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Rezensionen verfasst von
Gartenzwerg

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Kipling Aktentasche New Becky, 2d print, 24.2, K10984648
Kipling Aktentasche New Becky, 2d print, 24.2, K10984648

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Praktische Bürotasche, 17. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
An meiner letzten Handtasche hat mich gestört, dass ich viel zu lange suchen musste, bis ich was im Inneren gefunden habe. Deswegen habe ich mir diese hier mit etlichen Seitentaschen zugelegt: sie hat ein großes Hauptfach, das man durch eine herausnehmbare Laptophülle abtrennen kann, und zwei Einstecktaschen sowie zwei Innenfächer mit Reißverschluss für kleinere Utensilien. Außen hat sie zwei aufgesetzte Taschen und noch zwei Seitentaschen, die oben nur mit einem Klettverschluss verschließbar sind. Ob das so praktisch ist, wird sich noch zeigen.

Mein erster Eindruck von der Tasche ist positiv: ohne Inhalt ist sie deutlich leichter als meine Ledertaschen. Der Platz reicht gut für einen DIN A4-Ordner oder für den Laptop und andere Materialien. Die Tasche lässt sich gut in der Hand tragen; wenn man das will, kann man sie auch über der Schulter tragen mit dem dazugehörigen Schultergurt (abnehmbar). Die Farbe hatte ich für einen Braunton gehalten - sie geht aber eindeutig ins Dunkellila - das passt jedoch ganz gut zu dem strapazierfähigen Nylon-Oberstoff, der mit dem dezenten Schriftzug (Kipling) eine schöne Optik hat. Der kleine Schlüsselring mit Plüschaffe sieht komisch aus; den mache ich vielleicht noch ab. Alles in allem: könnte meine neue Lieblingstasche werden.


Köche und ihre geschmackvollen Gärten - Prominente Köche öffnen ihre Gärten und präsentieren ihre Lieblingsrezepte
Köche und ihre geschmackvollen Gärten - Prominente Köche öffnen ihre Gärten und präsentieren ihre Lieblingsrezepte
von Axel Killian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,17

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weder ein Kochbuch, noch ein Gartenbuch – eher eine Art Koch-Hommage, 10. November 2012
Bei "geschmackvollen" Gärten dachte ich an Kräuter, Gewürze und andere essbare Nutzpflanzen. Doch bei diesem Bildband geht es in erster Linie um die Vorstellung von Gourmetköchen und deren Restaurants. Welche Kräuter zu welchem Gericht am besten passen, das erfährt erst in zweiter Linie. Vorgestellt werden diese zwölf Feinschmeckerköche:

- Jean Marie Dumaine, Restaurant Vieux, Sinzig
- Ralf Hiener und Olaf Schnelle, Essbare Landschaften, Süderholz
- Kolja Kleeberg, Restaurant VAU, Berlin
- Johann Lafer, Restaurant Le Val d'Or in der Stromburg, Stromberg
- Lea Linster, Frisange
- Johanna Maier, Filzmoos
- Martina Meuth & Bernd Neuner-Duttenhofer, Sulz-Hopfau
- Stephane Reynaud, Restaurant Villa9trois, Montreuil sous Bois
- Andreas Schweiger, München
- Helmut und Vinzenz Thieltges, Waldhotel Sonora, Dreis
- Heinz Winkler, Aschau im Chiemsee
- Harald Wohlfahrt, Restaurant Schwarzwaldstube, Baiersbronn

Ich vermisse eine klar strukturierte Gliederung im Buch, die eine Übersicht gibt über die Verwendung von Kräutern und deren Anbau. Im Buch findet man leider viele beliebige Hinweise hierzu, wie z.B. „Ein Fest für Augen und Nase“, „Künstlicher Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel sind hier tabu“ oder „frische Kräuter – die entscheidende Zutat für Geschmack“. Auch die Gartentipps erweisen sich als eher allgemein. Die Fotos finde ich nur bedingt aussagekräftig - eine kunterbunte Mischung von Porträts, von Gartenanlagen und von Blumenbeeten bei sehr viel Text. Jeder der Feinschmeckerköche hat aber ein kleines Rezept von sich preisgegeben, von denen ich sicherlich das eine oder andere ausprobieren werde. Aufschlussreich waren für mich auch die Hinweise zu Blattsalaten, wobei ich Knoblauch niemals presse, sondern immer scheide, weil er sonst bitter wird.

Fazit: Etwas zu textlastig und zu wenig strukturiert. Die Gärten von Johann Lafer, von Lea Linster und von Johanna Maier finde ich aber in der Tat sehr geschmackvoll. Und die Motorräder von Andreas Schweiger fand ich auch interessant ...


