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Rezensionen verfasst von
obdan_van_darg

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Steve Jobs [Blu-ray]
Steve Jobs [Blu-ray]
DVD ~ Michael Fassbender
Preis: EUR 10,35

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anders, aber nicht mutig genug es zu sein, 26. Juli 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Steve Jobs [Blu-ray] (Blu-ray)
Als Steve Jobs, einer der letzten großen Computer-“Gurus“ und Pionier der Heimcomputerbranche im Jahre 2011 verstarb, war jedem recht schnell klar, dass eine Verfilmung seines Lebens nicht lange auf sich warten lassen würde. Zu groß waren die Legenden und Gerüchte, die sich bereits zu Lebzeiten um ihn rankten, sei es seine vermeintlich aufbrausende und teilweise grausame Art mit Mitarbeitern umzugehen, die extreme Art in Hinblick auf Ernährung und Gesundheit, die lange und verzwickte Geschichte rund um seine uneheliche Tochter Lisa und natürlich das alles umfassende „reality distortion field“ mit welchem er, bewusst oder unbewusst, die Realität nach seinen Wünschen geformt, bzw. sein Umfeld beeinflusst hat.

Tatsächlich war es zwei Jahre später mit „Jobs“ so weit, aber das Ergebnis war sehr lückenhaft und an vielen Stellen nicht dem entsprechend was die Menschen, die dabei waren tatsächlich über die Geschehnisse berichten.

Weitere zwei Jahre später, nach langem Umcasting, Regisseurwechsel usw. erschien schließlich „Steve Jobs“, welcher auf der offiziellen, zu Lebzeiten noch vom Apple Gründer selbst autorisierten Biographie von Walter Isaacson basiert. Doch wer gehofft hat, dass dieser Film mehr dem entspricht was man von einer Biographie erwartet, ausführlicher und akkurater ist, wird jäh enttäuscht werden.

Tatsächlich ist der Film von Regisseur Danny Boyle nicht einfach nur ein Film, in Wirklichkeit ist er sogar 3 Filme und das nicht nur weil er in 3 verschiedenen Teilen inszeniert wurde. Drei Betrachtungsweisen…aber keine davon konsequent umgesetzt.

Zuerst einmal möchte Steve Jobs Biopic sein. Er basiert wie gesagt auf der offiziellen Biographie und um alles richtig zu machen, wurde der langjährige Wegbegleiter Steve Wozniak als Berater engagiert.

Doch bereits nach kurzer Zeit wird man den Eindruck nicht los, dass Woz entweder zu wenig involviert, oder sein Input schlicht bis auf wenige Ausnahmen ignoriert wurde. Zu oft geschehen auf der Leinwand Dinge, von denen man aus der Biographie, aus Berichten und Interviews weiß, dass sie sich so nicht zugetragen haben, oder aber zumindest nicht in dieser Konstellation. Generell ist es überraschenderweise so, dass „Jobs“ einen deutlich größeren Teil von Jobs Leben abdeckt, mehr versucht die Abläufe (zumindest bis zum Erscheinen des iPods) aufzudecken und darüber hinaus ein besseres Casting bietet. Nicht falsch verstehen: Fassbender und Winslet sind begnadete Schauspieler, die ihr Sache auch gut machen. Auch in den Nebenrollen spulen bekannte Größen wie Seth Rogen oder Jeff Daniels ihr Programm routiniert ab. Doch man hat den ganzen Film über den Eindruck, dass zu keinem Zeitpunkt versucht wurde die Realität auch nur ansatzweise nachzuahmen; weder vom Verhalten der Charaktere her und noch viel weniger visuell. Fassbender sieht Jobs zu keinem Zeitpunkt auch nur ähnlich und hätte er auf der iMac Präsentation nicht Sneakers, Jeans, Rollkragen und die runde Brille auf; er könnte ein jeder anderer sein.

Steve Jobs möchte eine Biographie sein und scheitert damit epochal.

Das zweite was man sieht ist weniger ein Film, als eher ein Theaterstück. Ein Kammerstück in drei Akten, was deutlich besser funktioniert. Man kommt nicht umhin zu vermuten dass Boyle, der sich im Laufe seiner Karriere weniger dadurch ausgezeichnet hat Mainstreamblockbuster zu realisieren und eher Kultromane wie The Beach oder Trainspotting in ebensolche Kultfilme verwandelt hat, genau das im Sinn hatte. Drei Teile, im Abstand einiger Jahre und jedes Mal interagiert Jobs mit derselben Handvoll Menschen und diskutiert teilweise dieselben Dinge, aber aus einer anderen Sicht und mit einem anderen Erfahrungsschatz.

Diese alternative Herangehensweise lässt den Film in anderem Licht erscheinen, welches dem sichtbaren Ergebnis mehr schmeichelt als die Biographie-Erwartungshaltung. Doch leider ist diese nicht konsequent durchgezogen und wird gerade im letzten Akt mit Rückblenden und anderen Elementen durchbrochen. Dass die Bewerbung des Streifens nie auf diese Art der Inszenierung ausgelegt war, tut das übrige dafür, dass ein beträchtlicher Teil der Zuschauer irritiert und enttäuscht zurückbleiben. Eine striktere Besinnung auf diese Technik und die Bewerbung derselben, hätte zu einem frischeren und interessanterem Ergebnis geführt, welches das Werk von allen anderen Filmen zu dem Thema, vergangenen und noch kommenden, positiv abgehoben hätte.

Womit wir zur dritten Betrachtungsweise kommen mit der Steve Jobs am besten, wenn auch noch immer nicht perfekt funktioniert.

Zu den Menschen, mit denen Jobs vor jeder Keynote interagiert, gehört vor allem seine uneheliche Tochter Lisa. Lässt er sich zu Beginn noch verleugnen und bestreitet trotz positivem Vaterschaftstest dass sie seine Tochter ist, merkt man recht bald, dass er eben doch nicht nur das Ars..loch ist, für den man ihn schon nach wenigen Minuten hält, eine Qualität und Nuancierung seines Charakters, welche leider viel zu kurz kommen. Gen Ende hin wird ihm schließlich, nicht zuletzt mit Hilfe von Winslets Charakter klar, dass er Fehler begangen hat und zu seiner Tochter stehen muss.

Genau auf diesem Aspekt, mehr noch als auf dem Thema Perfektionismus um jeden Preis und Hass und Rachegedanken gegenüber denjenigen, die ihn aus der Firma gedrängt haben, konzentriert sich der Film ohnehin schon emotional mehr als auf alles andere. Wünschenswert wäre daher gewesen dies noch stärker auszubauen und endgültig zum dominierenden, narrativen Charakter der Inszenierung zu machen. Denkbar gewesen wäre auch eine komplette Erzählung aus Lisas Sicht und ein Titel wie „Me and Steve“ oder „Lisa and Steve“. Mehr noch als die Fokusierung auf ein Theaterstück, hätte das dem Film eine echte Eigenständigkeit, mehr emotionale Tiefe und eine für den Zuschauer überraschendere Form geben können.

Fazit:
Wir haben lange darauf gewartet, aber letztlich wurden unsere Erwartungen nicht erfüllt. Steve Jobs steht nicht ansatzweise in der Tradition von großen Biopics wie Gandhi oder Chaplin, sondern frustriert durch seine immense, wenn auch gewollte Lückenhaftigkeit, die unentschlossene Inszenierung und einen Mangel an visueller Detailtreue. Es gibt Momente, in denen blitzt das unbestreitbare Können von Danny Boyle auf und wir werden mit schönen Szenen belohnt. Doch das ärgert nur noch mehr, zeigt es doch was hätte werden können.

Würde ich den Film nur als Biographie bewerten, wäre nicht mehr als ein Stern drin. Aufgrund solider Schauspielleistung und zumindest Ansätzen von alternativer Inszenierung, reicht es zumindest noch für einen Platz im Mittelfeld.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2017 9:39 PM MEST


Kein Titel verfügbar

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast perfekt für die freie Kaffeeentscheidung, 30. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit Freude habe ich nach dem Kauf meiner DeLonghi Umilk festgestellt dass es für das Nespresso System nicht nur Kapseln von anderen Herstellern gibt (von denen aber leider nur die wenigsten an die Qualität des Originals heranreichen) sondern mittlerweile auch einige Anbieter für selbstbefüllbare Kapseln, die es mir ermöglichen meinen Lieblingskaffee mit der Maschine zuzubereiten. Nach längerem Vergleich der einzelnen Varianten, habe ich mich letztlich für Capsul’in entschieden.

