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Rezensionen verfasst von
VanThom

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The True Discoveries of Witches and Demons
The True Discoveries of Witches and Demons
Preis: EUR 23,20

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fetter, härter, schneller, lauter..., 9. Juni 2016
...ist der nur wenige Monate nach dem Debüt erschienene "Simulacrum"-Nachfolger definitiv geworden. Das Basis-Trio (Medeski-organ, Hollenberg-guitar, Rohowski-drums) wurde hier um Trevor Dunn (bass) und Marc Ribot (guitar) erweitert, was dem Gesamt-Sound noch mehr Power "aufdrückt". (Dazu später mehr...)
Mit dem ungewöhnlich straighten, schnellen Rocker "Strategies" (geiles Stück!) geht der krachende, dämonische Trip ohne Umwege nach vorne ("Flucht / Jagd") und steigert sich gnadenlos über kurze Aufbauparts ("Verschnaufen bei schleichender Bedrohung") und Lärmeinlagen ("Schock! / Angriff!") bis zum achten Track "The Gordian Knot". Das folgende doomgetränkte, schleppende, hypnotische, atmosphärisch-finstere "Phantasms" (mein klarer Favorit) geht direkt ins ruhige, lyrisch angehauchte "Schlusslicht" -im wahrsten Sinne des Wortes- "Mirrors of Being" über.
Zorns Komposition ist erfreulich einfallsreich ausgefallen; das Album steht für sich und ähnelt kaum einem anderen aus seinen unzähligen Projekten. Zudem gibt es die erwähnte "Erlösung", den Lichtblick am Ende des Tunnels...;) Die Umsetzung des Ensembles ist ebenso großartig. Dennoch habe ich kleine Kritikpunkte: So brillant Marc Ribot hier auch spielt, für meinen Geschmack ist er schlicht "zuviel". Seine schrille Gitarre passt nicht optimal zu Hollenbergs warmem Metalsound und wirkt zeitweise wie eine Überladung des Ganzen, obwohl die Kompositionen sehr auf Ribot zugeschnitten sind (weshalb seine Präsenz auf dieser Scheibe natürlich unverzichtbar wäre). Für mein Empfinden "zu sehr", jedenfalls kommt der hochtalentierte Matt Hollenberg dadurch eindeutig zu kurz! Außerdem hatte ich (vor allem wegen Trevor Dunn, der sich auch wie üblich einwandfrei und kreativ einfügt) wohl zu hohe Ansprüche, denen dieses Album (zumindest dauerhaft) nicht standhalten konnte... Aber, wie auch immer, "The true discoveries of witches and demons" ist eine krasse, dreckige Attacke mit einigen Höhepunkten und "Schönheiten".


The Painted Bird
The Painted Bird
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hartes, ungewöhnliches, surreal-expressives Klangexperiment mit genialen Musikern, 30. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Painted Bird (Audio CD)
Das jüngste Werk des "Simulacrum"-Trios (J. Medeski - Orgel, M. Hollenberg - Gitarre, K. Grohowski - Schlagzeug) mit dem Gastmusiker Kenny Wollesen am Vibraphon ist stilistisch sehr vielseitig und bietet eine hochinteressante Sound-Kombination. In zwei Stücken (Night, Spike) ist zusätzlich der großartige "Avant-Jazzer" Ches Smith (u.a. Tim Berne's Snakeoil, Ceramic Dog) an der perkussiven Verfeinerung beteiligt.
Das abwechslungsreiche "Snakeskin" eröffnet eine verstörende Reise durch unterschiedlichste Richtungen (Metal, moderne Klassik, Avantgarde, Weltmusik, Jazz...), die hier in jedem einzelnen Track durch dissonante Läufe miteinander verknüpft werden, was für mich -im Vergleich zum Vorgänger "Inferno", der wesentlich kontinuierlicher und "runder" aufgebaut war- auch einen Kritikpunkt darstellt. Ebenso verhält es sich mit Zorns Kompositionen, die teilweise wie eine Zerstückelung bestehender (aus seinem umfangreichen Werk) in neu zusammengewürfelter Form wirken. Aber sie wirken!; nicht zuletzt dank der Darbietung und der Interpretation des fantastischen Ensembles. Die (Improvisations-) Stars dieses Albums sind K. Wollesen und Matt Hollenberg, der innerhalb des Projekts immer freier und mutiger agiert. Medeskis Bassläufe+Akkordauslegungen und Grohowskis Rhythmik sind zu einer Einheit verschmolzen und liefern einen perfekten, fetten Teppich für Spielereien. (Anspieltipp: "Ravens") Die Scheibe ist zudem sehr kurzweilig ausgefallen, wobei die knappe Spieldauer von ca. 37 Minuten sicherlich dazu beiträgt. Schön wiederum ist das "dreiklapprige" Digipack-Artwork mit einem düsteren Gemälde von Hieronymous Bosch, das als passende Inspiration des musikalischen Weges angesehen werden kann.
Das kongeniale Zusammenspiel zwischen Kenny Wollesen und John Medeski ist übrigens in wunderbar-lyrischer Form auf Zorns aktuellem "Book of Angels Vol. 28", ANDRAS, zu genießen... Abschließend noch ein Veranstaltungshinweis: Auf dem diesjährigen Jazz Festival Willisau in der Schweiz tritt John Zorn im Rahmen eines "Marathons" am 3. September mit unterschiedlichen "All star"-Projekten auf. Dort kann man auch "Simulacrum" live erleben.


