Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Anna > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Anna
Top-Rezensenten Rang: 129.140
Hilfreiche Bewertungen: 168

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Anna "und Otto"

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Das Haupt der Welt: Historischer Roman
Das Haupt der Welt: Historischer Roman
Preis: EUR 8,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut recherchiert wie immer, schleppt sich aber leider sehr dahin und zeigt die üblichen Muster à la Gablé, 10. Februar 2016
Nämlich hier der Protagonist, der recht schnell in die private Nähe eines wichtigen Herrschers gerät (in diesem Fall Otto von Magdeburg), dort die finsteren, wirklich ganz unausstehlichen Gegenspieler. Der Held ist auch wieder einmal jemand, der sich irgendwie für eine unfehlbare moralische Instanz hält. Ansonsten wurde hier schon sehr viel zum Inhalt gesagt, eine gewisse Ähnlichkeit mit "Das Rad der Fortuna" lässt sich irgendwie nicht leugnen, der andere Schauplatz (Sachsen statt England) und die zusätzliche Auseinandersetzung zwischen Christen- und Heidentum sorgen für Abwechslung.
Das Buch fängt auch spannend und recht flott an, doch dann schleppt es sich im Mittelteil etwas dahin, hier hätte man vielleicht auf die eine oder andere Szene ruhig verzichten oder das ganze einfach knapper fassen können (man weiß als Leser irgendwie eh schon, was gleich kommt).
Ich finde persönlich, dass die Autorin immer dann am besten ist, wenn sie entweder ganz dicht an der tatsächliche Historie schreibt oder wenn sie ihren sarkastischen Humor einsetzt (über den ich mich in Von Ratlosen und Löwenherzen sehr amüsiert habe). Sehr gut könnte ich mir vorstellen, wie die Autorin einen Roman im Stil von Ritter aus Leidenschaft schreibt, dann würden sich manche Leser auch nicht mehr an den eingestreuten sprachlichen Anachronismen stören.
Trotz genannter kleiner Schwächen eine gute Ferienlektüre für Leute aus dem Raum Magdeburg, wo man im Dom heute noch die Grabmäler und figürlichen Darstellungen einiger der Charaktere bewundern kann.
Ich bin aber mal gespannt, ob die Autorin die Reihe um deutsche Herrscher fortsetzt. Spontan einfallen würde mir ein Roman um Heinrich den Löwen (ein Machtmensch, der sich total verpokert) oder um Heinrich, den Staufer und seine wissenschaftlichen Experimente.


Sein Artist
Sein Artist
Preis: EUR 2,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überbewertet, 10. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Sein Artist (Kindle Edition)
So weit gehen, zu sagen, dass ich das Buch nicht verstehen konnte, würde ich nicht. Aber zu sagen, es sei ein "Kunstwerk", das finde ich auch übertrieben. Es fällt, meiner Meinung nach, genau in die Mitte. Wie der Erstling Schwester golden, Bruder aus Stein
Spoiler---- Ähnlich wie im Erstling schießt auch wieder ein türkischer Schüler auf einen Lehrer. Diese Wiederholung fand ich literarisch ungünstig, da sehr auffallend, wenn man die Bücher relativ kurz nacheinander liest. --- Spoiler Ende
Die Schwierigkeit, die Novelle zu "verstehen", könnte daran liegen, dass man sich als neutrale Leserin (keine Bekannte der Autorin, der ein Freiexemplar zur Verfügung gestellt wurde* und die sicher mehr Informationen von der Autorin bekommen hat) wundert, was eigentlich nun das zentrale Thema sein sollte. Eine Beziehung zwischen einer/einem jungen Mann/Frau zu einem älteren Mann? Erpressung von einem Lehrer durch Schüler? Transgenderthematik? Ein Pakt mit einem mystischen Wesen (Fantasy)? Auch in Kombination hätte man hier durchaus etwas machen können (siehe "Faust" ;-)), aber in der vorliegenden Form wirkt das alles doch etwas... wirr. Sorry. Das hatte ich ja schon beim Roman vorsichtig bemängelt.
Es kommt sicher darauf an, was man sonst so liest und welche "Latte" man anlegt, aber meiner Meinung nach ist dies eher ein typisches "Self-Publishing"-Werk, nicht schlecht, aber auch nicht brilliant.
Insgesamt gefiel mir "Schwester golden..." besser, dank der Abschnitte mit Jurijs Familie, die ich am interessantesten fand. Aber auch der Novelle möchte ich gern drei Sterne geben, genau eben in die Mitte.
*Wie übrigens in einer der 5-Sterne Rezensionen offen steht...