Die Packung beinhaltet 100 leere Kunststoffkapseln, ebenso viele selbstklebende Aluminiumfolien zum Versiegeln sowie ein Kunststofflöffel. Gedacht ist dieser einerseits um die Kapsel einspannen und einfach durch den Kaffee ziehen und andererseits um den Kaffee anzudrücken (=tampern). Das Problem ist aber dass man dann die eingespannte Kapsel nach dem „schaufeln“ wieder aus der Halterung nehmen muss um die Tamperseite zu verwenden, sie wieder einspannen muss um die zweite Ladung Kaffee aufzunehmen um dann erneut auszuspannen und zu tampern. Das empfinde ich als etwas umständlich und nutze daher einen zusätzlichen Kaffee- oder Teelöffel um das Pulver in die Kapsel zu befördern. Auch wenn man nach dem Kauf seiner zweiten Packung Capsul’ins einen zweiten Kunststofflöffel hat, kann man trotzdem nicht den ersten als Halterung und den zweiten als Tamper verwenden, da letzterer leider nicht durch die Öffnung des ersten passt.

Bzgl. der Füllmenge musste ich zu Beginn etwas experimentieren. Zu starke Befüllung und zu starkes Tampern führten zu mehr Flüssigkeit im Auffangbehälter als in der Tasse oder gar zum Blockieren der Maschine, zu lasche Befüllung zu farbigem Leitungswasser.
Letztlich habe ich eine Vorgehensweise gefunden die für mich perfekt funktioniert. Ich nehme eine leere Kapsel zur Hand und befülle Sie mit einem Tee- oder Espressolöffel locker bis leicht über den Rand. Anschließend „stopfe“ ich mit dem Tamper. Das geht sehr leicht, da bis dahin noch nicht besonders viel Kaffee in der Kapsel ist.
Nun befülle ich erneut bis leicht über den Rand und tampere ein zweites Mal was auch noch einfach geht.
Zuletzt befülle ich die Kapsel noch einmal bis zum Rand ohne zu tampern und versiegle dann mit den Aluminiumfolien. Fertig!

Da ich zuhause keine eigene Kaffeemühle besitze (bei Mühlen gibt es meiner Erfahrung nach leider nur günstig oder gut) lasse ich mir die Bohnen frisch beim Kaffeedealer meines Vertrauens (ich liebe den NEW YORK Espresso) in der Profimühle mahlen. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht dass der perfekte Mahlgrad um genau einen kleinen Punkt niedriger (=grober) eingestellt sein muss. Den Unterschied sieht und fühlt man nahezu nicht, aber die Dichte in der Kapsel wird dadurch perfekt.

Die Kompatibilität der Kapseln ist sagenhaft. Bisher ist noch keine stecken geblieben oder sonstige Sauereien verursacht von denen ich hin und wieder lese. Dies wird auch dadurch erreicht dass die Kapseln nicht wie das Originalprodukt eine Außenwölbung haben die von der Maschine durchstochen wird (was bei Kunststoff auch vmtl. weniger gut funktionieren würde als bei Aluminium) sondern eine Art Sieb. Das bedeutet dass das „Endprodukt“ nicht luftdicht ist. Daher bewahre ich die auf Vorrat gestopften Kapseln in einer Tupperdose im Kühlschrank auf.

Fazit:
Die befüllbaren Kapseln von Capsul’in sind ein tolles Produkt. Günstig in der Anschaffung und unkompliziert in der Befüllung, ermöglichen sie die Zubereitung seines individuellen Lieblingskaffees. Komplett entleert kann man sie genauso wie die Originalkapseln dem Recycling zuführen und natürlich ausgiebig darüber diskutieren ob nun Kunststoff oder Aluminium letztlich von Herstellung bis Entsorgung die besser Umweltbilanz oder nicht hat. Letztlich ist auch das der einzige Grund weshalb ein sonst optimales Produkt einen Punktabzug in der Endnote erhält. Eine neue Auflage der Capsul’in Kapseln hergestellt aus einem biologisch abbaubarem oder gar kompostierbarem Material (auch hierfür gibt es bereits Beispiele) bekäme die Bestnote. So bleibt es bei 4 Sternen aber trotzdem einer klaren Kaufempfehlung.


Cinemax - 1x 3D Brille DLP-Link - Kompatibel nur mit 3D-Projektoren - Technologie "Triple Flash-144Hz" reduzieren Überanstrengung der Augen (NOT FOR HD131xe)
Cinemax - 1x 3D Brille DLP-Link - Kompatibel nur mit 3D-Projektoren - Technologie "Triple Flash-144Hz" reduzieren Überanstrengung der Augen (NOT FOR HD131xe)
Wird angeboten von A3B Technologies
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Erschwinglich und gut!, 28. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ehrlich gesagt bin ich ja nicht gerade ein Riesenfan von 3D. Tatsächlich vermeide ich wo es nur geht beim Kinobesuch die 3D Vorstellung. Nicht unbedingt wegen dem Aufpreis, aber weil es zwischen all den miesen Nachkonvertierungen vielleicht eine Handvoll nativ in 3D gedrehte Filme gibt bei denen sich der Effekt meiner Meinung nach lohnt. Doch nun da ich schon eine BenQ W1070 Projektor habe, wollte ich natürlich die Möglichkeit nicht ungenutzt lassen, aber gleichzeitig auch keine Unsummen für Brillen ausgeben die vmtl. seltener zum Einsatz kommen als Updates bei Android Phones.

Und so bin ich nach längerer Recherche bei diesem Modell von Cinemax gelandet. Wichtig war selbstverständlich dass die Brillen 144Hz (Tripple Flash) fähig sind und das ist hier der Fall.

Die Cinemax kommt gut aber nicht überflüssig üppig verpackt daher und erfreulicherweise inkl. einer CR2025 Ersatzknopfzelle (zum Betrieb ist nur eine nötig). Außerdem wird ein Aufbewahrungsbeutel aus weichem Stoff und ein Mikrofasertuch mitgeliefert. Vorbildlich!

Die Bügel werden eingesteckt und sitzen anschließend bombenfest. Die Form ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber dank der gebogenen Form hält sie selbst bei größeren Köpfen so gut dass man sich auch bei ruckartigen Bewegungen keine Sorgen machen muss sie von der Nase zu schleudern. Aufgrund der Tatsache dass die Bügel gesteckt sind (hätte man aber trotzdem anders lösen können), lassen sich diese leider nicht einklappen. Die Lagerung muss also entweder mit abgenommenen Bügeln erfolgen, was ich umständlich fände und mit Angst machen würde dass der die Haltung irgendwann abbrechen, oder man muss etwas Platz bereithalten um sie liegend aufzubewahren. Somit liegen sie nun bei mir einfach im obersten Fach des (geschlossenen) DVD-Regals. Die Klappe für die Aufnahme der Knopfzelle ist indes leicht zu öffnen und hält die Zelle trotzdem noch fest genug. So kann man diese bei längerem Nichtgebrauch offen lassen um die Batterie nicht zu entladen.

Die Brille sitzt insgesamt sehr angenehm auf der Nase und ist deutlich bequemer als die meisten Einweggläser die man im Kino bekommt. Auch bei längerem Tragen drückt und schmerzt sie nicht, wobei ich davon ausgehe dass dies von Kopf zu Kopf, bzw. Nase zu Nase unterschiedlich sein könnte. Somit wäre es nicht schlecht wenn ein Nasenpolster vorhanden wäre. Aber wen es (wie mich) nicht stört, wird das auch nicht vermissen.

Zur Performance:
Der DLP Beamer projiziert im 3D Betrieb ein rotes Bild an die Leinwand welches für die Synchronisation mit der Brille benötigt wird. Und das klappt erstaunlich gut. Sobald man den Knopf an der Oberseite der Brille drückt, startet der Shutterbetrieb und maximal eine Sekunde später hat man einen Sync. Erfreulicherweise verliert die Brille diesen auch nicht so schnell wieder. Da kann man auch gerne mal zu seinem Sitznachbarn blicken um mit ihm ein paar Worte zu wechseln oder sich umsehen ohne dass anschließend neu synchronisiert werden müsste. Selbst wenn man zwischenzeitlich den Raum verlassen muss, reicht es die Brille einfach zur Leinwand zeigend auf den Tisch zu legen und man kann sie nach seiner Rückkehr einfach wieder aufsetzen und weiterschauen.

Das Bild ist überraschend hell mit subjektiv deutlich weniger Verlust als im Kino. Die 144Hz machen sich in jedem Fall bemerkbar; selbst Kollegen die im Kino hin und wieder mal die Brille abnehmen mussten stehen zuhause einen Film 'unbeschadet' durch.

