Jeans Store Hier klicken Jetzt informieren b2s Cloud Drive Photos Learn More Hier klicken Restposten Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Summer Sale 16
Profil für Daniel Sissenich > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Daniel Sissenich
Top-Rezensenten Rang: 3.955.989
Hilfreiche Bewertungen: 191

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Daniel Sissenich "dsissenich" (Stuttgart)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
01/3er Box-Folgen 01-03-die Einsteigerbox
01/3er Box-Folgen 01-03-die Einsteigerbox
Preis: EUR 12,99

49 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Gefahr der Glorifizierung, 24. Dezember 2008
Vorbemerkung: Diese Rezension bezieht sich eigentlich auf die gesamte Neu-Veröffentlichung der Drei Fragezeichen, zweckdienlicherweise eben bei der ersten Box veröffentlicht.

Mit Dingen, die man schon lange kennt - im Zweifel sogar aus der Kindheit - ist es ja immer so eine Sache. Wie zum Beispiel bei den Hörspielen der drei ???. Es müssen unzählige Kinderohren gewesen sein, die den Abenteuern der drei Detektive bis heute gefolgt sind - echte Klassiker eben.

Die Hörer von damals sind mittlerweile erwachsen geworden - und was liegt näher, als mit einer Wiederveröffentlichung der Abenteuer auf CD einen kleinen Teil der Kindheit zurückzuholen? Verlockend - aber auch ein wenig gefährlich. Gefährlich - denn mit Erwachsenenohren hört man manches kritischer. Anders.

Ja, EUROPA musste die Musik austauschen. Ja, man ist zu Beginn schockiert. So modern hatte man die Dinger - zwangsläufig! - nicht in Erinnerung. Aber - ist es wirklich so schlimm, wie manche hier immerzu behaupten? Die Originalhörspiele besitze ich nicht mehr, allerdings noch die eine Kasette mit der damaligen Originalmusik. Zum Vergleich hörte ich sie mir mal wieder an - und für meinen Teil muß ich sagen: So sehr stört die neue Musik gar nicht. Bert Brac (oder, wie wir heute wissen, Carsten Bohn) hat damals sicherlich vortreffliche Arbeit geleistet - aber die Musik, die heute in den Hörspielen integriert ist, passt ebenfalls sehr gut. Einzig und allein die Erkennungsmelodie ist gewöhnungsbedürftig - aber verschmerzbar. Für heutige Kinder vermutlich sogar eher ansprechend, weil zeitgemäßer. Und auch, wenn ein Haufen Erwachsener mit den Hörspielen ihre Kindheit wiederentdecken - es sind nun mal Kinderhörspiele.

Nur unter diesem Gesichtspunkt sind andere Sünden, die schon die Originale begingen, überhaupt verschmerzbar. In einer Folge beispielsweise ("Der seltsame Wecker") wird hemmungslos geschlampert: Die Serie spielt in den USA, die Namen der Akteure sind englisch - und zur Lösung eines Rätsels wird das gesucht, was "zwischen Rhein und Flughafen" liegt: Der Main. Ob Jugendliche aus LA diese Lösung wohl so aus dem Handgelenk schütteln? (Britney Spears weiß nicht einmal, wo "dieses dumme Australien liegt, weil es außerhalb von LA" ist.) Im gleichen Rätsel direkt dahinter wird dann wiederum das englische Wort "Fort" als Synonym für "Festung" benutzt.

Dies nur als ein Beispiel für eine recht simple, zuweilen unkonsequente Ausarbeitung - ähnliche Stellen gibt es zuhauf. "Guten Tag, könnten wir bitte mit Mr. XY sprechen?" - "Warum fragt Ihr nach ihm, seid Ihr etwa Detektive?"

Und so sehr die neueren Hörspiele vielerorts verrissen werden - das zumindest ist etwas, was die neuen, die ich bislang gehört habe (79, 83, 84, 100, 103, 105, 125, 126, 127), schlichtweg besser machen: Sie funktionieren auch für erwachsene Hörer, die aufmerksam zuhören. Aufgrund der längeren Spielzeit einerseits - zum anderen aber einfach deshalb, weil mehr Sorgfalt gepflegt wurde.

Aus all dem lässt sich folgendes schließen: Nach wie vor gelungene Hörspiele für Kinder. Sehr gelungene sogar. Witzig, charmant, ohne übermäßige Brutalität (meist sogar ganz ohne). Für erwachsene Hörer hingegen nur geeignet, wenn man zuvor die berüchtigten "Früher war alles besser"-Gedanken ausblendet. Zu diesem Preis aber einfach: Ja, Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2016 11:33 AM MEST


Tell Me On A Sunday
Tell Me On A Sunday
Preis: EUR 8,75

4.0 von 5 Sternen Musikalisch verwirrend, 9. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Tell Me On A Sunday (Audio CD)
"Tell me on a Sunday" - ursprünglich aus einer Zeit, in der Lloyd Webber noch nicht der King des Broadway und Westends war, ein charmantes knapp einstündiges Kammerspiel für eine Person. Mit zwei typischen Webber-Ohrwürmern (Titelsong und "Take That Look Of Your Face" hierzulande auch als "Freu Dich nur nicht zu früh" bekannt geworden) und ansonsten teils belanglosen, teils durchaus charmanten Nummern, die im großen und ganzen als altmodisch zu bezeichnen sind, stellenweise fast wie Bar-Jazz anmuten - was ja auch nicht schlecht sein muß. Damals zweimal auf Platte veröffentlicht, beide Male gesungen von Marti Webb. (Einerseits als "Tell Me On A Sunday", anderseits als erster Teil von "Song And Dance".)

