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Rezensionen verfasst von
Chilischote

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Ninja Assassin
Ninja Assassin
DVD ~ Sung Kang
Preis: EUR 5,97

17 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenn sich Schaf und Esel gute Nacht sagen..., 27. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Ninja Assassin (DVD)
...dann ist die optisch ungemein ansprechende Frucht dieser rauschenden Liebesnacht das glubschäugige Spiegelbild seiner Eltern namens "Raizo", das die Rolle des schwarzes Schafs als "Ninja" mit Eselsohren uminterpretiert.

Eines muss erst mal raus:

WAS IST DER FILM MIES! UNSÄGLICH SCHLECHT! ÄTZEND LANGWEILIG SCHLECHT! (Aah, das tat gut. ;o)

Streng genommen ist "Ninja Assassin" nicht einfach nur schlecht, sondern so jämmerlich und peinlich schlecht, dass es noch nicht einmal ansatzweise zum hehren K, U, L und T reichen könnte.

Zugegeben, normalerweise bin ich ja der Erste, der bei einem Ninja-Streifen vom Schema F sabbernd an den Kassen steht und um Einlass bettelt:

Schema F, d.h. eine Ninja-Einmann-Armee macht auf Ich-AG, zeigt in Rückblenden ihren Aufstieg zum Juniorchef wie auch die tränentreibende Entdeckung ihres Gewissens, wird von ihrer alten Firma mitsamt Polizeibehörden im Schlepptau gejagt, verliebt sich in eine schutzbedürftige edle Maid und zwingt in einer finalen Übernahmeschlacht sowohl ihren alten Mentor als auch seine Firma in die Knie bwz. Insolvenz.

Was aber macht "Ninja Assassin" aus dieser nicht oft genug zu verfilmenden Grundidee?

- Ein "Ninja", dessen statisch schafsköpfiger Gesichtsausdruck mich nur insofern zu inspirieren wusste, dass der ninjaeske Maskenzwang wohl nicht nur auf Gründen der Tarnung beruht.

- Ein Dreizeiler an Drehbuch, das wohl im Vollsuff mit Ketchup auf eine Serviette gekleistert wurde und tragischerweise noch vor Drehbeginn in einem Moment alkoholseliger Unachtsamkeit verschmiert wurde.

- Eine Liebesgeschichte, die ich nicht in meinen kühnsten Träumen mit dem Ausdruck "fehlende Chemie" adeln würde - die aber immerhin mit einer mimisch ausdrucksstarken Melange aus "Gäähn, muss ich DIE wirklich retten??" und "Nee, von DEM will ich keine Kinder!!" zu begeistern weiß.

- Nebenfiguren, denen solange auf den Kopf herumgeknüppelt wurde, bis sich deren Gesichtsausdruck dem des Hauptdarstellers angeglichen hatte.

- Eine Visualisierung, bei denen mich selbst Schlagworte wie auf Hochglanz ver..äh..getrimmte Künstlichkeit, sinnfreies Tohubabohu, CGI-Dilettantismus, banale Splatterei, wirrer Blutrausch oder fehlender Wow-Effekt nicht die Spur interessieren, weil der Streifen durch die Bank weg so gruselig schlecht, peinlich albern, wild durcheinander, zähfließend inhomogen und la-a-a-angatmigst banal inszeniert wurde, als dass ich's auch nur ansatzweise auf einen Makel schieben könnte.

- Die überstilisierten Kampfszenen sind zum Teil ganz nett, ebenso wie die hagelfreudig herumsausenden CGI-Shuriken, können aber dem sich selbst ausbremsenden Streifen letztendlich auch nichts mehr abgewinnen.

- Noch ein Wort zum Blut - während Tarantino es in "Kill Bill I" vermochte, Unmengen an Blut in eine künstlerisch bestechende Szenerie einzubauen, hat man bei "Ninja Assassin" das Gefühl, als würde permanent ein Sechsjähriger mit Anlauf vom Zehnmeterturm in einen riesigen Topf mit Tomatensoße springen, um dem Zuschauer mit all dem wild herumspitzenden Ketchup auch noch die letzte Sicht zu nehmen. Hätte es doch nur funktioniert.

- Die Art "Logik", die darin besteht, dass beispielsweise Freund Schafskopf als Teenie seinen ersten Auftrag an einem stark übergewichtigen, untrainierten und wesentlich älteren Zivilisten "ausführt", von diesem gnadenlos verprügelt und fast gen Hel geschickt wird, um eine Minute später ei der Daus nochmal ein rundes Dutzend seiner nunmehr ehemaligen Ninjakumpels im Bruchteil einer Sekunde mühelos zu zerschnippeln. Armselige Anfänger...die ganze Bande.

- Kreativität, der Marke "Tonnen an herumspritzendem Blut - verfolgt von einer Nahaufnahme auf einen geräuschvoll zelebrierten Ketchupspritzer bei einem Hotdogstand". Lecker.

Und nicht zuletzt - um den Kreis wieder zu schließen - ein "Ninja", der mit schier grenzenloser Gnadenlosigkeit und fürwahr erschreckender Effektivität jedweder auch nur ansatzweise vorhandener Atmosphäre, Spannung, Stil oder auch nur Unterhaltung selbst den Garaus macht. Ein echter Killer!

Fazit:

B-Movie mit C-Visualisierung, D-Geschichte, E-Darstellern und X verbrannten Hirnzellen.

Nachtrag:
Schaut Euch entweder den Trailer an, der das Endprodukt (wie so oft) um Lichtjahre toppt - oder die bei Amazon innerhalb der Inhaltsbeschreibung dargebotenen Bilder des Paares, die sich als durchaus repräsentativ *schauder* für den Streifen selbst erweisen.
Kommentar Kommentare (24) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2012 6:23 PM MEST


Agora - Die Säulen des Himmels
Agora - Die Säulen des Himmels
DVD ~ Rachel Weisz
Preis: EUR 8,29

21 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein weißer Seidenfummel macht noch keine Philosophin..., 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Agora - Die Säulen des Himmels (DVD)
... eine Taufe macht noch keinen guten Christen und ein Berg an verpulverten Scheinchen macht noch längst keinen guten Film.