Zum Batterieverbrauch vermag ich keinen Vergleichswert heranzuziehen, aber nach bisher 5 Stunden Filmgenuss zeigt der Energielieferant noch keine Ermüdungserscheinungen.

Fazit:
Die Cinemax Brille zeigt dass 3D nicht teuer sein muss. Für einen mehr als erschwinglichen Preis bekommt man eine Trippe Flash Brille mit sehr gutem Synchronisationsverhalten, Sehr gutem Bild und einem angenehmen Tragekomfort. Letzterer könnte von einer Polsterung noch profitieren und einklappbare Bügel würden die Lagerung vereinfachen. Einen (zumeist ohnehin fest verbauten) Akku vermisse ich persönlich nicht. Somit: uneingeschränkt empfehlenswert.


BenQ W1070 3D DLP-Projektor (Full HD, Kontrast 10000:1, 1920x1080 Pixel, 2000 ANSI Lumen, HDMI/MHL, Lens-Shift) weiß
BenQ W1070 3D DLP-Projektor (Full HD, Kontrast 10000:1, 1920x1080 Pixel, 2000 ANSI Lumen, HDMI/MHL, Lens-Shift) weiß
Wird angeboten von Beamershop24
Preis: EUR 689,00

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konkurrenzloses Bild und Funktionen der Oberklasse, 22. Juli 2015
Auf der Suche nach einem Full-HD Beamer waren für mich (neben dem Preis ;-) ) zwei Aspekte sehr wichtig.
Zuerst einmal wollte ich keinen dieser großen Kästen die HD Beamer zumeist sind. Gleichzeitig aber wollte ich keine Kompromisse bei Bildqualität, -größe und Bedienkomfort eingehen.

Nachdem ich gefühlte hundert Reviews verschiedenster Projektoren gelesen habe, bin ich schließlich beim BenQ gelandet.

Technik:
Die kompakte Größe des Gerätes wird nicht zuletzt durch die (Einchip-)DLP Technik ermöglicht. Ich weiß dass viele Käufer sich vor dem 'Regenbogeneffekt' fürchten, doch abgesehen von der Tatsache dass es sich dabei um ein Phänomen handelt welches von Mensch zu Mensch mehr oder weniger wahrgenommen wird, besitzt der W1070 ein 6-Segment (RGBRGB) Farbrad, was dazu führt das nur noch äußerst sensible Zuschauer einen Farbblitzer erhaschen sollten (mir ist es bis dato noch nicht gelungen).

Überhaupt spielt das Gerät von der Bildqualität her in einer eigenen Liga. BenQ wirbt hierbei mit einer sogenannten ISF Zertifizierung, mit der Kontrast, Schärfe usw. vom Fachmann optimal an den Standort angepasst werden können. Der Schwerpunkt liegt hierbei allerdings auf 'Fachmann' da man als Anwender nicht ohne weiteres an die entsprechenden Einstellungen heran kommt.

Das spielt aber letztlich keine große Rolle, da dank der Zertifizierung bereits die Werkseinstellung grandios ist. Tatsächlich habe ich trotz ausgiebiger Tests mit Bildeinstellungsprogrammen lediglich den Kontrast ein wenig senken müssen. Alle anderen Werte lagen im Rahmen der Referenz Testbilder. Vorbildlich!

Der Schwarzwert ist für einen Beamer dieser Technologie natürlich nicht 100%ig, aber wenn man in dieser Disziplin nach Perfektion sucht bleibt der Preis natürlich niemals dreistellig. Betreibt man den BenQ allerdings standesgemäß (Filme anschauen bei abgedunkeltem Raum) und stellt den ECO Mode ein (besser für die Lampe (laut Hersteller dann 6000 Stunden Betriebsdauer), leiserer Betrieb und natürlich Stromersparnis), sind dunkle Szenen exzellent durchgezeichnet und lassen nahezu keine Wünsche mehr offen.

Ebenfalls überragend sind die 3D Funktionalitäten für die separat erhältliche aktive Shutterbrillen benötigt werden. Bisher den HighEnd Geräten vorbehalten, bietet der W1017 das sogenannte 'Triple Flash', also die Darstellung von 144 Bildern pro Sekunde (beim Kauf der Brillen beachten dass diese das auch beherrschen). Den Vorteil merkt man von der ersten Filmsekunde an. Kein Flimmern, kein Ruckeln, nicht den Hauch von Ghosting. Das sieht besser aus als in den meisten Kinos.

Ein weiteres für die Preisklasse unübliches Feature ist Lens Shift. Zwar darf man hier keine Wunder erwarten, da die Funktion auf die Vertikale beschränkt ist und nur +/-5% ermöglicht, bei einem gut gewählten Aufstellungsort kann man aber nervige Feinheiten ausgleichen.
Ganz anders der Zoom. Hier zeigt BenQ dass man nur dann einen Kurzdistanzbeamer benötigt, wenn man das Teil direkt auf den Hifi-Tisch vor der Wand abstellen möchte. Das Gerät ist nur leicht über 3m von der Wand entfernt und beschert mir ein 120' Bild. Wer muss da noch ins Kino?
In einigen Tests wird immer wieder die Fernbedienung als Kritikpunkt angeführt weil diese angeblich nicht beleuchtet sei. Dabei scheint es sich wohl um einen Punkt zu handeln den BenQ sich recht schnell zu Herzen genommen hat: den aktuellen liegt eine hintergrundbeleuchtete Fernbedienung bei.

Bedienung:
Das Menü ist übersichtlich gestaltet ohne sich in zu vielen Unterpunkten zu verlieren. Die benötigten Einstellungen sind intuitiv auffindbar so dass man letzten Endes die Bedienungsanleitung kaum zur Hand wird nehmen müssen.
Die Zuspielung von nativem 3D Material (speziell in 24p) erkennt das Gerät automatisch und schaltet ohne Zutun des Anwenders um.

Material und Design:
Die hintergrundbeleuchtete Fernbedienung bietet einen verhältnismäßig guten Druckpunkt und kommt gut verarbeitet daher.

Der Projektor selbst ist kompakt gehalten und ist dank glänzend weißer Oberfläche und silbergrauen Akzenten schön anzusehen.

Die ebenfalls in einigen Foren geäußerte Staubproblematik ist bei mir nach einem Jahr Betrieb noch nicht aufgetreten. Das mag entweder daran liegen dass Benq auch hier schnell reagiert hat oder daran dass der Projektor bei mir abgedeckt ist wenn er nicht in Betrieb ist. Dazu sei noch zu sagen dass er bei mir nicht unter der Decke hängt, sondern kopfüber auf einem Wandregal steht. Tipp: weiße Radiergummis schaffen einen perfekten und gleichzeitig rutschfreien Stellrahmen ;-)

Fazit:
Der zweite Projektor den ich mein eigen nennen darf und ich denke nicht dass ich so schnell etwas Besseres finden werde. Preis/Leistung ist unschlagbar. Ein nahezu perfektes Bild, sowohl im 2D als auch 3D Betrieb, welches kaum noch Nachjustierung bedarf (aber mehr als genug Möglichkeiten hierzu bietet), gepaart mit einer akzeptablen Geräuschkulisse (ECO-Modus) und Features die sonst nur Oberklassegeräte bieten führen von mir zu einer ganz klaren Kaufempfehlung.

Zusatztipp:
Wer noch ein Problem mit dem Verlegen eines langen HDMI Kabels hat, dem sei gesagt dass es das Gerät auch mit Wireless Kit als W1070+W gibt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 17, 2015 12:05 AM MEST


eSmart Germany TATENSO | Tensionleinwand | 266 x 149 cm (120") 16:9 | Programmierbare Fernbedienung | Vollmaskierung | Heimkino elektrische Beamer Projektionsleinwand Motor Tension Leinwand LCD LED
eSmart Germany TATENSO | Tensionleinwand | 266 x 149 cm (120") 16:9 | Programmierbare Fernbedienung | Vollmaskierung | Heimkino elektrische Beamer Projektionsleinwand Motor Tension Leinwand LCD LED
Wird angeboten von eSmart GmbH
Preis: EUR 259,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Leinwand mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis und brillantem Bild, 30. Dezember 2014
Nach dem Kauf eines Benq W1070 Beamers, musste diesem tollen Gerät auch eine passende Leinwand zur Seite gestellt werden.

Da mit 120" eine doch sehr große Leinwand benötigt wurde und sowohl Tests und Rezensionen als auch Erfahrungen von Kollegen ergeben haben das selbst sündhaft teure Motorleinwände auf Dauer Wellenbildung, bzw. das nach innen Verbiegen an den Seiten zeigen, stand für mich fest dass es in jedem Fall eine tensioned Leinwand sein muss (eine Rahmenleinwand kommt baulich bei mir nicht in Frage).

