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Rezensionen verfasst von
cybert

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Soulcrusher
Soulcrusher
Wird angeboten von hummmel-sound
Preis: EUR 49,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die bessere Alternative?, 2. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Soulcrusher (Audio CD)
Oha. Viele haben das neue Album von Chris Cornell mit mäßigen bis schlechten Kritiken bedacht, waren von fehlendem Biss, einem Mangel an Leidenschaft in der Stimme und nicht zuletzt mittelmäßigem Songmaterial enttäuscht (gleichwohl ich anmerken muss, dass ich diese Auffassung so nicht teile). Urplötzlich taucht aus dem Nichts eine Band auf, die genau das präsentiert, was viele bei Herrn Cornell vermissten. Hier reiht sich (vielleicht noch mit Ausnahme des etwas drögen Titelsongs) Songperle an Songperle, abwechslungsreich, dynamisch und emotional vorgetragen sowohl an den Instrumenten, als auch hinsichtlich des Gesangs. Dieser drängt den Vergleich zu Cornell-Alben geradezu auf, klingt der Sänger doch meist wie ein Klon des ehemaligen Soundgarden/ Temple Of The Dog/ Audioslave Fronters. Dieselbe Färbung, derselbe Soul, nein, vielleicht (ich schäme mich, das zuzugeben) sogar mehr als das "Original" (auf aktuellen Scheiben). "Delicate" etwa hätte dem TOTD-Album recht gut gestanden, könnte ein Überbleibsel aus der Aufnahmesession sein. Man muss schon sehr genau hinhören, um da nicht Chris Cornell zu vermuten! Die Härte und die geniale Gitarrenarbeit von Audioslave erreichen Operator nicht, jedoch durchaus das kompositorische Niveau dieser leider schon aufgelösten Band. "What You Get" klingt nach ner einwandfreien Soundgarden-Nummer aus Zeiten von Superunknown. Was man nun bemängeln kann, sind freilich die große Nähe zu den Vorbildern, das Fehlen eines eigenen Stils. Mir kommt es allerdings weniger wie reines Kopieren vor, sondern eher nach Musik von Fans für Fans. Operator celebriert all die Trademarks, für die die Originale stehen respektive standen, die man von diesen mutmaßlich jedoch nicht mehr zu hören bekommen wird. Der legitime Nachfolger von Superunknown also, die bessere Cornell-Scheibe, das nächste Audioslave-Kapitel? Wenn man nicht in solchen Schubladen denken will: Eine saugute Rockscheibe mit klasse Sänger, tollem, abwechslungsreichem Songmaterial und der dicken Empfehlung, sich diesen Genuss nicht entgehen zu lassen. Alles echt, handgemacht, gefühlvoll und ehrlich. Reinhören!