Schwester golden, Bruder aus Stein: in Deutschland angesiedelter Urban Fantasy-Roman
Schwester golden, Bruder aus Stein: in Deutschland angesiedelter Urban Fantasy-Roman
von Alexandra Dichtler
  Broschiert
Preis: EUR 13,80

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beginnt als ausgefallenes Jugendbuch, driftet dann leider ab, 17. November 2015
Die Geschichte fängt ganz realistisch-alltäglich an. Lotta lernt bei einer Fortbildungsmaßnahme für schwer in den Arbeitsmarkt vermittelbare Jugendliche Jurij kennen, den sie erst überhaupt nicht und dann immer mehr mag. Jurij stammt aus Russland und muss sich zu Hause um die kleine Schwester und oft auch um den psychisch kranken älteren Bruder kümmern, während die Mutter zwei Jobs arbeitet. Lotta hat ein eindeutiges Wut- bzw. Aggressionsproblem und ist kleinwüchsig. Das ist alles ein ganz schöner Brocken.
Die Story scheint sich zuzuspitzen, als ein Mitschüler der beiden aufgrund einer eingebildeten Verletzung seines "Stolzes" auf einen beliebten Lehrer schießt, wobei beide schwer verletzt werden.
Der Lehrer wird durch einen jüngeren, sehr selbstbewussten und anspruchsvollen Kollegen ersetzt. Hier hätte die Geschichte nun prinzipiell realistisch weiter gehen können.
Doch vorher verwirrten schon ein wenig die Einschübe um ein zunächst nicht näher greifbares Wesen, das Menschen verführt und auf irgendeine Art und Weise benutzt, die auch zunächst unklar bleibt.
(Zumal die Leute alle ansonsten nichts mit der Handlung zu tun haben).
Dann erfolgt plötzlich ein radikaler Bruch, der das ganze Buch verändert und absolut in Richtung Fantasy abdriften lässt.

*Achtung - Spoiler*
Der neue Lehrer ist überraschenderweise kein Mensch und alle Probleme, die Lotta hat, beruhen darauf, dass auch sie kein Mensch ist. Oder zumindest nicht ganz. Ehrlich gesagt blieb das etwas wirr.
*Spoiler-Ende*