Letztlich wurde ich bei eSmart fündig. Mit einer Bildfläche von 266cm x 149cm hat dieses Modell exakt die benötigten 120" und mit einem Gehäusemaß von 314cm x 9cm x 7,5cm (BxHxT) passt sie Millimetergenau an den benötigten Ort.

Die Lieferung erfolgt größenbedingt durch eine Spedition. Die Verpackung ist wie auf den Bildern zu sehen absolut vorbildlich. Doppelte Kartonage, fixiert mit Schaumstoff und Kabelbindern. Entsprechend keine Schäden wie Kratzer oder Verbiegungen. Erster Eindruck schon einmal sehr gut.

Eine deutsche Bedienungsanleitung liegt in Form eines DIN A4 Blattes bei, mehr ist auch nicht nötig.

Im Lieferumfang befinden sich Metallspreizdübel für die Deckenmontage (Wandmontage ist ebenfalls möglich), ein grüner Sechskantstab den man später noch braucht um die Ausfuhrlänge permanent zu fixieren, das Anschlusskabel inkl. Steuereinheit (fest verbunden) sowie eine Funkfernbedienung mit passender Halterung.

Das erste was man beachten sollte ist, dass die Leinwand nach dem Auspacken bereits massiv nach Lösungsmitteln stinkt. Wenn man sie erst einmal komplett ausgefahren hat ist es nahezu unerträglich. Wichtig ist somit die Leinwand auf jeden Fall nach dem Aufhängen einige Tage lang ausgefahren zu lassen und GUT zu lüften. Zum Glück verfliegt der Geruch nach einiger Zeit, aber bis dahin würde ich meine Atemluft ungern mit der Leinwand teilen.

Mit dem beigelegten Sechskantstab lässt sich wie gesagt die Ausfuhrlänge in 1-2cm Schritten bis zur gewünschten Länge einstellen. Hierfür gibt es an der rechten Seite ein entsprechendes Loch in welchem man ein ebenfalls farbiges Sechskant-Gegenstück vorfindet. In meinem Fall hat mich die Einstellung nach Anleitung schier in den Wahnsinn getrieben bis ich erkannt habe dass entgegen der Aussage auf selbiger bei mir nicht gegen sondern mit dem Uhrzeigersinn gedreht werden muss. Ein Fall der laut eSmart Hotline wohl je nach verbautem Motor vorkommen kann...naja. Wenn man's denn weiß ;-)

Am einfachsten gestaltet sich die Fixierung in dem man die Leinwand so weit es geht ausfährt und dann erst anfängt die Stellschraube zu drehen. Die Leinwand fährt dann mit jeder Drehung 1-2cm zurück in das Gehäuse, so dass man das Ganze bequem passgenau einstellen kann.

Die Funkfernbedienung hat Gummiknöpfe und macht einen soliden Eindruck. Die feste Steuereinheit hat Plastikdruckfolienknöpfe die ebenfalls einen guten Druckpunkt haben. Das Anschlusskabel ist lang genug um selbst bei Deckenmontage noch die Steckdose kurz vor der Fußbodenleiste ohne Kabelspannung zu erreichen.

Die Seilzüge sind ab Werk bereits gut gezogen, lassen sich aber zusätzlich mit Stellrädchen links und rechts nachjustieren.

Natürlich darf man sich keine falschen Illusionen machen: das perfekte Ergebnis ist ausschließlich mit einer Rahmenleinwand möglich. Hierfür bedarf es dann allerdings einer exklusiv für diesen Zweck abgestellten Wand und wer hat die schon in seinem Wohnzimmer?
Die Tatenso ist aber bereits äußerst plan und hat bestenfalls leichte Wellen im oberen linken und rechten Bereich. Diese sind allerdings so minimal, dass sie beim Filme schauen kaum auffallen (höchstens bei langsamen Kamerafahrten über Ebenen mit Bäumen oder sonstigen geraden Linien). Außerdem wird sich zeigen in wie weit selbst diese leichten Wellen bei längerem Hängen und Einstellung der Tensionseile ggf. noch verschwinden.

Das Bild ist letztlich phänomenal. 2D Filme werden hell, farbenfroh und detailliert reflektiert. Der Gainwert spielt aber gerade in den technologiebedingt dunkleren 3D Szenen seine Stärke voll aus. Auch hier ist das Bild immer noch hell genug, mit hohem Kontrast ohne dass Farben verfälscht werden.

Die Lautstärke des Motors kann sicherlich nicht als flüsterleise umschrieben werden, trotzdem wird beim Ein- und Ausfahren deswegen kein Nachbar an die Decke klopfen.

Fazit:
Die eSmart Tension Leinwand mit Motorsteuerung und Fernbedienung ist meiner Meinung nach ein wirkliches Preis-/Leistungsschnäppchen. Für einen im Vergleich günstigen Preis erhält man eine stabile Leinwand aus hochwertigem Material dessen Bildergebnisse sich mehr als sehen lassen. Dank fest justierbarer Ausfuhrlänge kann auf jede vorliegende Gegebenheit reagiert werden. Die Maskierung trägt bei genauer Einpassung des Projektors zu einem perfekten Farbergebnis bei. Mit einem passenden Beamer sieht es zumeist besser aus als in so manchem Kino. Einen kleinen Abzug gibt es weil die Leinwand eben nicht 100%ig plan ist. Da es sich dabei aber um ein "Problem" handelt dass in der Natur der Sache (sprich: keine Rahmenleinwand) liegt und eigentlich auch mehr als nur verschmerzbar ist, wären eigentlich 4 1/2 Sterne die passende Bewertung. Von mir auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung!


King Kong (Deluxe Extended Edition, 3 DVDs im Steelbook) [Limited Deluxe Edition]
King Kong (Deluxe Extended Edition, 3 DVDs im Steelbook) [Limited Deluxe Edition]
DVD ~ Naomi Watts
Wird angeboten von Joe2000
Preis: EUR 7,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Remake im Geiste des Originals!, 3. Dezember 2013
Im Jahre 1933 sind die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise allgegenwärtig und selbst die Filmbranche bleibt davon nicht unbetroffen. Das bekommt auch Carl Denham (Jack Black) zu spüren, als sein ehrgeiziges Projekt auf einer sagenumwobenen Insel zu drehen abgesetzt werden soll.

Mit diesem Zustand unzufrieden stiehlt er sein gesamtes bisher gedrehtes Material und versucht den Film auf eigene Faust (und natürlich ohne die Produzenten die hinter ihm und dem gestohlenen Material her sind) zuende zu drehen. Wäre da nur nicht noch ein weiteres „kleines“ Problem: es gibt keine weibliche Darstellerin, die mit ihm arbeiten will. Als er aber die arbeitslose Theaterschauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) entdeckt und sie dazu überreden kann mitzumachen, scheint sein Traum gerettet. Mit seiner Crew sticht er in See und steuert einer Insel entgegen, die noch nie jemand gesehen hat...und ihr Leben für immer verändern wird.

King Kong ist von jeher Peter Jacksons Traum gewesen. So hatte er bereits vor etlichen Jahren den Plan gehabt dieses Remake zu drehen. Doch so wie es sein Regisseur im Film erlebt, erging es auch ihm. Aufgrund des mangelnden Vertrauen in den Erfolg eines solchen Projekts, wurde der Streifen von den Filmbossen auf Eis gelegt.

Doch dann, einige Jahre und eine Herr der Ringe-Trilogie mit einem Gesamteinspielergebnis von über 2 Milliarden Dollar später, sah die Sachlage ganz anders aus. Wie es Jackson selber sagte, hätte er nach diesem Triumphzug sogar die Mittel für eine Verfilmung des Neuseeländischen Telefonbuches erhalten. Und somit war es kein Wunder, dass King Kong geschätzte 200 Millionen Dollar verschlingen durfte und daher nicht nur aufgrund des ähnliche hohen Budgets oder der Filmlänge mit Einspielerwartungen a la TITANIC bedacht wurde.

Dass es letztlich nicht ganz so lief (TITANIC ist bis heute einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten beeindruckenden 1,8 Milliarden Dollar. King Kong kam „nur“ auf 550 Millionen) liegt sicherlich nicht am Film, den dieser ist kurzum ein filmisches Ereignis der Extraklasse.

Aber was heißt dieses immer wieder gerne in Reviews verwendete Lapidargeschwafel „Ereignis der Extraklasse“ nun im Klartext?

