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Rezensionen verfasst von
Till Brandt

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Russland wachrütteln: Mein Vater Boris Nemzow und sein politisches Erbe
Russland wachrütteln: Mein Vater Boris Nemzow und sein politisches Erbe
von Schanna Nemzowa
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligent, berührend und empfehlenswert für alle, die Putins Russland wirklich verstehen wollen, 21. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Manchmal sind es gerade die Besten, die ermordet werden. Boris Nemzow war ein herausragender Mensch und Politiker und sein Tod ist ein großer Verlust nicht nur für Russland. Wer Putin immer wieder mit scharfen Worten kritisiert und dann auch noch Beweise für die Anwesenheit russicher Soldaten in der Ukraine sammelt, der lebt gefährlich. Boris Nemzow wusste das.

Es ist sicher nicht leicht ein Buch über den eigenen Vater zu schreiben, dessen Ermordung noch nicht lange zurück liegt. Schanna Nemzowa ist ein Buch gelungen, dass sich gut lesen lässt und dem Leser wertvolle Einblicke in das Leben ihres Vaters und in Putins Russland vermittelt. Wer das heutige Russland verstehen will, ist mit ihrem Buch weit besser bedient als mit dem „Russland Verstehen“ Buch von Krone-Schmalz, denn diese lässt einfach alles weg, was mit der Unterdrückung und der Gehirnwäsche im heutigen Russland sowie dem Kampf für Freiheit und Menschrechte dort zu tun hat.

Boris Nemzow war einer von den Politikern, von denen es überall viel zu wenige gibt. Tatkräftig, intelligent und mutig, wahrhaftig und integer, hilfsbereit und nie gleichgültig. Mit „hohen Tieren“ unterhielt sich genauso gern wie mit einfachen Leuten.
„Das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist, ist meine Tochter“ hat Boris Nemzow einmal geschrieben und Schanna Nemzowa empfindet ebenso tief für ihren Vater. Das hält sie aber nicht davon ab, neben den vielen Stärken ihres Vaters auch seine Schwächen zu erwähnen.

Sie beschreibt die Umstände des Mordes und der Ermitllungen und ist sich bewusst, dass in Putins Russland nie die Hintermänner einer solchen Tat aufgespürt werden, weil die Herrschenden kein Interesse daran haben. Wie im Mordfall Anna Politkovksaja führt die Spur nach Tschetschenien in das Umfeld von Ramsan Kadyrow, dem dort von Putin eingesetzten und gesponserten Tyrannen. Kurz nach der Ermordung von Boris Nemzow verlieh Putin diesem Herrn Kadyrow einen Orden.

Schanna Nemzowa schildert den Werdegang ihres Vaters, dem als junger Physiker eine große Karriere als Wissenschaftler vorausgesagt wurde. Sein Engagement für eine bessere Gesellschaft führte ihn in die Politik. Von 1991 bis 1996 war er ein erfolgreicher Gouverneur in Nischni Nowgorod und Schanna Nemzowa zählt seine Erfolge auf, die bewirkten, dass diese Stadt den Beinamen „Hauptstadt der Reformen“ bekam. Mutig wie Nemzow war, sammelte er in seiner Region Unterschriften gegen Russlands ersten Tschetschenienkrieg unter Boris Jelzin.
Was dann geschah war ein kleines Wunder. Jelzin erkannte die Wichtigkeit von Friedenverhandlungen und nahm Boris Nemzow mit nach Tschetschenien.

1997 wurde Nemzow Vizepremierminister von Russland und nahm den Kampf gegen haarsträubende Privatisierungen zu Gunsten der Oligarchen auf. Darauf wurde er wöchentlich von deren Fernsehsendern mit Dreck überschüttet. Leider mit Erfolg, denn seine Beliebtheitswerte sanken.
Später arrangieren sich die meisten Oligarchen mit Putin und die Fernsehkanäle gerieten nach und nach unter dessen Kontrolle. Der „Kapitalismus der Banditen“, der unter Boris Jelzin begann und den Boris Nemzow verhindern wollte, hatte gesiegt.
Oppositionelle schweben seitdem in ständiger Gefahr zu „Staatsfeinden“ und „Volksverrätern“ erklärt zu werden und damit zu Freiwild.