3. Jh. n.Chr.: In Alexandria, der gewaltigen ägyptischen Vielvölker- und Multireligionen - Stadt und Sitz der weltberühmten Großen Bibliothek, führen alle Straßen zum zentralen Marktplatz, der Agora, einem Platz des Handels, einem Platz der Begegnung, einem Platz des Prestiges... und ein Platz, der unter den zahllosen beheimateten Religionen vehement umkämpft ist. Als die schnell wachsende Sekte der Christen auf der Agora die alten Götter beleidigen, führen die Gelehrten aus der großen Bibliothek mitsamt ihren Schülern einen blutigen Erstschlag. Die Christen, sich ihrer überlegenen Zahl bewusst werdend, schlagen daraufhin mit aller Gewalt zurück und läuten damit den Anfang vom Ende für die große Bibliothek, die zunehmend schwächer werdenden nonchristlichen Religionen und die ihrer einstigen Stärke beraubten römischen Besatzungsmacht ein. Scheinbar im Zentrum dieses Konflikts steht die ebenso junge wie intelligente Wissenschaftlerin Hypatia, die als Vertreterin der Wissenschaft dem fanatisch aufgeheizten Chaos kaum etwas entgegen zu setzen weiß.

Alejandro Amenábar war es nach diversen filmischen Achtungserfolgen vergönnt, mit einem größerem Budget einen entsprechend "größeren" Film drehen zu dürfen. Dazu hat sich der Schelm einer hart umkämpften Thematik besonnen - dem (scheinbar) gigantischen Konflikt zwischen Vernunft und Religion. Dabei stellt Amenábar der aufstrebenden christlichen Religion symbolisch die ihr Leben allein der Wissenschaft widmenden Hypatia gegenüber - zumindest auf dem Papier, denn der forcierte Möchtegern-Konflikt erinnert mich eher an diverse Pamphlete à la Mann vom Mars vs. Frau von der Venus - auf gut deutsch: Religion sei ungesunde Menschenverdummung bar jeder Vernunft, während diese so jungfräulich rein wie ein seidenweißes Philosophinnenkleid die Nacht erhellt.

Eine Überraschung ist's nun gerade nicht, dafür hat Amenábar allzu offensichtlich jeden verfügbaren Cent in seiner Inszenierung verbraten und darüber hinaus eine gesunde "Friss oder stirb - mehr gibt's nicht!"-Philosophie verfolgt. Allein für die atemberaubende Inszenierung hagelt es daher schon mal einen verdienten Stern, den sich der schwerpunktfreudige Regisseur und hälftige Drehbuchautor mit erlesen antik wirkenden Aufnahmen, epischen Wüstenflair, nahezu perfekter Ausstattung und Kostümierung samt aufwühlend mythischen Klängen streckenweise wohlverdient hat. Betörend schöne Bilder, ein anfangs noch nebeldichte Atmosphäre und ... eine hemmungslos müde Geschichte, die aus eindimensional langweiligem und ja auch erstaunlich dummen Einheitsbrei der Marke "Hehre Jungfer wird von wüsten Schlägern belästigt" besteht: Charaktere sind ausnahmslos Mangelware, für die gnadenlos unterforderten Schauspieler habe ich tiefes Mitleid, die dümmlich flachen Dialoge konnten gar nicht schnell genug meinen Gehörgang von rechts nach links passieren, die Geschichte ist so platt wie ein Magermodel, mit Spannung erwartet man eigentlich nur das Ende dieses gemächlich dahintrottenden Streifens und der per tonnenweise aufgesetzten Plattitüden hingerotzte "Tiefsinn" ist so erstaunlich dummdreist platt und unterfordernd, das es mir heute noch zwischen den Ohren scheppert.

Während sich die historisch erwiesenermaßen existierende Hypatia in einer Welt des Mannes allein durch ihre Klugheit, ihr Geschick und ihre Schönheit neben Anerkennung auch hohen Respekt und echte Achtung zu verschaffen verstand, wird die filmische Hypatia unter dem Mantel einer "starken Frau" als profilloses Abziehbild verheizt. Nunja, auch ein recht amüsanter Weg, der Emanzipation im Windschatten pathetischen Geschwafels seine Missachtung zu erweisen. Dabei ist die arme Rachel Weisz perfekt gecastet, erlangt nur leider niemals die Gelegenheit, mit mehr als nur ihrem schönen Äußeren zu punkten. Entweder schaut sie mit naiv blickenden großen Augen ohnmächtig zu, schwingt schwachbrüstige Reden oder wird als Symbol der Vernunft im Heiligenschein erleuchtet. Ansonsten schließt sie sich nach den anfänglichen Kloppereien von der bösen Welt weg und frönt inmitten des Chaos' unbeeindruckt ihren Forschungen. Eine prägende Einbindung ist weder vorgesehen noch erwünscht, so dass ihre geradezu lächerlich akzentlosen Auftritte stets erstaunlich inhomogen zur Geschichte daherkommen.

Echtes tränentreibendes Drama stellt Hypatias Entscheidung dar, sich der schnöden Liebe zu verwehren, um ein jungfräulich reines Leben im Zeichen der Wissenschaft zu führen. Ein tragisches kaum nachvollziehbares Opfer - denn an der Qualität ihrer Verehrer kann es nicht gelegen haben. Zum Einen wäre da Orestes, ein ehemaliger Schüler, dessen Minne in der Übergabe eines mit Menstruationsblut befleckten Tuches mündet. Von dieser Geste arg mitgenommen, betet er sie von da wie ein devoter Eunuch als Herrin und Meisterin an - obwohl er als späterer römischer Magistrat an sich mehr E*** haben sollte - um dem werten Zuschauer eindrucksvoll eine bewundernswert jämmerliche Karikatur der platonischen Liebe vorzuführen. Den Zweiten im Bunde verkörpert ihr vormaliger Sklave Davus, der einst Gefühle in Hypatia zu erwecken verstand, bis er nach der Übernahme des infektiösen christlichen Glaubens gänzlich unmotiviert auf die Idee kam, die Gutste doch vergewaltigen zu können. Gentlemanlike merkt er erst kurz vor dem Akt, dass er dazu ebenso wenig Grund hat wie seine Teilnahme an den ausschweifenden Zerstörungen, woraufhin er sich - natürlich - wieder den Christen anschließt und bis zum bitteren Ende den Zuschauer mit einem "Ich bin ein Opfer der Umstände"-Blick beglückt. Profillose Waschlappen - alle beide. Profillose Waschlappen - alle drei.