Nun diese Neuaufnahme... Zu Beginn fällt auf, dass die Arrangements zwar verändert wurden, allerdings nur in Nuancen. Es versprüht immer noch den altmodischen Charme der früheren Aufnahme - und mit Denise van Outen wurde eine Sängerin gefunden, die stimmlich oftmals kaum von Marti Webb zu unterscheiden ist. So hört man die ersten vier Tracks - und freut sich über Altbekanntes. Und dann geht Track 5 los - einer der fünf neuen Songs. Und man ist verwirrt - da es sich dabei um eine waschechte R&B-Nummer handelt. Viele synthetische Sounds, ein relaxter Groove, Sphärenchöre, ein Rap von einer Männerstimme, eindeutige Computer-Drums. Und man stutzt. Nein, der Song ist beileibe nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Nur - er fällt musikalisch derart aus dem Rahmen, dass man versucht ist, nachzuschauen, ob der CD-Player eigenmächtig die CD gewechselt hat.

Mag das zunächst noch als charmant erscheinen - kuzfristig dachte ich, die ersten vier Tracks wären eine Reminiszens an früher, danach würde aber Musik im Stil des 21. Jahrhunderts gemacht -, kommt aber der Kardinalfehler dieser Version ab Track 10.
(Auf Track sechs bis neun tummeln sich zwei Rezitative "First [bzw. Second]Letter Home" und zwei weitere neue Songs: "Speed-Dating", eine Latin-Pop-artige Belanglosigkeit, und "Tyler King", ein richtig guter Rocker.)

Nun aber zum Fehler ab Track 10: Es geht weiter mit dem bekannten "Capped Teeth". Und zwar kaum verändert gegenüber 1980. Fast so, als wären die drei Songs dazwischen nicht passiert. "You Made Me Think" danach wurde hingegen modernisiert - ebenfalls zur rockigen Nummer. (In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die Musiker einen sehr soliden Job erledigen: Jede Nummer erklingt absolut im gewünschten Stil. Für die Anweisungen, die sie bekommen haben, können die Jungs schließlich nichts.)

Danach Reprise "Capped Teeth" - wieder Retro. Auch die nächsten 13 Tracks versprühen die Patina, die schon das Ursprungswerk ausgezeichnet hat. Ausgerechnet das Finale "Somewhere, someplace, sometime" (fünfter neuer Song) ist hingegen wieder als moderne Pop-Ballade produziert: Akkustische Gitarre zu Synthi-Sounds und programmierten Drums, das ganze mit Backing Vocals. Und ist somit kein Abschluß - sondern der letzte Stolperstein, nachdem man zuvor schon fast die Ausrutscher zwischen Track 5 und 9 vergessen hatte. Rein subjektiver negativer Höhepunkt des ganzen: Dieser letzte Track bekommt nicht mal einen würdigen Schluß verpasst, sondern wird langsam ausgeblendet. Wodurch für mich noch mehr der Eindruck entstand, plötzlich nicht mehr Tell me on a Sunday", sondern einen x-beliebigen Radiosender zu hören.

So ergibt die komplette CD ein verwirrendes, uneinheitliches Hörerlebnis. Nun gibt es durchaus Musicals, die verschiedene Stile pflegen, gerade von Lloyd Webber - und wo das durchaus passt. Das Problem hierbei ist jedoch, dass das ganze eher wie ein Konzeptalbum anmutet - und dabei eben stellenweise das Konzept über Bord geworfen wurde. Anders als beispielsweise in "Cats" oder "Starlight" - in denen die unterschiedlichen Stile unterschiedliche Charaktere symbolisieren. Hier hingegen ist die Stillosigkeit eben KEIN Stilmittel, da es nur einen Charakter/Sänger gibt - und bis auf die oben genannte "Ausrutscher" eben durchaus ein einheitlicher Stil gepflegt wird.

4 Sterne deshalb, weil es wohl derzeit die einzige Möglichkeit ist, eine Studioaufnahme des Stücks zu bekommen. CD-Spieler erlauben ja glücklicherweise, das Stück quasi im "Urzustand" abzuspielen.


24 - Season 6 (7 DVDs)
24 - Season 6 (7 DVDs)
DVD ~ Kiefer Sutherland
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 19,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ewigen Leiden des Agent B., 23. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: 24 - Season 6 (7 DVDs) (DVD)
Vorbemerkung: Der Verfasser versucht, so weit wie möglich, so genannte Spoiler zu vermeiden. Dies ist allerdings zwangsläufig nicht immer möglich.

Viel wurde hier bereits über die sechste Staffel geschimpft - und genauso viel Lob ausgeschüttet. Von Es lässt gewaltig nach" über Nach vier Folgen ist Jack leider wieder ganz der Alte" bis hin zu Jack ist ganz der Alte hurra!" findet sich fast alles. Soviel steht also wohl jetzt schon fest: Die Macher von 24" müssen einen neuen Weg eingeschlagen haben.

Und das haben sie tatsächlich - und werden es wohl auch mit den nächsten Staffeln tun. Ob dies schlecht oder gut ist, muß jeder Betrachter wohl letztlich selbst entscheiden - die viel wesentlichere Frage ist, Ist es notwendig?".

