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Beiträge von Ernst Günther
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Rezensionen verfasst von
Ernst Günther (Dresden)

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Der Zirkus kommt: Immer auf Achse - Zirkus-Sonderzüge in Deutschland von 1900 bis 2000
Der Zirkus kommt: Immer auf Achse - Zirkus-Sonderzüge in Deutschland von 1900 bis 2000
von Volkhard Stern
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 35,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Volldampf durch die Zirkuswelt, 10. August 2012
Den erstaunt-freudigen Ausruf aus unserer Kinderzeit hat Volkhard Stern zum Titel seines exzellenten Bild-Textbandes gemacht: "Der Zirkus kommt!" Die opulente Darstellung eines Jahrhunderts, in dem Eisenbahn- und Zirkusromantik aufeinander trafen - wie das heute nicht mehr zu erleben ist. Dennoch mehr als Nostalgie.
Mit der Geschichte der Zirkus-Sonderzüge in Deutschland zwischen 1900 und 2000 schließt der ausgewiesene Fachmann auf dem Gebiet des Verkehrswesens, der schon mehrere Bücher vorlegte, eine Lücke im überbordenden Buchmarkt. Der Kreis potentieller Leser dürfte groß sein: Eisenbahn- und Zirkusfreunde, Modellbahner und Modellbauer und jeder, der sich gern an Vergangenes erinnert.
Stern hatlange akribisch recherchiert und eine Fülle seltenes Bildmaterial zusammengetragen, das er sachkundig unter Eisenbahn- und Zirkusaspekten kommentiert. In sieben Kapiteln vermittelt er die deutsche Zirkusgeschichte in West und Ost, bei aller Komprimierung einprägsam und keineswegs oberflächlich. Das letzte Kapitel widmet er Zirkuszügen in aller Welt und dem "amerikanischen Zirkuszug in Deutschland", wobei er sogar den kompletten Tourneeplan des Zirkus Barnum & Bailey 1901/1902 beifügt. Für historisch interessiere Zirkusfans ein Leckerbissen!
Ebenso hervorzuheben thematische Übersichten wie "Die Zirkus-Fahrzeugflotte" (enthält auch Angaben zu Herstellern von Spezialfahrzeugen) und insbesondere die alphabetische Zusammenstellung "Mit der Eisenbahn reisende Zirkusbetriebe in Deutschland nach 1945" im Anhang mit Angaben zur Direktionen, Reisezeit u.a. So wird der Leser an die Glanzzeit des deutschen Zirkus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert - Namen, die längst Legende sind.
Wahrlich eine Fundgrube, mehr als ein Bilderbuch. Den Querformatband hat der Verlag hervorragend gestaltet.


Thutmosis III: 1490 - 1436 v. Chr. Das ägyptische Weltreich auf dem Höhepunkt der Macht
Thutmosis III: 1490 - 1436 v. Chr. Das ägyptische Weltreich auf dem Höhepunkt der Macht
von Angelika Tulhoff
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als eine Pharaonen-Biographie, 23. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Glück gehört dazu, ein Buch 28 Jahre nach Erscheinen über Amazon Marketplace noch originalverpackt erwerben zu können. Noch dazu dieses! So komme ich der automatischen Aufforderung, eine Rezension zu schreiben, gern nach. Zumal ich meine Begeisterung keineswegs verhehlen will. Fesselnd geschrieben, ließ es mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht los.
In den populären deutschsprachigen Sachbüchern ist Thutmosis III. unterrepräsentiert. Reduziert auf seine vielen Feldzüge oder/und die legendäre Hintanstellung durch Hatschepsut, steht er im Schatten großer Pharaonen wie Amenophis III. und Ramses II. (vom Egomanen Echnaton gar nicht zu reden). Erst dieses Buch öffnete mir die Augen. Thutmosis III. gebührt ein Ehrenplatz in der Reihe der bedeutendsten Pharaonen. Nicht von ungefähr gab die Autorin ihrem Buch den Untertitel "Das ägyptische Weltreich auf dem Höhepunkt der Macht 1490-1436 v. Chr."