New Protection
New Protection
Preis: EUR 14,64

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Masterween?, 13. August 2007
Rezension bezieht sich auf: New Protection (Audio CD)
Furchtbarer Titel für eine Rezension, ich weiß, und im Grunde mag ich solche ewigen Bezugnahmen auf die musikalische Vergangenheit eines Künstlers nicht. Wenn sich jemand wie Bandleader Uli Kusch entscheidet, aus einer relativ jungen Band (Masterplan)auszusteigen und sein eigenes Ding zu gründen (was Masterplan nach Helloween ja eigentlich auch schon waren), so erwartet man, dass er sich von seinem bisherigen Schaffen zwar keineswegs distanziert, sich aber dennoch davon absetzen kann und eine eigene Linie aufzeigt, eine Existenzberechtigung darlegt. Man hat jedoch in jedem einzelnen Lied stets das Gefühl, einer - leider nicht ganz so hervorragenden - Version von Masterplan (erste beiden Alben) zu lauschen, also einem leicht proggigen, melodischen Mix aus Hard Rock und Metal. Gerade die Gesangsmelodien wirken, als seien sie perfekt auf Jorn Lande zugeschnitten gewesen. Auch die Phrasierung des Ride-The-Sky-Sängers schrammt oft nur marginal an der Art und Weise vorbei, wie der (stimmlich etwas voluminösere und variantenreichere) Herr Lande seine Songs interpretiert. Nur wirds manchmal etwas krächtzig. Die Stimme ist allerdings kein dramatischer Kritikpunkt, ist sie doch stets heavy und passend und melodisch, da gibt es deutlich Schlechteres in dem Genre. Aber der neue Masterplan-Chorknabe ist (wohl aber bedingt durch etliche Jahre an Erfahrung) leicht besser. Das Material von New Protection fällt relativ gut aus, kein Song ist langweilig oder gar schlecht. Aber selten auch umwerfend. Gut und solide. Kinder-Melodien a la Helloween werden weitgehend vermieden, generell gibt es kaum einen Grund, diese als Vergleich heranzuziehen. Was richtig störend auffällt, sind die seltsam hohen und teilweise schrillen Keyboard-Passagen. Da hätte man dran tüfteln können, sie passen nicht zum Material. Insgesamt ein relativ gutes Album, welches allerdings den Vergleich zu Masterplan offenbar sucht und leider verliert. Wer mehr Musik in dieser Richtung sucht und diese vergöttert, addiere meinen dreieinhalb Punkten noch einen oder anderthalb, ich allerdings widme meine Zeit und Ohren dann lieber den Originalen, denn Ride The Sky kommen mir zu oft wie eine (gute, aber nicht herausragende) Kopie vor, etwas zu bemüht und vergangenen Zeiten (eben denen mit Jorn Lande) nachtrauernd. Wobei im Vergleich zu MKIII dieses Album definitiv die abwechslungsreicheren Songs bietet, das sei nicht verschwiegen. Die mir vorliegende Promo-Version ist etwas höhenlastig und fiepsig, aber es mag sein, dass dieses Manko in der Verkaufsversion behoben ist. Sonst gibts nen halben Punkt Abzug...


A Lullaby for the Devil
A Lullaby for the Devil
Preis: EUR 12,22

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf zu neuen Ufern?, 13. August 2007
Rezension bezieht sich auf: A Lullaby for the Devil (Audio CD)
Im Vorhinein gab es einiges zu lesen bzw. hören über den neuen Härtegrad, den Mr. Graves seinem 5. Album verpasst habe. Hört man sich den ersten Track an, so blickt man verwundert drein, reibt sich die Ohren und überprüft, ob dieses moderne, (zum Inhalt passend) kalte und vergleichsweise eintönige Wummern wirklich vom neuen DST Album stammen soll. Tut es. Diese ersten dreieinhalb Minuten sind eine echte Hürde für Fans, gleich wie offen sie eingestellt sind. Nicht einmal die bezaubernd jammrige Stimme des Masterminds prägt dieses Lied. Schock. Doch dann folgen mit Goodbye City Life achteinhalb Minuten dessen, was man an Dead Soul Tribe liebt, was man von dieser Band erwartet, und was einem in dieser Intensität und Abwechslung dennoch überrascht. Atmosphärisches Flötenspiel, Dynamik, genial verschrobene Melodien. Und diese Magie zieht den Hörer die nächsten Songs über in ihren Bann. Zwar tauchen immer wieder härtere Passagen auf, die in Fragmenten an das erinnern, was der erste Track bot, nur diesmal passend in "echte" Dead Soul Tribe Songs eingeflochten. Diverse interessante Sounds und Effekte garnieren die kleinen Werke, in jedem Titel passieren zahllose kleine Dinge im Hintergrund, man hat über lange Zeit was zu entdecken an diesem Album. Ich tue mir schwer damit, eine CD als die beste eines Künstlers einzuordnen, doch dieses düster-melancholische, teilweise aggressive Meisterwerk schreit gerade zu danach. Abwechslungsreicher als die Vorgänger, welchen es weiß Gott schon nicht an Variabilität mangelte, melodisch zwingender, aber zu keinem Zeitpunkt kommerziell oder gekünstelt. Mit Further Down findet sich zudem der wohl härteste, thrashigste Song der "Band" auf "A Lullaby For The Devil", kurz und knapp und geil. Lässt man die ersten 3 Minuten mal außer Acht, bleiben 50 Minuten, um unter dem Kopfhörer in einen einzigartigen Klangkosmos einzutauchen und sich darin zu verlieren. Jeder Fan braucht diese CD, Prog-Liebhaber sollten allesamt mal ein paar Minuten investieren, um sich in dieses Album reinzuhören, vor allem, wenn man Künstler wie Riverside oder Porcupine Tree mag. Definitive Empfehlung.