Tom Sawyer & Huckleberry Finn
Tom Sawyer & Huckleberry Finn
von Andreas Nohl
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mark Twain hat im Großen und Ganzen die Wahrheit gesagt ... mit ein paar Übertreibungen.", 7. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Tom Sawyer & Huckleberry Finn (Taschenbuch)
In dieser Ausgabe findet man Band eins und Band zwei. Tom Sawyer besteht nicht aus einem einzelnen Vorbild, sondern er ist "eine Kombination von drei Jungen". Mark Twain hat die einzelnen Abenteuer-Geschichten zusammengetragen und hat den erstaunlichen Kunstgriff hinbekommen, daraus ein Werk zu schaffen, der wie eine zusammenhängende Geschichte wirkt. Wir befinden uns Mitte des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf am Mississippi (fiktiv: St. Petersburg). Ich habe mir sagen lassen, dass das Südstaatenenglisch von vor 150 Jahren im Original nicht unbedingt einfach zu lesen ist. Die hier vorliegende Übersetzung von Andreas Nohl hat mich sehr angesprochen.

Auftretende Personen sind: Tante Polly, Mary (Cousine), Sid (Halbbruder), Witwe Douglas, Joe Harper, Ben Rogers, Miss Watson (Schwester der Witwe Douglas), Indianer Joe, Muff Potter, Huckleberry Finn, Becky Thatcher, Ami Lawrence, Lehrer Dobbins, Richter Thatcher, Mrs. Harper und viele und und viele mehr …

Bei dem Roman handelt es sich um all-age-Literatur, die wirklich jeder lesen kann. Es ist allgemein anerkannt, dass Toms Alter nicht konsistent dargestellt ist, was vermutlich daran liegt, dass Mark Twain allerlei Einzelepisoden aus seinem eigenen Leben in ihm verschmolzen hat. Die englische Wikipedia hält Tom für 12 und Sid für 9. Die wichtigsten Elemente des ersten Buches sind: der Mord auf den Friedhof, die Robinsonade, die Schatzsuche, die Gerichtsverhandlung, die Verirrung in der Höhle, die Floßfahrt von Huck und Jim auf dem Mississippi zu den freien Staaten usw.

Bei solchen Sätzen, wie: "Der Samstagmorgen kam, und die ganze sommerliche Welt war strahlend und frisch und barst vor Leben." (Kap. 2), denkt man zunächst, dass Mark Twain hauptsächlich die ländliche Idylle von Missouri beschreibt, doch mehr und mehr schleichen sich ironische Zwischentöne ein. Auch handelt es sich um keine reine Verklärung der Kindheit, wie manche Rezensenten mutmaßen, sondern um eine sehr realistische Darstellung der Lebenssituation der damaligen Zeit mit Seitenhieben auf Kirche, Obrigkeit und herrschenden Verhältnissen (Sklavenhaltung). Hieran wird deutlich, dass es sich um tiefste Provinz handelte: "He was from Constantinople, twelve miles away—so he had travelled, and seen the world—these very eyes had looked upon the county court-house—which was said to have a tin roof".

Besonders der erste Teil „Tom Sawyer“ enthält wunderbare Naturbeschreibungen, wie z.B.:
„Ein Stück weiter reckte Cardiff Hill seine zartgrünen Hänge in den flammenden Sonnenschein, umhüllt von einem Hitzeschleier, der durch die Ferne violett schimmerte. Eine Handvoll Vögel schwebte träge oben am Himmel. Sonst war kein anderes Lebewesen zu sehen, nur ein paar Kühe, und die schliefen." Am Fuß des Cardiff Hill in Hannibal findet man eine Statue von Tom + Huck. Die Heimatstadt von Mark Twain war Hannibal in Missouri, das liegt direkt am Mississippi.

Tom ist clever und hat eine tolle Phantasie: das schwarze Segelboot "Geist der Stürme"; er selber als Pirat "Der schwarze Rächer der spanischen Armada" – da kann man sich den Lausbuben sehr gut vorstellen. Auch gibt es immer wieder Szenen, in denen Aberglaube vorkommt. Die Schwarzen werden bei Twain naiv, gutmütig und ein bisschen dumm/ leichtgläubig dargestellt, aber es begegnet einem in diesen Büchern kein böser Schwarzer. Jim wird im zweiten Teil immer liebenswerter. Ganz im Gegensatz zu Indianer Joe, den Twain als grausamen und verhassten Mörder darstellt. Twain hat zur seiner Zeit diese Art von Rassismus umgeben - in seiner realistischen Art, hat er das so wiedergeben, wie's war - ohne Beschönigung oder innere Zensur. Man findet sehr humorvolle (und auch makabere) Stellen in dem Roman, z.B. täuschen die Jungs ihren eigenen Tod vor und gehen zu ihrer eigenen Beerdigung …

Tom Sawyer (2) – Die Abenteuer von Huckleberry Finn
Zitat: "Dann erzählte sie mir alles über den >>Ort der Finsternis<<, und ich sagte, genau da wollte ich hin."
"In diesem Buch werden mehrere Dialekte gesprochen, als da sind: der Negerdialekt von Missouri; die extremste Form des Hinterwäldlerdialekts im Südwesten; der übliche Dialekt in "Pike Country"; sowie vier abgewandelte Formen des letzteren." – im Original dürfte auch das eine Herausforderung sein. Im zweiten Band wird nun nicht mehr aus der auktorialen Erzählperspektive erzählt, sondern Huck erzählt aus der Ich-Perspektive. Der Stil ändert sich: die Geschichten werden einerseits abstruser, andererseits tauchen mehr und mehr Western-Elemente und Schießereien auf. Im Großen und Ganzen geht es um die Floßfahrt, die Huck und Jim auf dem Mississippi unternehmen, als beide von zu Hause weglaufen. Bei dieser Floßfahrt begegnen den beiden ein König, ein Herzog, Huck muss sich als Mädchen verkleiden und Jim wird immer mal wieder eingefangen … beeindruckend auch dabei, wie Huckleberry seine Umgebung wahrnimmt, wie er sie beschreibt wie es sich zuständig fühlt und auch oft schuldig (obwohl er es nicht ist).