Angelika Thulhoff - merkwürdigerweise lassen sich keine Angaben zur Person ergooglen, nicht einmal über den Callwey Verlag - schrieb eine Biographie des Herrschers, der nicht nur das Reich vergößerte und die Verwaltung modernisierte, wobei sie in kongenialer Weise Person und Zeit verschmelzen läßt. Ergibt sich ein Berührungspunkt des Pharaos mit traditionellem Brauchtum oder einem der zahlreichen Feste (nur als Beispiel zu verstehen), wartet sie mit Hintergründen und Zusammenhängen auf und stellt diese komplex dar. Nimmt man die Einführung hinzu, erhält der Leser ein Gesamtbild der Epoche Thutmosis III., das einem prächtigen Gemälde gleicht. Ja, die gesamte 18. Dynastie steht wieder auf. Dabei setzt sich die Autorin zugleich mit Fehlinterpretationen und Legenden - den Erkenntnissen der Zeit entsprechend - auseinander. Vieles davon hat mittlerweile Bestätigung erfahren.
Das alles ist ihrer akribischen Arbeitsweise zu danken. Tulhoff nutzte nicht allein Standardwerke renommierter Ägyptologen des 19./20. Jahrhunderts (umfangreiches Literaturverzeichnis anbei), sondern auch spezielle Arbeiten, die nur in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden und in der Regel unter Experten bleiben (Quellenverweise en detail zu jedem Kapitel).
Hinzu kommt, dass sie die übliche Verwissenschaftlichung der Sprache im Sachbuch vermeidet und so auch den Leser ohne Vorkenntnisse erreicht. (Vielleicht ist deshalb das Buch so schwer zu bekommen und erreicht bei einigen Antiquariaten außerhalb des benannten extreme Preise.) Gleichermaßen überzeugt ihr Stil. So eignet sich dieses Buch vorzüglich als Einstieg für Hobby-Ägyptologen. Aber auch der Leser, der bei einer Studienreise auf altägyptichen Spuren mit Thutmosis III. eigenwilligem Festtempel, seinem ungewöhnlichem Grab, übrigens dem ersten im Tal der Könige, und seinem so genannten Botanischen Garten in Karnak bekannt gemacht wird und mehr über diesen Pharao wissen möchte, kommt auf seine Kosten.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die ganzseitigen Fotos zwischen den 279 Seiten, das Glossar, die leichtverständliche Genealogie der 18. Dynastie, zwei Karten, die das Weltreich darstellen und das detaillierte Register.
Danke, unbekannte Autorin!

(Amazon Verified Purchase)


Das Alte Ägypten (Geschichte Kompakt)
Das Alte Ägypten (Geschichte Kompakt)
von Charlotte Schubert
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Tiefere Einsichten, neue Erkenntnisse, 22. April 2012
Klein und bescheiden stand es zwischen dicken Bildbänden. Nur der schmale orange-rote Rücken machte mich neugierig. Auf dem Titel "Geschichte kompakt", auf der Rückseite eine Stempelnachbildung "Bachelor Master geprüft". Ein Lehrbuch also?
Nach dem Lesen war mir klar, dass ich damit eines der wichtigsten neuen Bücher zum Alten Ägypten erworben hatte. Ein Kompendium durchaus nicht nur für Lehrende und Lernende, ein Basiswerk für alle, die sich ernsthaft mit dem Alten Ägypten befassen und am neuesten Forschungsstand interessiert sind. Erstklassige Ergänzung zu den Bildbänden, die jeder Hobby-Ägyptologe in seiner Bibliothek zu stehen hat.
Diese 142 Seiten haben es in sich und sind bei aller Wissenschaftlichkeit problemlos, ja, spannend zu lesen. Kompetent, kompakt, komplex, prägnant, präzise und praktikabel stellt der Autor auf neue Art die altägyptische Geschichte vom Neolithikum im Niltal bis zum Ende der 31. Dynastie dar, wobei er jedwede Redundanz vermeidet.
