find Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sonderangebote PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17
Profil für Sceptique500 > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Sceptique500
Top-Rezensenten Rang: 172.493
Hilfreiche Bewertungen: 112

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Sceptique500 (hikurangi)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
The Conflict Shoreline: Colonization as Climate Change in the Negev Desert
The Conflict Shoreline: Colonization as Climate Change in the Negev Desert
von Eyal Weizman
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Not at this price, 5. Juni 2016
68€ for 98 pages is beyond any private person's budget.
Even the choicest pearls of wisdom don't come that dear.


Eight Juxtapositions: China Through Imperfect Analogies: Penguin Specials
Eight Juxtapositions: China Through Imperfect Analogies: Penguin Specials
Preis: EUR 3,46

2.0 von 5 Sternen Runs out of juxtapositions half-way through the book, 11. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
The book has been written with the left hand (apologies to lefties).

The first couple of juxtapositions has some vague interest. The quality soon peters out. Juxtaposing Xi and Pope Francis is grotesque. The only thing they have in common is the fact that they head a vertical structure. Any other would do.

The best is II (a wall and a massacre) showing how the CCP learned from the experience of the Soviet Union's demise.


Die Insel der Pinguine und das immer wiederkehrende Abenteuer
Die Insel der Pinguine und das immer wiederkehrende Abenteuer
von Stefano Unterthiner
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Brilliante Photos - Medioker Text, 6. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Thema des Buches ist eine Insel. Wo ist eine Karte, wo ein kurzer Beschrieb? Die glänzenden Photos sind einfach einandandergereiht; derText hat wenig Inhalt und liest sich schlecht. Etwas schade.


Kindle Voyage eReader, 15,2 cm (6 Zoll) hochauflösendes Display (300 ppi) mit integriertem intelligenten Frontlicht, PagePress-Sensoren, WLAN
Kindle Voyage eReader, 15,2 cm (6 Zoll) hochauflösendes Display (300 ppi) mit integriertem intelligenten Frontlicht, PagePress-Sensoren, WLAN
Preis: EUR 186,85

0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Surreptitious suppression of landscape feature, 28. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Boys, I reckon, have designed Kindle readers. Boys always like to play upright. Hence, Kindle readers are hawked for 'vertical' reading ' yet the 'landscape' feature is far more agreeable and easier on the eyes: One does not have to go shuttling back and forth nervously after every other word.

Over the years, the landscape feature has been increasingly shunted into the background of the Fire versions. In the Voyage version, it has been ditched unceremoniously. The reason, I suspect, it that the boys want us to hold the Voyage like love-handles. No way can one use that grip to read 'landscape.'

Kindle has not admitted to the obliteration in its product description. Only after receiving the object does one discover the gaping void. Tearfully, I have returned the product. For not coming clean about the suppression, I give Voyage one star.

I have managed to get feedback from Amazon: yes landscape is still feasible, difficult to achieve, and but in practice incompatible with the lateral page-turners.

Most of our screens are landscape, and so are business cards. The smaller the size, the easier is landscape.
Kindle boys! Stop being uptight about playing upright.
_______________


War by Timetable: How the First World War Began (English Edition)
War by Timetable: How the First World War Began (English Edition)
Preis: EUR 2,99

5.0 von 5 Sternen The triumph of contingency, 18. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
“It is the fashion nowadays to seek profound causes for great events. But perhaps the war which broke out in 1914 had no profound causes. For thirty years past, international diplomacy, the balance of power, the alliances, and the accumulation of armed might produced peace. Suddenly the situation was turned round, and the very forces which had produced the long peace now produced a great war. In much the same way, a motorist who for thirty years has been doing the right thing to avoid accidents makes a mistake one day and has a crash. In July 1914 things went wrong. The only safe explanation in history is that things happen because they happen.” So the author.

Indeed, the author’s stance is out of fashion nowadays. Our “scientific” mindset demands a causal chain linking historical events. Ideally, we construct “theories,” from which we fashion predictions and policy prescriptions.

