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Rezensionen verfasst von
Chilischote

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Geliebte Jane
Geliebte Jane
DVD ~ Anne Hathaway
Preis: EUR 6,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nr. 1 - Becoming Mark Twain, 14. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Geliebte Jane (DVD)
England, Ende des 18.Jh.: Die junge Jane Austen (Anne Hathaway) schwelgt in den Gedanken, eine unabhängige Autorin zu werden und nur aus Liebe zu heiraten. Da ist es tendenziell kontraproduktiv, dass sie zum verarmten Landadel gehört, deren erste und letzte Pflicht es ist, reich zu heiraten. Ein schwerreicher leider aber auch grundlangweiliger Holzkopf macht ihr den Hof und bringt Jane damit in arge Nöte. Glücklicherweise bringt der junge mittellose Edelmann Tom Lefroy (James MacAvoy), der wegen seiner Vorliebe für Glaskinnboxen, Hurerei und Alkohol von seinem Erbonkel auf das Land verbannt wurde, Frustration & Würze in ihr Leben. Gefühl versus Verstand, Stolz versus Vorurteil, wie wird sich die holde Jane entscheiden?

Jane Austen ist die berühmt-berüchtigte Verfasserin ungenannt bleibender Gruselwerke wie beispielsweise "Pride & Prejudice", "Nicht ohne meine fünf Töchter", "Meet Mrs.Bennett", "Lizzy kommt auf den Dackel" und dem Beziehungsratgeber "Warum Männer mit Locken die besseren Ehemänner sind". "Becoming Jane" dient offenbar dem edlen und fraglos überfälligen Ansinnen, ihrem Leben & Schaffen zu huldigen. Drollige Sache das. Wäre Anne Hathaway nämlich bereits verschieden, die wahre Miss Austen dagegen nicht, so würde sich die Letztere nach dem Genuss dieses Films sicherlich von ihrem Kollegen Mark Twain stante pede einen Spaten ausleihen, Miss Hathaway ausbuddeln und ihr mit dem Spaten eins über den Schädel ziehen. Denn die auf P&P getrimmt sein wollende Geschichte ist, gelinde gesagt, cremig leichte Exquisa-Kost: das liebreizende Dummchen vom Lande verliebt sich mit Lichtgeschwindigkeit in den noch schneller geläuterten Bad Boy aus der großen Stadt – kann es bei soviel geplätteten Klischee noch Platz für Charakterentwicklung à la Austen geben?

Gottlob nein. Anne Hathaway ist eine liebreizende Augenweide, aber eine Jane Austen geschweige denn einen Austen-Charakter geschweige denn einen Charakter verkörpert sie in diesem Filme nicht. Ihr Rolle bleibt merkwürdig flach und erschreckend profillos: wenn sie hohe Phrasen schwang und Austen-Zeilen zitierte, wirkte es aus ihrem Munde wie ein Fremdkörper; wenn sie schriftstellerisch tätig wurde, suchte man vergebens nach greifbarer funkensprühender Intensität, stattdessen hatte ich Angst, dass sie sich an der spitzen Fehler selbst verstümmelt. Keine Ecken, keine Kanten. Dass die an Janes Seite wandelnde Cousine die deutlich kernigere Austen-Figur gewesen wäre, stellt eine ironische Fußnote dar. Als angepriesene Filmbiographie ist „Becoming Jane" eine Farce, als zumindest den Austen-Werken verpflichtete Verfilmung eine belanglose Nichtigkeit.

Was bleibt? Nun ein nettes atmosphärisches Liebesfilmchen mit extrem sympathischen Charakteren, sphärischen Bildern und schicksalhafter Dramatik, dessen Oberflächlichkeit aufgrund der sanften Jane, des seine Rolle gewohnt charismatisch abspulenden James MacAvoy und der funktionierenden Chemie der charmanten Hauptfiguren kaum einen Menschen interessiert. Dass man den Film auch getrost "Becoming Anna" oder beliebig anders hätte nennen können, ohne dass es ihn auch nur ansatzweise variiert hätte... Geschenkt.

Fazit:

IT is a truth universally acknowledged, that a single woman in possession of a good brain should not want to become Jane.

PS: Ein fraglos interessanter Punkt für die Fängemeinde ist allerdings die Offenbarung, dass Jane Austen ein cricketspielender Wildfang war. YES, jetzt ist's raus! Nur schade, dass die echte Miss Austen diese Kleinigkeit in P&P glatt unterschlagen hat. Immerhin wurde die Sprung-in-den-Fluss-Szene korrekt übernommen. Allerdings musste Darcy, wenn ich mich recht erinnere, dies nicht nackend tun... ;-)
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2013 2:26 AM CET


Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1 (Fan Edition) [2 DVDs]
Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1 (Fan Edition) [2 DVDs]
DVD ~ Kristen Stewart
Wird angeboten von OBIKO
Preis: EUR 19,90

298 von 372 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Breaking Bones - Der Tod eines Jungmädchentraums, 4. März 2012
Lieber Leser! Solltest Du Kritik an Twilight nicht mögen oder diese sogar als persönliche Beleidigung Deines Geschmacks auffassen, so bitte ich höflich darum, Deinen erlesenen Blick gen nächster Rezension schweifen zu lassen, auf dass die nachfolgend mit Spoilern durchsetzte Explosion an Gift und Galle nicht das zarte Gemüt verprellen möge.

Kurz vorab: Ich bin ein waschechter männlicher Fan, der den rosaroten Jungmädchentraum namens Twilight wider Willen ob des unfreiwilligen Humors auf seine eigene Art tatsächlich lieben gelernt hat. Wenige Filme haben mich in den letzten Jahren so prächtig unterhalten und in gewisser Hinsicht ob ihrer Massenwirkung fasziniert. Als ich kürzlich Freikarten für eine Kinoverfilmung in die gierigen Griffel bekam, fasse ich einen sogar für meine Verhältnisse verwegenen Entschluss: Twilight auf Großleinwand. Gesagt, getan. Ein Twilight nur von den Plakaten kennender Kumpel wurde überredet und mit einem erfolgreich hineingeschmuggelten Rucksack voll Pils betraten wir in den Kinosaal, wonniglich grinsend, dass unser allzubald dezent erklingendes Lachen uns denkbar viele böse Blicke der anwesenden jungweiblichen Publikum einbringen möge... das aus einem Rentnerehepaar, ein Jungmädchentrio und ein Pärchen mit einem verschämt wegguckenden jungen Burschen bestand. Autsch. Egal. Es blieben noch Bier und Twilight. Erwartungsvoll lehnte ich mich zurück...