Der promovierte Ägyptologe, Senior Lecturer in Ägyptologie an der Universität of Birmingham und erfahrener Buchautor Martin Bommas (45) geht, wie er ausdrücklich betont, in diesem Werk "neue Wege". Während ältere Autoren die Geschichte dieser Zeit primär an der Abfolge der Pharaonen festmachen, ist es Bommas' Anliegen, die sogenannte Hochkultur mit der Alltagskultur der Beherrschten - von ihrer persönlichen Religiosität bis zur Herstellung von Gebrauchgegenständen etwa - zusammenzuführen, "archäologische und philogische Methoden" anzuwenden und so den Blick auf "schweigenden Mehrheiten" zu öffnen. Was ihm bestens gelingt. Damit kommt er den Realitäten näher und verhilft dem Leser zu tieferen Einsichten und neuen Erkenntnissen.
Mich fasziniert vor allem die Neubewertung der drei Zwischenzeiten, die bislang in Forschung und Publzierung eher stiefmütterlich behandelt wurden. Geradezu sensationell die Aufarbeitung der Hyksos-Zeit. Dass die Regenten, die diesen Perioden folgten, das "Chaos" schwärzer malten, hat wohl zuerst mit Propaganda zu tun, mit der sie nach der Wiedervereinigung des Landes ihren Herrschaftsanspruch vor dem Volk legitimierten. Hier gilt bereits das moderne Sprichwort: "Geschichte wird von Siegern geschrieben."
Bommas widerlegt alte Thesen anhand wenig oder kaum bekannter Belege. Überhaupt nutzt er zur Beweisführung häufig seltenes Quellenmaterial, so seine Sichtweise unerschütterlich stützend. Das Buch ist vorzüglich gegliedert. Erläuterungen und Auszüge aus Textquellen sind auf grauem Grund in den Fließtext eingebettet und markiert (E bzw. Q). Ein Personen- und Sachregister sowie eine umfangreiche Auswahlbibliographie runden das Ganze ab. Gerade dies erleichtert den Gebrauch zu Studienzwecken, gleichviel, ob an der Uni oder daheim im stillen Kämmerlein.


Das Gold der Horusfalken: Auf den Spuren altägyptischer Grabräuber (Zaberns Bildbände zur Archäologie)
Das Gold der Horusfalken: Auf den Spuren altägyptischer Grabräuber (Zaberns Bildbände zur Archäologie)
von Michael Höveler-Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altägyptischer Krimi, 11. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als wir bei unserer klassischen Studienreise von der Besichtigung einiger Gräber der Noblen in Qurna den Hügel hinunter schlenderten, hielt uns ein Ägypter mit einem in Zeitungspapier gewickelten Gegenstand auf. Flüsternd öffnete er das Päckchen und zeigte uns ein offenbar sehr altes grüngraues Uschebti. "Kaufen! Nefertari-Grab. Echt, Original. Kannst prüfen. Gute Preis." Leicht war es nicht, ihn abzuwimmeln.
Wenige Schritte weiter wartete unser Reiseleiter, ein deutscher Ägyptologe, der in der Nähe gegraben hatte, mit einer Überraschung auf. Mittagessen im Sennefer Guesthouse von Mohamed Snake - "bester Grabräuberadel", Nachkomme der berühmt-berüchtigten Grabräuberdynastie Abd -el Rassul, der uns stolz seine Visitenkarte überreichte. Die Rassuls haben ihr kleines feines Hotel direkt auf ein Grab aus pharaonischer Zeit gebaut. (Das wußten wir schon aus einer TV-Doku, die sogar Einblicke in die unterirdische Welt ermöglichte.)
Hier - unter freiem Himmel bei herrlichem Blick - zu speisen jagte einem einen leichten Schauer über den Rücken. Erst recht, als wir in einem der Kellner jenen Mann mit dem "echten" Uschebti erkannten. ...
Was wunder, dass ich Höveler-Müllers Buch geradezu verschlang. Ein altägyptischer Krimi, der bei aller Wissenschaftlichkeit den Vorzug hat, spannend zu sein. Sachliche Rekonstruktion von "Kriminalfällen ohne Beispiel" quasi.
