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Top-Rezensenten Rang: 201.265
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Rezensionen verfasst von
lancelot

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Great Recordings Of The Century - Bizet (Carmen)
Great Recordings Of The Century - Bizet (Carmen)

5.0 von 5 Sternen Wundervolle Carmen, 28. Juli 2011
Victoria de los Angeles ist auf den Blick keine typische Carmen. Zum einen entbehrt ihre Stimme die mit der Partie assoziierten Mezzo-Qualitäten, zum anderen ergeht sich die Spanierin nicht in den gewohnten (und gewöhnlichen) singschauspielerischen Gesten, die besonders verführerisch und sinnlich sein sollen, oftmals aber nur peinlich wirken (wie etwa bei Elena Obraztsova, Tatiana Troyanos und, ganz schlimm, Anna Moffo).
De los Angeles hat diese Manierismen nicht nötig, ihre Stimme ist per se schon sinnlich genug, und das eher verhaltene Locken, mit dem sie die Männer becirct, ist hundertmal wirkungsvoller als der ganz Theater-Mummenschanz der Konkurrenz.
An ihrer Seite steht mit Nicolai Gedda der beste aller Josés (zumindest auf Stereoaufnahmen). Er bringt viel französische Noblesse und Haltung mit, weiß aber trotzdem in den großen Eifersuchtsszenen zu überzeugen. Vor allem im Vergleich mit der italienischen Konkurrenz (Corelli, del Monaco) zeigen sich seine Qualitäten: Anders als die Genannten rutscht Gedda niemals ab in ein oberflächlichles, effekthascherisches Singen, das wohl besonders melodramatisch wirken soll, aber oftmals einfach nur lächerlich ist (del Monacos Geschluchze im Finale im Moskauer Mitschnitt unter Melik-Pasheyev oder auch Corelli in der Karajan-Aufnahme neben der sensationellen L. Price).
Ernest Blanc ist ein echter Escamillo und singt sicherer und genauer als Sherrill Milnes (unter Abbado), aber nicht ganz so geschmeidig und kraftvoll wie der überragende José van Dam (unter Solti).
Die übrigen Partien sind rollendeckend besetzt, Janine Micheau klingt als Micaela vielleicht eine Spur zu kühl und etwas ältlich.
Beecham dirigiert mit sehr viel Gespür und Detailfreude, seine Tempi sind ausgewogen. Leider ist die Tonqualität nicht ganz optimal. Zwar haben wir es mit gutem, rauschfreien Stereoklang zu tun, aber Ende der 50er Jahre erzielte die Decca schon wesentlich bessere Stereo-Ergebnisse als die HMV hier.

Alles in allem die wohl überzeugendste Stereo-Carmen ohne Ausfälle.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 28, 2011 3:29 PM MEST


Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Genf 1963)
Bizet: Carmen (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Genf 1963)
Preis: EUR 12,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Keine überzeugende Aufnahme, 27. Juli 2011
Im Unterschied zu den vorherigen Rezensenten überzeugt mich diese "Carmen" überhaupt nicht. Zwar dirigiert Schippers spritzig und detailgenau, hat aber eine unzureichende Sängerbesetzung zur Verfügung.

Regina Resnik wirkt auf mich eher ältlich und viel zu reif für Carmen. Da ist nichts von der sinnlichen Verlockung einer Leontyne Price, nichts vom jugendlichen Charme einer Victoria de los Angeles oder Teresa Berganza. Resnik klingt mir zu sehr nach der männermordenden Klytämnestra als nach der männerverschlingenden Zigarettendreherin Carmen.

Auch Mario del Monaco kann wieder einmal nicht überzeugen. Ähnlich Franco Corelli (unter Karajan) oder James McCracken (unter Bernstein) macht er aus dem eleganten französischen Offizier, den nur Nicolai Gedda mit unvergleichlicher Noblesse und idiomatischer Aussprache zu singen verstand, einen melodramatischen Bajazzo, der in einer opéra comique, die "Carmen" nun mal ist, nichts verloren hat.