Belle Bella ist am Ziel ihres Jungmädchentraums: Ganz in jungfräulichem Weiß gekleidet kann sie endlich e n d l i c h ihren Traumprinzen Edward heiraten. Bereits der Anfang birgt den Keim des Untergangs: der Regisseur nimmt das Geschehen zu ernst, todernst. Der bislang gewohnte banale Kitsch soll diesmal hochwertiges Drama sein. Grelle Farben in einem fahlen Hintergrund machen zusammen mit auf feierlich getrimmten Gestalten aus der Hochzeit eine Beerdigung. Den ersten einsamen Lacher setzte Bill Burke mit dem uralten "Schwiegersohn, ich trage eine Waffe..."-Spruch; er ist die einzige authentische Figur. Der Rest ist Staffage in einem erschütternd peinlichen Wachsfigurenkabinett.

Und doch hatte ich noch nicht im Ansatz die wahre Dimension des Grauens erspürt. Hatte ich bislang Twilight als banalen Kitsch mit einem Augenzwinkern abtun können, so froren mit bei Teil IV die Augenbrauen zu. Twilight IV ist handwerklich schwachsinnig bis ins Mark. Nach ausgewalzt schnarchiger Hochzeit (Wo ist die Leidenschaft?) nebst ausgewalzt schnarchiger Flitterwochen (Wo ist die Leidenschaft?) und sauber erlegter Erotik (knochige Körper im Meer) mündete der Film lediglich in dem endlosen Leiden der gar nicht mehr so belle Bella. Eine unbekannte Kreatur hat sich bei ihr eingenistet. Die Vampire wollen die Kreatur ebenso wie die Werwölfe töten. Bella möchte das nicht und- natürlich - entbrennt wiederum um das unscheinbare Dummchen der große Konflikt. Die Geschichte lässt sich letztlich auf den Satz: "Bella kriegt ein Kind." reduzieren. Bella liegt und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet und leidet. Hatte Teil III noch einen funktionierenden Spannungsbogen und echte Höhepunkte, so lässt das dieser Teil völlig vermissen. Statt eines Spannungsbogens gibt es nur eine ausgewalzte nicht enden wollende Aneinanderreihung von Szenen, die sich in ihrer Wichtigkeit suhlen, die Handlung keinen Schritt voranbringen und den Film in tödlicher Langeweile erstarren lassen. Die Cullens werden wieder zu Statisten degradiert, die Schlachten" sind miserabel durchchoreographiert, Konflikte wie die böse Kreatur oder der rudelinterne Führungskampf werden herbeigeredet und die Handlung ist das Spiegelbild der lethargisch dahinsiechenden Bella. Ach ja: Und wo ist die Leidenschaft? Jede Dokumentation eines Schildkröten-Marathons ist mitreißender. Loben kann man allenfalls die Maske & den Ton für die wirklich grotesk verhässlichte Darstellung der Schwangerschaft - noch heute höre ich schaudernd die Knochen brechen.

Nun gut. Der Film ist grottenschlecht. Das sind viele Filme. Allerdings ragt Twilight in gewisser Hinsicht doch wieder einsam heraus, denn er hat das vermocht, was ich lange nicht mehr erleben durfte: ich war ehrlich schockiert.

Zwei Beispiele mit großem Spoiler:

Bella und Edward sind verheiratet und wollen ihre Liebe körperlich bezeugen. Lassen wir an dieser Stelle die zum Himmel schreiende Dummheit des Bräutigams außer Acht, der das nachfolgende Malheur geradezu vorsätzlich verschuldet hat und loben stattdessen seinen vorbildlichen Einsatz gegen Verhütungsmittel. Konzentrieren wir uns lieber auf den anschließenden Morgen. Bella ist glücklich. Die Nacht war ein voller Erfolg. Ihr sensibler Ehemann kann das zwar nicht glauben, erhält aber auf jede seiner Nachfragen ein strahlendes Ja. Auf einmal entdeckt der Bräutigam blaue Flecke auf der Schulter seiner Liebsten, ein äußerlicher Ausdruck seiner Manneskraft. Er ist erschüttert, traurig, verletzt. Wie konnte er das seiner Liebsten antun? Obwohl seine Liebste schwört, dass es sich um eine gänzlich unwichtige Kleinigkeit handelt, ignoriert der wehleidige Knilch das Glück seiner Liebsten und schwört sie n i e m a l s wieder anzufassen. Boah! Der verlorene verständislose Blick in Bellas Angesicht wird konsequent ignoriert. Gut, dass die hehre Twilight-Liebe reines Kopfkino und echter Auseinandersetzung geschweige denn gegenseitigem Verständnis fern ist, war mir bewusst, und doch hatte mich diese erschreckende Gefühllosigkeit eiskalt erwischt. Fraglos ein bezeichnender Ausdruck meiner Naivität, denn nichts aber auch gar nichts konnte mich auf den sich unvermittelt anschließenden Folgesatz von Eddie vorbereiten:

"Was möchtest Du zum Frühstück."

Noch heute weiß ich, wie ich an dieser Stelle unwillkürlich hell auflachen musste.

Und doch ist der Zenit der Geschmacklosigkeit noch lange nicht erreicht. Bella und Eddie haben nämlich ein Kind gezeugt. Einen Hybriden zwischen Mensch und Vampir kannte die Welt noch nicht, außerdem tötet es Bella, so dass es nur eine Entscheidung geben kann: das Kind muss weg. Warum? Ist so! Ich meine, Edward hat ein Kind. Halloho! EIN KIND. Seine Frau braucht ihn. Was macht dieser Sch***kerl vor dem Herrn - er empfiehlt seiner Frau die Abtreibung, kann ihren Widerstand nicht verstehen und versucht nicht ein e-i-n-z-i-g-e-s lausiges Mal, sie zu verstehen oder seiner Verantwortung als Vater gerecht zu werden. Ist es eigentlich zuviel verlangt, ein klein weinig innere Zerrissenheit sehen zu wollen? Offensichtlich. Bella liegt tage- und wochenlang einsam und verlassen auf dem Sofa. Der einzige, der ihr Trost spendet, ist ein läufiger Naturbursche, der Bella ob seiner Liebe zu ihr unterstützt. Von dem Ehemann keine Spur. Eine Rückmeldung erfolgt, als er die Gedanken des Kindes wahrnimmt und erstmalig sein Kind als lebendes Wesen wahrnimmt. Großer Gott! Was ist das für eine Partnerschaft? Was ist das für eine Ehe? Was soll das für eine Art von Liebe sein?

Bei aller Toleranz für schwachsinnigen Hollywoodschmus, aber hier ist SCHLUSS: ein empathiefreier Ehemann, der seine Geliebte im Augenblick höchsten Glücks mit einer Blutgrätsche denkbar gnadenlos zu Fall bringt - ein Vater, der sein Kind ohne jede innere Auseinandersetzung töten will und die Mutter gefühlskalt im Stich lässt. Oberflächlicher Kitsch ist eine Sache, jede Moral negierende Verlogenheit eine andere.