Nun, erst einmal sei gesagt, dass Kong eine wirklich sehr angenehme Abwechslung gegenüber den oft (und damit meine ich nicht nur in jüngster Vergangenheit) abgespulten Blockbustern ist. Wo sich andere sogenannte Regisseure scheinbar am Set weniger um die Geschichte, die Erzählweise und den Erzählfluss kümmern und ihr Vertrauen lediglich in spektakuläre Spezial Effekte stecken, lässt sich Jackson sehr viel Zeit. Für jeden einzelnen Charakter bekommt der Zuschauer genug Gelegenheit ihn kennen zu lernen und sich eine Meinung über ihn zu bilden. Wie beeindruckend Jackson das gelingt wird umso deutlicher wenn man Kong zum ersten mal auf der Leinwand sieht und merkt dass man sich gerade über 1 Stunde (!) gut unterhalten hat ohne den Hauptgrund für den Ticketkauf auch nur einmal zu Gesicht zu bekommen.

Und auch im weiteren Verlauf der Geschichte, wenn die CG-Szenen dann doch mehr und mehr werden, handelt es sich bei allen Wesen, die uns um die Ohren gehauen werden nicht um Charakterlose 08/15 Monster wie man sie aus jedem B-Movie kennt (lustige Bemerkung dazu im Film selbst: Denhams Bemerkung zum Thema Monster auf dem Schiff), sondern sie bekommen Leben eingehaucht, wie man es höchstens noch aus den ersten beiden Teilen von Jurassic Park kennt.

Ein weiterer Aspekt der die Kritiker (und natürlich die Filmbosse) im Vorfeld auf Einnahmen a la TITANIC hat hoffen lassen, ist das Gefühl welches Jackson beim Beschreiben der Beziehung, ja man kann eigentlich von einer Liebesgeschichte sprechen, zwischen Kong und Ann einsetzt. Mal witzig wie ein altes Ehepaar, mal tragisch wie zwei liebende, die nicht zueinander finden dürfen, aber niemals kitschig, bietet der Plot somit sowohl für die zumeist eher Actionorientierten männlichen Kinogänger, aber auch für die Fans von schönen Liebesgeschichten alles was das Herz begehrt.

Einmal mehr ein glückliches Händchen beweist Jackson bei der Auswahl der Darsteller. Jack Black ist als exzentrischer und selbstsüchtiger Regisseur absolut in seinem Element. Naomi Watts ist genau die Frau, die es einem leicht macht zu verstehen, weswegen Kong ihr bis zu seinem bitteren Ende folgt, ohne dass sie dabei die legendäre Originalbesetzung in Person der Fay Wray einfach nur kopiert.

Jacksons Liebe zum Detail und der Anspruch dem Original gerecht zu werden zeigt sich auch in der Besetzung von Captain Englehorn, der mit Thomas Kretschmann wie damals Frank Reicher von einem deutschen gespielt wird. Adrien Brodys begnadete Schauspielleistung kennt man aus anderen Filmen, wie dem preisgekrönten PIANIST oder THE VILLAGE zur genüge. Hier kommen seine Möglichkeiten diese voll aufzudrehen eher zu kurz, wird er von den drei Hauptakteuren doch eher „verdrängt“.

Eine besondere Rolle wurde wieder Andy Serkis zu teil, der wie schon in HerrDerRinge neben einer realen Rolle als Koch Lumpy, auch King Kong per Motion Capturing zu seiner Gestik und Mimik verhelfen durfte und somit eigentlich die Hauptrolle spielt. Diese ist dann auch, wie nicht anders zu erwarten war, in jeder Hinsicht ein echter Hingucker. Konnte uns Gollum unter anderem auch durch seine Reden in den Bann ziehen und teilweise vergessen lassen, dass dieses merkwürdige Wesen nur auf irgendwelchen Festplatten existiert, muss Kong sich voll und ganz auf Gestik und Mimik konzentrieren um uns von seiner Echtheit zu überzeugen. Die Kombination aus Serkis genialem Minenspiel und die wirklich gelungenen Animationen schaffen dies dann auch mit Leichtigkeit.

Wie schon von Herr der Ringe gewohnt hat Jackson auch hier eine zusätzliche Extended Edition zusammengebaut, die sicher nicht ganz so viel Mehrwert bietet aber einige rasante und lustige Szenen mitbringt für die sich der geringe Aufpreis mehr als nur lohnt.

Fazit:
Jackson zeigt wie schon bei der Herr der Ringe Trilogie sein Auge für Details, sowohl im Hinblick auf die Kulissen als auch auf die Geschichte. Die Darsteller sind nicht einfach nur Lückenfüller und tragen die Geschichte tatsächlich mit (so wie es sein soll). Und Kong selbst ist ein lebendes, atmendes Wesen. Der geist des Originals ist Allgegenwärtig und der seltene Fall das gute des Originals noch etwas besser gemacht zu haben trifft hier wirklich zu.


The Day After Tomorrow (Special Edition) [2 DVDs]
The Day After Tomorrow (Special Edition) [2 DVDs]
DVD ~ Dennis Quaid

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Emmerich lässt es (zer)krachen!, 22. November 2013
Als der Klimaforscher Jack Hall (Dennis Quaid) auf einer Konferenz für globale Erwärmung über seine Forschungsergebnisse und die daraus resultierende Gefahr einer neuen Eiszeit berichtet, will ihm keine so recht glauben. Am allerwenigsten der Vize Präsident seiner eigenen Heimat, den USA. Und während er auf der einen Seite versucht die Menschheit vor der Selbstzerstörung zu retten, muss er auf der anderen das aufgrund seiner Arbeit vernachlässigte Familienleben mit seiner Frau und vor allen Dingen seinem Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) in den Griff bekommen. Doch die Klimaveränderungen, die er selbst für die nächsten hundert oder tausend Jahre vorhergesagt hat, beginnen währenddessen schneller einzutreten als man es je hätte befürchten können. Hagelkörner so groß wie Orangen die in Tokio vom Himmel fallen, Temperaturabfälle von unglaublichen Ausmaßen vor der Küste der vereinigten Staaten sowie Orkane in bisher nie da gewesener Stärke sind dabei lediglich die ersten Vorboten ein nicht mehr aufzuhaltenden globalen Katastrophe.

Oft wird Regisseur Roland Emmerich in der Presse als "Master of Desaster" bezeichnet. Und damit ist nicht etwa gemeint, dass seine Dreharbeiten zur Katastrophe entarten indem er z.B. das Budget wie bei seinen ebenfalls in Übersee extrem erfolgreichen Landsmann Wolfgang Petersen üblich, regelmäßig überzieht, ist der "Schwaben-Spielberg" (noch so ein Spitzname der Presse) doch als äußerst sparsam bekannt und oftmals sogar in der Lage unter Plan zu bleiben. Nein, die Bezeichnung hat er sich wohl eher als sprichwörtlicher Meister der Zerstörung verdient, der die großen Wahrzeichen der USA am INDEPENDENCE DAY von Außerirdischen in Schutt und Asche legen oder den Big Apple von Japans Vorzeigemonster GODZILLA zertrampeln lässt.

Mit DAY AFTER TOMORROW bleibt er dieser Tradition der Zerstörungsorgien treu und perfektioniert sie vor allen Dingen im Bereich der Spezial Effekte ein weiteres Mal. Nicht umsonst wurde dieser Film, welcher bereits 2003 in die Kinos kommen sollte um ein ganzes Jahr verschoben um die gewaltigen Computeranimationen fertig zu bekommen. Und das merkt man in jeder Einstellung der Vernichtung. Wenn sich die gewaltige Monsterwelle ihren Weg durch die New Yorker Häuserschluchten bahnt, die Helikopter Staffel von einem gigantischen Sturmsystem vom Himmel geholt wird oder Wolkenkratzer binnen Sekunden zu Eis erstarren...jede Sequenz kann zweifelsohne als „state of the art“ bezeichnet werden und gehört zu der Kategorie von Spezial Effekten die, egal wie stark die Technik sich auch weiter entwickeln mag, auch noch in vielen Jahren perfekt aussehen.