Es wirkt keineswegs pathetisch, wenn Schanna Nemzowa darauf verweist, dass der Geist von Boris Nemzow weiterlebt. Viele Menschen hat er mit seiner Tatkraft und seinen Ideen begeistert. Der Kampf für Freiheit und Menschrechte ist keine Eintagsfliege und Schanna Nemzowa selbst ist ein Beispiel dafür.

Sie beschreibt anschaulich, welchen Problemen sie als kritische Journalistin in Russland ausgesetzt war und es ist offensichtlich, dass sie den Kampf ihres Vaters weiterführen wird. Nicht nur die aufrechten und tapferen Oppositionellen in Russland können sich über dieses Buch freuen, sondern alle, die noch nicht in Gleichgültigkeit versumpft sind und sich noch von Menschen inspirieren lassen, an die man glauben kann.

Sämtliche Honorare für dieses Buch spendet Schanna Nemzowa an die „Boris-Nemzow-Stiftung für die Freiheit“


Schrei nach Freiheit: Bericht aus dem Inneren der syrischen Revolution Mit einem Vorwort von Rafik Schami
Schrei nach Freiheit: Bericht aus dem Inneren der syrischen Revolution Mit einem Vorwort von Rafik Schami
von Samar Yazbek
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegendes Buch, 17. November 2015
Ein bewegendes Buch, dass den Assad-Terror gegenüber friedlichen Oppositionellen dokumentiert.Geschrieben von einer todesmutigen Frau, die niemals wegsehen wird, sondern zutiefst mitfühlt. Ich habe Samar Yazbek auf einer Veranstaltung zusammen mit Rafik Schami erlebt und fand sie so beeindruckend wie ihr Buch.

Ich zitiere im Folgenden von der website von 3sat:

"Ich glaube nur, was ich mit eigenen Augen sehe": Mit diesem Vorsatz beginnt Samar Yazbek unmittelbar nach Ausbruch der syrischen Revolution in der kleinen Stadt Dara'a ihr Tagebuch über die Protestbewegung. In der alawitischen Gemeinschaft wird sie fortan als Verräterin betrachtet, diffamiert und bedroht. Dennoch geht sie unerschrocken auf die Straße, reist durch das Land, schreibt auf, was sie sieht und hört. Immer wieder erreichen sie Nachrichten von Toten, von Verletzten, von der Verhaftung von Freunden. Sie spricht mit Demonstranten ebenso wie mit Polizisten, befragt aus der Haft entlassene Dissidenten. Bald gerät sie selbst ins Visier des Geheimdienstes. Sie wird mehrmals verhaftet und misshandelt.

"Die Realität, die ich erlebt habe, ist bei weitem fantastischer als jede Fiktion", sagt Yazbek. "Als man mich verhaftete, wurde ich - vermutlich zur Abschreckung - in ein unterirdisches Gefängnis geführt. Was ich dort gesehen habe, war so grauenvoll, wie ich es mir davor nie hätte vorstellen können. Völlig zugeschwollene Gesichter, blutig aufgerissene Körper, rohes Fleisch. Menschen, die vor wenigen Wochen noch fröhliche junge Männer gewesen waren, 18, 20 Jahre alt. Bilder, die einem den Verstand rauben."

Unter dem Eindruck des Unerhörten, das sie erlebt, wird aus der Beobachterin eine teilnehmende Zeugin: "Wenn man monatelang in täglicher Todesangst lebt, wenn jeder Moment der letzte sein kann, wenn direkt neben dir Menschen erschossen werden, dann passiert etwas Eigenartiges", so Yazbek: "Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo die Angst in Mut umschlägt, wo man das Gefühl hat, ihr könnt uns nicht alle umbringen. Jetzt gehen wir unseren Weg zu Ende - was immer passiert." Erst als sie erfährt, dass ihr Name auf einer Todesliste steht, flieht sie mit ihrer Tochter ins Ausland.


Euromaidan: Was in der Ukraine auf dem Spiel steht (edition suhrkamp)
Euromaidan: Was in der Ukraine auf dem Spiel steht (edition suhrkamp)
von Juri Andruchowytsch
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

21 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentische Berichte und intelligente Analyse, 20. Juni 2014
Ein herausragendes, bewegendes und ermutigendes Buch, das dem Leser die Vielfalt der ukrainischen Demokratiebewegung und der historischen Ereignisse auf dem Maidan näher bringt. Geradezu genial ist dieses Buch im Vergleich mit dem Niveau einiger deutscher Talkshows zum Thema Ukraine, denn dort kamen oft mehr Putin-Verharmloser zu Wort als Ukrainer. Die menschliche und historische Größe der Maidanbewegung ging dort völlig unter.

