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Der Mann mit der Harmonika "MichaelK"

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Marshall Kilburn portabler Bluetooth Lautsprecher schwarz
Marshall Kilburn portabler Bluetooth Lautsprecher schwarz
Wird angeboten von IN-EARcom
Preis: EUR 216,04

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lifestyle vs. Klanggenuss: Trotz meiner Kritik, es wäre unfair weniger Sterne zu vergeben..., 3. Juli 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... was Marshall hier rausgelassen hat ist wirklich einen kleinen Applaus wert.

In Zeiten wo eigentlich nur noch zählt, dass ein Lautsprecher in die Hosentasche passt und mindestens zwei Passivradiatoren zur Bassverstärkung hat macht man hier einfach mal was richtig vernünftiges und füllt eine kleine, aber feine Nische.

Ich habe wirklich lange auf den portablen Lautsprecher gewartet den ich Zuhause und Draußen aufstellen kann und der dabei mit Akkulaufzeit glänzt, einen tauschbaren Allerwelts-Zwölfmarkfuffzig-Akku bietet und gleichzeitig auch einfach am Netz hängen kann. Dazu kommt noch die Bass und Höheblende, sowie ein Lautstärke-Poti.

Mein erster Gedanke war natürlich "was für ein Lifestyle-Mist". Nach etwas Durchforsten der Reviews kam ich aber auf den Geschmack und hab mir das Ding zugelegt.

Zuersteinmal - ich benutzte es auf dem Nachttisch um mich morgens per Bluetooth vom Handywecker mit feiner Musik ermuntern zu lassen (ja, ich bin ein kleiner Musikfetischist). Damit gehört der Kilburn zu den 2-3 % aller Bluetooth Lautsprecher, die sich nicht automatisch abschalten bzw. bei denen die automatische Abschaltung deaktiviert werden kann.

Zum Klang:
Er steckt alles in die Tasche was Bose Soundlink Mini, Soundlink, B&O, JBL oder Denon heißt und preismäßig bis zur gleichen Liga spielt.

Braucht ihr irre Bässe? Dann vergesst ihn schnell, denn der Marshall Kilburn ist keine olle Boombox, versucht eben nicht ein Klangwunder auf 5cm³ Lautsprechervolumen zu sein, sondern das, was mir schon so lange gefehlt hat:

Birkenmultiplex, fein aneinandergeschraubt dazu 2 Hochmitteltöner, ein Tiefmitteltöner und eine klassische Bassreflexöffnung. Es kann doch so einfach sein. Man hat den Eindruck die Welt verläuft sich so sehr in kleinen Formfaktoren, dass man komplett vergessen hat wo man herkommt und wo man eigentlich hinwill. Der Kilburn klingt einfach natürlich, gerade weil er keine 20mm Treiber hat und damit versucht das Klangvolumen künstlich aufzublähen und Stereosound zu simulieren. Er hat das nötige Grundvolumen einfach. Stereo ist zwar immer noch nicht wirklich drin, aber der für einen Bluetoothlautsprecher große Tiefmitteltöner, der Headroom des Gehäuses und die Bassreflexöffnung sorgen für ein ausreichendes Volumen, das den Klang ohne große akustische Tricksereien möglichst natürlich wiedergeben kann. Die Bässe kommen von alleine und plötzlich klingen auch die Höhen und Mitten sauber und ohne tiefgreifende Verfälschungen. Den Lautsprecher einfach mal auch ein Lautsprecher sein lassen. Insgesamt klingt alles sehr sauber, wenn auch immer noch etwas boxy aus der Distanz - letztes ist eben immer noch der Größe des Lautspreches geschuldet, wenn man ihn mit vollwertigen Raumlautsprechern vergleicht.

Das Ironische an der Sache: Man braucht tatsächlich keine riesige Entwicklungsabteilung dazu um so ein gutes Gerät wie den Kilburn zu bauen. Man muss es nur wollen und sich trauen. Ein paar Lautsprecher nach alter Schule, so kompakt wie möglich, so groß wie nötig und dazu ein Bluetooth Modul obendrauf gesetzt.
Klaro, er passt in keine Hosentasche, das Design muss einem gefallen. Spritzwasserschutz und Staubschutz hat er auch keinen. Es gibt also No-Go Kriterien für den einen oder anderen, aber das muss jeder selbst wissen.

Ich fand es auf jeden Fall faszinierend wie ich mich gefreut habe wie ein Schnitzel, eigentlich ist es doch ein stinknormaler Lautsprecher mit Bluetoothfunktion. Aber in dieser reinen und gut klingenden Form baut ihn leider nur Marshall, zumindest bis zu dieser Preisklasse.

Bis hierhin auf jedenfall voll des Lobes, nach einigen Monaten Nutzung kamen dann allerdings die Dinge die mich zur Rücksendung bewegt haben:

- Bluetooth verbindet sich oft erst nach dem zweiten oder dritten Versuch, manchmal muss man ihn auch wieder neu anschalten (knackst etwas)
- Die Endstufe fährt nach wenigen Sekunden ohne anliegendes Signal in den Standby (Bluetooth bleibt aktiviert) => knackst ebenfalls etwas
- Die Endstufe fährt gelegentlich auch bei anliegendem Signal in den Standby, doof wenn man Musik hört und der Ton ist weg, noch blöder wenn man sich vom Kilburn wecken lassen möchte.
- Meine Frau hat mir letztens davon berichtet, dass es ein böses Dauerrauschen beim Kilburn gab während das Bluetooth aktiviert war. Hier war der Punkt gekommen die Notbremse zu ziehen und das Gerät zurückzuschicken:

Diese Kiste kostet schließlich immer noch 180 EUR und klingt auch gut, es ist aber weder ein technische Meisterleistung noch mit Gold verziert. Es ist ein verdammter Lautsprecher mit Bluetooth Modul oben drauf, um einige sinnvolle aber keine bahnbrechenden Features erweitert. Ein Bluetooth Modul kostet in der Anschaffung sicher keine 3 Euro, die digitalen Bauteile dürften die günstigsten sein. Dass gerade hier gespart wurde hat mich sehr geärgert. Die 5 EUR mehr hätte ich gerne berappt, vielleicht auch 10 EUR mehr für ein aptx fähiges Modul. Ein sauber arbeitendes Noisegate für die Endstufe ist ebenfalls keine irre Neuentwicklung und kostet ein paar Euro. Auf ein zweites Modell habe ich wegen einer Menge anderer unabhängiger Reviews, welche ähnliche Fehler beschreiben, verzichtet.

Wie ihr lesen könnt ist meine Review höchst ambivalent geschrieben, aber es muss jeder für sich selbst beurteilen, ob der Lautsprecher für ihn taugt oder nicht. Manche Leute können auch mit diesen Fehlern leben, die wenigsten werden ihn so speziell nutzen wie ich.

Ich fasse nochmal zusammen.

+ Klang ist herausragend für einen Bluetooth-Lautsprecher (gemessen an seiner Dimensionierung aber auch angemessen)
+ Akku tauschbar
+ Standby deaktivierbar (Noisegate schaltet Endstufe on/off , daher kein Rauschen trotz aktivem Bluetooth)
+ Wirksame Bass/Höhenblende und Volumen-Poti, tolle Haptik

+/- Design (für mich als Musiker ein Plus)

- Preis: zu teuer für ein so einfaches Produkt, das nur aufgrund seiner klassischen Bauweise die kleine Konkurrenz alt aussehen lässt.
- Kleinere Fehler in Bluetooth/Endstufen-Steuerung die für sich genommenzu verkraften sind, in Summe aber (für mich) den Unterschied machen.

Ich hoffe, dass Marshall hier den richtigen Kurs beibehält und in der nächsten Serie oder der Revision die kleinen Makel ausbessert, vielleicht sogar den Preis noch etwas senkt (was ich eher weniger glaube) - dann ist dieser Speaker nahezu unumgänglich.

Im Moment ist der Preis bei 219 EUR auf Amazon, für meinen Geschmack viel zu teuer - die 180 EUR die ich bezahlt hatte waren schon grenzwertig.

Wenn ihr die Kohle ausgeben möchtet bekommt ihr hier im Kern ein super Produkt in toller Optik, denkt aber an die kleinen Mängel - die man in Summe eigentlich in dieser Preisklasse nicht tolerieren sollte. Und denkt vor allem auch daran - es ist nur ein einfacher klassischer Lautsprecher mit aufgesetzter Bluetooth-Funktion. Wenn er weiter von der Basis so gehypt wird kann der Preis sicher noch steigen, und dann ist es irgendwann für das entsprechende Geld wirklich mehr Lifestyle als ein empfehlenswerter Lautsprecher.