Fazit: Ich verstehe, warum von diesem Buch in Deutschland bis Mitte der 1930er Jahre ca. 240000 Exemplare verkauft wurden und dass Mark Twain der amerikanische Lieblingsautor der Deutschen war. Dass Twain aber nicht nur ein Autor für die sogenannten breiten Leserschichten war, zeigt folgendes Beispiel: in der Bibliothek von Friedrich Nietzsche befindet sich die deutsche Erstausgabe von Tom Sawyer...

Beide Bücher wurden mehrfach verfilmt; meine Lieblings-Verfilmung ist die von 1968 nach dem Drehbuch von Walter Ulbrich. Der erste Band (Tom Sawyer) erhält von mir fünf Punkte, der zweite Band (Huckleberry Finn) erhält vier Punkte, weil es sich für meinen Geschmack nicht mehr ganz so gut lesen ließ, wie Band eins.


Tom Sawyer & Huckleberry Finn
Tom Sawyer & Huckleberry Finn
von Mark Twain
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mark Twain hat im Großen und Ganzen die Wahrheit gesagt ... mit ein paar Übertreibungen.", 7. November 2012
Tom Sawyer besteht nicht aus einem einzelnen Vorbild, sondern er ist "eine Kombination von drei Jungen". Mark Twain hat die einzelnen Abenteuer-Geschichten zusammengetragen und hat den erstaunlichen Kunstgriff hinbekommen, daraus ein Werk zu schaffen, der wie eine zusammenhängende Geschichte wirkt. Wir befinden uns Mitte des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf am Mississippi (fiktiv: St. Petersburg). Ich habe mir sagen lassen, dass das Südstaatenenglisch von vor 150 Jahren im Original nicht unbedingt einfach zu lesen ist. Die hier vorliegende Übersetzung von Andreas Nohl hat mich sehr angesprochen.

Auftretende Personen sind: Tante Polly, Mary (Cousine), Sid (Halbbruder), Witwe Douglas, Joe Harper, Ben Rogers, Miss Watson (Schwester der Witwe Douglas), Indianer Joe, Muff Potter, Huckleberry Finn, Becky Thatcher, Ami Lawrence, Lehrer Dobbins, Richter Thatcher, Mrs. Harper und viele und und viele mehr …

Bei dem Roman handelt es sich um all-age-Literatur, die wirklich jeder lesen kann. Es ist allgemein anerkannt, dass Toms Alter nicht konsistent dargestellt ist, was vermutlich daran liegt, dass Mark Twain allerlei Einzelepisoden aus seinem eigenen Leben in ihm verschmolzen hat. Die englische Wikipedia hält Tom für 12 und Sid für 9. Die wichtigsten Elemente des ersten Buches sind: der Mord auf den Friedhof, die Robinsonade, die Schatzsuche, die Gerichtsverhandlung, die Verirrung in der Höhle, die Floßfahrt von Huck und Jim auf dem Mississippi zu den freien Staaten usw.

Bei solchen Sätzen, wie: "Der Samstagmorgen kam, und die ganze sommerliche Welt war strahlend und frisch und barst vor Leben." (Kap. 2), denkt man zunächst, dass Mark Twain hauptsächlich die ländliche Idylle von Missouri beschreibt, doch mehr und mehr schleichen sich ironische Zwischentöne ein. Auch handelt es sich um keine reine Verklärung der Kindheit, wie manche Rezensenten mutmaßen, sondern um eine sehr realistische Darstellung der Lebenssituation der damaligen Zeit mit Seitenhieben auf Kirche, Obrigkeit und herrschenden Verhältnissen (Sklavenhaltung). Hieran wird deutlich, dass es sich um tiefste Provinz handelte: "He was from Constantinople, twelve miles away—so he had travelled, and seen the world—these very eyes had looked upon the county court-house—which was said to have a tin roof".

Besonders der erste Teil „Tom Sawyer“ enthält wunderbare Naturbeschreibungen, wie z.B.:
„Ein Stück weiter reckte Cardiff Hill seine zartgrünen Hänge in den flammenden Sonnenschein, umhüllt von einem Hitzeschleier, der durch die Ferne violett schimmerte. Eine Handvoll Vögel schwebte träge oben am Himmel. Sonst war kein anderes Lebewesen zu sehen, nur ein paar Kühe, und die schliefen." Am Fuß des Cardiff Hill in Hannibal findet man eine Statue von Tom + Huck. Die Heimatstadt von Mark Twain war Hannibal in Missouri, das liegt direkt am Mississippi.