Betrachet man die bisherigen fünf Staffeln als ganzes, lässt sich festhalten: Es gibt einen Agenten der CTU, der sein Vaterland liebt, sich ganz in dessen Dienst stellt, durch diese Arbeit große Schicksalsschläge erduldet - aber wenn es drauf ankommt, funktioniert. Und zwar derart, dass er das Wohl des Landes über buchstäblich alles stellt. Jedes Mittel ist recht, um terroristische Katastrophen im letzten Moment abzuwenden. Man konnte gerade den letzten Staffeln durchaus vorwerfen, unverblümt Propaganda für Guantanamo und das Aussetzen der Menschenrechte zu betreiben. Jack Bauer ist eben kein James Bond (zumindest vor Daniel Craig), der in absolut unrealistischen Märchen die Welt rettet - sondern ein real wirkender Mensch in realistischen Szenarien. Wodurch die Serie, je weiter sie fortschreitet, um so mehr ein ungutes Gefühl hinterlässt.

Dies ist der erste entscheidende Schritt in Staffel sechs - Menschenrechte werden plötzlich ernst genommen. Nicht in Gestalt abstruser Amnesty-International-Mitarbeiter wie zuvor - sondern von ernsthaften Protagonisten mit vernünftigen Argumenten. Zu Beginn der Staffel hat die USA elf Wochen des Terrors hinter sich - und in den ersten Folgen wird eine Gesellschaft gezeigt, die darauf reagieren muß und es nicht wirklich hinbekommt. Vorurteile und Rassismus werden unverhohlen gepflegt, Lynchjustiz scheint an der Tagesordnung zu sein. Hinzu kommt eine Politik aus Washington, die Internierungslager für Verdächtige errichtet - und verdächtig ist, wer die falsche Religion hat. (Ein Thema, das zunächst recht allgemein behandelt wird - um im späteren Verlauf anhand einer CTU-Mitarbeiterin konkret wieder aufgegriffen zu werden.) Waren die vorangegangenen Staffeln Schützenhilfe für das Bush-Regime, so zeigt diese Staffel die Grenzen auf, wie weit Politik gehen darf.

Jack selbst wird nach zwanzig Monaten in diese USA geworfen - und ist ein anderer Mann geworden. Er hadert mit sich und seiner Arbeit. Oftmals scheint er nicht zu wissen, was richtig und was falsch ist, handelt instinktiv - und ist danach seinen eigenen Instinkten gegenüber sehr misstrauisch. Bis zum entscheidenden Wendepunkt - als in L.A. ein nuklearer Sprengkopf detoniert. Augenscheinlich wird in diesem Moment tatsächlich der alte Jack Bauer hervorgekramt - er beginnt wieder zu funktionieren. Allerdings.. War er früher ein tüchtiger Agent, der diverse Vorschriften überschreitet, um damit aber immer Erfolg zu haben und letztlich dafür gelobt zu werden, geht er diesmal ein ganzes Stück weiter. Und man bemerkt - er ist nicht mehr Washingtons Pitbull, sondern ein selbständiger Mensch. Dessen Interessen zwar oftmals mit denen der CTU übereinstimmen, zuweilen aber eben auch nicht.

Sieht man sich die Biografie Bauers (Staffel 1 bis 5) an, so war diese Entwicklung eigentlich unvermeidbar. Durch seine Arbeit waren alle Menschen, die ihm etwas bedeuteten, mindestens einmal in Lebensgefahr, seine Freunde ließen ihr Leben, er selbst wurde immer wieder gefoltert und letztlich nach China verschleppt - wo ihn sein Land 20 Monate lang verrotten ließ, bis es ihn wieder brauchte - als Opfer für die große Sache". Eigentlich stand schon lange die Frage im Raum Wie viel kann Jack Bauer noch erdulden und dabei ein loyaler Agent bleiben?". Dieser Punkt wurde wohl eindeutig überschritten.

Auch der Handlungsstrang im Weißen Haus geht diesmal über alles hinaus, was zuvor an Intrigen und Machtkämpfen gezeigt wurde - da es diesmal um die entscheidende Frage geht, Wie weit geht ein Land, um den Frieden wieder herzustellen?". Somit stehen sich zwei Fraktionen gegenüber, auf der einen Seite der Gedanke Wir sind unserer Verfassung und ihren Urhebern verpflichtet", auf der anderen Seite Die Sicherheit geht über alles - wenn wir dazu faschistische Methoden anwenden müssen, ist das bedauerlich, aber nicht vermeidbar". Es zeichnet die Staffel aus, dass die Vetreter der beiden Seiten nicht generell schwarz-weiß dargestellt werden - sondern entweder einen bestimmten Punkt haben, an dem sie nicht weiterwollen, oder gar im Lauf der Geschehnisse (glaubwürdig) dazulernen. Herausragend ist hier Peter McNicols - der sich eindrucksvoll von seiner Paraderolle in Ally McBeal lösen kann.

Das Darstellerensemble ist generell extrem hochwertig. Die üblichen Verdächtigen wie die Darsteller Buchanans, Chloes, Wayne Palmers etc werden von einem hervorragenden neuen Team ergänzt, das bis in Nebenrollen großartig besetzt ist. Filmkenner werden viele bekannte Gesichter entdecken - vom Morpheus-Gegenspieler der letzten beiden Matrix-Teile bis hin zur Nahostkorrespondentin in Glauben ist alles".

Somit hat 24" mit dieser Staffel den Schritt von der spannenden Unterhaltungs-Action-Serie zur ernsthaften Auseinandersetzung mit seinen Protagonisten und der Gesellschaft, in der sie agieren, genommen. Es bleibt abzuwarten, wie die Kreativen diesen Schritt in der nächsten Staffel weiterverfolgen.