Holzkiste für Schuhputzset
Holzkiste für Schuhputzset
Wird angeboten von Langlauf Schuhbedarf
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Gute Aufbewahrungsmöglichkeit zum fairen Preis, 21. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Holzkiste für Schuhputzset
Habe diese Kiste natürlich zum Aufbewahren meiner Schuhpflege-Produkte erstanden.
Das Holz ist unbehandelt und nicht lackiert. Das Kiefernholz duftet angenehm... naja nach Kiefer.
Die Verarbeitungsqualität ist absolut in Ordnung, lediglich an den Kanten standen bei mir einige Holz-Fransen ab.

Ansonsten hat die Kiste 2 Griffe, sie trägt sich angenehm, ist nicht zu groß und nicht zu klein. Mehr Geld muss man eigentlich nicht für eine Kiste für Putzzeug ausgeben. Der Preis von 10 EUR für die Kiste ist akzeptabel, ich vermute aber mal, dass man eine simple Holzkiste wie diese ohne zusätzliche Fächer, etc. auch andererorts zu ähnlichen Preisen bekommen wird.

Fair bepreist, aber kein Schnäppchen. You get what you pay for - in diesem Fall ist das aber auf jeden Fall ausreichen.
Gutes Produkt :)


Kiah Royal - Special Box (exklusiv bei Amazon.de)
Kiah Royal - Special Box (exklusiv bei Amazon.de)
Preis: EUR 50,78

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abseits der Stadien eine Verneigung vor dem guten Leben in leisen Tönen, 3. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir Kiah Royal in der exklusiven Special Box zum Erscheinungstermin vorbestellt, konnte diese aber erst die Folgewoche nach Release in den Händen halten, da amazon offensichtlich Lieferschwierigkeiten hatte. Seit einigen Jahren „labrassbandafiziert“, waren das schließlich die härtesten 5 Tage Wartezeit seit Erfindung der Arbeitswoche. Nach Ankündigung des Postboten wich meine kindliche Ungeduld aber einer nahezu ekstatischen, wenngleich auch unwissenden Vorfreude hinsichtlich der Frage, was mich denn jetzt genau auf dieser CD erwarten wird.
Das Album-Konzept erschien mir bereits nach Ankündigung durch die Band schlichtweg genial. Die Vorstellung der Special Editions war es umso mehr. Eine Band die Heimatmusik im modernen Gewand zelebriert, feiert den Kuhstall auf originelle Art und Weise.

So far… so good. Der Postbote kam schließlich und ich packe aus: Eine große Schuber-Box inkl.
- 96 Sammelkarten aller Anwesenden, insbesondere der Kühe – herrliche Idee
- eine Papp-Doppel-Sleeve inklusive CD und DVD, unterlegt von
- Eine Autogrammkarte der Band
- einer Lage angenehm duftenden Heus und Strohblumen
-
Allein dieses Paket gibt einem schon das Gefühl als Fan und Sammler ernstgenommen zu werden und nicht mit standardisierten Limited Editions (mit 5 statt 2 Bonustracks und schwarzem statt blauem Cover) „abgespeist“ zu werden. Betrachtet man den Preis von 34 EUR stellt man fest, dass man alleine für CD und DVD getrennt mehr Geld gelassen hätte. Ich bin absolut angetan von dieser Box, sie fügt sich einfach perfekt in dieses Konzept der rustikal-wuseligen Blasmusik-Bayern. Im Regal macht Sie sich ebenfalls top. Ich hatte Glück, bei mir hat kein Kleingetier im Karton gerappelt, etwas von dem Stroh ging auch in die Sleeves und hing an den CDs – Anyway - Thumbs up! Eine bezaubernde Optik, aber da gibt’s ja noch mehr zu entdecken, z.B. für die Ohren….

Die Musik (CD und DVD):

Wer Labrassbanda schon einmal live gehört hat weiß, dass eine Tuba auch jenseits der 150bpm noch wie ein Uhrwerk arbeiten kann. Die Energie, die dabei von jedem einzelnen Musiker aufgewendet wird, ist im Publikum spürbar. Dass den 5 Jungs das Vollgas im Blut liegt weiß man also schon seit einigen Jahren, umso mehr war ich auf dieses „Unplugged“-Album gespannt . Laut und schnell geht bekanntlich immer – insbesondere in einer Pop-Landschaft bei der knallende Produktionen mit hämmernden Beats stets großgeschrieben werden.

Hier ist nun aber tatsächlich „unplugged“ angesagt. Was Labrassbanda auf „Kiah Royal“ an Vielseitigkeit hinsichtlich Musikrichtungen (Reggae, Jazz, Salsa, Pop, Rock) als auch an vielfältiger Instrumentierung (inkl. Gastmusikern) beweisen ist bemerkenswert. Nur noch faszinierender finde ich als Hobbymusiker die wunderschöne Dynamik die das ganze Orchester in die Songs einarbeitet. Ein stetes leise und leiser – ein jedes Solo findet seinen Platz in den instrumental ausgewogenen Arrangements. Nicht umsonst gilt eben auch: Laut spielen kann jeder… die Kunst liegt tatsächlich in den leisen Tönen. Und diese Kunst wird hier mit musikalischer Beinahe-Perfektion umgesetzt.

Moment…. Beinahe-Perfektion? - In meinen Augen eines der sympathischsten Merkmale dieser Scheibe. Man hat oft den Eindruck eher bei einer gemütlichen Live-Session dabei zu sein, weniger bei einem durchkonstruierten Konzert mit penibler Vorbereitung. Es darf zwischen den Songs auch mal etwas von den Musikern gelacht, kommentiert und (natürlich leise) applaudiert werden und es fallen beim Schauen der DVD mehr denn sonst die Anweisungen auf, die sich die Musiker untereinander während den Songs hier und da geben. Hinzu kommt diese unsägliche Ruhe, die die Kameras eingefangen und auf teils dokumentarisch angehauchte Bilder gebannt haben – freilich klanglich unterlegt von gelegentlichem Muhen. Dazu eine wunderbar warme, gemütliche und weitestgehend natürliche Ausleuchtung der Räumlichkeit. Noch bevor die erste Harmonie den Raum erfüllt fühlt man sich im Kuhstall auf dem Bildschirm zuhause, kann vollständig abschalten und die Musik genießen. Die Kombination aus allem führt schlussendlich zu dieser überaus passenden organischen und rustikalen Ästhetik von Ton und Bild.

Aber auch nur Abends in ruhiger Laune in den CD-Player geworfen hört sich – hier als gutes Beispiel - „der Mond“, vorgetragen zusammen mit Rocko Schamoni, einfach nur nach mächtiger Gänsehaut an. Das ist einfach ein tolles, tiefes und dabei so leicht wirkendes Stück Musik, von einem Künstler gesungen, dessen Namen ich vorher noch nie gehört habe. Ebenso die Gastauftritte von Stephan Remmler und Stofferl Well (wer hatte die glorreiche Idee ein Lied über die Milchpreise im Kuhstall zu interpretieren?) sind passend, für LaBrassBanda-Hörer auch weitgehend unbekannt und bieten eine absolute Bereicherung für diese Platte.

Es bleiben nach Abzug dieser drei Gaststücke dann natürlich die volle Palette an LaBrassBanda-Stücken. Angefangen mit „Ofree“ und „Peroni Pizza“ (letzteres abgeleitet von „Da Dub“ auf Studioalbum „Habedieehre“), die in einem flotten Quasi-Offbeat auch mal der Trompete im Wechselspiel eine Posaunen-und Horn-Line hinterherwerfen, was zu einem fantastisch klingenden organischen Delay führt

….. über die „Europa“-Tracks wie „Schweden“, „Holland“ oder „Tecno“ – welche natürlich ebenfalls alle neue instrumentiert und arrangiert wurden und damit neue Facetten der Songs als auch der Band freigeben bis hin zu ruhigeren und verträumten Songs wie „Deyda“. Letzteres Stück ist ebenfalls einer meiner Favoriten auf „Kiah Royal“ – wenngleich dieser Song leider nur auf der DVD enthalten ist und auf der CD nicht veröffentlicht wurde.
Diese Tatsache ist mir einen winzigen Kritikpunkt wert. Ich hätte dieses Lied gerne auch auf der CD gehabt - es hat ein wunderschönes Zwischenspiel, eine markante Kuh im Hintergrund ( ;-)) und vor allem die passende Botschaft, die von den Lyrics transportiert wird, frei interpretiert : den Wunsch nach der einfachen Schönheit, nach mehr Charakter, nach Ecken und Kanten – schlicht dem „Ur-Ding“.

