Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More sommer2016 8in1 Promotion Hier klicken Fire Shop Kindle Soolo festival 16 Jeans Store
Profil für Tammy1982 > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Tammy1982
Top-Rezensenten Rang: 2.462
Hilfreiche Bewertungen: 422

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Tammy1982 "tinab682"

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Die Heidentochter
Die Heidentochter
von Tereza Vanek
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Schöner Ausflug ins 12. Jahrhundert und Einblick in die Kultur der Wenden, 2. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Heidentochter (Gebundene Ausgabe)
In ihrem Buch "Die Heidentochter" entführt Tereza Vanek den Leser ins 12. Jahrhundert nach Braunschweig und lässt die Kreuzzüge gegen die heidnischen Wenden anhand von fiktiven Figuren sehr bildlich vor dem geistigen Auge des Lesers auferstehen. Aus Sicht der Schwestern Olga und Appolonia erlebt man als Leser zum einen das damalige Leben im historischen Braunschweig und darf sogar die erste Frau des Sachsenherzogs kennenlernen. Gleichzeitig wird über Appolonia und noch einige andere Figuren auch der Blick in das Wendenreich gewährt und die dortigen Bräuche und Kultur detailreich dargestellt.

Ganz klar kann man dabei sagen, dass in diesem Roman eindeutig die Frauen die Hauptrollen haben, dabei jedoch nicht unbedingt die Sympathieträger sind. Alle weiblichen Charaktere müssen sich in einer doch zum Teil stark männlich dominierten Gesellschaft behaupten und tun das jeweils auf ihre ganz eigene Art und Weise. Dabei musste ich schon mit einigen Figuren innerlich kämpfen, da sie nicht einfach zu handhaben war, jedoch immer so beschrieben wurde, dass auch ein "anstrengendes" Verhalten für mich immer nachvollziehbar war. Die männlichen Hauptfiguren in diesem Roman treten eher leiser auf und dienen vor allem als Rahmen für die Frauengeschichten, ohne dabei aber blass oder schwach zu wirken. Eine sehr gelungene Figurenmischung und zu meiner Freude variieren auch noch die Sichtweisen aus denen die Geschichte erzählt wird, was zu einem schönen runden Bild bei mir geführt hat.

Bis zu diesem Buch hatte ich noch nie etwas vom Volk der Wenden gehört und habe ganz fasziniert über ihren Glauben und ihre Kultur gelesen. Die Autorin schafft es mit ihrer bildreichen Sprache die Rituale und Denkweisen mir als Leser sehr gut näher zu bringen, ohne dass ich beim Lesen gemerkt habe, wie viel Wissen mir da vermittelt wurde.

Gut gefallen hat mir auch, dass gut in das Buch eingeflochten wurde, dass die Kreuzzüge sogar schon damals von wenigen als wirkliche Glaubensangelegenheiten betrachtet worden sind, sondern schon vielen klar war, dass es sich eher um einen politisch motivierten Krieg handelt. Dieses Gedankengut wurde sehr gut in die gesamte Handlung integriert.

Alles in allem ein schöner historischer Schmöker, den ich gerne gelesen habe, der nur zum Teil einige Längen aufgewiesen hat und bei dem ich es noch vorteilhaft gefunden hätte, wären die einzelnen Kapitel mit Jahreszahlen datiert worden. So war es zum Teil doch immer wieder etwas schwieriger erstmal herauszufinden, wie viel Zeit seit dem Ende des letzten Kapitels vergangen ist.

Insgesamt vergebe ich dafür 4 von 5 Sternen.


Das Haus der verlorenen Kinder: Roman
Das Haus der verlorenen Kinder: Roman
von Linda Winterberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die "Deutschenmädchen" - interessantes Thema, leider nicht überzeugend in der Umsetzung, 28. Juli 2016
Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin in diesem Buch die Geschichte der sogenannten "Deutschenmädchen" in Norwegen. Bis zur Lektüre von diesem Buch hatte ich von den "Deutschenmädchen" noch nie gehört und war sehr gespannt darauf in die düstere Geschichte Norwegens und des deutschen Reiches zu Zeiten des 2. Weltkrieges einzutauchen.
Dabei lernt der Leser zum einen in der Gegenwart Marie kennen, die auf der Suche nach ihren Wurzeln ist und sich irgendwie nirgends richtig zu Hause fühlt und in der älteren Betty eine Seelenverwandte findet. Parallel dazu verfolgt man das Leben von Lilly und Olga in Norwegen zu Zeiten des 2. Weltkrieges und erlebt mit, wie sie sich in deutsche Soldaten verlieben und damit das Unglück seinen Lauf nimmt.