Aber es gibt noch mehr, das sich seit ID4 geändert hat und hier positiv auffällt. War der Amerika-Pathos während der Alienbesetzung noch so riesig, dass er selbst den eingefleischtesten Patrioten noch Respekt abverlangte, hatte er bei Godzilla bereits augenzwinkernd tollpatschig anmutenden Soldaten und witzigen Franzosen (cool wie immer: Jean Reno) weichen müssen. Während die Eiszeit über die Welt einbricht, wird indes keinerlei Loblied mehr auf USA & Co. angestimmt. Ganz im Gegenteil, wird hier in einer für Blockbuster eher ungewohnten Manier, mahnend der Zeigefinger gehoben und gezielt die Tatsache kritisiert, dass sich die Regierung der vereinigten Staaten vehement geweigert haben das Kyoto Protokoll zu ratifizieren. Sicherlich nicht umsonst wurde für die Rolle des Vize Präsidenten ein Darsteller gewählt, der Dick Cheney täuschend ähnlich sieht. Natürlich könnte man einwerfen, dass Emmerich die ihm gegebene Chance auf Versäumnisse in der Umweltpolitik aufmerksam zu machen nicht optimal genutzt hat und mehr drin gewesen wäre. Man sollte aber immer im Hinterkopf behalten, dass wir es hier nun einmal mit einem Popkornfilm zu tun haben, der ein Millionenpublikum ansprechen und nicht durch lange Diskussionen abschrecken will. Im Anbetracht dieser Tatsache wurde hier schon einiges getan...

Wie gut Emmerich Geschichten erzählen kann, hat er uns bereits mit Stargate und ID4 bewiesen. In Godzilla ging es vielleicht etwas zu früh zu Sache und der Erzählfluss von The Patriot würde gar gänzlich überstrapaziert. Auch hier kehrt er daher glücklicherweise zu alten Tugenden zurück und lässt es langsamer angehen (auch wenn noch etwas mehr Zeit für die Ereignisse außerhalb den USA schön gewesen wäre). Der ein oder andere Aussetzer bei den Dialogen lässt sich dann aber doch nicht umgehen. Bestes Beispiel ist hier sicher die Frage an den Hubschrauberpiloten im Tornadogebiet aus dem Studio: "Gibt es Verletzte?"...

Was die darstellerische Leistung anbelangt, sind Dennis Quaid und Konsorten zwar weit von dem lässigen ID4 Dreiergespann Goldblum, Smith und Pullmann entfernt, aber das liegt vor allem daran, dass viele Wegbegleiter unseres Hauptdarsteller im Laufe des Filmes auf der Strecke bleiben und somit gar kein Team bilden können und es sich hier letztlich um keinen „Buddy Film“ handelt. Auch ist der Anteil an Humor in diesem Streifen deutlich geringer und der Streifen nimmt sich insgesamt verdientermaßen etwas ernster. Ob Dennis Quaid als Wissenschaftler oder Jake Gyllenhaal, der nach Donnie Darko hier deutlich unmysteriöser daher kommt und fast schon routiniert den Part des vernachlässigten und doch stark nach seinem Vater kommenden Sohnes ausfüllt; die Rollen sind allesamt passend verteilt werden solide gespielt, ohne dass die Oscarnominierung in greifbare Nähe rücken würde. Wie nicht anders zu erwarten liefert Ian Holm dabei einen deutlich glaubwürdigeren Wissenschaftler als Quaid ab und schafft es dieser für seine Verhältnisse und Talente eher kleinen Rolle, Sympathie und Leben einzuhauchen. Insgesamt kann der Cast alles in allem als gut und selbst in den Nebenrollen glaubwürdig besetzt bezeichnet werden.

Fazit:
Nach seinem ambitionierten aber nur teilweise gelungenen Versuch mit THE PATRIOT einen "ernsthaften" Film zu drehen, hat er mit THE DAY AFTER TOMORROW endlich wieder einen Vertreter des Genres gemacht, für welches wir ihn lieben. Bombastisches Popkornkino gewürzt mit einer Prise politischer Kritik, abgeschmeckt mit ganz viel Spezial Effekten und Action-Sequenzen vom feinsten.


Hostage - Entführt (2 DVDs)
Hostage - Entführt (2 DVDs)
DVD ~ Bruce Willis
Wird angeboten von Film-Steelbook-Sammelwahnsinn-jede-Edition-hier-#
Preis: EUR 4,99

4.0 von 5 Sternen Spannende Action ohne Schnickschnack., 14. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Hostage - Entführt (2 DVDs) (DVD)
Jeff Talley (Bruce Willis) ist der erfolgreichste Verhandlungsführer des Los Angeles Police Department. Als eines Tages eine Verhandlung schief geht und dadurch mehrere Menschen den Tod finden, lässt er sich als Polizeichef in eine abgelegene Kleinstadt versetzen in der es zu den aufregendsten Straftaten gehört wenn mal ein Anwohner falsch parkt. Wie gewünscht hat er dadurch Ruhe bis plötzlich eines Tages drei Jugendliche beim wohlhabenden Walter Smith (Kevin Pollak) einbrechen und die Situation zu einer Geiselname eskaliert. Talley sieht sich aus dieser für ihn bekannten aber nunmehr ungewünschten Situation gerettet, als er den Fall an das County Police Department übergeben kann. Doch stattdessen werden seine Frau und seine Tochter entführt und die Männer die sie gefangen halten zwingen ihn den Fall wieder zu übernehmen und die Situation unter Kontrolle zu halten. Den in Walter Smith Haus befinden sich geheime Daten die, wenn sie in die falschen Hände geraten, ein komplettes Verbrechersyndikat auffliegen lassen könnten. Widerwillig aber im Bewusstsein der Situation kehrt Talley an den Ort des Geschehens zurück und findet sich fortan wieder auf dem schmalen Grat zwischen Rettungsaktion der im Haus gefangenen und seiner in den Händen von Kidnappern befindlichen Familie...

Wenn man die Karriere von Bruce Willis betrachtet mag einem unweigerlich der Begriff „Steh-Auf-Männchen“ in den Sinn kommen, so oft wechseln sich (zum Glück nur wirklich kurze) Phasen von Flops mit (sehr langen und erfolgreichen) Phasen voller Megahits ab. Doch trotz dieser up and downs ist er sicherlich der mit Absatdn konstanteste Actionheld und der einzige 80er Star der noch heute einspieltechnisch zur Elite zählt.

Neben den reine Actionstreifen taucht er auch noch regelmäßig in hochkarätigen Produktionen auf wie z.B. Sin City, und wenn er gerade mal nicht in lustigen kleinen Komödien wie Keine halben Sachen auftaucht oder Animationsfilmfiguren seine Stimme leiht, ist er auch gerne einmal als Produzent tätig.

So auch im Falle von Hostage der, wie ein Mitproduzent im Making of meint, ohne Willis Go wohl niemals gedreht worden wäre. Tatsächlich scheint ihm die Geschichte wirklich gefallen zu haben und so hat er auch selbst den Regisseur ausgewählt und mit Leib und Seele bei dem Projekt mitgeholfen. Herausgekommen ist ein Film dessen Story zwar sicherlich nicht gerade innovativ ist, aber der handwerklich sehr gut umgesetzt ist und spannend ist bis zur letzten Minute.

Willis spielt darin das was er am besten kann, nämlich den Allein-gegen-Alle Typen welcher aber im Gegensatz zu seinen McLane Einsätzen nicht abhalftert und kaputt, sondern aufgrund seiner Vergangenheit eher desillusioniert und kraftlos daher kommt. Wir fiebern gerne mit ihm mit wenn er mit dem kleinen Tommy telefoniert und sich fragt in wieweit er Walter Smiths Familie in Gefahr bringen muss um seine eigene zu retten. Kevin Pollak spielt eben jenen Walter Smith und ist ein Kollege den wir bereits einige Male an Willis Seite gesehen haben. Als gleich zwei Mitglieder der verqueren Mafiafamilie Gogolak hat er in den beiden Keine halben Sachen Filme für Lacher gesorgt. Diesmal ist seine Rolle aber alles andere als witzig denn in der Gewalt der drei Jugendlichen muss er machtlos zusehen wie seine Kinder gefangen gehalten werden. Aber die wirkliche Entdeckung des Films ist zweifelsohne Ben Foster als psychopatisch angehauchter Mars. Zu jedem Zeitpunkt strahlt er eine unheimliche Bösartigkeit aus die einem ein unbehagliches Gefühl bereitet.

Dem französische Regisseur Florent Siri gelingt es den Stoff spannend umzusetzen. Dabei profitiert er von den wenigen Schauplätzen die er inszenieren muss wodurch das ganze eine besondere Dichte bekommt und dem Zuschauer ein Gefühl von Enge und Bedrängnis vermittelt. Das Katz und Maus Spiel zwischen Willis und den Entführern ist nicht immer unvorhersehbar aber gerade seine Telefonate mit Tommy als "Insider" und vor allen Dingen der Schluss sind absolut sehenswert.