Ohne Worte.

Fazit:

Ein unendlich langer Film über die Liebe, der die Lieblosigkeit zum Stilmittel erkoren hat.

Ich habe zwei Mal gelacht.

PS: Und jaa, ich weiß, ich habe bekommen, was ich verdient habe. ;-)

PPS: Wen's interessiert, den Rest zum Schützenfest:

Twilight:http://www.amazon.de/review/R3K9MTQ5F10E6Z/ref=cm_aya_cmt?ie=UTF8&ASIN=B001N2IKR4#wasThisHelpful
New Moon:http://www.amazon.de/review/R9MUMHKBIVXUO?cdPage=4
Eclipse:http://www.amazon.de/review/R35KMJX2IFGDS8?cdPage=2
Kommentar Kommentare (138) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 5, 2013 4:10 PM MEST


Chloe
Chloe
DVD ~ Julianne Moore
Preis: EUR 8,79

17 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wehleidiger Midlife-Crisis-Plunder, 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Chloe (DVD)
Eine Ehefrau in Midlife-Crisis (Julianne Moore) steht an einer Fensterglasfront und beobachtet von oben herab die Welt. Eine Edelprostituierte (Amandy Seyfried) trägt mit schwermütigem Unterton im Evakostüm den Sinn und Fluch ihres Daseins - den Träumen ihrer Freiern optisch, sinnbildlich und selbst in den eigenen Gedanken zu entsprechen - vor. Sie ist zu jung für eine Midlife-Crisis. Und dann ist da noch der gutaussehende Ehemann (Liam Neeson), der sich scheinbar midlife-crisis-frei mit knackigen jungen Studentinnen durch das Leben schlägt. Klar, dass das das liebende Eheweib dem Unhold an Ehemann misstraut, völlig zu Recht die Prostituierte als Lockvogel engagiert und sich täglich dezidiert Rapport erstatten lässt.

Gott, wie ich sie verachte, diese Art von Film, die so verzweifelt tiefsinnig und hochwertig sein möchte, inszenatorisch auf hohem pawlowschen Niveau agiert und unter der glänzenden unsäglich tiefsinnigen Hülle den letzten Plunder an den gutgläubigen Zuschauer zu verkaufen versucht. Es ist immer wieder das Gleiche Muster F. Eine Konstellation mit Pseudo-Identifikationspotential, hier die gealterte an sich selbst zweifelnde Ehefrau mit dem flirtenden attraktiven Ehemann. Tabubruch in Form der kreativen Kombination Frau/Frau, Voyeurismus und der bestechenden Kombination aus Nacktheit und Koitus. Eine Hauptfigur in tränentriefender Opferrolle, die deswegen natürlich ausschlagen und sich im Selbstmitleid suhlen darf wie nichts Gutes. Und ein scheinbar intellektuell klingendes Thema, das Kritik von vornherein mit den Worten: Du hast den Film nicht verstanden..." abspeisen soll.

Amanda Seyfrieds Protagonistin ist nicht nur die Namensgeberin, sondern auch die zentrale Gestalt des Films. Mit ihr lebt bzw. stirbt das Opus erotica, da sie lediglich durch ihre großen ... Augen besticht. Nichts aber auch gar nichts ist von den Handlungen der Protagonisten auch nur im Ansatz nachvollziehbar dargeboten. Stattdessen wird regelmäßig bedeutungsschwangerer Soundtrack serviert, um den sein Hirn hoffentlich ganz und gar abschaltenden Zuschauer die emotionale Wucht des Augenblicks punktgenau aufzuzeigen. Tatsächlich ist das einzige Erinnerungswürdige, dass sich Julianne Moore und Amanda Seyfried oft genug im Evakostüm zeigen. Eine an sich nette Vorstellung, die mir jedoch kräftig verleidet wurde, weil es so widerlich pseudo-künstlerisch, kurz: stillos, daherkam und ich mir entweder wie ein Voyeur vorkam oder hell auflachen musste, weil mich der billige Emotionsverkauf nicht die Spur erreichte und ich das Filmchen deswegen als das wahrnahm, was es ist: lächerliches Affentheater. Höchst ärgerlich, da die werten Damen durchaus einen Blick oder auch deren zwei wert waren.

Paradoxerweise hege ich die mich erschaudernd lassende Auffassung, dass der Film von anderer Seite durchaus positiv aufgenommen werden könnte. Hat der Meister-Regisseur Atom Egoyan doch tatsächlich Charakterköpfe wie Liam Neeson und Julianne Moore engagieren können, die selbst die erbärmlichsten Phrasen so eindringlich heruntersalbadern können, dass man glatt vergessen könnte, dass die agierenden Personen keinen Funken Charaktertiefe oder auch nur Glaubwürdigkeit inne haben, was wiederum dieses g***verd***** Weichei an Filmsohnemann erklärt. Es schmerzt, dass diese beiden Mimen sich für derlei Schund hergegeben haben. Taugt maximal für die Männer-sind-Schweine-Fraktion oder im Selbstmitleid dahinsiechen wollende Midlife-Crisler.

Der verehrte Leser entschuldige meine harten Worte, aber dergestalt jämmerlicher Unfug widert mich einfach nur an. Eine an sich wichtige und beleuchtenswerte Thematik wird denkbar unsensibel vor die Hunde geworfen. Pfui Teufel.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2015 11:54 AM MEST


Weil es Dich gibt
Weil es Dich gibt
DVD ~ John Cusack
Preis: EUR 5,97

44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Handschuh Akt II, 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Weil es Dich gibt (DVD)
Gott, was für ein Film.

Wie jede vernünftige Kerl mit Machoallüren würde ich um's Ver***ken nicht zugeben, mir irgendwelchen Schmonz` freiwillig anzugucken.

Die Ausnahme ist die Regel: "Weil es Dich gibt" - im Original das wesentlich wohlklingendere "Serendipity" - auf gut deutsch "glücklicher Zufall".

Jonathan (unverschämt sympathisch: John Cusack) und Sarah (bezaubernd schön: Kate Beckinsale) treffen sich bei dem Versuch, gleichzeitig das letzte Paar Handschuh im Weichnachtsshoppingtobuwabohu zu ergattern. Beide sind liiert, beide fühlen sich wie magisch voneinander angezogen. Es gibt nur ein Problem: Sarah ist schicksalsgläubig, d.h. Entscheidungen werden zwar getroffen - sofern das Schicksal die richtigen Zeichen sendet. Ein schicksalhafter Windstoß treibt sie auseinander. Zurück bleiben unvergessliche Minuten und das Wissen, dass sich der Name samt Telefonnummer des Anderen irgendwo auf einem Geldschein bzw. in einem Buch befindet. Jahre vergehen. Beide führen ihre Leben, beide haben den Partner für's Leben gefunden, bei beiden klopft Compadre Schicksal" mit unwiderstehlicher Wucht an die Pforte... die Suche beginnt.

