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Stephie

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Three Dark Crowns
Three Dark Crowns
von Kendare Blake
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Ein solider Auftakt zu einer interessanten, düsteren Serie, 8. Juni 2017
Rezension bezieht sich auf: Three Dark Crowns (Taschenbuch)
Mirabella, Arsinoe und Katharine sind königliche Schwestern, Drillinge, doch nur eine von ihnen kann eines Tages den Thron der mystischen Insel Fennbirn besteigen. Eine von ihnen muss daher ihre beiden anderen Schwestern töten, wenn die Zeit gekommen ist, so will es die Tradition. Deshalb wachsen sie, ihren verschiedenen Talenten entsprechend, auch nicht zusammen bei ihrer Mutter, sondern bei mächtigen Familien der verschiedenen Clans auf, die sie jeweils auf ihre Art darauf vorbereiten sich dieser schwierigen Aufgabe zu stellen

Während Mirabellas Gabe ausgesprochen stark ausgeprägt ist, haben Katharine und Arsinoe bisher allerdings noch keine Kräfte entwickelt. Wenn ihre Gaben nicht bald erwachen, werden sie also keine Chance gegen ihre mächtige Schwester haben. Es sei denn, sie lassen sich etwas Anderes einfallen um im Kampf gegen sie zu bestehen und das Volk für sich zu gewinnen …

Three Dark Crowns ist der gelungene Auftakt einer düsteren Geschichte, die weniger mit atemloser Spannung und vielmehr mit einer Vielzahl an mitreißenden Handlungssträngen, hinterlistigen Intrigen und vielschichtigen Figuren zu überzeugen vermag.
Kendare Blake hat eine gleichermaßen interessante wie grausame Welt erschaffen, in der eine Königin in der Regel Drillinge gebärt, die schon als Kinder voneinander getrennt werden und Jahre später gezwungen sind einander bis auf den Tod zu bekämpfen, da nur eine von ihnen letztlich gekrönt werden kann. Von Kindesbeinen an wird ihnen somit unermüdlich eingeschärft, dass entweder sie ihre Schwestern töten müssen oder ansonsten selbst früher oder später von ihnen getötet werden.

Auf eine gewisse Weise muss den Inselbewohnern bewusst sein, dass es falsch ist Schwestern zu so etwas zu zwingen, schließlich würde niemand mit einer Königin tauschen wollen. Trotzdem käme offenbar nie jemand auf die Idee aktiv etwas dagegen zu unternehmen, weil sich traurigerweise schon längst alle damit abgefunden haben. Ebenso traurig und erschreckend ist, dass sich anscheinend niemand vorstellen kann, dass eine Königin ihre Schwestern trotz ihres aufgezwungen Schicksals lieben könnte und einen reinen Akt der Liebe daher partout nicht als solchen erkennen, sondern stets Berechnung oder andere schlimme Beweggründe dahinter vermuten.

Das Leben auf der Insel wirkt eher altertümlich und ursprünglich. Die feinen, gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Fennbirn und der Realität fallen meistens aber erst durch den Vergleich mit dem so genannten Festland auf, beispielsweise wenn der Festland-Junge irgendetwas seltsam findet. Die Menschen vom Festland kommen ohnehin nur selten und ausschließlich aus einem von zwei Gründen auf die Insel: Handel oder Brautwerbung. Sie sind also entweder Händler oder Freier, die um die Gunst der künftigen Königin buhlen, deren Gemahl stets vom Festland stammt.

Der größte Unterschied zwischen Fennbirn und dem Festland ist jedoch die Magie, die in verschiedenen Formen auf der Insel zweifellos existiert. Viele Bewohner haben bestimmte Begabungen und sie alle glauben an eine Göttin, die ihnen diese Gaben verleiht, die Insel am Leben erhält und der jeweiligen Königin zu gegebener Zeit die nächste Generation an Drillingen schenkt. Sie ist es auch, die jede Flucht unmöglich macht und verhindert, dass eine der angehenden Königinnen die Insel vor der Inthronisierung einfach verlässt.

Die meisten Bewohner der Insel gehören entsprechend ihrer Gabe einem von drei großen Clans an: Giftmischer, Elementwandler und Naturbegabte. Die Bezeichnung gibt zugleich Auskunft über ihre Fähigkeiten: Sie sind immun gegen Gifte, können ein oder mehrere Elemente beherrschen oder die Natur beeinflussen, wobei letztere zusätzlich über einen Familiaris verfügen, einen tierischen Gefährten, mit dem sie geistig verbunden sind. Zwischen diesen Clans herrscht eine große Rivalität, denn jeder von ihnen will die eigene Königin auf dem Thron sehen und die Positionen im Schwarzen Rat einnehmen, der herrscht bis die nächsten Königinnen erwachsen sind.

Daneben gibt es noch den Tempel als eine Art religiöse Institution, der auf die Einhaltung aller Regeln und Rituale achtet. Eigentlich sollte er allen drei Königinnen neutral gegenüber stehen, doch stattdessen gibt es inzwischen auch einen Machtkampf zwischen dem Tempel und dem Schwarze Rat, die beide die Kontrolle über das Volk erlangen wollen, weshalb die Hohepriesterin des Tempels zum ersten Mal in der Geschichte klar Stellung bezogen hat und nur eine der Königinnen unterstützt.

Alle drei Königinnen der aktuellen Generation sind sehr unterschiedliche Figuren mit verschiedenen Talenten und Charaktereigenschaften. Nachdem sie voneinander getrennt wurden, ist jede von ihnen bei einem anderen Clan mit abweichenden Gaben und vor allem völlig andersartigen Erziehungsmethoden aufgewachsen. Im Verlauf der Handlung macht jede von ihnen eine große Entwicklung durch.

Katharine ist von den Drillingen am meisten zu bemitleiden. Anfangs ist sie sehr schwach und kränklich, da sie wegen ihrer kaum ausgeprägten Giftmischer-Gabe permanent von ihrem eigenen Clan vergiftet wird, in der Absicht irgendwann vielleicht eine gewisse Immunität zu erwirken, bisher allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Dass Giftmischer aus Prinzip nur vergiftete Nahrung servieren, ist somit alles andere als hilfreich und aufrichtige Zuneigung wurde ihr ebenfalls so gut wie nie entgegen gebracht. Stattdessen wird sie ständig dafür bestraft, dass sie auf Grund der schädlichen Wirkungen der Gifte klein, dürr und blass ist. Weil die letzten drei Königinnen vor ihr Giftmischerinnen waren und von ihr erwartet wird die nächste zu sein, steht sie unter großem Druck. Sie hat aber immerhin ein Händchen für das Mischen von Giften und kann es scheinbar kaum noch erwarten diese Fähigkeit bei ihren Schwestern zur Anwendung zu bringen.

Die Elementwandler-Gabe von Mirabella ist hingegen ausgesprochen stark ausgeprägt, was sie zur mächtigsten der drei Schwestern macht. Ihre Gabe hat sich schon sehr früh gezeigt, weshalb sie seit ihrer Kindheit unter der strengen Aufsicht des Tempels steht, der für sie seine Neutralität aufgegeben hat und andauernd versucht sie im Hinblick auf seine Zwecke zu beeinflussen und zu kontrollieren. Dennoch ist Mirabella die einzige, die sich heftig dagegen wehrt ihre Schwestern ausschließlich als Feinde zu betrachten, was vor allem daran liegt, dass sie als einzige noch Erinnerungen an Arsinoe und Katharine sowie ihre gemeinsame Zeit mit ihnen hat. Während der Tempel darin eine Schwäche sieht und die Priesterinnen alles tun, um die Schwestern gegeneinander aufzuhetzen, will Mirabella einfach niemanden töten. Dieser Wunsch lässt sie mit der Zeit immer aufmüpfiger werden und gegen den Tempel aufbegehren, der ihre Freiheit daraufhin immer stärker einschränkt und sie mehr und mehr unter Druck setzt.

Arsinoe steht im krassen Gegensatz dazu am wenigsten von allen Schwestern unter Druck und genießt sämtliche Freiheiten, denn wegen ihrer scheinbar ebenfalls kaum erwachten Gabe gehen ohnehin fast alle Mitglieder ihres Clans davon aus, dass sie nach dem Beltanefest von einer der anderen Königinnen getötet wird. Das ist mit Sicherheit kein schönes Gefühl, zumal Arsinoe natürlich nicht sterben möchte. Sie ist zwar nicht sonderlich erpicht darauf ihre Schwestern umzubringen, wird sich aber auch nicht kampflos geschlagen geben. Deshalb wendet sie sich schließlich der niederen Magie zu, die jedoch nicht ganz ungefährlich und dazu noch bei den Inselbewohnern verpönt ist, da sie sogar von Menschen ohne Gabe genutzt werden kann.

Die drei Königinnen sind allerdings nicht die einzigen erwähnenswerten Charaktere. An ihrer Seite gibt es zahlreiche interessante Nebenfiguren, wie Arsinoes beste Freundin Jules, deren Familiaris ein Berglöwe ist, was sie womöglich zur stärksten Naturbegabten macht, die die Insel je gesehen hat; Pietyr, der gleich zu Beginn viele Sympathiepunkte sammeln kann, weil er einer der wenigen liebenswerten Giftmischer zu sein scheint; Joseph, den man anfangs sehr mag, der später aber leider sämtliches Wohlwollen ihm gegenüber einbüßt; Natalia Arron, die voller Widersprüche steckt und Katharine trotz ihres meist kühlen Verhaltens zu lieben scheint; Billy, der Festlandjunge, der Arsinoe ein guter Freund wird; die junge Priesterin Elizabeth, die Mirabella eine loyale Freundin ist und eher auf ihrer Seite als auf der des Tempels steht.

Generell lebt die Geschichte vor allem von den verschiedenen Figuren, ihren Beziehungen zueinander und den Entwicklungen, die sie durchleben. Die Handlung beginnt ziemlich ruhig und wird erst im späteren Verlauf wirklich spannend und ereignisreich. Dank der vielen Intrigen und Machtspiele, der düsteren Welt, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt, der unterschiedlichen Perspektiven und der verschiedenen Handlungsstränge, die ebenfalls erst zum Ende hin zeitweilig ineinander übergehen, ist das Buch jedoch trotzdem durchgängig fesselnd.

Die letzten Kapitel sind noch einmal besonders packend, die Lage spitzt sich eindeutig zu und ab einem gewissen Punkt kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen bevor die letzte Zeile gelesen ist. Und die hat es in sich, denn mit einer solch überraschenden Wendung hätte man nie und nimmer mehr gerechnet. Man ist unheimlich gespannt auf die Konsequenzen dieser ungeahnten Enthüllung und kann es daher kaum noch erwarten die Fortsetzung zu lesen. Der zweite Band verspricht nämlich nach den letzten Ereignissen und nun, da man die Figuren und die Welt bereits kennt, noch um einiges spannender zu werden.

Der Schreibstil lässt sich flüssig und angenehm lesen, zwischen dem Leser und den einzelnen Charakteren bleibt allerdings immer eine gewisse Distanz bestehen, die leider verhindert, dass man sich den Figuren wirklich verbunden fühlt. Die düstere, zum Teil fast schon trostlose Atmosphäre, die Kendare Blake erzeugt, passt dafür umso besser zur Handlung. Zwischendurch wird die Stimmung aber ab und an durch eine notwendige Prise Humor aufgelockert.

*FAZIT*
Mit Three Dark Crowns hat Kendare Blake einen soliden Auftakt zu einer interessanten, düsteren Serie geliefert, die zwar nicht unbedingt mit nervenaufreibender Spannung, dafür jedoch mit anderen Qualitäten überzeugen kann: Intrigante Figuren, packende Handlungsstränge und ein Ende mit einer absolut unerwarteten Erkenntnis, die einen vollkommen sprachlos zurücklässt.


Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern: Roman
Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern: Roman
von Kendare Blake
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein solider Auftakt zu einer interessanten, düsteren Serie, 8. Juni 2017
Mirabella, Arsinoe und Katharine sind königliche Schwestern, Drillinge, doch nur eine von ihnen kann eines Tages den Thron der mystischen Insel Fennbirn besteigen. Eine von ihnen muss daher ihre beiden anderen Schwestern töten, wenn die Zeit gekommen ist, so will es die Tradition. Deshalb wachsen sie, ihren verschiedenen Talenten entsprechend, auch nicht zusammen bei ihrer Mutter, sondern bei mächtigen Familien der verschiedenen Clans auf, die sie jeweils auf ihre Art darauf vorbereiten sich dieser schwierigen Aufgabe zu stellen

Während Mirabellas Gabe ausgesprochen stark ausgeprägt ist, haben Katharine und Arsinoe bisher allerdings noch keine Kräfte entwickelt. Wenn ihre Gaben nicht bald erwachen, werden sie also keine Chance gegen ihre mächtige Schwester haben. Es sei denn, sie lassen sich etwas Anderes einfallen um im Kampf gegen sie zu bestehen und das Volk für sich zu gewinnen …

Der schwarze Thron – Die Schwestern ist der gelungene Auftakt einer düsteren Geschichte, die weniger mit atemloser Spannung und vielmehr mit einer Vielzahl an mitreißenden Handlungssträngen, hinterlistigen Intrigen und vielschichtigen Figuren zu überzeugen vermag.
Kendare Blake hat eine gleichermaßen interessante wie grausame Welt erschaffen, in der eine Königin in der Regel Drillinge gebärt, die schon als Kinder voneinander getrennt werden und Jahre später gezwungen sind einander bis auf den Tod zu bekämpfen, da nur eine von ihnen letztlich gekrönt werden kann. Von Kindesbeinen an wird ihnen somit unermüdlich eingeschärft, dass entweder sie ihre Schwestern töten müssen oder ansonsten selbst früher oder später von ihnen getötet werden.

Auf eine gewisse Weise muss den Inselbewohnern bewusst sein, dass es falsch ist Schwestern zu so etwas zu zwingen, schließlich würde niemand mit einer Königin tauschen wollen. Trotzdem käme offenbar nie jemand auf die Idee aktiv etwas dagegen zu unternehmen, weil sich traurigerweise schon längst alle damit abgefunden haben. Ebenso traurig und erschreckend ist, dass sich anscheinend niemand vorstellen kann, dass eine Königin ihre Schwestern trotz ihres aufgezwungen Schicksals lieben könnte und einen reinen Akt der Liebe daher partout nicht als solchen erkennen, sondern stets Berechnung oder andere schlimme Beweggründe dahinter vermuten.

Das Leben auf der Insel wirkt eher altertümlich und ursprünglich. Die feinen, gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Fennbirn und der Realität fallen meistens aber erst durch den Vergleich mit dem so genannten Festland auf, beispielsweise wenn der Festland-Junge irgendetwas seltsam findet. Die Menschen vom Festland kommen ohnehin nur selten und ausschließlich aus einem von zwei Gründen auf die Insel: Handel oder Brautwerbung. Sie sind also entweder Händler oder Freier, die um die Gunst der künftigen Königin buhlen, deren Gemahl stets vom Festland stammt.

Der größte Unterschied zwischen Fennbirn und dem Festland ist jedoch die Magie, die in verschiedenen Formen auf der Insel zweifellos existiert. Viele Bewohner haben bestimmte Begabungen und sie alle glauben an eine Göttin, die ihnen diese Gaben verleiht, die Insel am Leben erhält und der jeweiligen Königin zu gegebener Zeit die nächste Generation an Drillingen schenkt. Sie ist es auch, die jede Flucht unmöglich macht und verhindert, dass eine der angehenden Königinnen die Insel vor der Inthronisierung einfach verlässt.

Die meisten Bewohner der Insel gehören entsprechend ihrer Gabe einem von drei großen Clans an: Giftmischer, Elementwandler und Naturbegabte. Die Bezeichnung gibt zugleich Auskunft über ihre Fähigkeiten: Sie sind immun gegen Gifte, können ein oder mehrere Elemente beherrschen oder die Natur beeinflussen, wobei letztere zusätzlich über einen Familiaris verfügen, einen tierischen Gefährten, mit dem sie geistig verbunden sind. Zwischen diesen Clans herrscht eine große Rivalität, denn jeder von ihnen will die eigene Königin auf dem Thron sehen und die Positionen im Schwarzen Rat einnehmen, der herrscht bis die nächsten Königinnen erwachsen sind.

Daneben gibt es noch den Tempel als eine Art religiöse Institution, der auf die Einhaltung aller Regeln und Rituale achtet. Eigentlich sollte er allen drei Königinnen neutral gegenüber stehen, doch stattdessen gibt es inzwischen auch einen Machtkampf zwischen dem Tempel und dem Schwarze Rat, die beide die Kontrolle über das Volk erlangen wollen, weshalb die Hohepriesterin des Tempels zum ersten Mal in der Geschichte klar Stellung bezogen hat und nur eine der Königinnen unterstützt.

Alle drei Königinnen der aktuellen Generation sind sehr unterschiedliche Figuren mit verschiedenen Talenten und Charaktereigenschaften. Nachdem sie voneinander getrennt wurden, ist jede von ihnen bei einem anderen Clan mit abweichenden Gaben und vor allem völlig andersartigen Erziehungsmethoden aufgewachsen. Im Verlauf der Handlung macht jede von ihnen eine große Entwicklung durch.

Katharine ist von den Drillingen am meisten zu bemitleiden. Anfangs ist sie sehr schwach und kränklich, da sie wegen ihrer kaum ausgeprägten Giftmischer-Gabe permanent von ihrem eigenen Clan vergiftet wird, in der Absicht irgendwann vielleicht eine gewisse Immunität zu erwirken, bisher allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Dass Giftmischer aus Prinzip nur vergiftete Nahrung servieren, ist somit alles andere als hilfreich und aufrichtige Zuneigung wurde ihr ebenfalls so gut wie nie entgegen gebracht. Stattdessen wird sie ständig dafür bestraft, dass sie auf Grund der schädlichen Wirkungen der Gifte klein, dürr und blass ist. Weil die letzten drei Königinnen vor ihr Giftmischerinnen waren und von ihr erwartet wird die nächste zu sein, steht sie unter großem Druck. Sie hat aber immerhin ein Händchen für das Mischen von Giften und kann es scheinbar kaum noch erwarten diese Fähigkeit bei ihren Schwestern zur Anwendung zu bringen.

Die Elementwandler-Gabe von Mirabella ist hingegen ausgesprochen stark ausgeprägt, was sie zur mächtigsten der drei Schwestern macht. Ihre Gabe hat sich schon sehr früh gezeigt, weshalb sie seit ihrer Kindheit unter der strengen Aufsicht des Tempels steht, der für sie seine Neutralität aufgegeben hat und andauernd versucht sie im Hinblick auf seine Zwecke zu beeinflussen und zu kontrollieren. Dennoch ist Mirabella die einzige, die sich heftig dagegen wehrt ihre Schwestern ausschließlich als Feinde zu betrachten, was vor allem daran liegt, dass sie als einzige noch Erinnerungen an Arsinoe und Katharine sowie ihre gemeinsame Zeit mit ihnen hat. Während der Tempel darin eine Schwäche sieht und die Priesterinnen alles tun, um die Schwestern gegeneinander aufzuhetzen, will Mirabella einfach niemanden töten. Dieser Wunsch lässt sie mit der Zeit immer aufmüpfiger werden und gegen den Tempel aufbegehren, der ihre Freiheit daraufhin immer stärker einschränkt und sie mehr und mehr unter Druck setzt.

Arsinoe steht im krassen Gegensatz dazu am wenigsten von allen Schwestern unter Druck und genießt sämtliche Freiheiten, denn wegen ihrer scheinbar ebenfalls kaum erwachten Gabe gehen ohnehin fast alle Mitglieder ihres Clans davon aus, dass sie nach dem Beltanefest von einer der anderen Königinnen getötet wird. Das ist mit Sicherheit kein schönes Gefühl, zumal Arsinoe natürlich nicht sterben möchte. Sie ist zwar nicht sonderlich erpicht darauf ihre Schwestern umzubringen, wird sich aber auch nicht kampflos geschlagen geben. Deshalb wendet sie sich schließlich der niederen Magie zu, die jedoch nicht ganz ungefährlich und dazu noch bei den Inselbewohnern verpönt ist, da sie sogar von Menschen ohne Gabe genutzt werden kann.

Die drei Königinnen sind allerdings nicht die einzigen erwähnenswerten Charaktere. An ihrer Seite gibt es zahlreiche interessante Nebenfiguren, wie Arsinoes beste Freundin Jules, deren Familiaris ein Berglöwe ist, was sie womöglich zur stärksten Naturbegabten macht, die die Insel je gesehen hat; Pietyr, der gleich zu Beginn viele Sympathiepunkte sammeln kann, weil er einer der wenigen liebenswerten Giftmischer zu sein scheint; Joseph, den man anfangs sehr mag, der später aber leider sämtliches Wohlwollen ihm gegenüber einbüßt; Natalia Arron, die voller Widersprüche steckt und Katharine trotz ihres meist kühlen Verhaltens zu lieben scheint; Billy, der Festlandjunge, der Arsinoe ein guter Freund wird; die junge Priesterin Elizabeth, die Mirabella eine loyale Freundin ist und eher auf ihrer Seite als auf der des Tempels steht.

Generell lebt die Geschichte vor allem von den verschiedenen Figuren, ihren Beziehungen zueinander und den Entwicklungen, die sie durchleben. Die Handlung beginnt ziemlich ruhig und wird erst im späteren Verlauf wirklich spannend und ereignisreich. Dank der vielen Intrigen und Machtspiele, der düsteren Welt, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt, der unterschiedlichen Perspektiven und der verschiedenen Handlungsstränge, die ebenfalls erst zum Ende hin zeitweilig ineinander übergehen, ist das Buch jedoch trotzdem durchgängig fesselnd.

Die letzten Kapitel sind noch einmal besonders packend, die Lage spitzt sich eindeutig zu und ab einem gewissen Punkt kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen bevor die letzte Zeile gelesen ist. Und die hat es in sich, denn mit einer solch überraschenden Wendung hätte man nie und nimmer mehr gerechnet. Man ist unheimlich gespannt auf die Konsequenzen dieser ungeahnten Enthüllung und kann es daher kaum noch erwarten die Fortsetzung zu lesen. Der zweite Band verspricht nämlich nach den letzten Ereignissen und nun, da man die Figuren und die Welt bereits kennt, noch um einiges spannender zu werden.

Der Schreibstil lässt sich flüssig und angenehm lesen, zwischen dem Leser und den einzelnen Charakteren bleibt allerdings immer eine gewisse Distanz bestehen, die leider verhindert, dass man sich den Figuren wirklich verbunden fühlt. Die düstere, zum Teil fast schon trostlose Atmosphäre, die Kendare Blake erzeugt, passt dafür umso besser zur Handlung. Zwischendurch wird die Stimmung aber ab und an durch eine notwendige Prise Humor aufgelockert.

*FAZIT*
Mit Der schwarze Thron – Die Schwestern hat Kendare Blake einen soliden Auftakt zu einer interessanten, düsteren Serie geliefert, die zwar nicht unbedingt mit nervenaufreibender Spannung, dafür jedoch mit anderen Qualitäten überzeugen kann: Intrigante Figuren, packende Handlungsstränge und ein Ende mit einer absolut unerwarteten Erkenntnis, die einen vollkommen sprachlos zurücklässt.