We shun indeterminacy and happenstance. As we relentlessly focus on the overt facts, we background silent factors, and actors’ blind spots. We do this at our peril. Schlieffen’s “timetables” were the silent presence that shaped the perceptions of the politicians and limited their decision horizon. We act by blinkers…and are surprised.


Papst und Teufel: Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich
Papst und Teufel: Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich
von Hubert Wolf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Eminenz der Evidenz, 18. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Entstanden ist dieses Buch, weil die Archive zum Pontifikat von Pius XI offengelegt worden sind. Der Autor und sein Forscherteam hat einen Teil der dort befindlichen Akten studiert. Die Resultate sind hiermit festgehalten. Das Buch bleibt aber eine Chronik der Befunde: Es fehlt eine Gesamtschau und -würdigung.

Dies hat sachliche Gründe. Bei der Auswahl der Themen galt das Interesse des Authors nicht so sehr dem Werk von Pius XI, sondern vielmehr demjenigen des Eugenio Pacelli – damals Nuntius in Deutschland und dann Staatsekretär - der erst 1939 Papst wurde. Vieles dessen, was Pius XI unternahm oder unterliess, ist ausgeblendet.

Pius XI hatte mit minestens vier „neuen Teufeln“ zu kämpfen: Kommunismus, Faschsmus, Nazismus, Francoismus (das Zitat über den „Kompromiss mit dem Teufel“ auf der ersten Seite des Buches bezieht sich auf Mussolini, nicht Hitler). Hier setzte Pius XI eine Doppelstrategie ein.

Am Anfang seines Pontikifats setzte er den vielen „-ismen“ die Ideologie des „sozialen Königtums Christi“ (und des Papstes als Christus auf Erden) entgegen. Dieser These galten drei Enzyklika und ein Heiliges Jahr (1925). Pius XI wurde kein Erfolg beschehrt: Der kirchenseitige Anspruch auf „Totalität“ ging im Getöse der verschiedenen Totalitarismen unter. Jesus-Statuen auf Berggipfeln – so auf Capocabana – sind heute die stummen Zeugen dieser Ambition. Über diesen zentralen Aspekt des Pontifikats steht im Buch nichts. Ob Pius XI ernsthaft damit rechnete (zumindest bei Mussolini), über das Konkardat der eingenen „Totalität“ Nachhalt zu verhelfen, bleibt offen. Geliebäugelt mag er wohl haben, hat er doch Mussolini zum „Mann des Vorsehens“ emporstilisiert. Auf Konkordate als Schadenbegrenzung griff Pius XI zurück, als seine Vorwärtsstrategie misslang.

Die Aufarbeitung des Vatikan-Archivs ist noch nicht vollendet: was wurde ausgewählt? Im Buch werden fünf Themen behandelt: (a) Pacelli‘s deutschen Jahre; (b) der Streit im Vatikan im Jahr 1928 über den Antisemitismus; (c) die Vorgeschichte zum Reichskonkordat; (d) Der Vatikan und die Judenverfolgung; (e) Die Spannung im Vatikan zwischen Doktrin und Opportunität.

Der Autor beschränkt sich streng auf das was „aktenkundig“ ist – die Eminenz der Evidenz. Um Toynbee sinngemäss zu zitieren: „Ein verdammter Bericht nach dem Anderen.“ Inwieweit solche Akten die Wahrheit, insbesondere die ganze Wahrheit darstellen, sei dahingestellt (als alter Bürokrat bis ich skeptisch). Ausgeblendet wird bei dieser Methodik weitgehend das unmittelbare aber auch das weitere Umfeld. Ausgeblendet sind auch weitgehend die Unterlassungen. Was man aber nicht tat ist oft wichtiger als das Wenige, das man unternahm. Unterlassungen und Verblendungen sind nicht weniger historische „Sünden,“ die einer Erläuterung harren.