Eines der wenigen Worte, das aus dem Dt.-Leistungskurs mitgenommen wurde, ist "Oxymoron", was mich zur Quintessenz des vorliegenden Films bringt: hoffnungslos romantisch. Im Angesicht ihrer Vermählung machen sich beide auf die Suche nach ihrem - was für ein schauderhaftes Wort - Seelengefährten. Einem Ideal hinterherjagend, dem der Alltag und der gesunde Menschenverstand den Garaus machte. Die Suche ist urkomisch trostlos, hochjauchzend niederschlagend, hoffnungsvoll lehrreich und auf so selbstironische Art charmant, dass auch der eine oder andere Kerl mit Machoallüren garantiert hin und weg ist. Ein für mich perfekter Film, an dem ich einfach keinen Makel finde und bei dem ich mich noch nach dem x-ten Gucken an den gleichen Stellen schief lache, gerührt bin oder mitfiebere.

Falls mich jmd. auf diese Rezension ansprechen sollte: sie wurde unter Alkohol verfasst. (Außerdem ist die Anonymität des Internet - ausnahmsweise - eine feine Sache. Cheers Folks! ;o)
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2012 7:09 PM CET


Wild Target - Sein schärfstes Ziel
Wild Target - Sein schärfstes Ziel
DVD ~ Bill Nighy
Preis: EUR 9,29

11 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dummdreistes Remake ohne Sinn, Plan und Esprit, 14. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Wild Target - Sein schärfstes Ziel (DVD)
Ich bin ein Fan des britischen Films. Bill Nighy ist in meinen Augen ein Gott. Und Emily Blunt kam als einziger Darsteller aus dem hoffnungslos verhunzten "Wolfman" mit strahlende weißer Bluse heraus.

Mei, ich hatte nicht vor über diese verunglückte Chimäre einen Verriss zu schreiben, weil mich allein das Zurückdenken belastet. Als ich jedoch schwer überrascht das hiesige Vielsternebombardement bestaunte, stolperte ich bei einem Kollegen fassungslos über die Formulierung "Es sind diese kleinen feinen Filme...".

Boah! Ja genau. Es sind diese kleinen feinen Filme... und hier ist mein kleiner nicht ganz so feiner Verriss.

Bill Nighy spielt den britischen Gentleman-Killer, der im soldiden Mittfünfzigeralter der Familientradition frönend Leute killt und glücklich und zufrieden bei Mutti wohnt. Sein nächster Auftrag ist es, eine quietschfidele von Emily Blunt verkörperte Chaotin das Lebenslicht dafür auszublasen, dass sie ein paar Gauner gelinkt hat.

Die erste halbe Stunde ist eine Wucht. Ein aufstrebende Jungstar kauft dem alten Hasen buchstäblich den Schneid ab. Die Szene, in der Blunt bei beschwingter Musik über einen Mark scharwenzelt, mit einer sagenhaften Natürlichkeit im Vorbeigehen klaut wie ein Rabe und dabei noch unheimlich sexy aussieht...irre. Der Anfang ist gemacht. Prädikat britisch gut.

An der Stelle ist Schluss. Rupert Grint taucht als zukünftiger Lehrling auf und ist so nutzlos wie ein leeres Pils. Einfach nur peinlich der Junge, wenn auch zu dessen Verteidigung gesagt werden muss, dass er schlichtweg keinen Platz in der Geschichte findet und eh bloß seines kurzzeitig großen Namens wegen engagiert wurde. Nighy wird der eindimensionalen Rolle und dieser ewig gleichen Fre**e mehr und mehr müde. Als Attentäter ist er eine Null und die ewig leicht vertrottelt gentlemanlike hüstelnde Art nutzt sich ab. Mit der Paarung hätte man so unglaublich viel reißen können. Nur ist die Story ein lieblos hingerotzter Brocken. Von Trotteln verfolgt, müssen die "Charaktere" per Definition Obertrottel sein, um die Spannung am Leben zu erhalten. Verbrüdern heißt die Devise, nur dass die Beziehungen zwischen den Figuren auf der Stelle treten. Die Gags sind lieblos und zum Gähnen animierend, emotionale Spannung ist gleich Null und die Szenen sind auf "Guck mal, wir haben tolle teure Darsteller engagiert!"-Niveau. Statt einem gerüttelten Maßes britischer Originalität erhält man nur "britisch" sein wollende Dialoge und eine sich tot banalisierende Handlung.

Hergott nochmal! Blunt und Nighy hätten, halbwegs gefordert, mit dem kleinen Finger Lachexplosionen entfachen können - so aber werden sie lieblos verbrannt. Die Story ruht sich auf der ach so kreativen Grundidee auf, die Beziehung Nighy / Blunt funktioniert nicht und der Weasley-Knilch ist überflüssig. So kann man einen auf klein aber fein getrimmten Film auch zu Tode langweilen. Langweile mich mit. Fertig, aus.
Kommentar Kommentare (15) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2011 5:51 PM MEST


Bright Star - Die erste Liebe strahlt am hellsten
Bright Star - Die erste Liebe strahlt am hellsten
DVD ~ Abbie Cornish
Preis: EUR 9,29

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zähmung einer Emanze im metrischen Rahmen, 7. August 2011
Aus Gründen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, schulde ich diese Rezension schon seit einer schieren Ewigkeit einer geschätzten jungen Dame. Bereits vor wohl mehr als einem Jahr hatte ich ihn mir dieses schillernde Werk angeschaut und zum eigenen Erstaunen festgestellt, dass ich ihn "gut" fand. Ehrlicherweise sollte ich noch die Wörtchen "nahezu uneingeschränkt" vor "gut" setzen. Nichtsdestotrotz nahm ich mir vor, ihn noch ein zweites Mal sorgfältigst zu sichten, um auch eine ausreichend reflektierte Rezension zu schreiben. Außerdem war ich faul, uninspiriert und völlig perplex, keinen Verriss schreiben zu können.