Der letzte erste Blick (Firsts-Reihe, Band 1)
Der letzte erste Blick (Firsts-Reihe, Band 1)
von Bianca Iosivoni
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervoller New Adult Roman, der mit vielen, unheimlich liebenswürdigen Figuren und einer mitreißenden Handlung überzeugt., 26. Mai 2017
Emery Lance liebt ihre Familie, dennoch hat sie sich für eine weit entfernte Universität in West Virginia entschieden, um mit ihrem Studium endlich einen Neuanfang zu wagen und ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Selbst, wenn sie sich dank eines Irrtums bei der Vergabe und mangels anderer freier Betten dafür mit einem männlichen Studenten das Zimmer im Wohnheim teilen muss. Dass sie sich trotzdem nichts von ihm gefallen lässt, macht sie Mason schon bei ihrer ersten Begegnung deutlich klar. Außerdem ist sie ohnehin fest entschlossen sich vor allem auf ihr Studium zu konzentrieren und sich nicht von irgendwelchen Männern ablenken zu lassen, die in Wirklichkeit sowieso nie das sind, was sie vorgeben zu sein. Dylan Westbrook, der beste Freund ihres Mitbewohners, bringt diesen Entschluss jedoch schon bald gefährlich ins Wanken …

Der letzte erste Blick ist ein großartiger New Adult Roman, der mühelos mit anderen Bestsellern des Genres mithalten und dessen Fortsetzungen man daher schon jetzt kaum noch erwarten kann. Bianca Iosivoni ist es also gelungen die nach Was auch immer geschieht ohnehin schon sehr hohen Erwartungen noch zu übertreffen.
Die Autorin kann ihre Leser vor allem mit ihren vielen liebenswerten Figuren begeistern, die alle individuell und vielseitig gestaltet sind. Man schließt sie sofort ins Herz und will unbedingt mehr über jeden einzelnen von ihnen erfahren. Neben den eigentlichen Protagonisten zählen dazu insbesondere Elle, Tate, Luke und, trotz des eher schlechten Starts, sogar Maze. Sie sind alle völlig verschieden, aber jeder ist auf seine Art liebenswürdig, und zumindest eines haben sie alle gemeinsam: Sie wissen, was wahre Freundschaft bedeutet und beweisen Emery durch ihren Zusammenhalt, dass es so etwas tatsächlich gibt. Außerdem verpassen sie ihren besten Freunden, wenn nötig, auch mal einen Tritt in den Allerwertesten. Sofern man es nicht schon ist, wünscht man sich demnach spätestens am Ende des Buches selbst ebenso Teil einer so tollen Clique zu sein.

Man ist ihnen unheimlich dankbar dafür, dass sie Emery so herzlich in ihre eingeschworene Gruppe aufgenommen haben und ihr dabei helfen ihr Vertrauen in andere Menschen zurückzugewinnen. Deshalb freut man sich bereits nach den ersten Kapiteln auf die weiteren Romane, in denen dann hoffentlich die eine oder andere Lieblingsfigur – nicht, dass man in der Lage wäre, sich für eine zu entscheiden – eine Hauptrolle spielen wird.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Dylan und Emery geschildert. So lernt man beide sehr gut kennen und kann ihre Gedanken sowie Gefühle, nicht nur in Bezug auf den jeweils anderen, besser nachvollziehen. Man weiß, was sie wirklich empfinden, kennt ihre Schwächen und liebt sie gleichwohl. Es wird einem dadurch auch nichts von der Spannung genommen, sodass man dessen ungeachtet die ganze Zeit über mit ihnen mitfiebert.

Die Protagonistin Emery, deren große Leidenschaft die Photographie ist, was man ihr an mehreren Stellen deutlich anmerken kann, mag man ebenfalls auf Anhieb, weil sie ihren ganz eigenen Kopf hat und sich absolut nichts (mehr) gefallen lässt. Ihre frechen, schlagfertigen Sprüche bringen einen oft zum Schmunzeln. Gleichzeitig bringt man ihr viel Mitgefühl entgegen, da man spürt, dass sie in der Vergangenheit sehr verletzt wurde und viel durchgemacht hat. Ihre Stärke ist bewundernswert, nichtsdestotrotz kann man sie tief verletzten. Sie versucht nur diesen Schmerz vor anderen zu verbergen, um sich keine Blöße zu geben. Es empört einen sehr, dass ihr Vertrauen in andere so stark erschüttert wurde, dass sie sich nicht mehr vorstellen kann, jemand könnte einem anderen ganz uneigennützig, ohne irgendwelche Hintergedanken, helfen. Sie rechnet immer wieder damit plötzlich fallen gelassen zu werden und diese Angst ist durchaus nachvollziehbar. Umso mehr freut man sich für sie als sie Menschen kennenlernt, die anders sind, ihr neue Hoffnung geben und dafür sorgen, dass sie sich wieder etwas mehr öffnet. Dank ihrer Freunde, Dylan eingeschlossen, macht sie im Verlauf der Handlung eine große, positive Entwicklung durch. Sie fasst neues Vertrauen und stellt fest, wie viel Spaß es machen kann Zeit mit anderen zu verbringen. Letzteres macht sich insbesondere auf dem gemeinsamen Camping-Trip bemerkbar.

Als Leser stellt man sich selbstverständlich die Frage, was genau in Emerys Vergangenheit vorgefallen ist und die Antwort, die man auf Grund diverser Andeutungen schon bald erahnt, ist wirklich furchtbar. Wobei die Reaktionen ihrer Mitmenschen sogar noch schlimmer waren als die eigentliche, verwerfliche Tat, die sie nicht verdient hatte. Nach der Enthüllung der Wahrheit versteht man zudem sehr gut, warum sie auf ein bestimmtes Thema stets so empfindlich reagiert.

Auch Dylan ist einem von Anfang an überaus sympathisch und man liebt ihn für seine unermüdliche Hilfsbereitschaft, obschon diese ihm manchmal eher schadet, weil er für die Menschen, die er liebt, einfach alles tun würde, ohne Rücksicht auf seine eigenen Bedürfnisse. Es ist rührend, wie sehr er sich um Mrs. Pettyfer, gewissermaßen seine Ersatzoma, kümmert und es tut einem regelrecht weh, dass er gegen ihre Krankheit so machtlos ist und nichts tun kann, um ihr zu helfen. Dank Emery gelingt es ihm jedoch sich mal von seinen vielen Sorgen zu lösen und auf andere Gedanken zu kommen. Dylan verändert sich durch seine, anfänglich lediglich freundschaftliche, Beziehung zu ihr also ebenfalls, wird entspannter und hat wieder mehr Spaß am Leben.

Genau wie Emery hat auch ihr Gegenstück Geheimnisse und Bianca Iosivoni macht einen mit ihren Hinweisen ganz schön neugierig, sodass man natürlich wissen möchte, worum es sich dabei handelt. Die Auflösung ist eine ziemliche Überraschung und erfrischend unverfänglich. Man hat nämlich, wie es bei dem Genre oft der Fall ist, mit etwas viel Schlimmerem gerechnet. Es ist schön, dass an dieser Stelle stattdessen zur Abwechslung einmal kein unnötiges, künstliches Drama geschaffen wird. Es muss ja nicht immer jeder Protagonist ein außerordentlich düsteres Geheimnis haben, das ihn verfolgt. Normale, ganz alltägliche Probleme, die jeder kennt, reichen manchmal vollkommen aus. Außerdem sind sie viel authentischer und sorgen dafür, dass man sich noch besser mit den Charakteren identifizieren kann.

Im späteren Verlauf baut Dylan leider ziemlichen Mist, doch man kann ihm nicht richtig böse sein, da er tatsächlich einer von den Guten ist, viel für Emery empfindet und sie nie verletzen wollte. Seine Absichten waren stets gut, weshalb man inständig hofft, es möge ihm gelingen, dass Emery ihm nicht nur verzeiht, sondern ihm erneut ihr Vertrauen schenkt und ihn wieder an sich heran lässt.

Emery und Dylan ergänzen sich als Paar perfekt. Sie passen äußerst gut zusammen und haben eine tolle Wirkung aufeinander. Sie fordern einander heraus, sowohl im übertragenden als auch im wortwörtlichen Sinn, und die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach. Sie spielen einander harmlose, dafür aber umso witzigere Streiche, zum Teil mit Hilfe ihre Freunde, die die Handlung ungemein auflockern und einen mehrfach zum Lachen bringen. Dennoch ist ihre einzigartige Beziehung auch sehr emotional und romantisch, ihre Flirterei mitunter sehr sexy. Man spürt, wie es zwischen ihnen knistert, und kann sich der starken gegenseitigen Anziehung kaum entziehen. Durch seine gute Beobachtungsgabe entgeht Dylan kaum etwas und er kann Emery unheimlich gut einschätzen. Trotzdem zögern sie den nächsten Schritt zu wagen, denn beide sind in der Vergangenheit tief verletzt worden und wollen sich eigentlich auf ihr jeweiliges Studium konzentrieren statt sich auf eine Beziehung einzulassen. Obwohl Dylan ein wirklich guter Kerl ist, hat Emery große Bedenken, weil sie befürchtet, dass es sich dabei, wie bei ihrem Exfreund, nur um eine Fassade handeln könnte. Gebannt wartet man daher auf den Moment, in dem sie einander nicht länger widerstehen können und ihren Gefühlen füreinander endlich nachgeben, so sehr sie sich auch dagegen sträuben.

Die Handlung ist durchgängig fesselnd und erinnert zwischendurch ein wenig an Der Widerspenstigen Zähmung, auf eine gute Art. Darüber hinaus schafft es Bianca Iosivoni ihrer Geschichte die nötige Dramatik zu verleihen, ohne ihre Charaktere ausgesprochen herbe Rückschläge oder (beinahe) tödliche Verluste erleiden zu lassen und zeigt damit gekonnt, dass es auch anders geht. Davon könnten sich manche Autoren gern eine Scheibe abschneiden.

Zum Ende hin nimmt die Spannung dann noch einmal zu und es passiert vieles, womit man so nicht mehr gerechnet hätte, ohne, dass die Geschichte jemals überfrachtet wirkt. Die größte Überraschung hat sich die Autorin ebenfalls bis zum Schluss aufgehoben: Für eine gewisse Übeltat hatte man als Leser eine gänzlich andere Figur im Verdacht und den wahren Schuldigen nicht einmal in Erwägung gezogen.

Der Schreibstil von Bianca Iosivoni lässt sich gewohnt flüssig lesen und ist gespickt mit wundervollen Popkulturanspielungen, die einem immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Dem Genre entsprechend gibt es ein paar Sexszenen, allerdings nur sehr wenige, die sich dafür harmonisch in die Handlung einfügen und sehr ansprechend beschrieben sind. Sie sind sehr intensiv, gefühlvoll und erstrecken sich meistens sogar über mehrere Seiten. Besonders schön ist zudem, dass sich in einer dieser emotionalen Szenen auch der Titel des Buches wiederfindet und man somit mehr über dessen wahre Bedeutung erfährt.

Mit West Virginia hat die Autorin sich ferner für ein herrliches College-Setting entschieden. Sie beschreibt den schönen US-Bundesstaat so malerisch, dass sie damit das Bedürfnis weckt die wundervollen Landschaften einmal mit eigenen Augen zu betrachten. Ihre Schilderungen der Outdoor-Aktivitäten sowie der natürlichen Veränderungen, z.B. der langsame Temperaturabfall oder das Farbenspiel der Blätter, verdeutlichen ganz ohne ständige konkrete Zeitangaben, wie viel Zeit im Rahmen der Geschichte vergeht.

Das Ende ist insgesamt sehr zufriedenstellend und schließt die Handlung um Dylan und Emery wunderbar ab. Beide sehen positiv in die Zukunft und ziehen etwas Gutes aus den vorangegangenen Ereignissen. Die Botschaft ist eindeutig: Es gibt sie, die Menschen, die immer zu einem halten, man muss sie nur finden und dann gut festhalten.