Auch Tom Krause singt unter Form, wirkt seltsam unbeteiligt und ist meilenweit entfernt von der Form, in der er die Partie später unter Solti gesungen hat.

Joan Sutherland höre ich lieber in verzierter Musik, als Donna Anna, Alcina und in den Belcanto-Opern Bellinis und Donizetti ist sie einzigartig. Für die spätromantische Musik Bizets fehlt ihr die Dramatik, so sicher sie sich vokal auch präsentiert.

In toto eine enttäuschende "Carmen", die mit den Referenzaufnahmen unter Beecham und Abbado nicht mithalten kann.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 5, 2011 11:35 PM MEST


Giacomo Puccini: Manon Lescaut (Oper) (Gesamtaufnahme)
Giacomo Puccini: Manon Lescaut (Oper) (Gesamtaufnahme)

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tebaldi als Manon, 27. Juli 2011
Renata Tebaldi hatte eine der schönsten Stimmen des italienischen, jugendlich-dramatischen Fachs. Anders aber als ihre Zeitgenossinen Maria Callas oder Leontyne Price stand ihr schauspielerisches Talent hinter ihrer Gesangskunst zurück. Sie stellte die Heldinnen der italienischen Oper meist als leidende, passive und jungfräuliche Charaktere dar, die dem Geist der 50er Jahre entsprachen.
In Rollen, die diesem Frauenbild entsprechen (wie Desdemona, Mimi oder Liù) feierte sie weltweit große Erfolge. Dass jedoch Figuren wie Aida, Tosca, Leonora, Violetta, Butterfly und eben Manon tatsächlich gewaltiges dramatisches Potential besitzen, hat zuerst Maria Callas und später ihre amerikanische Nachfolgerin Leontyne Price gezeigt.
Gerade als Manon vermag Tebaldi nicht zu überzeugen. Die Koketterie, mit der sie aufwartet wirkt aufgesetzt und unauthentisch, sie wird der Zwiespältigkeit dieser Figur nirgends gerecht. So eindrucksvoll und sicher sie auch die vokalen Anforderungen der Partie bewältigt, so unbefriedigend bleibt das Porträt in toto.

Del Monaco ist del Monaco, er singt oft übermäßig laut und durchzieht die Partie mit unangenehmen Manierismen wie Schluchzern u.ä. Auch er weiß aus seiner Partie keine runde Figur zu schaffen. Wie herrlich leichtsinnig und jugendlich-emphatisch hat di Stefano diese Rolle gesungen, wie überzeugend auch in den dramatischen Ausbrüchen Jussi Björling in der phantastischen Aufnahme unter Perlea (neben DER Manon des Jahrhunderts, Licia Albanese).

Die Nebenrollen sind mit den Haussängern der Scala (u.a. Boriello, Corena und de Palma) souverän besetzt, gerade als Lescaut wünscht man sich jedoch einen Sänger vom Format Bastianinis.

Molinari-Pradelli dirigiert kompetent, ohne die Partitur jedoch so feinsinnig zu durchleuchten wie Serafin oder ihr dramatisches Potential hervorzuheben wie Toscanini.

Insgesamt eine eher enttäuschende Produktion.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2011 11:49 PM MEST


Giordano: Andrea Chenier (Gesamtaufnahme)
Giordano: Andrea Chenier (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 21,16

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verismo-Reißer in klassischer Besetzung, 26. Juli 2011
"Andrea Chénier" ist eine der berühmtesten Verismo-Opern des späten 19. Jahrhunderts. Trotzdem wird sie weit weniger aufgeführt und eingespielt als etwa die Werke Puccinis oder das Doppel "Pagliacci"/"Cavalleria rusticana" vom Leoncavallo bzw. Mascagni.
Das hat Gründe. Zwar wartet Giordanos Revolutionsstück mit einer spannenden Handlung und dankbaren Gesangspartien auf, aber dem Werk gehen die unendlichen und vor Sinnlichkeit vibrierenden Melodiebögen Puccinis ab. Auch im Vergleich zum späten Verdi wirkt "Andrea Chénier" eher zweitklassig. Da fehlt einfach die geniale Instrumentation etwa des Otello.
Den Markt beherrschen zur Zeit hauptsächlich vier Einspielungen: die vorliegende unter Gavazzeni aus dem Jahr 1956, sowie die Versionen Santinis (Corelli, Stella, Sereni, 1964), Levines (mit Domingo, Scotto, Milnes; 1976) und Chaillys (Pavarotti, Caballé, Bruson; 1984). Außerdem gibt es noch den sehr hörenswerten Mitschnitt aus der Scala von 1955 unter Votto mit del Monaco, Callas und Protti.