Die zweite Sichtung war... faszinierend. Die halbe Zeit schwirrte mir der Gedanke durch das edle Haupt, warum ich diesen Film nicht, go****ned noch mal, langweilig hoch zigtausend finde: diese grausigen Kleider, das unsägliche Liebesgeholze, die Kulissen, etc... brrr. Tjaha, der Film hat mich besiegt. Ein zweites Mal. (Bis auf diesen grausigen Gruppengesang vom Anfang, der war so schauderhaft wie bei der ersten Sichtung.) "Bright Star" (bitte vergesst den fürchterlich inflationären dt. Zusatztitel) handelt von einem jungen Paar, John Keats (Ben Wishaw) und Fanny Brawne (Abbie Cornish) mit Namen. Keats ist ein armer hochtalentierter Poet, der nichts aber auch gar nichts sein eigen nennt und von der Großzügigkeit seiner Gönner lebt, unter denen vor allem der polternde großherzige Pfiffikus Mr. Browne hervorsticht. Er ist ein auf den ersten Blick intellektuell reifer Charakter, der nur, in höheren Sphären schwebend, das Leben selbst nicht kennt. Fanny Brawne ist die vorderste Front der Emanzipation dieser Zeit. Ihr Vater hat der Familie ausreichend Vermögen hinterlassen, parallel erwirtschaftet Fanny als Modeschöpferin eigenes Geld und verfügt über ein entsprechend voluminöses Selbstbewußtsein. Sie hat ein gutes Herz, ist jedoch oberflächlich bis ins Mark. Er kennt die Frauen nicht, sie kennt Männer wie ihn nicht. Beide fühlen sich voneinander angezogen, auch wenn keiner (Zuschauer eingeschlossen) so recht weiß warum. Gefühle. Die Szene im Wald nach der verunglückten Valentinskarte ist exemplarisch. Fanny steht da wie angegossen, von den Ereignissen überrannt. Keats ist launig und redet von Liebe, ohne recht zu wissen, was er tut. Und Mr. Browne hält alles für ein Zwischenspiel. Zwei junge Menschen im Gefühlschaos. Es ist oberflächlich, weil die beiden nicht die Spur um sich wissen. Es ist allerdings auch tiefgründig, weil sie es Schritt für Schritt lernen. Das ist nicht das übliche Liebesgehampel - künstliche Widerstände überwinden und anschließend in trauter Seelenverwandtschaft vereint. Hier geht es in erster Hinsicht um die Charaktere selbst, die zaudern, tasten, stolpern, irren und lernen. Doch wo endet das stürmische erste Verliebstsein und wo beginnt das Verstehen, die wahre Tiefe, die Liebe...?

Äußerst angenehm empfand ich, wie still und unprätentiös die Gräben aufgerissen wurde. Keats ist beispielsweise ärmer als eine Kirchenmaus und kommt deswegen als potentieller Ehepartner nicht in Frage. Anstatt diese Kluft zu hochemotionalen Spiegelgefechten auszuschlachten, schwingt es eher als tragische Randnote mit. Die Darsteller sind samt und sonders ein Traum. Ben Wishaw ist als abgerissener Feingeist und Habenichts eine Wucht. Ebbie Cornish ist keine Hollywoodschönheit - sie ist echt. Paul Schneider empfand ich zuerst ein wenig zu nahe am overacting, um bei der zweiten Sichtung seine Finesse und Gefühlsschwere zu bewundern. Und "Toots" schlägt eh alles und jeden. Schade übrigens, dass ich schon das Wort "Traum" für die Darsteller verwendet habe, denn die atemberaubend durchkomponierten Bilder hätten es noch einen Tick mehr verdient. Wie die Regisseuse jedes einzelne Bild zu einem perfekt arrangierten Kunstwerk kreiert: großes Kino mit - gottlob - viel Herz unter der scheinbar allzu perfekten Oberfläche. Der helle Stern mag seine Schwächen haben, aber ohne diese gäbe es keine Stärken. Kurz ein Film, der, wenn auch zähneknirrschend, seinen Namen hochverdient hat.

"Bright Star" ist verfilmte Poesie. Auf den ersten Blick hochgestochene Mühe und Anstrengung erfordernde schwere Kost, die sich unter ihren Fittischen mit schierem Alltag und der unerbittlichen Realität herumschlägt. So fern und doch so nah. Die letzten zehn Minuten schlugen mir - erneut - wie ein Holzscheit über das Haupt. Und die letzte Minute gab mir die Antwort.

"Bright Star" ist... uneingeschränkt gut. Und so wie John Keats "Bright Star" seiner Fanny widmete, so erlaube ich mir, diese Rezension einer nordischen Rose zu widmen. Farewell Lady!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2011 12:23 AM MEST


Bright Star - Die erste Liebe strahlt am hellsten
Bright Star - Die erste Liebe strahlt am hellsten
DVD ~ Abbie Cornish
Preis: EUR 8,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zähmung einer Emanze im metrischen Rahmen, 7. August 2011
Aus Gründen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, schulde ich diese Rezension schon seit einer schieren Ewigkeit einer geschätzten jungen Dame. Bereits vor wohl mehr als einem Jahr hatte ich ihn mir dieses schillernde Werk angeschaut und zum eigenen Erstaunen festgestellt, dass ich ihn "gut" fand. Ehrlicherweise sollte ich noch die Wörtchen "nahezu uneingeschränkt" vor "gut" setzen. Nichtsdestotrotz nahm ich mir vor, ihn noch ein zweites Mal sorgfältigst zu sichten, um auch eine ausreichend reflektierte Rezension zu schreiben. Außerdem war ich faul, uninspiriert und völlig perplex, keinen Verriss schreiben zu können.

Die zweite Sichtung war... faszinierend. Die halbe Zeit schwirrte mir der Gedanke durch das edle Haupt, warum ich diesen Film nicht, go****ned noch mal, langweilig hoch zigtausend finde: diese grausigen Kleider, das unsägliche Liebesgeholze, die Kulissen, etc... brrr. Tjaha, der Film hat mich besiegt. Ein zweites Mal. (Bis auf diesen grausigen Gruppengesang vom Anfang, der war so schauderhaft wie bei der ersten Sichtung.) "Bright Star" (bitte vergesst den fürchterlich inflationären dt. Zusatztitel) handelt von einem jungen Paar, John Keats (Ben Wishaw) und Fanny Brawne (Abbie Cornish) mit Namen. Keats ist ein armer hochtalentierter Poet, der nichts aber auch gar nichts sein eigen nennt und von der Großzügigkeit seiner Gönner lebt, unter denen vor allem der polternde großherzige Pfiffikus Mr. Browne hervorsticht. Er ist ein auf den ersten Blick intellektuell reifer Charakter, der nur, in höheren Sphären schwebend, das Leben selbst nicht kennt. Fanny Brawne ist die vorderste Front der Emanzipation dieser Zeit. Ihr Vater hat der Familie ausreichend Vermögen hinterlassen, parallel erwirtschaftet Fanny als Modeschöpferin eigenes Geld und verfügt über ein entsprechend voluminöses Selbstbewußtsein. Sie hat ein gutes Herz, ist jedoch oberflächlich bis ins Mark. Er kennt die Frauen nicht, sie kennt Männer wie ihn nicht. Beide fühlen sich voneinander angezogen, auch wenn keiner (Zuschauer eingeschlossen) so recht weiß warum. Gefühle. Die Szene im Wald nach der verunglückten Valentinskarte ist exemplarisch. Fanny steht da wie angegossen, von den Ereignissen überrannt. Keats ist launig und redet von Liebe, ohne recht zu wissen, was er tut. Und Mr. Browne hält alles für ein Zwischenspiel. Zwei junge Menschen im Gefühlschaos. Es ist oberflächlich, weil die beiden nicht die Spur um sich wissen. Es ist allerdings auch tiefgründig, weil sie es Schritt für Schritt lernen. Das ist nicht das übliche Liebesgehampel - künstliche Widerstände überwinden und anschließend in trauter Seelenverwandtschaft vereint. Hier geht es in erster Hinsicht um die Charaktere selbst, die zaudern, tasten, stolpern, irren und lernen. Doch wo endet das stürmische erste Verliebstsein und wo beginnt das Verstehen, die wahre Tiefe, die Liebe...?