Die Demokratiebewegung der Ukraine kann man nur aus sich selbst heraus verstehen und dazu leistet das Buch einen wertvollen Beitrag.

Der erste Teil des Buches besteht aus bewegenden Erlebnisberichten. Im Mittelteil befinden sich Fotos. Im letzen Teil kommen Historiker, Soziologen und Politikwissenschaftler zu Wort, bei denen es sich um ausgewiesene Kenner der Materie handelt.
Die Erlebnisberichte geben eine Ahnung davon, was die Autoren durchgemacht haben. Der Leser kann nacherleben, wie mutige, phantasievolle und aufrechte Menschen unter Lebensgefahr all die Werte verteidigen, die uns im Westen angeblich so wichtig sind. Es ging um alles oder nichts auf dem Maidan und ich wage zu behaupten, dass „wir Deutsche“ nicht den Mut, die Zähigkeit und die Opferbereitschaft der Ukrainer aufgebracht hätten.

Man kann Bewunderung für einige Autoren dieses Buches empfinden. Sie haben einen tiefen inneren Prozess durchgemacht und lassen den Leser daran teilhaben. Sie haben für etwas gekämpft das größer ist als sie und es gelingt ihnen, sowohl die mitunter bizarre und atemberaubende Wirklichkeit der ukrainischen Revolution in Worte zu fassen, als auch die Gleichzeitigkeit von Mut und Verzweiflung, Angst und Hoffnung inmitten eines dramatischen Aufstands für die Würde des Menschen zu schildern. Das Buch zeugt von echter Brüderlichkeit und tiefem Leid.

Es ist dagegen der Triumph des Absurden das Buch als „US-Propaganda“ und „Brechmittel“ zu bezeichnen, wie das ein „Rezensent“ hier bei Amazon tut. Wie kann man die Erlebnisse anderer Menschen so leichtfertig als Propaganda abtun? Deutsche Besserwisserei kennt manchmal keine Grenzen………..

Putins Propaganda behauptet allen Ernstes, dass es sich bei der Revolution in Kiew um einen faschistischen Putsch gehandelt hat. Systematisch arbeitet Putins Propagandamaschine Tag für Tag daran, die Wahrheit auf den Kopf zu stellen. Anders als in osteuropäischen EU-Staaten ist man besonders in Deutschland in erschreckendem Ausmaß bereit, dieser Propaganda Glauben zu schenken. Dieses Buch ist auch ein Beitrag um das Knäuel aus Lügen, Halbwahrheiten und Fehlinterpretationen zu entwirren.

Die Autoren dieses Buches sind empört über Putins infame Behauptung vom „faschistischen Putsch“. Die Wirklichkeit beweist, wie realistisch ihre Einschätzung ist, denn bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine, einige Tage nach dem Erscheinen dieses Buches, erhielten der Kandidat von „Swoboda“ und der des „Rechten Sektors“ nur jeweils etwa ein Prozent der Stimmen. Nach einem faschistischen Putsch hätte es wohl kaum freie Wahlen mit diesem Ergebnis gegeben.

Ich bin dankbar für dieses Buch.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 1, 2016 5:24 PM CET


Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System
Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System
von Boris Reitschuster
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

80 von 144 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diesen Autor kann Putin nicht kaufen - kaufen wir sein Buch bevor Putins Freunde alle aufgekauft haben!, 26. Mai 2014
Ein äußerst wertvolles Buch, das die Augen öffnet und mehr bietet als intelligente Analyse und einen guten Überblick über die vergangenen vierzehn Jahre von Putins Demokratur. Boris Reitschuster hat lange als Journalist in Putins Russland gelebt und daher nicht nur jede Menge wichtige Informationen, sondern auch aufschlussreiche eigene Erfahrungen in seinem Buch verarbeitet. Er fühlt sich ideologiefrei der Wahrheit verpflichtet und nimmt dafür schlimmste Anfeindungen in Kauf.

Boris Reitschuster ist keiner von den Putin-Schönfärbern, von denen sich viele als „Putin-Versteher“ ausgeben. Er hat Putin durchschaut. Ich beschäftige mich schon lange mit Putin und kann – auch als Mitglied mehrerer Menschenrechtsorganisationen – sagen, dass dieses Buch keineswegs übertreibt.

