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Rezensionen verfasst von
J.Lu "phazonfreak" (Bad Hersfeld)

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Fahrenheit
Fahrenheit
Wird angeboten von welle11
Preis: EUR 26,30

17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender, interaktiver "Film" mit spielerischen Schwächen, 19. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Fahrenheit (Computerspiel)
Fahrenheit als ein Computerspiel zu bezeichnen ist eigentlich nicht richtig. Ich würde es wohl eher als einen interaktiven Film ansehen, denn die Art und Weise des Erlebnisses und der Unterhaltung kommt bei diesem Produkt einem Kinobesuch sehr nahe.
Das Spiel beginnt sehr dramatisch: Lucas Kane begeht in New York auf der Toilette eine Diners unter Trance einen Mord. Schon hier merkt man dem Spiel den raffinierten Umgang mit filmischen Mitteln an, besonders die verwendeten Kameraperspektiven, bombastischen Musikarrangements und schnellen Schnitte erinnern einen sofort an einen modernen Thriller, den man gerade im Kino zu sehen scheint.
Und genauso wie in einem guten Thriller ist man sofort im Spiel gefesselt und will die äußerst spannende Geschichte, die mit diesem mysteriösen Mord gerade mal ihren Anfang nimmt, aufdecken und erleben.
Sie steuern im Verlauf des Spiels Lucas Kane, der natürlich herausfinden will, warum er den Mord begangen hat und gleichzeitig vor der Polizei fliehen muss, Carla Valenti, eine Polizistin, die den Mord aufklären und damit im Endeffekt Lucas schnappen will, Tyler Miles, der Kollege von Carla, der mit seiner äußerst "coolen" Art die Polizeiarbeit etwas anders angeht und später kurz Markus Kane, Lucas Bruder und von Beruf Priester, der ihm natürlich helfen will.
Adventureunüblich gibt es kein Inventar und kaum Knobeleien bzw. Einlagen a'la "kombiniere dieses Objekt mit dem Objekt", sondern fast ausschließlich kleine Minispiele, die ein wenig bis größere Geschicklichkeit erfordern. So muss man zb. das Blut auf dem Boden des Diners mit dem zuvor durch eine Mausbewegung aufgehobenen Schrubber wegwischen, in dem die Pfeiltasten links und rechts schnell nacheinander drückt. Oder man muss in den öfters auftretenden Actionsequenzen durch Nachdrücken der angezeigten Knöpfe Ausweichbewegungen und andere Manöver ausführen, die äußerst spektakulär inszeniert worden sind. Ich habe noch nie so wunderbare mit Motion-Capturing eingefangene Animationen und fulminante Actioneinlagen in einem Spiel gesehen!
Wirklich knackige Rätsel gibt es allerdings nicht, was dem Spiel noch viel mehr den Eindruck eines Films gibt und dem Ganzen eine rasante Geschwindigkeit und sehr schnellen Spielfluss gibt, ein erfahrener Spieler hat das Spiel in gut 10-15 Stunden durch.
Dafür werden die Charaktere, für Spiele äußerst untypisch, äußerst tiefgehend portraitiert und sehr nahe gebracht. Es wird sich gerade am Anfang viel Zeit genommen, die Eigenheiten und Schicksale der verschiedenen Hauptpersonen zu zeigen. Das geht so weit, dass man zu ihnen eine richtige Beziehung aufbaut und Emotionen wie Mitgefühl, Trauer, Angst und Spannung äußerst stark ausgelöst werden. Außerdem besitzt jeder Charakter einen Gemütszustand, der im Auge behalten werden muss. Wird Lucas zb. in den Nachrichten an den begangenen Mord erinnert, sinkt sein Gemütszustand, trinkt er aber Kaffee zur Beruhigung, bessert er sich wieder. Sinkt der Zustand zu stark ab, ist der Charakter am Boden und das Spiel endet.
Leider verliert die anfängliche groß zelebrierte Detailverliebtheit bei der Inszenierung der Story und Entwicklung der Charaktere gegen Ende hin etwas an Fahrt und das für meinen Geschmack etwas abrupte Finale wirkt wie ein eiliger Schlusspunkt ohne große Überraschung.
Außerdem wurde im Gegenzug, wie schon bei den Rätseln erwähnt, die spielerische Ebene stark vernachlässigt:
Die Steuerung ist sehr hackelig und grenzt an eine Zumutung. Oftmals läuft man vor Wände und gerade in Szenen unter Zeitdruck, die vor allem in der Mitte häufiger aufteten und mit syncron in verschiedenen Fenstern gezeigten Blickwinkeln der Verfolgern begeistern kann, wirkt die Steuerung sehr schwammig und unpräzise.
Die Kameraführung und Perspektive, im Allgemeinen äußerst ansehnlich und filmreif, kommt noch störend hinzu und erschwert teilweise das Auffinden von wichtigen Gegenständen und relevanten Bereichen in einem Haus/Zimmer.
Zudem bleibt der Level der Interaktivität im Spiel auf einem moderaten Niveau. Obwohl man sehr viel und manchmal sehr banale Dinge wie Toilettengänge und Trinken selber machen muss, wird man doch immer wieder auf eine konkrete Aktion und Entscheidung limitiert. Diese Aktionen sind dann meistens auch nur dazu gut, um den Gemütszustand der Charaktere zu verbessern (oder verschlechtern). Natürlich kann man sich immer entscheiden, ob man nun alle Beweise sorgfältig versteckt oder nicht, im Endeffekt aber läuft der "Film" in einem sehr vorgegebenen Rahmen ab; Der Wiederspielwert bleibt doch eher gering.
Das Spiel wird also jedem Film-Fan gefallen, der endlich einmal eine komplexe Atmosphäre in einem Spiel gesucht hat, welches sich Zeit für Charakterentwicklung und Nachvollziehbarkeit nimmt, gleichzeitig aber mit rasanten und grandios inszenierten Actionsequenzen erfreuen kann. Dann wird man auch die Kritikpunkte im spielerischen Bereich verzeihen können.
Spieler sollten allerdings lieber einen großen Bogen um diesen "Film" machen...


