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Rezensionen verfasst von
lancelot

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Debussy: Prélude à l'aprés-midi d'un faune; Trois Nocturnes; Pelléas et Mélisande Suite
Debussy: Prélude à l'aprés-midi d'un faune; Trois Nocturnes; Pelléas et Mélisande Suite
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Débussy und Abbado - ein gutes Paar, 20. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dass die Berliner Philharmoniker ein Gefühl für die französischen Impressionisten haben, ist seit Furtwänglers und Karajans Zeiten bekannt. Aber erst in der Ära Abbado wurde richtig offenbar, wie wunderbar dieses Orchester die Stimmungen und Klangfarben Débussys beherrscht. Eine wunderbare Platte, mit nur einem winzigen Makel: Der Frauenchor bei der dritten Nocturne (Sirènes) ist mir ein wenig zu dick, zu vordergründig, nicht filigran und ätherisch genug. Ansonsten ist diese Interpretation herrlich.


Felidae - Der Katzenkrimi
Felidae - Der Katzenkrimi
von Akif Pirinçci
  Taschenbuch

20 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dann verbietet auch Goethe!, 20. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Felidae - Der Katzenkrimi (Taschenbuch)
Ein bahnbrechendes, genrebildendes Buch, dass nun von der Gutmenschen-Gestapo verboten werden soll. Hurra. Dann bitte auch Goethe (hatte für die Französische Revolution nur Verachtung übrig und stand der Verelendung der Massen seiner Zeit gleichgültig gegenüber), Nietzsche, Céline, Ezra Pound, Heidegger, Ernst Jünger (allesamt mehr oder minder Proto- oder Profaschisten), Platon (bei ihm taucht die Idee von Umerziehungslagern für Staatsfeinde zuerst auf, zudem wettert er gegen die "bunten Demokratien") und noch so manchen Autor boykottieren. Lest ab jetzt nur noch Rosamunde Pilcher und Utta Danella, die sind politisch unverdächtig. Aber halt - ist das Frauenbild dort nicht rückschrittlich?
Der moralinsaure, von linksgrüner Ideologie verkleisterte Deutsche des gegenwärtigen Zeitgeistes ist wirklich in seiner Dummheit und Engstirnigkeit kaum noch zu ertragen...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 21, 2015 1:11 PM MEST


The Originals - Don Carlos (Gesamtaufnahme)
The Originals - Don Carlos (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 20,99

4.0 von 5 Sternen Monumentale Aufnahme, 25. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein typisches Produkt der großen Studioära. Der legendäre Plattenproduzent John Culshaw führte hier die Oberaufsicht, der damals gerade durch seine Ring-Einspielung weltweit bekannt gewordene Georg Solti schwang den Taktstock. Die Besetzung besteht in den Hauptrollen ausschließlich aus Stars - was einerseits beeindruckend ist, andererseits aber ein wenig synthetisch wirkt, denn selbstverständlich hätten diese Sänger in dieser Kombination niemals auf der Bühne stehen können.
Carlo Bergonzi als Carlo ist ideal - mit viel Sinn für Ausdruck und enormer Musikalität meistert er diese schwierige Partie wie kein Zweiter. Auch der junge Domingo war nicht besser. Renata Tebaldi jedoch ist ein wenig über den Zenit heraus. Gerade die Widersprüchlichkeit in der Anlage der Figur geht nicht auf: Elisabetta ist im selben Alter wie der junge Carlo, aber mit dem alten König verheiratet, was sie paradoxerweise zur Stiefmutter des Prinzen macht. Das nimmt man der reifen Stimme der Tebaldi nicht ab. Sie wirkt tatsächlich mehr wie eine Mutter denn eine junge Geliebte. Zudem geht ihr die darstellerische Präsenz völlig ab - vielleicht, weil sie die Partie niemals auf der Bühne gesungen hat?
Problematisch ist auch der sehr teutonische Rodrigo von Dietrich Fischer-Dieskau. Ich schätze den Sänger sehr, aber in italienischen Partien finde ich ihn meist fehl am Platze. Zudem ist seine Stimme nicht heldisch genug für die großen Verdi-Baritonrollen. Hier ist er passabel, aber nicht gut genug, um gegen Gobbi, Bastianini oder Sherrill Milnes in Konkurrenz zu treten. Wie immer beeindruckt seine subitle Charakterzeichnung und Wortbehandlung.
Exzellent wiederum ist der junge Nicolai Ghiaurov als König. Zwar fehlt ihm die darstellerische Präsenz eines Boris Christoff, auch klingt seine Stimme eigentlich zu jung, aber seine voluminöse, wohlklingende, kerngesunde Stimme mit ihrem wunderbaren Schmelz macht alle Mängel vergessen. Auch über Grace Bumbry lässt sich nur gutes sagen. Ihr hier noch völlig intakter, ausdrucksstarker und klangschöner Mezzo ist ein Fest für die Ohren. Herausragend auch Martti Talvela als unglaublich präsenter und furchteinflößender Großinquisitor.
Das Orchester des Royal Opera House Covent Garden spielt klangvoll und detailreich, Solti dirigiert eher zügig und wie immer energiegeladen.

