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Rezensionen verfasst von
Henry Miller

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Live at the Orpheum (CD+DVD-Audio)
Live at the Orpheum (CD+DVD-Audio)
Preis: EUR 19,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen King Crimson im Appetizer-Paket: Bitte nachlegen!, 30. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Live at the Orpheum (CD+DVD-Audio) (Audio CD)
Gemischte Gefühle machen sich beim lange erwarteten Lebenszeichen der Crimsos breit. 41 Minuten? 41 Minuten! Sonst ist Herr Fripp wahrlich nicht darum verlegen, jeden Ton seiner Kombo auf Datenträger zu bannen. Warum nicht bei dieser Gelegenheit? Künstlerische Freiheit, na klar... Aber es bleiben dunkle Ahnungen. Soll etwa bei späterer Gelegenheit nochmal abkassiert werden? War der Rest des Konzerts etwa nicht gut genug für eine Veröffentlichung? Bei "One more Red Nightmare" verdichten sich die Ahnungen. Die Schlagzeug-Herren Mastelotto, Harrison und Rieflin stehen sich mehr im Weg als dass sie sich anfeuern. Jakkos Gesang geht in Ordnung, mehr aber auch nicht. Alles wirkt eigentümlich gebremst. Dieser Eindruck kommt auch später an der ein oder anderen Stelle auf.
Weiter gehts mit "ConstruKction of Light" - mit dem wohl alternativsten Arrangement des Sets. Das passt schon, wenn Collins Belew-Linien übernimmt. Bei "The Letters" scheint die Band erstmals ganz bei sich selbst zu sein. Wunderbar! Auf diesem Niveau geht es weiter mit "Sailor's Tale". Da gibt es nichts zu meckern.
Das große Finale "Starless" hinterlässt schließlich wieder einige Fragezeichen. Warum nicht mehr Dampf bei dieser geballten Kraft an musikalischen Überfliegern? Wo bleibt die Leidenschaft des vergleichweise minimalistischen Bruford/Wetton-Lineups? Immerhin passen die soften Gesangfärbungen eher zu Jakko als die härtere Gangart. Sehr fein! Aber was ist mit dem Abschluss-Applaus passiert? Naja, Herr Fripp und sein Publikum - auf diese besondere Beziehung muss an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden.
Viele Rezensenten haben sich über den "leisen" Sound von "Orpheum" beschwert. Um Himmels willen! Wem das hier zu leise ist, soll doch bitte seinen Lautstärke-Regler sanft gen rechts drehen. Dafür ist dieser Knopf doch da! Im Gegensatz zu den meisten anderen auf Loudness getrimmten Produktionen zeigt sich "Orpheum" in einem extrem dynamischen Gewand. So soll es sein bei dieser wunderbaren progressiven Kunstform! Dass jedoch klangtechnisch noch draufgelegt werden muss, um Steven Wilsons Level zu erreichen - geschenkt!
Dann also hoffentlich bis zum nächten Mal, purpurner König! Du musst nachlegen! Ein durchschlagender Plan für die Vollbeschäftigung dreier Drumgötter sollte dann dabei sein. Und viel mehr neue Songs und Eskapaden natürlich! Etwas mehr genereller Dampf könnte auch nicht schaden! Und nicht vergessen: Steven Wilson mit ins Boot holen! Ich freue mich.


Antemasque
Antemasque
Preis: EUR 13,74

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Traumteam Omar/Cedric wirkt etwas hilflos..., 18. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Antemasque (Audio CD)
Ich verstehe ja die allgemeine Freude, dass Omar Rodriguez-Lopez und Cedric Bixler-Zavala sich wieder gefunden haben, aber diese "Antemasque"-Euphorie kann ich nicht so recht nachvollziehen. Klar macht die Scheibe Spaß und sie enthält auch einige wirklich großartige Momente ("Providence", "Rome Armed to the Teeth"), aber alles in allem bleibt der Beigeschmack einer gewissen Durchschnittlichkeit. Das meine ich jetzt garnicht mal so sehr in Bezug auf die progrockigen Mars-Volta-Eskapaden, sondern vielmehr auf die irrwitzige emotionale Tiefe und den Drive eines Hammers wie "Relationship of Command". Bei "Antemasque" machen mich stattdessen Indie-Schlager-Songs wie "50,000 Kilowatts" über alle Maßen ratlos...
Ich spüre, da will jemand "back to the roots", aber er weiß nicht, wie er das anstellen sollen. Das fängt schon beim Cover und beim Artwork an... Jaja, weniger ist oft mehr, aber ist so wenig wirklich genug? Und dann der Sound: blechern, laut, komprimiert. Willkommen in der Garage! Was bei "De-loused" und "Relationship" noch gewollt und edel rüberkam, wirkt hier fast hilflos...
Liebe Fangemeinde, bitte versteht mich richtig: Das soll beileibe kein Veriss sein. Aber von dem Traumteam Omar/Cedric erwarte ich einfach mehr. Vielleicht beim nächten Mal?
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 11, 2015 1:11 AM CET