Die Produktion unter Gavazzeni ist die erste Stereo-Aufnahme des Werks und hat unbestreitbare Meriten: Die Titelpartie war eine der Glanzpartien del Monacos. Er füllt die Rolle mit Temperament und einer lauten Stimme, glänzt selten wirklich, ist aber durchweg kompetent und weiß sich gelegentlich zurückzunehmen und versucht zumindest ein wenig lyrisches, weicheres Singen. Trotzdem wirkt Domingo auf mich wesentlich intelligenter, weil differenzierender, und bringt (meines Erachtens) das schönere Timbre mit.

Tebaldi gestaltet die etwas undankbare Partie der Maddalena vokal eindrucksvoll, bleibt aber, wie so oft, dramatisch etwas blaß. Callas Interpretation von "La mamma morta" trifft mich unendlich tiefer...

Bastianini singt wie immer wunderschön, mit weichem, strömenden, dunklen Bariton, doch fehlt ihm, ähnlich wie Tebaldi, wirkliches Bühnentemperament. Serenis Porträt ist in der Aufnahme unter Santini viel interessanter, obwohl vokal viel weniger beeindruckend.

Gavazzeni dirigiert solide, läßt aber Phantasie und Temperament vermissen.
Alles in allem eine schöne Aufnahme und ein historisches Dokument. Ich persönlich ziehe jedoch Levines Version mit der überragenden Renata Scotto, dem unvergleichlichen Domingo und einem etwas groben Sherrill Milnes dieser Produktion vor.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 25, 2012 8:20 PM MEST


Verdi: Otello (Gesamtaufnahme ital.)
Verdi: Otello (Gesamtaufnahme ital.)

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Karajans Otello - legendär, aber nicht makellos, 23. Juli 2011
Eine zu Recht berühmte Aufnahme, die jedoch der beinahe gleichzeitig entstandenen Serafin-Aufnahme mit Jon Vickers, Leonie Rysanek und Tito Gobbi nicht ganz das Wasser reichen kann.

Die Wiener Philharmoniker spielen die schwierige Musik unfassbar gut und vor allem präziser als Serafins Römisches Opernorchester. Karajan gibt der Partitur einen wesentlich schärferen, dramatischeren Zuschnitt als sein italienischer Kollege. Auch ist die Aufnahmetechnik der Decca der Konkurrenfirma (RCA) überlegen. Die Musik wirkt stereophoner, klarer, die Höhen und Tiefen besser ausbalanciert und das Remastering hat das Grundrauschen auf ein Minimum reduziert.
Trotzdem scheint mir nach mehrmaligem Hintereinanderhören und Vergleichen der beiden Produktionen Serafin den insgesamt doch überzeugenderen Ansatz zu wählen, indem er seine Spannung nicht durch Dynamisierung aufbaut wie Karajan, sondern durch langsames Aufbauen großer Bögen und konzentrierter Spannungsentladung. Insgesamt scheint mir Serafin die Partitur auch differenzierter zu durchleuchten (etwa im Duett Otello-Iago "Sì, per ciel").