Killer 7
Killer 7
Wird angeboten von wewo-games
Preis: EUR 39,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neuartig, verstörend, blutig und mit Nichts vergleichbar!, 23. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Killer 7 (Videospiel)
Dieses Spiel ist eines der wenigen, das man zu Recht als revolutionär bezeichnen kann. Ob nun Gameplay, Grafik, Steuerung oder Story, einfach Alles, was heutige Spiele ausmacht, trifft auf dieses Spiel nicht zu und wird in einer vollkommen neuartigen Form präsentiert.
Das macht es selbstverständlich auch sehr schwer bis unmöglich das Spiel mit anderen zu vergleichen, da Genregrenzen und Spiel-Mechanismen, die bei Ego-Shootern, Adventuren oder RPG's immer wieder verwendet werden, hier nicht mit Eindeutigkeit zu gebrauchen sind. Allerdings sollte man oben erwähnte Genres mögen und äußerst offen für neue Spielkonzepte sein, um sich bei diesem Spiel zurechtzufinden und es lieben zu lernen.
Die Story spielt in einem alternativen Szenario der Welt. Jeglicher Flugverkehr und Verknüpfungen durch Netzwerke und Internet sind von den Regierungen der Welt verboten worden, da immer häufiger auftretende terroristische Anschläge und globale Gewalt zur größten Bedrohung und damit zur Geißel der Menschheit geworden sind. Allein ein global ausgebautes Verkehrsnetz umspannt den Erdball und ermöglicht eine Verbindung aller Nationen.
Nachdem der dadurch entstandene Frieden und die Zuversicht der Menschheit für viele Jahre gewährleistet wurde, tritt eine neu gegründete terroristische Organisation, genannt die "Heaven Smile's", in Erscheinung und bedroht durch selbstmörderische Anschläge den aufgebauten Frieden in der Welt...
Sie spielen Harmann Smith, einen schizophrenen, älteren Herren, der 7 Persönlichkeiten in seinem Geist vereint, die er nach Wunsch in mentaler sowie in physischer Gestalt in Erscheinung bringen kann. Diese 7 Persönlichkeiten sind in Regierungs- und Untergrundkreisen als "Killer 7" bekannt, eine 7-köpfige Killer-Truppe, die als Söldner für Attentate angeheuert werden.
So seltsam und verstörend das Alles klingt, wird auch die sehr verwirrende, zugleich aber sehr interessante und komplexe Story in mehreren Kapiteln erzählt, wobei die Hauptthemen Terrorismus, Angst ausgelöst durch Gewalt, sowie das schwierige Verhältnis zwischen Staaten (hier vorallem USA und Japan) sind. Die In-Game Cutscenes und fantastischen Anime-Sequenzen sind somit auch der größte Pluspunkt des Spiels, man kommt sich sehr häufig wie in einem hervorragendem Anime-Film vor, was natürlich ein Interesse an dieser Art der Unterhaltung vorraussetzt. Wer damit nichts anfangen kann, sollte für sich das Spiel gleich abhaken.
Sie steuern also immer einen der sieben "Killer" und laufen nicht wie üblich mit dem Steuerstick, sondern durch Drücken das A-Knopfs auf einer vorgegebenen Route mit einer ebenso vorgegebenen Kameraperspektive durch die Welt. An Abzweigungen erscheint eine splitterartige Aufteilung, in der sie den weiteren Weg oder ein angrenzendes Zimmer anwählen. Gegner sind unsichtbar und kündigen sich nur durch ein Lachen an. Daraufhin schalten sie in die Ego-Perspektive und scannen die Umgebung nach den später immer unterschiedlicher werdenden Feinden, die sie dann wie üblich aufs Korn nehmen und am Besten an den jeweiligen Schwachstellen treffen. Das so gewonnene Blut nutzen sie dann später zur Heilung, zur Aktivierung der jeweiligen Spezialfähigkeiten der verschiedenen Charaktere und zur stufenartigen Erhöhung der Kampffertigkeiten. So morbide und pervers wie sich das liest, ist auch die Welt in "Killer 7" gestaltet worden. Die Gegner sind äußerst merkwürdig und verspritzen nach ihrem Ableben nur so ihr Blut, genauso wie der rote Lebenssaft auch in verschiedensten Szenen der Welt und in den Cut-Scenes vorkommt (Ich habe noch nie ein Spiel mit so viel Blut gesehen!). Auch die anzutreffenden Personen (die oftmals auch mal aus dem Jenseits vorbeischauen) im Spielverlauf sind äußerst verstörend (einer eurer vielen Helfer tritt zum Beispiel immer wieder in einem roten SM-Anzug auf!). Wer also mit dem typisch blutigen, verstörenden und perversen Charakter von erwachsenen Anime-Filmen nichts anfangen kann, sei nochmals gewarnt!
Da ist es sehr gut, dass bei der Grafik die Cellshading-Optik benutzt wird, weil dadurch die dargebotene groteske Atmosphäre leichter angeschaut und nachvollzogen werden kann und sogar nach langer Aufwärmphase äußerst gut gefällt, da sie durch den sehr minimalistischen Einsatz von Farben und Konturen sehr erwachsen und erfrischend neuartig wirkt.
Allerdings gibt es trotzdem auch große Minuspunkte im Spiel, die eine 5-Sterne Wertung leider verhindern. Größter Negativpunkt sind nämlich die vielen und oftmals nervenden Ladezeiten im Spiel. Jeder neu zu betretende Raum muss durchschnittlich 5 Sekunden geladen werden. Wenn man dann zum Beispiel genau weiß, wo man hin will und das 10 Räume weiter weg liegt, verbringt man fast eine Minute an einem blauen Ladebildschirm. Dadurch wird oftmals gerade bei schnellen Reisen zu einem bestimmten Punkt die hervorragend aufgebaute Stimmung zerstört und man fühlt sich nicht mehr so im Spiel reingesogen. Wer sich an lange Ladezeiten nicht gewöhnen kann, sei auch darüber gewarnt!
Zudem sind die öfters eingebauten Rätsel im Spiel sehr einfach bis nicht der Rede wert, längeres Nachdenken oder gar großes Knobeln über ein Problem oder Hindernis kommt nie vor, zumal auch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad vor fast jedem Rätsel eine helfende Person steht, die einem nicht falsch zu deutende Tipps gibt. Viele Rätsel wirken sogar wie "Alibi-Rätsel", die nur zum kurzen Stören des Weiterkommens da zu sein scheinen. Dies bewirkt ebenfalls eine eher störende als gut nachgedachte Einfügung im Spiel. Knobler und Tüftler werden also auch sehr enttäuscht sein!
Außerdem wird der Einstieg durch den äußerst verwirrenden und langwierigen Beginn sehr erschwert. Story, Steuerung, Kampf und Atmosphäre sind durch die Neuartigkeit schon von Beginn an erschlagend und erfordern ein intensives Auseinandersetzen. Eine richtig nachvollziehbare Stimmung und "Spaß" am Spiel hat man erst nach der langen ersten Mission. Schnell genervte und abgelenkte Naturen werden also an diesem Spiel auch keinen Spaß haben, da gerade die Story sehr verwirrend ist und viel Aufmerksamkeit und Einarbeitung erfordert. Es wird Einem nichts einfach präsentiert, man muss viel selbst überlegen und hineininterpretieren, typisch asiatisch halt...
Wer braucht das Spiel?
Jeder neugierige und für Neues offene Spieler, der eine groteske Stimmung, Anime-Charakter und eine komplexe Story über schwierige Themen mag und viel Zeit und Lust hat, sich einzuarbeiten.
Wer braucht es nicht?
Jeder leicht zu nervende und lange Ladezeiten hassende Spieler, der knackige Rätsel und eine einfach präsentierte Story in einer realistischen Welt mag und eher auf bewährte Genrekost steht.