Sicher hat der Altägyptenfan schon Romane über Grabräuber im pharaonischen Zeitalter gelesen. Möglicherweise den dokumentarischen Spielfilm "Die Grabräuber von Theben" gesehen, der übrigens auf einem der in diesem Buch behandelten Fälle basiert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit weiß er auch, dass 14 der so genannten Grabräuberpapyri die Zeiten überdauerten, leider über alle Welt verstreut sind und nur von Experten gelesen werden können.
Das Hauptverdienst von Michael Höveler-Müller, Ägyptologe, Ausgräber, Kurator des Ägyptischen Museums Bonn, das er mit aufbaute, ist es, die in dieser Monographie zusammengeführten Akten aus der Zeit von Ramses IX. und Ramses XI. neu übersetzt, ausgewertet und kommentiert zu haben. Und das in einer Sprache, die jeder versteht.
So lernt man nicht nur die gierige, dreiste, brutale Vorgehensweise der Täter kennen, sondern erhält zugleich einmalige Einblicke in das Gerichts- und Strafwesen (Todesstrafe Pfählung!) Thebens zwischen 1110 und 1084 v. Chr., in Lebensweise und Nöte des einfachen Volkes als das Pharaonenreich zerbrach sowie in Intrigantentum und ausgeprägte Korruption der Mächtigen. Nie zuvor habe ich so viel über diese instabile Zeit erfahren. Das goldene Bild des glanzvollen Pharaonenstaates erhielt mehr als ein paar Kratzer.
In ihrem Buch "Das Tal der Könige" schreiben Reves/Wilkinson: "Die Grabräuberei ist zwar nicht Ägyptens ältester, aber eindeutig zweitältester Beruf." Diesen Satz illustriert Höveler-Müller mit einer kurzen, doch profunden Geschichte der Grabräuberei und ihrer Hintergründe. Damit zieht er den Radius über die Akten hinaus.
Das Buch fällt auch durch hervorragende Ausstattung und Layout sowie eine für 88 Seiten reiche Bebilderung aus dem Rahmen des Üblichen. Neben Farbbildern gibt es Nachzeichnungen von Grabmalereien, Karten, Pläne, Repros von Aktenauszügen, dazu Info-Kästen und Übersichten.
Summa summarum: Ich bin begeistert.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 4, 2014 4:49 PM CET


Hatschepsut, Die Pharaonin
Hatschepsut, Die Pharaonin
von Hanns Kneifel
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Gute Romanbiographie mit "Achillesferse", 7. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf dieses Buch habe ich mich echt gefreut - wenn es auch ein "Wälzer" ist. Nach zwei Romanen über die Pharaonin, die die Historie trivial-kolportagehaft zurecht bogen (in einem wurden ihre Obelisken gar als Phallussymbole gedeutet!), war mir eine Romanbiographie sehr willkommen. Ein Jahrzehnt, so liest man im Klappentext, recherchierte der Autor und konsultiere renommierte Ägyptologen, um so genau wie möglich zu sein. Das machte mich neugierig.
Eine Romanbiographie ist jedoch zu allererst ein Roman, der ein Faktengerüst üerzeugend ausfüllt. Von einem historischen Roman erwarte ich, dass er die jeweilige Zeit spiegelt, dabei vielleicht sogar bislang Unbekanntes bringt, ohne Geschichtsunterricht zu erteilen, das Sujet mit Phantasie und Spannung "farbig ausmalt" und so den Leser gut unterhält.
Alles das fand ich in diesem Buch. Der Autor hat einen eigenen Erzählstil, flüssig und gelegentlich poetisch. Die Hauptlinie umgibt er mit (nicht zu vielen) Handlungssträngen, die in sich spannend sind und zur rechten Zeit kulminieren. Seine Protagonisten stattet er mit keineswegs oberflächlichen Charakteren aus, die das Machtstreben, den Stolz auf die Erfolge, aber auch die innere Zurissenheit und letztlich das Scheitern bewegend miterleben lassen. Der Spannungsbogen wird nicht vordergründig herausgearbeitet, nur um den Leser zittern zu lassen, sondern fügt sich quasi en passant (Priesterverschwörung, Auslandsspionage).