Inferno
Inferno
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig! Simulacrum back to the roots, 22. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Inferno (Audio CD)
Das dritte Album (in einem Jahr!) des zornigen;) "Simulacrum"-Trios ist inspiriert vom Lebenswerk des schwedischen Universal-Künstlers August Strindberg und benannt nach dessen autobiographischem visionär-okkulten Roman "Inferno" (1897).
Nach "True discoveries of witches and demons" mit den Gästen Marc Ribot und Trevor Dunn (das mich persönlich aufgrund meiner hohen Erwartungen und des "überladenen" Sounds leicht enttäuscht hatte) "beschränkt" sich "Inferno" wieder auf die Wurzeln John Medeski (Orgel), Matt Hollenberg (Gitarre) und Kenny Grohowski (Schlagzeug), und diesmal ist John Zorn damit der große Wurf gelungen! Mit Ausnahme des genialen, über 20-minütigen Titeltracks kommen die (Zorn-) Kompositionen weitgehend ohne permanente Takt- bzw. Stilbrüche aus und überraschend eingängig daher: Klare Songstrukturen, urige Rock- und Metal-Riffs, Melodien mit hohem Wiedererkennungswert begeistern ebenso wie der warme, ausgewogene Sound (im Gegensatz zum Vorgänger) und die Interpretation der 3 ausführenden musikalischen Meister. Zudem ist das Album in sich geschlossen; beginnend mit dem Midtempo-Rocker "Dance of death" fließt es über spannende, Zorn-typische Abzweigungen (Jazz, Grind-Gemetzel, Avantgarde...) logisch-durchdacht ins minimalistisch-doomgetränkte "Dreamplay", das als Ohrwurm im Kopf hängenbleibt. Bleibt noch festzuhalten, dass bei dieser glücklichen Soundabmischung definitiv kein zusätzlicher Bass erforderlich ist. Hört euch mal Medeskis fetten Bässe im Titelstück an, die teilweise so tief gehen, dass sie nur noch über gute Anlagen/ Boxen wahrzunehmen sind... Überhaupt ist seine "Schweineorgel" wieder vom Allerfeinsten. Auffallend ist auch Hollenbergs Fable für melodiöse, lyrische, filigrane Gitarren-Parts und sein rhythmisches Zusammenspiel mit Grohowski.
Im Nachhinein/Rückblick ist "Inferno" für mich das Album des letzten Jahres, ich leg's immer wieder auf, und es hat nach 9 Monaten nichts von seiner zeitlosen Originalität eingebüßt. Ein echter, unvergänglicher Leckerbissen!