Ein Zeugnis einer untergegangenen Ära - sehr empfehlenswert. Wer authentischere Aufnahmen hören will, sei an die Produktionen unter Santini (1954 &1961) verwiesen oder an den Live-Mitschnitt Karajans von den Salzburger Festspielen 1958.


The Originals - Fidelio (Gesamtaufnahme)
The Originals - Fidelio (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 19,99

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Ende einer Karriere, 13. November 2014
Diese Aufnahme ist legendär... aber ist sie wirklich so gut?
Der Einspielung liegt eine Bühnenproduktion zugrunde, die Leonard Bernstein gemeinsam mit Otto Schenk in Wien im Beethoven-Jubiläumsjahr 1970 auf die Bretter stellte.
Siebeneinhalb Jahre später, im Januar 1978, wurde sie von der Staatsoper wiederaufgenommen, bei welcher Gelegenheit auch die Einspielung entstand. Dabei wurden fast alle Rollen umbesetzt: Statt James King sang nun René Kollo den Florestan, Hans Sotin ersetzte Theo Adam, und statt Franz Crass gab Manfred Jungwirth den Rocco. Und auch die Leonore wurde ausgewechselt. Die Deutsche Grammophon drückte gegen den Willen Bernsteins Gundula Janowitz in der Hauptrolle durch - der Dirigient hätte die Aufnahme lieber mit seiner 70er-Leonore Gwyneth Jones gemacht.
Diese Unzufriedenheit ließ Bernstein die Sängerin bitter spüren: Von der ersten Probe an, so berichtete Janowitz später, wäre er ihr mit Desinteresse, ja Abneigung begegnet. Doch es kam noch schlimmer für die berühmte Sängerin: Nicht nur, dass sie zugunsten dieser Produktion auf ein Projekt mit Georg Solti verzichtet hatte, der ihr dies übel nahm. Härter noch traf sie der Zorn Karajans, dessen Ego es nicht ertragen konnte, dass eine seiner Lieblingssängerinnen diese große Partie mit seinem ärgsten Konkurrenten aufnahm.
Damit war Gundula Janowitz' Karriereende praktisch besiegelt: Karajan dirigierte ein letztes Konzert mit ihr (Brahms' Deutsches Requiem), verabschiedete sich daraufhin formvollendet mit einem Handkuss und ließ im Anschluss seine Beziehungen zur Deutschen Grammophon spielen, sodass Gundula Janowitz keine einzige Aufnahme mehr bei diesem Label machen konnte. Ihre Laufbahn im Studio war vorbei.

Doch was taugt nun diese umjubelte und doch für Janowitz tragische Aufnahme? Nicht allzu viel, muss man nach erneutem Hören gestehen: Zwar musizieren die Philharmoniker ihren Beethoven klangvoll und ausdrucksstark wie immer, doch Bernsteins Tempi sind oftmals arg gedehnt, um nicht zu sagen ledrig. Auch die meisten Sänger sind nicht wirklich herausragend.
René Kollo wirkt fahl, angestrengt, nicht aber expressiv und durchdringend. Seine Darbietung lässt mich kalt. Dies gilt auch für Hans Sotin: Hier begegnet uns kein Tyrann, kein wilder, grimmiger, durchweg verdorbener Gefängnisdiktator, sondern ein unbeteiligt singender, stimmlich zu runder und weicher Pizarro, der als Manifestation des Bösen nicht taugt. Mit Manfred Jungwirths Stimme konnte ich mich nie anfreunden, ich halte den Sänger schlicht für (stimmlich) drittklassig (wo war Kurt Moll???). Nun zur Protagonistin: Wie ihr Partner Kollo ist auch sie einfach überfordert: Ihre zarte, dünne, silbrige Stimme ist einfach ungeeignet für die dramatische Partie der Leonore. Ihr fehlt es an Expression, Volumen, Sicherheit.