Wer sich ein wenig auskennt mit der Hatschepsut-Geschichte, ist besonders gespannt darauf, wie der Autor das nach Quellenlage plötzliche Verschwinden der Helden lösen wird. Nur soviel: Es ist ihm meisterhaft gelungen.
Immer wieder bewundert beim Lesen habe ich Kneifels überschäumende Phantasie und seine Detailversessenheit - bis hin zur Beschreibung einer Blume oder den Flügeln eines Insekts. Dabei fällt zugleich seine bewundernswerte Sachkunde in allen tangierten Bereichen auf; ich nenne als Beispiel nur den nautischen.
Am meisten faszinierte mich seine historische Authentizität, wiederum bis in die Einzelheiten. Doch gerade daraus erwächst die "Achillesferse" des Buches. Offenbar verliebte sich der Autor derart in die Zeit, dass er vergaß, einen Großteil der Leser mitzunehmen. Ich meine die häufige Verwendung der Altägyptischen Sprache - wie bei noch keinem Roman erlebt. So originell das sein mag: Wenn nicht einmal Hobby-Ägyptologen die Begriffe verstehen, verpufft viel an Wirkung. Und wenn dann noch viele Wörter nicht im Glossar auftauchen, ist Ärger vorprogrammiert.
Ich kann dem Leser nur empfehlen, wenigstens Erklärungen und Glossar vom Ende zuerst zu lesen. Bei einer Neuauflage sollte der Verlag darauf achten, dass alle altägyptischen Begriffe ins Glossar kommen. Ideal wäre es, wenn das Glossar als Beilage erscheinen könnte, damit man nicht ständig bis Seite 755 blättern muss.
Das Buch verdient diesen Aufwand.


Pharao und Sport (Zaberns Bildbaende Zur Archaeologie)
Pharao und Sport (Zaberns Bildbaende Zur Archaeologie)
von Wolfgang Decker
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefe trotz Kürze, 2. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als wir bei unserer Studienreise auf pharaonischen Spuren die Felsengräber der Noblen bei Beni Hasan besichtigten, waren wir verblüfft ob der Fülle von Darstellungen sportlicher Aktivitäten während des Mittleren Reiches in den "erzählenden Bildern". Unser Reiseführer betonte, man könne sie jedoch nicht "mit den Augen von heute" sehen. Sport sei im Alten Ägypten nie Selbstzweck gewesen, sondern diente dem Kult (Götterverehrung) oder der Körperertüchtigung (der Soldaten).
Daran muss ich denken, wenn ich dieses Buch zu Hand nehme, um mich darin zu vertiefen. Ein schönes Buch mit 111 Abbildungen auf 108 Seiten und dann noch teils ganzseitig; Layout und Druck herausragend; ein wissenschaftlicher und doch eingängiger Text, der viel Neues bringt, exzellent geschrieben, prägnant bis aufs i-Tüpfelchen und trotz notwendiger Verdichtung bestens informierend. Tiefe trotz Kürze. Nicht nur am Rande zu erwähnen: die guten Übersetzungen der verwendeten Hieroglyphentexte.
Der Autor ist eine weltweit anerkannte Koryphäe auf diesem Spezialgebiet. Universitätsprofessor Dr. Wolfgang Decker, Sportwissenschaftler und -historiker an der Deutschen Sporthochschule Köln, inzwischen emeritiert. Für "Pharaonen und Sport" kann er aus dem Vollen schöpfen; denn ihm gelang Unglaubliches.
Vor über 20 Jahren hatte er die Idee, alle bildlichen Überlieferungen zum Thema Sport und Spiele im Alten Ägypten in den Museen der Welt und in Ägypten selbst, überall, wo etwas bewahrt wird, aufzuspüren und zusammenzutragen. Dabei stieß er auf bereitwillige Unterstützung, und so konnten über 2 000 Abbildungen erfaßt werden. Gemeinsam mit Michael Herb gab Decker 1993 den "Bildatlas zum Sport im Alten Ägypten" heraus - "bildliche Quellen zu Leibesübungen, Spiel, Jagd, Tanz und verwandten Themen". Ein Mammutwerk und eine Sensation in der Kreisen der Sporthistoriker und Ägyptologen. (Das Bildarchiv selbst befindet sich in der Deutschen Sporthochschule Köln.)