*FAZIT*
Mit Der letzte erste Blick hat Bianca Iosivoni einen weiteren, wundervollen New Adult Roman geschrieben, der mit vielen, unheimlich liebenswürdigen Figuren und einer mitreißenden Handlung, die sowohl amüsant als auch sehr emotional ist, überzeugen kann. Den nächsten Band der Reihe kann man nach diesem fantastischen Auftakt, der ab und zu auf angenehme Weise an Der Widerspenstigen Zähmung erinnert, also kaum noch erwarten.


Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ - aktualisierte Neuauflage
Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ - aktualisierte Neuauflage
von Giulia Enders
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darm mit Charme ist noch viel besser als erwartet und hält sich daher zu Recht schon so lange auf der Bestsellerliste., 23. Mai 2017
Bei unserem Darm handelt es sich offenbar um ein sehr unterschätztes Organ, denn anders als wohl die meisten denken, ist er nicht bloß als Energielieferant für die Verdauung des Menschen verantwortlich, sondern hat eine weitaus größere Wirkung auf unseren Körper als wir ahnen und kann sogar unser allgemeines Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen.
Wie wichtig der Darm für unseren Körper ist, was Forscher inzwischen alles über dieses vielseitige Organ herausgefunden haben und wie wir mit diesem Wissen unseren Alltag verbessern können, erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders in diesem humorvollen Sachbuch.

Darm mit Charme ist informativ, lehrreich, interessant – und dabei noch überraschend humorvoll. Es ist ein Sachbuch, das wirklich fesselnd geschrieben und weder langweilig noch trocken ist, sodass es sich auch perfekt für Leser eignet, die sonst nie ein Sachbuch in die Hand nehmen würden oder sich bisher einfach nie dazu aufraffen konnten einen Versuch zu wagen.
In ihrem ersten Sachbuch erklärt Giulia Enders einem alles, was man schon immer über den Darm wissen wollte und noch viel mehr darüber hinaus. Da weitaus mehr Funktionen und Organe mit dem Darm und der Verdauung zusammenhängen als bisher vielleicht angenommen, erhält man so zahlreiche aufschlussreiche Informationen über nahezu den gesamten menschlichen Körper. Außerdem schafft sie es scheinbar mühelos eigentlich kompliziertes, medizinisches Fachwissen so zu vermitteln, dass es auch der Laie problemlos versteht und Spaß am Lesen hat. Damit stellt sie ein wunderbares Talent unter Beweis, das gewiss nicht alle Leute besitzen, die auf wissenschaftlichen Gebieten tätig sind. Auf beinahe jeder Seite merkt man ihr zudem die persönliche Leidenschaft für die gesamte Materie, insbesondere aber für Bakterien, an, wodurch sie sie zu einem faszinierenden und spannenden Thema für den Leser macht.

Das Buch regt zweifellos zum Nachdenken an und selbst, wenn es vielleicht nicht gleich dazu führt, dass man sich ebenfalls in die Forschung stürzt, sorgt es zumindest dafür, dass man sich mehr mit seinem Darm und den ihm innewohnenden Bakterien beschäftigt. Des Weiteren erleichtert es vielleicht die Kommunikation mit Ärzten, wenn man ihren Erklärungen dank dieses Buches besser folgen oder ihre Aussagen auch mal hinterfragen kann.

Darm mit Charme bildet also weiter und ist daneben erstaunlich unterhaltsam, nicht zuletzt wegen der witzigen Illustrationen von Jill Enders, der Schwester der Autorin, die einige Ausführungen durch die bildliche Darstellung noch stärker verdeutlichen. Es weckt den Wunsch nach weiteren Büchern dieser Art, damit man besser versteht, was im eigenen Körper geschieht, wozu es gut ist und worauf man achten sollte, um wichtigen Organen ihre Arbeit zu erleichtern statt sie ihnen schwerer zu machen.

*FAZIT*
Darm mit Charme ist noch viel besser als erwartet und hält sich daher zu Recht schon so lange auf der Bestsellerliste. In diesem Buch wird Wissenschaft einmal einfach erklärt – und das ganz ohne unnötiges Fachchinesisch. Das macht das Buch selbst für solche Leser empfehlenswert, die zuvor noch nie aus eigenem Antrieb ein Sachbuch gelesen haben.


Rendezvous Make Up Tasche
Rendezvous Make Up Tasche
Preis: EUR 16,46

5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert!, 5. Mai 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Rendezvous Make Up Tasche (Luggage)
Eins vorweg: Die angegebenen Maße stimmen nicht ganz mit den Produktmaßen überein. Wenn ich messe, komme ich nur auf circa 12x22x5 cm, vor allem die Tiefe ist also geringer. Mich persönlich hat das jedoch nicht gestört, da ich eine kleine Tasche (für die Handtasche) haben wollte und sie schließlich sogar noch etwas größer war als ich nur nach dem Bild zu urteilen erwartet hätte.

Ich kann die Make Up Tasche wirklich nur empfehlen, denn sie ist optisch sehr schön und dazu noch überraschend gut verarbeitet. Der Reißverschluss ist sehr leichtgängig und das äußere Material schön griffig. Das Innenfutter hat eine schöne Farbe und alle Nähte sind ordentlich und sauber vernäht. Hinten ist zudem ein hübsches Muster auf der Tasche, in der gleichen goldenen Farbe wie vorne der Schriftzug.

Die Tasche bietet genügend Platz für diverse Make Up Utensilien und ich habe mir gleich noch eine zweite als Federmäppchen bestellt. Darin kriege ich nämlich zahlreiche Stifte, ein Lineal, zwei Tip-Ex-Mäuse, Textmarker, etc. problemlos unter.

Für mich war vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis ausschlaggebend und absolut unschlagbar, allerdings habe ich auch jeweils nur knapp 4 Euro pro Tasche bezahlt. Ob ich sie für den aktuellen Preis von 16,57 € ebenfalls gekauft hätte, wage ich zu bezweifeln. Ich würde jedoch nicht sagen, dass sie diesen Preis nicht wert ist. In Geschäften habe ich jedenfalls schon mehrfach weniger schöne bzw. qualitativ minderwertigere Kosmetiktäschchen zu einem deutlich höheren Preis gesehen.


Perfect (Flawed)
Perfect (Flawed)
von Cecelia Ahern
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine überaus gelungene Fortsetzung und der perfekte Abschluss einer großartigen Dilogie., 29. April 2017
Rezension bezieht sich auf: Perfect (Flawed) (Gebundene Ausgabe)
Inzwischen ist Celestine, die angeblich fehlerhafteste Person im ganzen Land, auf der Flucht – vor dem System und vor Richter Crevan, dem Oberhaupt der Gilde. Doch sie kann sich nicht für immer vor ihm und seinen überall lauernden Whistleblowern verstecken und das will sie auch nicht. Sie will ihr altes Leben zurück und ist entschlossen dafür zu kämpfen. Außerdem setzen viele Leute all ihre Hoffnungen auf sie, weil man den Fehlerhaften dank ihr endlich Aufmerksamkeit schenkt. Es gibt sogar einen Beweis, der ihr ihre Freiheit zurückgeben könnte, sie muss ihn nur finden. Und sie muss entscheiden, wie sie ihn einsetzt: Will sie vor allem sich selbst retten oder wird sie ihre Zukunft riskieren um das Leben aller Fehlerhaften zu verbessern?

Perfect ist der grandiose Abschluss einer fantastischen, dystopischen Dilogie, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Cecelia Ahern darf also gern noch mehr Jugendbüchern schreiben, die so fesselnd sind.
Celestine ist nach wie vor eine unglaublich mutige und starke Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Natürlich fühlt sie selbst sich manchmal nicht so, weil sie verständlicherweise Momente der Schwäche hat, in denen sie gern aufgeben würde. Das Entscheidende ist aber, dass sie es nicht tut. Sie hält tapfer durch und kämpft stattdessen für ihre Überzeugungen. Sie besitzt die Fähigkeit andere Menschen mit ihren Worten zu erreichen. Sie bringt andere dazu das System und die Gilde zu hinterfragen und macht auf Missstände aufmerksam. Sie öffnet ihnen die Augen, sodass sie begreifen, dass auch Fehlerhafte Menschen sind, die einfach nur einen Fehler begangen haben, der nicht einmal zwingend gravierend sein muss und ihnen vielleicht ebenso hätte passieren können.

Unterstützt wird sie dabei tatkräftig von ihrer Familie, wofür man diese nur bewundern kann. Obwohl sie genau wissen, was ihr Verhalten für Konsequenzen nach sich ziehen kann, zeigen sie keine Angst und stehen voll und ganz zu Celestine. Sie alle gehen große Risiken ein um ihr zu helfen, einschließlich ihrer Schwester Juniper. Die Beziehung der zwei Mädchen bessert sich demnach wieder und Celestine verzeiht ihrer großen Schwester schließlich, dass diese ihr im Bus nicht beigestanden hatte.

Ferner gibt es endlich ein Wiedersehen mit Carrick, der einem immer sympathischer wird. Er gibt Celestine neue Hoffnung, stärkt ihr den Rücken und arbeitet gemeinsam mit ihr daran Crevan sowie die Gilde zu stürzen. Auch er begeht Fehler, doch er hat ein gutes Herz und liebt Celestine aufrichtig.

Das gleiche gilt für Celestine, in beiderlei Hinsicht. Sie macht ebenfalls Fehler in der Beziehung zu Carrick als sie selbst Geheimnisse vor ihm hat, von ihm allerdings absolute Ehrlichkeit erwartet. Nichtsdestotrotz hat sie tiefe Gefühle für ihn. Carrick und Celestine sind daher ein tolles Team und ein wunderbares Paar, das sich perfekt ergänzt. Schön ist zudem, dass Cecelia Ahern es nicht verschweigt als die beiden miteinander schlafen. Intimitäten gehören in dem Alter nun einmal dazu, wobei diese Szenen natürlich nicht im Detail beschrieben werden.

Celestine hat darüber hinaus zwar immer noch Gefühle für Art, diese sind mittlerweile aber eher freundschaftlicher Natur. Während Carrick an ihrer Seite immer wieder sein Leben riskiert, hat Art sie damals einfach im Stich gelassen. Deshalb steht man ihm als Leser eher zwiespältig gegenüber. Erst verliert er durch eine gewisse Entscheidung stark an Sympathie, erlangt sie jedoch zumindest teilweise später zurück als er seinen Kurs ändert und letztlich den richtigen Weg einschlägt. Dennoch ist man überzeugt, dass nicht Art, sondern Carrick, der Richtige für Celestine ist, so sehr er sein Verhalten in der Vergangenheit auch bereuen und sich dafür entschuldigen mag.

Im Verlauf der Geschichte lernt Celestine des Weiteren einige neue Leute kennen, von denen die meisten sie letzlich unterstützen und ihr folgen als sie sehen, welche Macht Celestine hat. Manchmal bekommt sie sogar von gänzlich unerwarteter Seite Hilfe. Nachdem man im ersten Band zusammen mit Celestine den Glauben an die Menschheit verloren hatte, findet man ihn im zweiten Teil also gemeinsam mit ihr wieder, weil ihr am Ende so viele Menschen zur Seite stehen, Fehlerhafte sowie Nicht-Fehlerhafte.

Trotzdem ist es schwierig für sie zu entscheiden, wem sie tatsächlich vertrauen kann, da manche nur vorgeben ihr helfen zu wollen, aber eigentlich nur beabsichtigen sie für ihre eigenen Zwecke auszunutzen, zum Beispiel den beruflichen Aufstieg. Mehr als einmal setzt Celestine leider auf die falschen und wird verraten. Doch sie lernt daraus und ist zukünftig darauf vorbereitet, sodass sie durch einen Plan B noch ein Ass im Ärmel hat.