Egal, wahrscheinlich bin ich nur kleinkariert, denn Charaktere hätte nur die geschätzte Aufmerksamkeit von den wuchtigen Bildern abgelenkt und auch einfache Kost kann man fraglos im aufgepeppten Äußeren an den Mann und die Frau bringen. Neben der schnuckeligen "Philosophin" und ihren "Love Interests" beglückt uns Amenábar mit einer demonstrativ billigen Religions-"Kritik", um dem Zeitgeist und Wunsche nach polemischer Dreinschlagerei entgegenzukommen. Schade ist's dabei einige gelunge Szenen in der ersten Hälfte, wie Hypatias Unterricht von Christen und Nichtchristen oder der Speisung der Armen in der Kirche, die aber allesamt von der anfänglich noch zurückgehaltenen und pünktlich zur zweiten Hälfte mit aller Gewalt inthronisierten eindimensional tendenziösen Sichtweise überdeckt werden. Die Christen werden zu wüsten eindimensionalen Schlägern, die von fanatischer Ekstase beglückt, alles steinigen, was nicht bei Drei auf dem Baume ist und ansonsten auf weitere Opfer lauernd, auf den Straßen herumlungern. Dabei haben sie die Freundlichkeit, so hochtrabend von Gott und Gerechtigkeit zu tönen, dass es mir beizeiten das unfreiwillig amüsierte Lächeln aus dem Gesicht wischte und mir beizeiten die Erkenntnis dämmerte, dass es Amenábar damit anscheinend wirklich ernst ist.... womit unterm'm Strich nur billiges, selbstgerechtes und über weite Strecken unfreiwillig amüsantes Machtmensch-Gefasel übrig bleibt. Gähn...

... aber schließlich wusste ja schon Lenin, dass Religion Opium für's Volk ist und diesen weisen Worten möchte auch ich mich nicht verschließen. Was spielt es schon für eine Rolle, dass religiöser Fanatismus ein wenig überraschendes wenn auch extremes Produkt typisch menschlicher Charakteristika darstellt. Wer diesbezüglich auf Christen-Pfui-, Religion-Pfui-, und Anspruch-Pfui- Polemik auf Stammtischniveau steht, wird diesbezüglich erfreulich kräftig bedient und in seiner Auffassung wohltuend bestärkt werden. Jeder sieht, was er sehen will, jeder glaubt, was er glauben will, deswegen empfinde ich es persönlich als ausgesprochen müßig, meinem Erstaunen Ausdruck zu verleihen, dass anderweitig doch tatsächlich hehre Worte wie wertvolle Diskussion, Toleranz, Weltanschauung, tiefgehende Religionskritik oder auch nur reflektierter Anspruch in diesen Film hineingelesen werden. Oft genug hat "Agora" derartiges Edel-Wortgut schließlich wie ein Mantra wiederholt und wiederholt und wied... und ich persönlich liebe es einfach, mir keine eigenen Gedanken machen zu müssen, sondern die Botschaft eines Films so herrlich plakativ auf's Auge gedrückt zu bekommen.

Allerdings - wenn auch schweren Herzens - komme ich nicht umhin, eine Lanze und einen weiteren Stern für Amenábar brechen, denn eine Szene hat er tatsächlich ausgesprochen clever hinbekommen: Ausrechnet die weisen Köpfe der großen alexandrinischen Bibliothek, die edlen Hüter der Vernunft und vielleicht größten Freidenker ihrer Zeit setzen das brodelnde Pulverfass in Brand, indem sie zusammen mit ihren Schülern und mit scharfem Schwerte wie die letzten Barbaren oder Fanatiker die Agora stürmen und im (selbst-)gerechten Zorne das erste Blut vergießen. Christenblut. Damn, das könnte direkt zu denken geben, könnte ... denn angesichts des filmischen Gesamteindrucks tendiere ich eher zu der Vermutung, dass das Bibliothekspersonal von den bösen Christen in Undercover unterwandert wurde, um endlich eeendlich eeeeendlich Auftakt zum Hascht-Alle-Andersgläubigen-Blutrausch zu geben. Es lebe die Vernunft! Amen.

Fazit:

Sie mögen eine episch exzellent in Szene gesetzte antike Bilderwelt und möchten nicht mit Belanglosigkeiten wie einer klugen Geschichte, überzeugenden Charakteren, fesselnden Dialogen oder auch nur Anspruch behelligt werden, dann gibt's von meiner Seite eine hammerharte Stummfilmempfehlung.

Ansonsten sollten Sie sich von dieser peinlich platten und wirklich und wahrhaftig gähnend langweiligen Bilderorgie nicht zuviel erwarten.

Und jetzt freue ich mich auf ein dezidiert fanatisches Abklicken. Mögen die Steine fliegen! ;-)
Kommentar Kommentare (50) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2016 10:50 PM MEST


The Next Avengers [UK Import]
The Next Avengers [UK Import]
Wird angeboten von London Lane Deutschland
Preis: EUR 27,89

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Helden in Windeln - Die Avengers sind tot... lang leben die Avengers, 8. April 2010
Rezension bezieht sich auf: The Next Avengers [UK Import] (DVD)
Die Heldenbrigade der "Avengers" wurde von dem ultrastarken KI-Roboter Ultron ausgelöscht. Nur Iron-Man entging der tödlichen Konfrontation und konnte die vier glorreichen Kiddies der Heldentruppe in Sicherheit bringen. Nach Jahren der von der Außenwelt isolierten und dem Trainig gewidmeten Einsamkeit, gelingt es Ultron, ihre Spur aufzunehmen. Zeit für die jugendliche Heldentruppe, in die Fusstapfen ihrer Eltern zu treten.