Scarsick
Scarsick
Preis: EUR 18,61

21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein besonderer Genuss, 29. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Scarsick (Audio CD)
Tja, da liest man in der Amazon-Rezension was von Rapgesang, Melodielinienmangel, Pop und Dancefloor auf dem neuen Album von Pain of Salvation und fragt sich nach dem Genuss (und so muss man es titulieren), ob denn der Rezensent (vom RockHard, wenn mich nicht alles täuscht) dieselbe CD gehört hat wie man selbst gerade. Sprechpassagen gab es auch schon auf dem (unerreichbaren) Remedy Lane und zuvor, gleichwohl muss man an einer Stelle die Nähe zu Clawfinger durchaus anerkennen. Im Rahmen der bei den Schweden üblichen stimmlichen und gesanglichen Abwechslung. Dass deshalb aber ansonsten die Melodien in den Gesängen Mangelware wären, kann ich nun wahrhaftig nicht behaupten, im Gegenteil. Der Refrain des ansonsten cool atmosphärisch gesprochenen Spitfall kann nicht gemeint sein, der Titelsong ebensowenig, und wenn man danach bei dem ruhigen Cribcaged nicht eine dicke Gänsehaut bekommt, muss man schon dicke Stopfen auf den Ohren haben. Track 4, America, ist dann also der Pop-Song... Wäre toll, wenn Ähnliches denn künftig im Radio laufen würde - aber nicht zu erwarten. Klar, es dudelt und trällert, dies jedoch völlig konform mit der Botschaft: Amerika, das wundervolle Geschenk Gottes. Wer da nicht die triefende Ironie bemerkt und die Umsetzung meisterhaft nennt, sollte vielleicht wirklich mal Britney Spears antesten. Apropos. Als nächstes kommt die Discoqueen, das Discoflair dringt wirklich schillernd bunt aus den Boxen, seltsam kontrastiert zu Daniels dunklen gesprochenen Passagen. Diese beiden Lieder sind sicherlich die fröhlichsten und von daher ungewöhnlichsten, die PoS bisher geschrieben haben, aber sie sind in jedem Moment eben PoS, tiefgründiger und vielschichtiger als (mindestens) 90 Prozent der Bands dieses Planeten. Mit den ersten 5 Songs des Albums hat man schon einen Strauß farbigster Abwechslung vor sich, und das mag durchaus etwas sein, was man der Band ankreiden kann. Damit lässt sich ein Konzeptalbum (was es natürlich wieder geworden ist) gnadenlos zerstückeln. Aber diese Vielfalt passt letzlich immer zusammen und sie passt vor allem zum Thema des gesamten Albums - eine überraschend direkte Abrechnung mit Amerika, den Mächtigen und dem, was von drüben als Kultur über den Großen Teich Tsunamiartig auch zu uns herüberschwappt. Im Großen und Ganzen wird Abwechslung auf Scarsick wieder einmal zur Doktrin dieser Band, gleichwohl ab Lied Nummer 6 alles etwas einheitlicher und melancholischer wird als im abgedreht verspielten ersten Teil der CD.

Gildenlöw und seine Mannen kehren nach dem starken Orchesteralbum BE in weiten Teilen zu der heftigeren Ausrichtung der älteren Scheiben zurück, was den Ausnahmestatus von BE gleichzeitig betont. Die düstere Stimmung von Remedy Lane oder Perfect Element wird mehrfach durchbrochen, ist dennoch allgegenwärtig, selbst in vermeintlich fröhlichen Songs. Noch beim 20. Durchlauf wird man in jedem einzelnen Lied etwas Neues entdecken können, ohne sich jedoch erst jeden Song mühsam erschließen zu müssen, wie es in der Vergangenheit der Band desöfteren der Fall war. Klar, Partymucke oder Programm für ne Heavydisco ist das alles nicht, aber vielleicht das Beste, was man seinen Kopfhörern und Ohren für den Start ins neue Jahr gönnen kann. Kein zweites Remedy Lane, einen Tick hinter diesem anzusiedeln, doch in Sahcen Wertung hat das nur Einfluss auf die zweite oder dritte Stelle hinterm Komma. Meisterlich. Danke.