Niemand, der ernsthaft an Putins Russland interessiert ist, wird es bereuen dieses Buch gelesen zu haben und zumindest für Politiker und (oft naive) Talkshow-Moderatoren sollte es so etwas wie eine „Pflichtlektüre“ sein, denn Putin und seine Propagandisten haben es leider geschafft, zahlreiche Lügen, Halbwahrheiten und Illusionen in die Welt zu setzen, die leider oft auch in Deutschland nicht durchschaut und von einigen Politikern und „Russland-Experten“ sogar wiedergegeben werden (Gabriele Krone-Schmalz war z.B. mehrfach mit Vorträgen für kremlnahe Unternehmen tätig und desinformiert gerne in Talkshows, Philipp Mißfelder (Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU Fraktion im Bundestag) befürwortete 2011 sogar die Vergabe eines Preises an Putin und es ist wohl kein Zufall, dass er zusammen mit Putin bei der Geburtstagsfeier von Gerhard Schröder in Russland auftauchte und die Leute von der Linkspartei haben nicht verstanden, dass Putins Russland ein extremes Beispiel für einen ultrakapitalistischen, militaristischen Staatskomplex darstellt und Putin mit seinen Methoden dem Faschismus weit näher ist als die von Putins Propaganda als faschistisch diffamierte Demokratiebewegung der Ukraine).

Zahlreiche russische Journalisten sind dafür ermordet worden, dass sie ähnlich aufrecht und mutig wie Boris Reitschuster berichtet haben. Die Welt braucht Menschen wie ihn. Sie braucht auch mehr Menschen, die nicht nur sein Buch lesen, sondern selber etwas tun wollen. Warum nicht Mitglied bei Amnesty International oder der Gesellschaft für bedrohte Völker werden? Zumindest kann jeder helfen, die kostbaren Informationen dieses Buches weiter zu verbreiten, indem er es verleiht oder verschenkt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 12, 2015 8:07 PM MEST


Schrei nach Freiheit. Bericht aus dem Inneren der syrischen Revolution
Schrei nach Freiheit. Bericht aus dem Inneren der syrischen Revolution
von Samar Yazbek
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend, 2. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein bewegendes Buch, dass den Assad-Terror gegenüber friedlichen Oppositionellen dokumentiert.Geschrieben von einer todesmutigen Frau, die niemals wegsehen wird, sondern zutiefst mitfühlt. Ich habe Samar Yazbek auf einer Veranstaltung zusammen mit Rafik Schami erlebt und fand sie so beeindruckend wie ihr Buch.

Ich zitiere im Folgenden von der website von 3sat:

"Ich glaube nur, was ich mit eigenen Augen sehe": Mit diesem Vorsatz beginnt Samar Yazbek unmittelbar nach Ausbruch der syrischen Revolution in der kleinen Stadt Dara'a ihr Tagebuch über die Protestbewegung. In der alawitischen Gemeinschaft wird sie fortan als Verräterin betrachtet, diffamiert und bedroht. Dennoch geht sie unerschrocken auf die Straße, reist durch das Land, schreibt auf, was sie sieht und hört. Immer wieder erreichen sie Nachrichten von Toten, von Verletzten, von der Verhaftung von Freunden. Sie spricht mit Demonstranten ebenso wie mit Polizisten, befragt aus der Haft entlassene Dissidenten. Bald gerät sie selbst ins Visier des Geheimdienstes. Sie wird mehrmals verhaftet und misshandelt.

"Die Realität, die ich erlebt habe, ist bei weitem fantastischer als jede Fiktion", sagt Yazbek. "Als man mich verhaftete, wurde ich - vermutlich zur Abschreckung - in ein unterirdisches Gefängnis geführt. Was ich dort gesehen habe, war so grauenvoll, wie ich es mir davor nie hätte vorstellen können. Völlig zugeschwollene Gesichter, blutig aufgerissene Körper, rohes Fleisch. Menschen, die vor wenigen Wochen noch fröhliche junge Männer gewesen waren, 18, 20 Jahre alt. Bilder, die einem den Verstand rauben."