Kommt im Fall des Vatikans dazu, dass diese Institution die indirekte Aussage zu einer wahren Kunst emporstilisiert hatte. Nicht nur wurde Alles „durch die Blume“ oder in erhabenen und erhobenen (aber zweideutigen) Abstraktionen gesagt, sondern es wurden auch „talking chiefs“ herbeigezogen, um vom Petrus-Stuhl aus stumm bleiben zu können. Obschon die vielen Texte von Padre Enrico Rosa in Civiltà Cattolica meist vom Papst selbst vorgängig durchgesehen wurden, wird Rosa hier nur im Zusammenhang mit (b) im 1928 erwähnt. Ausgeblendet ist alles Schlimme was letzterer später über den Rassismus schrieb.

Akten können auf Abwege führen. Die Tage rund um die Abstimmung vom Ermächtigungsgesetz in Deutschland im März 1932 waren äusserst dramatisch. Den Wahlen war eine ungeheure Gewalt vorangegangen. Davon ist in den Akten nichts zu finden – nur das hin und her über die „Unverträglichkeitserklärung“ der deutschen Bischöfe. So wichtig scheint dies dem Autor, dass er dabei den Zusammenhang vergisst. Die Zustimmung des Zentrum kam am 23. März, die Rücknahme der Bischöfe aber erst am 28. März. Mit anderen Worten: Zu diesem Zeitpunkt war der Hitler-Zug schon längstens in Richtung Machtübernahme abgefahren.

Bei einer Aktenfülle vermisst man bald die Perspektive. Dies sieht man schön im überlangen Teil (b) – dem innervatikanischen Streit um die antisemitischen Passagen in der Osterliturgie. Kardinal Merry Del Val machte daraus eine „Chef-Sache.“ Gleich ging’s war’s später mit der Una-Sancta-Bewegung, die Pacelli den Kopf hätte kosten können. Von der Sache her, waren beide Auseinanderswetzungen ein Sturm im Wasserglas. Da wurde unter grossem Gejuberl der „zelanti“ mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Parkinson spricht zurecht von einer „bycicle-shed discussion.“

Wichtige Themen wie die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Faschsmus und dem Nazismus blieben in Vatikan indes faktisch auf der Strecke. Es wurde höchst sorgfältig, und damit langsam gearbeitet. Auch war es der Sache abträglich, dass man das Boot überlastete, indem man den Kommunismus (aus Symmetriegründen) hineinbrachte. Pius XI hatte hier die Kurie und die Suprema nicht im Griff. Das hätte man getrost sagen können, oder gar sagen müssen, den dies ist ein strukturelles Problem: Wo alle Fäden zusammenkommen, gibt’s bald einmal einen gordischen Knoten.

Erst spät, und unter Ungehung der Suprema, machte sich Pius XI daran. Erstmals mit der Enzyklika „Mit brennender Sorge,“ die parallel zu den erwähnten Arbeiten entstand. Dann mit den Vorabeiten der Enzyklika über den Rassismus, die nie veröffentlicht wurde – Pius XI wurde hier vermutlich vom schwarzen Papst hinters Licht geführt, weil letzterer den Entwurf schubladisierte, bis der Papst im Sterben lag.

Es gibt mehr: Zurecht befürchtete Pius XI einen neuen „Kulturkampf“ in Deutschland. Aber er unternahm schlicht nichts, um seine „Schäflein“ darauf seelisch vorzubereiten. Man hätte getrost „Notstandsmassnahmen“ verkünden können, auf die Katholiken hätten zurückgreifen können, hätte Hitler die Geistlichkeit en masse eingesperrt. Dass dem so nicht war hat einerseits mit dem Immobilismus der Kurie zu tun, vermutlich aber auch dem Umstand, dass die Kurie auch unter schwierigsten Umständen nicht bereit war, den Gläubigen mehr Freiraum zu gewähren. Kein General, insbesondere aber nicht der Realsymbol Christi, ist bereit, die eigenen geballten Truppen in den Guerrilla-Kampf zu entlassen.