Vol.1
Vol.1

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschung, 1. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Vol.1 (Audio CD)
Völligaus dem nichts taucht eine kleine Band auf, die sich selbst bescheiden HURT und ihr erstes Album schlichtweg Vol.1 nennt. Kein großartig designtes Cover, kein Drumherum. Nur ein fast einstündiges Album mit 11 Songperlen, die man nicht mehr los wird aus Herz und Hirn. Neben dem ursprünglichen Instrumentarium einer Rockband darf man sich auf eine unpathetische Violine des Sängers und ein stets unkitschig eingesetztes Piano freuen, die nie ein Lied definieren, sondern es stets wundervoll ergänzen. Die Songs strahlen allesamt eine Magie aus, zwischen zerbrechlich und partiell aggressiv. Jeder einzelne ist von Anfang bis Ende dynamisch gestaltet, alles mögliche wird variiert - von hart bis zart, laut bis leise, schroff bis süßlich, munter bis depressiv. Was hier in einem einzigen Song passiert, schaffen andere Bands aus dem Alternative Rock oft nur verteilt auf ein ganzes Album oder gar ihre ganze Discografie zu packen.

Ihr wollt was Greifbareres? Schubladen? Na, gut, Tool sind schon allgegenwärtig, was vielleicht der einzige Kritikpunkt sein könnte, jedoch nur beim ersten Höreindruck. Hier wird nicht geklaut, sondern ein eigenes magisches Süppchen gekocht. Also songorientierte Tool mit mehr Emotionen und weniger Verkopftem. Wer will, kann als Zutaten in Sachen dramatischem Songaufbau noch LIVE's Secret Samadhi hinzufügen, an deren Sänger Ed die Vocals von HURT manchmal erinnern (nur weniger weinerlich). Die anscheinend aufgelösten MAD AT GRAVITY kommen mir in Hinblick auf die Melodien teilweise in den Sinn, oder Alternative Rocker wie SHINEDOWN, wobei Vol.1 deutlich weniger rockig und wesentlich verspielter, abwechslungsreicher und interessanter sind.

Jeder, der etwas mit genannten Bands anfangen kann oder einfach nur auf abwechslungsreiche, intelligente und dennoch sehr emotionale Mucke steht, darf sich dieses Album nicht entgehen lassen. Seit Misery Index der in Auflösung befindlichen boysetsfire hat mich kein Album mehr so begeistert. Danke an eine tolle Band, die dieses Niveau hoffentlich auf weitere Alben übertragen kann.


The Unexpected,Ltd.ed.
The Unexpected,Ltd.ed.
Preis: EUR 21,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur nicht auf die Plattenfirma hören!, 26. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: The Unexpected,Ltd.ed. (Audio CD)
Selten sollte man was auf die vollmundigen Ankündigungen und Lobpreisungen der Labels geben, welche bei Erscheinen einer neuen Platte in die Welt geschleudert werden. Im Falle des Erstlings von BEAUTIFUL SIN ist sogar was von "neue Innovation im Metal" und "Melodic Power Metal erfährt eine neue Dimension" zu lesen. Niedlich. Zumal der erste Track dieses Projekts von Uli Kusch (Masterplan, früher bei Helloween) diese absolute Neuheit gleich mit einem alten Helloween-Liedchen einläutet. This is not the original song, kommt es einem da in Anlehnung an den zweiten Track von THE UNEXPECTED in den Sinn. "The Departed (Sun is Going Down)" vom letzten wirklich guten Album der Hamburger, THE DARK RIDE, erfährt hier eine Wiederauferstehung in Form von "Lost". Klar, neuer Text, verändertes Arrangement, aber eben derselbe Song. Ein sonderbarer Start für eine frische Band. Freilich ist das Liedchen nicht schlecht, im Gegenteil - und das ist noch unangenehmer - es handelt sich sogar um den besten Song auf dem Album. Im direkten Vergleich zum Original schneidet diese Version einen guten Tacken besser ab. Das liegt zum einen an der druckvolleren und moderneren Produktion, vor allem aber an dem eigentlichen Grund für dieses Projekt: Die Stimme von Magali Luyten, die Kusch bei der Produktion eines Albums ihrer belgischen Band kennen lernte, lässt den Schock über diese Überraschung rasch vergessen. Sie ist keine der üblichen Metalelfen mit glockenhellem Geträller, sondern eine Rockröhre vor dem Herren! Was für eine Stimme!