Heaven & Earth (Digipak)
Heaven & Earth (Digipak)
Wird angeboten von Assai-Sent2u
Preis: EUR 4,94

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Yes machen sich locker: Dynamisches Akustikalbum für den Sommer, 4. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Heaven & Earth (Digipak) (Audio CD)
"Macht Euch doch mal so locker wie Yes sich locker machen", möchte man den ganzen Musikpolizisten zurufen, die "Heaven & Earth" schon vor der Veröffentlichung mit einem dichten S***storm überzogen haben. Eine solche publizierte Empörung ob des vermeintlich mangelnden Prog-Faktors dieses Werkes war in der Szene bisher beispiellos. Es war auch ein gutes Exempel für die unter Proggern weit verbreitete Versessenheit, Musik zu analysieren, zu zerlegen und zu vergleichen - als ginge es hier um einen musikwissenschaftlichen Diskurs. Da werden Takte und Tempi gezählt, Songlängen aufgelistet und Sounds zugeordnet. Dabei könnte sich der geneigte Musikrezipient auch einfach nur mal fragen: "Bewegt mich das Gehörte? Löst es etwas in mir aus? Kann ich es genießen?".
Ich glaube fest, die Antwort für "Heaven & Earth" könnte "yes" sein. Denn Yes legen hier ein entspanntes, alles andere als verkopftes Akustik-Album vor, ein Werk für den Sommer aus einem Guss, eine runde Sache mit einem dynamischen Sound, wie er heutzutage eine Rarität ist. Alle instrumentalen Nuancen sind zu hören, der Mix atmet regelrecht - Soundbrei Fehlanzeige! Dass sich viele über diesen "leisen" Klang beschweren, ist ein guter Hinweis darauf, welchen Schaden der Loudness War bei den Hörern angerichtet hat. In Zeiten der Smartphones und Aktivböxchen haben sich viele an kalt, laut und verzerrt klingende Musik gewöhnt. Dagegen setzen Yes ein Zeichen. Wunderbar!
Balladeske Songs wie "To Ascend" oder "Light of the Ages" haben schon immer ihren Weg auf Yes-Alben gefunden, oft wirkten sie dabei wie Fremdkörper, zumindest standen sie aber in krassem Kontrast zu den großen Yes-Epen und Up-Tempo-Rockern. "Heaven & Earth" ist in dieser Beziehung anders, es ist ein kontrastarmes Album, aber dafür wird Geschlossenheit erreicht. Viele Fans vermissen die extremeren, aggressiveren Seiten ihrer Band. Das ist verständlich, aber die Musiker haben sich im Sommer des Jahres 2014 halt für eine geschlossene Schau ihrer weicheren spirituellen Seite entschieden. Respekt dafür! Und sind wir mal ehrlich: Dass "Heaven & Earth" kein zweites "Close to the Edge" ist, stellt nicht wirklich ein Problem dar. Denn wer "Close to Edge" hören will, kann ja "Close to the Edge" jederzeit auflegen...
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2014 3:37 PM MEST