You've Been Watching Me
You've Been Watching Me
Preis: EUR 17,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlangen-Öl vom Feinsten: Faszinierend und hypnotisch, 23. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: You've Been Watching Me (Audio CD)
"You`ve been watching me" ist ohne Zweifel wieder ein echter Leckerbissen mit neuen Zutaten. Dass es den mittlerweile 5 einzigartigen "Avant-Jazzern" hiermit gelungen ist, nach dem erstaunlichen Debüt "Snakeoil" (2012) und dem durchweg genialen Vorgänger "Shadow man" (2013) noch so einen Hammer "rauszuhauen", übertrifft meine Erwartungen.
Durch Neu-Zugang Ryan Ferreira an der Gitarre, der sich nicht nur im lupenreinen Titel-Stück hervorragend einbringt, und zusätzliche elektronische Sounds vom großartigen Pianisten Matt Mitchell erreicht die psychedelische Note eine neue Dimension. (-Man gebe sich "Embraceable me" über Kopfhörer... Wow!)
In kongenialem Zusammenspiel setzt "Tim Berne`s Snakeoil" höchste Maßstäbe bezüglich der musikalischen Entwicklungsmöglichkeiten zwischen Improvisation und Komposition, Intuition und Planung, Emotion und Ratio oder Freiheit und Struktur.
Für mich steht außer Frage, dass eine Sternstunde wie "Shadow man" im Studio nicht mehr "übertroffen" werden kann, aber das macht diese bildgewaltige Schönheit natürlich nicht schlechter. Ein wahrer Hochgenuss!


Simulacrum
Simulacrum
Preis: EUR 16,49

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vielversprechender Stil-Mix der härteren Art, 10. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Simulacrum (Audio CD)
John Zorn hat die Karten seines ständig wachsenden Musiker-Kreises mal wieder neu gemischt: Simulacrum, laut Zorns eigenem Label "Tzadik" "das extremste Orgel-Trio aller Zeiten", wird seiner Beschreibung gerecht und liefert ein spannendes 43minütiges Feuerwerk. Die genre-übergreifenden Kompositionen (oftmals Metal, Jazz, Avantgarde, Psychedelic Rock, Lärm-Gewitter und mehr in nahtlosen Übergängen abhandelnd) sind für Zorn-Kenner zwar nichts Neues, aber der Gesamtsound -aus Metal-Gitarre (Matt Hollenberg), hartem erdigem Schlagzeug (Kenny Grohowski) und John Medeskis flexiblem Orgel-Spiel bestehend- öffnet durchaus neue Türen, und die 3 Akteure ergänzen sich hervorragend: Grohowski besticht durch trockenen Schlagzeug-Klang mit wilden Doublebass-Attacken, Medeski durch freie Jazz-Einlagen (die mich zuweilen an Keith Emerson erinnern), und Hollenberg muss in erster Linie das Gerüst zusammenhalten, was ihm großartig gelingt. (Fettes Brett!)
Für einen guten groben Überblick würde ich das Stück "Snakes and ladders" empfehlen. Die beiden Ausnahmen "Marmarath" und "Paradigm shift" basieren auf Metal-Riffs und ziehen den Stil konsequent durch. Das knapp 13minütige Schlusslicht "The divine comedy" ist besonders vielschichtig und überrascht mit lyrischen Orgel-Anteilen.
Bei dem vorhandenen Potenzial wäre es für meinen Geschmack sinnvoll, das Trio um einen Bassisten (z.B. Trevor Dunn) zu erweitern. Deshalb 4 Sterne (mit steigender Tendenz). Für Orgel-Fans ein kleines Schätzchen!