Interessant, aber wenig aufschlussreich ist die Aussage, Pacelli hätte „Mit brennender Sorge“ auf Grund einer Vorlage von Kardinal Faulhaber selbst redigiert. Über die Einzelheiten des Entstehungsprozesses berichtet der Autor nicht – offensichtlich hinterliess Pacelli diesbezüglich keine A5-Notizen (andere Autoren sind hier gegenüber Pacelli kritisch). Hoch lebe die Evidenz!

Das Buch ist lesenswert, wenn man sich bewusst ist, wie eng die Perspektive ist: Der Titel verspricht weit mehr, als das Buch hergibt. Einen leisen Zweifel hegt man ob der Kenntnis der Finessen der italienischen Sprache. „Politicante“ ist eindeutig ein Schimpfwort, nicht eine neutrale Bezeichnung - sicher nicht auf der gleichen Ebene wie „Zelante.“ „Unbefugt“ setzt ein Rechtshinderniss voraus und dürfte nicht die einzige oder gar im zitierten Zusammenhang die richtige Übersetzung für „estraneo“ sein - eher „fremd,“ oder allenfalls „unbeteiligt.“


Il Codice della Fenice (Italian Edition)
Il Codice della Fenice (Italian Edition)
Preis: EUR 0,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dietrismo, sempre dietrismo, ancora dietrismo, 21. Februar 2015
Uno di vari romanzi gialli che descrivono miti religiosi arcani nascosti dietro le religioni del giorno. C'è chi vuol scoprirli, c'è chi vuol nasconderne le tracce. Di che celebrare riti dietristici, e quindi farne un romanzo a chiave, anzi parecchie chiavi.

Questa opera comincia lentamente (si parla per il primo quarto del testo,di per se abbastanza lungo). Poi comincia l'azione, che però si basa su reperti sibillini, anagrammi, disegni in codice, giochi arcani in cui il lettore si perde, diviso fra il capirne il senso e seguire l'azione. Si fa fatica a seguire. Spunti comunque interessanti sulla Siena segreta.

Direi "basic" - come è "basic" l'italiano, tirato via: "la minestra che amava Margherita" dà emozioni alla zuppa, non al personaggio.


Il commissario Livia: La prima indagine (Italian Edition)
Il commissario Livia: La prima indagine (Italian Edition)
Preis: EUR 0,99

1.0 von 5 Sternen Forse fu scritto per gioco, 7. Januar 2015
Gli assassini annunciano di avere ucciso una delle tre vittime "per gioco."

Forse fu per gioco che questo testo fu scritto - per vedere se un editore ci cascasse. Aihmé, il testo ha visto la luce del sole, quando avrebbe dovuto restare nel cassetto della liceale che lo scrisse. Trama men che implausibile, nessuno sfondo (i fattacci avvengono in una cittadina della Sicilia, ma nom si sa altro), dialoghi tirati via, personaggi senza spessore.. Non sprecate nè soldi nè tempo qui!


Mitten in Europa: Verflechtung und Abgrenzung in der Schweizer Geschichte
Mitten in Europa: Verflechtung und Abgrenzung in der Schweizer Geschichte
von André Holenstein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 44,00

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Ansatz aber, besonders am Schluss, rechthaberisch und oberflächlich, 27. November 2014
„Schweizer Geschichte ist die Geschichte eines Raums, der sich im Austausch und in steter Auseinandersetzung mit seinem räumlichen Umfeld nach und nach als Staat territorial abgrenzte. Die Existenz der Schweiz gründet in ihrer besonderen Lage in Europa, sie ist die Resultante europäischer Kräfte und Konstellationen.“ (pg. 245) Dies ist der Leitfaden des Buches, und er ist aussagekräftig. Statt aber dabei zu bleiben, greift der Autor wertend ein, und bedauert irgendwie, dass die Schweiz an den Integrationsbestrebungen Europa’s nicht teilnimmt. Er wirft der Schweiz Mangel an Idealismus vor, Trittbrettfahrerei: Es hagelt nur so an abschätzigen Bemerkungen über den Schweizer Egoismus und Stillestehen sowie den Abkapselungsbestrebungen gewisser Kreise in der Schweiz. Das Überborden dieser ideologischen Betrachtungsweise hat zur Folge, dass ab so c.a dem XIX. Jahrhundert (der zeiten Hälfte des Buches) das Exposé an Substanz verliert und zur oberflächlichen und rechthaberischen Polemik wird. Aber, es liest sich gut und ist über Strecken, interessant.