Ein Fingerzeig könnten die letzten sieben Folgen sein. Es wurde kritisiert, dass der Hauptplot eigentlich mit Folge 17 abgeschlossen sei und Bauer danach noch seinen eigenen Plot verfolgt, der zwar mit den vorangehenden Folgen verbunden ist, aber tatsächlich quasi eine zweite Story in sich bietet. Hier agiert er ausdrücklich gegen Bestimmungen und Anordnungen und wird dadurch zum von der CTU Verfolgten. Dies ist wohl der Übergang zu Staffel 7, die ohne CTU auskommen soll, wie von den Machern verlautbart wurde.

Zuletzt steht ein gebrochener Jack Bauer auf einer Klippe und schaut nachdenklich hinunter. Wäre nicht schon längst bekannt, dass weitere Staffeln folgen sollen - nach dieser Staffel wäre nicht klar, dass die letzte Einstellung vor der tickenden Digitaluhr nicht seine zerfetzte Leiche zeigen würde.


Jesus Christ Superstar (Gesamtaufnahme)
Jesus Christ Superstar (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von Music-Finder
Preis: EUR 14,28

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalisch die beste Version, 21. Dezember 2007
Das Rock-Album "Jesus Christ Superstar" von 1970 war lange Zeit eine meiner Lieblingsplatten - die Stimmen, die musikalische Vielfalt, der Drive, der Zusammenklang von Rock-Band und Orchester. Dann machte ich den Fehler, mir die Verfilmung aus den 70er Jahren anzusehen - und schätzte das Originalalbum noch mehr, da mir die Filmversion der Songs lahm und uninspiriert erschienen.

Und dann, mitte der 90er Jahre: Das doppelte Geschenk. Wieder eine reine Studioproduktion der Musik, und dazu noch eine DVD mit einer gigantischen Bühnenproduktion. Ich gestehe: Seit ich dieses Doppelalbum habe, hörte ich mir das Original nicht einmal mehr an. Zu gewaltig, zu erdrückend, zu zwingend ist diese Aufnahme.

Die Stimmen sind sicherlich Geschmacksache - wobei mich persönlich alle überzeugen. (Wie schon öfters erwähnt: Alice Cooper als Herodes ist ein Geniestreich.) Was aber die Hauptstärke dieser Aufnahme ausmacht, ist neben der ausgereifteren Soundqualität der musikalische Bogen.

Schon 1970 hat Lloyd Webber versucht, alle Spielarten der populären Musik zu vereinen. Diesem Gedanken wurde in dieser Neueinspielung Rechnung getragen: Die Rock-Band spielt um einiges aggressiver und moderner. Beispiele: "What's The Buzz". In dieser Version entsteht aus der Nummer ein drückender Funk. "Simon Zealotes" klingt wie moderner Gospel. "Everything's Alright* swingt wunderbar. Der Apostelchor im "Last Supper" ist bei weitem nicht so kitschig-süßlich wie im Original. Die Edelschnulze "Could we start again please" wurde auf eine "normalen" Popballade zurückgestuft - und so interpretiert, ist es ein wunderschöner Song, bei dem man nicht Gefahr läuft, an Zuckervergiftung zu sterben. Die Kreuzigung ist sehr viel intensiver, ebenso die Schreie der Menge "Crucify him". Wie überhaupt das letzte Viertel (ab Judas' Selbstmord) den Anspruch erheben kann, ein modernes Oratorium zu sein. Große Ausnahme in dieser Abfolge verstörender Songs natürlich der Titelsong - der einen Ausdruck besitzt, von dem Murray Head (der Judas von 1970) nur träumen kann.

Eine Aufnahme, die zeigt, welche genialen Momente Lloyd Webber durchaus einmal zu komponieren im Stande war - wie er sie danach nur noch mit "Evita" erreichte, bevor er dem Kommerzwahn verfiel.


Bat Out of Hell III: The Monster Is Loose
Bat Out of Hell III: The Monster Is Loose
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 29,24

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Fledermäuse und hohe Erwartungen, 27. Oktober 2006
Vorbemerkung: Nackte Fakten wurden in den anderen Rezenssionen zur Genüge genannt. Ich verzichte bewußt - da Musikgenuß meiner Meinung nach immer noch etwas ist, was nicht in Fakten meßbar ist. Sondern von den Ohren ohne Umwege direkt in den Bauch gehen sollte.

1977 (der Autor dieser Zeilen sollte erst zwei Jahre später geboren werden) erscheint ein Album, das sich ungeniert über die damals beginnende immer härtere Rock-Musik lustig macht. Indem es in jeder Hinsicht noch einen draufsetzt: Noch wüster,noch lauter, viel komplexere Songs, die teilweise kleinen Opern gleichen. "Bat Out Of Hell" war geboren - und gehört nach wie vor zu den erfolgreichsten Long-Playern aller Zeiten.

1993 (nach einigen zum Teil auch fragwürdigen Meat-Loaf-Alben) erscheint "Bat Out Of Hell II" - ist nicht mehr so originell wie das erste, hat aber dafür andere Klasse: Ein rundes Meisterwerk, das wieder genüßlich mit Klischees spielt, wieder kleine Dramen bietet und einen der besten Songs Meat Loafs aller Zeiten enthält: Eine 12-minütige Bombast-Ballade namens "I Would Do Anyrhing For Love (But I Won't Do That)".