Zugegeben, ich habe noch nie viel von Filmen gehalten, in dem kindliche Helden den Bösewicht besiegen, der zuvor ihre ausgewachsenen Eltern mühelos an der Wand zerquetscht hat. Angesichts des Alters der Helden ist das vorliegende Werk auch fraglos als Kinderkram einzuordnen. Die Kids treffen altersgemäß geradezu selbstmörderisch d*mliche Entscheidungen, stellen sich der Frage von Ultrons Erfolg über ihre Eltern erst, als dieser sie mühelos wenn auch wohlverdient über's metallene Knie legt und sind last but not least eben Kinder. Nicht gerade die Helden, die man bei gewaltigen Remmidemmi-Schlachten zu bejubeln trachtet.

Auf der anderen Seite ist "The Next Avengers" erstaunlich guter Kinderkram: Es gibt tatsächlich eine von Anfang bis Ende schlüssig funktionierende Storyline, die Dialoge sind gelungen und bergen so manchen Lacher, kleinere emotional ansprechende Konstellationen werden klug initiiert und der gute Eindruck setzt sich mit Animation, Soundtrack und knalligen Schlachtenspektakeln nahtlos fort. Selbst das angesichts des durchschnittlichen Heldenalters ironischerweise authentische Niveau wurde durchaus treffend in Szene gesetzt.

In einer Zeit, in denen sowohl Marvel wie auch DC zahllose flache, banale und billige Comic-Animationen auf den Markt werfen, um den Fans auch noch den letzten Cent aus der Tasche zu fischen, ist "The Next Avengers" eine durchaus angenehme Überraschung und gibt nicht zuletzt der Hoffnung Auftrieb, dass vielleicht noch eines nicht zu fernen Tages die eine oder andere qualitativ anspruchsvolle Perle animiert wird. Dann aber bitte mit erwachsenen Helden.


Superman / Batman: Public Enemies
Superman / Batman: Public Enemies
DVD ~ Michael Goguen
Wird angeboten von Joe2000
Preis: EUR 26,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kampf der Steroidengötter, 1. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Superman / Batman: Public Enemies (DVD)
Die Wirtschaftskrise hat das Comic-Helden-Universum von DC erreicht. Wie zu seligen Real-Zeiten von Saddam & Co wählen die aufrechten Amerikaner den besten Mann allever für den anspruchsvollen Job an die Macht: den gefängnisgeläuterten Ex-Superschurken, Milliardär und Universalgenie Lex Luthor, der so erfolgreich agiert, dass sich fast alle Superhelden in den Dienst der US-Regierung sprich Luthor stellen. Als gallisches Dorf bleiben allein die großen Zwei von DC, Superman (weil Erzfeind von Luthor) und Batman (weil Batman), unbeirrt skeptisch. Daraufhin setzt Amerikas verdienter Führer ein Milliarden-Kopfgeld auf den von ihm hinterlistig diffamierten "Mann aus Stahl" aus, überlässt den Vollzug desselben der großen Superhelden/Superschurken-Gemeinde und kümmert sich ansonsten um die Abwehrmaßnahmen gegen einen auf die Erde zusteuernden Meteoriten, der kreativerweise in Gänze aus Kryptonit besteht, damit Superman auch ja nicht den Supermann spielen kann.

Nach den letzten banalen Filmchen hat sich DC anfänglich auf seine Stärken besonnen und die heißen: überschaubare Grundidee (Luthor als Präsident), kultige Helden (muss ich sie noch vorstellen?) und eine darauf aufbauende sinnfreie Klopperei (Yeah!). Die ist auch gar nicht mal so übel aufbereitet und macht first of all gewaltigen Spaß. Auch wenn ein paar bekanntere JL-Gesichter begrüßenswert gewesen wären, ist die ambivalente Paarung der besten Kumpels Batman und Superman wie immer ein krachendes Fest, deren markige Sprüche ebenso wie das Teamwork stimmen: Superman steckt ein, Batman teilt aus.

Meine anfängliche Zufriedenheit zerbröselte allerdings ab der Hälfte in klitzekleine Teilchen. Schließlich hätte es ja nicht gereicht, die Leutchen einfach nur sich gegenseitig verkloppen und uns unseren Spaß zu lassen. Nein, es müssen wie immer die Fanfaren zur unsäglich überflüssigen Rettung der Erde geblasen werden. Wie man ein derartiges Nichts an Handlung nichtsdestotrotz so komplett in den Sand setzen kann, das wird wohl das große Geheimnis der Macher bleiben. Die Auflösung des einen ansatzweise versteckten Handlungspfades um Supermans Anklage wird denkbar albern aufgelöst, die Rettung der Erde ist so banal öde wie bereits tausendfach in den unendlich besseren DC-Serien gesehen, über den "Endkampf" lege ich den Mantel des ewigen Schweigens und dass die guten Leute schlussendlich noch auf einen Knilch aus dem japanischen Anime-Universum zur Rettung der Erde zurückgreifen, ist an mangelnder Kreativität und Anbiederei kaum noch zu überbieten.

Immerhin weiß das Filmchen mit ungewohnter Selbstironie bzgl. der Darstellung seiner Superhelden zu punkten - zumindest kann ich es mir kaum anders erklären, dass die männlichen Muskelmänner optisch wie aufgepumpte Steroiden-Bomber wirken und die Damen, an vorderster Front "Stargirl", ein Dekolleté gen Kamera schwenken, in dem bequem drei A-380er landen und geparkt bleiben könnten. Angesichts des filmischen Gesamteindrucks könnte es sich hierbei allerdings auch durchaus um die pubertären Phantasien der Macher handeln.

Fazit:

Anfänglich gelungenes Kawumm stürzt gen mickrigem Blabla ab.

1. Hälfte: Yeaaaah!
2. Hälfte: Gäääähn.


Die Königsmörder-Chronik / 1. Tag: Die Königsmörder-Chronik / Der Name des Windes: 1. Tag / Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag
Die Königsmörder-Chronik / 1. Tag: Die Königsmörder-Chronik / Der Name des Windes: 1. Tag / Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag
von Patrick Rothfuss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein intellektueller Schlagmichtot als Held?, 1. April 2010
Auf geht's in eine meiner Lieblingsdomänen in Form einer Bar, wo der geneigte Leser das zweifelhafte Vergnügen hat, von einem dermaßen unscheinbar aussehenden Barbesitzer bedient zu werden, dass man an dessen Existenz zweifeln könnte. Aber - welch' Überraschung - dahinter verbirgt sich der größte Held dieser Zeit: Kvothe, der Blutlose - Mittelpunkt zahlloser Geschichten und Legenden, die samt und sonders an der Wahrheit vorbeigehen. Zufällig stapft auch noch der größte Chronist dieser Zeit, um den sich ebenso viele qualitativ hochwertige Legenden drehen, herein und verlockt Kvothe dazu, seine Geschichte zu erzählen - Kvothe sagt zu, legt aber fest, dass seine Geschichte nicht weniger als exakt 3 Tage braucht.