Und genau das ist es, was „Kiah Royal“ für mich ausmacht: Einfach gute Musik, vielseitig/schichtig und vor allem mit Herz und Können vorgetragen. Ohne überhebliche Arrangements und sehr sauber produziert – den Songs wurden nach Mixdown und Mastering auf CD viel Spielraum für Details und vor allem der organische Live-Charakter gelassen. Hinzu kommt die originelle und vor allem ehrliche Location.

Ich kann jedem nur empfehlen: die DVD ist für den vollständigen Genuss von „Kiah Royal“ eigentlich schon obligatorisch, ansonsten entgehen einem einige der zahlreichen Songs, die nicht auf CD gebannt wurden – obwohl jeder einzelne Song seine CD-Berechtigung hätte. Zudem bietet das DVD-Material eine tolle Atmosphäre als Erweiterung auf der Bildebene. Freilich ist die CD als Einzelerwerbsstück aber auch ihr Geld wert – schließlich läuft sie jetzt vermutlich auch noch die nächsten Wochen überwiegend auf meiner langen Pendlerstrecke zur Arbeit.

Ich stelle daher fest: Wieder alles richtig gemacht ihre Brassbandas. Danke für diese Herbst-Platte!


Bose SoundLink Colour Bluetooth Lautsprecher schwarz
Bose SoundLink Colour Bluetooth Lautsprecher schwarz

222 von 255 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine runde Sache – aber…!, 25. September 2014
Ich hatte mir den Soundlink Colour bereits bei amazon vorbestellt – insbesondere um ihn auch gegen meinen Soundlink mini vergleichen zu können.
Ich bin dann beim Durchschlendern durch den Elektrofachhandel schon einen Tag früher am Soundlink colour als geplant hängen geblieben. Dort gab es nämlich den Soundlink Colour schon in der Auslage. Da ich ursprünglich die Absicht hatte, auch noch einen Sony SRS-X3 gegenüber dem Soundlink mini zu vergleichen habe ich gleich einen Vor-Ort-Check durchgeführt.

Ich fange mal mit dem Fazit an, welches ich für mich getroffen habe: Ich habe nach dem kleinen Sound-Check den Handel verlassen und anschließend meine Amazon-Bestellung des Soundlink Colour storniert. Das bedeutet aber nicht, dass der Soundlink Colour schlecht war. Im Gegenteil, aber von vorne. Meine persönliche Erst-Einschätzung

Optik – Verarbeitung – Haptik: 8/10

Wieder ein neuer Soundlink, wieder ein neues Bose Produkt, zu dem man erwartungsfreudig aufblickt. Diesmal wird man fast schon etwas enttäuscht, denn verfügen der Soundlink mini und der große Bruder Soundlink II über ein Aluminium-Gehäuse, so verfügt der Soundlink Colour „nur“ über ein Kunststoffgehäuse. Das ist allerdings sehr wertig verarbeitet, liegt aber natürlich nicht so angenehm schwer in der Hand wie der verwandte Konsorte. Aber gut – es muss ja nicht schlecht sein, schließlich ist das Gerät ja für den mobilen Gebrauch gedacht. Alu würden sich sicher die meisten Wünschen – der Kunststoff macht das Gerät aber angenehm einfach.

Von den Abmaßen ist das Gerät schon nicht mehr hosentaschentauglich, aber absolut im Rahmen eines komfortabel zu transportierenden und kompakten Lautsprechers. Man sieht zudem, dass hier im Vergleich zum Soundlink mini noch wesentlich mehr Wert auf den Style-Faktor gelegt wurde, was man am Design und den unterschiedlichen Farbausführungen erkennen kann. Umfallen tut das Gerät auch nicht so leicht, wie man das vielleicht von Produktfotos erahnen mag: es hat einen guten und sicheren Stand, aber natürlich wird es umfallen, wenn man es anrempelt. Der Schwerpunkt ist eben nicht wie bei einem Stehauf-Männchen komplett nach unten verlagert.

Die Tasten bedienen sich ganz gut – nicht ganz so gut wie beim Soundlink mini und auch nicht ganz so gut wie beim Sony X3. Das ist aber mein rein subjektives Empfinden. Der Druckpunkt sitzt wie beim Bose Soundlink mini sehr gut, nur die Tasten haben ein anderes Feeling (rund und kleiner). Da gefallen mir die eckigen und etwas größeren Tasten bei den beiden Vergleichsgeräten ein bisschen besser.

Bedienung: 10/10

Alles ganz einfach – wie schon beim Soundlink mini:
1. Gerät an
2. Bluetooth Taste blinkt vor erstmaligem Pairing des Geräts dunkelblau und signalisiert Bereitschaft (für weiteres Geräte-Pairing die Bluetooth Taste kurz gedrückt halten, dann leuchtet’s wieder blau
3. Voila – c’est fini!
Die Wiederverbindung bei Neustart des Soundlink Colours erfolgt automatisch, sofern Bluetooth am Zuspieler aktiviert ist.

Einschalt- und Pairing-Aktivitäten werden übrigens vom Gerät mit einer Stimme kommentiert. Der Vorteil gegenüber vielen anderen Geräten. Man kann Sie abschalten (Gleichzeitig beide Volume-Knöpfe drücken - oder sogar in vielen anderen Sprachen auswählen. Kommentiert werden beim Pairing sogar der Gerätename des Zuspielers. 8 verschiedene Geräte kann der Soundlink Colour als Zuspieler speichern, 2 Geräte können gleichzeitig verbunden werden.

Die Bluetoothverbindung lässt sich laut Bedienungsanleitung so einstellen, dass sie aktiv bleibt und sich nicht nach ein paar Minuten Inaktivität automatisch abschaltet.

Ich hab gesucht und nichts gefunden. 10/10 Punkten für die Bedienung.

Sound:

Des Pudels Kern. Wie gesagt – Vergleichsgerät waren ein Soundlink mini und ein Sony X3. Der Soundlink mini ist berühmt-berüchtigt für seinen sehr kräftigen Bass und zurückhaltende Höhen, während der Sony X3 satten Bass in Kombination mit schönen Mitten und präsenten Höhen liefert.

So – alles aufgestellt: Drei Geräte in one line. Ich verbinde mich mit dem Soundlink Colour und spiele Tower of Power „Soul with a capital S“. Ich bin beeindruckt. In den Bässen ist der Soundlink Colour wesentlich zurückhaltender als der Mini . Ähnlich ausgewogen hier wie der X3, nur mit etwas weniger Höhen – so der Ersteindruck.

Auch das Abstrahlverhalten und die Räumlichkeit des Soundlink Colours gefällt mir. Ersteres ist beim Colour wesentlich besser als beim Soundlink mini, da es viel weniger gerichtet ist und auch von links, rechts, oben und unten sehr gut anzuhören ist (wieder ein Schritt Richtung Sony X3), zweiteres ist immer noch gut, aber insbesondere auf etwas Distanz gehört nicht ganz so gut wie beim Soundlink mini (der X3 verliert ähnlich dem Soundlink Colour auf Distanz gehört etwas gegenüber dem Soundlink mini).

In Folge dessen habe ich noch etwas weiter mit den 3 Geräten herumgespielt und u. a . „Give life back to music“ von Daft Punk und Bob Dylan mit „Don’t think twice“ aufgespielt – Dylan insbesondere deswegen, da er mich auf dem Soundlink mini schon zuhause nicht voll überzeugt hat.
Dylan kommt hier insbesondere auf dem X3 und dem Soundlink Colour etwas besser weg als auf dem Soundlink mini. Daft-Punk mit Ihrer ausgezeichneten Produktion machen auf allen Geräten einen guten Job.
Ich stelle jedoch alsbald fest – die Bässe beim Soundlink Colour sind im Vergleich zu den beiden Konkurrenten u.a. im Bereich der Kickdrum etwas pappig. Da klingt der Bose Soundlink mini wesentlich besser – klar, er hat ja auch den vollsten Bassbereich von allen drei Testobjekten – aber auch der Sony X3 klingt hier voller, ausgewogener und dynamischer.

Von den Höhen und Mitten gesehen würde ich den Soundlink colour irgendwo zwischen Sony SRS-X3 mit einer soliden und ziemlich gleichmäßigen Frequenzbasis und dem Soundlink mini mit eher leicht zurückgenommenen Mitten und stärker abgesenkten Höhen ansiedeln.

Soll heißen: im Frequenzbild klingt der Soundlink Colour in meinen Ohren etwa so.