Alles in allem ist dies wohl ein beeindruckendes Zeitdokument, aber keine maßstäbliche Einspielung. Wer zu Klemperer, Fricsay, Karajan oder Masur greift, ist weitaus besser bedient.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2016 7:06 PM MEST


Sinfonien 1-10
Sinfonien 1-10
Preis: EUR 27,97

4.0 von 5 Sternen Der ideale Einstieg in Gustav Mahlers symphonische Welt, 10. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1-10 (Audio CD)
Kubeliks Aufnahmen der Mahlerschen Symphonien sind nach wie vor exzellent und ein idealer Einstieg in die Klangwelten des vielleicht größten Komponisten seiner Zeit.
Weder exzentrische Manierismen à Bernstein oder Sinopoli, noch analytische Sezierungen wie bei Boulez oder Gielen sind hier zu finden. Deren Interpretationen kann man sich zuwenden, wenn man gründliche Bekanntschaft mit den Symphonien geschlossen hat. Und eben dazu eignet sich Kubeliks ausgewogene, niemals langweilige oder flache und vom Symphonieorchester des BR durchweg hervorragend gespielte Aufnahme.
Zwei kleine Makel bleiben dennoch: Zum einen sind die Gesangssolisten nicht immer erste Wahl, zum anderen ist die Klangtechnik, nunja, zeitgemäß. Wer hier eine audiophile Ergänzung sucht, ist mit dem energisch zupackenden Solti oder dem ähnlich Kubelik ausgeglichenen Riccardo Chailly bestens bedient.


Mozart: Cosi Fan Tutte
Mozart: Cosi Fan Tutte
Preis: EUR 11,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Durchschnitt, 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Cosi Fan Tutte (MP3-Download)
Nein, man muss diese Aufnahme nicht kennen. Aber es ist doch schön, dass sie (wieder) verfügbar ist. Zu den Spitzenproduktionen des Werkes hat sie nie gezählt, da wären Karajan, Böhm ('62) und auch Solti ('94) zu nennen. Leontyne Price als Fiordiligi ist sicherlich keine schlechte Wahl. Aber ich finde sie als Mozartinterpretin nicht unbedingt eindrucksvoll. Sicher hat sie vokal kaum Probleme, ihre Höhe ist glänzend und sie bewältigt die dramatischen Anforderungen der Partie insgesamt gut. Aber es fehlt die Durchdringung der Rolle, des Charakters der Partie. Hier sind ihr Schwarzkopf und Fleming haushoch überlegen.
Die übrige Besetzung (Troyanos, Milnes, Raskin, Flagello) und auch das Dirigat Leinsdorfs sind eher durchschnittlich. Wundervoll finde ich einzig das Duett Fiordiligi-Ferrando im zweiten Akt. Die Stimmfarben von Price und George Shirley ergänzen sich optimal, allein dafür lohnt die Anschaffung der Aufnahme.


Carmen, Doppel-CD
Carmen, Doppel-CD

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Keine überzeugende Aufnahme, 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Carmen, Doppel-CD (Audio CD)
Im Unterschied zu den vorherigen Rezensenten überzeugt mich diese "Carmen" überhaupt nicht. Zwar dirigiert Schippers spritzig und detailgenau, hat aber eine unzureichende Sängerbesetzung zur Verfügung.

Regina Resnik wirkt auf mich eher ältlich und viel zu reif für Carmen. Da ist nichts von der sinnlichen Verlockung einer Leontyne Price, nichts vom jugendlichen Charme einer Victoria de los Angeles oder Teresa Berganza. Resnik klingt mir zu sehr nach der männermordenden Klytämnestra als nach der männerverschlingenden Zigarettendreherin Carmen.