Okay, wenn man auf den Verlag achtet, wird klar, dass dieser Roman etwas Fantasy enthalten muss. Aber ich dachte mehr an phantastischen Realismus, also an Träume oder Halluzinationen. Etwas, das noch irgendwie einen Realitätsbezug hat.
Und die nun folgenden letzten Kapitel erschienen leider auch ziemlich wirr, denn die herangezogene Mythologie um die "Hulder/Huldra" wird, wie ich fand, ziemlich holperig in die Geschichte hineingebastelt, wobei die traditionelle Idee einer Hulder nur noch vage als Grundlage bleibt, das meiste ist völlig frei erfunden (was ja okay ist, aber die ganzen Erklärungen kommen hier etwas zu geballt am Ende).
Letztlich ist das Manko, dass das Buch am Ende weder Fisch, noch Fleisch ist. Für eine Fantasy-Geschichte wird zu viel auf der doofen Fortbildungsmaßnahme und der angeblichen Perspektivlosigkeit der Protagonisten herumgeritten und die Einbindung einer solch drastischen Episode wie die schwere Körperverletzung des Lehrers wirkt unpassend, vor allem, weil sie dann doch sehr leichtfertig abgehandelt wird (es geht am Ende allen wieder halbwegs gut, war also irgendwie nicht so schlimm), für einen realistischen Roman sind die Fantasy-Elemente in dieser Form zu sperrig eingebaut.
Insgesamt schade, dass der Roman nicht ganz auf der realistischen Ebene blieb, denn dies hätte inhaltlich wirklich ein gutes Jugendbuch über Außenseiter, die sich gegenseitig Halt geben, werden können. Ein wenig störte mich aber auch der uneinheitliche Stil, der abrupt zwischen Vulgärausdrucken ("kotzen" usw.) und leichten Schwulst (alle Charakter "hauchen" immerzu irgendetwas, anstatt einfach zu flüstern) hin und her schwankt, wobei die meisten Figuren auch ziemlich gleich klingen, kaum einer hat wirklich eine prägnante Eigenart, sich auszudrücken, vielleicht am ehesten der schizophrene Bruder.
Ich hoffe, man haut mich nun nicht, weil ich nicht so begeistert bin wie die sonstigen Rezensenten, aber ich würde den Tipp geben, sich mehr auf ein Genre und auf die Individualität der Figuren zu konzentrieren. Im Blog der Autorin fiel mir auf, dass die bildlichen Darstellungen ihrer fiktiven Charaktere alle sehr, sehr ähnlich aussehen (immer der gleiche Mund, fast die gleichen Augen und Nasen), und diese Gleichförmigkeit scheint hier auch in der schriftlichen Umsetzung Eingang gefunden zu haben.

PS (da ich gerade Rechtschreibfehler und eine Spoilerwarnung korrigierte): erstaunlich, wie schnell man doch ein "nicht hilfreich" bekommt... aua... werde also doch gehauen... ;-)


Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen: Band 1 - Roman
Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen: Band 1 - Roman
von E L James
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kein Erotik-Roman, sondern ein Märchen für große Mädchen (und vielleicht ein paar Jungs), 28. August 2012
Es war einmal ein schöner, reicher Mann, der war sehnsüchtig auf der Suche nach einer Prinzessin. Doch alle Frauen, die er traf, waren ihm wohl zu intelligent und eigenwillig, keine konnte er nach seinem Willen formen, wie es ihm doch so sehr verlangte. Da musste er lange immer viel zahlen, auf dass ein Weib sich ihm hingab.

Doch eines Tages - welch ein Glück!- taumelte die eine junge Maid in seinen Palast, die er mit seinen starken Armen auffangen musste. Das liebe, unschuldige Mädchen erweckte sofort in ihm den Wunsch, sie zu besitzen. Und so bot er ihr einen Handel an: sei mir zu gefalle und ich werde dich mit teuren Gaben überschütten.
Das junge Mädchen war geblendet von seiner Schönheit und seinem Reichtum, auch seine wohl gewählten Worte beeindruckten sie sehr, denn sie war von schlichtem Gemüt. Sie nagte an ihrer Unterlippe, errötete gar oft und kämmte sich ihr lustvoll zerzaustes Haar so manches Mal.

Und so lebten sie in Lust und Luxus bis das der Tod sie scheide. Wow.

Oder die Bücher wieder in Vergessenheit geraten, weil es schon wieder den nächsten Hype gibt.
Darum, liebe Leute, lest nur Bücher, die auch alle anderen lesen. Tipp: ihr findet sie immer in der Mitte der Buchhandlung, auf dem großen Tisch.

-----------------------------
PS: Mit einer glaubwürdigeren Besetzung und in einem besseren Stil geschrieben wäre die Story vielleicht gar nicht so übel.


