leben der Beteiligten zusteuern.

Von Inge Nickel-Ritzkats bisherigen drei Büchern ist dies für mich das beste. Die drei Handlungspfeiler, nämlich Neferits Lebensgeschichte, die Ehe von Echnaton und Nofretete sowie der unaufhaltsame Zerfall des ägyptischen Reiches, werden gut aufgebaut und tragen den Roman. Die aufkeimende Ahnung über das bevorstehende Schicksal befördert eine gewisse Spannung und lässt den Leser das Buch nicht so schnell aus der Hand legen. Ein wenig nervig und überflüssig fand ich die vielen Andeutungen auf zukünftige Geschehnisse, die aber zu dem Zeitpunkt dann doch nicht erzählt werden. Da diese Andeutungen nicht dem Spannungsaufbau dienen, erfüllen sie einfach keinen Zweck. Sie reiben dem Leser nur immer wieder unter die Nase, dass die Geschichte nicht "live" ist, sondern das Ende längst feststeht. Das erfährt man ja aber schon zu Beginn des Buches – warum also immer wieder daran erinnern?
Am Ende des Romans habe ich dann etwas vermisst: das Schicksal Nofretetes. Der Leser erfährt zwar den Anfang und die Mitte, also woher Nofretete kam und wie ihr Leben mit Echnaton aussah, aber er erfährt nicht das Ende ihrer Geschichte. Was passierte nach Echnatons Tod mit ihr? Nachdem über weite Strecken des Romans beide Leben erzählt werden, das von Neferit und das von Nofretete, fand ich es schade, dass am Ende eines von beiden völlig unter den Tisch fällt. Es wäre interessant gewesen, wenn die beiden befreundeten Frauen, die beide inzwischen alles verloren haben, sich am Ende noch einmal getroffen hätten, um sich entweder gegenseitig Halt zu geben oder sich für immer zu trennen.

Ein Pluspunkt gegenüber ihrem Erstlingsroman ist, dass die Autorin mit zwei Anhängen ihre fiktive Geschichte in die historische Faktenlage einordnet. Erstens gibt es ein Personenregister, in dem man nachschlagen kann, welche Figuren historisch belegt und welche erfunden sind, und zweitens erläutert sie in einem kurzen Nachwort, was man heute über Nofretete weiß, und wo sich die Handlung auf Vermutungen stützt. Dieses Nachwort ist mit einer einzigen Seite allerdings allzu kurz geraten. Über die gesamte so genannte Amarnazeit gibt es nur wenige Fakten und noch viele offene Fragen. Inge Nickel-Ritzkat hat also manche unbewiesene Vermutung verwendet, z.B. dass der Mitregent Semenchkare gleichzeitig auch der Liebhaber Echnatons war, und sie hat auch manche andere Wissenslücke mit ihrer schriftstellerischen Fantasie füllen müssen. Es wäre schön gewesen, sie hätte auch darüber im Anhang Auskunft gegeben.

Trotzdem kann jeder, der sich für das alte Ägypten interessiert, gerne zu diesem Buch greifen. Man liest nicht nur die interessante und zum Ende hin auch sehr emotionale Lebensgeschichte der Hauptfigur Neferit, sondern erfährt auch noch einige historische Zusammenhänge, z.B. warum Echnatons Traum scheitern musste und wie fundamental die Krise war, in die er Ägypten stürzte.


Skagen Herrenarmbanduhr Automatik Leder 759LSLC
Skagen Herrenarmbanduhr Automatik Leder 759LSLC

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen schicke Uhr, aber mit kleinen "Besonderheiten", 17. Oktober 2012
Da die Bewertungen hier ja sehr unterschiedlich sind, schildere ich meine Eindrücke mal recht ausführlich. Vielleicht hilfts dem Einen oder Anderen...
Wegen mehrerer schlechter Bewertungen war ich etwas unsicher, ob ich mich für diese Uhr entscheiden sollte. Ich habe daher erst dann gekauft, als die Uhr zu einem guten Preis (Hälfte des Normalpreises) und von einem Händler angeboten wurde, der den Versand von Amazon abwickeln lässt. Dadurch hätte ich bei einer Rücksendung dann Amazons kulante Rücknahmebedingungen in Anspruch nehmen können. Aber um es vorweg zu nehmen: Ich habe die Uhr nicht zurückgeschickt! Mir gefällt das klare Design, und mit den Nachteilen – oder sagen wir lieber "Besonderheiten" – der Uhr kann ich leben. Und die wären:

• ziemlich kleines Datumsfeld
• glatte Krone
• lautes Schwungrad
• keine exakte Ganggenauigkeit
• nur 1/4 der Minutenstriche
• Leuchtzeiger
• Armband breit, gebogen und steif

Mein erster Gedanke nach dem Auspacken war: was für eine hübsche Uhr! Gleich danach fiel mir dann auf, dass man das Datum in dem kleinen Feld nur schwer lesen kann. Das gilt besonders, wenn das Licht von vorn kommt und die Ziffern dadurch halb im Schatten liegen. Das Datumsfeld hätte wirklich etwas größer ausfallen können! Mal eben mit einem kurzen Seitenblick das Datum erkennen, geht nicht, man muss schon etwas genauer hinschauen. Vielleicht brauche ich aber auch einfach nur eine Brille?

Beim Einstellen der richtigen Zeit merkte ich dann, dass die Krone ganz glatt ist. Das sieht zwar schick aus, macht das Drehen aber nicht leichter. Als zweites stutzte ich, als ich die genaue Minute nicht einstellen konnte, weil die Minutenstriche zwischen 3 und 12 fehlen. Das kann man zwar eigentlich auf dem Artikelbild auch sehen, aufgefallen war es mir vorher aber nicht. OK, musste ich halt ein paar Minuten warten mit dem Einstellen, bis ich den Minutenzeiger auf einen dicken Strich stellen konnte.
Leider lässt sich zum Zeit-Einstellen der Sekundenzeiger nicht stoppen. Der läuft unbeeindruckt weiter. Sekundengenaues Einstellen ist also nicht möglich. Das hätte allerdings auch gar keinen Sinn (wie ich einige Tage später merkte), weil die Uhr täglich einige Sekunden gewinnt oder verliert. Meine gewinnt durchschnittlich 10-15 Sekunden pro Tag. Ich muss sie daher etwa einmal pro Woche um 1 bis 2 Minuten zurückstellen. Das nervt ein bisschen.

Häufig wurde hier die Lautstärke angesprochen. Dabei geht es nicht um das normale Ticken im ruhigen Zustand, denn das ist kaum hörbar. Aber wenn bei Armbewegungen das Schwungrad im Automatiklaufwerk so richtig "in Schwung" kommt, dann hört man das schon deutlich. Wenn die Uhr danach wieder ruhig gehalten wird, ist das Geräusch aber auch schnell wieder weg. Mich stört das überhaupt nicht – aber es soll ja geräuschempfindlichere Menschen als mich geben.
Ausreichend ist auch die Gangreserve des Uhrwerks. Es macht überhaupt nichts, wenn die Uhr mal 24 Std. nicht getragen wird. Ein ganzes Wochenende, also 2 Tage Ruhezeit, schafft sie allerdings nicht.

Nirgendwo erwähnt wurde bisher, dass die Uhr Leuchtzeiger hat. Man kann also auch nachts die Zeit ablesen. Zumindest theoretisch. Die Leuchtstreifen auf den Stundenstrichen sind allerdings so fein, dass ich sie im Dunkeln nur erahnen kann (oder liegt auch das an meiner fehlenden Brille?). Aber die Zeiger sind gut zu erkennen und das reicht ja eigentlich. Eigentlich! Nämlich nur dann, wenn man bedenkt, dass die Uhr auf der Seite liegt (die 12 somit nicht oben ist). Denn die Uhr steht partout nicht aufrecht! Und damit...