Bässe: +
Mitten: o
Höhen: -

Der Soundlink mini als direkter Bruder wäre hier in etwa so einzuordnen

Bässe: ++
Mitten: o/-
Höhen: - -

Tatsächlich sollte man glauben: ausgewogener = besser, da aber beim Soundlink mini insbesondere in den Bässen das gewisse Etwas fehlt – ich rede nicht von Lautstärkeanteil, vielmehr von Dynamik und Balance in den Oberbässen bis Tiefmitten. Das schlägt sich dann auch im klanglichen Gesamtbild durch

Das alles sind aber nun Faktoren, die man nur im direkten Vergleich tatsächlich hört. Der Bose Soundlink colour klingt damit nicht schlecht – im Gegenteil.
Unter den Vergleichsobjekten siegen für meinen Geschmack hier aber andere in den wichtigen Disziplinen:

Räumlichkeit & Klangfülle / Distanzhören: Bose Soundlink mini
Unabhängigkeit bei Aufstellung: Sony X3 (knapp gefolgt vom Soundlink colour)
Ausgewogenheit des Klangbilds: Sony X3

Der Soundlink Colour geht damit eigentlich in den wichtigen Klang-Kategorien leer aus, wenngleich alles auch eine Frage der Auswahl der (besseren oder schlechteren) Testobjekte und eigenen Anforderungen an die Eigenschaften der Geräte ist. Denn schlecht klingt der Soundlink colour definitiv nicht – den Großteil der Bluetooth-Klasse unter 150 EUR spielt er schließlich in Grund und Boden.

Auch richtig: Man muss erkennen, dass der Sony 10 EUR, der Soundlink mini 30 EUR teurer ist als der Soundlink colour. Natürlich kann man sich aber auch die Frage stellen, ob sich der Aufpreis nicht vielleicht lohnt – auch unter eventueller Berücksichtigung anderer Geräte der Begierde. Schließlich sind 140 EUR auch kein Pappenstiel für ein Gerät mit dem evtl. man nicht voll zufrieden ist. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die Frage nach der maximalen Lautstärke lasse ich hier weitestgehend unbeantwortet. Ich habe den Soundlink colour nicht ausgefahren. Sie ist objektiv gesehen eine wesentliche Eigenschaft, für mich persönlich zu vernachlässigen. Er neigt meines Erachtens aber dazu bei höheren Lautstärken etwas zu übersteuern, die Bässe werden dabei nicht unbedingt besser. Bis 50 % hört man aber auf jeden Fall sehr angenehm Musik.

So, jetzt nochmals abschließend:
Ich bleibe bei meinem Soundlink mini. Die Bestellung des Soundlink Colour bei amazon habe ich storniert. Das wäre unsinnig, wenn ich nun schon weiß, dass ich den Colour nicht behalten werde Der Sound ist beim Soundlink Mini zwar bei hörer-naher Aufstellung wesentlich stärker gerichtet als beim Soundlink colour, aber damit kann ich nun leben (Wichtig: Frage zur Kaufentscheidung an den Leser – Sie auch?).

Der Soundlink Colour ist meines Erachtens ein sehr guter Bluetooth-Lautsprecher, der aber nicht an die Qualität des Soundlink mini heranreicht, wenngleich das Frequenzbild linearer, aber mit leichten Schwächen insbesondere in Bässen und Tiefmitten daherkommt, insbesondere was Balance und Dynamik angeht. Das können andere besser, kosten dann aber sicher auch mehr Geld.

Selbst anhören und entscheiden, die Entscheidung ist sicher nicht ganz einfach – auch wenn die ausgezeichneten Features die Frage nach dem vorzüglichsten Bedienkonzept sicher schon beantwortet haben. Schließlich trägt der Colour so ziemlich alle Soft-Features – insbesondere bzgl. Bluetooth-Management - die man sich (insbesondere ich) wünschen kann.

8 Punkte für die Optik / Verarbeitung / Haptik
10 Punkte für die Bedienung
8 Punkte für die Klangeigenschaften

macht je nach Gewichtung etwas zwischen 8 und 9 Punkten, ich tendiere aber insbesondere auch wegen des Preises von 140 EUR zu eher 8/10 Punkten. Die geb ich jetzt auch glatt.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 3, 2014 10:33 AM CET


Hearad
Hearad
Preis: EUR 22,50

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte von Marcus Miller, der durch eine Tuba ersetzt wurde…, 24. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Hearad (Audio CD)
….ist mindestens genauso gut, wie die vom traurigen Schlagzeuger – der jetzt leider nur noch Wasserträger für die Beatboxer mit den dicken Backen ist.
Die Gemeinsamkeit? Beide Stories könnten vom HMBC geschrieben worden sein… pardon – man muss diesen geilen Namen einfach ausschreiben: Holstuonarmusigbigbandclub.
Das sind die 5 Jungs, die sich in der Folge für diese Scheibe verantworten werden müssen. Denn was der HMBC –und nochmal: Holstuonarmusigbigbandclub – hier abliefern spottet weitestgehend jeder Beschreibung. Für den unbedarften Neu-Holstuonar-Hörer hier ein Steckbrief zur Orientierung:

Verdächtige: HMBC
Stil: Blasmusik to Reggae / Jazz / Funk / Pop / Rock & Heimatklänge
Sprache: Vorarlberger Mundart (Muttersprache)

Wie lautet die Anklage?
- Die Herren machen sich der höchst groovig unterlegten Darbietung haarsträubender Lyrics schuldig – gleichermaßen für die Mundart als auch für die sinngemäße Übersetzung.
- Dem nicht genug. Bereits nach kurzer Zeit vereinnahmen unkontrollierte Ohrwürmer das hilflose Opfer.
- Da dieser Komplott auf CD gepresst wurde besteht massive Gefahr für Wiederholungstäter durch Betätigung der Replay- Taste.

Ich kenne den HMBC nun schon seit einigen Jahren – natürlich kenne ich auch den Youtube-Überhit „Vo Mello bis ge Schoppornou“ samt dem zugehörigen Studioalbum „Lieble“. Die Scheibe war schon richtig gut – hatte meines Erachtens aber leichte Schwächen. Kompositorisch alles super:
tolle Stücke – mal ruhig, mal zünftig – dann wieder fetzig und funkig.
Was mir daran nicht so gut gefallen hat? Das Album verlor durch die unglaubliche Song-Vielfalt als Gesamtwerk etwas an roten Fäden.

Nachdem ich jetzt vor kurzem vom neuen Studio-Album „Hearad“ mitbekommen habe, musste ich unbedingt wissen, was sich bei den Jungs aus dem Bregenzer Wald so getan hat – denn das Potential für noch viel mehr klasse Songs war schon auf „Lieble“ zu spüren. “Hearad“ übersetze ich mit „Höret“ - und das sollte tatsächlich jeder Interessierte, der das hier liest mindestens einmal tun.

Wer durch das Lesen des obigen Steckbriefs den Jungs in den kommenden Tagen zum Opfer fallen wird soll zumindest wissen, dass er nicht der Einzige ist. Mein Eindruck nach den ersten 2x (mittlerweile wohl schon gut 10x) Durchhören: Es ist, als wären die Jungs zu mir gekommen, hätten gefragt, in welche Richtung ich mich nach „Lieble“ weiterentwickeln würde, wenn ich HMBC wäre und das Ganze dann einfach umgesetzt hätten.

Spontan fällt mir nur ein Kritikpunkt ein:
-> Es gibt kaum mehr klassische Volksmusik auf diesem Album.
Dafür gefällt mir besonders gut:
-> Es gibt kaum mehr klassische Volksmusik auf diesem Album.

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Zur Erläuterung dieser ambivalenten Aussage und damit zu den Songs:

Schwer es allen Recht zu machen – ich fand den Marsch der Wälder auf „Lieble“ unterhaltsam, meine Freundin hat ihn gehasst. Auf „Hearad“ findet sich nun praktisch keine archaische Heimatmusik mehr, sondern ausschließlich werden die Songs jetzt als Stilmix dargeboten. Ein gutes Beispiel ist das Instrumental der „Der dunkle Wald“ – welches dem Namen gleich einen düsteren Anstrich erhalten hat. Hier lassen sich die verschiedenen Stile gut orten, aber neben den zünftigen Bläsern bestehen noch viele andere Elemente: etwas Jazz scheint fast immer unterschwellig mitzuschwingen, das Trompetensolo wiederum könnte aus der Feder des Großmeisters Ennio Morricone stammen.

Fakt ist: Wer die hochwertige HMBC-Uffta-Tätärä auf „Lieble“ mochte wird Sie hier nur kurz vermissen. Denn was hier an Songs auf die Scheibe gepresst wurde entschädigt noch und nöcher für das genannte Defizit – das jetzt gar keines mehr ist. Auf ihre eigene Art qualitativ hochwertige Songs, die die Hörerschaft nur allzu oft gespaltet haben wurden nun eben "ersetzt" durch andere Songs - die mindestens genauso klasse sind. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass HMBC Ihrem Stil nicht mehr treu sind. Letzten Endes ist es eine Weiterentwicklung der Band, der man aber immer noch ganz genau anhört wer sie ist und woher sie kommt.