Unter dem Eindruck des Unerhörten, das sie erlebt, wird aus der Beobachterin eine teilnehmende Zeugin: "Wenn man monatelang in täglicher Todesangst lebt, wenn jeder Moment der letzte sein kann, wenn direkt neben dir Menschen erschossen werden, dann passiert etwas Eigenartiges", so Yazbek: "Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo die Angst in Mut umschlägt, wo man das Gefühl hat, ihr könnt uns nicht alle umbringen. Jetzt gehen wir unseren Weg zu Ende - was immer passiert." Erst als sie erfährt, dass ihr Name auf einer Todesliste steht, flieht sie mit ihrer Tochter ins Ausland.


Bekenntnisse: Mit einem Vorwort von Barack Obama
Bekenntnisse: Mit einem Vorwort von Barack Obama
von Nelson Mandela
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auch für Mandela Fans eher enttäuschend, 24. Juli 2013
Wer ein tolles Buch von Nelson Mandela lesen will, der sollte dieses Buch meiden und seine Biographie "Der lange Weg zur Freiheit" lesen. Der Titel "Bekenntnisse" weckt große Erwartungen. Bei diesem Buch handelt es sich aber nur um ein Sammelsurium von geschriebenen "Restposten", die Mandela hinterlassen hat und die mit "Bekenntnissen" nichts oder wenig zu tun haben. Manches ist durchaus interessant, bei anderen Texten fragt man sich, warum nicht gleich noch alte Einkaufszettel von Mandela mit veröffentlicht wurden. Wer so etwas wie eine Fortsetzung von Mandelas "Der lange Weg zur Freiheit" erwartet, wird enttäuscht sein.


Brennpunkt Syrien: Einblick in ein verschlossenes Land (HERDER spektrum)
Brennpunkt Syrien: Einblick in ein verschlossenes Land (HERDER spektrum)
von Kristin Helberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein rundum überzeugendes Buch, 9. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kristin Helberg hat ein rundum überzeugendes Buch geschrieben, das gut zu lesen und sehr informativ ist. Sie kennt Syrien so gut wie nur sehr wenige deutschsprachige Journalisten.

Lebendige Berichte aus dem syrischen Alltag bringen dem Leser Land und Leute nah. Dazu liefert Kristin Helberg jede Menge Hintergrundwissen über Geschichte, Religionsgemeinschaften und die Opposition in Syrien, ohne dabei auszuufern. Sie zeigt die verpassten Chancen von Assad auf und erklärt die verfahrene Situation in Syrien.
Der Leser lernt die Entwicklungsstufen des syrischen Aufstands und die ganze Grausamkeit des Assad-Regimes kennen. Assads Mörderbanden – die Shabiha Milizen werden näher beschrieben und die Freie Syrische Armee ebenfalls. Dem Leser wird klar, warum es mit Assad an der Macht keine friedliche Lösung für Syrien geben kann.

Den gesunden Menschenverstand und die Urteilskraft einer Kristin Helberg wünsche ich mir bei den Politikern aller deutschen Parteien.

Zum Schluss lasse ich Kristin Helberg selber zu Wort kommen:

„Dieses Buch ist den Kindern Syriens gewidmet. Sie waren es, die im südsyrischen Daraa den revolutionären Funken gezündet haben, und sie sind es, die seitdem einen furchtbar hohen Preis dafür bezahlen, dass sie in Freiheit aufwachsen wollen...

Das Schimmste sind nicht die blutverschmierten Leichen, die wehklagenden Mütter, die engelgleichen Gesichter oder die vielen in weiße Tücher eingewickelten kleinen Körper. Nein, die unerträglichsten Bilder sind für mich die der stillen Trauer, der unbeabsichtigten Gesten, der unausgesprochenen Verzweiflung. Der zweijährige Junge, der von einem Granatsplitter getroffen still atmet, bis sich sein kleiner Brustkorb nicht mehr hebt und senkt, und dessen Vater sich kurz darauf vorsichtig in sein Gesicht schmiegt. Der Arzt, der aus Verzweiflung darüber, dass er den Menschen nicht helfen, sondern ihnen nur beim Sterben zusehen kann, das Gesicht wegdreht, um seine Tränen der Wut und Ohnmacht zu verbergen. Oder der 16-jährige von einer Kugel getroffene Junge, der von seinem Vater weggetragen wird und nur noch den einen letzten Satz herausbringt: `Verzeih mir, Papa.`

Alle diese Momente sind dokumentiert, auf Video festgehalten. Wir sind fast live dabei, wenn in Syrien Wohngebiete bombardiert, Proteste und Beerdigungszüge beschossen, Verletzte in Untergrundkliniken gebracht und Tote in Massengräbern beigesetzt werden. Selbst Folterszenen gibt es auf YouTube. Mitglieder der Sicherheitskräfte filmten sich gegenseitig beim Quälen von Zivilisten und Schänden von Leichten. Die syrische Revolution am Computer zu verfolgen ist wie ein nicht endender Horrorfilm.