...kommen wir zu meiner letzten "Besonderheit": dem Armband. Das ist ganz schön steif. Auch das hatte ich schon in anderen Bewertungen gelesen. Nicht aber, dass es zusätzlich auch noch gebogen ist. Und dort, wo es am Gehäuse ansetzt, ist auch irgendetwas Festes (Metall? Plastik?) ins Armband eingearbeitet, so dass die Rundung nicht wegzukriegen ist. Am Arm macht das überhaupt nichts. Aber manchmal legt man eine Uhr ja auch ab. Und dann kann man sie z.B. nicht der Länge nach auf den Tisch legen, und auch nicht die Armbandteile zusammenlegen und sie flach in die Hosentasche stecken. Nimmt man die Uhr ab, bleibt sie gebogen wie ein Ring, und man kann sie nur in die "stabile Seitenlage" bringen. Somit gelang es mir bisher auch nicht, sie nachts am Bett so aufzustellen, dass ich die Zeit ablesen könnte. Stets rollt der "Ring" vorwärts, bis das Glas unten ist. Aber wer will schon nachts die Zeit wissen...?
Die Steifheit führt auch dazu, dass man nach dem Schließen des Armbands das Ende anfangs sehr schlecht durch die Schlaufe stecken kann. Es wäre etwas einfacher, wenn die Schlaufe ein wenig weiter entfernt wäre, aber die sitzt mit 1 cm wirklich sehr dicht am Verschluss. Notfalls kann man aber diese erste Schlaufe auslassen, denn es gibt noch eine zweite, bewegliche Schlaufe. Und nach und nach wird das Armband ja auch biegsamer.
Das Armband ist außerdem ungewöhnlich breit (zumindest im Vergleich zu meinen bisherigen Uhren). Es beginnt am Gehäuse mit 2,8 cm und ist selbst am dünnsten Ende noch 2,3 cm breit. Aber daran habe ich mich schnell gewöhnt. Die Uhr wirkt dadurch "wie aus einem Guss", weil Armband und Gehäuse beinahe ansatzlos ineinander übergehen.

Fazit: Ich wollte eine Uhr mit Automatikantrieb und klarem, minimalistischen Design. Eine Uhr, die mir gefällt. Und genau das habe ich bekommen! Mit all den genannten "Besonderheiten" kann ich gut leben, auch wenn ich ein paar Verbesserungsvorschläge für die Fa. Skagen hätte, wenn man mich fragen würde. Aber mich fragt ja keiner...
Für das kleine Datumsfeld und die Gangungenauigkeit muss ich einen Stern abziehen. Ansonsten ist das eine tolle Uhr, auf deren stylisches Design ich schon mehrfach angesprochen worden bin. Mit dem Kauf habe ich alles richtig gemacht! 5 - 1 = 4 Sterne!


Der verschwundene Papyrus: Ein Mitratekrimi aus dem Alten Ägypten
Der verschwundene Papyrus: Ein Mitratekrimi aus dem Alten Ägypten
von Christa Holtei
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen spannender und historisch informativer Mitratekrimi für Kinder ab 7 Jahren, 17. September 2012
Die Zwillingsschwestern Henti und Sherit wollen den Diebstahl einer wertvollen Papyrusrolle ihres verstorbenen Großvaters aufklären, damit dieser im Jenseits seine Ruhe finden kann. Zusammen mit zwei befreundeten, gleichaltrigen Jungen suchen sie nach Hinweisen auf den Dieb – und finden auch welche! Leider deuten diese Hinweise auf den Ehemann ihrer großen Schwester hin. Ein Dieb in der eigenen Familie? Kann das sein? Die Zwillinge ermitteln weiter.

Das Buch wird nicht umsonst "Mitratekrimi" genannt: Immer wieder wird der Leser aufgefordert, mitzudenken. Entweder muss er in einem Bild einen versteckten Hinweis finden oder er kann aus der Summe der bekannten Informationen eine neue Schlussfolgerung ziehen. Man muss also ganz schön aufpassen, damit einem nichts entgeht. Dafür stellt sich aber natürlich auch ein Erfolgserlebnis ein, wenn man den Hinweis selbst gefunden hat, bevor die Zwillinge ihn erkennen und erklären.

Sehr positiv finde ich, dass die Autorin ihre Erzählung mit vielen Details und Informationen über das Leben im alten Ägypten ausgestattet hat und ihre jungen Leser sogar an das Lesen der Hieroglyphen heranführt. Da Henti und Sherit selbst gerade die Hieroglyphenschrift lernen, ist eine Übersicht über die Einkonsonantenzeichen (die einfachsten Hieroglyphen) am Anfang der Geschichte abgedruckt. Mit Hilfe dieser Liste kann der Leser dann im Laufe der Geschichte sogar eine geheime Botschaft entschlüsseln. Hierbei wäre es schön gewesen, wenn Christa Holtei eine Botschaft genommen hätte, in der kein "E" vorkommt. Für diesen Buchstaben gibt es nämlich gar keine Hieroglyphe. So muss sie ein bisschen "schummeln", um ihre Botschaft in Hieroglyphen zu schreiben.

Das ist jedoch auch schon der einzige historische Fehler, den ich entdecken konnte. Ansonsten sind die Lebensumstände der alten Ägypter sehr informativ und kindgerecht dargestellt. Man kann durchaus darauf hoffen, dass sich ein Kind nach der Lektüre dieses Buches dann weiter für das alte Ägypten interessiert und noch ein Buch aus dieser Zeit lesen will.
"Daumen hoch" für diese schöne Idee, den Leser zum Miträtseln zu bringen, ihm nebenbei auch noch etwas beizubringen und sogar ein wenig Geschichte zu vermitteln!