With Teeth
With Teeth
Preis: EUR 5,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der erste gezogene Zahn, 6. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: With Teeth (Audio CD)
Nach dem ich von dem Albumtitel "With Teeth" erfuhr, konnte ich von Trent Reznor eigentlich nichts anderes als ein neu aufgewärmtes "The Downward Spiral" erwarten, zumal heutzutage neue Scheiben älterer Bands leider gerne mit dem Argument "Back to the Roots" verkauft werden.
Ich bin überglücklich, dass ich mich vollends getäuscht habe:
Obwohl das Album von Trent Reznor so harsch tituliert worden ist, kann man an diesem Album eindeutig eine Weiterentwicklung feststellen.
Größter Unterschied zu den Vorgängeralben dürfte nämlich die "Popularisierung" seiner Musik und die große Weiterentwicklung seiner Songwriter Fähigkeiten sein. Natürlich gab es schon immer die großen, verrückten Nine Inch Nails Hits wie "Closer", "Head like a Hole" oder "Hurt", trotzdem blieb der Rest der Alben den meisten Hörern wegen ohrenbetäubenden Lärmattacken "Mr. Self Destruct" oder an Wahnsinn angrenzende Auswüchse "The Becoming" verschlossen und wurde nur von einer alternativen Minderheit zu revolutionären Meilensteinen erklärt.
Selbstverständlich gibt es auch auf dem neuen Album wieder geniale Pop-Hits, die wohl für einige Bewegung in Tanzhallen sorgen werden:
Die erste Singleauskopplung "The Hand that Feeds" zum Beispiel, die schon eher Richtung Prog-Rock als Industrial geht. Oder die demnächst erscheinde zweite Single "Only", mit den klaren Reminiszenzen an die 80er Synthie-Pop Phase und welche mit grandiosen Refrain zum Mitsingen und einer kongenialen Bassline glänzt. Oder "Everday is exactly the same", welches stark an das erste Album "Pretty Hate Machine" erinnert, dabei aber trotzdem frisch und interessant wirkt. Oder die berühmt berüchtigte Schlussbalade eines Albums, in diesem Fall "Right where it belongs", dass mit traurigem Piano, tollem Gesang und interessantem Text brilliert und wohl bald bei TRL rauf und runter gespielt werden wird.
Für große Überraschung sorgt zudem der Opener "All the love in the world", der nach Nine Inch Nails typischen Beginn zu einer Gospel-Rock(!) Nummer im Stile von "U2" mutiert, ohne dabei kitschig und albern zu wirken, sondern einfach nur die gesangliche und melodische Genialität des Altmeisters Reznor beweist.
Trotzdem gibt es sie immer noch, die krassen Ausbrüche Reznors in Reinkultur. Titel Nr. 2 "You know what you are?" sowie "Getting smaller" zum Beispiel, die beide mit schnellen Drum/Gitarren-Parts und aggressivem Gesang aufwühlen wollen. "Love is not enough" verlegt die Härte sogar wieder (wie das erwähnte "Only") in trashig-elektronische Gefilde und "The Collector" geht sogar ein Schritt zu weit und klingt einfach zu bekannt, "March of the pigs" kommt einem dort in den Kopf.
Die einzigen Lieder härterer Gangart, die mich vollends überzeugen konnten sind der Titelsong "With teeth", welches einen fast erotisch(!) singenden Trent Reznor loslegen lässt (Wow!), "Sunspots", welches mit seiner unterkühlten Stimmung (Bass!!!) und dem besten Text des Albums punkten kann, und nicht zuletzt "The line begins to blur", dass seine Faszination aus den krassen Strophen/Refrain-Wechsel bezieht.
Bezeichnenderweise ist das einprägsamste und aufwühlendste Lied kein angsteinflößendes Gitarrenbrett mehr, sondern das obergeniale "Beside you in time", eine elektronisch verzerrte Ballade, die einem Gänsehaut über Gänsehaut über seinen Körper huschen lässt (für mich der beste NIN-Song, den ich je vernehmen durfte!).
Als Fazit lässt sich also sagen, dass die neue Platte einprägsamer, eingängiger, poppiger und vor allem zahmer geworden ist. Wer blanken Nihilismus und harte Industrial-Hymnen erwartet, wird bei diesem Album wohl (verständlicherweise) sehr enttäuscht werden. Wer allerdings gespannt auf einen Trent Reznor zum Liebhaben gewartet hat, wird hier eine der größten Platten des jungen Jahrtausends vorfinden.