Tom ist clever und hat eine tolle Phantasie: das schwarze Segelboot "Geist der Stürme"; er selber als Pirat "Der schwarze Rächer der spanischen Armada" – da kann man sich den Lausbuben sehr gut vorstellen. Auch gibt es immer wieder Szenen, in denen Aberglaube vorkommt. Die Schwarzen werden bei Twain naiv, gutmütig und ein bisschen dumm/ leichtgläubig dargestellt, aber es begegnet einem in diesen Büchern kein böser Schwarzer. Jim wird im zweiten Teil immer liebenswerter. Ganz im Gegensatz zu Indianer Joe, den Twain als grausamen und verhassten Mörder darstellt. Twain hat zur seiner Zeit diese Art von Rassismus umgeben - in seiner realistischen Art, hat er das so wiedergeben, wie's war - ohne Beschönigung oder innere Zensur. Man findet sehr humorvolle (und auch makabere) Stellen in dem Roman, z.B. täuschen die Jungs ihren eigenen Tod vor und gehen zu ihrer eigenen Beerdigung …

Tom Sawyer (2) – Die Abenteuer von Huckleberry Finn
Zitat: "Dann erzählte sie mir alles über den >>Ort der Finsternis<<, und ich sagte, genau da wollte ich hin."
"In diesem Buch werden mehrere Dialekte gesprochen, als da sind: der Negerdialekt von Missouri; die extremste Form des Hinterwäldlerdialekts im Südwesten; der übliche Dialekt in "Pike Country"; sowie vier abgewandelte Formen des letzteren." – im Original dürfte auch das eine Herausforderung sein. Im zweiten Band wird nun nicht mehr aus der auktorialen Erzählperspektive erzählt, sondern Huck erzählt aus der ich Perspektive. Der Stil ändert sich: die Geschichten werden einerseits abstruser, andererseits tauchen mehr und mehr Western-Elemente und Schießereien auf. Im Großen und Ganzen geht es um die Floßfahrt, die Huck und Jim auf dem Mississippi unternehmen, als beide von zu Hause weglaufen. Bei dieser Floßfahrt begegnen den beiden ein König, ein Herzog, Huck muss sich als Mädchen verkleiden und Jim wird immer mal wieder eingefangen … beeindruckend auch dabei, wie Huckleberry seine Umgebung wahrnimmt, wie er sie beschreibt wie es sich zuständig fühlt und auch oft schuldig (obwohl er es nicht ist).

Fazit: Ich verstehe, warum von diesem Buch in Deutschland bis Mitte der 1930er Jahre ca. 240000 Exemplare verkauft wurden und dass Mark Twain der amerikanische Lieblingsautor der Deutschen war. Dass Twain aber nicht nur ein Autor für die sogenannten breiten Leserschichten war, zeigt folgendes Beispiel: in der Bibliothek von Friedrich Nietzsche befindet sich die deutsche Erstausgabe von Tom Sawyer..."

Beide Bücher wurden mehrfach verfilmt; meine Lieblings-Verfilmung ist die von 1968 nach dem Drehbuch von Walter Ulbrich. Der erste Band (Tom Sawyer) erhält von mir fünf Punkte, der zweite Band (Huckleberry Finn) erhält vier Punkte, weil es sich für meinen Geschmack nicht mehr ganz so gut lesen ließ, wie Band eins.


Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer (2 DVDs) - Die legendären TV-Vierteiler
Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer (2 DVDs) - Die legendären TV-Vierteiler
DVD ~ Roland Demongeot
Preis: EUR 6,96

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Filmische Umsetzung des All-Age-Klassikers von Mark Twain, 27. Oktober 2012
Diesen Fernsehvierteiler habe ich 1973 zum ersten Mal gesehen. Wie alle Mädchen habe ich für den damals schon 16-jährigen Marc die Napoli (Huckleberry Finn) geschwärmt und diesen Film habe ich geliebt. Wenn ich den Vierteiler heute sehe, finde ich, dass besonders Roland Demongeot als Tom Sawyer überzeugt - er geht in seiner Rolle als frecher und schlauer Lausbube vollkommen auf. Lina Carstensen als Tante Polly ist ebenfalls verblüffend gut und die niedliche Lucia Ocrain alias Becky Thatcher sehe ich heute noch wie damals vor mir. Der Film wurde 1968 im rumänischen Donaudelta, Nähe Bukarest gedreht, also nicht in der Originallandschaft am Mississippi. Der Roman spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts; Tom ist etwa 12 Jahre alt.