14 Jahre später, im Jahr 2006... "Bat Out Of Hell III" erscheint. Man ist stutzig - wie, nicht alle Songs sind von Jim Steinman..? Kann das Album dennoch genauso als Gesamt-Album überzeugen? Gerade das machte doch die ersten beiden Werke aus. Und man überlegt weiter.. Was erwartet man von einem Album, das den Titel "Bat Out Of Hell" trägt? Ein dominantes, mitunter sehr aggressicves Piano. Wunderschöne Gitarrenlinien. Epische Songs. Wunderschöne Balladen. Dramatik in jedem einzelnen Song, aber auch über die gesamte Spielzeit hinweg. Duette, in denen man vor Emotionalität kaum stlll sitzen kann. Und eben Jim Steinman. Den Mann, der als eigenständiger Musiker kaum bekannt ist - aber sich durch seine Songqualitäten einen Platz im Olymp der Rock-Musik sichergestellt hat. (Kein Wunder, daß er irgendwann anfing, eigene Ideen zu recyclen...)

Dieses Album muß im Kontext der ersten beiden betrachtet werden - und sich an jenen messen lassen, nicht an anderen Meat-Loaf-Alben.

Die CD beginnt. Und man ertappt sich: Man hätte sich ein röhrendes Motorrad gewünscht, oder solch wuchtigen Akkorde wie eben zu Beginn von "Bat Out Of Hell". Stattdessen leise Akkorde, eine Art Ouvertüre, die zum ersten Song hinleitet. Und jener brettert dann los - der klassische Rock'n'Roll ist vergessen, stattdessen leben wir in einer Welt, in der es Guns'n'Roses und Dream Theater gibt. Dementsprechend sind die Anleihen eben aktueller. Zunächst erschreckend - aber eigentlich logisch.

Dennoch, die ersten beiden Songs machen zwar Spaß, sind aber nicht herausragend. Dann beginnt der dritte - man hört einen Klavierakkord. Und da ist es - diese plötzliche Gänsehaut, die Jim Steinman so hervorragend herbeizaubern kann. Man schaut ins Booklet - richtig, es ist der erste Steinman. Die beiden können es noch. Und mit einem Mal spürt man Glück.

Der nächste Höhepunkt: "In The Land of The Pig". Jim Steinman at his best - alles, was man von ihm erwartet, taucht auf: Dramatik, ungewöhnliche Harmonien, eine wunderschöne Melodie. Und mit diesem Moment spürt man zum ersten Mal die Anwesenheit der Fledermaus. Und man spürt sie immer weiter... Man ist wieder in einem Film für die Ohren, die Bilder, sie kommen wieder.

Und dann "What About Love"... Nur ein Vorwurf: Der Song ist definitiv zu kurz. Patti Russo könnte man einfach ewig zuhören. Und dem Song auch.

Danach Schock: Was soll hier der Entr'Acte vom Tanz der Vampire??? ("Seize The Night") Danach die Neuverwendung einiger "Vampire"-Songs. Quasi ein Schnelldurchlauf, aber in sich schlüssig. Mit dem "Dies Irae" aus dem "Tanz". Meat Loafs Stimme paßt perfekt, und das Arrangement ist wunderschön. Aber trotzdem... Hättet Ihr doch nur den unvermittelten Entr'Acte weggelassen..

Resümee: Eine konsequente Weiterentwicklung, die ähnlich konzipiert ist wie die ersten beiden Alben. Genauso gewöhnungsbedürftig, genauso originell, genauso geniale Momente - aber es klingt eben anders. Man geht im Kopf die eingangs aufgestellte Checkliste durch: Viel davon fehlt tatsächlich - aber es fällt einem erst dann auf, wenn der Kopf wieder mitreden darf.

Und man bemerkt: Ja, es ist ein würdiger (vermutlich) Abschluß. Und wieder einmal bedankt man sich bei dem Gott der Rock-Musik, daß so sperrige Alben produziert wurden und werden.


Star Wars Trilogie (4 DVDs)
Star Wars Trilogie (4 DVDs)
DVD ~ Mark Hamill
Wird angeboten von maximus2014
Preis: EUR 42,66