Personal Trainer - Yogalates Basics
Personal Trainer - Yogalates Basics
DVD ~ Franziska Beckmann
Preis: EUR 9,79

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Übungen wären 4 oder 5 Sterne wert, aber da es weder Pilates, noch Yoga ist..., 19. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Personal Trainer - Yogalates Basics (DVD)
Hätte die DVD den Titel: Stretch- und Kräftigungsübungen, würde ich dem Programm gern mehr Sterne geben. Die durchgeführten Übungen trainieren vor allem dem Rücken, was ja immer sinnvoll ist, wobei oberer und unterer Rücken recht gleichmäßig trainiert werden.
Ja, es gibt ein paar Elemente aus Yoga, wie eine Art Sonnengrußsequenz, die Teil einer Übungsreihe für die Arme und den Schulterbereich ist. Aus Pilates dagegen scheinen nur die wiederholten Spinetwists zu stammen, die man hier in allen möglichen Positionen (unter anderem einer Art Baumhaltung) eingebaut hat.

Insgesamt aber - Hand aufs Herz - ist das hier Gymnastik und Stretching. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist ja nicht schlecht. Man könnte es auch einfach so nennen. Aber das wäre nicht "hipp" - darum heißt es eben Yogalates. Hat aber mit Yoga und mit Pilates eher wenig zu tun. Weder geht die Trainerin jemals auf so etwas wie "Powerhouse-Spannung" und "Brustatmung mit Rippenheben" ein, noch auf die Yoga-Kehlatmung. Eben Gymnastik, um es nochmal zu sagen. Da kann man atmen, wie man will. Manchmal, ja, da wird dann schon gesagt, jetzt mal bei Hochkommen einatmen. Aber auch das ist bei Gymnastik nicht unüblich.

Das Programm macht Spaß und die Übungen sind wirklich gut und effektiv. Man merkt deutlich, dass man sich etwas Gutes getan hat: die Schultern sind gelockert, man fühlt sich aufgerichtet, der Rücken ist entspannt. Das ist doch alles prima.
Schade, dass man da nicht wirklich einfach sagen kann: "Stretch- und Kräftigungsübungen für Heimsportler" Klingt eben nicht so hipp. Ich wiederhole mich.

Kurzfassung: Nicht kaufen, wenn man wirklich Yoga oder Pilates sucht. Kaufen, wenn man gute Übungen für den Rücken sucht, die ein ganz kleines bisschen Yoga und ein Krümelchen Pilates enthalten.


Der dunkle Thron: Historischer Roman (Waringham Saga)
Der dunkle Thron: Historischer Roman (Waringham Saga)
von Rebecca Gablé
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Großartiges Thema plattgeklopft, 15. April 2012
Der "kleinste gemeinsame Nenner" ist im übertragenen Sinne ein angestrebtes Tiefniveau in der Unterhaltung, das möglichst viele Leute ansprechen und doch niemanden überfordern soll. Bei diesem Roman bekam ich mehr und mehr den Eindruck, auch hier wurde nach dieser Vorgabe gearbeitet.
Die Zeit unter Henry VIII ist eine hochspannende Epoche, eine Zeit enormer Umwälzungen in der britischen Gesellschaft. Ich meine, wir reden hier nicht zuletzt vom Bruch mit der katholischen Kirche sprich dem Papst und allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.
Was war damals eigentlich in der europäischen Geschichte passiert, dass nach Jahrhunderten der allgemeinen Akzeptanz religiöser Dogmen und Machtstrukturen die Reformbewegung begann? Darauf wird man in diesem Buch keine Antwort finden. Alles, was man erfährt ist, dass es die Reformer = Ketzer und die Katholiken = Papisten gibt. Und dass man sich gern gegenseitig angiftet, ohne dass diese Diskussionen aber jemals in die Tiefe gingen (hey, das soll hier ja nicht zum Denken anregen, sondern unterhalten!).