Büchern, die auf zwei Zeitebenen spielen, kann ich eigentlich nie widerstehen und oft kann ich mich auch gar nicht entscheiden, welchen Erzählstrang ich lieber mag. In diesem Buch lag meine Präferenz klar auf dem Strang in der Vergangenheit, da der mich richtig fesseln konnte und ich da auch das Gefühl hatte, dass die Handlung vorankommt und wirklich etwas passiert. Die Geschichte in der Gegenwart ist leider voller Handlungen, die zu keinem Ziel führen, seitenlangen Erklärungen und Wiederholungen von Essverhalten und Vorlieben irgendwelcher Nebenfiguren, die überhaupt keine tragende Rolle mehr bekommen und versucht schließlich Spannung aufzubauen, die dann genauso plötzlich einfach in sich zusammenfällt.

Mit Lilly und Olga in der Vergangenheit konnte ich sehr gut mitfiebern und mitleiden und war über die Tragik, die über ihr Leben hereinbricht, wirklich sehr erschüttert. Gerade auch die Form von zum Teil Tagebucheinträgen von Lilly, haben mir das Lesen wirklich sehr spannend und angenehm gemacht. Zu Marie in der Gegenwart und auch zu Betty konnte ich irgendwie gar keine Beziehung aufbauen und die Einführung einiger Nebenfiguren habe ich überhaupt gar nicht verstanden. Sie wurden zwar mit ihren Schwächen und Macken ausführlich erklärt, hatten aber zum Teil gar keinen richtigen Beitrag zur Handlung.

Die Geschichte der "Deutschenmädchen" aufzugreifen und in einem Roman zu verarbeiten, finde ich sehr gut. Leider fehlen mir aber zu viele Dinge, die es meiner Meinung nach noch wert gewesen wären sie zu beschreiben. Natürlich ist es auch in der Realität so, dass vieles bis heute nicht richtig aufgeklärt wurde, aber was spricht dagegen das Leben von z. B. Lilly bis heute nachzuverfolgen und nicht einige Jahrzehnte einfach unter den Tisch fallen zu lassen.

Von daher muss ich leider sagen, dass das Buch für mich nicht das gehalten hat, was ich mir versprochen hatte und mich leider enttäuscht zurück gelassen hat. Offene Enden sind ok, aber hier ist mir einfach zu viel offen geblieben und dafür viele Dinge lang und breit ausgefächert worden, die nichts zur Handlung beigetragen haben und auch gar nicht notwendig waren.

Für die interessanten Einblicke in die norwegische Vergangenheit und einem guten Einblick in die Vergangenheit vergebe ich daher 2 von 5 Punkten.


Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint: Roman (Die Auslese-Trilogie, Band 3)
Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint: Roman (Die Auslese-Trilogie, Band 3)
von Joelle Charbonneau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1.0 von 5 Sternen So gut Teil 1 beginnt, so enttäuschend endet Teil 3, 28. Juli 2016
Der letzte Teil dieser Trilogie um eine düstere Zukunftsvision, die Jugendliche mittels einer "Auslese" selektiert, schließt nahtlos an den zweiten Teil an. Damit meine ich wirklich, dass man das Gefühl hat, dass die Bücher eigentlich nicht dafür gedacht waren als Einzelbände zu erscheinen, sondern ein komplettes Buch einfach auf zwei aufgeteilt wurde. Daher gibt es auch so gut wie keine Rückblenden und wenn man die Vorgängerbände nicht mehr so richtig präsent hat, tut man sich als Leser richtig schwer wieder in die Geschichte hinein zu finden. So ging es mir, da die Lektüre des Vorgängerbandes bei mir schon gut über ein Jahr her war und ich wirklich sehr mühsam mir wieder die bereits stattgefundenen Ereignisse ins Gedächtnis rufen musste.

Die Handlung selber flachte leider schon im zweiten Teil komplett ab, jedoch besteht ja bei Trilogien immer die Hoffnung, dass der letzte Teil dann wieder besser ist. Hier ist das jedoch leider nicht der Fall. Die Geschichte wieder immer verworrener und immer unglaubwürdiger und die Hauptfigur Cia ist natürlich weiterhin eigentlich "Superwoman" und könnte die Welt auch im Alleingang retten, tut sie dann aber doch nicht, weil das wahrscheinlich zu langweilig wäre.