Metroid Prime 2: Echoes
Metroid Prime 2: Echoes

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein "Tick" schlechter als der Vorgänger, 11. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Metroid Prime 2: Echoes (Videospiel)
Nach all den übergroßen Vorschusslorbeeren mit den entsprechend überschwänglichen Kritiken, obwohl das Spiel noch nicht mal im Handel war (Ich kann eine Rezension ohne das Spiel überhaupt gespielt zu haben nicht nachvollziehen...) eine Kritik von einem Fan des ersten Teils, der tatsächlich auch den zweiten Teil gespielt hat.
Das Spiel knüpft nahtlos an den hervorragenden ersten Teil an. Die Heldin landet aufgrund eines Notrufes auf dem Planeten Aether, um einer Gruppe Marines des intergalaktischen Rats zu helfen Weltraumpiraten zu fangen. Auf der Welt passieren allerdings ungewöhnliche Ereignisse, denn der Planet ist mit Portalen durchzogen, die in eine dunkle Parallelwelt des Planeten führen, wo die Ing leben. Diese versuchen die Energiekollektoren vom Planeten Aether anzuzapfen, um so die Kontrolle über beide Welten zu erlangen. Schließlich bitten die Luminoth, Einwohner des Planeten Aether um Hilfe die große Bedrohung des Planeten abzuwehren...
Im Grunde lässt sich das Wort "Tick" bei der Rezension sehr oft gebrauchen:
Metroid Prime 2: Echoes ist ein Tick schöner, ein Tick schwerer, ein Tick düsterer, ein Tick storylastiger, ein Tick weniger abwechslungsreich, ein Tick unausbalancierter als der Vorgänger.
Erklärung: Das Spiel versucht gar nicht erst irgendwelche Experimente einzugehen, was natürlich auf der einen Seite gut ist, weil dadurch die Klasse und Spielbarkeit des hervorragenden ersten Teils beibehalten wird. Ich persönlich hätte mir dann aber doch auf der anderen Seite mehr neue Ideen gewünscht.
Keine Frage, es gibt neue Waffen, neue Visoren, neue Gegner, eine neu zu entdeckende Welt und einen Multiplayer-Modus, aber leider merkt man dem Spiel an, dass alles doch auf Sicherheit für das kommende Weihnachtsgeschäft getrimmt wurde.
Dabei hat doch das Spiel so einige fantastische neue Ansätze verpasst bekommen: Die Grafik ist eine Augenweide und so sehr verbessert worden, dass selbst Playstation 2-Besitzer staunen werden, die versprochene Erweiterung und bessere Einbeziehung der Story wird beherzigt, die Spielwelt wirkt düsterer und erwachsener und lässt einen noch tiefer in die Atmosphäre des Spiels versinken, aber leider alles nur im Ansatz und nur im ersten Drittel des Spiels.
Spätestens ab der Hälfte hat man nicht mehr den Mund offen stehen vor Begeisterung und die Augen funkeln auch nicht mehr so groß wie am Anfang (Höhepunkt des Spiels bleibt nämlich bis zum Schluss der erste Eintritt in die dunkle Welt.)
Denn danach bleibt alles auf dem selben Niveau und es gibt keine Überraschungen mehr, weil die Spielwelt nicht abwechslungreich genug ist (in der dunklen Welt ist halt alles nur dunkel und selbst in der hellen Welt hätte dem Spiel mehr farbliche Abwechslung nicht geschadet), weil die großen Endgegner nicht mehr so begeistern können wie im ersten Teil und weil fatalerweise die hervorragende Story nur zu Beginn groß erzählt wird und später quasi gar nicht mehr existent ist.
Dazu kommen dann noch unverständliche Macken, die das Spiel endgültig schlechter machen, denn das Leveldesign und das Balancing sind, wenn auch nur ein "Tick", schlechter als im ersten Teil. Und sowas von einer großen Qualitätsspieleschmiede wie Nintendo...
Bleibt zum Schluß nur noch zu sagen, dass das Spiel jedem gefallen wird, der den Vorgänger gerne gespielt hat und hiermit eine Kaufempfehlung ausgesprochen bekommt. Wer allerdings große Neuerungen erwartet und auf den „WOW!-Effekt" des ersten Teils spekuliert, der sollte tatsächlich überlegen, ob er das Spiel nicht lieber ausleiht. Das lohnt sich aber dann auch allemal...