Zu den Sängern: Karajan hat den großen Otello der Fünfziger und Sechziger Jahre für seine Produktion zur Verfügung: Mario del Monaco. Dessen stimmliche Wucht ist zwar nicht mehr ganz so überrumpelnd und animalisch wie in der Erede-Produktion einige Jahre zuvor, dafür weiß der Sänger hier erstaunlich zu differenzieren. Das Liebesduett mit Desdemona am Ende des 1. Aktes klingt wirklich zart, was insofern überrascht, als man lyrische Töne von del Monaco sonst nicht gewohnt ist. Neben der Tosca unter Molinari-Pradelli ist dies meines Erachtens del Monacos beste Aufnahme. Trotzdem überzeugt mich Vickers in seiner Gebrochenheit und depressiven Verzweiflung viel mehr. Sein Otello ist ein wahrhaft shakespearscher Held voller Widersprüche und echter Emotionen, während del Monacos Leid eher äußerlich und aufgesetzt wirkt.
Renata Tebaldi singt die Desdemona unvergleichlich zart, lyrisch, zerbrechlich und doch außerordentlich stimmsicher. Dass Leonie Rysanek oder auch Renata Scotto und später Renée Fleming die Partie charaktervoller und akzentuierter präsentieren, kann man Tebaldi nicht vorwerfen, sie war eben keine dramatische Sopranistin.
Das große Manko der Aufnahme ist jedoch der Sänger des Iago, Aldo Protti. Schon unter Erede vergröberte der Sänger den intriganten Fähnrich zu einer Karikatur. Unter Karajan singt er zwar ein wenig nuancierter, bleibt jedoch weit hinter dem unglaublich intelligent agierenden Tito Gobbi meilenweit zurück. Karajan selbst soll mit Protti außerordentlich unglücklich gewesen sein, hatte er doch ursprünglich Ettore Bastianini engagiert, der jedoch an der Rolle scheiterte und kurzfristig ersetzt werden musste.

Insgesamt eine lohnende Aufnahme, die jedoch nicht restlos überzeugen kann.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 12, 2012 11:14 PM MEST


The Originals - Othello (Gesamtaufnahme)
The Originals - Othello (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 13,49

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Karajans Otello - legendär aber nicht makellos, 23. Juli 2011
Eine zu Recht berühmte Aufnahme, die jedoch der beinahe gleichzeitig entstandenen Serafin-Aufnahme mit Jon Vickers, Leonie Rysanek und Tito Gobbi nicht ganz das Wasser reichen kann.

Die Wiener Philharmoniker spielen die schwierige Musik unfassbar gut und vor allem präziser als Serafins Römisches Opernorchester. Karajan gibt der Partitur einen wesentlich schärferen, dramatischeren Zuschnitt als sein italienischer Kollege. Auch ist die Aufnahmetechnik der Decca der Konkurrenfirma (RCA) überlegen. Die Musik wirkt stereophoner, klarer, die Höhen und Tiefen besser ausbalanciert und das Remastering hat das Grundrauschen auf ein Minimum reduziert.
Trotzdem scheint mir nach mehrmaligem Hintereinanderhören und Vergleichen der beiden Produktionen Serafin den insgesamt doch überzeugenderen Ansatz zu wählen, indem er seine Spannung nicht durch Dynamisierung aufbaut wie Karajan, sondern durch langsames Aufbauen großer Bögen und konzentrierter Spannungsentladung. Insgesamt scheint mir Serafin die Partitur auch differenzierter zu durchleuchten (etwa im Duett Otello-Iago "Sì, per ciel").