Mark Twain hat die einzelnen Abenteuer-Geschichten zusammengetragen und hat den erstaunlichen Kunstgriff hinbekommen, daraus ein Werk zu schaffen, der wie eine zusammenhängende Geschichte wirkt. Als Vorlage dienten die beiden Bücher Tom Sawyer & Huckleberry Finn. Diese Verfilmung hier gilt als die werkgetreueste, es gibt u.a. aber folgende Abweichungen zwischen Drehbuch von Walter Ulbrich und dem Original:

Folge 1:
Im Film ist der Mord auf dem Friedhof anders dargestellt, als im Buch beschrieben. Auch kommt Muff Potter zu der alten Färberei und nicht Indianer Joe (Kap. 10), und Indianer Joe hat auch Bull Harbisons Hund auch nicht die Augen ausgestochen.
Im Film wird bemerkt, dass der Doktor die Leiche für anatomische Zwecke benutzen will. Auch das beruht nicht auf der Buchvorlage. Am Ende von Kapitel 11 heißt es: "Die Dorfeinwohner hätten nur zu gerne Indianer Joe für die Leichenräuberei geteert und gefedert und ihn auf einen Pfahl reiten lassen, aber er war so furchteinflößend ..."
Im Film wird das so hingestellt, dass Tom den "Schmerztöter" heimlich für Muff Potter sammelt. Das ist aber ganz und gar nicht nach der Buchvorlage. Denn im Buch gibt er der Katze eine Dosis ab (Kap. 12). Becky Thatcher ist im Original blond.
Tom steht nicht hinter der Tür, während er die Trauer und Sorge seiner Tante Polly belauscht, sondern liegt unter dem Bett und es ist auch nicht die Witwe Douglas, die Tante Polly besucht, sondern die Mutter von Joe Harper. Die Szene mit Jim Turner und Windy auf dem alten Wrack Walter Scott kommen erst später in Huckleberry Finns Abenteuer vor und wurden vorgezogen. Es ist auch nicht Tom, der Huck bei diesem Abenteuer begleitet, sondern der geflohene Schwarze Jim. Außerdem ist Joe Harper bei der Robinsonade mit von der Partie - das wird leider unterschlagen.
Die Jungs besuchen Muff Potter am Gitterfenster des Gefängnisses. Muff Potter erhält im Film eine Vorgeschichte bekommt, die so nicht im Buch steht. Cousine Mary ist im Film die Katze; Sid und Tante Polly und die Witwe Douglas wurden übernommen. Das schwarze Taschentuch von Becky in der Kirche ist erfunden. Sid wird nicht ganz so streberhaft im Film dargestellt, wie im Buch.

Folge 2
Die Jungs besuchen Muff Potter nicht in der Gefängniszelle und versuchen nicht, ihn zu befreien. Auch ansonsten weicht Folge 2 stark vom Buch ab: die Szene vor dem Saloon mit dem alten Boggs und das anschließende Lynchkommando der Dorfgemeinschaft ist erst in Band 2 zu finden. Indianer Joe wird noch etwas furchterregender dargestellt, als im Buch – er hat mindestens drei Morde auf dem Gewissen (in Tom Sawyer ist es ein Mord, um den sich die Geschichte dreht). Die Geschichte um Tom Sawyer gerät durch den Fokus auf Indianer Joe und die Suche nach Muff Potter dabei beinahe in den Hintergrund. Folge 2 ist überhaupt die schwächste des Fernsehvierteilers.

Folge 3
Die Flucht von Indianer Joe aus dem Gerichtssaal lief ohne solch eine Schießerei ab. Dass er ohne große Anstrengung entkam, stimmt hingegen. Der Spaziergang von Becky und Tom steht an dieser Stelle nicht im Original, denn nach der Gerichtsverhandlung folgt gleich die Schatzsuche im Spukhaus und beim toten Baum. Die Szene mit den 2000 Bibelversen in der Sonntagsschule (Kapitel 4) ist ebenfalls an der falschen Stelle im Film. Erfunden ist auch die Szene mit dem ertrunkenen deutschen Jungen; ich frag‘ mich warum.
Indianer Joe ist weder als taubstummer Spanier mit Poncho, weißem Backenbart und Sombrero verkleidet, noch heißt Murrel’s Bande Slade‘s Bande. Auch die „Prahltänze der Flößer“ vor dem Gasthaus, die in einer Schießerei enden, sind dazugedichtet. Die Flößer sind an anderer Stelle nur kurz erwähnt. Indianer Joe liegt auch nicht im halbfertigen Sarg von Muff Potter und Windy taucht erst viel später auf– es stimmt aber das mit der Vereitelung des Mordanschlags auf die Witwe Douglas. Dies ist ebenfalls mit viel Schießerei umgesetzt und wird im Film als das „Gefecht am Cardiff Hill“ bezeichnet – steht so auch nicht in der Buchvorlage. Fackeln gab’s im Mc Dougals Cave auch nicht –nur ein paar Talgkerzen.

Folge 4
Huck lebt bei der Witwe Douglas und geht zur Schule. Dass das Geld in der Höhle versteckt wurde, stimmt dann schon wieder nicht mehr. Tom soll Rechtsanwalt werden; die Höhle wird verschlossen - Indianer Joe wird gefunden, soweit stimmt es dann wieder. Doch dass Huck und Tom in die Höhle zurückkehren?? Und dann liegt auch noch eine Schaufel unmittelbar neben dem Schatz … Nahtlos geht es dann über in die 357 Seiten der Abenteuer von Huckleberry Finn – allerdings werden sie in 65 min gepfercht. Dass dabei gekürzt und gestrichen wurde, ist keine Frage. Elemente, die erst in diesem Buch vorkamen, wurden bereits in Folge 1-3 untergebracht. Die Witwe Douglas geht nicht mit einer Schere auf den alten Finn los. Wie Huck seinen Tod vortäuscht ist im Original auch ein wenig anders. Auffallend ist, dass Huck immer mal wieder ne andere Hose anhat, obwohl er bei seiner Entführung sicher keine andere mitgenommen hat; auch hat sie mal Löcher und mal ist sie ganz.
Die Erzählperspektive ändert sich ab der 35. Minute: es wird jetzt nicht mehr aus der Sicht von Mark Twain als Erzähler, sondern aus der Sicht von Huckleberry.