Last Planet 1-3
Last Planet 1-3
Preis: EUR 27,98

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eloyhafte Welten mit gelegentlichen Kraftwerk-Anstrichen, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Last Planet 1-3 (Audio CD)
Es gibt Schätze, die liegen verborgen. Selbst ihre Existenz scheint ein streng gehütetes Geheimnis. Detlev Schmidtchens Dreier-CD-Box ist so ein Schatz. Der Ex-Eloy-Keyboarder stößt hier in Welten vor, die seine Ex-Stammband leider schon länger nicht mehr erreicht. Diese Welten beschwören zwar den alten Eloy-Spirit, erweitern ihn aber um klassische deutsche Elektrowelten im Geiste von Kraftwerk. Der spirituelle Ansatz, bei Eloy teils leider zum Klischee verkommen, wird hier jederzeit glaubhaft verfolgt. Und oft denkt man: Ach, Herr Bornemann, mach doch mal wieder was mit dem Herrn Schmidtchen. Der hat einfach ein Gespür für Stimmungen, Variationen und Sounds...
Obwohl kein großes Label hinter "Last Planet" steht, kommt die Produktion amtlich rüber: Schöne Dynamik, ein klares Klangbild und kein Loudness-War-Geplärre, wie es Eloy neuerdings bei ihren Scheiben betreiben. Einzig ein bisschen mehr Drumming anstatt Programming hätte man sich an der einen oder anderen Stelle wünschen können - und vielleicht eine höhere Dosis an härteren und schrägeren Tönen. Dass Schmidtchens Gesang in germanisch-Bornemannscher Tradition steht und dem Englischen - sagen wir mal - eine eigene Note gibt, stört nicht weiter und dient dem Ganzen eher als dass es schadet. Den "Sun Song" mal mit Elektro-Schlagseite zu hören, das ist für den Eloy-Liebhaber fast unbezahlbar. Daumen hoch auch für Schmidtchens vereinzelte Gitarren-Einlagen, die sich absolut geschmackssicher in Floydschem Fahrwasser bewegen. Alles in allem macht diese Planeten-Trilogie Lust auf andere vernachlässigte Werke aus der Eloy-Familie. Wie wäre es mal wieder mit Klaus-Peter Matziols "Run for Cover"? Dieses Teil macht auch Spaß...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 5, 2014 8:31 AM MEST


Sagacity (Special Edition)
Sagacity (Special Edition)
Preis: EUR 4,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Smartphoneoptimiertes Sound-Desaster: Saga teils auf Demoniveau, 29. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Sagacity (Special Edition) (Audio CD)
Im Booklet dieser Scheibe brüsten sich die Kanadier vollmundig, dass der "Sagacity"-Sound übers Internet gemixt wurde - zu früher Morgenstund. Eine wirklich coole Idee, könnte man meinen... An der Idee ist auch nichts auszusetzen, am Klang, der bei der Online-Wurstelei herauskam, allerdings schon. Ich mache es kurz: Der Sound ist zu dicht, zu breiig und zu laut. Die Instrumente sind vom Frequenzspektrum her schwach herausgearbeitet. Einige Gitarren-Sounds tun regelrecht in den Ohren weh. Eine Stereobühne ist kaum vorhanden, alles kommt mehr oder weniger durch die Mitte. Das ganze Teil klingt unfassbar kalt und steril. Dabei fängt alles mit "Let it Slide" noch relativ vielversprechend an. Hier passt der Sound einigermaßen. Aber dann gehts abwärts - auch kompositorisch. Unfassbar, was Jim Gilmour da an schiefen Tönen auf die Festplatten gehaucht hat. "Press 9": Saga sind hiermit am Boden ihrer Karriere angelangt. Steven Wilson produziert selbst seine Demos deutlich besser. Bei "Luck" schimmert immerhin noch der Wille durch, etwas Neuland zu betreten. "I'll be" hätte richtig klasse werden können, aber dieser smartphoneoptimierte Sound macht einfach alles kaputt. Warum muss eine so verdiente und eine live immer noch geniale Kombo solch ein gehetztes Klangdesaster abliefern? Warum muss unbedingt alle ein, zwei Jahre eine neue Scheibe auf den Markt geworfen werden? Warum gönnen Saga sich nicht einmal wieder einen ordentlichen Produzenten, etwas Muße, Zeit und Inspiration? "Wake up"!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 4, 2015 8:20 PM CET


The Road Of Bones
The Road Of Bones
Preis: EUR 9,49

15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen IQ auf der harten Knochenstraße - alles neu und doch vertraut, 7. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Road Of Bones (MP3-Download)
Aschaffenburg. Colos-Saal. IQ geben eines ihrer raren Konzerte. Das Publikum scheint aus halb Europa angereist zu sein, um den Brit-Proggern zu huldigen. Aber hier geht es um mehr als Musik. Es geht um eine gemeinsame Leidenschaft - teils besiegelt in einem kulturellen Generationenvertrag. Denn einige Väter haben ihre Söhne mitgebracht - und gemeinsam ist der teils verklärte, teils klare Blick nach vorne gerichtet, wo IQ sich doch tatsächlich trauen, einen Großteil ihres neuen Albums "The Road of Bones" zu präsentieren. Respekt! Sowas machen Yes seit "The Ladder" von 1999 nicht mehr - einige werden sagen: Gott sei Dank! Aber das ist off-topic...