Mir bleibt nichts anderes übrig. Seit Ausbruch der Proteste komme ich nicht mehr ins Land, mein letzter Einreiseversuch im April 2011 endete am Flughafen von Damaskus. Als Journalistin schmerzt es, sieben Jahre in einem Land zu leben und dann die Revolution aus der Ferne verfolgen zu müssen. Aber angesichts der schwierigen Nachrichtenlage helfen mir meine Erfahrungen und Kenntnisse oft bei der Einschätzung aktueller Ereignisse.“


Syrien - Wie man einen säkularen Staat zerstört und eine Gesellschaft islamisiert
Syrien - Wie man einen säkularen Staat zerstört und eine Gesellschaft islamisiert
von Wolfgang Gehrcke
  Taschenbuch

18 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Einseitig, ideologisch und parteipolitisch, 6. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist streckenweise sehr einseitig. So werden nicht Russland, der Iran und die Hisbollah kritisiert, sondern nur die Länder, die den Kampf gegen Assads Folterdiktatur unterstützen.

Der Herausgeber Wolfgang Gehrcke spielte lange Zeit eine führende Rolle in der DKP (Deutsche Kommunistische Partei) und scheint ideologisch blockiert zu sein. Er bestätigt damit Vorurteile gegenüber der Linkspartei, deren Positionen er sowohl in diesem Buch als auch im Bundestag vertritt und aus deren Kern und Umfeld die meisten der deutschsprachigen Autoren dieses Buches kommen. Am Ende des Buches kommen auch syrische Autoren zu Wort. Deren Beiträge halte ich für lesenswerter.

Falls jemand ein gutes Einführungsbuch zum Thema Syrien sucht, muss ich von diesem Buch dringend abraten und kann stattdessen das Buch „Brennpunkt Syrien“ von Kristin Helberg zu ebenfalls EUR 9,99 empfehlen. Hellberg hat als Journalistin in Syrien gelebt und geht ideologiefrei mit klarem Verstand von ihren Erfahrungen und Beobachtungen aus und bringt dem Leser Syrien deutlich näher als das hier besprochene Buch.

Im Vorwort des Buches „Syrien – Wie man einen säkularen Staat zerstört und eine Gesellschaft islamisiert“ findet sich der schöne Satz „Realistisch ist einzig eine unbeugsam auf Frieden ausgerichtete Politik in Syrien und anderswo.“ Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, wenn man dann auf Seite 113 lesen muss:

„Dabei ist vor allem Russland ein aktiver Partner für alle, die ein weiteres Blutvergießen in Syrien beenden wollen."

Das ist ein erschreckender Satz, wenn man bedenkt, dass russische Streubomben, Raketen und Kampflugzeuge von Assad gezielt auch gegen Zivilisten eingesetzt werden. Ausgerechnet Putin, der für den 2. Tschetschenienkrieg mit zehntausenden Toten die volle Verantwortung trägt, soll jetzt ein Friedenspartner sein? Welches Land hat denn Assad bis an die Zähne bewaffnet, wenn nicht Russland?

Der ehemalige PDS- Bundestagsabgeordnete Norman Paech schreibt auf Seite 62: „Der Vorwurf an Russland, Syrien nicht nur politisch im UN-Sicherheitsrat abzuschirmen, sondern auch mit Waffen zu versorgen, ist bisher für etwaige Waffenlieferungen nicht spezifiziert worden“. Was soll man dazu noch sagen, wo doch Russland selber schon im letzen Jahr (also lange vor Erscheinen des Buches) Waffenlieferungen an den Assad Clan zugegeben hat, allerdings mit dem verlogenen Hinweis, es handele sich um Waffen, die nicht gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden könnten.