Auch Mario del Monaco kann wieder einmal nicht überzeugen. Ähnlich Franco Corelli (unter Karajan) oder James McCracken (unter Bernstein) macht er aus dem eleganten französischen Offizier, den nur Nicolai Gedda mit unvergleichlicher Noblesse und idiomatischer Aussprache zu singen verstand, einen melodramatischen Bajazzo, der in einer opéra comique, die "Carmen" nun mal ist, nichts verloren hat.

Auch Tom Krause singt unter Form, wirkt seltsam unbeteiligt und ist meilenweit entfernt von der Form, in der er die Partie später unter Solti gesungen hat.

Joan Sutherland höre ich lieber in verzierter Musik, als Donna Anna, Alcina und in den Belcanto-Opern Bellinis und Donizetti ist sie einzigartig. Für die spätromantische Musik Bizets fehlt ihr die Dramatik, so sicher sie sich vokal auch präsentiert.

In toto eine enttäuschende "Carmen", die mit den Referenzaufnahmen unter Beecham und Abbado nicht mithalten kann.


Wagner: Lohengrin (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Berlin 1975/1976/1981)
Wagner: Lohengrin (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Berlin 1975/1976/1981)

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Karajans schwächste Wagner-Aufnahme, 2. März 2014
Seltsam, dass diese Einspielung immer noch hohe und höchste Bewertungen erhält. Handelt es sich doch eindeutig um Karajans am wenigsten gelungene Wagner-Aufnahme.
Schon die Umstände dieser Produktion waren chaotisch: Da Karajan 1975 schwer an der Bandscheibe erkrankte und sich mehreren Operationen unterziehen musste, konnte die Aufnahme nicht wie sonst üblich vor der Salzburger Aufführung fertiggestellt werden, sondern fand parallel statt. Während der szenischen Proben gerieten Karajan und sein Lohengrin René Kollo derart aneinander, dass der Sänger abreiste (abreisen musste?) und auf der Bühne durch Karl-Walter Böhm ersetzt wurde. Die Aufnahmesitzungen wurden unterbrochen und die halbfertige Produktion blieb sechs Jahre liegen, bis sich 1981 Karajan und Kollo ausgesöhnt hatten und den Lohengrin fertigstellen konnten.
Glücklicherweise hört man das Stückwerk nicht - technisch ist an der Einspielung nichts auszusetzen. Und doch: Glücklich wird man hier nicht. Das liegt vor allem an der Sängerbesetzung: Kollo singt den Lohengrin viel weniger frei, elastisch und emphatisch als seinen Tannhäuser, Parsifal oder Stolzing. Die Stimme klingt angestrengt, fahl, oftmals rauh, wenig lyrisch und niemals geschmeidig. Wie sehr jedoch der Lohengrin eine Belcanto-Partie ist, kann man in der Leinsdorf-Einspielung mit dem phänomenalen Sandor Konya hören. Auch Domingo hat die Partie (unter Solti) schöner und sauberer gesungen als Kollo, auch wenn jener mit dem deutschen Text mehr als nur Probleme hat.
Auch Anna Tomowa-Sintow weiss nicht zu überzeugen. Mir klingt sie zu reif, zu matronenhaft, zu wenig naiv und unschuldig. Janowitz und vor allem Grümmer sind da viel idiomatischer.
Auch Sigmund Nimsgern und Dunja Vejzovic als finsteres Paar Telramund/Ortrud sind nicht mehr als Mittelmaß. Man sehnt sich so sehr nach den genialen Paarungen Fischer-Dieskau/Ludwig (bei Kempe) oder gar Vinay/Varnay (Sawallisch). Bedrohlich wirkt hier nicht die sängerische Gestaltung, sondern eher die vokalen Schwierigkeiten, die für Nimsgern und Vejzovic geradezu unüberwindlich scheinen.
Am Traurigsten aber stimmt mich Karl Ridderbusch. Unter Kubelik hat der Sänger einen hinreißenden König gesungen, voll, warm, rund, eindringlich. Hier ist er nur noch ein Schatten seiner selbst - welch ein Niedergang der Stimme!