16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur Filme - aber was für welche..., 20. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Star Wars Trilogie (4 DVDs) (DVD)
Gleich vorweg: Es war im Vorfeld durchaus amüsant, hier nachzulesen, wie die beiden Lager sich – und auch den Großmeister George Lucas – zerfleischt haben. Deshalb mal eine prinzipielle „Warnung“: Leute, ES SIND NUR FILME!!! Daß Mr Lucas einen Vogel hat, weil er wohl denkt, ein Werk geschaffen zu haben, daß die Bibel an Bedeutung übertrifft – geschenkt. Aber warum fallt Ihr drauf rein? Abgesehen davon: Jeder Regisseur hat das Recht auf einen „Director’s Cut“ – so auch Mr Lucas. Ihr müßt es Euch ja nicht anschauen. (Okay, das einzig vernünftige Argument dagegen ist, daß er auch die Originalversionen zugänglich machen sollte. Aber dann würden dieselben Leute vermutlich wieder „Geldmacherei!“ brüllen.)
Nein, es sind nur Filme. Punkt. Und was für welche! Ich gehöre definitiv nicht ins Lager der StarWars-Religiösen – einfach nur zu den Filmfanatikern. Und für jenen ist diese Spielfilmreihe fantastisch. Ich habe mir den Spaß gemacht, alle sechs Teile am Stück anzuschauen – und ich muß Mr Lucas meinen Respekt zollen: Schaut man sich das ganze als EINEN Film an, macht das alles durchaus Sinn. Selbst Episode 1 und 2, die ich im Kino allein wegen der Specialeffekte genossen habe, werden im Gesamtzusammenhang richtig gut. Als Science-Fiction-Filme. Denn wir erinnern uns: Es sind nur...
Episode 4 bis 6 sind inhaltlich sicher besser – aber wenn wir ehrlich sind: Das Geschichtenerzählen ist nicht etwa etwas, was Mr Lucas in den letzten zwanzig Jahren verlernt hat. Er konnte es nie so besonders. Allenfalls kann man sagen, daß er sich bei Ep 4 – 6 noch mehr Mühe gegeben hat, da er sich nicht auf eine gigantische Computersimulation verlassen konnte, die schon von erzählerischen Schwächen oder gar dem Fehlen von Sinn ablenken würden. Aber dennoch, auch hier ist nicht alles logisch. Und noch schlimmer: Die Hauptpersonen werden viel zu wenig ausgebaut. Man muß 360 Minuten zusehen, wie sich Han Solo und Leia abscheulich finden (und, wie Terry Pratchett schreibt: „Wir alle wissen ja, wozu so etwas führt.“). Han Solo darf zwischen dem ersten und zweiten Film den Wandel vom opportunistischen Schmuggler zum Weltretter machen – wohlgemerkt: Zwischen den Filmen. Es muß die Frage erlaubt sein, ob Harrison Ford mit der Aufgabe, diese Wandlung wirklich darzustellen, nicht auch überfordert wäre.
Das ist die Entwicklung, die ein Charakter maximal über 360 Minuten hinweg machen darf. Wobei man tatsächlich fragen kann, ob die Schauspieler mit mehr fertig geworden wären. Mark Hamill beherrscht ungefähr fünf Gesichtsausdrücke, bei Harrison Ford sind es wohl noch weniger – und Carrie Fisher hat nunmal die undankbare Rolle der hübschen Prinzessin, die zwar mit einem Gewehr rumwedeln darf, aber ansonsten hauptsächlich dekorativ ist.
Dennoch machen alle StarWars-Filme – und eben auch jene drei – zweifelsfrei Spaß. Es sind Märchen – da muß man nicht alles so genau nehmen. Es ist Popcorn-Kino – Hauptsache, man kann lachen, ein bißchen Angst um die Protagonisten haben (aber bitte nicht allzu viel), man will staunen über das, was man zu sehen bekommt. Und das alles bietet StarWars im Überfluß. Natürlich merkt man den Filmen 4 bis 6 ihr Alter an – insofern ist es im Vergleich zur neuen Trilogie in gewisser Weise sogar wohltuend, daß er sie aufgemotzt hat. Sie würden sonst technisch doch sehr abfallen – es ist so schon verwunderlich genug, was diverse Haupt- und Nebenfiguren in den 20 Jahren alles verlernt und vergessen haben. Das sind die tatsächlichen Sünden, die Lucas begangen hat: Warum ist R2D2 in Episode 3 ein robotischer Tausendsassa, von dem man den Eindruck bekommt, er könnte die Sith alleine besiegen, wenns drauf ankommt – und in Teil 4 bis 6 hat er vergleichsweise normale Fähigkeiten? Warum erkennen weder Obi-Wan noch Yoda die Droiden wieder? Zumindest Obi-Wan müßte sich doch an beide erinnern können. (Dies sind allerdings natürlich Mängel an Episode 1 – 3, da jene ja nach 4 – 6 gedreht wurden und insofern einfach falsch konstruiert worden sind.)
Ja, Hayden Christensen ist am Ende von Teil 3 für ca 15 Sekunden im Bild. (Das ist ungewohnt – aber im Gesamtzusammenhang tatsächlich stimmig.) Ja, Darth Vader hat zweimal eine andere Synchronstimme. (Bei einer Szene versteht man, weshalb sie reinmußte – bei der anderen ist es absolut unnötig.) Aber warum, bitteschön, schlägt man sich deswegen die Köpfe ein? Es sind doch nur...
Das Bonusmaterial ist gewohnt umfangreich und von gewohnter „Qualität“. Warum die Anführungsstriche? Nun denn, die Religion „Lucas/StarWars“ wird hier konsequent fortgeführt. So sind die Informationen, die man bekommt, natürlich interessant – aber vieles wird bei weitem nicht so umfassend behandelt, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Vieles läuft eher nach dem Schema „Und dann haben wir noch die und die GANZ TOLLE UND REVOLUTIONÄRE Technik benutzt“ – aber wenn man sich erhofft, danach auch nur annähernd zu erfahren, wie das wirklich gemacht wird, ist man auf dem Holzweg. (Ähnlich schlimm bei der Dokumentation zu Episode III.)
Wer sollte nun also 50 Euro für eine schicke, ansprechende, schön gestaltete Box mit diesem Inhalt ausgeben? Wer bislang nur die Videoversionen hatte, die langsam den Geist aufgeben, zum Beispiel. Oder wer die Filme im Kino gut gefunden hat und noch keinen davon hat. Oder wer filmverrückt ist und noch keinen dieser Kultfilme überhaupt gesehn hat. (Ja, so Leute soll es geben.)
Auf jeden Fall sollte derjenige, der sie kauft, bitte bitte bitte begreifen: Es sind nur Filme. :-)