Verschiedene Szenen aus dem Film haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt - die werde ich wohl nie vergessen - z.B. die Szene, in der die Jungs zu ihrer eigenen Beerdigung gehen, oder wie Tom und Becky sich in der Höhle verirren. Regie hat Wolfgang Liebeneiner geführt; Sprecher war Ernst Fritz Fürbringer. Die Schauspieler, ihre Rollen und ihre Synchronsprecher sind:

(Roland Demongeot) Tom Sawyer - Conny Thomas
(Marc di Napoli) Huckleberry Finn - Thomas Margulies
(Lina Carstens) Tante Polly - Tilly Breidenbach
(Otto Ambros) Muff Potter - Anton Reimer
(Jacques Bilodeau) Indianer-Joe - Herbert Weicker

Fazit: In dieser Verfilmung von 1968 sind die wichtigsten Elemente des Originals – der Mord, die Robinsonade, die Schatzsuche, die Gerichtsverhandlung, der Höhleneinschluss, die Floßfahrt von Huck und Jim auf dem Mississippi zu den freien Staaten usw. wiedergegeben. Dialoge und Handlung wurden dabei mehr oder weniger abgewandelt (in den Original-Büchern gibt es nicht so viele Schießereien und nicht so viele Morde). Die schauspielerische Leistung ist ausgezeichnet. Trotz etlicher Abweichungen trifft der Fernsehvierteiler den Charakter des All-Age-Klassikers von 1876 ziemlich gut. Die Verfilmung finde ich auch nach 40 Jahren immer noch gelungen, sie hätte sich aber noch mehr an die Vorlage halten können.


Living in Style Mountain Chalets (Styleguides)
Living in Style Mountain Chalets (Styleguides)
von Gisela Rich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Jägern und Sammlern, 19. Oktober 2012
Dieser hochwertige Bildband führt uns hinauf in die exklusive Welt der Bergchalets. Die Namen St. Moritz, Aspen, Colorado und Gunter Sachs stehen für viel Geld. Auf den ausgesuchten Fotos wird uns eine Welt von Komfort, Reichtum und Eleganz präsentiert - erst in zweiter Linie geht es dabei um architektonisch sinnvolle Lösungen.

Namen wie "Rock House", "Ferme de Montagne" oder einfach "The Lodge" lassen nicht unbedingt darauf schließen, was sich dahinter verbirgt. Doch die abgebildeten Bergchalets aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus Italien, Schweden, Norwegen, Frankreich, USA, Kanada, Neuseeland und auch aus Japan lassen keinerlei Wünsche offen. In der Nähe der exklusivsten Skigebiete der Welt gibt es einfach alles, was das Herz begehrt: riesige Wohnflächen mit prächtigen Möbeln – von schlicht über gediegen bis rustikal. Gisela Rich beschreibt die insgesamt 50 Bergchalets bei denen Kamin, Sauna und Swimmingpool nicht fehlen dürfen. Wertvolle Gemälde und Kunstgegenstände schmücken die Räume. Für meinen Geschmack etwas zu viele Tierfelle und einen Elchkopf würde ich mir auch nicht ins Wohnzimmer hängen. Ganz witzig: ein Schlitten als Wohnzimmercouch, viel integrierte Beleuchtung und natürlich: großartige Aussichten - wie gemalt.

Das alles ist sehr mondän; manch einer wird es protzig finden. Warum man auf einem Grundstück kiloweise Salz ausbringen muss, bevor man es bewohnen kann, ist nicht so ganz nachvollziehbar, wenn man an die Flora-Schäden denkt. Was ich auch vermisse am Buch sind Gestaltungspläne oder Grundrisse - alles ist nur fotografisch festgehalten und verbal in drei Sprachen (englisch, deutsch, französisch) beschrieben. Das Ganze erinnert mich weniger an einen "Abenteuerroman von Jack London" (Zitat der Autorin), sondern eher an einen der alten, glamourösen James-Bond-Filme, vielleicht "Goldfinger" oder "Diamantenfieber".

Fazit: definitiv kein Architekturführer oder Gestaltungsfachbuch. Eher ein Lifestylebuch für besonders Betuchte oder solche, die es noch werden wollen. Oder um einfach mal zu gucken, wie der reiche Nachbar so lebt ...