Oftmals werden in Karajans späteren Operneinspielungen die unzulänglichen Sängerleistungen geradezu nebensächlich, da der Dirigent das Orchester zur einzigen Hauptfigur stilisiert. Leider ist dies hier nicht der Fall: Brutal und auffahrend dröhnen die Berliner Philharmoniker in Maximallautstärke durch das Werk und zerreißen damit die Lyrismen dieser Oper völlig. Nichts gegen einen vollen, satten Orchesterklang - aber hier werden die Stimmen nicht, wie in Karajans Tosca oder Turandot aufgesogen, sondern schlicht weggedonnert. So darf man diese Musik nicht spielen!
Fazit: Wer einen herausragenden Lohengrin hören will, sollte nach Aufnahmen mit Konya (Studio: Leinsdorf; Live: Matacic) suchen, wer die insgesamt beste Besetzung sucht, greift zu Kempe (Thomas/Grümmer/Fischer-Dieskau/Ludwig/Frick/Wiener PO), und wer vokale und orchestrale Genüsse mit einem Starensemble ohne viel Tiefgang bevorzugt, der schaut bei Solti vorbei (Domingo/Norman/Nimsgern/Randova/Sotin/Fischer Dieskau als Heerrufer).


Puccini: Tosca (Gesamtaufnahme(ital.))
Puccini: Tosca (Gesamtaufnahme(ital.))
Preis: EUR 31,98

0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tosca mit Breitwandsound, 27. Februar 2014
Als Herbert von Karajan 1979 diese Studio-Produktion in Angriff nahm, stellte diese ausnahmsweise keine Blaupause für eine Aufführung bei den Salzburger Osterfestspielen dar. Was folgte, war lediglich eine konzertante Aufführung in der Berliner Philharmonie mit der identischen Besetzung, die den Kritiker und Karajan-Apologeten Klaus Geitel in einer Rezension zu der Bemerkung hinriss, alle vorherigen Aufführungen (auch die legendäre de Sabata-Produktion mit Maria Callas von 1953) in den Schatten zu stellen. Was für eine Messlatte!
Hört man dann in diese Aufnahme herein, so kann man angesichts dieser Äußerungen nur verwundert den Kopf schütteln. Typisch für die späten Karajan-Aufnahmen ist der auch hier anzutreffende, gelegentlich so genannte 'Breitwandsound'. Das Orchesterspiel ist gegenüber den Sängern erheblich in den Vordergrund gemischt und überwältigt mit einer atemberaubenden musikalischen Kulisse. Wuchtig und mächtig, ja fast gewalttätig spielen die (exzellenten) Berliner Philharmoniker auf und erzeugen einen orgiastischen, luxuriösen Klang, der die Stimmen der Sänger geradezu aufsaugt. Das ist überwältigend und großartig - aber ist es einer Opernaufnahme angemessen?
Die Crux der ganzen Sache liegt bei den Sängern: Keiner der drei Protagonisten vermag restlos zu überzeugen. Und man muss nicht einmal zur de Sabata-Einspielung mit ihrem unübertroffenen Trio Callas, di Stefano, Gobbi greifen, um ein besseres Ensemble zu finden. Ruggiero Raimondi ist als Scarpia keineswegs schlecht, aber mir mißfällt sein dumpfer, dröhnender Stimmklang sehr. Die Gefährlichkeit der Figur vermag er, anders als Gobbi oder auch Giuseppe Taddei in Karajans erster (Wiener) Tosca-Einspielung von 1962 nicht mit nuancenreichem, gestischem Singen zu vermitteln. Raimondis Scarpia ist ein Schurke wie aus einem B-Movie: Grob, fies, laut, brutal.
José Carreras war eigentlich ein hervorragender Sänger des Cavaradossi, wie seine Einspielung unter Colin Davis neben Montserrat Caballé beweist. Aber was ist hier mit ihm geschehen? Der Tenor wirkt matt, angestrengt, muss sich gegen die Orchesterkulisse hörbar stemmen und wirkt alsbald heiser und verausgabt. Schade. Noch schlimmer allerdings ist das, was die Titelheldin hier abliefert. Gewiss, Katia Ricciarellis Stimme ist wunderschön und zu dem Zeitpunkt der Aufnahme noch völlig intakt. Aber man kann hier quasi dabei zuhören, wie sie ihr Material ruiniert. Sie ist mit den riesigen Anforderungen der Partie einfach überfordert, sie kann die großen Bögen kaum gestalten und verliert hoffnungslos jeden forte-Kampf gegen Karajans Riesenorchester. Nicht umsonst besaßen die großen Tosca-Darstellerinnen der letzten 60 Jahre allesamt große, voluminöse, tragfähige und strapazierbare Stimmen (Callas, Tebaldi, Milanov, Nilsson, L. Price, Caballé).
Was bleibt? Die Erkenntnis, dass die Berliner Philharmoniker auch Puccini glorios spielen können (wusste man eigentlich schon seit Karajans fabelhafter Bohème-Aufnahme) und das die Musik der Tosca als Breitwand-Reißer durchaus überzeugt (oder besser: überwältigt). Nur braucht man dazu auch entsprechende Stimmen und die waren schon 1979 rar gesät.