You Can't Do That on Stage Anymore, Vol. 4
You Can't Do That on Stage Anymore, Vol. 4
Wird angeboten von andoja
Preis: EUR 18,92

27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unfaßbar, sperrig, wüst - und genial!, 12. August 2005
Oftmals wundert man sich bei Live-Alben, weshalb ein Label es für notwendig befunden hat, das Material zu veröffentlichen: Allzu oft finden sich die Songs genau so auf dem Album, wie man sie schon von den Studio-Produktionen kennt. Aber es gibt auch Ausnahmen - und da gehört die „You Can't Do That On Stage Anymore"-Reihe von Frank Zappa definitiv dazu. Er selbst hat diese sechsteilige Reihe noch zusammengestellt - wobei seine Zusammenstellung nicht der zeitlichen Chronologie folgt. Es werden Live-Aufnahmen aus seiner ganzen Karierre hintereinandergereiht - stellenweise werden sogar verschiedene Aufnahmen des gleichen Songs zusammengeschnitten. (Was, sei hinzugefügt, aber überhaupt nicht stört.)
Bei dieser Auswahl "Vol. 4" finden sich wieder so illustre Bandmitglieder wie George Duke, Steve Vai, Captain Beafheart und etliche andere. Und auch, wenn man Zappa für seine Arroganz hassen möchte: Er hat wohl leider recht mit dem Titel der Reihe. Für mich als professionellen Musiker ist es nicht nachvollziehbar, wie seine Musiker dieses Material auf der Bühne bewältigen konnten (zudem noch auswendig): So unvorhersehbar sind viele Wendungen, so kompliziert sind viele Phrasen, so komplex manche Time- und Taktwechsel. Man sitzt vor den Lautsprechern und kann sich nur fragen „Wie haben die Schweine das in ihre Gehirne bekommen??" Und gleichzeitig freut man sich über das extrem hohe Niveau - und über das Vergnügen, das diese musikalischen Spielereien bereiten.
Insofern ist diese Plattenreihe für Musiker quasi unverzichtbar - wie sieht es mit den „Normalbürgern" aus?
Keinesfalls sollte jemand zu CDs der Reihe greifen, für den Frank Zappa bislang nur ein Name war, allenfalls in Verbindung mit „Bobby Brown". Jener würde die knapp 17 Euro schmerzlich bereuen - und die CD nach den ersten fünf Minuten für immer aus dem CD-Spieler verbannen. Denn auch Songs, die auf den Studioalben noch halbwegs „konventionell" waren, wurden live derart aufgemotzt, daß sie extrem anstrengend sein. Außerdem sind minutenlange Gitarrensoli (wie beispielsweise in „Stevie's Spanking") für den Otto-Normalhörer auch nicht gerade das A und O. Nein, Menschen ohne Zappa-Kenntnis wären mit seinem Best-Of-Album und hernach „Sheik Yerbouty" besser beraten - und es ist zu hoffen, daß sie dann genügend Feuer gefangen haben, um auch seine anstrengenden Werke (in diesem Fall ein durchaus gerechtfertigter Begriff, wie ich finde) kennenlernen zu wollen.
Für Hörer, die Zappa bereits schätzen, führt an der CD-Reihe jedoch kein Weg vorbei - da es sich um sehr gelungene Interpretationen handelt und alle üblichen Livesünden (schlechter Sound, zu lautes Publikum etc.) konsequent vermieden werden.
Zu der eingangs aufgestellten Behauptung: Natürlich weiß ich, weshalb Live-Alben in der Regel auf den Markt kommen. Man schlachte eine Kuh solange aus, bis nichts mehr drin ist, was Profit abwirft. Diesen Vorwurf kann man dieser Reihe nicht machen - dafür ist das Songmaterial viel zu sperrig, als daß man das große Geld machen könnte.
Für die einen, die das Glück hatten, ihn live zu erleben, wohl die Möglichkeit, ein gigantisches Konzerterlebnis besser in Erinnerung zu behalten - für die anderen (wie auch den Autor) eine gigantische Hörerfahrung, die sehr viel Neid aufkommen läßt, weil man für manche Dinge einfach zu spät geboren wurde.


Otherland: Stadt der goldenen Schatten
Otherland: Stadt der goldenen Schatten
von Tad Williams
  Audio CD
Preis: EUR 27,99