System Shock 2
System Shock 2

48 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmosphärischer Sci-Fi Thriller mit enorm viel Tiefgang, ein Meilenstein, 30. September 2004
Rezension bezieht sich auf: System Shock 2 (Computerspiel)
Nun hat das Spiel schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber trotzdem installiere ich es hin und wieder neu und bin von Anfang bis Ende begeistert. Das liegt wohl an dem noch heute nahezu perfekt desingtem Gameplay, der unglaublichen Spieltiefe und dem hohen Wiederspielwert, der es immer wieder zu einem neuen Erlebnis werden lässt. Dieses Spiel zählt für mich sogar zu den Top 3 Spielen, die ich jemals spielen durfte und gilt allgemein als ein Meilenstein in der PC-Spielegeschichte.
Außerdem dürfte dieses Spiel sehr interessant für jeden sein, der wissen will, was die Entwickler, die heute an dem äußerst vielversprechenden und mit viel positiven Previews bedachten "Bioshock" werkeln, zuvor für großartige Spiele herausgebracht haben...

Schauplatz des Spiels ist ein Raumschiff namens 'Von Braun', das in nicht allzu ferner Zukunft mithilfe eines neu erfundenen Antriebs mit Überlichtgeschwindigkeit das Universum erkunden soll. Die 'Von Braun' wird von einem militärischen Schiff namens 'Rickenbacker' begleitet. Natürlich treten technische Probleme auf dem Jungfernflug auf, aber immer mysteriöser werdende Vorfälle lassen auf eine viel größere Gefahr schließen...

Der Spieler startet entweder als Marine (stark, gut mit Waffen), OSA-Agent (Psi-Kräfte, vergleichbar mit Magier im Fantasy-Szenario) oder Navy-Offizier (Hacker, der zb. verschlossene Kisten und Türen öffnen und Geschütztürme manipulieren kann) 5 Monate nach Aufbruch des Schiffs, den er im Kälteschlaf verbracht hat und sich so an nichts erinnern kann. Nur eine Überlebende, die mit ihnen im ständigen Email Kontakt steht, und herumliegende sogenannte Audio-Logs erzählen die schrecklichen Ereignisse der letzten Monate. Und hier liegt eine der größten Stärken des Spiels, denn die so erzeugte beklemmende Stimmung gibt es in keinem anderen Spiel so authentisch und fesselnd, wie in "SS2". Ich kenne wirklich kein anderes Spiel, das das Gefühl der konstaten Bedrohung überträgt, derer man sich vollkommen auf sich alleine gestellt erwehren muss. Dieses Spiel Abends oder Nachts ganz alleine vor dem PC zu spielen, ist wirklich ziemlich angsteinflösend und man wird in gewisser Weise ziemlich paranoid...
Dazu kommt nämlich die großartige Soundkulisse mit stöhnenden Monstern, piepsenden Computern und zischenden Rohren zusammen mit der düsteren Musik, die nur selten mal kleinere Aussetzer hat. Die Grafik liegt da leider weit hinter heutigem (und auch damaligen) Standard, trotzdem ist sie funktional und insgesamt stimmig.

Leider hat das Spiel weitere kleinere Schnitzer, wie das nicht ganz so gute Waffenbalancing und manchmal sinnlose Erweiterungen und Eigenschaften der Charakterklassen. Einmal damit abgefunden wird man aber mit einer Story belohnt, die vielschichtiger und komplexer als so manch gute Filme daherkommt.
Dies wird vorallem durch die vielen persönlichen Audio-Logs der Crew des Schiffs und den später aufkommenden philosophischen Fragestellungen nach Mensch, Maschine und Natur bewerkstelligt. Großes Kompliment dafür!