Im Folgenden kommen etliche sehr gute, abwechslungsreiche Lieder, ebenfalls nicht die versprochene "neue Dimension", aber interessante Kompositionen in der Schnittmenge zwischen Masterplan (minimal gradliniger), Helloween (nicht so süßlich), manchmal etwas rockiger, dann wieder etwas moderner, auch mal schrägere, heftige Gitarren. Und überall diese Powervoice, die einen mitreißt. Außer Kusch und Luyten sind noch Axel Mackenrott (ebenfalls Masterplan) und zwei Herren der Progger Pagans Mind involviert. Man gewinnt den Eindruck, die Truppe würde schon ewig zusammen spielen, so gekonnt und gefühlvoll und harmonisch geht es zu. Jeder einzelne liefert eine Klasseleistung, ohne sich dabei in den Vordergrund zu kasperln. Sehr tight, sehr gut. Ein wenig überraschend wird dann noch "Die Diktatur der Angepassten" von BLUMFELD gecovert (mit englischem Text). Das Instrumental "Beautiful Sin" stammt offenbar aus Masterplan-Sessions, wurde es doch zusammen mit Jorn Lande und Roland Grapow komponiert (Landes Posten bei Masterplan ist übrigens derzeit vakant, musikalische Differenzen, der Ausnahmesänger will mehr Hard Rock wie auf seinen Soloscheiben zaubern - hören wir hier seine Nachfolgerin? ;-) ). Ein weiteres Instrumental, ein krähender Hahn, eine unpathetische, kitschfreie Ballade und etliche gute Melodic Power Metal Kracher komplettieren ein Album, welches nur ganz knapp von den 5 Punkten entfernt ist, vor allem deshalb, weil eventuell folgende Scheiben noch etwas Wertungsspielraum brauchen, weil ein aufgepeppter Helloween-Song zu Beginn ein wenig komisch wirkt und weil an manchen Stellen noch das letzte bisschen fehlt zur höchsten Anerkennung. Wer auf sensationelle Inovationen in nie geahnten Dimensionen verzichten kann und sich mit modernem, druckvollem Metal in beschriebener Couleur begnügen mag, der soll hier zumindest mal probehören. Lohnt sich.


Pitch Black Progress
Pitch Black Progress
Preis: EUR 12,77

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schon mal gehört..., 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Pitch Black Progress (Audio CD)
Man soll keine allzu hohen Ansprüche mehr stellen heutzutage. Man liest und hört das immer wieder, und eigentlich mag man sich damit nicht abfinden. Wenn man über Jahre hinweg Musik geradezu fanatisch sammelt, gewöhnt man sich dennoch daran, dass vieles sich wiederholt und Innovation oftmals nur in Details zu finden ist. Nichts desto trotz kann Musik selbst bei fehlender Originalität immer noch sehr gut sein. So auch das zweite Album dieser Band. Man hört an allen Ecken und Enden Soilwork, vermisst jedoch deren trashige Note. Dark Tranquillity (bedeutend abwechslungsreicher und interessanter) und ältere In Flames und wie sie alle heißen - sie standen Pate für "Pitch Black Progress". Sowas kann gewaltig in die Hose gehen und langweilen, im Falle von Scar Symmetry jedoch darf man sich auf ein sehr gutes, überaus eingängiges Album freuen. Wer die genannten Bands mag und einfach frisches Futter für die Ohren will, kann zugreifen und sich an dieser Mucke erfreuen. Wechselspiel zwischen cleanem Gesang - sehr sauber und relativ hoch, aber überaus wohlklingend - und tiefem, wahrlich finsterem Growling in bekannter Manier, aber kontrastreicher als an manch anderer Stelle. Mal schneller, mal im Tempo leicht gedrosselt - eben in den vorgegebenen Bahnen durchaus abwechslungsreich. Tolle Melodien, die sich festfressen, mitträllerkompatibel.

Nur wer zwischen all den süßen Bonbons mal gern etwas Zitroniges, etwas Sperriges möchte, wird sich an dieser recht glatten, schnörkellosen Scheibe ein wenig stören. Und wie gesagt jeder, der nach "neuer" Musik sucht.