„Konn‘st ma mol uffd Kilbe ku ga – blauso“ – das sind die ersten Worte die man von diesem Album vernimmt und sinngemäß wohl so viel bedeuten wie „Rutsch mir doch den Buckel runter“.
Ich habe das vorsichtshalber mal nicht persönlich genommen und den Song weitergehört – richtige Entscheidung. Denn jetzt trägt eine knackige Tuba den Funk direkt durch meine Lautsprecher in den Raum. Kurz darauf kommen auch noch einige super-eingängige Gesangspassagen dazu und das ganze groovt im Mid-Tempo über Songlänge. Zugegeben, der Anfang des Songs ist gewöhnungsbedürftig, aber dranbleiben lohnt sich.

„Please don’t call me“ ist dann schon wieder etwas ruhiger und ein 6/8 Takt definiert zusammen mit den vielen schönen Moll-Harmonien, dass etwas Herzschmerz angesagt ist. Für meinen Geschmack legen HMBC hier nochmal eine ordentliche Schippe an klasse Komposition zum vorigen Track obendrauf. Zu Beginn dachte ich für einen Bruchteil des Refrains hier daran Jeff Buckley feat. Austria-Brass zu hören, bevor mich die Tatsachen wieder eingeholt haben.

Damit sich der Hörer aber nicht schon zu Beginn des Albums vollends „einschunkelt“ bietet Track 3 die absolute Wohlfühlnummer „Wild West coast of Austria“ als Hommage an die eigene Heimat. Die Funk-Tuba und Beatbox immer im Handgepäck.

Mein persönlicher Favorit ist übrigens „Naso“. Als ruhiger Off-Beat angelegt ist das Stück ein Widmung an das beste Riechorgan von – ja, von wem eigentlich? Und warum eigentlich? Das habe ich noch nicht rausgefunden, das ist mir aber auch egal, weil sich die Stimme des Sängers im Refrain so sanft bei mir einschmeichelt, dass mir ganz warm ums Herz wird: Bin ich vielleicht damit gemeint? Einen großen Zinken hätte ich zu bieten, aber sei’s drum…. Ich habe andere Probleme: Wie bekomme ich z.B. diesen eingängigen Ohrwurm wieder aus dem Gehörgang.

Dass HMBC diesen Spagat schaffen zwischen „ich verstehe kein Wort“ und „Das ist egal, dieser Song funktioniert auch mit ‚Lalalalalala‘ super“ hat mich schon auf dem Vorgängeralbum beeindruckt. Langsam aber sicher schnappt man sich dann Textfragmente und erkennt, um was es in dem Song zu Deutsch eigentlich geht. Nur um sich dann zu fragen: „Häh? Um was geht es in dem Song eigentlich“
Etwas Dadaismus scheint beim HMBC’schen Schreiben der Lyrics immer dazuzugehören und das ist gut so. Dieser ganze oberflächliche Nonsens macht nämlich richtig Spaß.

Aber auch die Instrumentals sind klasse. „Phil’s Solo“ ist vor allem eins: Jazz pur. Hier darf jeder von der Band mal ran und Krach machen, improvisieren, einen guten Groove nach vorne greifen. Im Gegensatz dazu steht „Discokatz“ das wieder eine richtig funkige Abgeh-Nummer ist.

Und an diesem Punkt möchte ich jetzt HMBC gerne attestieren: Dieses Album ist als Ganzes wie auch als Summe der Teile voll gelungen. Für mich passt es – ich spüre nun den roten Faden, der sich übers ganze Album durchzieht und sich in Form von einer Menge Spaß, coolen Tuba-Riffs, jazzigen Bläsermelodien und knackigen Beat-Boxings zeigt. Da sind Songs, die durchweg auch im 6/8tel Jazzwalzer auf Ihre Weise nach vorne gehen – unterlegt mit Texten, bei denen man allzu oft die Tischplatte mit dem Kopf grüßen möchte. Und schlussendlich genießt man diese Kombi dennoch mit einem dicken Schmunzeln. Das ist für mich auch genau die gewisse „Magie“, die dieses Album ausmacht.

Natürlich besteht bei diesen 5 Spezies mit Ihrer eigenen besetzten Musiknische auch immer die Gefahr, dass man mit dieser – zugegeben etwas abgefahrenen Kunst am Hörer vorbeischrammt oder gar abprallt. Wer diese Rezension aber bis zu diesem Punkt durchgehalten hat und auch beim Anspiel-Test von Track 1 „Kilbe“ nicht direkt abgeschalten hat – der wird wohl mit diesem Album glücklich werden können.

Von mir gibt’s 5 von 5 Sterne, denn genau zu dieser glücklichen Hörer-Kategorie gehöre ich :-)


Schinken Und Ei [Explicit]
Schinken Und Ei [Explicit]
Preis: EUR 9,90

4.0 von 5 Sternen Nur hören wie es galoppiert ist mal ein Anfang, aber live muss man’s gesehen haben!, 23. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schinken Und Ei [Explicit] (MP3-Download)
Ganz so wörtlich wie der treue und klackernde Knappe aus „Die Ritter der Kokosnuss“ war die Überschrift natürlich nicht zu nehmen. In Sachen Dämlichkeit & Spaß stehen „Das Pferd“ aus musikalischer Sicht dem filmischen Pendant der Monthy Pythons dennoch in kaum etwas nach.

Jetzt kommt man natürlich zwangswiese an den Punkt, an dem man fragen muss: was machen „Das Pferd“ denn jetzt eigentlich für Musik, die auf Ihrem Debut „Schinken und Ei“ so dämlich und spaßig ist?

Ich fange erstmal hiermit an:
Das Pferd – das sind 2 Schweizer Jungs, die Ihre Bandjobs irgendwann aus Übersättigung an den Nagel hingen und beschlossen ab sofort lediglich mit einem elektronischen Schlagzeug und einer Orgel auf der Bühne zu performen. Dass das Duo seine Perfomance dabei in feinstem, tiefstem Schwizer-Deutsch durchzieht ist nur das I-Tüpfelchen auf dem Schinken.
Denn legt man sich erstmal so minimalistisch und unkonventionell fest, hat man erstmal die Schnauze voll von kommerzieller Musik, so man Sie denn zuvor sogar selbst praktiziert hat, dann macht man das natürlich auch gleich richtig um sich von der breiten Masse an sämtlichen Electro / Alt. / Indie und Mundartmusikern abzuheben.

Dennoch – um weitere Ausscheifungen elegant zu umgehen, arbeite ich mich bei meinem Stilisierungsversuch mal von der äußeren allgemeinen Schinkenkruste bis hin zum Ei des Kolumbus:

Im Wesentlichen machen Das Pferd nichts anderes als Elektro, hier und da vermischt mit Rock, Jazz, Pop, Uffta-Beats und ähnlichen Spirenzeln. Das Ganze ist dann grundsätzlich mal mit einer ordentlichen Portion „Stellt euch so doof wie möglich an und habt Spaß dabei“ versehen und verzückt vor allem Live das Publikum so sehr, wie es das Publikum in Feier- und Tanzlaune bringt.

Track 1 bietet hier die ausgezeichnete Grundlage, die es für dieses Seminar zu studieren gilt. „Titten raus hier kommt das Pferd“ ist die Ansage die eigentlich über eine komplette Albumdauer bestand hat. Wichtig ist immer der „Abgeh“-Faktor, der sich regelmäßig in Verbindung oder im Wechselspiel zu absoluter Tanzbarkeit der Beats zeigt, die sich mit einem Schuss Alkohol stets noch besser anhören.

Hier gilt für alle Zuhörer das gleiche wie für die Band. Gehirn abschalten und Spaß haben. Irgendwie steckt aber dennoch mehr drin als nur ein betrunkener David-Guetta-Minimal-Verschnitt. Schließlich machen die Beats tatsächlich Spaß und bisweilen Gesellen sich interessante Harmonien darunter, wie auf „Lesbian Action“. Irgendwo zwischen Balkan-Tunes und Humpa fiel hier als Stilbeschreibung auch einmal der Begriff der „Elektrolore“

So…. nun ist es soweit und ich oute mich hierzu, worauf ich die Leserschaft jetzt lange vorbereitet habe: Ich bin absoluter Das Pferd Fan!!!