Die wichtigste Aufgabe um Crevan zu Fall zu bringen ist es das Video aus der Markierungskammer zu finden und das allein ist schon keine leichte Aufgabe. Noch wichtiger ist allerdings die Frage, wie man es dann am besten einsetzt. Mehr als einmal hat Celestine die Möglichkeit dieses Mittel für sich allein zu nutzen um ihr altes Leben zurückzubekommen. Der Umstand, dass sie die Fehlerhaften dennoch nicht im Stich lässt, sondern auch deren Lebensumstände verbessern will, ist nur ein weiterer Beweis für ihre Charakterstärke.

Die Handlung fängt im zweiten Band gleich wieder sehr spannend an und bleibt die ganze Zeit über so mitreißend. Unterbrechungen sind daher kaum möglich und wenn sie doch zwingend notwendig werden, muss man vorher die nächsten paar Seiten überfliegen um überhaupt zur Ruhe kommen zu können; bis einem keine Frage mehr so dringend unter den Nägeln brennt, dass man nicht aufhören kann zu lesen, oder der Cliffhanger am Ende des Kapitels erst einmal aufgelöst ist.

Am Schluss gelingt es Cecelia Ahern dann sogar noch einmal die Spannung zu steigern und die Nerven sind daraufhin zum Zerreißen gespannt. Für diese Strapazen wird man anschließend aber mit einem perfekten Ende belohnt, genau wie man es sich erhofft hatte. Besonders gefällt dabei der kurze Ausblick auf die Zukunft von Celestine und Carrick sowie ihren Familien, wodurch man eine Vorstellung davon bekommt, wie ihr Leben nach allem, was sie durchgemacht haben, nun weitergeht.

*FAZIT*
Perfect ist eine überaus gelungene Fortsetzung und der perfekte Abschluss einer großartigen Dilogie, die zweifellos zu den besten Dystopien gehört, die das Genre zu bieten hat. Wer sich Flawed und Perfect entgehen lässt, verpasst zwei fantastische Bücher, die einem vor Augen führen, wie wichtig gerade die Fehler für den eigenen Lebensweg sein können.


Perfect - Willst du die perfekte Welt?
Perfect - Willst du die perfekte Welt?
von Cecelia Ahern
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

5.0 von 5 Sternen Eine überaus gelungene Fortsetzung und der perfekte Abschluss einer großartigen Dilogie., 27. März 2017
Inzwischen ist Celestine, die angeblich fehlerhafteste Person im ganzen Land, auf der Flucht – vor dem System und vor Richter Crevan, dem Oberhaupt der Gilde. Doch sie kann sich nicht für immer vor ihm und seinen überall lauernden Whistleblowern verstecken und das will sie auch nicht. Sie will ihr altes Leben zurück und ist entschlossen dafür zu kämpfen. Außerdem setzen viele Leute all ihre Hoffnungen auf sie, weil man den Fehlerhaften dank ihr endlich Aufmerksamkeit schenkt. Es gibt sogar einen Beweis, der ihr ihre Freiheit zurückgeben könnte, sie muss ihn nur finden. Und sie muss entscheiden, wie sie ihn einsetzt: Will sie vor allem sich selbst retten oder wird sie ihre Zukunft riskieren um das Leben aller Fehlerhaften zu verbessern?

Perfect ist der grandiose Abschluss einer fantastischen, dystopischen Dilogie, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Cecelia Ahern darf also gern noch mehr Jugendbüchern schreiben, die so fesselnd sind.
Celestine ist nach wie vor eine unglaublich mutige und starke Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Natürlich fühlt sie selbst sich manchmal nicht so, weil sie verständlicherweise Momente der Schwäche hat, in denen sie gern aufgeben würde. Das Entscheidende ist aber, dass sie es nicht tut. Sie hält tapfer durch und kämpft stattdessen für ihre Überzeugungen. Sie besitzt die Fähigkeit andere Menschen mit ihren Worten zu erreichen. Sie bringt andere dazu das System und die Gilde zu hinterfragen und macht auf Missstände aufmerksam. Sie öffnet ihnen die Augen, sodass sie begreifen, dass auch Fehlerhafte Menschen sind, die einfach nur einen Fehler begangen haben, der nicht einmal zwingend gravierend sein muss und ihnen vielleicht ebenso hätte passieren können.

Unterstützt wird sie dabei tatkräftig von ihrer Familie, wofür man diese nur bewundern kann. Obwohl sie genau wissen, was ihr Verhalten für Konsequenzen nach sich ziehen kann, zeigen sie keine Angst und stehen voll und ganz zu Celestine. Sie alle gehen große Risiken ein um ihr zu helfen, einschließlich ihrer Schwester Juniper. Die Beziehung der zwei Mädchen bessert sich demnach wieder und Celestine verzeiht ihrer großen Schwester schließlich, dass diese ihr im Bus nicht beigestanden hatte.

Ferner gibt es endlich ein Wiedersehen mit Carrick, der einem immer sympathischer wird. Er gibt Celestine neue Hoffnung, stärkt ihr den Rücken und arbeitet gemeinsam mit ihr daran Crevan sowie die Gilde zu stürzen. Auch er begeht Fehler, doch er hat ein gutes Herz und liebt Celestine aufrichtig.

Das gleiche gilt für Celestine, in beiderlei Hinsicht. Sie macht ebenfalls Fehler in der Beziehung zu Carrick als sie selbst Geheimnisse vor ihm hat, von ihm allerdings absolute Ehrlichkeit erwartet. Nichtsdestotrotz hat sie tiefe Gefühle für ihn. Carrick und Celestine sind daher ein tolles Team und ein wunderbares Paar, das sich perfekt ergänzt. Schön ist zudem, dass Cecelia Ahern es nicht verschweigt als die beiden miteinander schlafen. Intimitäten gehören in dem Alter nun einmal dazu, wobei diese Szenen natürlich nicht im Detail beschrieben werden.

Celestine hat darüber hinaus zwar immer noch Gefühle für Art, diese sind mittlerweile aber eher freundschaftlicher Natur. Während Carrick an ihrer Seite immer wieder sein Leben riskiert, hat Art sie damals einfach im Stich gelassen. Deshalb steht man ihm als Leser eher zwiespältig gegenüber. Erst verliert er durch eine gewisse Entscheidung stark an Sympathie, erlangt sie jedoch zumindest teilweise später zurück als er seinen Kurs ändert und letztlich den richtigen Weg einschlägt. Dennoch ist man überzeugt, dass nicht Art, sondern Carrick, der Richtige für Celestine ist, so sehr er sein Verhalten in der Vergangenheit auch bereuen und sich dafür entschuldigen mag.

Im Verlauf der Geschichte lernt Celestine des Weiteren einige neue Leute kennen, von denen die meisten sie letzlich unterstützen und ihr folgen als sie sehen, welche Macht Celestine hat. Manchmal bekommt sie sogar von gänzlich unerwarteter Seite Hilfe. Nachdem man im ersten Band zusammen mit Celestine den Glauben an die Menschheit verloren hatte, findet man ihn im zweiten Teil also gemeinsam mit ihr wieder, weil ihr am Ende so viele Menschen zur Seite stehen, Fehlerhafte sowie Nicht-Fehlerhafte.

Trotzdem ist es schwierig für sie zu entscheiden, wem sie tatsächlich vertrauen kann, da manche nur vorgeben ihr helfen zu wollen, aber eigentlich nur beabsichtigen sie für ihre eigenen Zwecke auszunutzen, zum Beispiel den beruflichen Aufstieg. Mehr als einmal setzt Celestine leider auf die falschen und wird verraten. Doch sie lernt daraus und ist zukünftig darauf vorbereitet, sodass sie durch einen Plan B noch ein Ass im Ärmel hat.

Die wichtigste Aufgabe um Crevan zu Fall zu bringen ist es das Video aus der Markierungskammer zu finden und das allein ist schon keine leichte Aufgabe. Noch wichtiger ist allerdings die Frage, wie man es dann am besten einsetzt. Mehr als einmal hat Celestine die Möglichkeit dieses Mittel für sich allein zu nutzen um ihr altes Leben zurückzubekommen. Der Umstand, dass sie die Fehlerhaften dennoch nicht im Stich lässt, sondern auch deren Lebensumstände verbessern will, ist nur ein weiterer Beweis für ihre Charakterstärke.

Die Handlung fängt im zweiten Band gleich wieder sehr spannend an und bleibt die ganze Zeit über so mitreißend. Unterbrechungen sind daher kaum möglich und wenn sie doch zwingend notwendig werden, muss man vorher die nächsten paar Seiten überfliegen um überhaupt zur Ruhe kommen zu können; bis einem keine Frage mehr so dringend unter den Nägeln brennt, dass man nicht aufhören kann zu lesen, oder der Cliffhanger am Ende des Kapitels erst einmal aufgelöst ist.

Am Schluss gelingt es Cecelia Ahern dann sogar noch einmal die Spannung zu steigern und die Nerven sind daraufhin zum Zerreißen gespannt. Für diese Strapazen wird man anschließend aber mit einem perfekten Ende belohnt, genau wie man es sich erhofft hatte. Besonders gefällt dabei der kurze Ausblick auf die Zukunft von Celestine und Carrick sowie ihren Familien, wodurch man eine Vorstellung davon bekommt, wie ihr Leben nach allem, was sie durchgemacht haben, nun weitergeht.

*FAZIT*
Perfect ist eine überaus gelungene Fortsetzung und der perfekte Abschluss einer großartigen Dilogie, die zweifellos zu den besten Dystopien gehört, die das Genre zu bieten hat. Wer sich Flawed und Perfect entgehen lässt, verpasst zwei fantastische Bücher, die einem vor Augen führen, wie wichtig gerade die Fehler für den eigenen Lebensweg sein können.


Flawed
Flawed
von Cecelia Ahern
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,49

5.0 von 5 Sternen Flawed ist vieles – packend, aufregend, beeindruckend, anregend, einfach fantastisch – aber ganz gewiss nicht fehlerhaft!, 27. März 2017
Rezension bezieht sich auf: Flawed (Gebundene Ausgabe)
Celestine North führt ein scheinbar perfektes Leben und verhält sich stets vorbildlich. Das muss sie auch, denn sie lebt in einer Welt, in der jeder Perfektion anstrebt und falsche Entscheidungen schwer bestraft werden. Wer einen Fehler begeht, wird gebrandmarkt und praktisch aus der Gesellschaft ausgestoßen. Die 17-Jährige glaubt fest an dieses System, schließlich ist es einfach richtig von falsch zu unterscheiden und derartige Fehler zu vermeiden. Oder etwa nicht?

Erst als Celestine eines Tages instinktiv die verhängnisvolle Entscheidung trifft einem Fehlerhaften zu helfen und deshalb auf einmal selbst am Pranger steht, wird ihr klar, wie leicht man tatsächlich einen solchen Fehler begehen kann, wie schnell man dafür verurteilt wird und was es überhaupt bedeutet fehlerhaft zu sein …

Das erste Jugendbuch der irischen Autorin ist eine unglaublich packende Dystopie, die einen auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt und sehr zum Nachdenken anregt, vor allem über die eigenen Vorstellungen von Perfektion und Fehlerhaftigkeit. Es sorgt dafür, dass man sich Gedanken über die Bedeutung von Fehlern macht. Ist es wirklich besser nie einen Fehler zu machen statt für die Zukunft aus ihnen zu lernen?
In Flawed beschreibt Cecelia Ahern nämlich eine wahrlich erschreckende Welt, in der man definitiv nicht leben möchte. Ein einziger Fehler – der in unseren Augen vielleicht nicht einmal verwerflich ist – kann das ganze restliche Leben beeinflussen, um nicht zu sagen ruinieren.