Die Welt auf dem Schiff ist sehr detailreich gestaltet worden und mit vielen Alltagsgegenständen (man kann zum Beispiel Chips essen und Cola trinken) und den hervorragend designten Items und Waffen bestückt, die viele unterschiedliche Munitionstypen und Feuermodi besitzen.
Man merkt einfach in jedem Winkel des Raumschiffs, dass die Programmierer viel Liebe auch ins kleinste Detail gesteckt haben und die Welt so glaubwürdig und dicht wie möglich gestalten wollten, ob das nun Zeitschriften, Kaffeebecher oder Topf-Pflanzen sind, zu denen man auf Wunsch deren Geschichte nachlesen kann(!) oder "kulturelle" Einrichtungen wie Kino, Gartenanlagen und Holo-Bordelle(!), alles wirkt dadurch authentisch, teilweise sehr wohltuend ironisch und wie aus einem Guss; Wer Fan von Romanen vom Sci-Fi Genie Philip K. Dick ist, wird sich wie zu Hause fühlen!

Hervorragend ist zudem das Skill-System gelungen, da man sehr viele Möglichkeiten hat, seinen Charakter individuell zu gestalten, ob man sich nun lieber zu einem ausdauerndern Waffenexperten, flinken Hacker oder gar zu einer Kombination aus Nahkämpfer und Psioniker entwickelt, alles ist möglich(!), so dass das Spiel stellenweise eher an ein Rollenspiel als an ein Ego-Shooter erinnert und viele wichtige Entscheidungen abverlangt.
"SS2" ist also ein sehr forderndes, wenn nicht sogar bockeschweres Spiel, das geht breitflächig von den starken Rollenspieleinflüssen über die harten Kämpfe bis zu der gnadenlosen Mechanik des Spiels (viel Munitionsknappheit, wenig Medikits...)
Zwar gibt es 4 jederzeit verstellbare Schwierigkeitsgrade, aber selbst der einfachste fordert einen im gewissen Maß etwas ab. Man kann wirklich sagen, dass "SS2" das erste Spiel war, das Elemente von Ego-Shootern und Rollenspielen sinnvoll zu einer grandiosen Mischung verarbeitet hat, die fordernd ist, aber gerade dadurch auch ihren mächtigen Reiz ausübt.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum Fans von Spielen wie "Doom" und "Quake" "SS2" nicht mochten (das Spiel war leider ein totaler Verkaufsflop, obwohl es hervorragende Kritiken bekam, und die Entwicklerfirma musste sich auflösen...) und auch heutzutage nicht mögen werden. Spieler, die reine Ego-Shooter wie "Doom3", also eher schnelles, actionreiches Gameplay, splatterhafte Schockeffekte und Edelgrafik bevorzugen, werden mit "SS2" nichts anfangen können. Alle gequälten Seelen aber, die keine Lust mehr auf oberflächliche Ego-Shooter haben und "SS2" tatsächlich noch nicht kennen, sollten schleunigst DIE große Bildungslücke ausmerzen.

Abseits des eigentlichen Spiels noch ein paar aktualisierte Zusatzinfos:

Das Spiel wurde für Windows 95/98/ME konzipiert und läuft nur auf diesen Systemen ohne Probleme. Will man das Spiel auch auf Windows 2000/XP spielen, muss man zuvor ein paar Dinge regeln. Auf jeden Fall muss man den einige Zeit später herausgekommenen Patch herunterladen und installieren, der ein paar Bugs aus dem Spiel entfernt und sogar einen Multiplayer-Modus beinhaltet (einfach bei google suchen). Zudem müssen Spieler mit Dual-Prozessor Systemen und Pentium 4 mit Hyperthreading eine kleinere Prozedur vornehmen, damit das Spiel ohne Abstürze läuft.
Ausführliche Infos und Lösungen zu all diesen und weiteren Problemen gibt es hier (auf Englisch): [...]

Vielleicht etwas nervig, aber es lohnt sich!

Unter dem Namen "System Shock 2 Rebirth" hat zudem ein weiterer Spieler einen frei verfügbaren Mod veröffentlicht, mit dem einige Gegnertexturen im Spiel verbessert werden. Wen also die sehr groben und polygonarmen Gegnertexturen stark stören sollten (mich überhaupt nicht), ist hiermit gut bedient.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 7, 2011 9:01 AM MEST


Dogville
Dogville
DVD ~ Nicole Kidman
Preis: EUR 7,79

36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 'Der Mensch' betrachtet durch einen emotionslosen Computer, 28. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Dogville (DVD)
Das Lars von Trier spröde und anstrengende Filme macht ist wohl spätestens seit "Dancer in the Dark" bekannt, war doch der Film auf große internationale Resonanz gestoßen und hatte sogar eine Oscarnominierung in Sachen Original Score erhalten. Was uns aber Herr von Trier bei "Dogville" anbietet, wirkt auf den ersten Blick äußerst unverschähmt, wenn nicht sogar (im wahrsten Sinne des Wortes) unmenschlich:
Ungeschminkte Schauspieler werden von wackeligen Kameras begleitet und spielen auf einer Theaterbühne mit aufgemalter Kulisse ein dreistündiges Drama, das so kalt wie ein sibirischer Winter und so trocken wie ein verbrannter Knochen ist. Wirkt der Film doch stellenweise so kühl berechnend und analytisch wie ein Taschenrechner denn ein mit Menschen gedrehter Kinofilm.
Doch dann langsam, sehr langsam entwickelt sich beim Sehen der erlebten Greuel der Heldin eine derart große emotionale Bindung, dass man der fatalen und grausamen Entscheidung von ihr am Ende des Films nur mit rationaler Konsequenz zustimmen kann.
Dieser Verdienst gebührt nicht nur der grandiosen Nicole Kidman, die mit "Dogville" ihr persönliches Meisterwerk abgeliefert hat, sondern auch allen anderen Darstellern, die wohl befreit von der nicht vorhandenen Kulisse und dem sonst so üblichen Filmbombast eine solche Authentizität abliefern, dass man alle gezeigten Persönlichkeiten so oder so in der realen Welt wiederfinden kann. Die Entwicklung der Heldin von der verletzlichen, schönen Fremden zur grausamen, machtausübenden Gangsterbraut wirkt da genauso echt, wie jede einzelne extreme Verwandlung der Dorfbewohner.
Lars von Trier hat es mit "Dogville" tatsächlich geschafft und ein Meisterwerk über die wahre 'Menschlichkeit' gedreht ohne sie hinter Fassaden zu verstecken und mit Make-up zu kaschieren.
Danke Herr von Trier...