Bei mir entstand hier das Gefühl, dass die Autorin versucht hat, die ganze Geschichte mit vielen Verwicklungen und höchsten politischen Einflussnahmen zu gestalten, das Ergebnis ist jedoch leider ein Band, der mich überhaupt nicht mehr überzeugen konnte, da die Zusammenhänge und Allianzen einfach unglaubwürdig waren und gerade auch die Rolle, die Cia in dem gesamten Kuddelmuddel spielen soll, überhaupt nicht mehr nachvollziehbar war. Sie ist natürlich ein absolutes Ausnahmetalent - auch wenn mir während der gesamten drei Bände nie wirklich klar geworden ist, was an ihr so außergewöhnlich ist - aber sogar für Superwoman ist diese Geschichte einfach nicht mehr in sich schlüssig.

Nach vielen Irrungen und höchst seltsamen Zufällen und Ereignissen, mit zum Teil wieder sinnloser Brutalität, kommt die Trilogie dann endlich zu einem Abschluss, bei dem ich dann auch nur noch die Augen verdrehen konnte. Wir haben hier eine komplett korrupte Welt, die einfach so Jugendliche aussondert - die Hintergründe dazu habe ich ehrlich gesagt bis zum Schluss nicht nachvollziehen können - und dann endet das Buch und gibt einem quasi die Aussage mit, dass jetzt alles gut wird.

Leider muss ich sagen, dass mich diese Trilogie insgesamt komplett enttäuscht hat. So gut der erste Teil begonnen hat, so schlecht sind die anderen Bände geworden. Nach meinem Gefühl war nach dem ersten Teil die Idee aufgebraucht und es gab nie eine richtige Vorstellung dazu, wie der erste Teil weitergeführt werden kann. Besser wäre es daher gewesen den ersten Teil als eigenständiges Buch mit seinem offenen Ende stehen zu lassen und sich die anderen beiden Bände zu sparen. Mich haben sie nur noch enttäuscht.

Daher gibt es von mir auch nur noch einen Stern.


Die Primaten von der Park Avenue: Mütter auf High Heels und was ich unter ihnen lernte
Die Primaten von der Park Avenue: Mütter auf High Heels und was ich unter ihnen lernte
von Wednesday Martin
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschreckende persönliche Feldstudie, die viel Stoff zum Nachdenken bietet, 2. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wednesday Martin ist ausgebildete Sozialforscherin und hat entsprechend ihren Umzug und ihre Zeit an der Upper East Side in New York zum Teil wie eine Feldstudie aufgebaut, was sich im Buch daran zeigt, dass einige Kapitel immer mit "Feldnotizen" starten, in denen die Autorin die Menschen, Dinge, Umgebung etc. so beschreibt, wie man es rein wissenschaftlich bei Beobachtung von fremden Stämmen oder Tieren auch machen würde. Sie analysiert dabei den Stamm der Upper East Side Bewohner und stellt dabei immer wieder Erstaunliches, zum Teil aber auch echt Erschreckendes fest.

Das Buch ist eine unterhaltsame Lektüre, obwohl ich gestehen muss, dass mir das Lachen oft im Halse stecken geblieben ist. Wednesday Martin beschreibt den wirklich täglichen Kampf der Frauen darum, dass die Kinder ja einen guten Kindergartenplatz bekommen, denn der entscheidet schon über die gesamte weitere Zukunft. Sie beschreibt Frauen, die eigentlich entspannt und glücklich sein könnten, jedoch die meisten Zeit Beruhigungsmittel und / oder Alkohol konsumieren, um halbwegs über den Tag zu kommen und eigentlich nur unter Strom stehen. Viele Dinge, die ich da gelesen habe, haben mich wirklich entsetzt und wieder gezeigt, dass Geld alleine nicht glücklich macht und diese Frauen sich in eine Abhängigkeit manövriert haben, die sie zum Teil nachts nicht ruhig schlafen lässt. Gleichzeitig ist der Konkurrenzdruck unglaublich groß und die Beschreibungen davon, was die Frauen aneinander antun, haben mich auch ganz schön geschockt. Da glaubt man, dass man solche Dinge nach der Schulzeit hinter sich gelassen haben sollte und dann führen da erwachsene Frauen Kämpfe auf rein psychologischer und emotionaler Ebene durch, die mich nur noch entsetzt haben.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich fand es sehr spannend, faszinierend, wenn auch oft erschreckend diese persönliche Feldstudie zu lesen. Gleichzeitig hat mir das Buch auch viel Stoff zum Nachdenken gegeben, da ich zwar nicht in der Upper East Side lebe, jedoch auch den Druck erlebe, der heutzutage gerade auf Frauen und Müttern ausgetragen wird, die einer gewissen Norm in Sachen Kindererziehung, Aussehen, Job, etc. zu entsprechen haben, ansonsten werden sie schief beäugt oder verbal oft komisch angegangen. Von daher zeigt dieses Buch, wenn auch sehr extrem, schön einen Spiegel auf und bringt hoffentlich auch andere LeserInnen dazu sich selbst zu hinterfragen und gewisse Dinge einfach gelassener anzugehen.