Die Schweizer Geschichte ist eine europäische Deklination eines weltweiten Phänomens: das Verhältnis des Berglandes zum Tal. Das Buch von James C. SCOTT: The Art of Not Being Governed: An Anarchist History of Upland Southeast Asia (Yale Agrarian Studies) (nicht auf Deutsch verfügbar), beschreibt das Paradigm. Berg- und Talgemeinden haben intensive wirtschaftliche Beziehungen, die Bergler wehren sich aber gegen die politische Dominanz des Tals. Integration ohne Unterwerfung/Partizipation war eine erfolgreiche, wennschon pragmatische und erlebte (unbewusste) Überlebensstrategie der Bergler.

Die Abwehrreaktion der Bergler gegen auswärtige politische Dominanz führt - so SCOTT - zu quasi-anarchischen Selbstregierungsformen. Die direkte Demokratie der Schweiz ist hier ein Musterbeispiel. Nicht nur lassen sich die Schweizer nicht von Aussen regieren, sie misstrauen noch mehr ihren eigenen Politikern, weshalb jedes Gesetz dem fakultativen Referendum untersteht. Der Bundesrat ist ein Kollektiv, ohne Regierungsprogramm, ohne Vertrauens- aber auch Misstrauensvotum: Es verwaltet mehr als es regiert. Bitte beachten: Das Direktorium-Modell wurde in Frankreich nach wenigen Jahren kurzerhand als untauglich abgeschrieben. Die Schweizer übernahmen es und tüftelten solange daran, bis es funktionierte. Viel Erfahrung – weniger Ideologie - hat dieses Modell geprägt; es sind dies gewordene und selbstgestaltete Institutionen, nicht einfach zufallsbedingte „Resultante“ äusserer Kräfte.

Schweizer Geschichte ist „gewordene,“ tagtägliche Politik. Keine Schlachten und Eroberungen, aber auch nicht Ideen haben sie geprägt. Dies passt dem Autor nicht. Als Intellektueller glaubt er fest an den Führungsauftrag der eigenen Gruppe – obschon politische Ideen bestenfalls von Eliten nachgelieferte Kommentare zur ziellosen Entwicklung der Geschichte sind (deshalb haben auch Intellektuelle Revolutionen meist verpasst und mussten, wie Lenin, per versiegeltem Eisenbahnwagen nachgeliefert werden). Viel zu viel Raum wird der Diskussion unter Intellektuellen über den „Nationalcharakter“ eingeräumt. Das war Geplauder innerhalb einer Elite. Eine Darstellung allfälliger Diffusionsprozesse solcher Ideen (z.B. die Schriften von Zschokke), wären hier hilfreicher gewesen.

„Die wirtschaftliche Kooperation der Schweiz mit den Kriegsparteien im Zweiten Weltkrieg offenbarte die ganze Ambivalenz der starken internationalen Verflechtung der Schweizer Volkswirtschaft.“ (S. 222) Grund genug für den Autor, um hier moralistisch und rechhaberisch schlechte Noten auszuteilen. Unbeschadet der Tatsache, dass „Neutralität“ im wirtschaftlichem Bereich unmöglich ist: Man war von den Achsenmächten umzingelt; man musste irgendwie essen und über die Runde kommen – Autarchie war kein gangbarer Weg. Was sonst als Ambiguität und Anpassung? No Good Men Among the Living: America, the Taliban, and the War Through Afghan Eyes (American Empire Project) Die Aufgabe des Historikers ist nicht, aufgrund nachgelieferter Grundsätze, schulmeisterisch zu urteilen, sondern die damaligen Entscheide aus dem materiellen und kulturellen Kontext heraus zu erklären. Mit dieser Arbeit hat der Autor nicht einmal begonnen.