Fazit:
Bruce Willis beweist einmal mehr ein talentiertes Händchen bei der Auswahl gut inszenierbarer Drehbücher. Mit guten Darstellern und einem ambitionierten Regisseur wird die Verfilmung einer vermeintlich schon etliche Male da gewesenen Story zum spannenden Katz und Maus Spiel. Für einen aufregenden Kinoabend ist auf jeden Fall gesorgt. Und wer so "kleine" Filme wie z.B. Breakdown mit Kurt Russel mochte, wird diesen Film lieben. Bruce Willis Fans kommen ohnehin nicht um diesen Streifen herum...


Artpop
Artpop
Wird angeboten von Great Price Media EU
Preis: EUR 5,88

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vor BORN THIS WAY, nicht ganz THE FAME., 11. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Artpop (Audio CD)
Bereits vor dem Release des neuen Albums von Ausnahmekünstlerin LADY GAGA rankten sich viele Gerüchte und noch höhere Erwartungen an das Werk. Das liegt nicht nur daran dass Stefani Germanotta es mit ihren ersten beiden Werken verstanden hat die Messlatte sehr hoch zu legen, sondern auch am Anspruch der Künstlerin selbst den sie bereits mit dem Titel ganz klar zementiert: ARTPOP!

Doch ist das Album nun genau das was es von sich behauptet?

Größtenteils ist ihr das wirklich gelungen, zumindest dann wenn man so wie ich die 80er tatsächlich als das musikalisch beste Jahrzehnt ansieht, das Jahrzehnt in dem sich Künstler getraut haben Dinge auszuprobieren die aus heutiger Sicht wirklich einen künstlerischen Anspruch genießen ohne wie heute nur dumpf schocken und skandalisieren zu wollen mit viel nackter Haut, der Aufstellung fragwürdiger Thesen, usw, usw.

Es sind nicht nur die verwendeten 80er Instrumente, die 80er Arrangements, nein die ganze Stimmung der meisten Tracks.

Zu einem wirklichen Konzeptalbum oder zumindest einem Gesamtkunstwerk fehlt mir hier etwas die konsequent durchgezogene Linie. Auf die vielen, wirklich sehr guten 80er Tracks, treffen etliche Dancesongs aktuellen Typs und sogar ein wenig R'n'B und Hip-Hop Klänge.

Ist das Album nun also gut oder schlecht?

Wie in allem ist gut oder schlecht größtenteils ein rein subjektives Gefühl, auch wenn ich der Meinung bin dass zumindest die handwerkliche Umsetzung keiner Subjektivität unterworfen ist und sich mit festen Werten messen lässt.

In Hinblick darauf ist ARTPOP in der Tat grundsolide ohne sich auch nur einen Schnitzer zu erlauben. Höchst professionell und perfekt arrangiert, aber nichts anderes hatten wir von einem Künstler der einen so hohen Selbstanspruch hat (oder für diejenigen, die das alles nur als verteufelt gute PR sehen, jemandem der die Kunst der Selbstdarstellung beherrscht wie aktuell kein anderer) wie Gaga erwartet.

Aber der handwerkliche Maßstaab ist nun einmal nicht der einzige der gesetzt werden kann. Andernfalls gäbe es vermutlich kein einziges REM, Peter Gabriel oder David Bowie Album das keine 100% auf der Bewertungsskala erhält.

Es sind Dinge wie die Tatsache dass Gaga bis dato nur bedingt zurückblickt und daher jeder Nachfolgewerk seinem Vorgänger so gut wie gar nicht ähnelt. Und wo BORN THIS WAY ein wenig beliebig und wenig innovativ im Vergleich zum absolut im Zeitgeist stehenden und sogar prägenden Debuts THE FAME daherkam, ist ARTPOP wieder deutlich stärker Trendsetter. Um aber kompromisslos zu sein, hätte man das ARTPOP Konzept ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen und komplett auf 80er setzen müssen. Aber schlecht macht es das Album trotzdem nicht. Einzelne Songs sind mit das Beste was es bisher von Lady Gaga gab und werden dem Thema mehr als nur gerecht. Aber insgesamt sehe ich es von der Aktualität, dem Zeitgeist und dem auf dem Punkt bringen zwar weit vor BORN THIS WAY aber nicht so stark wie THE FAME. Trotzdem haben die stärkeren Stücke auf ARTPOP durchaus das Potential zu größeren und auch zeitloseren Hits in Gagas Laufbahn zu werden.

Die Songs in der Übersicht:

1. Aura
Die Scheibe startet mit dem Danceknaller AURA der bereits vor dem Release als Leak durch das Netz geisterte, aber jetzt im fertigen Mix noch einmal deutlich besser klingt und das Album gleich extravagant eröffnet.

2. Venus
Gaga legt keine Pause ein und startet mit dem zweiten Track zur VENUS. Dabei präsentiert sie den ersten waschechten 80er Knaller, während dessen man sich förmlich wünscht dass Ingolf Lück oder Stefanie Tücking in einer Ausgabe von Formel Eins ein überstrahltes Video mit poppig bunten, nachgezogenen Farben ansagen.

3. G.U.Y.
Auch der dritte Track macht sich, wenn auch etwas gemächlicher, sicherlich gut auf der Tanzfläche, kommt aber etwas weniger beeindruckend und streckenweise auch leicht beliebig rüber.

4. Sexxx Dreams
SEXXX DREAMS klingt streckenweise (besonders im Refrain) sehr nach Kyle Minogue.

5. Jewels N' Drugs
Dank T.I., Too $hort und Twista sind wir bei diesem Song endgültig im Jahre 2013 angekommen und der Track könnte sich unverändert auch auf dem Album einer der beteiligten Künstler befinden. Stiltechnisch sicherlich der Track der auf dem Album am deutlichsten hervorsticht.

6. Manicure
Nach dem R'n'B/HipHop Ausflug kommt nun mit MANiCURE ein waschechter Dance/Rock Crossover der zwar nicht so reinrassig wie Yoü an I rüberkommt, aber doch Spaß macht.

7. Do what you want
Mit Vollkraft (und R.Kelly) zurück in die 80er. Eine weitere Perle und einer der Toptracks!

8. Artpop
Der Titeltrack macht sich sehr gut darin seinem Namen gerecht zu werden. Ein erneut extravagantes
Arrangement und ein Song wie ich ihn mir auch mal wieder von Madonna wünschen würde.

9. Swine
Dance, Dance und nochmals Dance. Mehr lässt sich (und muss man) zu diesem Song nicht sagen.

10. Donatella
Natürlich verschwimmen im modernen Popbiz gerne mal die Grenzen zwischen den scheinbar in Stein gemeißelten Genres, geschweige denn zwischen den Subgenres selbst von denen Dance sicherlich gefühlte 100 hat. Trotzdem überraschend wie leicht austauschbar die Sängerin bei diesem Track ist. Wäre er auf der Tracklist des nächsten Britney Spears Album gelandet hätte er sich dort mindestens genauso gut gemacht. Was freilich kein negatives Urteil bedeuten soll.

11. Fashion
Einer der interessantesten Songs für mich. Nicht weil er so viel besser wäre als alle anderen, sondern weil er von will.i.am und David Guetta produziert wurde, sich aber kein wenig danach anhört. Tatsächlich ein guter Ende 80er/Anfang 90er Pop Song.

12. Mary Jane Holland
MARY JANE HOLLAND klingt wie eine große Variete / Burlesque Show und das nicht nur aufgrund des
Textes. Auch auf dieses Video bin ich sehr gespannt.

13. Dope
DOPE ist die erste, richtige Ballade des Albums. Zum größten Teil hören wir hier nur GAGAs Stimme
und das Klavier. Ein gelungener Track.

14. Gypsy
Nach dem ARTPOP uns fast über seine gesamte Laufzeit mit flotten Dancetracks in Atem gehalten hat, scheint Gaga das Album mit ruhigeren Songs ausklingen lassen zu wollen. Doch nachdem die ersten Noten von GYPSY hinter uns liegen, wird es auch schon wieder flotter. Zwar ist es hier kein Elektropop, doch ausruhen ist auch hier nicht angesagt.

15. Applause
Es ist sicherlich kein Zufall dass Applause am Ende des Albums steht. Dieser Song eignet sich sowohl als Opener aber evtl. sogar noch besser als letzter Song auf einem Konzert. Hier werden die Gehörgänge noch einmal ordentlich durchgespült und niemand hält es mehr auf den Sitzen.