Nur habe ich mit diesem Album ein Problem: Die Songs machen Spaß – das Pferd ist aber eine absolut grandiose Live-Band, die es schafft Ihre Energie ins Publikum zu übertragen. Ich hatte das Glück diese Band live ertragen zu dürfen und bin von Ihrer schon fast trance-artigen Tanzbarkeit Ihrer Rhythmen überzeugt. Schließlich habe auch ich über fast 2 Stunden mitgegrölt, gehüpft und mich wie ein Hampelmann angestellt.
Wenn im Club durch Gartenschläuche der Rest des auf Erden verbliebenen Jazz vollends entweiht und zerstört wird sollte sich jeder seinen Platz in der ersten Reihe reserviert haben um auch ein bisschen vom „Dada“ abzubekommen. Wenn die Jungs Ihren Dialekt auspacken und in Songs verpacken klingt das natürlich ebenfalls gar nicht mal so geistreich und fügt sich perfekt in Ihre Arrangements ein.

Who cares? Es ist einfach ne Gaudi….. Das gelingt durch meine Regallautsprecher eben nur bedingt.
Nichts destotrotz möchte ich die Songs gerne mit zumindest 4 von 5 Sternen würden, denn der Charme, den „Das Pferd“ ausmacht kommt hier nicht vollends zur Geltung, so hoffe ich aber dennoch den ein oder anderen damit auf Konzerte der Band gelockt zu haben.

PS:
Das Nachfolge-Album der beiden Schweizer hört übrigens auf den Namen „Fuxxx“ und ist auf Albumlänge für meinen Geschmack noch einmal eine Schippe besser bei stetiger Live-Tauglichkeit. Leider ist das Album nicht mehr auf Amazon gelistet, sollte aber noch direkt bei Ankerplatten-Records in der Schweiz zu erwerben sein :-)


Pokey Lafarge
Pokey Lafarge
Preis: EUR 19,87

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Angestaubtes wieder hip wird, 22. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Pokey Lafarge (Audio CD)
Ich bin vor einiger Zeit nur durch Zufall auf den Namen Pokey LaFarge gestoßen. Denkt man – dem Nachnamen geschuldet – zuerst an einen Songwriter aus dem schönen Frankreich wird einem dieser Gedanke nach dem ersten Song auf dem gleichnamigen Album direkt wieder ausgetrieben.

In bestem Südstaatenakzent swingt sich Pokey in der ersten Nummer gleich gemütlich, fast schon leicht schunkelnd in den Vordergrund und verbreitet dabei unter all jenen, die die guten alten Flussdampferzeiten auch bei musikalischer Betrachtung seit dem Anspielen dieser CD massiv fehlen , außerordentlich gute Laune.
„Central Time“ bietet besten Wein in neuen Schläuchen. Guten alten einfachen Swing, in modernem Gewand vorgetragen - aber auch mehr als das. Hinter dem Swing, den man Vordergründig erfasst finden sich – insbesondere beim weiteren Durchhören der CD – immer weitere Facetten bekannter Stile. Gypsy, Jazz und Ragtime, Roots Blues – zu einem leibhaftigen Robert Johnson wird Pokey LaFarge natürlich beileibe nicht.
Dennoch vereinen Pokey und Band (die im Übrigeneine reichhaltige traditionell peppige Multi-Instrumentierung von Mundharmonika bis Klarinette aufweisen) die musikalische Quintessenz vergangener goldenen Zeiten südlich der Mason-Dixon-Linie.

Altbacken wirkt das ganze nie. Die Produktion des Albums ist auf der Höhe der Zeit und wenn die Band Klassiker wie „The devil ain’t lazy“ aus der Plattenkiste packt kommt das Tanzbein erst richtig in Schwung und man vergisst ob der zeitgemäßen Interpretation ganz schnell, wie viele Jahre der Ur-Song eigentlich schon auf dem Buckel hat. Dieser Eindruck wird dann spätestens nach dem grandiosen Blues Harp-Solo nochmals massiv verstärkt. Dieser Song ist auf diesem Album ein absoluter Ohrwurm-Garant und animiert zum Drücken der Replay-Taste.

Ganz verzichten sollte man auf den Rest des Albums aber deswegen bitte nicht.
Auch bei ruhigen Anklängen wie „Kentucky Mae“, die einen sofort an die alten Zeiten der Röhrenradios erinnern, lässt sich das ein oder andere Bein gemütlich hochlegen um sich an verregneten Tagen in Gedanken davon treiben zu lassen.

Grundsätzlich bringt das Album bis auf wenige Stücke einen gemütlichen Anstrich mit sich, der ihm vorzüglich steht. „One town at a time“ als Hommage an das Fernweh und „Day after Day“ mit seinem herrlich hüpfenden Bläsersolo sind hier auch nur zwei weitere meiner favorisierten Songs, die in sanftem Mid-Tempo beswingt eine angenehme Südstaaten-Atmosphäre schaffen und Lust auf mehr machen. Die „Bow-legged woman“ legt hingegen ihrem Namen entsprechend mit mächtig Elan zwischen Blues und frühem Rock‘n‘Roll eine heiße Nummer aufs Parkett. Da bietet der darauffolgende zünftige „City Summer Blues“ gleich wieder die passende Abkühlung.

Zu den letzten großen Melodien dieser tollen Platte gehört dann schließlich das melancholisch-treibende „Close the door“, ein traditioneller Uptempo-Swing mit Gypsy-Anleihen. Pokey LaFarge schlägt hier auf lyrischer Ebene hingegen einen sozialkritischen Ton gegenüber dem US-amerikanischen Gesundheitssystem an. Ich mag hier vielleicht zuviel hinein interpretieren, der Vergleich liegt aber sehr nahe und ist gut erkennbar – zudem: Sozialkritik war schon immer wesentlicher Bestandteil traditioneller Musik, insbesondere des Blues. Mit Traditionen wird hier sicher nicht gebrochen, sondern vielmehr zeitgemäß in passenden musikalischen Rahmen und mit einer Menge trockenem Zynismus auf die postmoderne Ebene getragen.

Völlig egal, an welchem Track ich ansetze. Das Album ist aus einem Guss und bietet dem Hörer – was ebenso schön ist – keine Aussetzer oder Lückenfüller. Wer sich die guten alten Zeiten im neuen Gewand wieder für einige schöne Stunden zurückholen möchte: Mit Pokey LaFarge ist er bestens bedient.


Guardians Of The Galaxy: Awesome Mix, Volume 1
Guardians Of The Galaxy: Awesome Mix, Volume 1
Preis: EUR 7,29

44 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich versuche mich immer noch an diesen Tyler Bates zu erinnern…., 22. September 2014
Ich hab ja schon so einige Soundtracks in meinem Plattenregal stehn, kann mich aber nicht erinnern, dass Quentin Tarantino einen neuen Sci-Fi-Actioner auf die Leinwand gebracht hat… wie? – war das nicht „Hooked on a Feeling“ von Blue Swede, der da schon Reservoir Dogs so adäquat in Szene gesetzt hat?

Ja, ok – mit guter Musik einen durchgeknallten Gangster-Film zu unterlegen ist das eine. Aber wo sind die pathetischen Trumpet-Tunes, die in die unendliche Weite des Alls heraus posaunen? Was heißt hier „haben gerade Urlaub“? – hm… dann nehmen wir halt das Nächstbeste… wie wär’s zum Beispiel mit Rupert Holmes Pina-Colada-Song? Klasse – da kam in Hollywood noch keiner auf die Idee, diesen Song in einen Film einzubauen… zumindest nicht in den letzten 2 Wochen.

Nun bin ich seit ca. 3 Wochen im Besitz dieser CD und habe zuvor auch den Film gesehen…. Seit ich den Kinosaal verlassen habe versuche ich mir vorzustellen, wie und was James Gunn als Regisseur da mit seinen Kollegen geraucht hat, um am Ende dem breiten Mainstream diesen Soundtrack zu einem Weltraumabenteuer zu präsentieren. Was es auch war – es muss verdammt gut gewesen sein, denn das Ergebnis ist es ebenfalls.

Hans Zimmer.... nein - tatsächlich Tyler Bates, wie ich erst unlängst herausfand - muss ob dieser Zurückweisung in die zweite Soundtrack-Ebene dieses Films ja schon fast die Tränendrüse gedrückt haben. Ja – er war der eigentliche Soundtrack-Komponist – erinnert sich übrigens noch jemand an eines seiner Arrangements in Guardians of the Galaxy? Es tut mir so leid für diesen großartigen Musiker, der auch seinen atmosphärischen Anteil an den zahlreichen Action-Szenen geleistet hat - wurde er doch glatt durch eine Handvoll Top40 Hits der 70er und 80er Jahre auf die billigen Plätze verdammt. Das einzige was mir nach dem Film im Kopf blieb war ein ununterbrochenes „Oooh ooh – come on get your lo-ooooove“ der 70er Disco-Feger „Redbone“. Dabei blieb es dann aber auch nicht…. Regelmäßige Anfälle von „Ooogha-Tschakas“ verleiteten meine bessere Hälfte schon fast dazu mir einen Logopädie-Termin zu verordnen. Und aus wem mitten in der Öffentlichkeit dieses „IF YOU LIKE PIIINA-COLADA“ herausbricht, der hat ohnehin kaum mehr eine Chance von irgendwem für ernst genommen zu werden – aber mit dieser Beschwernis muss ich nun wohl leben.