Advent fängt im September an - Neuausgabe
Advent fängt im September an - Neuausgabe
von Evelyn Sanders (Autor)
  Audio CD
Preis: EUR 8,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Heiter bis wolkig, 19. Oktober 2012
Dass es Ende September bereits schon Schokoladen-Nikoläuse in den Läden zu kaufen gibt, wundert inzwischen keinen mehr. Auch nicht, dass sich an Weihnachten Familienmitglieder melden, von denen man das ganze Jahr nichts hört ... Davon und von anderen vorweihnachtlichen Kuriositäten handelt diese Audio-CD, die von Sprecherin Doris Wolters pointiert vorgetragen werden. Autorin Evelyn Sanders erzählt von familiären Begebenheiten auf ironische und humorvolle Art – das finde ich ganz nett – allerdings auch nicht mehr. Auch geht es nicht nur um vorweihnachtliche Themen, sondern eher um einen heiteren Rundumschlag in Sachen Familie. Ich finde mich darin nur zum Teil wieder. Der Erzählstil erinnert mich ein wenig an Schnüpperle - Vierundzwanzig Geschichten zur Weihnachtszeit von Barbara Bartos-Höppner, das ich meinen Kindern sehr gerne vorgelesen habe. Als Mutter einer fünfköpfigen Kinderschar berichtet Evelyn Sanders (inzwischen Oma) aus einer ähnlichen Perspektive wie die bekannte deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, die 2006 verstorben ist.

Die beiden CDs umfassen eine Laufzeit von 140 Minuten. Es handelt sich um ausgewählte Erzählungen aus dem gleichnamigen Buch Advent fängt im September an.


Tierisch tierisch
Tierisch tierisch
von Andrea Sawatzki (Sprecher)
  Audio CD
Preis: EUR 11,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Maushunden, Werwölfen und den Bremer Stadtmusikanten …, 16. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Tierisch tierisch (Audio CD)
4x Wilhelm Busch, 3x Joachim Ringelnatz und 2x Christian Morgenstern bürgen für Heiterkeit und Qualität. Besonders diese kurzen Tier-Gedichte gefallen mir gut; die längeren finde ich teilweise etwas fade. Die "Krokodilromanze" von Emanuel Geibel hat es in sich, denn hier werden Mohrenfleisch und sonntags sogar Türken gefressen. "Ännes Häringsgeschichte" - auf sächsisch von Johannes Steck vorgetragen - wirkt hingegen etwas plump.

Doch wieder einmal die "Bremer Stadtmusikanten" zu hören, macht richtig Spaß - toll gelesen von Andreas Fröhlich. Wie immer überzeugt mich Anna Thalbach – von ihr werden die Gedichte "Das Huhn und der Karpfen" von Heinrich Seidel, "Es sitzt ein Vogel auf dem Leim" (er flattert sehr und kann nicht heim) von Wilhelm Busch und "Wie durch eine Katze ganz Schilda abbrannte" von Gustav Schwab gelesen. Mein Lieblingsgedicht auf dieser CD:

Joachim Ringelnatz - Im See:

Der Hering erzählt zur nächtlichen Zeit
dem Walfisch die letzte Neuigkeit:
Frau Aal hat neulich den Hummer geneckt,
indem sie ihn aus dem Schlummer geweckt.
Da gab es einen großen Disput;
der Hummer fauchte und kochte vor Wut.
Und weil er kochte, so wurde er rot,
und als er rot war, da war er schon tot.
Ja – seufzte der Walfisch und weint gar sehr.
Ja – tote Hummer, die leben nicht mehr.

Die anderen Sprecher sind Frank Arnold, Heikko Deutschmann, Christian Rode und Andrea Sawatzki. Die restlichen Autoren: Friedrich Theodor Vischer, Jacob und Wilhelm Grimm, Heinrich Heine, Jerome K. Jerome, Arthur Schnitzler und Kurt Tucholsky. Insgesamt sind es 18 Gedichte bei einer Laufzeit von 60 Minuten.


HEYDA Weihnachtsmotiv-Locher "Schneeflocke II", gro VE = 1
HEYDA Weihnachtsmotiv-Locher "Schneeflocke II", gro VE = 1
Wird angeboten von na-un-d
Preis: EUR 6,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schneeflöcken, Weißröckchen ..., 7. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Achtung: es gibt zwei Größen von Motivlochern. Dieser hier stanzt 2,5 cm große Schneeflocken aus. Diese Größe halte ich für das Verzieren von Tischkärtchen gut geeignet. Es gibt auch noch den Motivlocher HEYDA Weihnachtsmotiv-Locher Schneeflocke II, klein VE=1, der stanzt 1,3 cm große Schneeflöckchen aus.

Der Motivlocher ist (mit Papier) einfach und sicher zu handhaben: die gestanzten Schneeflocken fallen in den "Auffangbehälter", von dort kann man sie herausschütteln und weiterverwenden. Den vorhandenen Plastikschutz kann man von der Schneidezone leicht entfernen um etwas herauszuholen, wenn sich etwas verklemmt hat. Ich finde das Motiv schön für die Advents- und Vorweihnachtszeit.