Alles in allem vergebe ich dafür vier Sterne.


Die Geschichte der Baltimores: Roman
Die Geschichte der Baltimores: Roman
von Joël Dicker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Toller Erzählstil - Die Gefühle der Protagonisten bleiben jedoch auf der Strecke, 2. Juni 2016
Marcus Goldmann ist ein berühmter Schriftsteller, hat jedoch noch nicht richtig mit seiner tragischen Vergangenheit abgeschlossen. Um sein neues Buch über seine Cousins zu schreiben, zieht er in ein Haus in Florida und begegnet prompt seiner ehemals großen Liebe, die er wegen des Dramas in der Vergangenheit auch verlassen hat. So beginnt für Marcus eine Reise in die Vergangenheit und der Leser darf ihn dabei begleiten, wie er sich an die glücklichen Zeiten mit seinen Cousins und seinem Onkel erinnert und langsam die Vergangenheit dabei aufarbeitet.

Das Buch ist aus der Sicht von Marcus in der Ich-Perspektive erzählt, obwohl er sich größtenteils zu einem alles-wissenden Beobachter entwickelt und die Geschichte seiner Cousins so erzählt, als wäre er selber mit dabei gewesen. Gleichzeitig springt die Erzählung immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was die Spannung noch zusätzlich erhöht.
Der Autor arbeitet gerne mit den dramatischen Hinweisen auf die "große Tragödie" und das gesamte Buch über wird immer wieder der Hinweis gestreut, dass es zu einer großen Tragödie kommt. Dies erhöht die Spannung einerseits, andererseits hat es bei mir dazu geführt, dass ich natürlich total gespannt auf die große Tragödie gewartet habe und dann alles zusammen doch etwas überzogen und zum Teil doch nicht so ganz nachvollziehbar fand.

Gleichzeitig wird die Geschichte erzählt, aber irgendwie fehlen die Gefühle der Beteiligten. Selbst die Emotionen von Marcus werden nicht wirklich erläutert und oft glich die Geschichte für mich einem kühlen Report, der sich zum Teil schon eher erschreckend liest, bei dem aber die Gefühle der Protagonisten einfach nicht näher erläutert werden. Damit war es für mich gerade gegen Ende doch schwer die Beweggründe der einzelnen Figuren so richtig nachzuvollziehen und vieles konnte ich zwar interpretieren und vermuten, aber eine endgültige Bestätigung dafür gab es nicht.

Das Ende ist dann ein richtiger Showdown und die Ereignisse überschlagen sich, so dass man als Leser atemlos an den Seiten hängt. Jedoch muten dann einige der dramatischen Entwicklungen eher seltsam bzw. zum Teil auch unlogisch an und die Erklärungen dafür waren mir persönlich einfach zu wenig.

Auch wenn sich meine Rezension eher negativ anhört, hat mich das Buch doch sehr gut unterhalten und ich habe es sehr gerne gelesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr gefällig und sehr angenehm zu lesen und nachdem es sich hier um das erste Buch von ihm handelt, das ich gelesen habe, war ich sehr überrascht, dass er kein Amerikaner ist. So wie er die Lebensstile der Familien Goldmann beschreibt, hätte ich eigentlich darauf gewettet, dass er selber in den USA aufgewachsen ist, aber weit gefehlt.

Von daher alles in allem eine tolle Lektüre, die mich gut unterhalten hat, die jedoch einige Schwächen für mich hinsichtlich der Beschreibung der Gefühle und Motive der Protagonisten enthält. Daher vergebe ich insgesamt drei Sterne.