Das wahre Kunststück ist es allerdings nicht, die Songs aus der Plattenkiste zu wühlen und in eine wilde Compilation zu packen – wobei man sagen muss: das ist bei den durch die Bank absolut grandios ausgewählten Songs wie z.B. Elvin Bishop‘s „Fooled around and fell in Love“ oder „Go all the Way“ von den Raspberries auch keine Selbstverständlichkeit.
Dennoch: Das beste Gespür für diese Zusammenstellung bekommt man vielmehr, nachdem man den Film hierzu gesehen hat. Danach hat man schon so gut wie keine Chance mehr diesen Soundtrack in der Stereo-Anlage objektiv als Sampler zu betrachten – vielmehr stellt sich die synaptische Verbindung im Gehirn auf aktiv, die bereits während des Kinobesuchs erfolgreich Bild und Musik miteinander verknüpft hat.

James Gunn hat es geschafft zwei oberflächlich betrachtet absolut nicht kompatible Dinge – tolle Retro-Musik und einen Superhelden-Weltraum-Actioner – so miteinander zu verbinden dass beides

a) Nicht lächerlich ist und
b) In Kombination miteinander einen der besten, passendsten und spaßigsten Soundtracks der vergangenen Jahre bietet.

Sogar Norman Greenbaum’s „Spirit in the sky“ erstrahlt in Gedanken an den Film in neuem Licht.
Bowie’s „Moonage Daydream“ oder „I’m not in Love“ von 10cc kann man sich hingegen in diesem unendlichen Universum sofort vorstellen. Und denke ich als Kind der 80er und 90er nur an den im Film stets präsenten kassetten-getriebenen Walkman des sympathischen Anti-Helden Peter Quill – das Medium meiner Zeit, wird mir vor lauter Nostalgiegefühle und guter Erinnerungen ganz warm ums Herz.

Dennoch: Auf diesem Soundtrack hat jeder – egal ob Pre-Teenie oder Mittfünfziger – die Chance sich mitreißen zu lassen. Diese ganze Scheibe ist eine einzige Wohlfühl-Zone mit zahlreichen romantischen, nostalgischen, schmissigen und vor allem spaßigen Facetten.

Ach ja – Film anschauen, wenn noch nicht geschehen! Soundtrack zulegen wenn noch nicht geschehen! Danke und man wird's mir danken :-)

UPDATE noch am 22.9.2014: ich hab doch direkt mal den Titel und Details der Rezension geändert. Da hatte ich doch mal den falschen Komponisten im Gedächtnis - Danke moviepilot.de, danke Rezensionist unter mir, bei dem ichs auch nachlesen konnte - wir reden nicht von Hans Zimmer, sondern von Tyler Bates - der in einer ähnlichen Liga wie Zimmer spielt und ebenfalls eine einzigartige Fähigkeit zur atmosphärischen Unterlegung von Filmen besitzt. Naja - eigentlich nur der Beweis dafür, dass bei mir wirklich extrem wenig vom Score hängen blieb *duck und weg*

Das macht das musikalische Filmwerk natürlich nicht weniger schlecht :)
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2015 11:52 PM MEST


We Sweat Blood
We Sweat Blood
Wird angeboten von dodax-shop
Preis: EUR 6,81

5.0 von 5 Sternen Der Mann, der kam und nur 3 Akkorde konnte…., 21. September 2014
Rezension bezieht sich auf: We Sweat Blood (Audio CD)
Vielleicht hat der ein oder andere schon einmal ein Interview mit dem Herrn gelesen oder gehört, der sich selbst auf den Künstlernamen Danko Jones taufte. Dort erzählt er gerne mal, dass er zu Beginn nur 3 Akkorde auf der Gitarre beherrschte und so ein Album produzierte. Mittlerweile 2 Studio-Alben weiter wirft Danko Jones mit seiner Band – bestehend aus Schlagzeug und Bass – ein neues Album der hungrigen Rock’n’Roll-Meute zum Frass vor.
Das ist mittlerweile schon gute 10 Jahre her. Ob er zu diesem Zeitpunkt schon mehr an der Gitarre beherrschte? Ich weiß es nicht – die 3 Akkorde schienen für das Album aber beinahe schon auszureichen. Klingt etwas mager? Na dann mal reingehört und abgegangen.

Was Danko Jones aus diesen paar Harmonien, auf die er sich beschränkt zaubert ist schier unfassbar.
Fehlt ihm vielleicht die technische Finesse eines John Petrucci? Oder gar das schiere Feingefühl an der Gitarre eines Bill Frisell? Who cares…. Dieser Mann geht die Sache einfach an und zaubert eines der besten Rock-Alben des frisch angebrochenen Milleniums.
Ich lege noch eine Metapher oben drauf: Diese Scheibe scheint im puren Höllenfeuer geschmiedet worden zu sein, eine solche Power kann man sich nicht erklären. Gleichzeitig beschreibt dieses Album, gemessen an dem was war und dem was folgte. den Zenit des Schaffens von Danko Jones.

Hier passt einfach alles. Danko’s heiße, vom Wahnsinn getränkte Stimme liefert die perfekten Ansagen auf allen Songs die da folgen. Sind es nur einige wenige Akkorde die hier zum besten gegeben werden – die Backline arbeitet präzisewie ein Uhrwerk. Puristische Schlagzeug-Beats geben die Richtung an, während Bass und Gitarre das Maximum an heißen Riffs aus den gegebenen Akkorden herausquetschen.

Beispiele gefällig? Man höre bereits die ersten Takte von „Heartbreak’s a blessing“ und man weiß sofort in welche Richtung der Hase läuft. Hier steckt nicht nur massives ausgeschöpftes Riff- und Songwriting-Potential vor, sondern auch eine ausgezeichnete kompositorische Fähigkeit, die aus dem puren Rock ein beeindruckendes Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Drums schafft. Es groovt und hämmert aus dem Lautsprecher, dass sich kaum ein stetes Kopfnicken vermeiden lässt.

Das Klangbild der Scheibe ist dabei ungebrochen trocken und unterstützt dabei die dreckigen und harten Riffs, dass einem fast die Ohren bluten. Zuviel des Lobes? Ich kann dieses Album gar nicht genug preisen. Es liegt schließlich auch nicht erst seit gestern bei mir zuhause, sondern begleitet mich schon seit vielen Jahren ohne an der ursprünglichen Faszination zu verlieren.
Maßgeblich hierfür ist auch, dass Danko Jones nicht so viel Wert darauf legt, sich allzu ernst zu nehmen. Man mag denken, dass die Band damit an Glaubwürdigkeit in der Welt des Rock’n’Roll einbüßt – denkt man aber einmal an die so bedeutungsschwangere Pommesgabel, so war Ironie schon immer Bestandteil im Rock. Aus dieser Sichtweise ist „We sweat blood“ ein einziges, sarkastisch vorgetragenes „Hail Satan“ – mit einer Menge Spaß an der Sache von einer Band vorgetragen, die nur das eine machen will – den besten, härtesten und minimalistischsten Rock dieser Zeit zu produzieren.

„Kill me now – so I can get there faster“ ist Danko’s forcierter Einwurf im Song “Home to hell” und last die angesprochene Ironie nur so durchblitzen – und da ist er wieder. Dieser minimalistische, durch kurze Pausen perfekt in Szene gesetzte rasende Wahnsinn, den Jones auf diesem Album perfektioniert hat.

Songs wie „Dance“, “Hot damn woman” und „I Love living in the city“ treiben einem einfach nur den blanken Schweiß auf die Stirn, reißen auf die Tanzfläche, animieren zu ausfälligen Grimassen beim Mitsingen. Wie vieel Drumsticks auf der Cowbell während den Aufnahmen zum Album dabei vernichtet wurden ist nur vage zu erahnen.

Ansonsten ist der Tenor des Albums eindeutig. Hier schließt ein Song an den anderen an. Balladen? Are you kidding? Fehlanzeige – wozu auch. Wer das Album in seinem Plattenregal untergebracht hat, der weiß i.d.R. genau warum und was er daran hat.