Kvothe selbst ist ein überdurchschnittlich intelligenter junger Mann, der die Ermordung seiner Eltern durch einen Dämonen der mysteriösen "Chandrian" miterlebt. Im statischen Schockzustand verfallend, überlebt er die nächsten drei Jahre als Straßenjunge in einer Großstadt, bis er nach einem Erweckungserlebnis die Flucht ergreift und ein neues großes Lebensziel anpeilt: Die Universität. Aufgrund seiner großen Begabung wird er trotz seiner jugendlichen 15 Jahre unter Vorbehalt aufgenommen und widmet sich in Folge den Problemen, die wohl so jeder Student kennen und schätzen lernt: Frauen, Geld und Lernen. Daneben macht er sich wahre Freunde und wahre Feinde und und und....

Amüsant, spannend, mitreißend. Patrick Rothfuss hat einen wahrhaft bildgewaltigen Sprachstil, der es schafft, selbst alltägliche Tätigkeiten seines Helden spannend zu machen. Ich war völlig überrascht von dem qualitativ hochwertigen Sprachniveau, das den werten Leser bereits am Anfang mit den drei Arten der Stille begrüßt - klingt langweilig, ist es aber mitnichten - da er dies dermaßen detailliert und eindrucksvoll zu beschreiben weiß, dass man unwillkürlich selbst anfängt zu lauschen - und DAS nenne ich inspirierend. Vor allem die Dialoge sind derart geschliffen und humorvoll, dass neben vielen ausgefeilten Überraschungen wahre Lachexplosionen unausweichlich sind. Und nicht zuletzt hat das Buch viel Herz: So singt und spielt der Held eine romantische Ballade über zwei liebende Sagengestalten und man fühlt sich als wäre man dabei, ist emotional berührt, gelähmt und spürt die Macht der Emotionen genau so stark wie beim detailliert beschriebenen Publikum, ach was, man wird derart zum Publikum, als säße man höchstselbst dabei.

Die Personen - maßgeblich der Held - sind sehr tiefgründig beschrieben. Da die Handlung in Form von Kvothes Lebensgeschichte, bis auf kleine Zwischenepisoden in der Bar, aus der Ich-Perspektive geschildert ist, kann man dem Helden auf einer sehr menschlichen Ebene folgen. Er ist nicht der strahlende Sieger, sondern trotz aller Intelligenz ein junger Mensch, der mit Mühe seinen Weg geht, alltägliche Probleme meistert und trotz aller Widrigkeiten nie den Mut verliert. Menschlich macht ihn vor allem ein latentes Geldproblem, was sich zu einem Kampf gegen Windmühlen entwickelt und fast schon zu sehr auf die Spitze getrieben wird. Dazu fügt sich nahtlos eine die vielschichtige Handlung ein, die sich zwar vergleichsweise langsam entwickelt, aber den Leser mit jedem neu aufgedecktem Detail spüren lässt, dass dies nur der Anfang zu etwas Größerem von kolossalen Ausmaßen ist. Aus dem gelungenen Rahmen fallen allein gegen Ende die Passagen im Wald von Trebont heraus, die zwar sprachlich gewohnt eloquent sind, sich aber ohne wirklichen Sinn unsäglich zäh und weitestgehend sinnfrei über ein ganzes Kapitel hinziehen. Einmal überwunden, schließt das Buch glücklicherweise zu alter Stärke auf, und ein höchst faszinierendes und nicht zuletzt neugierig machendes Ende weiß den Leser f-a-s-t mit den vorherigen Längen zu versöhnen.

Fazit:

Schwierig, schwierig, denn bereits das hohe Sprachniveau lässt meine Augen automatisch gen güldener fünf Sterne schielen. Nichtsdestotrotz war die Trebont-Passager ein zu arger Patzer und aufgrund dessen und einiger kleinerer Unausgereiftheiten vergebe ich exzellente vier Sterne. Dem Erscheinen des Folgebandes sehe ich jedenfalls mit glühenden Äuglein entgegen.


Green Lantern: First Flight
Green Lantern: First Flight
DVD ~ Rob Desales

7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Armleuchter zum grün ärgern, 25. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Green Lantern: First Flight (DVD)
Testpilot Hal Jordan bekommt von einem sterbenden Alien einen grün leuchtenden Ring überreicht, der ihn mit gewaltigen Kräften ausstattet und ihn als Mitglied der interstellaren Ordnungshüter-Organisation "Green Lantern" statuiert. Als er auf dem Heimatplaneten der Friedenshüter seine ihn nicht gerade mit offenen Armen empfangenden Kollegen kennen lernt, kommt er einer Verschwörung auf die Spur, die das Universum in seinen Grundfesten erschüttern könnte.

Die gute Nachricht:

Der DC-Comic-Verlag schlachtet aktuell in immer größerem Ausmaße seine Comic-Helden in Animationsfilmen aus.

Die schlechte Nachricht:

Die Qualität dieser Verfilmungen ist im Durchschnitt äußerst bescheiden und hat mit dem hiesig besprochenen Werk einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Wieder einmal sind es die üblichen Verdächtigen:

Kein Charakter

Die Helden werden regelmäßig ohne Charakter und bar jeder Entwicklung auf die Bühne geworfen. War die Motivation beispielsweise bei Wonder Woman immerhin noch minimal im Ansatz erkennbar, so ging man damit im hiesigen Werk noch sparsamer um. Hal Jordan ist vom Anfang an der perfekte Superheld, beherrscht die Kräfte des Rings ohne jede erkennbare Anstrengung, kann alles besser als die Anderen, handelt so souverän wie ein alter Veteran, erlangt nicht die Spur an Profil und bleibt geradezu schockierend blass, austauschbar und laaaaaaangweilig. Dass es dabei nicht einmal zu markigen Sprüchen, sondern allein zu banalen schon tausendfach gehörten Sprüchen der Billigkategorie reicht, ist dabei noch eine traurige Fußnote.