Auf diesem Fundament entstand "Pharao und Sport" in der Reihe "Zaberns Bildbände zur Archäologie". Ich sehe darin mehr als eine fundierte Einführung in die Materie für all jene, die sich ernsthaft damit befassen. Unser Studienreiseführer hätte mit Sicherheit dazu gegriffen. In meiner Bibliothek erhielt es seinen Platz neben dem frühen Werk "Der Sport im Alten Ägypten" von A.D. Touny und Dr. Steffen Wenig, Leipzig 1969.


Die Schattenkönigin: historischer Roman
Die Schattenkönigin: historischer Roman
von Inge Nickel-Ritzkat
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

3.0 von 5 Sternen Höhere Erwartungen, 1. November 2011
Es scheint absurd: Je weniger Ägyptologen über einen Pharao und seine Zeit wissen, weil der Sand nicht mehr Zeugnisse frei gab, desto mehr Romane darüber erscheinen. Die Phantasie der Schreiber ist manchmal bewundernswert, manchmal ärgerlich. Am beliebtesten scheinen Nofretete und Echnaton zu sein. Die Zahl der Bücher über sie ist Legion. Was dabei insbesondere der "Schönen, die gekommen ist" von manchem unterstellt wird, schreit zu Aton. Beispielsweise sei sie lesbisch gewesen und habe ein männliches Neugeborene gestohlen...
Von solch Obskurem ist dieses Buch glücklicherweise frei. Wenn Inge Nickel-Ritzkat auch das Umfeld ihrer Helden äußerst spärlich schildert (so erfährt der Leser nichts über die Schönheit von Achetaton), folgt sie doch weitgehend Belegbarem, gibt den handelnden Personen charakteristische Züge, stattet sie mit nachvollziehbarer Gedankenwelt aus und macht die Story so realistisch wie möglich. Schade nur, dass sie gegen Ende dem Schluss entgegen hastet, so dass der Eindruck entsteht, sie habe ein Seitenlimit gehabt, das sie zur Komprimierung der Ereignisse zwang. Auch fällt gelegentlich eine historische Ungenauigkeit auf. Am meisten gestolpert bin ich über "Pergament" statt "Papyrus". In diesem Zusammenhang frage ich mich, weshalb sie sich bei der Korrespondenz mit dem Hethiterkönig nicht auf die realen "steinernen Briefe" in Keilschrift stützt.
Geschrieben ist das Buch flüssig und eingängig, dialogbetont und durchaus spannend. Die Hypothese der Autorin leuchtet ein, paßt ins Konzept, wenngleich sie, was den Tod Tuts betrifft, längst widerlegt wurde. Das aber muss einem Roman erlaubt sein. Sprache und Stil erscheinen mir ziemlich einfach - um nicht zu sagen wenig professionell. Zudem macht sich das simple Layout negativ bemerkbar.
Schlussendlich: Unter dem schönen Titel hatte ich etwas anderes erwartet. Möglicherweise war Nofretete wirklich eine Schattenkönigin. Dann jedoch hätte die Autorin meiner Meinung nach nicht nur A sagen, sondern die "Steuerung" des von ihr eingesetzten Pharaos an Beispielen illustrieren sollen. So bleibt es eher Behauptung. Schade.


Nofretete und Echnaton: Das Geheimnis der Amarna-Mumien
Nofretete und Echnaton: Das Geheimnis der Amarna-Mumien
von Michael E. Habicht
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amarnazeit neu gesehen, 12. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Noch ein Buch über die Amarnazeit? Wo doch keiner Periode des pharaonischen Ägyptens so viele Bücher gewidmet sind wie dieser. Getreu der Devise: Je weniger historische Belege, desto mehr Hypothesen?