Weil wir längst woanders sind: Roman
Weil wir längst woanders sind: Roman
von Rasha Khayat
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessanter Inhalt, jedoch zu bruchstückhaft und es bleiben zu viele Fragen offen, 2. Mai 2016
Layla und Basil sind in Saudi-Arabien geboren, ihre Mutter eine Deutsche und als Kinder gemeinsam mit den Eltern zurück nach Deutschland gekommen. Als Erwachsene beschließt Layla zurück nach Saudi-Arabien zur Familie des Vaters zu gehen und auch dort zu heiraten. Basil versteht seine Schwester nicht und reist zu ihrer Hochzeit in der Hoffnung einige Antworten auf seine Fragen zu bekommen.

Das Buch wird entgegen meiner Erwartungen komplett in der Ich-Perspektive von Basil erzählt und so seltsam diese Sicht für mich zu Beginn war, so lässt sie auch viele Fragen, die sich mir gestellt haben, unbeantwortet zurück. Als Leser erfährt man in Fragmenten Auszüge aus der Familiengeschichte von Basil und Layla, kurze Einblicke aus ihrer Kindheit und in kurzen Gesprächen Hinweise auf die Gründe von Layla's Entscheidung und den zum Teil vorhandenen Problemen innerhalb der Familie. Aber alles bleibt bruchstückhaft und unvollständig und am Ende blieb ich mit vielen offenen Fragen und ungelösten Themen zurück.

Schön gefällt mir, dass hier kein Roman vorgelegt wurde, der in die Richtung "Nicht ohne meine Tochter" und ähnlicher Bücher geht, sondern fast schon rein objektiv die verschiedenen Kulturen beleuchtet und überall die guten und die schlechten Seiten zeigt. Dabei hat mich der Roman auch zum Nachdenken darüber angeregt, wie wir aus dem "Westen" zum Teil auf andere Kulturen blicken und wir die Menschen behandeln. Das finde ich sehr gut an diesem Buch. Jedoch hätte ich mir auch hier sogar noch mehr Inhalte und mehr Details gewünscht und nicht immer nur dieses Kratzen an der Oberfläche.

Alles in allem ist damit dieses kleine Buch sehr gut umschrieben: Es hat einen guten Ansatz und stellt gut die schönen und unschönen Seiten der verschiedenen Kulturen dar. Jedoch bleibt es dabei meist zu stark bruchstückhaft, liefert nur kurze Einblicke und lässt mich als Leser "hungrig" nach mehr Tiefe und Details zurück. Ein paar Seiten mehr hätten dem Buch auf keinen Fall geschadet.

Dafür vergebe ich insgesamt drei Sterne.


Wenn du mich tötest: Psychothriller
Wenn du mich tötest: Psychothriller
von Karen Winter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannender Psychothriller, bis zum Schluss jedoch nicht überzeugend, 20. April 2016
Der deutsche Julian Tahn erscheint abends ziemlich abgekämpft in einem Hotel in Kinlochbervie in Schottland und fragt nach einem Zimmer. Kurze Zeit später verlangt er auch nach der Polizei und meldet seine Frau als vermisst. Der Detective John Gills übernimmt den Fall und kommt bald einer Geschichte auf die Spur, mit er zu Beginn auf keinen Fall gerechnet hätte.

Das Buch wird zwar in der dritten Person, jedoch immer mit unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Als Leser darf man so mehr oder weniger direkt John Gills über die Schulter gucken, Julian Tahn's Gedanken folgen, aber auch einige andere Personen direkt mitverfolgen. Dadurch erhält man als Leser einen schönen Gesamtblick auf die Figuren und das Geschehen und kann die Motive und Handlungen der einzelnen Personen gut nachvollziehen.

Dabei schafft es die Autorin, dass ich als Leser sehr lange Zeit komplett im Dunkeln tappte und als ich dann dachte, jetzt würden sich die Puzzlestücke zu einem klaren Bild formen, gab es nochmal einige überraschende Wendungen. Durch geschickte Andeutungen, kleine Sprünge in die Vergangenheit, die aber mehr Fragen aufwerfen, als Dinge offenbaren, hielt das Buch konstant die Spannung aufrecht und ich konnte es einmal begonnen kaum noch aus der Hand legen.

Dabei verzichtet die Autorin auf besondere Brutalität oder Gewaltorgien, sondern verlegt sich komplett auf die psychologische Führung durch das Thema: es wird sehr viel angedeutet, durch die Stimmungen spürbar gemacht, aber zu keinem Zeitpunkt wird das Buch irgendwie brutal oder wartet mit Gewalt auf.