Gangs Of New York (Einzel-DVD)
Gangs Of New York (Einzel-DVD)
DVD ~ Leonardo DiCaprio
Wird angeboten von RAPIDisc
Preis: EUR 6,99

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überzeichnetes Bandenkriegsdrama mit besserem Bösewicht!, 27. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Gangs Of New York (Einzel-DVD) (DVD)
Den grausamen "Alltag" der Banden von New York im sagenumwobenen "Five Points" zu illustrieren und darin eine dramatische Geschichte einzubinden, die von Liebe über Neid bis Hass alle nur erdenklichen menschlichen Emotionen hervorbringt, klingt wie eine gute Idee. Leider ist sie im Falle von 'Gangs of New York' nicht ganz geglückt.
Die Geschichte eines jungen Mannes, der den Tod seines Vaters (der selber ein Bandenführer in New York ist) in Zeiten von amerikanischen Bürgerkrieg und Bandentum rächen will ist dabei gar nicht mal so übel geschrieben. Leider aber verliert sie sich durch die eher mittelmäßigen Leistungen von Leonardo DiCaprio und Cameron Diaz in durschnittliches Geplänkel, das schon bald mehr stört als entzückt, wäre da nicht die grandiose Leistung von Herrn Day-Lewis. Während man bei Szenen mit genannten DiCaprio und Diaz emtionsloses und unglaubwürdiges Schauspiel zu sehen bekommt, das nicht weiter anrühren will, spielt Lichtgestalt Day-Lewis mit solch einem Charisma und Glaubwürdigkeit, dass Herr DiCaprio bei entscheidenen Szenen mit selbigem zum einsamen Stichwortgeber verkommt. Selten habe ich erlebt, dass der eigentliche Bösewicht des Films so symphatisch herüberkommt, dass man sich bei dessen Tod ein kleines Tränchen verdrücken muss. Und das alles obwohl die Rolle als der "Butcher" nicht gerade eine Verstrauenserweckende ist.
Leider kann über das schauspielerische Mittelmaß des Helden und seiner Geliebten auch nicht die ambitionierte Einbindung der wahren politischen und sozialen Situation New Yorks, und damit des Landes, hinwegtäuschen. Obwohl auschweifende Brutalität und Korruption couragiert dargeboten werden, lässt sich doch nicht eine gewisse Überzeichnung übersehen, die leider in splatterhaftes Effektkino verkommt und eine stellenweise unverschämte Ironie an den Tag legt, dass der Film mehr an eine schwarze Komödie als an ein Drama erinnert. Ich habe überhaupt nichts gegen schwarzen Humor (ganz im Gegenteil), aber warum Herr Scorcese ihn in einem Drama, über das nachgedacht und nicht gelacht werden soll, bitter-böse Lacher einbaut, ist mir unverständlich.
So bleibt also ein (fast) emotionsloses Drama, das wohl nur Leute ansprechen wird, die Opulenz a'la "Braveheart" mit schlechtem Schauspiel und vielen (teils unfreiwilligen) Lachern ertragen können. (Oder aber die Dvd mal ausleihen und einem grandiosen Daniel Day-Lewis zuschauen...)


Ring - Das Original
Ring - Das Original
DVD ~ Nanako Matsushima
Wird angeboten von rezone
Preis: EUR 7,69

35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Horror zwischen den Zeilen, 31. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Ring - Das Original (DVD)
Als das amerikanische Remake von Ring in die Kinos kam, war ich von dem Trailer und der kurz beschriebenen Handlung nicht gerade begeistert. "Ist bestimmt so ein typischer Splatter-Film", waren meine Gedanken dazu. Als ich dann erfuhr, dass der Film ein Remake eines japanischen Films ist, wurde ich zwar etwas neugieriger mal das Original und zum Vergleich das Remake zu sehen, aber der erwähnte Trailer schreckte doch irgendwie ab.
Als ich dann in meiner Stammvideothek die Dvd vom Original sah, musste ich einfach mal zuschlagen.
Ich muss sagen, der Film hat doch tatsächlich meine Skepsis vollends zunichte gemacht und ich habe (mit Ausnahme von Alien1) bisher keinen Film gesehen, der eine so subtile und dabei komplexe Art von Horror in mir ausgelöst hat. Außerdem wurde ich als nahezu Neuling der japanischen Filmwelt sehr stark von der asiatischen Erzählweise in Filmen eingefangen, die wohl nicht so stark auf "Alles-am-Ende-erklären-wollen" aufgebaut ist, wie in vielen amerikanischen Filmen.
Ich werde hier keine Einzelheit der Story auch nur erwähnen und empfehle jedem dringend keine Rezension über den Inhalt zu lesen und NICHT das Remake zuerst zu schauen, da sonst ein großer Teil der Atmosphäre in dumpfes Suchen nach Details ausarten wird. Details bitte erst beim zweiten Sehen. Im Übrigen ist das Remake nicht unbedingt schlechter als das Original, aber es ist trotz Ähnlichkeiten einfach eine anderer Art von Film entstanden.
Wer also eine erfrischende Erzählweise einer eher mystisch als rational gezeigten Filmwelt sehen will, sollte hier sein fehlendes Stück finden können.
Also: Licht bitte aus! Allein schauen!! Japanisch mit Untertitel einstellen!!! und sich einsaugen lassen.