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verwirrend aber großartig, 12. Juni 2005
Ein (wie von den ARD-Anstalten gewohnt) sehr gutes Hörspiel - mit erstklassigen Effekten, fantastischer Originalmusik und vor allem hervorragenden Sprechern. Dieses Hörspiel beeindruckt genauso wie die SWR/WDR-Umsetzung vom Herrn der Ringe. (Wobei dies der einzige Vergleich zwischen den beiden Werken ist, den ich ziehen möchte.) Die Sprecherriege umfaßt Namen wie Hans Peter Hallwachs (gut bekannt als Aragorn im "Herr der Ringe"-Hörspiel), Dietmar Mues (ebd. der Gollum), Matthias Habich (Alberto Knox in "Sophies Welt"), Michael Quast (eigentlich eher auf Kabarett-Böden zuhause), Charles Brauer (bekannt aus dem "Tatort" mit Manfred Krug) - und im zweiten Teil dann auch noch Meret Becker und Felix Mannteufel (Arthur Dent im "Anhalter"). Die Namen zeugen von Professionalität - und der Hörer wird nicht enttäuscht werden.
Unter der Regie von Walter Adler entsteht so eine vielschichtige Welt in der Zukunft - in der das Internet eine noch viel größere Ausdehnung und Bedeutung hat als in unseren Tagen. Die Geschichte wurde ja bereits ausgiebig wiedergegeben, weshalb ich hierauf verzichte.
Allein einen halben Punkt Abzug würde ich geben (wenn dies möglich wäre), da die Story für jemanden, der zwar Fantasy- und ScienceFiction-Erfahrung hat, aber die Bücher von Williams nicht gelesen hat, sehr verworren daherkommt. Es gibt ca sechs verschiedene Handlungsstränge, die alle innerhalb der ersten halben Stunde begonnen werden. Zwar bekommt jede Handlung einen eigenen Erzähler (eine sehr gute dramaturgische Entscheidung, die das Verstehen durchaus erleichtert) - nichtsdestotrotz hat man seine liebe Mühe, zu begreifen, was in welcher Zeitepoche (es gibt mehrere, vom ersten Weltkrieg bis zur fernen Zukunft)tatsächlich geschieht. Von Verbindungen der einzelnen Stränge ganz zu schweigen. So mußte ich die erste CD dreimal anhören, bis ich mich zur zweiten vortasten konnte - und es ist ein absoluter Irrglaube, zu denken, man könne dieses gigantische Hörspiel "nebenher" konsumieren.
Für diesen Umstand einen ganzen Stern abzuziehen, wäre aber in höchstem Maße unfair - zumal es in der Vorlage selbst begründet ist, nicht in der Hörspielumsetzung.
Alles in allem: Beste, perfekte Hörspielunterhaltung für Menschen, die phantastische Geschichten mögen. Tip: Eine Tasse Tee machen, Kekse holen, ab ins warme Bett - und es ist unerheblich, ob der Sommer denn nun doch noch kommt oder nicht...


Der Herr der Ringe - Die Gefährten (Special Extended Edition) [4 DVDs]
Der Herr der Ringe - Die Gefährten (Special Extended Edition) [4 DVDs]
DVD ~ Elijah Wood

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke für diese Special Edition, 26. Februar 2005
Lange hatte ich mir überlegt, ob ich diese Special Edition kaufen sollte. Als beide Versionen damals erschienen, hatte ich mich für die "billige" Variante entschieden - aus Kostengründen einerseits, andererseits weil ich dcahte, "Na drei Stunden reichen völlig - und auf der billigen Version sind ja auch schon Specials drauf". Fataler Irrtum. Nachdem der Preis deutlich gesenkt wurde, konnte ich doch nicht wiederstehen - und war angenehm überrascht: Die 30 zusätzlichen Minuten machen definitiv sehr viel Sinn, um in den Film noch tiefer einzutauchen: Es tauchen Informationen auf, die zuvor fehlten, die Charaktere bekommen nochmehr Farbe - und letztlich sind es viele kleine Details, die Tolkiens (Film-)Welt noch um einiges lebendiger, spannender, unterhaltender machen. Vergleichbar mit dem Director's Cut von "Der mit dem Wolf tanzt" oder "Amadeus": Die Gecshichte ist auch in der gekürzten Version da, natürlich. Aber die volle Pracht, die ganze Genialität (ein überstrapaziertes Wort, hier trifft es zu..) zeigt sich erst in den langen Versionen.
Außerdem sind (im Fall von "Herr der Ringe") die Bonusmaterialien auf jeweils zwei weiteren DVDs nicht vergleichbar mit jenen der "Billigvariante". Es fehlte bislang die Zeit, alles anzuschauen - aber allein die Filmbiographie über Tolkien ist gerade für nicht einegfelischte Tolkien-Fans äußerst interessant und informativ.
Die Verpackung ist sehr stimmig und ansprechend gestaltet.
Der Film ist zudem mit vier (!!!) Kommentar-Spuren ausgestattet. Wohl der Grund, warum man das einzige Manko hinnehmen muß: Mitten im Film DVD-Wechsel.
Kurz: Eine rundum gelungene Special-Edition, die zeigt, was für Filme in den Kinos laufen könnten, wenn die Produktionsfirma nicht Maßgaben in Bezug auf Länge und Art der Darstellung des Films machen würde...


Civilization 3 - Deluxe Edition
Civilization 3 - Deluxe Edition

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei gute Gründe für dieses Spiel..., 15. Februar 2005
Alles, was meine Vorkritiker bereits gesagt haben, trifft natürlich voll und ganz zu. Zwei Ergänzungen: Zunächst ist dieses Spiel der beste Beweis (und wird es auch immer bleiben) dafür, daß Grafik für Spielspaß überhaupt keine Bedeutung hat. (Wie eine Redakteurin einer Computerzeitschrift schrieb: "Ich könnte es keiner Grafikkarte verdenken, die sich weigert, diese Grafik darzustellen")Wer einmal Spelforce, C&C Generäle oder Das Erbe des Königs gesehen hat, erschrickt beim ersten Blick... Wird aber umso besser unterhalten.
Zweitens: Als ich heute das Paket geöffnet habe, das Spiel instaliert habe und nur kurz noch mal reinschauen wollte (hab das Spiel vor zwei Jahren schon mal gespielt) - merkte ich plötzlich, daß ich schon drei Kriege geführt hatte, die Demokratie erforscht hatte und zwei Stunden vorbei waren. Soviel zum Thema Suchtgefahr. ;-)
Wer viel Zeit übrig hat, darf sich getrost mit diesem Riesenpaket Spielspaß vergnügen...


Seite: 1 | 2