Schön wird dabei auch die Atmosphäre der schottischen Umgebung, in der sich die Geschichte abspielt mit eingefangen und trotz der Dramatik und Spannung hat mir das Buch richtig Lust darauf gemacht auch endlich einmal Schottland zu bereisen.

Was mich leider nicht überzeugen konnte, war dann die Auflösung am Ende. Nachdem eine unglaubliche Dramatik und Spannung aufgebaut wurde, endet die gesamte Geschichte irgendwie ziemlich lapidar, wenn auch ohne Zweifel tragisch. Für mich verpuffte gefühlt am Ende alles zu einem kleinen nichtssagenden Häufchen zusammen und irgendwie blieb ich etwas ratlos zurück. Auch die Dramaturgie zwischen den Eheleuten Tahn wurde gut aufgebaut, die Erklärungen jedoch fand ich zum Teil eher irritierend und gerade das Verhalten der beiden eher befremdlich.

Alles in allem ein spannender Thriller, den man einmal begonnen, nur noch schwer aus der Hand legen kann, der mich aber leider durch das eher nichtssagende Ende nicht komplett überzeugen konnte.

Dafür vergebe ich drei Sterne.


Die Herren der Grünen Insel: Roman
Die Herren der Grünen Insel: Roman
von Kiera Brennan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Gelungener historischer Roman über die düstere Vergangenheit von Irland, 13. April 2016
In ihrem historischem Epos "Die Herren der grünen Insel" entführt uns die Autorin Kiera Brennan nach Irland in die Jahre 1151 - 1172. Aus Sicht verschiedener Personen, unterschiedlichster Herkunft erlebt man als Leser hautnah die geschichtliche Entwicklung des Landes zu der Zeit, die durch unglaublich viele Kämpfe und politische Machtspiele gekennzeichnet war. Bis zu diesem Buch war mir die Geschichte Irlands in diesen Jahren noch völlig unbekannt und ich wusste auch nicht, wie hart es die Iren doch in dieser Zeit getroffen hat. Nach einem Machtkampf zwischen den verschiedenen Königen von Irland, macht sich der entmachtete König Diarmait auf den Weg nach England und sucht sich Unterstützung bei Henry II., der ihm diese auch in Form der Normannen gewährt. Diese reisen somit zuerst im Schlepptau von Diarmait zurück nach Irland, um ihm seine Krone zurück zu erobern, haben aber bald ganz eigene Ziele im Sinn und es beginnen viele blutige Schlachten, in denen oft vor keiner Gewalt zurückgeschreckt wird.

Diese politischen und kämpferischen Auseinandersetzungen verfolgt man als Leser durch die Brille von bis zu acht Figuren, die jeweils in eigenen Kapiteln zu Wort kommen. Dabei bleiben die Kapitel in der dritten Person, nur der Fokus verschiebt sich auf die jeweilige Hauptfigur. Durch diesen Kniff sieht man so einem gefürchteten Kriegsherren genauso wie einem gerissenen Kaufmann über die Schulter und hat eine schöne Mischung aus weiblichen und männlichen Protagonisten. Dabei sind die Figuren keinesfalls schwarz-weiß gezeichnet, sondern decken alle Charakter-Nuancen ab. Habe ich als Leser mir bei der Einführung einer Figur noch entsprechende Bilder von ihr gemacht, konnte ich mir sicher sein, dass ich sie spätestens, wenn die Figur beim zweiten Mal auftaucht, komplett über den Haufen werfen kann oder mit einer weiteren charakterlichen Eigenschaft konfrontiert werde, die ich vorher so nicht erwartet hätte. Die Figuren sind entsprechend ihrer Zeit gezeichnet und damit herrscht auch bei ihnen ein rauer Ton und eine oft harte Umgangsweise. Das führt dazu, dass mir keine Figur besonders ans Herz gewachsen ist, ich aber trotzdem mit einer gewissen Neugierde und Faszination alle Lebenswege der einzelnen Charaktere verfolgt habe. Möchte man eine Figur gerade noch verdammen, passiert ein paar Seiten später wieder etwas, was meine ursprüngliche Abneigung schnell in Sympathie oder Mitleid verwandelt und genauso kehrt sich das dann auch wieder um. Mich hat das fasziniert solche Figuren zu beobachten und zu verfolgen, jedoch muss man als Leser damit umgehen können, dass es einfach nicht einen Lieblingscharakter geben wird.