Die Pharaonen
Die Pharaonen
von Christian Jacq
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen kindgerechter, toll bebilderter Überblick über 3000 Jahre Geschichte, 8. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Pharaonen (Taschenbuch)
Nach dem Besuch einer Schule, wo er Schülern etwas über das Alte Ägypten erzählte, entstand bei Christian Jacq die Idee, aus all den Fragen, die ihm die Schüler gestellt hatten, ein Buch speziell für Kinder und Jugendliche zu machen. "Die Pharaonen" ist das Ergebnis. Auf ca. 150 Seiten stellt Jacq das Ägypten der Pharaonen vor.

Er beginnt mit zwei allgemeinen Kapiteln über das Land Ägypten und über die Aufgaben und die Macht eines Pharaos. Dabei erläutert er auch die Einteilung der Geschichte des Landes in die verschiedenen Epochen und Dynastien. Die weiteren Kapitel folgen dann dieser Einteilung, das heißt er beginnt beim Alten Reich und arbeitet sich bis zum Untergang in der römischen Zeit vor. Aus jeder Epoche stellt er die wichtigsten Ereignisse und Pharaonen vor.

Als formalen Rahmen hat er eine Reise durch Ägypten gewählt, die er mit zwei Kindern unternimmt. Diese Kinder stellen ihm immer wieder Fragen zu den Orten, an denen sie gerade sind. Und Jacq versucht diese Fragen so zu beantworten, dass ein Kind es auch verstehen würde. Dabei scheut er sich auch nicht, Märchen und Fabeln einzustreuen, bspw. über den Zauberer am Hofe des Cheops, der geköpften Tieren den Kopf wieder aufsetzen konnte. Aber schließlich ist uns diese Geschichte schriftlich überliefert – Christian Jacq hat sie sich nicht ausgedacht! Und sicher ist sie für Kinder interessanter, als trockene Jahreszahlen und Grenzverschiebungen.

Natürlich können die einzelnen Epochen und ihre Inhalte nur kurz angerissen werden und vieles bleibt gänzlich unerwähnt. Wie will man 3000 Jahre Geschichte auch sonst auf 150 Seiten unterbringen? Detaillierte und historisch korrekte Erzählungen einzelner Sachverhalte darf man hier nicht erwarten. Es geht um einen groben, aber durchaus kurzweiligen Überblick.

Obwohl einem erwachsenen Leser manche Fragen der Kinder etwas an den Haaren herbeigezogen erscheinen – als habe sich Christian Jacq die Frage passend zur Antwort, die er gerne geben wollte, erst ausgedacht – so sind die Antworten doch kindgerecht und vermitteln einen guten Überblick über das Alte Ägypten.

Besonders hervorheben muss ich die vielen schönen Bilder, die fast jede Seite zieren. Auch dies ist durchaus kindgerecht, denn ein Text liest sich eben viel leichter, wenn ein hübsches Bild dabei ist. Insbesondere die Idee, Szenen aus Reliefs so freizustellen, dass nur noch das Wesentliche übrig bleibt, ist – wie beim Nilgott Hapi auf S.14 – ganz hervorragend erdacht und umgesetzt.

Eine tabellarische Epochenübersicht, ein Glossar, die wichtigsten Götter, ein Stichwortregister und ein nach Seiten geordneter Bildnachweis runden den informativen Anhang ab. Was dort allerdings fehlt, ist eine Liste mit weiterführender Literatur, die man speziell jungen Lesern empfehlen könnte, die sich nach der Lektüre dieses Buches dann hoffentlich weiter mit dem Alten Ägypten beschäftigen wollen. Aber das ist auch schon meine ganze Kritik an diesem Buch.

Das Buch "Die Pharaonen" ist trotz der manchmal etwas unnatürlich erscheinenden Fragen ein hervorragender Einstieg in das Thema des Alten Ägyptens. Es bietet natürlich nur einen groben Überblick über 3000 Jahre Geschichte, kann aber interessierten Kindern dennoch viel Wissen vermitteln. Dazu hat es tolle Bilder, welche das Gelesene sehr hübsch veranschaulichen und das Durchblättern auch für Erwachsene interessant machen.
Geschichtsunterricht à la Christian Jacq – so geht man gern zur Schule!


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