Die meisten Autoren dieses Buches haben nicht so recht verstanden, dass mit dem Assad-Clan keine friedliche Lösung in Syrien möglich ist und dass gerade Putin voll hinter Assad steht. Um den Hass vieler Syrer auf Assad zu verstehen, müsste man auf seine Shabiha-Milizen eingehen, doch die werden in diesem einseitigen Buch nicht einmal erwähnt. Die Shabiha sind für schlimmste Massaker verantwortlich und erledigen für Assad die Drecksarbeit (prügeln, vergewaltigen, foltern, morden). Sie definieren sich über ihre Loyalität zu Assad und haben das Motto: „Entweder Assad, oder wir brennen das ganze Land ab.“

Fast könnte man meinen, dass Gehrcke und seine Freunde vertuschen wollen, dass der Assad-Clan die Hauptverantwortung für die Zerstörung Syriens trägt. Immer wieder ist in ihrem Buch vom CIA die Rede und die Freie Syrische Armee wird in ein denkbar schlechtes Licht gestellt.

Die Freie Syrische Armee ist die Antwort darauf, dass Assad friedliche Proteste überall im Land zusammenschießen lässt. Viele Soldaten, die dabei nicht mitwirken wollten, sind desertiert und so kam es zur Bildung der Freien Syrischen Armee. Immer mehr Oppositionelle kamen zu dem Schluss, das Regime lasse sich nicht mit friedlichen Mitteln, sondern nur noch mit Gewalt stürzen. Als ehemaliger Kommunist müsste Gehrcke doch die folgenden Worte von Bertold Brecht kennen:

"In Erwägung, dass ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod."

Wäre der syrische bewaffnete Widerstand irgendwie linksradikal inspiriert, könnte Gehrcke vermutlich eine gewisse Zuneigung verspüren. In seinem Buch wird leider schwarz-weiß gemalt. Gehrke und Reyman behaupten: „Jenen Syrerinnen und Syrern, denen es um die demokratische Umgestaltung ihres Landes geht, gehört ihr Aufstand schon lange nicht mehr. Sie sind enteignet worden durch die ehemaligen Kolonialmächte, die USA, die Golfstaaten, die mit Teilen der inner-syrischen Opposition verwoben sind, namentlich der Freien Syrisch Armee und dem Syrischen Nationalrat“(Seite 108).

Was die Verbindung einiger Golfstaaten mit Teilen der syrischen Opposition angeht, haben Gehrke und Reyman sicher recht. Aber wieso wird von „Enteignung“ der Demokraten in Syrien durch USA und ehemalige Kolonialmächte gesprochen? Die syrischen Demokraten, die ich persönlich kenne, sind tief enttäuscht darüber, dass der Westen so wenig hilft, sprechen aber nicht von Enteignung durch den Westen.

An dieser Stelle möchte ich Christin Helberg aus dem oben empfohlenen Buch „Brennpunkt Syrien“ zitieren: „Den friedlichen Demonstranten ist es irgendwann egal, woher die Waffen kommen, mit denen die Freie Syrische Armee oder andere militante Gruppen sie vor den Angriffen der Armee schützen oder den Nachschub an Medikamenten und Nahrung sichern. Hauptsache, irgend jemand steht ihnen zur Seite. Nach monatelangen vergeblichen Apellen an das Ausland und nach einem Dutzend enttäuschter Hoffnungen haben Syriens Demonstranten tatsächlich nur noch Gott, den sie um Hilfe anrufen können. Wie überall auf der Welt suchen auch die Menschen in Syrien angesichts ihrer unerträglichen Lage Zuflucht im Glauben.“ (S.41)

Positiv an Gehrckes Buch ist, dass deutlich gemacht wird, dass es in Syrien immer noch friedliche Oppositionelle gibt, die zwischen alle Mühlen geraten und vom Ausland zu wenig beachtet werden. Es stimmt, dass manche syrische Oppositionelle davon sprechen, dass die bewaffneten Kämpfer den Aufstand gestohlen haben. Es ist aber Unfug so zu tun, als fände der bewaffnete Widerstand nicht auch Unterstützung bei demokratisch gesinnten Syrern.

In der Realität sind oft der bewaffnete und der zivile Wiederstand kaum voneinander zu trennen. Viele, die früher monatelang demonstrierten, kämpfen nun in den Reihen der Freien Syrischen Armee. Es gibt Proteste, die von friedlichen Aktivisten geplant und von bewaffneten Kämpfern beschützt werden. Auch inhaltlich ist man sich oft einig. Natürlich ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass es in Syrien radikalislamistische Kämpfer – vor allem aus dem Ausland – gibt, die alles andere wollen als Demokratie. Aber man sollte nicht so tun, als würden diese Gruppen den ganzen bewaffneten Widerstand dominieren. Natürlich werden sie umso stärker, je weniger Unterstützung die moderat-sunnitischen, aus Syrien stammenden Kämpfer erhalten.