Dieses Buch ist anders. Aktuell, in vielen Punkten überraschend und notwendig. In meiner Bibliothek rückte es stante pede auf Platz 1 sämtlicher Publikationen über Nofretete, Echnaton und ihre Zeit. Wenn der Autor die sensationellen DNA-Analysen als "langersehnten Meilenstein" der Erforschung dieses außergewöhnlichen Abschnitts der Geschichte Altägyptens bezeichnet, gilt das ebenso für sein Buch.
Michael E. Habicht (37), Archäologe,Ägyptologe, Spezialist für die Amarnazeit, nimmt die Ergebnisse jener Untersuchungen zum Anlass, die "Geschichte der Amarnazeit in neuem Licht" darzustellen. Sachlich, ohne jede Redundanz, überzeugend - und spannend. Auch so kann ein Sachbuch geschrieben sein! Ich habe es geradezu "verschlungen". Zumal es die Primärfragen beantwortet, die speziell Interessierte seit langem stellen. Und Überraschungen bereit hält.
43 kurze, prägnante Kapitel, Schwarz-weiß-Abbildungen, mittig ein Farbtafel-Teil, vermitteln ein umfassendes Bild jener brisanten Zeit. In vielen Punkten ein neues. Dabei bildet die wohl erstmalige Interpretation der DNA-Ergebnisse sowie der Röntgenbefunde in einem deutschsprachigen Buch nur einen kleinen Teil dieser faszinierenden Arbeit. Vielmehr bündelt der Autor gesichertes Wissen über jene Periode nach seinem neuesten Erkenntnisstand, wobei er durchaus auch Hypothesen Raum gibt. Zugleich setzt er sich mit Fehlinterpretationen auseinander, benennt die kontroversen Standpunkte von Ägyptologen und stellt eigene Thesen auf. Schließlich resümiert er "Die Bewertung der Amarnazeit in der Forschung". Wohl wissend, dass dies nicht ganz fair ist: Aus subjektiver Sicht begeisterte mich besonders das Kapitel "Die neue Kunst von Amarna".
Umfangreiche Fußnoten, wie in einer wissenschaftlichen Arbeit üblich; als Anhang die vermutliche Thronfolge der Amarnazeit, eine Übersicht über identifizierte und fehlende Mumien, die Inschriften auf dem Sarg aus KV 55; Verzeichnisse von Literatur, Dokumentarfilmen, Internetartikeln; Glossar und Register ergänzen diese bei aller Wissenschaftlichkeit allgemeinverständliche Arbeit. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass der Autor altägyptische Originaltexte selbst übersetzte.
Apropos, original! Da Habicht die englische Transkription der Namen wählt, weil sie "viel näher am ägyptischen Original" sind, muß der Leser umdenken. Echnaton ist Akhenaton, Nofretete Nefertiti usw.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 23, 2013 1:27 PM MEST


Amenophis (Im Land des Falkengottes, Band 1)
Amenophis (Im Land des Falkengottes, Band 1)
von Andreas Schramek
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer neue Bilder, 2. Mai 2011
Noch eine Rezension? Es kann nicht schaden. Jede ist subjektiv und stellt jene Aspekte in den Vordergrund, die den Autor persönlich bewegen. Aus der Vielfalt der Meinungen ergibt sich einem Mosaik gleich ein optimales Gesamtbild, welches dem potentiellen Käufer die Entscheidung erleichtert.
Mein Anliegen ist es primär, die schriftstellerische Leistung von Andreas Schramek zu würdigen, ein opulentes Gemälde der lebhaften, auch widersprüchlichen Zeit der 18. Dynastie entworfen zu haben - bis hin zur detailreichen Schilderung von Bauwerken, ja, sogar Festen. Das hat mich fasziniert. Überzeugend gelingt es ihm, Lücken der Geschichte, die sich aus fehlenden Quellen ergeben, mit seiner lebhaften Phantasie auszufüllen. Für mich macht das den besonderen Reiz eines historischen Romans aus. Dabei ist es durchaus legitim, eigene Hypothesen einzubringen, auch auf die Gefahr hin, dass diese eines Tages durch neue Entdeckungen widerlegt werden. Die Wissenschaft macht es nicht anders. Man denke nur an die zahlreichen Theorien um den Tod von Tutanchamun.