Fehlerhafte werden gebrandmarkt – für eine Lüge zum Beispiel auf der Zunge, für eine falsche Entscheidung an der Schläfe, etc. – und müssen ihr ganzes restliches Leben lang eine gut sichtbare Armbinde tragen, die jeden sofort erkennen lässt, dass sie fehlerhaft sind – ein Status, den sie nie wieder ablegen werden. Darüber hinaus ist ihnen jeglicher Luxus vergönnt, selbst ihre Ernährung wird streng kontrolliert. Sie dürfen das Land nicht verlassen, müssen sich an eine strikte Ausgangssperre halten, dürfen nie mit mehr als einem weiteren Fehlerhaften zusammen sein und dürfen mit einem solchen auch kein Kind großziehen.

Die Einhaltung dieser Regeln wird von so genannten Whistleblowern kontrolliert und Verstöße werden selbstverständlich umgehend sanktioniert, unabhängig davon, ob einen überhaupt ein Verschulden trifft. Im schlimmsten Fall richten sich solche Strafen dann sogar gegen die Angehörigen der Fehlerhaften um die Regeln durchzusetzen, selbst wenn diese nicht als fehlerhaft gelten. Wer denkt, dass es nach den Brandzeichen nicht mehr schlimmer kommen kann, irrt also.

Es wird einem daher schnell klar, dass dieses System die Moral der Menschen keineswegs verbessert hat, im Gegenteil. Ihr Verhalten ist mitunter einfach nur verachtenswert. Fehlerhafte haben kaum noch Rechte und werden nicht beschützt. Nicht einmal tätliche Angriffe auf sie werden geahndet, weil man ihnen entweder gar nicht erst glaubt oder der Ansicht ist, dass sie unter anderen Menschen stehen und somit weder freundlich noch mit Respekt behandelt werden müssen.

Allen anderen Menschen ist es zudem untersagt einem Fehlerhaften in irgendeiner Weise zu helfen. Wer es dennoch tut, muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Wer dieses – oder andere – Verbrechen begangen hat, muss zwar seine Strafe absitzen, ist danach allerdings wieder ein freier Mensch. Im Gegensatz zu den Fehlerhaften, die demzufolge eigentlich noch deutlich härter bestraft werden als Kriminelle. Den meisten scheint das aber gar nicht bewusst zu sein und auch Celestine erkennt es erst, als sie am eigenen Leib erfährt, wie das Leben der Fehlerhaften wirklich aussieht.

Über den Charakter eines Menschen, und gegebenenfalls seine Fehler, urteilt die so genannte Gilde. Doch je mehr man über diese Institution und ihre Machenschaften erfährt, desto mehr zweifelt man an ihrem Sinn und Zweck und begegnet Widersprüchen. Wie sollte ein Mensch oder eine Gesellschaft ohne jegliches Mitgefühl jemals moralische Perfektion verkörpern? Vielmehr hat dieses zwanghafte Streben nach Perfektion zu vermehrter Selbstsucht geführt, da viele Leute nur noch daran denken selbst möglichst gut dazustehen.

An der Spitze der Gilde steht Richter Crevan, der seine Macht mehr und mehr missbraucht und dessen Urteile immer willkürlicher zu werden scheinen. Er ist absolut verabscheuungswürdig, denn alles, was er tut, dient nur der Ausweitung seiner Macht. Er will die Gilde nämlich auch in anderen Ländern etablieren und ihr dann natürlich global vorstehen.

Die Protagonistin Celestine ist anfangs sehr leichtgläubig, systemtreu, sieht alles nur schwarz/weiß und hat sich, wie die meisten, nie tiefergehende Gedanken über das Leben der Fehlerhaften gemacht. Sie steht hinter der Gilde und ignoriert Fehlerhafte vorsichtshalber lieber, weil sie befürchtet schon ein harmloser Gruß könnte sonst als Hilfe ausgelegt werden. Erst als eine Person aus ihrem sozialen Umfeld für eine Tat gebrandmarkt wird, die sie nicht zwingend als unmoralisch erachtet, beginnt sie langsam das System und seine Regeln zu hinterfragen. Das bringt sie zwar schnell in Schwierigkeiten, macht sie jedoch gleich viel sympathischer.

Für ihr nachvollziehbares Mitgefühl, ein Verhalten, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, sowie ihre Weigerung zu lügen wird sie schließlich härter bestraft als jemals ein anderer zuvor und dadurch zum Spielball zwei verschiedener Seiten. Für die einen ist sie die fehlerhafteste Person aller Zeiten, an der ein Exempel statuiert werden musste, andere sehen in ihr dagegen eine Heldin.

Zunächst ist Celestine verständlicherweise mit der neuen Situation völlig überfordert. Ihr ganzes Leben hat sich von einem Tag auf den anderen komplett verändert und aus dem scheinbar perfekten Mädchen wurde eine Ausgestoßene. Sie muss also erst einmal wieder zu sich selbst finden, aber sie ist mutig und stark. Sie will sich nicht von anderen als Marionette benutzen lassen, sondern stattdessen selbst die Fäden ziehen. Es ist wahrlich bewundernswert, wie tapfer sie manchmal ist und dass sie sogar angesichts von Gefahr nie klein beigibt. Natürlich hat sie ebenfalls schwache Momente, in denen sie sich alles andere als furchtlos fühlt, doch das ist nur menschlich und macht sie noch authentischer.

Anders, als manche ihr unterstellen, war ihre Hilfe auch nie ein geplanter Akt der Rebellion, sondern lediglich ein selbstloser Akt des Mitgefühls. Das hindert sie allerdings nicht daran jetzt aktiv zu werden und die ihr zuteilgewordene Macht bewusst zu nutzen um etwas zu verändern und vor allem zu verhindern, dass Crevan seine Autorität noch weiter missbraucht. Es gibt einen Beweis für Crevans eigene Fehlerhaftigkeit, der ihn zu Fall bringen könnte. Sie muss ihn nur finden und richtig einsetzen.

Viele Menschen bieten Celestine Hilfe an, die meisten verfolgen jedoch ganz eigene Ziele und es ist schwer für sie herauszufinden, wem sie wirklich vertrauen kann und wem sie nur als Mittel zum Zweck dienen soll. Nur bei ihrer Familie braucht sie sich diese Frage nicht zu stellen; sie alle stehen hinter ihr und unterstützen sie, vor allem ihre Eltern und ihr Großvater, den sie immer für ein wenig verrückt hielt, der im Endeffekt aber wohl mit all seinen Theorien recht hatte. Es ist toll, wie sehr sich Celestines Mutter später für ihre Tochter einsetzt, sie verteidigt und, in gewisser Weise zumindest, gegen das System rebelliert, ohne ihre anderen Kinder dabei in Gefahr zu bringen. Ihre Tochter ist ihr nämlich wichtiger als die innere und äußere Perfektion, für die sie zuvor als Vorbild diente.

Traurig stimmt einen hingegen, wie sich Celestines kleiner Bruder nach dem Urteil ihr gegenüber verhält. Doch er ist noch sehr jung und hat vermutlich einfach Angst, da er die ganzen Ereignisse nicht wirklich einzuordnen weiß.
Celestines Schwester Juniper kann man zudem nur schwer einschätzen und noch weniger verstehen. Ihr Verhalten leuchtet einem einfach nicht ein, was sie leider eher unsympathisch macht.

Celestines Freund Art wirkt im Unterschied dazu zunächst recht liebenswert, verliert durch sein Verhalten während und nach Celestines Prozess aber letztlich jegliche Sympathie. Er denkt fast ausschließlich nur an sich und fragt sie nicht einmal, wie es ihr geht, als sie sich endlich wiedersehen.

Generell sind etliche der Figuren viel zu ichbezogen. Celestine ist diejenige, die alles verloren hat, doch andere Charaktere, die nicht ansatzweise so gelitten haben wie sie, reden andauernd davon, wie schlecht es ihnen geht, wie schwer dieses oder jenes für sie ist und was für ein Licht es auf sie wirft. Dieses Verhalten ist vollkommen unbegreiflich und absolut grotesk.

Glücklicherweise gibt es aber auch Personen, auf die das nicht zutrifft und die somit deutlich liebenswerter sind, beispielsweise Carrick. Celestine lernt ihn während ihres Prozesses kennen und fühlt sich ihm sehr verbunden, obschon sie nicht genau sagen kann, warum. Vielleicht weil sie Ähnliches durchgestanden haben und einander dadurch besser verstehen können. Man möchte gern mehr über diesen mutigen Mann erfahren, zumal seine Geschichte bestimmt sehr interessant ist, doch im ersten Band spielt er leider noch keine allzu große Rolle, was sich in der Fortsetzung dann hoffentlich ändert.

Außerdem gelingt es Celestine einige Menschen zum Umdenken zu bringen und ihr Fall ist der Anlass dafür, dass immer mehr Gegner der Gilde sich langsam zusammenschließen. Sie schafft es sogar die bisher systemtreue Journalistin Pia misstrauisch werden zu lassen, die daraufhin Nachforschungen anstellt um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Pia verändert sich dank Celestine stark und gewinnt an Sympathie, denn sie will dem Mädchen anscheinend wirklich helfen.

Die Handlung ist mitreißend und spannend von der ersten bis zur letzten Seite und die Fortsetzung kann man nach dem Ende kaum noch erwarten. Zum Glück ist sie, anders als im englischsprachigen Ausland, auf Deutsch bereits erschienen, gerade einmal zwei Monate nach dem großartigen ersten Band. Man wird sie garantiert so bald wie möglich lesen und die Erwartungen an das Finale der Dilogie sind entsprechend hoch. Nach diesem grandiosen Auftakt kann man allerdings sicher sein, dass der zweite Band mindestens ebenso gut wird.

Der wunderbare Schreibstil von Cecelia Ahern lässt sich flüssig lesen und durch die Ich-Perspektive kann man sich stets sehr gut in Celestine hineinversetzen und sich mit ihr identifizieren. Darüber hinaus vermittelt sie eine ganz wunderbare Botschaft, die man sich ruhig zu Herzen nehmen kann: Es ist nicht schlimm Fehler zu machen, denn wer nie Fehler macht, lernt nichts dazu.

Positiv hervorzuheben ist ferner die Selbstverständlichkeit, mit der die Autorin mit dem Thema Homosexualität umgeht. So gibt es in Flawed ein homosexuelles Pärchen, deren Beziehung jedoch nie in diesem Zusammenhang problematisiert wird. Die sexuelle Orientierung kommt auch nie direkt zur Sprache, wird nicht einmal konkret benannt, sondern immer nur ganz beiläufig eingearbeitet.

*FAZIT*
Flawed ist vieles – packend, aufregend, beeindruckend, anregend, einfach fantastisch – aber ganz gewiss nicht fehlerhaft!


Flawed - Wie perfekt willst du sein?
Flawed - Wie perfekt willst du sein?
von Cecelia Ahern
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Flawed ist vieles – packend, aufregend, beeindruckend, anregend, einfach fantastisch – aber ganz gewiss nicht fehlerhaft!, 27. März 2017
Celestine North führt ein scheinbar perfektes Leben und verhält sich stets vorbildlich. Das muss sie auch, denn sie lebt in einer Welt, in der jeder Perfektion anstrebt und falsche Entscheidungen schwer bestraft werden. Wer einen Fehler begeht, wird gebrandmarkt und praktisch aus der Gesellschaft ausgestoßen. Die 17-Jährige glaubt fest an dieses System, schließlich ist es einfach richtig von falsch zu unterscheiden und derartige Fehler zu vermeiden. Oder etwa nicht?