Henry VIII, einer der berühmtesten englischen Könige, wird auf einen kindischen, fresssüchtigen und sogar dümmlich wirkenden bösen Onkel reduziert, der immer mal wieder durch die Szene grummelt, aber den man nicht näher kennen lernt. Solch ein Mann hätte aber nicht sein Land so lange so erfolgreich regieren können. Man könnte nun einiges aus der Literatur heranziehen, dass zeigt, das Henry nur am Ende seines Lebens ein zerrütteter, kränklicher Wirrkopf war, die ganzen Jahre davor eine respekteinflößende Persönlichkeit mit scharfen Verstand und Charisma. Aber es ist eben wieder offensichtlich, dass die historische Person hier zweckdienlich trivialisiert wurde. Denn Henry ist hier der Bösewicht im Hintergrund. Mehr hat er sozusagen nicht zu tun.
Im Nachwort fällt es verwunderlich auf, dass die Autorin Henry radikal verurteilt, ohne auf seine Beweggründe einzugehen, zugleich aber seine Tochter Mary ebenso radikal verharmlost, bis hin zu der verblüffenden Feststellung: damals verbrannte man eben Leute. Das erklärt natürlich fast 300 solcher Hinrichtungen in Marys fünf Regierungsjahren im Vergleich zu ca. 80 in Henrys rund 40 Jahren...

So bleibt auch Marys Darstellung undifferenziert. Alles, was sie tut und sagt, wird durch den Protagonisten Nick of Waringham akzeptiert, oft sogar bewundert. Anders als seinen Vorgängern unter den Waringhams, allen voran dem oft unschlüssigen Julian, gehen ihm eigentlich nur wenige Gedanken über richtig und falsch durch den Kopf. Oder wieder einfach gesagt: er glaubt schon, dass er richtig denkt. Er hinterfragt dies jedoch nie.

Auch dann nicht, wenn Nick seinen moralischen Ansprüche, die er ständig und mit einiger Penetranz an andere stellt (vor allem natürlich an den König) selbst nicht erfüllt. "Hochmütig und selbstgefällig" nennt ihn seine Stiefmutter, die als ein durch und durch bösartiger, geradezu unmenschlicher Charakter dargestellt wird. Nur leider - die Frau hat damit Recht. Nick ist egoistisch, verblendet und halsstarrig in seinen Ansichten. Er hat einen Dünkel, der früheren Waringhams peinlich gewesen wäre. Zudem wird er sogar von der Autorin selbst wiederholt als launisch beschrieben (was auch zutrifft). Jetzt wäre die Konsequenz, andere Figuren entsprechend auf ihn reagieren zu lassen, was bei ihm vielleicht auch mal zur Reflexion führen könnte.
Aber das geschieht nicht. Wie die anderen Waringhams darf Nick den Helden spielen, wird als "aufrechter Mensch" verkauft.

Auch nimmt sich Nick gegenüber Höhergestellten und sogar dem König mitunter verbal Dinge heraus, die ihn in einem realistischeren Roman konsequent in den Tower gebracht hätten.
Der König darf sich beispielsweise nach Nicks Meinung nicht scheiden lassen, weil er in eine andere Frau verliebt ist und auch einen Erben braucht. Nick darf das aber schon. Zudem darf Nick seine erste Frau auch abfällig behandeln und ihr nach Belieben zeigen, dass sie in seinen Augen nur dummer Pöbel ist, dem er seine Abscheu zeigen und zugleich ihre Liebesdienste in Anspruch nehmen darf.
Wenn Nick könnte, würde er sie sicher auch gern enthaupten lassen, aber er ist eben nicht König. Vielleicht nimmt er auch das Henry so übel. Denn Nicks wiederkehrende Hass- und Mordgedanken gegen seine Stiefmutter sind moralisch nicht besser als Henrys tatsächliche Hinrichtungen. Übel stößt es auch auf, dass Nick mit wirklich gehässigem Sadismus Freude empfindet, wenn Menschen, die ihm tatsächlich Schlechtes getan haben oder die er einfach nicht mag, grausam hingerichtet werden. Da fällt schon mal eine Äußerung wie, dass Nick es schadet findet, dass jemand nur enthauptet und nicht als Verräter ausgeweidet und gevierteilt wurde. Der harmlosen Katherine Howard wünscht er ein stumpfes Beil und einen unfähigen Henker.