Zu den Sängern: Karajan hat den großen Otello der Fünfziger und Sechziger Jahre für seine Produktion zur Verfügung: Mario del Monaco. Dessen stimmliche Wucht ist zwar nicht mehr ganz so überrumpelnd und animalisch wie in der Erede-Produktion einige Jahre zuvor, dafür weiß der Sänger hier erstaunlich zu differenzieren. Das Liebesduett mit Desdemona am Ende des 1. Aktes klingt wirklich zart, was insofern überrascht, als man lyrische Töne von del Monaco sonst nicht gewohnt ist. Neben der Tosca unter Molinari-Pradelli ist dies meines Erachtens del Monacos beste Aufnahme. Trotzdem überzeugt mich Vickers in seiner Gebrochenheit und depressiven Verzweiflung viel mehr. Sein Otello ist ein wahrhaft shakespearscher Held voller Widersprüche und echter Emotionen, während del Monacos Leid eher äußerlich und aufgesetzt wirkt.
Renata Tebaldi singt die Desdemona unvergleichlich zart, lyrisch, zerbrechlich und doch außerordentlich stimmsicher. Dass Leonie Rysanek oder auch Renata Scotto und später Renée Fleming die Partie charaktervoller und akzentuierter präsentieren, kann man Tebaldi nicht vorwerfen, sie war eben keine dramatische Sopranistin.
Das große Manko der Aufnahme ist jedoch der Sänger des Iago, Aldo Protti. Schon unter Erede vergröberte der Sänger den intriganten Fähnrich zu einer Karikatur. Unter Karajan singt er zwar ein wenig nuancierter, bleibt jedoch weit hinter dem unglaublich intelligent agierenden Tito Gobbi meilenweit zurück. Karajan selbst soll mit Protti außerordentlich unglücklich gewesen sein, hatte er doch ursprünglich Ettore Bastianini engagiert, der jedoch an der Rolle scheiterte und kurzfristig ersetzt werden musste.

Insgesamt eine lohnende Aufnahme, die jedoch nicht restlos überzeugen kann.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 14, 2014 7:40 PM MEST


Der Ring des Nibelungen (Complete Collection)
Der Ring des Nibelungen (Complete Collection)
Preis: EUR 320,40

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein ganz großer Wurf, 11. Juni 2011
Die Janowski-Aufnahme des Ring hat einen gewissen Ruf - sie gilt als eine der besten Produktionen der digitalen Ära und als hervorragende Alternative zu den späteren Einspielungen unter Levine und Haitink, die mit größerem Aufwand vermarktet worden sind.

Zunächst zum Positiven: Janowski legt ein überzeugendes Konzept des Wagnerschen Opus Magnum vor, sein musikalischer Ansatz ist schlüssig und klar. Der Dirigent verzichtet auf Manierismen und extreme Tempi, die Staatskapelle Dresden spielt unter seiner Hand sehr nuanciert und klangvoll.

Überzeugend sind auch Teile der Besetzung: Jessye Norman und Siegfried Jerusalem geben ein wunderbares Wälsungenpaar. Ich halte vor allem Norman für schlicht überragend. Nach all den dünnen und schmalen Sängerinnen der Sieglinde (Crespin, Janowitz, Altmeyer, Studer) finde ich Normans volles, klangreiches Organ eine wohltuend andere Interpretation, die manchmal sogar an Lotte Lehmann oder zumindest Leonie Rysanek in ihrer besten Zeit erinnert.
Überzeugend auch Sigmund Nimsgerns finsterer Alberich und Matti Salminens wuchtig-fahler Hagen. Sehr angetan war ich ebenfalls von Peter Schreier. Als Loge und Mime verbindet er charaktervolles agieren und musikalisch genaues Singen und verbindet damit die beiden entgegengesetzten Traditionen, für die Namen wie Gerhard Stolze und Heinz Zednik auf der einen, Julius Patzak und Paul Kuen auf der anderen Seite stehen.

Da Vergnügen wird allerdings erheblich getrübt durch die drei wichtigsten Protagonisten des Werkes: weder Theo Adam, noch Kollo und die Altmeyer können mich wirklich überzeugen. René Kollos Siegfried lässt den mühelosen Glanz und die Kraft vermissen, mit der der Sänger einst Stolzing, Tannhäuser und Parsifal so überzeugend dargeboten hat. Er wirkt oft einfach nur angestrengt, farblos und matt.
Auch Jeannine Altmeyers lyrische Brünnhilde bleibt blass: stimmlich überfordert und dramatisch eindimensional.
Die schwächste Leistung allerdings bietet Theo Adam. Nicht einmal in seinen späten Jahren klang Hans Hotter, der für seinen Wotan unter Solti oft getadelt worden ist, so wackelig, rauh, einfach ausgesungen wie Adam hier in dieser Aufnahme. Hatte er schon unter Böhm im Bayreuther Mitschnitt schwer zu kämpfen, ist er knapp zwanzig Jahre später kaum zu ertragen. Adam rettet sich vor den gewaltigen vokalen Anforderungen der Partie in ein stöhnendes Deklamieren, das vor falschem Pathos trieft und nichts von der tragischen Größe Hotters zu bieten hat.