Aural Colors
Aural Colors
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend lockerer moderner Jazz, 9. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Aural Colors (Audio CD)
Das aktuelle Trio um den mehrfach ausgezeichneten Klavierkünstler David Helbock überrascht mit lässigen, funk- und blues-angehauchten Sounds, die den drei Musikern viel Freiraum geben. Die "Rhythmiker" Raphael Preuschl (Bassukulele) und Herbert Pirker (Drums) sind perfekt aufeinander abgestimmt und überzeugen durch erdig-flexible Grooves mit virtuosen Einlagen, während der Pianist gewohnt vielseitig aufspielt, indem er sein Instrument gern mal mit Metallgegenständen präpariert oder selbst in die Saiten greift.
Drei gewagte wie gelungene Schönberg-Interpretationen ("op.19, Nr. II" -sprich: Track 4- gefällt mir besonders gut) und eine gewitzte Fassung des österreichischen Volksliedes "Öpfili, bist so kugelrund" sorgen für Spaß und Abwechslung, die Monk-Widmung "AM - Anonymous Monkaholics" würdigt das Idol augenzwinkernd unverkennbar, und die übrigen Eigenkompositionen bestechen durch eine frische Leichtigkeit, die das Projekt überhaupt kennzeichnet.
Ich habe das junge Trio kürzlich live gesehen und kann das Erlebte dank des natürlichen Sounds vom kleinen Berliner Studio / Label "Traumton Records" gut nachempfinden. Speziell auf das Schlagzeug bezogen sind Geräusche zu vernehmen, die man bei Siggi Loch wohl nicht mehr hören würde, und das ist gut so!
Schönes, dynamisches Album von spielfreudigen Künstlern!


Torture garden Leng Tch`e
Torture garden Leng Tch`e
Preis: EUR 21,09

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer Splatter-Spaß trifft auf Faszination der übelsten Grausamkeit, 25. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Torture garden Leng Tch`e (Audio CD)
Diese Black Box Edition, die zwei der intensivsten und kontroversesten wie gleichzeitig gegensätzlichsten Alben eines Künstlers überhaupt vereint, hat es wirklich in sich:
Während ich die einzigartigen GrindJazzFunkMetalCountrySurfBluesRockabilly-Orgien auf "Torture Garden" (Original 1989 in Japan aufgenommen) schon in den frühen Neunzigern ausgiebig abgefeiert hatte, blieb mir "Leng Tchè" (1990, für John Zorn die logische Schlussfolgerung, im Jahr darauf EIN langes, schleppendes Stück herauszubringen) bisher verborgen. Dieser unsagbar effektive 43. Track ist 9 Minuten länger als die 42 vorhergehenden zusammen und bedarf einer ausführlicheren Betrachtung.
Hier hört der Spaß nämlich auf, und als ich das beklemmende Werk nun zum ersten Mal "unvorbereitet" im Zusammenhang hörte, veränderte sich sofort meine Grundstimmung. Aufgrund einer irreführenden Rezension hatte ich das Bild einer verlorenen Schlacht im Kopf und geriet durch die unbeschreibliche Intension der Musik bald in die Identifikation mit einem elendig verblutenden "Gefallenen". Eindeutig unüberhörbar wurden die auf "Torture Garden" noch als "Schrulligkeiten" zelebrierbaren Laute des Vokal-Künstlers Yamataka Eye hier zu denen eines qualvoll Verreckenden, womit ich intuitiv schon auf der richtigen Fährte war:
Gleichermaßen beeindruckt wie verstört ging ich der Sache dann mit Hilfe des Booklets auf den Grund: Zorn hatte sich von der Kunstgeschichte "Die Tränen des Eros" des Philosophen Georges Bataille inspirieren lassen, die sich mit dem Dualismus zwischen dem unermesslichen Horror und der rauschhaft-erotischen Faszination der abscheulichen Folter-Methode "Leng Tchè" bzw. "Lingchi" (auch als "schleichender Tod" oder "Hinrichtung durch die hundert Schnitte" bezeichnet), die in China bis 1905 gesetzlich und öffentlich durchgeführt wurde, auseinandersetzt. Dabei wird das verurteilte Opfer, als lebensverlängernde Maßnahme unter Opium-Zufuhr, an einen Pfahl gefesselt, woraufhin ihm nach und nach die einzelnen Körperteile abgeschnitten werden, bis es langsam den Tod findet... Bataille war insbesondere von den Photographien bewegt, die während der Tortur in der finalen Phase aus frontaler Perspektive geschossen wurden, im Speziellen von den ekstatischen Blicken des Sterbenden im scheinbaren Widerspruch zu den unerträglichen körperlichen Schmerzen. Ein solches Dokument ist auf dem Original-Cover des Albums (seinerzeit ausschließlich in Japan als EP erschienen) abgebildet...
Verdammt harte Kost also, und als ich mir das krasse Stück, welches musikalisch genau ins Ziel trifft, anschließend nochmal über Kopfhörer gab, musste ich unausweichlich weinen. Da ich mich selbst als Künstler/ Musiker verstehe, der sich in unterschiedlichsten Gefilden bewegt, bin ich stets dankbar für derart erschütternde wie inspirative Momente und kann dieses Kunstwerk nicht hoch genug bewerten. Es trifft aber ganz sicher nicht jeden Geschmack und ist auch keineswegs "witzig". Abschließend möchte ich die bekannten Musiker, die durch technische Höchstleistungen (Torture Garden) und erstaunliches Einfühlungsvermögen (Leng Tchè) zu schockieren wissen, nicht unerwähnt lassen:
John Zorn - Alto sax, Compositions
Bill Frisell - Guitar
Wayne Horvitz - Keyboards
Fred Frith - Bass
Joey Baron - Drums
Yamataka Eye - Vocals