Mit "Im Land des Falkengottes" gelang dem in Weimar lebenden Rechtsanwalt und Schriftsteller, Mitglied des Internationalen Ägyptologenverbandes, eine bemerkenswerte Trilogie von hoher Leserwirksamkeit, die auch im Ausland Interesse findet und nachgedruckt wird. Beurteilen kann man sie eigentlich nur, wenn man alle drei Bände gelesen hat.
Eingebunden in die Lebensbeichte des "Gottesvaters" Eje, eines der dienstältesten Hofbeamten und späterer Pharao, die wohl schillerndste Persönlichkeit dieses abenteuerlichen Zeitabschnittes, werden die Könige Amenophis III., Echnaton und Tutanchamun und mit ihnen viele der Großen lebendig.
Nachdem ich die ersten Seiten des ersten Teils ("Amenophis") geradezu "verschlungen" hatte, hörte ich erst bei der letzen des dritten ("Tutanchamun") auf. Vor meinem geistigen Auge enstanden immer neue Bilder, die mir suggerierten: So könnte es gewesen sein.
Was kann man von guter Unterhaltungsliteratur mehr erwarten?


Die Blüte des nackten Körpers: Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten
Die Blüte des nackten Körpers: Liebesgedichte aus dem Alten Ägypten
von Raoul Schrott
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Im Zwiespalt, 30. April 2011
Ein edles Buch und ein hehres Anliegen. Raoul Schrott, Literaturwissenschaftler, Romancier, Dichter übetrug altägyptische Liebeslieder, die auf Papyri und Ostraka der 19./20. Dynastie erhalten blieben, in zeitgmäße Sprache. Einerseits lobenswert, anderseits ...
Mit seiner Nachdichtung - als solche sehe ich sein Werk - bringt der Autor dem heutigen Leser 3000 Jahre alte Liebeslyrik, zu der sonst außer Experten und speziell Interessierten wohl kaum jemand greifen dürfte, nahe. Sehr verdienstvoll, zumal ihm kraft seines dichterisches Könnens bezaubernde Poesie in schönen Bildern gelingt. Er habe, so heißt es bei Burkhard Müller, "ein Kunstwerk der Vergegenwärtigung" geschaffen. Das kann ich nur unterstreichen.
Dennoch befinde ich mich in einem Zwiespalt; denn leider scheint das eine das andere auszuschließen: Man spürt nicht mehr den "Atem des Alten Ägyptens", der einem aus früheren Übertragungen entgegen schlägt (zum Vergleich zog ich die einfühlsame Arbeit von Hannelore Kischkewitz, "Liebe sagen", Leipzig 1976, heran), die offenbar andere Prämissen setzten. Geradezu geschockt ist man, liest man Worte wie Penner. Da geht die dichterische Freiheit im Streben nach Modernität zu weit.
Hervorragend die reiche Illustration in bräunlichen Rottönen nach Grabmalereien und die eingestreuten Hieroglyphenabschriften mehrerer Gedichte, die Authentizität suggerieren.
Unverständlich ist mir der reißerische Titel nach einem Wort des Dichters selbst samt der bekannten Abbildung der nackten Tänzerin im Überschlag. Sicher verkaufsfördernd, verspricht er mehr als die ausgewählten Lieder zu halten vermögen. Entschließt man sich schon dazu, sollte man wenigstens an einem Beispiel "auch B sagen". In den Originalen gibt es durchaus freizügigere Erotik in Wort und Bild (u.a. erotischer Papyrus Turin).
Übrigens: Das monströse Nachwort mit elitär geschraubten Worten wie aus Teakholz gedrechselt - in einer Doktorarbeit vielleicht berechtigt - , wirkt wie ein Hammerschlag auf eine Lotosblüte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 28, 2011 10:22 PM MEST


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