Erst als Celestine eines Tages instinktiv die verhängnisvolle Entscheidung trifft einem Fehlerhaften zu helfen und deshalb auf einmal selbst am Pranger steht, wird ihr klar, wie leicht man tatsächlich einen solchen Fehler begehen kann, wie schnell man dafür verurteilt wird und was es überhaupt bedeutet fehlerhaft zu sein …

Das erste Jugendbuch der irischen Autorin ist eine unglaublich packende Dystopie, die einen auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt und sehr zum Nachdenken anregt, vor allem über die eigenen Vorstellungen von Perfektion und Fehlerhaftigkeit. Es sorgt dafür, dass man sich Gedanken über die Bedeutung von Fehlern macht. Ist es wirklich besser nie einen Fehler zu machen statt für die Zukunft aus ihnen zu lernen?
In Flawed beschreibt Cecelia Ahern nämlich eine wahrlich erschreckende Welt, in der man definitiv nicht leben möchte. Ein einziger Fehler – der in unseren Augen vielleicht nicht einmal verwerflich ist – kann das ganze restliche Leben beeinflussen, um nicht zu sagen ruinieren.

Fehlerhafte werden gebrandmarkt – für eine Lüge zum Beispiel auf der Zunge, für eine falsche Entscheidung an der Schläfe, etc. – und müssen ihr ganzes restliches Leben lang eine gut sichtbare Armbinde tragen, die jeden sofort erkennen lässt, dass sie fehlerhaft sind – ein Status, den sie nie wieder ablegen werden. Darüber hinaus ist ihnen jeglicher Luxus vergönnt, selbst ihre Ernährung wird streng kontrolliert. Sie dürfen das Land nicht verlassen, müssen sich an eine strikte Ausgangssperre halten, dürfen nie mit mehr als einem weiteren Fehlerhaften zusammen sein und dürfen mit einem solchen auch kein Kind großziehen.

Die Einhaltung dieser Regeln wird von so genannten Whistleblowern kontrolliert und Verstöße werden selbstverständlich umgehend sanktioniert, unabhängig davon, ob einen überhaupt ein Verschulden trifft. Im schlimmsten Fall richten sich solche Strafen dann sogar gegen die Angehörigen der Fehlerhaften um die Regeln durchzusetzen, selbst wenn diese nicht als fehlerhaft gelten. Wer denkt, dass es nach den Brandzeichen nicht mehr schlimmer kommen kann, irrt also.

Es wird einem daher schnell klar, dass dieses System die Moral der Menschen keineswegs verbessert hat, im Gegenteil. Ihr Verhalten ist mitunter einfach nur verachtenswert. Fehlerhafte haben kaum noch Rechte und werden nicht beschützt. Nicht einmal tätliche Angriffe auf sie werden geahndet, weil man ihnen entweder gar nicht erst glaubt oder der Ansicht ist, dass sie unter anderen Menschen stehen und somit weder freundlich noch mit Respekt behandelt werden müssen.

Allen anderen Menschen ist es zudem untersagt einem Fehlerhaften in irgendeiner Weise zu helfen. Wer es dennoch tut, muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Wer dieses – oder andere – Verbrechen begangen hat, muss zwar seine Strafe absitzen, ist danach allerdings wieder ein freier Mensch. Im Gegensatz zu den Fehlerhaften, die demzufolge eigentlich noch deutlich härter bestraft werden als Kriminelle. Den meisten scheint das aber gar nicht bewusst zu sein und auch Celestine erkennt es erst, als sie am eigenen Leib erfährt, wie das Leben der Fehlerhaften wirklich aussieht.

Über den Charakter eines Menschen, und gegebenenfalls seine Fehler, urteilt die so genannte Gilde. Doch je mehr man über diese Institution und ihre Machenschaften erfährt, desto mehr zweifelt man an ihrem Sinn und Zweck und begegnet Widersprüchen. Wie sollte ein Mensch oder eine Gesellschaft ohne jegliches Mitgefühl jemals moralische Perfektion verkörpern? Vielmehr hat dieses zwanghafte Streben nach Perfektion zu vermehrter Selbstsucht geführt, da viele Leute nur noch daran denken selbst möglichst gut dazustehen.

An der Spitze der Gilde steht Richter Crevan, der seine Macht mehr und mehr missbraucht und dessen Urteile immer willkürlicher zu werden scheinen. Er ist absolut verabscheuungswürdig, denn alles, was er tut, dient nur der Ausweitung seiner Macht. Er will die Gilde nämlich auch in anderen Ländern etablieren und ihr dann natürlich global vorstehen.

Die Protagonistin Celestine ist anfangs sehr leichtgläubig, systemtreu, sieht alles nur schwarz/weiß und hat sich, wie die meisten, nie tiefergehende Gedanken über das Leben der Fehlerhaften gemacht. Sie steht hinter der Gilde und ignoriert Fehlerhafte vorsichtshalber lieber, weil sie befürchtet schon ein harmloser Gruß könnte sonst als Hilfe ausgelegt werden. Erst als eine Person aus ihrem sozialen Umfeld für eine Tat gebrandmarkt wird, die sie nicht zwingend als unmoralisch erachtet, beginnt sie langsam das System und seine Regeln zu hinterfragen. Das bringt sie zwar schnell in Schwierigkeiten, macht sie jedoch gleich viel sympathischer.

Für ihr nachvollziehbares Mitgefühl, ein Verhalten, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, sowie ihre Weigerung zu lügen wird sie schließlich härter bestraft als jemals ein anderer zuvor und dadurch zum Spielball zwei verschiedener Seiten. Für die einen ist sie die fehlerhafteste Person aller Zeiten, an der ein Exempel statuiert werden musste, andere sehen in ihr dagegen eine Heldin.

Zunächst ist Celestine verständlicherweise mit der neuen Situation völlig überfordert. Ihr ganzes Leben hat sich von einem Tag auf den anderen komplett verändert und aus dem scheinbar perfekten Mädchen wurde eine Ausgestoßene. Sie muss also erst einmal wieder zu sich selbst finden, aber sie ist mutig und stark. Sie will sich nicht von anderen als Marionette benutzen lassen, sondern stattdessen selbst die Fäden ziehen. Es ist wahrlich bewundernswert, wie tapfer sie manchmal ist und dass sie sogar angesichts von Gefahr nie klein beigibt. Natürlich hat sie ebenfalls schwache Momente, in denen sie sich alles andere als furchtlos fühlt, doch das ist nur menschlich und macht sie noch authentischer.

Anders, als manche ihr unterstellen, war ihre Hilfe auch nie ein geplanter Akt der Rebellion, sondern lediglich ein selbstloser Akt des Mitgefühls. Das hindert sie allerdings nicht daran jetzt aktiv zu werden und die ihr zuteilgewordene Macht bewusst zu nutzen um etwas zu verändern und vor allem zu verhindern, dass Crevan seine Autorität noch weiter missbraucht. Es gibt einen Beweis für Crevans eigene Fehlerhaftigkeit, der ihn zu Fall bringen könnte. Sie muss ihn nur finden und richtig einsetzen.

Viele Menschen bieten Celestine Hilfe an, die meisten verfolgen jedoch ganz eigene Ziele und es ist schwer für sie herauszufinden, wem sie wirklich vertrauen kann und wem sie nur als Mittel zum Zweck dienen soll. Nur bei ihrer Familie braucht sie sich diese Frage nicht zu stellen; sie alle stehen hinter ihr und unterstützen sie, vor allem ihre Eltern und ihr Großvater, den sie immer für ein wenig verrückt hielt, der im Endeffekt aber wohl mit all seinen Theorien recht hatte. Es ist toll, wie sehr sich Celestines Mutter später für ihre Tochter einsetzt, sie verteidigt und, in gewisser Weise zumindest, gegen das System rebelliert, ohne ihre anderen Kinder dabei in Gefahr zu bringen. Ihre Tochter ist ihr nämlich wichtiger als die innere und äußere Perfektion, für die sie zuvor als Vorbild diente.

Traurig stimmt einen hingegen, wie sich Celestines kleiner Bruder nach dem Urteil ihr gegenüber verhält. Doch er ist noch sehr jung und hat vermutlich einfach Angst, da er die ganzen Ereignisse nicht wirklich einzuordnen weiß.
Celestines Schwester Juniper kann man zudem nur schwer einschätzen und noch weniger verstehen. Ihr Verhalten leuchtet einem einfach nicht ein, was sie leider eher unsympathisch macht.

Celestines Freund Art wirkt im Unterschied dazu zunächst recht liebenswert, verliert durch sein Verhalten während und nach Celestines Prozess aber letztlich jegliche Sympathie. Er denkt fast ausschließlich nur an sich und fragt sie nicht einmal, wie es ihr geht, als sie sich endlich wiedersehen.

Generell sind etliche der Figuren viel zu ichbezogen. Celestine ist diejenige, die alles verloren hat, doch andere Charaktere, die nicht ansatzweise so gelitten haben wie sie, reden andauernd davon, wie schlecht es ihnen geht, wie schwer dieses oder jenes für sie ist und was für ein Licht es auf sie wirft. Dieses Verhalten ist vollkommen unbegreiflich und absolut grotesk.

Glücklicherweise gibt es aber auch Personen, auf die das nicht zutrifft und die somit deutlich liebenswerter sind, beispielsweise Carrick. Celestine lernt ihn während ihres Prozesses kennen und fühlt sich ihm sehr verbunden, obschon sie nicht genau sagen kann, warum. Vielleicht weil sie Ähnliches durchgestanden haben und einander dadurch besser verstehen können. Man möchte gern mehr über diesen mutigen Mann erfahren, zumal seine Geschichte bestimmt sehr interessant ist, doch im ersten Band spielt er leider noch keine allzu große Rolle, was sich in der Fortsetzung dann hoffentlich ändert.

Außerdem gelingt es Celestine einige Menschen zum Umdenken zu bringen und ihr Fall ist der Anlass dafür, dass immer mehr Gegner der Gilde sich langsam zusammenschließen. Sie schafft es sogar die bisher systemtreue Journalistin Pia misstrauisch werden zu lassen, die daraufhin Nachforschungen anstellt um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Pia verändert sich dank Celestine stark und gewinnt an Sympathie, denn sie will dem Mädchen anscheinend wirklich helfen.

Die Handlung ist mitreißend und spannend von der ersten bis zur letzten Seite und die Fortsetzung kann man nach dem Ende kaum noch erwarten. Zum Glück ist sie, anders als im englischsprachigen Ausland, auf Deutsch bereits erschienen, gerade einmal zwei Monate nach dem großartigen ersten Band. Man wird sie garantiert so bald wie möglich lesen und die Erwartungen an das Finale der Dilogie sind entsprechend hoch. Nach diesem grandiosen Auftakt kann man allerdings sicher sein, dass der zweite Band mindestens ebenso gut wird.

Der wunderbare Schreibstil von Cecelia Ahern lässt sich flüssig lesen und durch die Ich-Perspektive kann man sich stets sehr gut in Celestine hineinversetzen und sich mit ihr identifizieren. Darüber hinaus vermittelt sie eine ganz wunderbare Botschaft, die man sich ruhig zu Herzen nehmen kann: Es ist nicht schlimm Fehler zu machen, denn wer nie Fehler macht, lernt nichts dazu.

Positiv hervorzuheben ist ferner die Selbstverständlichkeit, mit der die Autorin mit dem Thema Homosexualität umgeht. So gibt es in Flawed ein homosexuelles Pärchen, deren Beziehung jedoch nie in diesem Zusammenhang problematisiert wird. Die sexuelle Orientierung kommt auch nie direkt zur Sprache, wird nicht einmal konkret benannt, sondern immer nur ganz beiläufig eingearbeitet.

*FAZIT*
Flawed ist vieles – packend, aufregend, beeindruckend, anregend, einfach fantastisch – aber ganz gewiss nicht fehlerhaft!