Die Pestmagd: Roman
Die Pestmagd: Roman
Preis: EUR 8,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Pestengel hat sein schwarzes Segel gesetzt, 4. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Pestmagd: Roman (Kindle Edition)
Der >>Schwarze Tod<< gibt als Thema für einen Roman unheimlich viel her: in dem Buch wird ziemlich deutlich, wie schlimm die Pest in einer Stadt wie Köln gewütet haben muss und welche (heute nahezu unvorstellbaren) Auswirkungen diese gehabt hat. Zwischen 1348 und 1351 hat sie in Europa etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung dahingerafft . „Man kann sich ihr Auftreffen auf die übervölkerten Städte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit nicht grausam genug vorstellen.“ – das schreibt Brigitte Riebe in ihrem historischen Nachwort zum Buch, in dem sie Zusammenhänge, historische und erfundene Personen erläutert. Es gab nur ein erfolgreiches Mittel gegen die Pest: davonzulaufen. Davon handelt auch das alte Kinderspiel „Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Mann?“.

>>Wer fürchtet sich vorm Schwarzen Mann?<<
>>Niemand.<<
>>Und wenn er aber kommt?<<
>>Dann laufen wir davon.<<

In der „Pestmagd“ sind all diese Hintergründe zu einem festen Gewebe verknüpft: da ist zum einen die katholische Religion, die in der Pest eine „gottgewollte“ Bedeutung sah, verbunden mit ihrer Starrsinnigkeit und dem Bürokratismus, von der die Menschen mehr und mehr abrückten, weil sie sich in ihrer Not allein gelassen fühlten. Dies stellte u.a. eine gute Voraussetzung für die Entwicklung des Protestantismus dar. Zum anderen die (noch absolut) hilflose Medizin, die nur zusehen konnte, wie die Menschen reihenweise sterben; dazu die mangelnde Hygiene, die das Ganze noch verstärkte. Die Mediziner waren sich dabei auch nicht einig, worin sie das Übel sehen sollten. Es gab von abergläubischen Theoretikern bis zu sozial eingestellten Forschern, die vor Ort blieben, eine große Spannweite. Die Schuld wurde oft bei den Juden gesehen (>>Brunnenvergifter<<), die aus kultischen Gründen ihr Wasser stets aus Flüssen geschöpft haben. Und dann gibt es da böse, verachtenswerte Menschen, die aus diesem ganzen ihren Nutzen ziehen, in dem sie Pesthäuser (also Häuser, in denen die Leute an Pest verstorben sind) ausraubten oder wirkungslose Heilmittel verkauften.

Brigitte Riebe versteht es, aus diesem Stoff einen sehr lebendigen Roman zu machen. Schon bald ist klar, dass ihre Protagonistin, Johanna Arnheim, in früheren Jahren etwas sehr Schreckliches erlebt hat. Nachdem ihr Mann, der Glasmaler Severin Arnheim, verstorben ist, muss sie sich alleine durchschlagen – doch sie trifft auf Widerstände und Stolpersteine, denn ihr Schwager Hennes Arnheim lässt nichts unversucht, um an sein (aus seiner Sicht) betrogenes Erbe zu kommen: das Lilienhaus in Köln, wo er als Kürschner seine Felle besser lagern könnte. Und was war zu dieser Zeit einfacher als eine alleinstehende Frau zu diffamieren, wenn man es darauf anlegte? Der Roman beginnt also schon sehr interessant und konnte für mich durchgehend diese Spannung aufrecht erhalten. Als Johanna als Pestmagd verdingt wird, rettet sie das zwar vor dem Galgen, doch es beginnt ein hartes Leben für sie als Pflegerin im Pesthaus, in dem die allermeisten Kranken sterben.

Es kommen sowohl erfundene als auch historische Personen im Roman vor; historisch belegt sind z.B. Erzbischof Hermann von Wied, sein Kanzler Bernhard vom Hagen und der Gelehrte Gisbert Longolius, der als Leibarzt des Erzbischofs tätig war. Die anderen Personen sind im Roman frei erfunden. Ein Personenverzeichnis wäre dabei hilfreich gewesen – die Anzahl der Personen bleibt aber überschaubar.

Brigitte Riebe verzichtet nicht auf derbe Szenen im Freudenhaus, auf qualvolle Szenen bei der peinlichen Befragung oder in Erzbischof von Wieds Kerker, dem erzbischöflichen Hacht. Der Verlauf der meist tödlichen Krankheit Pest wird schonungslos geschildert und zum Schluss wird auch noch die „Franzosenkrankheit“ (Syphilis) thematisiert. Auch die Liebe kommt im Roman nicht zu kurz. Diese Szenen sind teilweise etwas blumig ausgeschmückt, doch fand ich sie niemals zu dick aufgetragen oder gar kitschig.

Fazit:
Der Roman ist sehr interessant zu lesen. Ein dunkles Geschichtskapitel als Hintergrund für einen gut zu lesenden historischen Roman im 16. Jahrhundert. Ich halte den Roman für gut recherchiert und fand ihn keine Minute langweilig. Fünf Punkte.

Von Brigitte Riebe habe ich außerdem sehr gerne gelesen: Liebe ist ein Kleid aus Feuer, Die Hüterin der Quelle und Isis.


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