Gigantisch aufgeblasene und doch nur öde Geschichten

Anstatt den interessanten Werdegang von "Green Lantern" entsprechend zu würdigen, wird diese unwichtige Episode nach knapp vier Minuten beendet und der Held darf unmittelbar nach der Ringanprobe einer Mission frönen, die - wie immer - der Rettung des gesamten Universums huldigt. An der Stelle weiß der desillusionierte DC-Animations-Freund bereits, dass sich die Ambition der Macher in diesem Superlativ erschöpft hat - Was kann der zahlende Fan über das hehre Ziel "Rettung der Welt" schließlich noch erwarten? - und der restliche Film nunmehr im billig konstruierten Fast-Food mündet. "Green Lantern" nimmt sich davon nicht aus - überraschend bleibt nur die geradezu lachhafte Einfachheit und Vorhersehbarkeit der "Story". Nach spätestens weiteren fünf Minuten steht der gesamte weitere Handlungsverlauf ebenso wie der Endgegner für jedermann unverrückbar fest, entsprechende Höhepunkte, Dramatik oder auch nur Spannung sucht man vergebens. Die Dialoge fügen sich diesem traurigen Niveau nahtlos ein.

Ach ja, die Animationstechnik ist qualitativ auf dem heutigen Stand. Spannung oder Wow-Effekte findet man trotzdem nicht die Spur.

Fazit:

Schnaaarch...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 29, 2010 1:08 PM MEST


New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde (Fan Edition) [2 DVDs]
New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde (Fan Edition) [2 DVDs]
DVD ~ Kristen Stewart
Wird angeboten von cvcler
Preis: EUR 9,31

22 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oooooh Edward, Du feiges Würstchen, erscheine in Schall und Rauch! Aber pronto!, 19. März 2010
Menschenkind Bella und Vampirpuderquaste Edward sind sich einig: Nichts aber auch gar nichts kann ihre unsterbliche Liebe auseinander bringen. Nichts? Nun ja, nicht ganz. Als Edwards Brüderchen Jasper bei einer offenen Wunde Bellas in einen akuten Blutrausch gerät, versucht er Bella wenig gentlemanlike zu vernaschen. Da Edward als echter Kerl nicht zulassen kann, dass seiner Liebsten etwas passiert, nimmt er mit dem charmantesten Beziehungsabbruch seit der Erfindung des SMS-Schlussmachens dezent Abschied von seiner Traumfrau:

"Kannst Du mir etwas versprechen? Bella mach' nichts Dummes.... Dafür verspreche ich Dir im Gegenzug etwas."

--- An der Stelle habe ich doch tatsächlich etwas Tröstendes für das arme Mädel erwartet, was nicht zuletzt ein bedenklich naives Licht auf mich wirft: ----

"Du hast mich jetzt zum letzten Mal gesehen. Ich komme nicht zurück."

--- Öhem... ist diese Art von "Trost" nicht leicht kontraproduktiv zum Vorhergesagten, ergo die personifizierte Einladung zu "Spriiing die Klippe runter, Bella, SPRING!!"? ---

Anyway. Dem missratenen Windbeutel fehlen nämlich nicht nur die E*** in der Hose, sondern er ist auch mit einem beklagenswert löchrigem Gedächtnis belastet. Mensch Eddy, wie konntest Du die rachsüchtigen Vampire aus dem ersten Teil vergessen, die sich allzu gern an Deinem Schnuckelchen gütlich tun würden? Nuja, passiert ist passiert. Außerdem kommt dieses kleine Malheure der vom Liebeskummer tsunamimäßig angeknockten und nicht gerade für ihre Intelligenz bekannten Bella mitsamt ein bisschen Lebensgefahr gerade recht. Hat sie doch entdeckt, dass eine Vision von Freund Eddy stets dann kurzzeitig wie ein Dschinn aus der Lampe erscheint, wenn sie sich auf extrem suizidäre Abenteuer einlässt. (Sagte ich eigentlich schon, dass die Frau nicht sonderliche helle ist? Ja? Gut! Dann kann ich mir nämlich Ausführungen zu ihren neugewonnenen Freizeitvergnügungen sparen.) Zu ihrer Erleichterung hat sie mit dem schwarzen Jacob einen Freund, an dessen haariger (upps!) Schulter sie ersten Halt und vielleicht sogar ein bisschen mehr findet. Man darf gespannt sein. Gääähn.

Ich sag's frei heraus: Hut ab! Ganz ehrlich, ich hätte nie, aber auch so was von nie gedacht, dass "New Moon" mich, rein objektiv gesehen, tatsächlich positiv überraschen würde. Stattdessen hatte ich mich schon diebisch darauf gefreut, mich wie im Vorgänger behaglich zurückzulehnen und gütlich an dem betont unfreiwilligen Humor einer handwerklich komplett verhunzten Teenieschmonzette zu weiden. Bedauerlicherweise haben Mütterchen Schicksal und Väterchen Weitz ganz anders entschieden, denn der neu inthronisierte ist handwerklich eben doch ein anderes Kaliber als die dilettantische Regisseuse vom verehrten Vorgänger. Die Inszenierung ist insoweit auch meisterlich gelungen und von Anfang bis Ende perfekt durchmodelliert - wobei ich allerdings der davon ausgehe, dass der von mir "genossene" O-Ton im Vergleich zu den heruntergeleierten Synchronstimmen einiges herausgerissen hat. Neben der handwerklich akkuraten Arbeit haben sich sogar die bis dato allein durch käsige Unlust aufgefallenen Darsteller auf zumindest ...öhem... existentes Schauspiel steigern können. Nicht gerade weltmeisterlich, aber auch der Kreisklasse muss man sich nicht schämen. (Die grüne Ashley sei ausdrücklich ausgenommen.)