Living Stereo - Otello
Living Stereo - Otello
Wird angeboten von London Lane Deutschland
Preis: EUR 55,89

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser geht's wirklich nicht, 6. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Stereo - Otello (Audio CD)
Tatsächlich ist dies die wohl summa summarum eindringlichste und adäquateste Einspielung dieses einzigartigen Werkes europäischer Musikgeschichte.

Dass diese Aufnahme allerdings so bekannt wäre, wie der Vorrezensent behauptet, wage ich zu bezweifeln. Sie steht nach wie vor im Schatten der Produktionen mit del Monaco und Domingo, zumindest was den Absatz betrifft. Dass diese Aufnahmen ihre Meriten haben, ist unbestritten! (Ich erwähne das nur, weil die beiden hysterisch-neurotischen del Monaco-Apologeten dieses Forums sonst wieder an meiner geistigen Gesundheit zweifeln...)

Jon Vickers überragt seine Kollegen jedoch bei weitem - er holt aus Otello heraus, was die Figur hergibt: er ist je nach Situation verzweifelt, rasend, depressiv, schmachtend und zärtlich. Anders als del Monaco gibt er den empörten, vor Kraft strotzenden Helden eher selten und legt auf die Schmerzensschreie des Protagonisten mehr Gewicht als auf den Schlachtruf. Seine brüchige, rauhe, keineswegs perfekt geführte Stimme verleiht der Figur aber eine Tiefenschärfe, die sich unvergesslich ins Gedächtnis einbrennt. Vickers Gesang ist, wie ein amerikanischer Kritiker einmal bemerkte, ein Triumph von Passion über den Stil. Dass er trotzdem musikalisch genauer und differenzierter singt als der italienische Kollege, spricht für sich...

Leonie Rysanek ist brillant als Desdemona, auch wenn sie ein wenig ältlich klingt und, anders als Freni oder de los Angeles, keinen mädchenhaften Charme zu bieten hat. Dafür ist die Rolle hier ausnahmsweise einmal als ein wirklich dramatischer Charakter gestaltet. Die kraftvoll tragende Stimme der Rysanek erweist sich Vickers' mächtigem Organ als ebenbürtig und stellt in den gemeinsamen Szenen ein Gleichgewicht her, dass man ansonsten eher vermisst (zumindest bei Vinay/Nelli, del Monaco/Tebaldi, del Monaco/de los Angeles, Domingo/Ricciarelli, Vickers/Freni und Cossutta/Price).

Auch Tito Gobbi verdient höchstes Lob für seinen unschlagbar hinterhältigen, intelligenten und dämonischen Iago. Dafür nimmt man die unüberhörbaren Ermüdungserscheinungen der Stimme gerne in Kauf. Kein anderer Interpret, vielleicht mit Ausnahme Valdengos (unter Toscanini) kommt an diese kluge und durchdachte, jeden oberflächlichen Effekt vermeidende Darstellung heran.

Tullio Serafin dirigiert wie gewohnt mit großer Sensibilität und dramatischem Gespür, das Orchester läßt jedoch leider die Brillanz und Präzision etwa der Wiener Philharmoniker in der Karajan-Aufnahme vermissen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 25, 2011 10:04 AM MEST


Die Zauberflöte
Die Zauberflöte
Preis: EUR 19,35

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beinahe-Referenz, 8. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Zauberflöte (Audio CD)
An guten Aufnahmen der Zauberflöte ist wahrlich kein Mangel, doch diese Aufnahme kann sich auch im Vergleich zu den legendären Aufnahmen unter Beecham, Furtwängler, Karajan (1950), Böhm und Klemperer behaupten.
Colin Davis dirigiert die phantastische Staatskapelle Dresden zwar ein wenig langsamer als gewohnt, was mich allerdings nicht stört. Jedes Detail wird präzise und liebevoll ausmusiziert.