Man merkt dem Roman an, dass eine Menge Recherchearbeit hineingeflossen ist und die Autorin hat den Spagat geschafft eine spannende Geschichte zu schreiben und dem Leser dabei gleichzeitig viele Hintergründe rund um die Geschichte von Irland zu liefern. Dabei bleiben die Erklärungen immer so, dass ich gut folgen konnte und trotz der zum Teil schwierigen Namen und komplizierten Verhältnisse den Überblick behalten konnte. Die Zeitspanne ist leider keine besonders schöne für Irland und entsprechend gab es viele Niederlagen und brutale Schlachten, wobei in diesem Roman nur so viel Brutalität und Gewalt beschrieben wird, wie notwendig und nicht unnötig in Gewaltorgien geschwelgt wird. Ich finde, dass hier ein guter Mittelweg gefunden wurde.

Um die Übersicht über die auftauchenden Charaktere zu behalten, gibt es als Beilage ein sehr schön gestaltetes Lesezeichen auf dem die wichtigsten Figuren kurz aufgeführt sind und im Anhang ein ausführliches Namensverzeichnis. Gut gefällt mir auch, dass es am Ende noch ein ausführliches Personenregister gibt, eine historische Zeittafel und ein ausführliches Nachwort der Autorin, in dem sie explizit auf Wahrheit und Fiktion ihres Romans eingeht.

Alles in allem ist das Buch ein für mich sehr gelungener historischer Roman, der die Zeit so abbildet, wie sie vermutlich, geht man nach den Quellen, sich zugetragen hat und auf jegliches weich zeichnen und erzwungene Liebesgeschichten verzichtet. Die Liebe kommt auch vor, jedoch passend zu den Umständen und wer große romantische Gefühle erwartet, ist mit diesem Buch wohl schlecht beraten. Wer aber einen Einblick in das tägliche Leben der Iren zu der Zeit und die politischen Machtspiele gewinnen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Alles in allem vergebe ich dafür volle 5 von 5 Punkten! Mir hat das Buch insgesamt und je länger ich noch darüber nachdenke, sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den angekündigten zweiten Band!


Tage mit Leuchtkäfern: Roman
Tage mit Leuchtkäfern: Roman
von Zoe Hagen
  Broschiert
Preis: EUR 13,00

3.0 von 5 Sternen Emotional sehr intensives Buch - jedoch bleiben die meisten Hintergründe ungeklärt, 12. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Tage mit Leuchtkäfern: Roman (Broschiert)
Beim Blick auf das Cover könnte man von einer leichten Lektüre ausgehen, doch dieses Buch offenbart dann eine emotionale Intensität, die man aufgrund der leuchtenden Farben auf dem Buchdeckel als Leser im ersten Moment nicht vermutet. In Tagebuchform begleitet man als Leser die junge Protagonistin, von der man lange Zeit weder weiß wie sie heißt, noch wie alt sie ist, noch was sie genau bedrückt. Erst nach und nach offenbaren sich ihre Probleme und zeitweise hatte ich doch schon etwas Angst, in welche Richtung das Buch schlagen könnte.

Die Emotionen der weiblichen Hauptfigur, die die meiste Zeit des Buches einfach als "Gandhi" betitelt, sind sehr gut und intensiv beschrieben und ich konnte mich sehr gut in sie hineinfühlen. Gleichzeitig vermittelt das Buch dabei vor allem Emotionen und die "harten" Tatsachen werden eher umschrieben bzw. der Leser muss sie sich zum Teil einfach selber zusammenreimen. Das ist zum einen sehr spannend, jedoch muss ich gestehen, dass mir zu viel in der Schwebe blieb und zu wenig am Ende aufgeklärt wurde.

Durch die Tagebuchform bleiben die anderen auftretenden Figuren auch eher blass im Hintergrund und man erfährt sehr wenig über ihre Beweggründe und Motivation. Da eindeutig "Gandhi" der Mittelpunkt der Geschichte ist, war das für mich ok, auch wenn ich mir hier gewünscht hätte etwas mehr zu erfahren und nicht zum Teil komplett im Dunkeln gelassen zu werden.

Insgesamt ein sehr intensives Buch, das sich vor allem auf die Emotionen einer Protagonistin mit entsprechenden Problemen fokussiert. Vom Schreibstil und der Ausdruckskraft sehr gut gemacht, jedoch blieb für mich am Ende des Buches einfach zu viel ungelöst.
Daher gibt es von mir 3 von 5 Punkten.