IQ sind jedoch nicht Yes, sie sind klassisch-traditionell, aber dennoch am Puls der Zeit. Mit dem Titelstück wandeln sie auf Steven Wilsons Pfaden, beweisen aber nicht zuletzt dank Peter Nicholls exzentrischer Gesangs-Performance und Darstellung als gummibehandschuhter Mörder dennoch sehr viel Eigenständigkeit. Dann steht er plötzlich im Raum: der obligatorische Long-Long-Song "Without Walls". Mit sehr viel Ambient geht er los, Drummachine-Klänge geben den Takt vor, Keyboarder Neil Durant beweist Sinn für Stimmung. Alles klingt neu - und doch vertraut. Das ist seltsam - und das ist gut so! Dann brechen einige, vielleicht zu viele Wechsel über das Publikum herein. Schließlich kommt "Gates of Delirium"-Stimmung auf, aber es ist eben nicht "Gates of Delirium". Wall of Sound, Krach, aber kein Brei. Dann die Erlösung, schließlich das triumphale Finale. Viele Besucher erscheinen verwirrt, aber der Begeisterung tut das keinen Abbruch. Welche Band kann ein Publikum mit einem bis dato unbekannten 20-Minüter dieses Kalibers gefangen nehmen? IQ können's.

Alles gut in Aschaffenburg - und quasi als dritte Zugabe darf der geneigte Zuschauer die neue CD mit nach Hause nehmen - natürlich als Special-Doppel-CD zum fairen Preis und Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin. Zuhause festigen sich die positiven Konzerteindrücke. Die zweite CD ist alles andere als die klassische Zugabe mit B-Material. Alle Stücke hier hätten es locker auf die "Haupt"-Scheibe schaffen können. Besonders "Knucklehead" weiß mit Progmetal-Anleihen zu überzeugen. Damit werden so einige Traditionalisten ihre Headbang-Kopfschmerzen haben - wunderbar.

Mike Holmes hat der Knochenstraße einen modernen, amtlichen, fetten und harten Sound verpasst. Die Produktion ist nicht im Autopilot auf "laut" getrimmt, sondern nur wenn die Kompositionen es erfordern - und das ist für IQ-Verhältnisse hier öfters mal der Fall. Etwas mehr generelle Dynamik und Luftigkeit im Mix wären schon ok gewesen, aber so passt es auch. Haben IQ hier ihr Meisterwerk abgeliefert? Vielleicht, aber auf jeden Fall haben sie es in ihrer eigene Top-3 geschafft.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 7, 2014 5:28 PM MEST