Der Autor argumentiert: „Kleinstaaten profitieren langfristig von der Integration in supranationale, föderalistische Organisationen, weil sie dank der supranationalen Einbindung ihre Eigenständigkeit sichern können. Das habe gerade die Geschichte des Schweizer Integrations- und Staatsbildungsprozesses bewiesen.“ (s. 260) Das ist Stammtisch-Rhetorik, hält aber einer nüchternen Analyse nicht stand. Die innerschweizerische Integration im XIX. Jahrhundert ging mit dem Auf- und Ausbau der direkten Demokratie einher, die den Bürger sehr nahe am Rechtssetzungsprozess plazierte und ihn zwang, zu jedem Integrationsschritt sachlich (und nicht parteipolitisch) Stellung zu nehmen. Das ist Lichtjahre weg vom indirekten Repränsentationsmodell der EU. Der EU-weiten Entfremdung der Bürger steht heute die kritische Nähe des Schweizer Volkes am Politischen gegenüber. Gerade die Flut der (leider z. Zt. unbeholfenen) Verfassungsinitiativen beweist dies eindrücklich. Dieses Instrument ist sicher verbesserungsfähig: Dass die Schweiz damit experimentiert, zeigt eine ungebrochene interne politische Dynamik. Wie beim Direktorium, gibt es hier keine intellektuelle Vorgaben. Dieser Experimentierungswille kontrastiert mit der Unfähigkeit der EU, sich EU-weite Parteien (statt Agglomerationen nationaler Parteien) zu geben oder Freizügigkeit der Politiker zu bewerkstelligen. Sie ist irgendwo zwischen zwischenstaatliches Zusammenarbeit und echtem Föderalismus stecken geblieben.

Integration war bis nach dem zweiten Weltkrieg insgesamt Freihandel. Integration ward dann Marktzugang, der nur durch Annäherung von Binnenmarkt-Gesetzgebungen möglich war. Die Übernahme der EU-Binnenmarktgesetzgebung war für die Schweiz unausweichlich, wollte man das gleiche Integrationsniveau behalten, oder gar steigern. Die Gestaltung des schweizerischen Binnenmarktes ist für die export-orientierte Schweiz kein „vitales Interesse“ (im Sinn von Richard COOPER – The breaking of nations The Breaking of Nations: Order and Chaos in the Twenty-First Century), sondern lediglich „Präferenz,“ denn Exporte müssen sich sowieso auf das Destinationsland ausrichten. Der mit dem Anpassungszwang an den EU-Binnenmarkt verbundene „Souveränitätsverlust“ hat das Schweizer Volk kühl kalkuliert und insgesamt gelassen hingenommen. In der Praxis hat sich das Modell bewährt. Mir ist kein Fall bekannt, wo die autonome Übernahme der EU-Gesetzgebung der Schweiz ernsten Schaden zugeführt hätte (ausser dem Stolz der Völkerrechtler).