Memorial/Ltd.
Memorial/Ltd.
Wird angeboten von gimmixtwo Kontakt Widerrufsbelehrung AGB
Preis: EUR 16,22

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Memorial - ruft Erinnerungen wach?, 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Memorial/Ltd. (Audio CD)
Viel gab und gibt es zu lesen über das neue Album, die Presse jubelt es hoch und feiert die Rückkehr einer Band, die nie weg war, sondern sich einfach verändert hatte, anspruchsvoller geworden war und sich nicht mehr mit alten Gothic Metal Klischees identifizieren wollte.

Was waren wir damals so begeistert von Wolfheart und auch von Irreligious. Prachtvolle Melodien, Bombast, Dramatik. Angeblich, so der Bandkopf, wollte man sich wieder an diesen Zeiten orientieren, erinnerte sich - wie heute ach so oft - an vermeintlich bessere Zeiten. Alten Produzenten (Sorychta) wieder kontaktiert, das Gegröhle reaktiviert und ein wenig Bombast aus den Kellern der Vergangenheit gekramt. Einfache Rechnung - aber leider ergibt 1+1 eben nur 2. Man kann eines Verstorbenen gedenken, sich träumerisch an ihn erinnern, aber keiner vermag es, ihn wieder zu beleben. So muss man Moonspell attestieren, dass sie fraglos gute Instrumentalisten sind und dass Fernando einen tollen Job am Gesang/ Growling macht. Perfektion ist ein Wort, welches einem in den Sinn kommt. Technik, das Wissen um Strukturen und Inhalte. Auf der Strecke bleibt dabei leider genau das, was die Fans früher an dieser Band so schätzten. Die Emotionen, das Erhabene, wohl auch die geradezu infantilen Spielereien, das Ausufernde und Einzigartige. Memorial ist kein schlechtes Album geworden, und man mag es durchaus besser finden als die letzten musikalischen Ergüsse, die allesamt deutlich schwerer zugänglich waren als dieses relativ straighte Werk. Ich mochte sie weitaus weniger als Wolfheart und seinen direkten Nachfolger, doch man muss immerhin anerkennen, dass sie einzigartig und besonders waren, eine künstlerische Vision verfolgten. Memorial hingegen liefert Songs ab, simple, dröhnende, böse Liedchen, die so ganz und garnicht im Hirn und erst recht nicht im Herzen haften bleiben, sondern wie so viele andere Scheiben an einem vorbei rauschen. Wo sind denn bitte die klebrigen Melodien? Was die Gitarren - super produziert - abliefern, ist Massenware.

Insbesondere da die Band selbst in zahlreichen Interviews behauptete, sich auf ihre "Götteralben" zurückbesinnen zu wollen, ist dies wirklich zu wenig. Nicht viele werden wirklich einen weiteren Klassiker erwartet haben, ich tastete mich ebensowenig hoffnungsbeladen an dieses Album. Einfach nur gute, verspielte, interessante und vor allem charismatische Mucke hätte ausgereicht. Stattdessen erhält man ein brauchbares, aber leider vergleichsweise langweiliges Album. Wo früher ständig gewechselt wurde zwischen cleanem Gesang mit eigenwilliger Phrasierung und klassischem Growling, wird hier meist nur dreistböse drauflos gebrüllt. Atmosphäre? Stimmung? Kein Wechselbad, nur Wut und Verzweiflung, die dann aber auch noch ohne Tiefe, sondern bloß technisch, wie vom Reißbrett aus den Boxen schallt.

Oft gab es Vergleiche zu lesen - Moonspell würden sich auf ihre Wurzeln besinnen, ebenso wie Amorphis mit ihrem neuen Werk. Letzteres wurde in der Tat grandios und kann mit Elegy und Tales... in einem Atemzug genannt werden, doch die Portugiesen sind mit ihrem Anliegen weitgehend gescheitert. Aggressive Musik in dieser Art gibt es einfach zu häufig in zu ähnlicher Weise. Dann lieber noch die vertrackteren, weniger zugänglichen Alben wie Of Darkness And Hope oder meinetwegen Sin/ Pecado - die waren eigenständig und hatten Seele. Fans der alten Scheiben werden vielleicht ein wenig versöhnt, Liebhaber kaum verschnörkelter Aggression unter Umständen gar gutes frisches Futter für ihre Ohren entdecken. Aber wer wirklich etwas Besonderes sucht, der muss wohl weiter ausharren. Dies hier ist Hausmannskost, kein magisches Süppchen. Schade.


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