Reincarnation on Stage (Live)
Reincarnation on Stage (Live)
Preis: EUR 22,99

26 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Master-Desaster statt Legenden-Denkmal, 18. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Reincarnation on Stage (Live) (Audio CD)
36 lange Jahre musste der Fan auf das zweite Live-Album seiner geliebten Band warten. Der Lobgesang, der nun hier bei Amazon auf breiter Front ertönt, trägt dem Rechnung. Aber viel von der verklärten Euphorie scheint der Tatsache geschuldet zu sein, dass man von Eloy wohl nicht mehr viel oder gar nichts mehr hören wird, die vorliegenden zwei Live-Silberlinge also eine Art Abschiedsgeschenk sind. So hat sich zumindest Bandchef Bornemann jüngst geäußert. Musikalisch ist "Reincarnation" (Wiedergeburt) ohne Zweifel eine gelungene und wohl interpretierte Werkschau einer verdienten Band. Die ewigen Nörgler werden auch jetzt nicht mit ihrem Hassobjekt versöhnt, neue Fans werden kaum gewonnen, aber die alten Fans werden gut bedient.
Aber werden sie wirklich so gut bedient? Ich mache es kurz: Der Sound ist ein Master-Desaster - geschuldet dem Wahn, die möglichst größte Lautheit aus einer Aufnahme zu pressen - auf Kosten der Dynamik, der Natürlichkeit und der Luftigkeit eines Mixes. Aber es bestand Hoffnung, denn Bornemann hatte kurz vor der Veröffentlichung versprochen: "Ich habe mich sehr ins Zeug gelegt, um auch jede Feinheit beim Mix der einzelnen Spuren herauszuholen, die vielleicht im Wall of Sound des jeweiligen Venues nicht immer und überall so klar und definiert zu hören waren". Hätte er es doch nur dabei belassen und seine womöglich luftigen Mixe nicht in die Hände der Kompressions-Ingenieure gegeben!
Klar und definiert? Warum bitte kommt dann diese Aufnahme nur auf einen extrem bescheiden Dynamic-Range-Wert von "7", das Kompositions- und Klangdesaster "Mystery" als Einzelsong sogar nur auf "5"? Zum Vergleich: Der Eloy-Klassiker "Live" von 1978 kommt auf einen anständigen Wert von "12" (Quelle: Dynamich Range Database). Überhaupt punkten die nicht-remasterten Eloy-Scheiben mit saftiger Dynamik, in der Remaster-Reihe wurde die dann gründlich um teils die Hälfte reduziert - und das bei einer Band, die von Kontrasten lebt! Aber die Zahlen selbst sind ja abstrakt und wären auch nicht wichtig, wenn man denn die Klangverwurstung nicht so deutlich hören könnte. Die Mixe gehen ins Metallisch-Blecherne und in die Verzerrung, die Luft zwischen den Instrumenten verschwindet - so wie der Punch. Auftakte sind so laut wie das Intro - und überhaupt ist alles nur noch laut.
Lautheit ist ein Trend der Zeit. Warum ausgerechnet eine so zeitlose Institution wie Eloy da mitmacht, bleibt ein großes Rätsel. Dass es auch anders geht, beweisen die exquisiten Live-Mitschnitte von Steven Wilson. Dass es noch viel schlimmer kommen könnte, beweisen die aktuellen Scheiben von Rush. Eloy müssen sich nicht im Loudness War gegen die Konkurrenz im Radio oder beim Online-Streaming behaupten, dass sie es offenbar doch versuchen, kann einen Fan traurig stimmen. Denn hier wurde die Chance vertan, am Ende einer wunderbaren Band dieser auch ein würdiges letztes Sound-Denkmal zu setzen.
PS: Wen das Thema Lautheit interessiert und wer auch als Fanboy mal offene Ohren riskieren kann ohne gleich eingeschnappt zu sein, sollte sich unbedingt bei Google unter den Begriffen „Loudness War“ oder „Dynamic Range“ schlau machen.
Kommentar Kommentare (46) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2014 12:08 PM MEST


Clockwork Angels Tour (Live)
Clockwork Angels Tour (Live)
Preis: EUR 17,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen LOUDNESS WAR IST WIE PERMANENTE GROSS-SCHREIBUNG..., 15. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Angels Tour (Live) (Audio CD)
...UND GENAUSO ANSTRENGEND. WÄHREND BEI DER PERMANENTEN GROSS-SCHREIBUNG DAS AUGE ERMÜDET, MACHT BEIM LOUDNESS WAR RECHT BALD DAS OHR SCHLAPP. WEIL DIE MUSIK IM MASTERING WEITGEHEND IHRER NATÜRLICHEN DYNAMIK BERAUBT WURDE, KLINGT ALLES GLEICH, MATSCHIG, VERZERRT - UND NATÜRLICH: LAUT. Aber um (halbwegs) sachlich zu bleiben: Was Rush hier abliefern, ist eine soundtechnische Zumutung erster (oder letzter?) Güte. Wie ein Rezensent hier von glasklarem Klang schreiben kann, ist mir rätselhaft. Wahrscheinlich sind hier Aktivböxchen, Streamingdienste oder das Smartphone die Referenz. Zum Glück - viele andere Rezensionen beweisen dies - sind Rush-Fans aber in der Regel eher audiophil unterwegs (wenn man denn schon bei einer halbwegs passablen Stereo-Anlage davon sprechen kann). Rush Fans lieben ihre Band für die Raffinesse - eben nicht nur bei der Musik, sondern auch beim Klang. Warum man ausgerechnet diesen treuen Fans zum wiederholten Male einen solchen Klangwust serviert, bleibt mir rätselhaft. Wahrscheinlich plant die Plattenfirma gut für ihre Zukunft. In einigen Jahren werden remixte oder remasterte Versionen der verhunzten Scheiben erscheinen. Viele Fans werden sich dankbar drauf stürzen. Jüngst ist dies bei "Vapor Trails" ja genau so geschehen. Dieses Spiel kann man fast beliebig oft wiederholen. Die drei verdienten Herren von Rush haben sich wahrscheinlich von der Qualitätskontrolle ihrer eigenen Scheiben längst verabschiedet - oder ihre Ohren im 40-jährigen Touralltag so strapaziert, dass sie wahrscheinlich den Brei gar nicht hören, den ihre Mastering- und Mixing-Adjutanten immer wieder anrichten. Das werte Amazon-Publikum möge mir meinen Glossenton vergeben, aber ich bin wirklich aufgebracht: Immerhin haben Rush gerade mehrere meiner All-Time-Favorites zum Klangschafott geführt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 20, 2014 4:22 PM CET