Auch das Thema der Migration wird vom Autor schlussendlich unzulänglich präsentiert. Er hat sicher Recht, wenn er aufzeigt, wie in der Vergangenheit diese Ströme die Schweiz angereichert haben. Das wird im Land unterschätzt. Das gegenwärtige Problem der „Immigration“ hat aber zwei Ursachen (und mehr). Die erste ist die kurlige Einbürgerungsgesetzgebung, welche geradezu Ausländer züchtet (die Schweiz hat Drittgenerationen-Ausländer!). Annäherung an die in den EU-Staaten gängigen Regelungen würden die Anzahl der „Ausländer“ in etwa halbieren. Die zweite Ursache liegt darin, dass die pragmatischen Schweizer paradoxerweise bereit sind, Einwanderer zu integrieren, statt sie (wie in Nachbarländern) in vertikalen Bidonvilles oder Ghettos zu parkieren. Inter-kulturelle Beziehungen sind in der Schweiz weit weniger gespannt als anderswo in Europa. Als implizites Vorbild dient die erfolgreiche Integration der Konfessionen, die begann, als die Katholiken in die Städte zogen (Katholische Kirchentürme in den protestantischen Städten waren damals gleich unbeliebt wie heute die Minarette). Eben weil der Akkulturationsprozess so komplex ist, weil er lokal stattfindet, hat es Grenzen. Grenzen ziehen ist keine Lösung, aber das Problem verneinen ist Ideologie.

Staaten sind „krummes Holz.“ Spalier-Denken - Gleichschaltung der Staaten auf ein politisch-theoretisches Modell - ist wenig hilfreich. Ob, und wie, die Schweiz überlebt, lässt sich nicht voraussagen. Ob ein EU-Beitritt hiezu etwas beisteuern würde, ist ungewiss. Die grösste Gefahr liegt m. E. im neo-liberalen Zeitgeist, der „persönliche Selbst-Verwirklichung“ als unverhandelbares und oberstes Gebot portiert und eine „winner take all“ Mentalität verbreitet. Das gegenwärtige Abgrenzungsdenken in der Schweiz hat darin eine seiner tiefen geistigen Quellen. Dies höhlt den Sinn der unmittelbaren und persönlichen Verantwortung für das Ganze – worauf die direkte Demokratie gründet – aus. Wer fest an die „unsichtbare Hand“ glaubt, übernimmt keine Verantwortung für die Gesellschaft oder den Staat und blökt „weniger Staat.“. Die Kombination von rhetorischer Abgrenzung und persönlichem Egoismus dürfte für die Schweiz, aber auch andere Staaten, eine grosse Herausforderung sein.

Im Gegensatz zum Autor bin ich eher zuversichtlich, dass die Schweiz es aus inneren Kräften schafft. Denn, statt eine passive „Resultante“ äusserer Kräfte zu sein, der sie sich fatal hingeben soll, ist die Schweizer Demokratie ein aktives Erfahrungsmodell der, im Gegensatz zum Platonischen Idealdenken, immer anpassungsfähig ist und keinen Demiurgen braucht.


Der modernen Schweiz entgegen / Eine Schweiz von Napoleons Gnaden: Von der Zeit der Vermittlungsakte bis zum Wiener Kongress (1803-1814)
Der modernen Schweiz entgegen / Eine Schweiz von Napoleons Gnaden: Von der Zeit der Vermittlungsakte bis zum Wiener Kongress (1803-1814)
von Markus Kutter
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Heute noch lesenwert, 12. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Geschichte geht mit den Menschen schlecht um. Wenige werden zu Helden/Unholden emporstiliesiert und entfremdet; die Übrigen werden von "historischen Fakten" verdrängt und geraten in Vergessenheit.

Dieses Buch ethält 49 Skizzen, meist von Akteuren aus der Zeit der Schweizer Mediation (1803 - 1814). Es sind dies Politiker, Erzieher, aber auch Persönlichkeiten, die das kulturelle Umfeld beinflusst haben und damit das Entstehen eines Schweizer Bundesstaates 1848 erst ermöglichten. Dieses Mosaik gibt die Stimmung der Zeit ausgezeichnet wieder.

Am interessantesten ist aber vielleicht die Figur von Regula Engel-Egli, die ihrem Mann folgend, In Gaza als Leutnant wirkte, bei Austerlitz verwundet und in Waterloo fast verendete.Nebenbei brachte sie 20 Kinder zur Welt, davon Zwillinge, denen Napoleon Pate stand.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4