Äußerst angenehm empfand ich, wie still und unprätentiös die Gräben aufgerissen wurde. Keats ist beispielsweise ärmer als eine Kirchenmaus und kommt deswegen als potentieller Ehepartner nicht in Frage. Anstatt diese Kluft zu hochemotionalen Spiegelgefechten auszuschlachten, schwingt es eher als tragische Randnote mit. Die Darsteller sind samt und sonders ein Traum. Ben Wishaw ist als abgerissener Feingeist und Habenichts eine Wucht. Ebbie Cornish ist keine Hollywoodschönheit - sie ist echt. Paul Schneider empfand ich zuerst ein wenig zu nahe am overacting, um bei der zweiten Sichtung seine Finesse und Gefühlsschwere zu bewundern. Und "Toots" schlägt eh alles und jeden. Schade übrigens, dass ich schon das Wort "Traum" für die Darsteller verwendet habe, denn die atemberaubend durchkomponierten Bilder hätten es noch einen Tick mehr verdient. Wie die Regisseuse jedes einzelne Bild zu einem perfekt arrangierten Kunstwerk kreiert: großes Kino mit - gottlob - viel Herz unter der scheinbar allzu perfekten Oberfläche. Der helle Stern mag seine Schwächen haben, aber ohne diese gäbe es keine Stärken. Kurz ein Film, der, wenn auch zähneknirrschend, seinen Namen hochverdient hat.

"Bright Star" ist verfilmte Poesie. Auf den ersten Blick hochgestochene Mühe und Anstrengung erfordernde schwere Kost, die sich unter ihren Fittischen mit schierem Alltag und der unerbittlichen Realität herumschlägt. So fern und doch so nah. Die letzten zehn Minuten schlugen mir - erneut - wie ein Holzscheit über das Haupt. Und die letzte Minute gab mir die Antwort.

"Bright Star" ist... uneingeschränkt gut. Und so wie John Keats "Bright Star" seiner Fanny widmete, so erlaube ich mir, diese Rezension einer nordischen Rose zu widmen. Farewell Lady!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 10, 2011 11:43 PM MEST


X-Men - Erste Entscheidung
X-Men - Erste Entscheidung
DVD ~ James McAvoy
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 9,90

20 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen First Class...? Erstklassig oder frisch eingeschult...?, 5. August 2011
Rezension bezieht sich auf: X-Men - Erste Entscheidung (DVD)
"X-Men First Class" ist die Geschichte einer Freundschaft. Auf der einen Seite Charles Xavier, der von einer tiefen Liebe für die Menschheit beseelt ist. Er ist die gestaltgewordene Ironie, der einen unverbrüchlichen Idealismus sein Eigen nennt - obwohl er der vielleicht einzige Mensch ist, der andere Menschen kraft seiner Telepathie bis in die hinterste gedankliche Ecke verstehen kann... und täglich in den Abgrund Mensch schaut. Auf der anderen Seite Eric Lehnsherr, ein von den NS-Lagern traumatisertes Opfer, der nur noch für Rache und Hass lebt...und in dessen Inneren jedes Licht nahezu erloschen ist.

Focussiert auf diese Freundschaft, dieser Film wäre eine Wucht geworden. Leider verliert sich der nur ambitioniert wollende Film in hohlen Worthülsen und selbst der ausgeschlachtet X-Men-Mythos kann nicht von der allzu oft aufkommenden Langeweile ablenken. Xavier's Darsteller kämpft, aber selbst er kann nichts gegen den idealistischen Einfaltspinsel unternehmen, dessen Motivation ebenso wenig wie das ständige Dauerlächeln niemals näher beleuchtet wird. Idealismus ist eine Sache, blindes Vertrauen eine andere. Wenn sich ein Gedankenleser vor den Militärs offenbart und diese unverbrüchlich als Freunde seiner Sache ansieht, so tut derartige Naivität schlichtweg nur weh - insbesondere wenn ein G-e-d-a-n-k-e-n-l-e-s-e-r diesem Fauxpas zum Opfer fällt, des es besser wissen muss. Die Beziehung zu Mystique bleibt exemplarisch unausgegoren; herbeigeredete Konflikte, kein gegenseitiges Verständnis. Wirklich albern wird es, als Xavier ein eigenes Team an jungen X-Men rekrutiert. Herrje nochmal, es sind KINDER. Da ist keine Reife, keine tiefe Verantwortung, nur trotzig guckende Teens mit Superkräften, die in eine verherrlichte Schlacht geschickt werden... und zu wenig gute Zeilen oder Hintergrund bekommen, um auch nur ansatzweise Interesse zu wecken. Pappfiguren mit Superkräften... wo ist die in X-Men I + II mitschwingende Tragik geblieben, als Mutant ein Fremder im eigenen Zuhause zu sein. Kein Wunder, dass die (zufälligerweise) erwachsenen "Bösen" wesentlich glaubwürdiger und faszinierender (Wohooo!)herüberkommen.