Loving Mr. Daniels (English Edition)
Loving Mr. Daniels (English Edition)
Preis: EUR 3,75

4.0 von 5 Sternen Ein lesenswerter New Adult Roman, der vor allem durch sympathische Figuren und einen tollen Schreibstil überzeugen kann., 27. März 2017
Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester muss die 19-jährige Ashlyn unfreiwillig zu ihrem Vater nach Wisconsin ziehen. Einem Vater, den sie kaum kennt und der inzwischen eine eigene Familie hat, von deren Existenz sie nicht einmal wusste. Der Verlust schmerzt sie sehr und seither hat nur ein einziger Mensch es geschafft sie ihre Trauer für einen kleinen Moment vergessen und stattdessen wieder so etwas wie Glück empfinden zu lassen: Daniel. Seine Musik berührt sie zutiefst und er scheint der einzige Mensch zu sein, der ihren Kummer auf Grund seiner eigenen Vergangenheit wirklich nachempfinden kann. Doch das Schicksal hat sie zur falschen Zeit zusammengeführt, denn als Ashlyn an ihrer neuen Schule überraschend auf Daniel trifft, ist er kein Mitschüler, sondern einer ihrer Lehrer …

Loving Mr. Daniels ist ein gelungener und vor allem sehr romantischer New Adult Roman, der sich ab und an allerdings sehr nahe an der Kitsch-Grenze bewegt und daher manchmal fast ein bisschen zu viel des Guten ist. Dafür ist Brittainy C. Cherry im Hinblick auf die intimen Momente eher zurückhaltend. Insgesamt gibt es nur sehr wenige Sexszenen und nicht alle werden ausführlich beschrieben, meistens brechen diese Szenen nämlich schon vorher relativ früh ab.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Ashlyn und Daniel, wodurch man sich in beide Protagonisten stets sehr gut hineinversetzen kann und weiß, wie sie sich fühlen und was sie für den jeweils anderen empfinden.

Man kann sich von Anfang an gut mit Ashlyn identifizieren, insbesondere wegen ihrer Liebe zu Büchern, und sowohl den Schmerz über den Verlust ihrer Schwester als auch die Wut auf ihre Mutter wegen deren abweisenden Verhaltens gut nachvollziehen. Man nimmt es ihrer Mutter sehr übel, dass sie ihre Tochter in dem Glauben fortschickt, sie nicht mehr sehen zu wollen. Es gibt im Endeffekt zwar einen guten Grund dafür, den hätte sie Ashlyn jedoch ruhig sagen können, schließlich ist sie bereits neunzehn und somit längst kein Kind mehr.

Auf ihren Vater Henry ist sie ebenfalls zunächst nicht gut zu sprechen, da er sich bisher nie wirklich um sie gekümmert hat und sie einander daher kaum kennen. Durch den Umzug zu ihm findet sie sich auf einmal in einer neuen Patchwork-Familie wieder, die nach außen zwar perfekt scheint, innen aber genauso mit Problemen zu kämpfen hat wie jede andere. Sie lernt zwei neue (Stief-)Geschwister kennen, mit denen sie sich bald anfreundet, obschon sie die verstorbene Gabby natürlich niemals ersetzen können. Ryan und Hailey wachsen dem Leser trotz ihrer Fehler schnell ans Herz und man fühlt mit ihnen.

Ryan ist homosexuell, was bisher allerdings nur seine Geschwister wissen, weil er sich vor der Reaktion seiner streng religiösen, um nicht zu sagen fanatischen, Mutter fürchtet, die ihm zudem noch die Schuld am Tod seines Vaters gibt. Wenn es also eine Figur innerhalb dieses Romans gibt, die man hasst, dann ist sie es. Rebeccas Glaube grenzt schon an Geisteskrankheit, wenn man bedenkt, was sie ihrem Sohn alles unterstellt. Es zerreißt einem fast das Herz, wie sehr Ryan darunter leidet sich ihretwegen nicht outen zu können bzw. dass ausgerechnet sie ihm permanent das Gefühl gibt, etwas würde mit ihm nicht stimmen, obwohl er ein toller Mensch ist, der eben einfach nur auf Jungs steht.

Hails hat ihr Herz hingegen einem Jungen geschenkt, der sie absolut nicht verdient hat, hört diesbezüglich aber leider weder auf Ryan noch auf Ashlyn, da sie unsinnigerweise glaubt ohne Theo für immer allein zu bleiben und deshalb sogar versucht sich für ihn zu ändern. Mehr als einmal würde man sie nur zu gern in die entgegengesetzte Richtung schubsen, doch sie muss wohl einfach ihre eigenen Fehler machen und lernt dann hoffentlich daraus.

Die Beziehung zwischen Henry und Ashlyn ist anfangs noch sehr schwierig und von Befangenheit geprägt. Ihm ist durchaus bewusst, dass er in der Vergangenheit Fehler gemacht hat, er bereut diese und will sie wiedergutmachen, er weiß nur nicht wie. Er glaubt nach all den Jahren kein Recht mehr zu haben sich als Vater aufzuspielen und zum Beispiel zu kontrollieren, wann sie das Haus verlässt oder wo sie abends hingeht, was bei Ashlyn wiederum den falschen Eindruck von Gleichgültigkeit und Desinteresse erweckt. Ihr Verhältnis bessert sich erst als Henry seine Vaterrolle richtig annimmt und die 19-Jährige wie eine Tochter behandelt, ob es ihr gefällt oder nicht. Genau so sollte es sein und sogar Ashlyn findet das schließlich gut.

Daniel hat in der Vergangenheit ebenfalls große Verluste erlitten, angefangen bei der Ermordung seiner Mutter, dem anschließenden Aufenthalt seines kleinen Bruders im Gefängnis bis hin zum Tod seines Vaters. Zu seinem Bruder Jace, dessen kleinkriminelle Machenschaften der Grund für den Mord an ihrer Mutter waren, hat er dementsprechend ein sehr kompliziertes Verhältnis. Während dieser sich selbst die Schuld gibt und nach seiner Entlassung auf Rache sinnt, macht Daniel ihn nicht dafür verantwortlich und will das Vergangene einfach nur hinter sich lassen um weiterzuleben. Er liebt seinen Bruder und wünscht sich lediglich, dass er endlich clean wird und es bleibt.

Ihre gemeinsame Liebe zu Shakespeare, aus dessen Werken man im Buch viele schöne Zitate findet, verbindet sie ebenso wie die erlittenen Verluste. Weder Daniel noch Ashlyn haben diese bislang richtig verarbeitet, aber zusammen können sie sich dabei helfen ihre Trauer zu überwinden. Sie verstehen besser als jeder andere, was in ihnen vorgeht. Sie geben einander Halt, spenden sich Trost und bringen sich, was am wichtigsten ist, gegenseitig zum Lachen. Obendrein ermuntert er sie dazu auch ohne Gabby an ihrem Traum Autorin zu werden festzuhalten und weiter an ihrem Roman zu schreiben.

Wie es typisch für solche Geschichten ist, lernen Ashlyn und Daniel sich natürlich außerhalb der Schule kennen und empfinden bereits etwas füreinander als sie später schockiert feststellen, dass er ihr Lehrer und sie seine Schülerin ist. Anfangs sind sie entschlossen ihre Beziehung deshalb nicht weiter zu vertiefen, denn ein solches Verhältnis ist selbstverständlich verboten und könnte ihn in große Schwierigkeiten bringen. Ihre Gefühle lassen sich allerdings nicht mehr im Keim ersticken und sind bereits zu stark um sie einfach zu ignorieren.

Das ist jedoch nicht das einzige Hindernis, das es im Verlauf der Handlung zu überwinden gilt. Sie müssen ihre Verbindung andauernd geheim halten, können keine Dates in der Öffentlichkeit haben und nie Händchenhalten, was das Ganze nicht unbedingt leichter macht. Wer sie erwischt, könnte ihnen nämlich jederzeit mit der Enthüllung ihres Geheimnisses drohen und sie damit erpressen. Überdies will er sie auch durch seinen Bruder nicht unnötig in Gefahr bringen.

Ihre Geschichte ist infolgedessen durchgängig fesselnd und man will stets wissen, wie es mit den beiden weitergeht. Stellenweise ist sie zudem ausgesprochen traurig und sehr emotional, weil man oft nicht weiß, ob es für ihre Beziehung noch Hoffnung gibt. Ashlyn selbst fasst es einmal sehr treffend zusammen: Sie hat sich in den richtigen Mann zur falschen Zeit verliebt. Während Daniel für Ashlyn vielleicht sogar alles andere aufgeben würde, liebt sie ihn viel zu sehr um das tatsächlich zuzulassen. Sie weiß schließlich genau, was ihm das Haus, sein Beruf und seine Band bedeuten. Außerdem muss sie erst einmal herausfinden, wer sie überhaupt ohne Gabby ist – und ohne Daniel.

Darüber hinaus wird man mit vielen Schicksalsschlägen und Verlusten konfrontiert, zum Teil schon vor Beginn der eigentlichen Geschichte bzw. in der Vergangenheit der Figuren, teilweise noch im späteren Verlauf des Geschehens. Vor allem der unerwartete Todesfall mittendrin trifft einen sehr, da man diese Figur gut kannte und bereits sehr lieb gewonnen hatte.

Anlass zur Kritik gibt lediglich der Umstand, dass all die Unglücksfälle zusammengenommen doch etwas zu viel des Schlechten für gerade einmal zwei Familien zu sein scheinen, wodurch ein paar Ereignisse übertrieben dramatisch wirken.

Positiv hervorzuheben ist im Gegensatz dazu die Art, auf die Gabby von ihrer Schwester Abschied nimmt bzw. die es vielmehr ihrer Schwester ermöglichen soll sich langsam von ihr zu lösen. Genau wie bei P.S. Ich liebe dich hinterlässt auch Gabby ihrer Schwester nämlich ein paar schöne, lustige sowie ergreifende Briefe, zusammen mit einer Liste von Dingen, die Ashlyn tun soll, bevor sie stirbt und nach deren Erfüllung sie jeweils einen der Briefe öffnen darf. Diese sind natürlich nummeriert und auf die entsprechende Aufgabe zugeschnitten. Einige sind witzig, andere traurig – wie die Aufgaben und das Leben selbst. Von „Küsse einen Fremden“ und „Habe Sex in einem Auto“ bis hin zu „Vergib Henry“ und „Finde neue Freunde“ ist alles dabei. Manche Briefe sind sehr kurz und bringen einen zum Schmunzeln, andere dagegen direkt zum Weinen. Dem Leser ermöglicht die Autorin dadurch Ashlyns Zwillingsschwester trotz ihres Ablebens wenigstens ein bisschen kennenzulernen.

Am Schluss geht dann auf einmal alles recht schnell, der Ausgang ist aber insgesamt sehr zufriedenstellend und erneut überaus romantisch. Das Ende ist wirklich schön, passt wunderbar zur Geschichte und zaubert einem nach einer Achterbahn der Gefühle wieder ein Lächeln aufs Gesicht.

Erwähnenswert ist abschließend noch der wundervolle Schreibstil von Brittainy C. Cherry, der definitiv aus der Masse heraussticht. Manche Sätze waren so schön, dass man sie gleich mehrmals lesen musste. Nur an der Übersetzung gibt es leider eine Kleinigkeit zu bemängeln. Nach der häufigen Verwendung zu urteilen, zum Teil sogar kurz hintereinander, ist „feixen“ anscheinend ein Lieblingswort der Übersetzerin. Zumindest tauchte es so oft auf, dass es irgendwann den Lesefluss negativ beeinträchtigte, da einem das Wort nicht dermaßen geläufig ist, dass man es ständig erwarten würde.

*FAZIT*
Loving Mr. Daniels ist ein lesenswerter New Adult Roman, der vor allem durch sympathische Figuren und einen tollen Schreibstil überzeugen kann. Die Handlung ist fesselnd, romantisch und sehr bewegend, manchmal jedoch fast schon eine Spur zu kitschig, was nicht jeder mögen wird.


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