Letzen Endes können sich Putin und Assad über Politiker wie Gehrcke, Westerwelle, Merkel, Steinbrück und Trittin freuen. Die genannten deutschen Politiker reden nur, während Assad und Putin, der Iran und die Hisbollah handeln und der syrischen Widerstand auf Hilfe aus Saudi Arabien und Quatar angewiesen bleibt.
Durch Assads Vorgehensweise sind die Fronten so verhärtet, dass es wohl leider keine "saubere und friedliche Lösung" geben kann, denn seine Freunde im Iran und in Russland sind nicht an Demokratie in Syrien interessiert und werden ihn nicht so schnell fallen lassen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2015 12:09 AM CET


Die vierte Macht
Die vierte Macht
DVD ~ Moritz Bleibtreu
Preis: EUR 6,48

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Politisch brisant und realistischer als mancher es sich vorstellen kann., 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die vierte Macht (DVD)
Gut gespielter spannender Film, der vor dem Hintergrund der Bombenanschläge auf russische Hochhäuser spielt, die sich tatsächlich ereignet haben. Alles spricht dafür, dass der russische Geheimdienst in diese Anschläge verwickelt war. Putin schob die Anschläge - ohne irgendwelche Beweise zu haben - Tschetschenen in die Schuhe und begann darauf den zweiten unglaublich brutalen Tschetschenienkrieg, der Putins Popularität in Russland und seine Wahlchancen erheblich steigerte.

Der Name Putin wird in dem Film verschwiegen und trotzdem ist der Fall für Kenner der russischen Geschichte klar: Es war Putins erste Amtshandlung, den korrupten Boris Jelzin von jeglicher Strafverfolgung zu schützen und dieses Ereignis wird in dem Film (ohne Namensnennung) erwähnt.

Moritz Bleibtreu spielt überzeugend den anfangs ahnungslosen Deutschen, der immer mehr in gespenstische Zusammenhänge verstrickt wird, die mit einem Mord an einem Journalisten beginnen. Morde an Journalisten sind in Putins Russland keine Seltenheit und man sollte nicht vergessen, dass Putin einmal Chef des Geheimdienstes war. Die ermordete russische Journalistin Anna Politkovskaja, die auch über die russischen Verbrechen im Tschetschenienkrieg berichtete, hat einmal gesagt, dass sie Putin mit dem 2. Tschetschenienkrieg gleichsetzt.

Im Film wird deutlich, welchen Repressalien die russische Oppositon ausgesetzt ist und woher der Hass vieler Tschetschenen auf Putins Russland kommt. Nach einem Gefängnisaufenthalt unter Tschetschenen versucht Bleibtreu mit mutigen Aktionen die Wahrheit ans Licht zu bringen. Soweit es um ihn geht, ist die Handlung dieses Films frei erfunden.


My Song: Die Autobiographie
My Song: Die Autobiographie
von Harry Belafonte
  Audio CD
Preis: EUR 20,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ehrlich, interessant und gut, 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: My Song: Die Autobiographie (Audio CD)
Harry Belafonte schreibt ehrlich, überzeugend und nie umständlich oder langweilig. Es geht u.a. um die Armut in seiner Kindheit in New York, seine Karriere als Sänger und Schauspieler, seine Beziehungen zu Frauen und um viele interessante Menschen, die er in seinem Leben traf. Hervorzuheben ist hier Martin-Luther-King, der zu einem seiner besten Freunde wurde.

Und es geht auch um das - oft sehr erfolgreiche - Engagement von Belafonte für Gerechtigkeit und gegen die Armut in den USA und anderen Teilen der Welt.

Belafonte blickt auf ein sehr bewegtes und reichhaltiges Leben zurück und so lohnt sich seine Biografie auch für Menschen, die mit seinen Liedern vielleicht nicht so viel anfangen können. Mich hat das Buch an vielen Stellen berührt und ich kann es jedem, der "Niveau" hat, wärmstens empfehlen. Die Audio-Fassung des Buches ist sehr gut mit passender Stimme gelesen.


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