Aber...und das ist ein großes ABER...sollte man sich keine Illusionen über den Maßstab hingeben, der hier zugrunde gelegt worden ist und zugrunde gelegt werden sollte. "New Moon" ist eine perfekt inszenierte Teenieschmonzette... und eben auch niemals nie mehr. Kein großes Drama, keine erlesene Schauspielkunst, keine authentischen Charaktere, keine epische Handlung, keine tiefgründigen Gefühle - sondern eine jugendlich banale Teenie-Lovestory, die ganz und gar ihre oberflächliche Natur zelebriert, die in der sog. "großen Liebe" schwelgt, ohne diese zu kennen, sich im endlosen Liebeskummer selbst zerreibt, schwülstige Dialoge herausfeuert, die mich den Kopf in den nonexistenten Wassereimer stecken liessen, banalisiert statt dramatisiert, unfreiwillig (und glücklicherweise ganz gewaltig) amüsiert, niemals höhere Sphären zu erklimmen versucht und damit fraglos ein tendenziell authentisches Bild diverser Teenie- und Hormonabenteuer abgibt, die der objektiv wertende Zuschauer zwar nahtlos nachvollziehen kann - die aber fraglos von echtem großen Liebesdrama ebenso weit entfernt sind wie diese Rezension von hehrer Literatur.

Fazit:

3,5 Sterne für eine objektiv durchweg gelungen inszenierte Teenie-Schmonzette, die bevorzugt ans weibliche Publikum gerichtet ist und sich in zwei Stunden hemmungsloser Banalität erschöpft - wobei ich mir allerdings erlaube, die güldenen Sternchen aufgrund der grandios durchkomponierten Jagdszene der feuerhaarigen Vampiresse samt bildgewaltig animierter Werwölfe wohlverdient aufzurunden.

Nachtrag:
Ich vergass, ich vergass, a bissel echte Tragik hat "New Moon" tatsächlich noch zu bieten:

SPOILER - Wie's zu guter Letzt aussieht, wird wohl auch die holde Bella bald den Fluch der zu jung gebissenen Vampire teilen und für die nächsten paar hundert Jahre die Dauerschulbank drücken dürfen. Und Edward kommt unter den Pantoffel. Unsterblichkeit hat ihren Preis. Indeed. ;-) SPOILER ENDE
Kommentar Kommentare (41) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 7, 2011 2:42 PM CET


Das Urteil: Roman
Das Urteil: Roman
von John Grisham
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Glimmstengeln für den guten Zweck, 10. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Urteil: Roman (Taschenbuch)
Rauchen schädigt die Gesundheit. Das weiß man zwar, aber gepafft wird trotzdem, was das Zeug hält. Da Amerikas zügellose Klageindustrie bei all den Gesundheitsschäden das große Geld wittert, wurden bereits zwölf Klagen gegen die großen Tabakkonzerne angestrengt, die aber samt und sonders vom Kapital und skrupellosen Manipulationen der Verteidigung förmlich abgeschmettert worden. Klage 13 soll nun endlich mit einem Präzedenzfall die Schleusen der Tabakmilliarden öffnen. Einige Staranwälte haben sich zusammengefunden, ihre Finanzen und ihr Fachwissen vereinigt, den richtigen Mandanten und das richtige Gericht gefunden, so dass es nur noch an einer zuverlässigen Jury fehlt.

Richtig, die Jury. Wer das Wort einmal hört, denkt wohl weniger an ein edles Organ der Rechtspflege, als vielmehr an 12 Nasen, die die ganze Bandbreite vom armen Tellerwäscher bis zur spießigen Generalswitwe abdecken, stets reichlich farblos und still in ihren Stühlen hocken, sich unentwegt berieseln lassen, weniger bis gar keine Ahnung haben und sich letztendlich rein aus dem Bauch heraus und von smarten Anwälten beschwatzt auf Milliarden an Strafsummen dirigieren lassen. Zeit die Spielregeln zu ändern. Nicholas Easter, ein junger Juror, hat sich schon seit Jahren bemüht, in eine Jury gegen die Tabakindustrie gewählt zu werden, um einen minutiös ausgetüftelten Plan in die Tat auszuführen. Endlich am Ziel, kann das Spektakel beginnen. Yeah!

Es ist ein höllisches Vergnügen, mitzuerleben, wie dieser Galgenstrick mit einer subtilen Cleverness schleichend aber unaufhaltsam die Führung der Juroren übernimmt, sie in seinem Sinne manipuliert, sie gegen die Beeinflussung der Tabakindustrie wappnet und zum dominierenden Part des ganzen Spektakels ausformt. Streik für pünktliches Essen, Porzellangeschirr oder Fernsehen, überraschende patriotische Bezeugungen, Aufbegehren gegen das richterliche Diktat und allerhand Schelmenstreiche lassen den armen Judge Harkin ein ums andere Mal in ein persönliches Waterloo fallen. Scheint anfangs alles zugunsten der finanzstarken Verteidigung zu laufen, so schrumpft der Einfluss immer schneller in dem Maße, mit dem Easters Einfluss wächst. Nachdem seine Helferin mit nebelhaften Aussagen an die Tabakindustrie herangetreten ist, beginnt neben dem eigentlichen Prozess ein intrigantes Katz-und-Maus-Spiel um den ganzen großen Jackpot.

Fazit:

Vorfreude, schönste Freude. Zwar ist das Ende sehr vorhersehbar und unspektakulär und macht nicht zuletzt den Abzug eines Sterns erforderlich, aber der gesamte Schlagabtausch ist so clever, augenzwinkernd und originell inszeniert worden, dass ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind auf die nächste Süßigkeit freute. Grishams Schreibe sagte mir schon immer sehr zu, aber für diesen herrlichen Schinken recke ich beide Daumen samt großer Onkel feierlich in die Luft. Hiermit geschehen.


Merlin - Die neuen Abenteuer, Vol. 2 (3 DVDs)
Merlin - Die neuen Abenteuer, Vol. 2 (3 DVDs)
DVD ~ Colin Morgan

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Camelot inmitten von Zwielicht und Düsternis, 10. März 2010
Düstere Wolken ziehen über dem Achtung gebietenden Königreich Camelot auf. Finstere Gestalten konspirieren gegen den König, wilde Krieger knechten das Volk, Verräter und magische Kreaturen erheben sich. Durch all die Gefahren hindurch scheint Arthur Pendragon der Prophezeiung des letzten Drachen immer näher zu kommen. Doch die Erlangung der Krone Camelots kann nur über Tod von Uther Pendragon hinweg gelingen. Während Arthur einer derartigen Entwicklung weit fern steht, konspirieren inzwischen selbst einst treue Untertanen gegen den rigorosen König, der auf seiner unbeugsamen Mission gegen die Magie vor nichts und niemanden Halt macht. Immer drängender werden die Rufe nach einem neuen König, immer aufreibender wird es für den jungen Arthus, treu an der Seite seines Vaters zu stehen. Selbst der junge Magier Merlin gerät als Arthus' Freund und Schutzengel in dem Sog von Verantwortung und Schicksal zwischen alle Fronten.