Die Special-Effects sind nicht überragend, aber gut - kommen nur zu selten, um den Mangel an Charakter und guten Dialogen zu verschleiern, aber ich bin da eh einfach zu begeistern. Der Film hat in der Tat seine guten Momente - gerade am Anfang - verliert sich aber mit den aufkommenden Teeniehelden in einem letztlich überflüssigen Trainingssession. Wer den Film wirklich rettet ist Fassbender, mei kann dieser Recke körperliche Animalität und beängstigenden kalten Zorn vermitteln. Extrem intensiv. Er wirkt bei den Kiddies leicht fehl am Platz, aber wenn man ihn Xavier zusammen sieht, dann weiß man, was diese beiden Darsteller an Charakter und Tiefe hätten ausdiskutieren können. Aber Nein, es geht um die First Class, leider allzu buchstäblich. Das Ende ist zu gewollt, wenn auch die historische Einbettung gelungen ist. Und ja, die Idee Schöpfer und Geschöpf hätte was haben können, wenn es nur nicht so plump auf's Auge gedrückt worden wäre. Finesse Fehlanzeige.

Was Superhelden-Filme angeht, bin ich der absolute Geek. Nur sollte inzwischen auch der letzte Ignorant nach "Spiderman I+II" oder "Batman I+II" gemerkt haben, dass Superhelden-Filme nicht per Definition Kinderkram sind, sondern echte Geschichten erzählen können. Auch Superhelden sind nur Menschen. Vor diesem Hintergrund ist der vorliegende Film kein Totalausfall, aber bestenfalls oberflächliche Stückware mit netten Tricks, einem tollen Fassbender und harmlosen dem x-Men Universum wenig würdigen Worthülsen. 2,5 Sterne. Schade.
Kommentar Kommentare (19) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 10, 2013 10:29 PM MEST


Das Flüstern der Nacht: Roman (Demon Zyklus, Band 2)
Das Flüstern der Nacht: Roman (Demon Zyklus, Band 2)
von Peter V. Brett
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen O Erlöser, erbitte ein Schutzsiegel zur Abwehr hundsmiserabler Fortsetzungen..., 10. Mai 2011
Es war am letzten Samstag. Ein Samstag, der ich von vorn bis hinten sorgfältig verplant hatte. Mangels frischen Lesestoffes nahm ich am Frühstückstisch kurz ein Buch zur Hand, dass ich als hochangepriesen (und mithin hochgehypt) äußerst misstrauisch beäugte. Bevor ich mich jedoch versah, hatten sich meine Augen an dem Buch festgesogen; den Tag verbrachte ich im Lesesessel mit stetig vollem Kaffeepot. Am Abend desselbigen Tages brache ich die nächste Regel: niemals mehr als 10 € für ein Buch hinzulegen. Die s**teure Hardcover-Fortsetzung erreicht mich eine Woche später, ironischerweise ebenfalls an einem Samstag. Einem Samstag übrigens, der selbstverfreilich sorgsam verplant war. ;-)

Bei den Büchern handelt es sich natürlich um den "Painted Man" und sein Sequel, "The Desert Spear". Das eine eine meisterlich geschrieben; das andere.. nunja meisterlich gescheitert. Denn je länger ist über die Fortsetzung nachdenke, desto mehr fällt mir auf, wie erstaunlich katastrophal die Bruchlandung geworden ist.

Die erste Hälfte des Buches gehört Jardir, dem Anführer des kriegerischen Wüstenvolkes der Krasian, und seinem Aufstieg vom verächtlichen Buben zum unangefochtenen Führer seines Volkes. Bäh, dachte ich mir, dieser olle Verräter... nur das ich den bösen "Verräter" nicht mehr gelten lassen konnte, als mir der Autor Jardirs Entwicklung charakterlich dezidiert darlegt und ich Jardirs finalen Schritt nicht nur nachvollziehen, sondern - in seine Schuhe schlüpfend - sogar gutheißen konnte. Sicher, seine Geschichte ist deutlich zu ausgewalzt und erschöpft sich mehr und mehr in wiederkehrenden Mustern (Stichwort: wider die pösen Schicksalsknochen), aber gutgeschrieben war es: Charakterkino eben.

Die Probleme beginnen danach. Viel zu schnell kristallisierte sich heraus, dass der Autor nicht die geringste Ahnung hatte, wie es weitergehen sollte. Das erste Buch bestand aus drei Hauptfäden, die meisterlich ineinander verflochten waren und in einem wahren Cresecendo mündeten. Dem zweiten Buch ist diese Finesse fremd. Beginnend mit dem überfrachteten Jardir-Faden erhalten in der Mitte zwei weitere Fäden ihre "Chance": zum Einen Leesha & Rojer und zum Anderen Renna.

Der Leesha&Rojer-Faden ist eine einzige Katastrophe. Rojer ist eine völlig überflüssige Nebenfigur geworden, die vom Autor künstlich weiterbeatmet wird, wobei sich zwei Sachen endlos wiederholen: er fiedelt (Wow, wie neu!) und er ist in Leesha verschossen und sabbert ihr e-n-d-l-o-s hinterher. Boah, was da auf den Hintern geschielt wird, traurig herumgefiedelt oder selbstbemitleidet wird, das schlägt jede schlechte Romanze. Leesha erwischt es noch schlimmer: sie wird so eindimensional verbraten, das es nur noch weh tut. Auf einmal kann dieses Superweib besser warden als Arlen, lernt eine Sprache in einer Woche, wird zur Mutter eines Kontinentes, knallt jedem ihre selbstgerechten Weisheiten an den Kopf und ist schlichtweg so perfekt, dass der Charakter völlig versandet. Das geht so weit, dass sie sich sich von ihrer stumpfsinnigen Mutter bereden lässt, und fortan nur noch darüber nachdenkt, wie sie einen halbwegs vernünftigen Bettpartner findet, bevor ihre fruchtbaren Jahre vorbei sind. (Stichwort: Marrick...) Gott ist das mies. Arlen wird zur Fussnote. Zwar gehören ihm die drei besten Szenen des Buches, viel Screentime erhält er leider trotzdem nicht. Faden Numero,, 3 "Renna" wurde nur erfunden, um eine alles andere als überzeugende Mann-Frau-Interaktion herbeizuzaubern. Charakterentwicklung bleibt ebenso wie eine wohldurchdachte oder auch nur spannende Geschichte völlig auf der Strecke. Was habe ich mit der Zeit gegähnt...und verzweifelt nach einem guten Plot oder einem funktionierenden Spannungsbogen gesucht.