Eltern Wunschbild - Feindbild: Die unstillbare Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe
Eltern Wunschbild - Feindbild: Die unstillbare Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe
von Christiane Sautter
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Darstellung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern - Probleme und ihre Auswirkungen, 11. März 2016
In ihrem Buch „Eltern Wunschbild – Feindbild“ geht Christiane Sautter zum einen auf die geschichtliche Entwicklung der Liebe zwischen Eltern und Kindern ein und beleuchtet sehr detailliert und interessant, wie sich die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern im Laufe der Jahrhunderte verändert hat: von einem eher nüchternen Verhältnis, das vor allem die Vorteile der Kinder für die Altersvorsorge im Blick hatte und oft von Gewalt geprägt war, veränderte sich im Laufe der Zeit der Blick auf die Kinder und mit steigendem Wohlstand konnten sich auch mehr Gedanken über das Wohl und die Gesundheit der Kleinen gemacht werden. Gut hat mir dabei gefallen, dass die Autorin viele Quellen aus der Literatur herangezogen hat und anhand von zeitgenössischen Romanen mir als Leser einen nachvollziehbaren Einblick in die jeweiligen Verhältnisse zwischen Eltern und Kindern gibt.

Interessant fand ich dabei auch zu lesen, dass die noch heute geltende Verordnung zum Stillen aus dem 19. Jahrhundert stammt, um die Sterblichkeit von Neugeborenen zu senken und das Mutterbild, das uns bis heute prägt auf Hitler und die Nazis zurück zu führen ist. Doch guter Denkstoff für einige harte Verfechter von diesen Themen.

Im weiteren Verlauf des Buches werden dann destruktive Familienstrukturen und Beziehungsmuster beschrieben, die dazu führen, dass die Kinder aus diesen Familien oft ihr Leben lang mit Problemen kämpfen, oft ohne dabei zu wissen, woher sie kommen und wie sie dagegen angehen können. Die Beschreibungen der Strukturen und Muster sind dabei sehr detailliert und anhand von Beispielen für mich als Leser gut nachvollziehbar. Bei einigen Strukturen erkannte ich dabei meine eigene Familie bzw. auch gute Freunde oder Bekannte wieder.
Weiterhin erklärt die Autorin zum einen ausführlich, wie der Mensch lernt und inwiefern wir durch unsere Eltern und die Erziehung, die sie uns geben, auch wenn sie sogar denken, sie würden gar nicht erziehen, geprägt werden. Darüber hinaus wird beleuchtet, wie sich die destruktiven Strukturen auf die Verhaltensweisen der Kinder aus diesen Familien auswirken. Gut hat mir hier die Mischung aus wissenschaftlichen Herangehen und der Unterlegung mit praktischen Beispielen gefallen. So konnte ich die Verhaltensweisen verstehen und auch immer nachvollziehen, wieso sich das Kind entsprechend so entwickelt hat. Gleichzeitig wird hier auch auf das Thema eingegangen, dass diese destruktiven Strukturen oft einen Teufelskreislauf nach sich ziehen: Wenn die Eltern das Kind durch destruktive Verhaltensweisen beeinträchtigt haben, passiert es oft, dass das Kind bei seinen eigenen Kindern auch wieder destruktive Strukturen an den Tag legen wird. Da ich das auch aus der eigenen Erfahrung schon erlebt habe und beobachten konnte, war ich hier sehr begeistert meine Theorie bestätigt zu finden.
Schließlich zeigt die Autorin anhand von Beispielen, wie der Ausstieg aus diesem Teufelskreislauf und den destruktiven Strukturen gelingen und die Kinder ein selbstbestimmtes und freies Leben führen können.

Mir hat sehr gut gefallen, dass alle Beschreibungen immer mit Beispielen aus der Praxis hinterlegt worden sind und eine ausführliche Darstellung anhand von diversen Quellen erfolgte. Das Buch erhebt nicht den Anspruch eine Therapie zu ersetzen, gibt mir als Leser aber die Möglichkeit eventuell vorhandene destruktive Strukturen zu erkennen und mir Hilfe zu suchen. Gleichzeitig sensibilisiert das Buch gerade mich als neu gebackene Mutter dazu meine eigenen Verhaltensweisen gegenüber meinem Kind immer zu hinterfragen und mich kritisch mit meiner eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen.

Alles in allem eine sehr interessante und aufschlussreiche Lektüre, die ich allen werdenden oder frisch gebackenen Eltern nur wärmstens empfehlen kann.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20