Das ist alles so seltsam gemacht, dass ich mich immer noch frage, ob die Autorin da zu subtil vorgegangen ist (glaube ich aber eher nicht), oder ob ihr dieser Widerspruch zwischen Nicks Verhalten und seinem so positiven Selbstbild, das durch die personale Erzählhaltung, die sich fast immer auf seine Sicht bezieht, geschaffen wird, nicht aufgefallen ist.

Insgesamt geht der Roman erschütternd salopp mit den vielen dramatischen und tragischen Ereignissen um. Mir bleibt eine Szene in Erinnerung, in der sich Nick und ein paar andere erst über die neuesten Hinrichtungen unterhalten und im nächsten Satz Witze reißen. Sollte das "comic relief" sein? Ich weiß es nicht.

Schließlich entstand bei mir das Gefühl, dass die Autorin diesmal mit den historischen Ereignissen schlicht überfordert war, denn was zu dieser Zeit geschah, war einfach zu viel und zu komplex für einen Unterhaltungsroman, der sich um einen fanatischen Anhänger Marys dreht, aber in den Hintergründen nicht zu schwierig werden darf.
"Gablé" hatte vorher Bedenken gehabt, ob sie die Tudor-Zeit in einem ähnlichen Stil wie die alten Waringham-Bände behandeln könne. Zu Recht, wie man sieht.

Vermutlich gibt es deshalb auch so viele Schmöker, die im MA spielen: die Zeit lässt frei erfundene Abenteuergeschichten besser zu als die akribisch dokumentierte Neuzeit.
So bleibt am Ende von "Der dunkle Thron" doch wieder nur der Eindruck, dass Henry VII, der "dicke König mit den vielen Frauen" war. Außer seiner ersten bleiben auch diese blasse Figuren, bzw. erfüllen die eh schon bekannten Klischees, wie Anne Boleyn als gemeine Hexe.

Wer auf der Suche nach guten Büchern über die Tudorzeit bzw. Romanen zur Zeit von Henry VIII ist, würde ich eher die Reihe von C.J. Sansom empfehlen.
Während der große Aufstand des englischen Nordens hier nur in ein paar Sätzen erwähnt wird, beschreibt Sansom spannend die Situation in York in Der Anwalt des Königs. Während Nick auf seiner Pferdezucht in Waringham sitzt, weil er schmollt und dem König keinen Kriegsdienst leisten möchte (oder weil dies mehr Recherche erfordert hätte), erlebt man bei Sansom in Der Pfeil der Rache den Untergang der Mary Rose.

PS: Die Rezension ist viel gemäßigter ausgefallen, als hätte ich sie direkt nach dem Lesen geschrieben. Meine erste Reaktion auf diese Banalisierung bzw. Trivialisierung des Tudor-Stoffs war schon eine gewisse Verärgerung.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 5, 2015 7:11 PM MEST


Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
von Rebecca Gablé
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leichte Lektüre, historisch aber akkurat, 14. Oktober 2008
Aufgrund einer sehr positiven Besprechung in einer Zeitung kaufte ich mir nun Gablés Geschichte des englischen Mittelalters und war begeistert. Na, endlich! dachte ich. Würden doch nur die Romane so flott und humorvoll-ironisch geschrieben sein. Gablé fegt mit Tempo durch ca. 1000 Jahre Geschichte und schafft dabei die Balance zwischen Vermeidung von Weitschweifigkeit und allzu straffer Zusammenfassung. Historische Ereignisse und Zusammenhänge werden leicht verständlich gemacht, wobei Gablé auch nicht den Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen beim "einfachen Volk" durch die Jahrhunderte vergisst.
Zudem fällt wieder einmal auf, dass die echte Geschichte in der Regel spannender und dramatischer ist als erfundene Pseudogehistorie in Romanen und Filmen.