Apex Predator - Easy Meat (Limited Mediabook)
Apex Predator - Easy Meat (Limited Mediabook)
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 14,84

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der fünfte Genie-Streich in Folge!, 23. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Liebe Nachbarn! Wie gehabt, wenn Ausnahme-Shouter "Barney" Greenway (Howling for liberation), Saiten-Schleifer Shane Embury (Grinding and howling for emancipation), Riff-Monster Mitch Harris (Riffing and howling for release) und Speed-Metzger Danny Herrera (Drumming out the despotic) ein neues Feuerwerk entzündet haben, gibt`s wieder richtig auf die Fresse! Natürlich mit Stil und sozialem Engagement: "Apex Predator", die biologische Bezeichnung für ein Lebewesen, das in seinem Öko-System ganz oben in der Nahrungskette steht, kritisiert die moderne Sklaverei und ist den Opfern ("Easy Meat") gewidmet, die keine andere Wahl haben als sich den Herrschenden zu unterwerfen, welche von ihnen profitieren und über Leichen gehen.
Das Album beginnt mit einer düsteren, spannungserzeugenden Litanei und geht direkt in die typischen disharmonischen Metzeleien mit fett groovenden Zwischenparts über. Wegen der Wut-Steigerung und der Übergänge ist das geschlossene Album gut am Stück zu hören. Müsste ich 3 Anspiel-Tipps herauspicken, würde ich das herrlich-fiese zweistimmige "Beyond the pale" von Mitch Harris, Emburys Hardcore-Brett "How the years condemn" und den vielschichtigen Hammer "Adversarial / Copulating snakes" vorschlagen. Einen kleinen "Ruhe-Pol" bietet das ironische (vorher bereits als Live-Version veröffentlichte) "Dear slum landlord". Ungewöhnlich interessant ist auch "Hierarchies", das mit einem melodiösen, nahezu kitschigen Unisono-Chorus sowie einem Gitarren-Solo (keine Sorge, ca. 5 Sekunden) überrascht.
Insgesamt ist "Apex Predator - Easy Meat" sehr abwechslungsreich und eingängig ausgefallen, für mich schon jetzt das zweite Meisterwerk nach "Smear Campaign" (2006) von einer Band, die mich seit gut zweieinhalb Dekaden kontinuierlich begeistert und sich seit 10 Jahren immer wieder selbst übertrifft. Von ihrer Authentizität und bodenständigen Ehrlichkeit (keinerlei Star-Allüren, nie affektiert, unterirdische Eintrittspreise für Wahnsinns-Shows, soziales Bewusstsein) sollten sich andere Metal-Bands mal eine Scheibe abschneiden! (Das wörtlich zu nehmen sei übrigens nur lebensmüden Masochisten empfohlen... :-)
Der gewohnt fette Sound, das integrierte Booklet mit Texten und allen wichtigen Informationen schließen das Gesamtbild ab, und die Bonus-Tracks auf dem "Limited Mediabook" sind nochmal 3 echte "Grind-Punk-Crusher". Absolut genial!