Für manche mögen die Vorgängeralben „Born a lion“ oder „I’m alive and on fire“ über „We sweat blood“ in der Best-Of-Wertung vorne stehen. Andere werden eher zu den darauffolgenden Werken „Below the Belt“oder „Sleep is the enemy“ greifen. Jede dieser Platten hat ihren Charme, „We sweat blood“ ist für mich das kompletteste Album, einen Tick weiterentwickelt als die Vorgängeralben, aber noch nicht zu experimentell in einzelnen Songs, so wie auf dem ein oder anderen Nachfolger (hier sei insbesondere "Never too loud" genannt")

5 von 5 Sternen – ein Album für die Rock’n’Roll Hall of Fame. Thx Danko!


Lieble
Lieble
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Wesentlich volksmusikalischer als Konsorten… so what?, 21. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Lieble (Audio CD)
Ich höre derweil ja ziemlich viel Künstler im Stile der - sagen wir "neuen Blasmusik". Dazu gehören für mich z.B. LaBrassBanda und die Ziehgäuner. Beide Bands sind ziemlich groove/party/dub/reggae-lastig – wie auch immer, diese Musikstile entziehen sich eher einer genauen Kategorisierung.
Nimmt man nun noch andere blasmusikfremde Bands wie Django 3000 hinzu – dann kann man damit die erweiterte zweite Kategorie „neue bayrische Mundart“ aufmachen.

Irgendwo im Bregenzer Wald im Vorarlberger Land tummeln sich nun nochmal 5 Blas-Rabauken, die ähnlich wie die genannten Bands maßgeblich an der Gründung bzw. Wiederbelebung dieses Genres beteiligt waren und sich einst auf den Namen Holstounarmusigbigbandclub – für Schnelllebige „HMBC“ festlegten.
Wer HMBC kennt wurde wahrscheinlich genau wie ich durch Youtube mit Ihrem Internet-Hit „Vo Mello bis ge Schoppornou“ auf Sie aufmerksam.

An dieser Stelle muss man für alle HMBC-Ahnungslosen eine Anmerkung anfügen: Wie der urige Niederbayer in tiefster Mundart auf einen Norddeutschen wirken muss – so muss in etwa der Vorarlberger in bester Mundart auf alle Anwender aller anderen bayrischen Dialekte wirken – mal vom Rest der deutschen Sprachlandschaft ganz zu schweigen.
Jungs – Respekt, dass Ihr das durchzieht – Ich verstand die erste Zeit kein einziges Wort, habe mich aber mühsam durch euer Vokabular gearbeitet und weiß nun eure Texte stets mit einem Schmunzeln zu würdigen.

Auf hochdeutsch übersetzt bedeutet „Vo Mello bis ge Schoppornou“ nichts anderes als „Von Mellau bis nach Schoppenau“ und es liegt sehr nahe, dass hier zumindest ein Bandmitglied seine eigene persönliche Geschichte erzählt: Im Wirtshaus gehn die Lichter aus, man findet sich auf der Straße wieder mit 1, 2, 3, 4…. Humpen zuviel Flüssigkeit im Blut und wie kommt man nun verdammt nochmal mitten in der Nacht – richtig – von Mellau nach Schoppenau? Ich vermute mal ein Großteil der Hörerschaft kann hier mitfühlen, ein mancher fand sich wohl schon in vergleichbarer Situation.
Der Song ist natürlich der Hit des Albums schlechthin. Gemütlich und mit Reggae-Anleihen treibt insbesondere die Tuba – diese Jungs verzichten dieser zugunsten auf einen E-Bass (richtig gemacht) – diesen Song nach vorne und bringt die Jungs schließlich nach 3 Strophen auch nach langem Irrweg sicher nach Hause.

Gegen Ende des Albums spielt die Band auch nochmal eine Funk-Version des gleichen Songs auf. Ebenfalls gelungen, wenn auch sicher sehr gut daran getan ist den Track eher als „Bonus“ am Ende der CD auszuweisen – ist sicher humorvoll und hier und da neu arrangiert, bleibt aber eben derselbe Song.

Abseits dieses vielbeachteten Stückes gibt es natürlich auch einiges zu entdecken, unkreativ ist der HMBC wahrlich nicht. Die Leiden der kommerziellen Musik – so habe ich das interpretiert – werden direkt auf dem ersten Track verarbeitet. „Vorreaßo, vorkouft, as louft“ ist eine Nummer die nach vorne geht und die ganze Spielzeit über von Beatbox und Tuba getragen wird, während die gesanglich aktiven Mitmusiker offensichtlich eine Menge Spaß haben.

Diese flotte Nummer steht schon wieder im Gegensatz zu bereits genanntem Youtube-Hit, da hat sich der ein oder andere wohl auch schon andere Musik vom Album erwartet – ja, das war dann eher ein Fehlgriff – oder könnte man dem Album vielleicht doch die musikalische Klasse und Gute-Laune-Musik mit Unterhaltungswert abgewinnen? Und tatsächlich: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und er lebt natürlich auch mit seiner Erwartungshaltung. In diesem Fall geht das Konzept von HMBC nach ein paar Mal durchhören auch auf. Die Songs sind nicht das, was man von Ihnen vielleicht wegen Ihrem größtem Aushängeschild auf Youtube erwartet hätte, aber sie machen Spaß, sind unglaublich vielseitig, manchmal gewöhnungsbedürftig - aber nie Einheitsbrei.

„What happened to the Edelweiß I gave you last night?” geht als 2. Track zu einem gemütlichen und leicht beswingten Groove über und lässt nun vermehrt Anleihen zur Volksmusik durchblitzen.
Wer sich aber die volle Volksmusik-Dröhnung geben möchte höre bitte einmal in den „Marsch der Wälder“. Dieses Stück ist für mich einfach der Beweis, das Blasmusik klassisch sein kann und Spassmachen kann UND einen musikalischen Anspruch wahrt. Zudem zeigt es, dass die Jungs hinter Ihren Wurzeln stehn und getreu dem Motto, das in und um den Bregenzer Wald gilt „Meor ehrod das Ault, Meor grüzot das Nü.“ – übersetzt: „Wir ehren das Alte und grüßen das Neue“ – den musikalischen Spagat wagen. Die Schere zwischen moderner Pop-Musik und Traditionsgut auf „Lieble“ ist dabei größer als man denkt, fällt aber auf Albumlänge gar nicht so arg ins Gewicht, da man vom HMBC ohnehin von Song auf Song aufs neue überrascht wird.

So ist der „Happy Banana Joe“ letzten Endes nichts anderes als der reine instrumentale Jazz, bei dem das Können der HMBCler voll ausgelebt wird. Spätestens wenn die Tuba mit Müh und Not das gefühlt fünfte hohe C schneidet, nur um da oben mal einen außerordentlich gelungenen Solo-Bass-Walk auszuleben – nur um dann gemütlich wieder in die tiefen Frequenzen abzufallen – sollte jeder gemerkt haben, dass hier jeder sein Instrument beherrscht… und jeder mit viel guter Laune bei der Sache ist.

Im letzten Albumdrittel wurde ich dann nochmal von „Hold me down“ überrascht, hier wurden nochmal richtig funkige Töne angeschlagen, zwischen ansonsten eher ruhigeren Stücken.

Stücke wie „He-Ho“ oder „Trumpets everywhere“ sind schließlich wieder ausgefallenere Instrumentals, die den Gesamteindruck des Albums wieder komplett verdrehen. Fröhlich, leicht, funky, verzwickt, bedrückend – diese Eindrücke alle auf ein Album zu packen ist eine große Herausforderung, die HMBC letzten Endes auch sehr gut gemeistert hat. Nur hin und wieder hat man das Gefühl, dass der Album-Mix durch diese massiven Stilwechsel nicht ganz aus einem Guss ist. Das hat freilich wenig mit der Qualität der Albumstücke zu tun. Von daher möchte ich das auch nicht mit zu viel Gewicht in die Waagschale werfen.

Natürlich gibt’s von mir eine Kaufempfehlung an alle, die bereit sind sich auch abseits von „Vo Mello bis ge Schoppornou“ auf den Pfaden von HMBC zu bewegen. Die Jungs bieten einen meist ausgewogenen Stilmix mit minimalen Schwächen auf Albumlänge. Alles Musiker, die genau wissen was sie tun und warum Sie es tun – nicht zuletzt weil es eine Menge gute Laune macht.

Ein bisschen Luft ist wie gesagt hinsichtlich Album-Balance noch nach oben – ich steh da etwas auf der Kippe, tendiere im Moment aber eher zu 4 Sternen ohne die tolle Musik auf „Lieble“ herabwürdigen zu wollen – aber es ist ja auch ein Gesamtwerk welches man bewertet.

Ich freu mich dennoch auf alle weiteren Werke dieser außerordentlich kreativen Bläser-Combo!


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