Die restliche Kritik steht unter einer dicken SPOILERWARNUNG:

- Was soll eigentlich dieser unsinnige Jardir-Leesha-Plot? Da kommt dieser gnadenlose Krieger in den Norden, bettelt anstatt sich das zu nehmen, was er möchte, und wird von der dollen Leesha dergestalt diszipliniert, dass er auf jeden Pfiff gehorsam Pfötchen zeigt. Leesha schlept sogar ihre Eltern mit bei seinem H-o-c-h-z-e-i-t-s-w-e-r-b-e-n. Mei, da braucht der Autor eine ganze Hälfte seines Buches, um das extrem verkrustete wie stolze Traditionsvölkchen der Krasians einzuführen und Jardir wirft in der anderen Hälfte - mit nach Se* hechelndem Blick gen Leesha - jede einzelne Tradition über Bord. Er schlägt sogar vor, dass Frauen, die einen Dämon töten, gleichberechtigte Kriegerinnen werden... an der Stelle hat der Autor schlichtweg den Verstand verloren. Klar, gestern noch sind die Wüstenfrauen der letzte Dreck, und am nächsten Tag auf Geheiß des Deliverers gleichberechtigte Krieger...
- Leesha, die vergewaltigt wurde und dies nachvollziehbarerweise nicht ganz verkraftet hat, hält sich in einem Städtchen auf, in dem auf Jardirs Geheiß hin vergewaltigt, gemordet und geplündert wurde und wird. Kein einziger Kommentar dazu, Miss Leesha? Ey klar, Jardir ist ein ganz Lieber und wir sind alle eine große glückliche Familie.
- Die Dämonen. Früher haben sie Grauen und Schrecken in den Herzen der Menschen verbreitet, jetzt sind sie billiges Kanonenfutter, dass denkbar einfach von ein paar dumpfen Holzfällern und dann auch noch 80jährigen Dorfvorstehern zerhackstückelt wird.
- Was hat das Buch eigentlich inhaltlich gebracht? Die Krasians kommen in den Norden? Geschenkt, wusste ich nach dem Erstband schon. Es gibt intelligente Dämonenchefs? Wusste ich auch schon nach dem ersten Band. Gibt's wenigstens etwas mehr Hintergrundwissen? Nope. Die Dämonenchefs sind halt da und der Aufenthalt der Krasian-Krieger dienen nur noch dem Balztanz ihres Chefs um Leesha.
- Wenig überraschend war die mit deutlichem Abstand interessanteste Passage diejenige, die an Arlens Vergangenheit in der großen Stadt und seine dortig recht schnöde zurückgelassenen Freunde anknüft. Natürlich war diese Passage auch viel zu kurz und holte aus den Charakteren zu wenig raus. Nichtsdestotrotz ist der "Painted Man" die einzig interessante Figur sowie Motivation, mich an den Folgeband zu wagen... auch wenn ich diesbezüglich Gräuliches befürchte. In dem Augenblick, in dem Leesha "Fruchtbarkeit" (ich habe dieses Wort hier hassen gelernt) ausgewalzt wird, bin ich weg, aber auch so was von.
- Was für eine Obsession hat der Autor eigentlich mit Frauen? So ziemlich jede relevante Entscheidung in diesem Buch wird von Frauen angeleiert. Jardir ist die Puppe seiner Knochen werfenden Erstfrau, Angier wird von einer alten Schabracke regiert, Leesha ist die neue Königin, Rojer denkt nur noch an Se*, Leeshas Bodyguard kracht ungeübt drei Elitekrieger gegen die Wand, Elona darf ihren Werd-endlich-schwanger-Tochter-Unfug aller paar Seiten absondern, der wackere Arlen bekommt die dominante Renna usw. usf.? Wie oft dieses Gesabbel dann noch wiederholt wird...*wurgs* oder habt Ihr mal nachgezählt, wie oft Jardir über sein knochenbestimmtes Schicksal herumjammert? Bei Leeshas Aufenthalt geht es nicht um den Deliverer, sondern um die Frage, von welcher Frau er letztendlich kontrolliert wird. Pfui Teufel. Ganz davon abgesehen, dass ich diese Darstellung der Frau weniger schmeichelhaft als vielmehr ausgesprochen geschmacklos wahrnahm: manipulativ, befehlend oder die Männer schlichtweg mit Sex dominierend. So platt kann ein Buch manchmal sein.

Fazit:

Boah, was ist das Buch doch schlecht. Ein jämmerlicher Versuch, die im Erstband aufgeworfenen Fäden weiterzuführen, ohne auch nur die Spur an Plan zu haben, wo die Reise hinführen soll: aus packendem Drama und echten Charakteren wurde billiger Schmus und eindimensionale Scheibchenfiguren hingepfuscht. Gute Nacht...


Sherlock Holmes
Sherlock Holmes
DVD ~ Robert Downey Jr.
Preis: EUR 6,43

7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gefiedelt, gelatscht und nochmal gefiedelt... von zufallenden Äuglein, 5. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Sherlock Holmes (DVD)
Schon seit ewigen Zeiten schulde ich einem ganz und gar nichtnutzigen Kollegen eine Rezension zu diesem Film. Icks mal angefangen, noch schneller wieder aufgehört: gähnende Leere im Haarträger. Wie soll man auch einen Film plastisch auf den Punkt bringen, der so vieles richtig und doch alles falsch macht? Vielleicht mit der Musik?! Diese besteht in einem Dauergefiedel, dass anfänglich noch originell und passend bis es sich allzu schnell als plastischer Hinkefuß von "Sherlock Holmes" herausstellt: Es geht immer im gleichen (durchschnittlichen) Maße hoch, immer im gleichen Maße herunter. Keine herausragenden Höhen, keine klaftertiefen Abtaucher, keine Überraschungen... stattdessen das ewiggleiche ermüdende und sich allzu schnell abnutzende Gedudel.

Robert Downey Jr. als von seiner allzu brillierenden Intelligenz darnieder gewuchteter Exzentriker; Jude Law als ihn ergänzender Sidekick, Männerfreund oder angesichts der vielen Anspielungen vielleicht noch mehr; Mark Strong als düstere Nemesis Lord Blackmore; ein gelungenes den unwissenden Laien jauchzend zurücklassendes viktorianisches Flair, viel Knallbumm und kurioser Witz.

Was fehlt aber? Schmerzlichst? Ein Spannungsbogen, eine durchdachte mit der Intelligenz des Helden mithalten könnende Geschichte, ein wohltemperierte Mischung aus Witz, Action, Mysterie und Seesighting... eine führende Hand, die aus all den kleinen gelungenen Teilchen ein großes Ganzes namens Film erschafft. So aber bleibt nur eine bemüht lockerflockige und exactement deswegen auch sich so qäulend dahinschleppende Halbgarigkeit namens "Sherlock Holmes" übrig. Ein großer Name, der im gemainstreamten modernen Gewande tatsächlich hätte klappen können, aber aus eigenem Unvermögen umso kläglicher scheiterte.

Fazit:

Nach dem ersten Schauen hätte ich drei Sterne gegeben. Beim zweiten Versuch dämmerte ich nach zehn realen und gefühlten fünfzig Minuten sanft hinweg: Es fiedelte... *schnarch*
Kommentar Kommentare (18) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 6, 2014 2:57 AM MEST


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