Peter Schreier singt hier zum dritten Mal den Tamino (zuvor unter Suitner und Sawallisch). Es ist seine beste, weil detaillierteste Interpretation.
Wunderbar wie immer ist auch Maragret Price. Ich höre sie mittlerweile lieber als Seefried und Janowitz, obwohl sie natürlich kein makelloses Deutsch singt. Ihre sanfte und warme Stimme macht ihr Duett mit Papageno, die Aktfinali und natürlich ihre große Arie zum Ereignis.
Demgegenüber fällt Mikael Melbyes Papageno etwas ab, hier bleiben Erich Kunz und vor allem Walter Berry meine erste Wahl. Ausgezeichnet ist Kurt Moll, neben Martti Talvela der meiner Ansicht nach beste aller Sarastros (mit dem hochgelobten Franz Crass konnte ich mich noch nie anfreunden). Luciana Serra ist eine dramatische und genaue Königin der Nacht, Robert Tear ein tückisch-hinterlistiger Monostatos in der Charakterfach-Tradition.

Bedauerlich ist nur, dass in der vorliegenden Version auf 2 CDs die Dialoge gestrichen sind, die in der ursprünglichen Veröffentlichung auf 3 CDs vorhanden waren. Sie waren ungekürzt (sogar die bei fast allen Aufnahmen gestrichenen Sklaven kamen zwischen Nr. 5 und 6 zu ihrem Recht).
Ansonsten ist die Aufnahme auch Dank ihrer erstklassigen Tonqualität wärmstens zu empfehlen.


Die vollständige Mozart-Edition Vol. 38 (Die Entführung aus dem Serail)
Die vollständige Mozart-Edition Vol. 38 (Die Entführung aus dem Serail)
Wird angeboten von Cover Music
Preis: EUR 34,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Aufnahme, 8. April 2011
Dass Colin Davis zu den großen Mozart-Dirigenten der letzten 50 Jahre gehört, ist kein Geheimnis. Sein Zyklus der Opern, die er in den 70er Jahren mit dem Ensemble der Covent Garden Opera London aufnahm, ist eine immense Bereicherung des Marktes, der ja mit Aufnahmen überschwemmt ist.
Immer gelingt es ihm, die Mitte zwischen dem postromantischen, wuchtigen Mozart-Stil der Ära Furtwängler, Klemperer und Karajan einerseits und der leichtfüßigen Durchsichtigkeit der HIP-Aufnahmen Harnoncourts, Gardiners und Jacobs' andererseits zu finden.

Obwohl kein einziger deutscher Muttersprachler in Davis' Aufnahme der "Entführung" singt, schätze ich die Produktion doch ganz besonders. Christiane Eda-Pierre singt eine ausdrucksstarke, klangvolle und in den Verzierungen weitgehend sichere Konstanze.
Auch Stuart Burrows erfüllt die Ansprüche, die an einen guten Mozartsänger zu stellen sind. Wie schon sein Tamino unter Solti ist sein Belmonte ein edler, zurückhaltender Charakter, dem vielleicht die Emphase eines Fritz Wunderlich fehlt, der aber seine Rolle überzeugend darstellt. Ich finde ihn als Belmonte sogar sicherer und nuancierter als Nicolai Gedda, der in der Krips-Aufnahme leicht angestrengt und nicht allzu sorgfältig singt.
Robert Lloyd ist ein stimmgewaltiger Osmin, Norma Burrowes eine kecke Blonde und Robert Tear ein charaktervoller Pedrillo.
In einer Klasse für sich ist natürlich auch Curd Jürgens, der die Sprechrolle des Bassa Selim eindrucksvoll darstellt.
Davis dirigiert mit Maß und Mitte: mit viel Liebe zum Detail und schwungvoll, ohne zu stürmisch zu werden.

Eine schöne Aufnahme und eine gute Alternative zur Solti-Produktion mit den WP, Gruberova, Winbergh, Talvela und Battle.


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