Ein Buch, das ich sicher noch öfters lesen werde. Von mir 5 Sterne.


Das Lehrerhasser-Buch: Eine Mutter rechnet ab
Das Lehrerhasser-Buch: Eine Mutter rechnet ab
von Lotte Kühn
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

112 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hass ist nie eine Lösung, 14. September 2006
Das Buch ist in einer Reihe von "Hasser-Büchern" erschienen. Der Unterschied zu den anderen Bänden ist jedoch, dass hier Personen (= Menschen, bitte nicht vergessen) angegriffen werden, keine Institution. Wäre es ein "Schulhasser"-Buch, dann müssten alle "ihr Fett wegbekommen": Lehrer, aber auch Schüler und Eltern.

Denn an der momentanen Situation in manchen Klassen sind leider immer mehrere schuldig, nicht selten sogar außerschulische und außerhäusige Einflüsse, deren Kontrolle sich oft Lehrern UND Eltern entzieht.

Sich dann gegenseitig den "Schwarzen Peter" zuzuschieben, hilft niemanden, am allerwenigsten den Kindern, die schnell merken, wenn sich die Erwachsenen nicht einig sind und diese Situation leider manchmal dann pfiffig, aber auf für sie selbst unbewusst fatale Weise ausnutzen. Ähnlich wie: Wenn Mama mir etwas verbietet, sage ich, dass Papa es mir aber erlaubt hat. Und umgedreht.

Mich irritiert persönlich tatsächlich der Hass, mit dem die Autorin und wohl leider auch manche Leser auf Mitmenschen losschlagen, die sich eine heute wirklich nicht mehr einfachen Beruf gewählt haben, nämlich eine ganze Gruppe Kinder bzw. Jugendliche zu führen, zu unterrichten und oft auch mit zu erziehen. Jedes Kind bringt dabei sein "Päckchen" von zu Hause mit, verschiedene Temperamente und Neigungen ergänzen sich nicht immer, sondern prallen in den Gruppen leider oft aufeinander. Nein, es wird nie möglich sein, dass ein Lehrer immer allen gerecht wird, das ist wahr. Aber gerade diese Spannung auszuhalten, mal scheinbar "ungerecht" behandelt zu werden, sich in eine Gruppe einzufügen, mal einzusehen, warum etwas "so" gemacht wird und nicht, wie man es selbst gern will, ist wichtig für die soziale Reifung. Sonst besteht die Gefahr einer Häufung von Egoisten, die später im Beruf noch größere Schwierigkeiten haben werden.

Wenn man sich jedoch die Häme und Herablassung anguckt, mit der in diesem Buch über andere Menschen gesprochen wird und grobe Schwarz/Weiß Zeichnung (Lehrer = grundsätzlich unfähig, hässlich und sadistisch, Eltern = aufopferungsvoll, die Güte in Person, Schüler = alles gleichermaßen fleißige, doch unterdrückte Hochbegabte) wundert mich, dass nicht allen Lesern auffällt, welche eine Scheinwelt hier aufgebaut wird, um Stimmung zu erzeugen. Mich wundert auch, warum dann Lehrern wieder angekreidet wird, wenn sie sich gegen solche pauschalen Abwertungen wehren. Ich glaube, niemand würde es akzeptieren, wenn sein Berufsstand nicht nur in seinen Fähigkeiten, sondern auch noch in der Persönlichkeit der tätigen Menschen beleidigt wird.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 6, 2016 10:45 AM CET


Seite: 1