The Village - Das Dorf
The Village - Das Dorf
DVD ~ Bryce Dallas Howard

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochpolitisch und leider falsch beworben (Achtung SPOILER!), 29. April 2013
Rezension bezieht sich auf: The Village - Das Dorf (DVD)
Die Bewohner des kleinen Dorfes Covington sind friedliebende Menschen. Sie leben völlig abgeschnitten von der Welt, umgeben von einem düsteren Wald, dessen dunkles Geheimnis sowohl verhindert dass Eindringlinge die Harmonie stören, als auch die Einwohner selbst einen Fuß über die Grenzen setzen. "Die Unaussprechlichen" werden die Wesen genannt, die mit scharfen Zähnen und langen Krallen in den Tiefen des Dickichts herrschen. Doch zwischen ihnen und den Menschen im Dorf besteht eine Art stillschweigendes Abkommen. Weder sie betreten den Wald, noch verlassen die Unaussprechlichen ihr Reich. Als eines Tages ein junger Mann lebensbedrohlich verletzt wird und sich seine Wunde entzündet, scheint sein Schicksal besiegelt zu sein. Die einzige Chance bestünde darin, den verbotenen Wald zu durchqueren um Medizin aus der nächsten Stadt zu besorgen. Trotz der drohenden Gefahr machen sich Freiwillige daran das Wagnis anzugehen und entdecken dabei ein noch dunkleres Geheimnis...

Bevor ich mit meinen Ausführungen fortfahre, möchte ich darauf hinweise, dass es sich hierbei um einen Spoiler-Review handelt. Wer also den Film noch nicht gesehen hat und sich die Spannung erhalten möchte, sollte lieber nicht weiterlesen. Warum Spoiler in diesem Fall dem Filmspaß keinen Abbruch tun, dazu später mehr.

Die Zusammenfassung eines der ersten paar M. Night Shyamalan Filme (nach Lady In The Water hat er leider in letzter Zeit deutlich nachgelassen) zu schreiben ist eine Aufgabe für sich. Jeder der The Sixth Sense gesehen hat weiß, dass es der Regisseur versteht einem am Ende eines jeden seiner Filme völlig überrascht zurück zu lassen. Daher ist es auch nicht einfach den Inhalt der Handlung zu beschreiben ohne bereits entscheidende Hinweise auf den "Clou" des ganzen zu geben.

Doch gerade im Falle von The Village ist es noch einmal eine Ecke komplizierter. Denn es handelt sich hierbei um eines dieser Werke, die im vorneherein nicht besonders glücklich beworben wurden. Der Trailer "gaukelt" einem nämlich vor, dass man es einmal mehr mit einem typischen Shyamalan Mysterie-Suspense-Thriller zu tun hat, in dessen Verlauf man ständig auf eine andere Spur geführt wird um am Ende mit offenem Mund zurück zu bleiben. Das hat dann auch dazu geführt, dass in den meisten Reviews, die eben davon ausgegangen sind hier einen neuen Sixth Sense mit unglaublichem Ende serviert zu bekommen, stets zu lesen war wie enttäuschend doch diesmal die Auflösung sei und dass der aufmerksame Zuschauer sich dieses bereits sehr früh ausmalen könnte.

Tatsächlich habe ich das nicht so empfunden, weil ich von Anfang an die Information welche der Regisseur eingebaut hat um das Ende überhaupt erst überraschend erscheinen zu lassen (zum Glück) schlicht und ergreifend übersehen habe. Zu Beginn des Filmes sieht man nämlich auf dem Grabstein eines soeben verstorbenen Jungen dass dieser von 1890 - 1897 gelebt hat. Somit soll die Handlung also im ausgehenden 19ten Jahrhundert spielen. Wenn man davon ausgeht, ist das Ende welches zeigt dass wir uns doch in der Gegenwart befinden sicherlich überraschend, auch wenn wie bereits erwähnt einige der Meinung sind, das sei vorhersehbar.

Ob dem so ist und wie ich es empfunden hätte, wäre mir diese Information nicht entgangen vermag ich nicht zu sagen. Denn für mich war klar: dieses Dorf ist eines wie es sie in den USA einige (z.B. Amish) gibt. Menschen leben eng beieinander in einer Gesellschaft für die die Zeit stehen geblieben ist. Vielleicht etwas rückständig" für unsere Verhältnisse aber eben doch im Jetzt und hier. Die Auflösung war für mich aber trotzdem überraschend, wenn auch auf eine andere Weise als evtl. beabsichtigt. Die Tatsache, dass diese Menschen in einem Nationalpark leben, abgeschnitten von der Außenwelt und ihren Bewohnern vorgaukeln sie wären von tödlichen Monstern umzingelt...das erscheint mir nicht vorhersehbar.

Wie unvorhersehbar das Ende nun aber dem ein oder anderem vorkommen mag oder nicht, will ich soweit gehen zu behaupten, dass es sowieso für das Geschehen und die Qualität der Story zweitrangig ist (weshalb wie eingangs erwähnt spoilern in diesem Fall dem Film nicht schadet). Viel wichtiger ist hier die Aussage die meiner Meinung nach getroffen wird. Denn The Village ist letzen Endes ein hochpolitischer Film geworden. Machthaber die ihre Bürger mit Hilfe einer künstlich erzeugten Bedrohung und der daraus entstehenden Angst unter Kontrolle halten...dies ist ein Thema das so nahezu so alt ist wie die Menschheit selbst und auch in unserer Zeit nichts von seiner Brisanz verloren hat oder sogar aktueller ist denn je.

Eingepackt ist es in eine wunderschön erzählte Geschichte, die von Mut, Vertrauen und ganz besonders Liebe handelt und mit mehr Emotionen erzählt wird, als wir es bisher von M. Nights Filmen gewohnt waren. Getragen wird Sie von teilweise detailliert ausgearbeiteten Charakteren, aber natürlich auch den Shyamalan typischen Schreckmomenten. Einen wichtigen Beitrag zu Spannung leistet hierbei erneut die dichte und atmosphärische Filmmusik von James Newton Howard in Begleitung der begnadeten Jungviolinistin Hilary Hahn. Der Score wurde zu Recht für den Oscar nominiert und hätte ihn auch verdient gehabt, zog aber leider gegen Jan Kaczmareks Soundtrack für Finding Neverland den Kürzeren.

Wer seine (früheren) Filme kennt, weiß dass M. Night sich nicht nur auf ein gutes Drehbuch verlässt sondern auch bei der Auswahl der Darsteller besonderen Wert auf Qualität legt. Und dabei konnte er auch diesmal wieder aus den Vollen der talentiertesten Schauspieler Hollywoods schöpfen. Die Entdeckung schlechthin stellt hierbei sicherlich Bryce Dallas Howard in der Rolle der blinden Ivy Walker dar. Die Tochter des bekannten Regisseur Ron Howard zeigt auf Anhieb eine kraftvolle Darbietung und hat sich dadurch so dermaßen empfohlen, dass sie auch im nächsten Shyamalan Film "Lady in the Water" die Hauptrolle spielen durfte. An ihrer Seite steht mit Joaquin Phoenix ein Mann der ebenfalls zum zweiten Mal mit M. Night arbeitet. Nach seiner wirklich köstlichen Verkörperung von Mel Gibsons Bruder in Signs, darf er als Lucius Hunt wieder einmal in eine echte Charakterrolle schlüpfen. Der wortkarge Zeitgenosse tritt dabei zwar im Vergleich zu Bryce Dallas Howards Rolle etwas in den Hintergrund, ergänzt das Hauptdarstellertrio aber perfekt. Dieses Trio wird komplettiert von Adrien Brody. Der Oscargewinner spielt einen geistig verwirrten jungen Mann, dessen Handlungen entscheidend zum Verlauf der Handlung beitragen.

Sich über die Darsteller des Films und ihre Leistungen nun im Detail auszulassen würde aber so glaube ich den Rahmen dieses Reviews sprengen. Zu viele sind es mit William Hurt, Sigourney Weaver usw. der großen Namen und mehr als nur solide ihre Darbietungen. Und daher möchte ich die Bewertung des Castes und auch des Filmes hiermit beenden und fasse zusammen...

Fazit:
...dass The Village ein Film ist der leider völlig unterschätzt wurde. Das Einspielergebnis war zwar in Ordnung und dem eines Shyamalan Filmes würdig, aber z.B. niedriger als das des meiner Meinung nach viel schwächeren SIGNS. Schuld daran ist sicherlich die falsche Vermarktung, die The Village als absoluten Horrorfilm verkauft hat und nicht als das was er ist. Nämlich ein hochkarätig besetzter, intensiv gespielter und inszenierter Film über Menschen, den Verlust der Unschuld, Angst und vor allen Dingen die politische Macht die eben von jener Angst ausgeht.


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