P.S.: Wer es noch absurder mag, der sei auf Karajans Turandot-Aufnahme hingewiesen, in der Ricciarelli an der noch mörderischeren Partie der eisumgürteten Prinzessin scheitern darf. Immerhin rettet da ein tartarischer Prinz namens Domingo das Ganze.


Cosi Fan Tutte
Cosi Fan Tutte
Preis: EUR 13,97

4.0 von 5 Sternen Klemperers Così - ein Dokument, 3. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Cosi Fan Tutte (Audio CD)
Klemperers Così erschien kurz nach seiner umstrittenen Aufnahme von "Nozze di Figaro". Und Dirigent und Produzent scheinen sich die Kritik an den langsamen Tempi zu Herzen genommen haben. Das meint man zumindest, wenn man die durchaus zügig dirigierte Ouvertüre hört. Schnell jedoch verblasst die Hoffnung: Auch hier dehnt der Altmeister die Musik sehr in die Breite. Zwar hört man so (dem hervorragenden Orchester sei Dank) Details und Nuancen, die in anderen, rascher dirigierten Aufnahmen untergehen, aber alles in allem scheint mir diese Herangehensweise dem Werk nicht gerecht zu werden.

Die Sänger jedoch sind im Großen und Ganzen sehr lobenswert: Margaret Price singt hier meines Erachtens ihre beste Mozart-Aufnahme. Ihre wundervolle Stimme leuchtet und strahlt gerade auch in den Ensembles so wunderschön hervor, wie man das selten gehört hat. Zwar fehlt ihr die gestalterische Tiefe einer Elisabeth Schwarzkopf, doch von dieser Kollegin abgesehen ziehe ich Price allen übrigen Rollenvertreterinnen (darunter della Casa, Seefried, Janowitz, Caballé, Te Kanawa, Mattila ect.) entschieden vor. Zusammen mit ihrer unvergleichlichen Isolde unter Carlos Kleiber dürfte dies ihre beste Operneinspielung sein.
Auch Yvonne Minton macht ihre Sache hervorragend, sie ist eine lebendige, leidenschaftliche und jugendliche Dorabella. Eine Sternstunde auch die Despina von Lucia Popp. So schön gesungen habe ich Despina noch nie gehört. Der Ton glitzert und leuchtet, das Spiel ist nuanciert und gestaltreich.
Leider können die Herren dieses Niveau nicht ganz halten. Luigi Alva ist hörbar über seinen Zenit hinaus (wie wunderbar jung und frisch klingt er im Scala-Mitschnitt unter Guido Cantelli 1956!). Die Stimme wackelt hörbar, ist leicht rauh und den Feinheiten der Partie nicht mehr ganz gewachsen. Geraint Evans zählte noch nie zu meinen Lieblingssängern. Sein Guglielmo ist grob gesungen und gespielt - wie sehr vermisst man einen Berry, Taddei, Prey oder auch Ganzarolli!
Don Alfonso schließlich wird von Hans Sotin gegeben. Der deutsche Bass singt zwar wie immer wundervoll strömend und lyrisch, ist aber ein wenig langweilig. Das haben Bruscantini (unter Karajan) oder Panerai (unter Böhm) besser gemacht. Immerhin: Dem Klischee des alten, misogynen und mißgelaunten Philosophen entgeht Sotin glücklicherweise.

Leider sind die Rezitative in dieser Produktion stark gekürzt. So beginnt der 2. Akt seltsamerweise völlig unvermittelt mit Despinas zweiter Arie. Diese Amputationen stören zwar ein wenig, tun dem Werk jedoch keine allzu große Gewalt an.
Alles in allem eine hörenswerte Aufnahme, die jedoch an die prachtvollen und maßstabsetzenden Einspielungen unter Karajan, Böhm (vor allem 1955 und 1962) oder auch Muti nicht ganz heranreicht.


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