Die Healing (Re-Release)
Die Healing (Re-Release)
Preis: EUR 12,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krasses, unterschätztes Doom-Meisterwerk!, 15. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Healing (Re-Release) (Audio CD)
Während ihrer 1995er Tour habe ich Saint Vitus zum ersten Mal live gesehen und nach diesem unvergesslichen, bis heute prägenden Erlebnis dort das (Ende `94) frisch erschienene Album "Die Healing" erworben.
Im Vorfeld hatte ich -obwohl ich Christian Lindersons Gesang (C.O.D., 1992) durchaus mochte- auf eine Rückkehr des genialen Vokalisten Wino gehofft, war dann jedoch schwer beeindruckt von der Präsenz des ursprünglichen Sängers Scott Reagers, der hochmotiviert und ekstatisch in die hypnotische Kraft der Musik versunken mit einer wahnsinnigen Performance all meine Erwartungen übertraf. Frontmann, Songwriter und Gitarrenkünstler Dave Chandler in Hochform gab dem Publikum mit seinen exzessiven "Wah-Eskapaden" den Rest; man hätte keine weiteren Hilfsmittel gebraucht, um den Schuppen völlig "stoned" zu verlassen...
Und genauso klingt auch das Album: Intensiver, schleppender, finsterer, destruktiver und härter war Saint Vitus nie zuvor. Stellvertretend seien nur die Stücke "Sloth", "In the asylum" oder "Let the end begin" erwähnt. Chandlers Kompositionen sind perfekt auf Reagers' majestätisch-irren Gesangsstil zugeschnitten. Einzige Ausnahme ist das von ihm selbst gesungene, treibend-rockige Schlusslicht "Just another notch", das auch von Wino oder Lemmy hätte stammen können.
Leider war dieser Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens gleichzeitig der finanzielle Ruin der Band, die sich dann auflöste, um erst 18 Jahre später einen Nachfolger, nun wieder mit Wino, aufzunehmen.
Wobei alle Saint Vitus- Alben durchweg stark sind, dürfte "Die Healing" noch immer das heftigste/konsequenteste sein (Elektroschocks sind nix dagegen ;-), und außerdem ist es unkaputt(hör)bar wie "Born too late" oder "V"! Play it LOUD!


Live at Warfield Theater
Live at Warfield Theater
Wird angeboten von SEDIVA Deutschland
Preis: EUR 7,45

5.0 von 5 Sternen Lockere, abwechslungsreiche Hippie-Jam, 11. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live at Warfield Theater (Audio CD)
Schön, dass Phil Lesh, Bassist und Mitbegründer der legendären Jam-Band "Grateful Dead", deren Tradition nach Jerry Garcias Tod in wechselnden hochwertigen Besetzungen fortführt. Dieser Live-Mitschnitt vom 18./19. Mai 2006 überzeugt durch seine spezielle Formation:
Neben Lesh sind die hervorragende Sängerin Joan Osborne, John Scofield an der Gitarre (der wie üblich sofort erkennbar ist), der Jazz-Saxophonist Greg Osby, der großartige Drummer John Molo, Keyboarder Rob Barraco und Gitarrist/Geiger Larry Campbell dabei.
Die unterschiedlichen Einflüsse der Musiker, die alle aufeinander eingehen und jedem seinen Freiraum lassen, führen zu einem gelungenen Mix aus Funk/Soul, Bluesrock, Country/Folk, jazzigen Einlagen und natürlich Sechziger-Rock. Die Songs, vorwiegend "Grateful Dead"-Cover in neuem Gewand, auf den beiden CDs werden gründlich ausgejammt und haben meist eine Länge von ca. 10 Minuten.
Auf der Bonus-DVD des Digipaks sind ein Interview, `ne spontane, gechillte Jazz Jam in der Besetzung Lesh/ Scofield/ Osby/ Molo (sehr Cool!), eine Backstage-Session und 2 weitere Stücke des Auftritts der kompletten Band zu sehen, von denen der Klassiker "All along the watchtower" durch Joan Osbornes bluesigen Gesang besonders herausragt.
Super Aufnahme, schöne Edition und korrekter Preis! (Auf die pure Musik bezogen hätte ich zu 4 Sternen tendiert.) Wer Bands wie "Phish" und "Grateful Dead" mag, kommt sowieso auf seine Kosten, aber diese Konstellation ist sicherlich auch für "Neu-Entdecker" interessant.


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