Absolution
Absolution
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 14,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schere klafft weiter auseinander, 30. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Absolution (Audio CD)
Für mich fing alles bei den MTV-Webcharts an, als ich "Plug in baby" zum ersten Mal vernommen hatte. Sofort legte ich mir "Origin of Symmetry" und "Showbiz" zu und wurde nicht enttäuscht. Seither ist die Band immer in meinen persönlichen Top 3 gewesen und fiel niemals ab. War nur noch das bange Warten auf "Die Dritte" und die Hoffnung auf was ganz Großes...
Was sich angekündigt hat und nun auch eingetreten ist: Neben Gitarre, Bass und Schlagzeug ist das Piano als weiteres Instrument intigriert worden. Klar war schon auf den beiden Vorgängeralben das Klavier mehr oder weniger oft zu hören, aber noch nie so konsequent eingebunden, teilweise stark vordergründig, wie hier. "Apocalypse Please" (Dramatik pur), "Endlessly" (elektronische Experimente), "Ruled by Secrecy" (zerbrechlich wie Glas) und "Butterflies & Hurricanes" (Emo-Rock in Perfektion) sind hier die Vertreter, die mit wunderschönen Klavierbildern aufwarten können, wobei man immer mit Muse-typischer Bombastik und stimmlichen Höhen rechnen muss. Aber gerade dies macht für mich den Reiz dieser vier Songs aus, wodurch sie nach ganz oben gehören; Albenübergreifend!
Im krassen Gegensatz dazu stellen sich die rockigen Vertreter "Hysteria" (Hymne, Hymne, Hymne), "Stockholm Syndrome" (erstaunlich derbe!) , "TSP" (Rockmonster) und "Thoughts of a Dying Atheist" (treibende Gitarre) ungewöhnlich aufdringlich und teilweise heftig dagegen. Vermutlich wird es hier Muse-Fans geben, die die zugegebenermaßen gelegentlich starren Riffs nicht mögen werden. Freunde von Ambivalenz pur, von Jekyll und Hyde, Feuer und Wasser, Himmel und Hölle werden allerdings die häufigen Wechsel von Klaviermalerei zu Gitarrenattacken, und umgekehrt, Tränen in die Augen treiben. WOW!
Fehlt nur noch die restlichen, aber nicht schlechteren, Songs zu erwähnen, nämlich "Falling away with you" (typische Muse Ballade), "Sing for Absolution" (sinnvoller Kuppler zwischen Gitarre und Piano und zurecht Namensgeber des Albums), "Time is Running out" (erste Single, eher poppig aufgebaut) und "Blackout" (Geigen und Mandolinen, Muse erschaffen eine eigene kleine Oper *schmacht*).
Fazit: Keine Unsicherheiten mehr wie in der "Ersten"; Keine Lückenfüller mehr wie in der "Zweiten"; Definitiv! "Die Dritte" ist die Beste!!!
...Aber nur, wenn zwei Herzen in der Brust schlagen...


Die Herrschaft des Feuers
Die Herrschaft des Feuers
DVD ~ Matthew McConaughey

7 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Amerika rettet die Welt vor Drachen..., 27. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Herrschaft des Feuers (DVD)
Ob zu wirklichem Popcorn-Kino immer eine gute Story gehört, ist wirklich Geschmackssache; Ich finde zwar schon, aber ich kann Leute anderer Meinung auch verstehen. Neben all der vorherigen berechtigten Kritik an Story usw. wollte ich aber noch hinzufügen, dass der Film etwas viel Schlimmeres in sich bürgt. Das meiner Meinung nach Übelste an dem Film ist nämlich der überdimensional grotesk ausgebildete amerikanische Pathos, bei dem selbst die schlechtesten Kriegsfilme wie komplex erzählte Meilensteine wirken. Ok, den Drachen tötet ein Brite, aber nur weil er zuvor von den amerikanischen "Erzengeln" Hilfe bekommt und ein dermaßen schlecht spielender Matthew McConaughey ihm den Mut für den Endkampf quasi "einprügelt", um sich dann später wie eine pervertierte Form eines amerikanischen Jesus zu opfern (nervtötende Klischeeattacken natürlich inklusive (Zigarre, Flagge, usw)).
Vielleicht (oder sehr wahrscheinlich) irre ich mich ja auch und interpretiere einfach zu viel hinein, aber auch der unfreiwilligste Pathos kann einem Film einen bitteren Nachgeschmack verleihen
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2007 3:33 PM CET


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