Chasing Rainbows
Chasing Rainbows
Preis: EUR 23,98

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine große Stimme wird klein komprimiert, 18. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Chasing Rainbows (Audio CD)
"One of the finest voices in rock" war mal in irgendeinem Promo-Text zu lesen. Die PR-Abteilung hatte damit - ganz unüblich in diesem Geschäft - den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn was Herr Wilson besingt, das veredelt er. Beweise sind seine sämtlichen Adaptionen von Genesis-Klassikern, aber auch seine Interpretationen von Genesis-Solo-Werken oder David-Bowie-Stücken. Wer vorher nichts mit Phil Collins oder Mike & the Mechanics anfangen konnte, der höre sich die Wilson-Versionen von "In the Air Tonight" oder "Another Cup of Coffee" an - und überdenke seine Bedenken. Allerdings findet Ray Wilson bis zu seinem aktuellen Album "Chasing Rainbows" nicht die Klasse als Songwriter, die er als Sänger immer hatte. Seine Songs sind sicher gut, aber nie so zwingend wie die frühen Solo-Stücke eines Peter Gabriel, Phil Collins, Nik Kershaw oder Kevin Gilbert. Vermochte Ray Wilson mit seiner Stiltskin-Neuauflage "She" noch etwas Frisch- und Neuland zu beackern, so stagniert er spätestens mit "Chasing Rainbows" auf gerade noch solidem Niveau. Das ist schön anzuhören, aber eben auch nicht mehr. Hinzu kommt die undynamische Produktion, die Wilson hier zum wiederholten Male abliefert. Wo akustische Gitarren und Streicher viel Luft zum Atmen bräuchten, da haben die Mastering-Ingeniere Ludwig Maier und Yogi Lang den großen Kompressor ausgepackt. "Chasing Rainbows" kommt damit auf einen desaströsen Dynamik-Range-Wert von "6" (siehe DR Database, einfach googeln). Das mag für das übliche Ipod-, Streaming- und Radiofutter akzeptabel sein, für "Chasing Rainbows" ist es der audiophile Todesstoß. Der Loudness-War macht auch nicht vor "einer der feinsten Stimmen der Rockmusik" halt. Wie schade!


20/20 (Special Edition)
20/20 (Special Edition)
Preis: EUR 9,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Saga wagen ein Kamikaze-Album, 18. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: 20/20 (Special Edition) (Audio CD)
Eines kann man "20/20" nicht absprechen - einen eigenen Sound. Wie man den nun findet, darüber gehen auch hier naturgemäß die Meinungen weit auseinander. Und es finden sich auch genug Gründe für die eine, aber auch die andere Seite. Um es auf den Punkt zu bringen: Saga legen hier ein waschechtes Kamikaze-Album hin. Brilliantes trifft auf Banales, Transparenz auf Undurchdringlichkeit, Neues auf Altes. Nie hat Gilmour so schlecht gesungen (Another Day Out Of Sight) und nie war das so cool. Nie hat Crichton so viel gedudelt und nie hat das so wenig gestört (Till The Well Runs Dry). Nie klang ein neues Stück so sehr nach einem alten und nie war das so modern (Anywhere You Wanna Go). Was wird man hier hin und hergerissen! Was den Sound angeht, ist "20/20" der neue Negativ-Rekordhalter im Saga-Katalog in der Dynamic Range (DR) Database (einfach googeln). Das ist sehr bedauerlich und stellenweise ist dieses Album einfach nur laut, laut, laut. Aber auch das passt wieder irgendwie zu der neu gewonnenen Ambivalenz. Dumm nur, dass ich hier Punkte vergeben muss. Also treffe ich die Kamikaze-Scheibe einfach mal in der Mitte.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2014 1:28 PM CET


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