Während die erste Hälfte der ersten Staffel maßgeblich der Entwicklung der Beziehung von Merlin & Arthus galt, so finden in der zweiten Hälfte auch die anderen Charaktere ihren Platz. Morgana entdeckt ureigene magische Talente, Guiniveres Rolle gewinnt stark an Substanz, Uthers scheinbar von Stolz umnachtete Gnadenlosigkeit spaltet die Loyalität seiner Untertanen und Arthur beweist sich immer stärker in der Rolle eines Kronprinzen, der trotz seiner Jugend seinen Vater weit hinter sich gelassen hat und den eines fernen Tages von Legenden umwobenen König deutlich hervortreten lässt. Obwohl die Serie vergleichsweise einfach konstruiert ist, schafft es jede einzelne Folge eine unerwartete Wendung zum Ende hin einzubauen, die das Schicksal der Geschichte und ihrer Protagonisten in ein gänzlich neues Licht rückt. Verwickelte Dialoge, wohltönender Soundtrack, charmanter Humor, ambivalente Elemente aus der Ursprungs-Saga und eine stete Auseinandersetzung der jungen Helden mit ihrem ureigenem Schicksal erschaffen eine erfrischend innovative Serie, die den mythischen Namen Merlin & Arthus ein magisches Angesicht verleihen.

Wenn ich dieser Serienhälfte letztendlich einen Stern abziehe, so liegt das im Wesentlichen daran, dass bei dem Versuch mit großer Action zu aufzutrumpfen, bisweilen das Gegenteil erreicht wird. Die letzte Folge ist geradezu exemplarisch übermäßig auf den finalen Höhepunkt zugeschnitten, als dass sie erzählerisch an die exzellenten vorherigen Folgen anknüpfen könnte.

Fazit:

"Merlin" ist eine wundervolle Neuinterpretation, die es trotz des offensichtlich modernen und jugendlichen Anstrichs durchweg schafft, der Essenz der wohl berühmtesten Saga um den legendären König Arthus treu zu bleiben. Harmlos spannende Unterhaltung für die ganze Familie.


Shrek 3 - Der Dritte
Shrek 3 - Der Dritte
DVD ~ Sascha Hehn
Wird angeboten von rezone
Preis: EUR 7,49

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen OGÄÄR-POWÄÄÄHR - jetzt gibt's gewaltig was auf den Rüssel!, 6. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Shrek 3 - Der Dritte (DVD)
Über Shrek, seines Zeichens erster und einziger Oger, ziehen dunkeldüstere Wolken auf:

1. Er soll den Thron seines Schwiegerpapas übernehmen. (Autsch.)

2. Er soll Vater werden. Von Kindern. Mehreren. (Doppeldreivierfachautsch.)

Tja, und was macht ein echter Kerl, wenn er mit derart viel V-e-r-a-n-t-w-o-r-t-u-n-g (Uaargh...) konfrontiert wird? Genau! Er schnappt sich seine Kumpels und gibt auf brennenden Sohlen Fersengeld. Um sein ebenso misstrauisches (naja nicht wirklich) wie liebendes Weib zu täuschen, tarnt der wackere Oger sein Vorgehen - mit Erfolg, fast hätte er sogar mich überzeugt - indem er offiziell angibt, den mächtigen Arthur Pendragon, kurz Artie, zu suchen und als neuen König zu inthronisieren. Während der Oger in der Ferne seiner wiedergewonnenen Freiheit frönt, sammelt der güldene Prinz Charming die Schurken des Märchenreiches und erobert das Königreich. Shrek, der leider schon allzu lange unter dem Pantoffel gelebt hat, um seine Freiheit noch ohne bessere Hälfte genießen zu können, kehrt daraufhin zurück und nimmt den Kampf auf. Time for... (siehe Titel)!

Blutenden Herzens muss ich zahllosen verehrten Rezensentenkollegen recht geben, die freundlicherweise das Offensichtliche in so viele, viele und noch mehr Worte fassen: Die vorherigen Teile waren indeed fabrikneu und dementsprechend spritziger. Klar. Desgleichen waren früher die Berge höher, das Gras grüner und die Kiddies wohlerzogen. Stimmt alles und spielt alles keine Rolle, denn Shrek III ist für sich genommen erneut ein zum Brüllen komisches Vergnügen. Anders als beim ausgelutschten "Ice-Age III" gibt es eine fetzig ausgearbeitete Geschichte, die neben zahllosen Seitenhieben auf das Filmbusiness eben auch mit den gewohnt shreklich schmissigen Gags Punkte sammelt. Der Abroller schlechthin war die Art, wie wirklich jede einzelne Märchenfigur aber auch so was von veräppelt und herrlich verdreht in Szene gesetzt wurde, dass es den Märchenfreund schier vor Lachen zerreißen muss. Ich sag nur: Team Alphawolfschwadron, Fionas femmes fatales, die knuddeligst bärtige Nanny aller Zeiten, etc. etc. Ein Stern knipse ich allerdings ab, da nicht wirklich alle Gags zündeten und der gesucht gefundene Artie als eine arg unlustig melodramatisch schwülstige Spaßbremse konzipiert wurde, an dem sich das übliche "Du-kannst-alles-schaffen-wenn-Du-an-Dich-glaubst-Bla-Bla" erstaunlich humorlos manifestierte.

Anyway, ich hätte nie gedacht, dass nach der ernüchternden Anschauerfahrung von "Ice-Age III" nun tatsächlich in Sachen Shrek für mich gilt: Teil 4 kann kommen! OGÄÄR-POWÄÄÄHR!!
Kommentar Kommentare (16) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 18, 2010 5:27 PM CET


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