Hier klicken May May May Hier klicken Jetzt informieren studentsignup Cloud Drive Photos Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle PrimeMusic Autorip SUMMER SS17
Profil für Bücherkeule > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Bücherkeule
Top-Rezensenten Rang: 34.742
Hilfreiche Bewertungen: 656

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Bücherkeule

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15
pixel
Grand Prix (Premium Edition) [2 DVDs]
Grand Prix (Premium Edition) [2 DVDs]
DVD ~ Eva Marie Saint

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszination Rennsport, Helden der Moderne, 10. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Grand Prix (Premium Edition) [2 DVDs] (DVD)
Dem Realismus im Kunstfilm genügt das Drama im kleinen Leben, die Zwänge der Liebe, die Tragödien des Alltags, die Menschen bis zum Äußersten treiben können. Im filmischen Realismus ist die Leinwand keine Grenze, sondern Kontaktfläche zwischen Gesellschaft und Kunst. Filmischer Realismus greift nach den "Realitätseffekten" (R. Barthes) und dem Eindruck intensiver Erfahrungswirklichkeit.

'Grand Prix' ist in seinen packendsten Sequenzen Realismus pur - doch ist die Erfahrungswirklichkeit, die hier in atemberaubenden Bildern eingefangen wird, die einer Grenzerfahrung: Des an der Grenze zum Irrsin sich bewegenden Formelrennsports der sechziger Jahre. Realismus hier ist nicht mehr Alltag, es ist Grenzerfahrung in Rennwagen auf Rennstrecken unter Absehung aller Vernunft. John Frankenheimer (Regie) hat keinen Aufwand gescheut, die Kameras in die Rennwagen einzubauen und seine Schaupieler (und einige Grössen des damaligen Rennsports wie Jochen Rindt) diese unter realistischen Bedingungen fahren zu lassen. Das weitere Filmmaterial stammt aus den meisterlichen Aufnahmen der eigentlichen Rennen zur Formel-1 Weltmeisterschaft des Jahres 1966. Alleine die Rennszenen sind von packendem Realismus, der auch heutige Onboard-Aufnahmen aus Rennwagen weit in den Schatten stellt. Stille aber dramatische Statisten sind die Rennstrecken aus jenem Jahr, von denen der Zuschauer en passant einen Eindruck erhält, als hätte er sie selbst befahren (Monaco, Brands Hatch, Zandvoort, Spa-Francorchamps, Brands Hatch und Monza mit der alten Steilwand).

Anders als die ebenso faszinierende Hommage an Le Mans von Steve McQueen aus den Jahre 1970, bietet 'Grand Prix' eine ausführliche, wenn auch ein wenig triviale Nebenhandlung. Drei Handlungsstränge zeigen drei sich unterschiedlich bewegende Rennfahrerbiograhien: Jean-Pierre Sarti (Yves Montand) ist am Ende seiner Karriere angekommen, Müdigkeit macht sich breit. Er trifft die wunderschöne Reportering Louise Frederickson (Eva Marie Saint) und verliebt sich in sie. Doch auch in ihm brennt noch ein Renfahrerherz, und als ihn sein Teamchef herausfordert gibt er im letzten Rennen seines Lebens alles. Die zweite wesentliche Erzählung zeigt den ehrgeizigen und tollkühn-unbeherrschten Amerikaner Pete Aron (James Garner), der ein sich bietendes Strohhalm nutzt, um nicht aus dem Rennzirkus geworfen zu werden. Auch er fährt schliesslich das Rennen seines Lebens. Und wie weit liegen an dessen Ende die Schicksale der beiden Renfahrer auseinander! Das dritte Rennfahrerleben, dem der Film folgt, ist das des jungen Briten Scott Stoddard (Brian Bedford), der in Monaco beinahe sein Leben verliert und sich dann unter grossen physischen Qualen an die Spitze zurückkämpft. Neben den Rennen sind es die Frauen am Rande der Strecke und am Rande der Rennfahrerleben, die diese drei Biographien verknüpfen. Nebenhandlungen und weitere Fahrertypen ergänzen sich zu einem bunten Reigen, der einen guten Eindruck davon vermittelt, was Rennsport am Rande der Vernunft in den 60er Jahren war. Dass der Film 'Grand Prix' den Rennsport realistisch erfasst hat, zeigt sich auch daran , dass bekannte Fahrer aus dieser Zeit im Film selbst kleinere Rollen spielen: Jochen Rindt und Jim Clark tauchen auf, Brabham hat gar eine kurze Sprecheinlage, und Graham Hill spielt just den Frauenheld, der er auch zu Lebzeiten war.

Es sei hier auf die französische Ausgabe Grand prix - Édition Collector [FR Import] verwiesen, die jedoch weder eine deutsche Tonspur noch deutsche Untertitel, dafür aber ein beachtenswertes Bonusmaterial enthält.


Grand prix - Édition Collector [FR Import]
Grand prix - Édition Collector [FR Import]
DVD ~ James Garner

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rennsport hautnah, 10. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dem Realismus im Kunstfilm genügt das Drama im kleinen Leben, die Zwänge der Liebe, die Tragödien des Alltags, die Menschen bis zum Äußersten treiben können. Im filmischen Realismus ist die Leinwand keine Grenze, sondern Kontaktfläche zwischen Gesellschaft und Kunst. Filmischer Realismus greift nach den "Realitätseffekten" (R. Barthes) und dem Eindruck intensiver Erfahrungswirklichkeit.

'Grand Prix' ist in seinen packenden Sequenzen Realismus pur - doch ist die Erfahrungswirklichkeit, die hier in atemberaubenden Bildern eingefangen wird, die einer Grenzerfahrung: Des an der Grenze zum Irrsin sich bewegenden Formelrennsports der sechziger Jahre. Realismus hier ist nicht mehr Alltag, es ist Grenzerfahrung in Rennwagen auf Rennstrecken unter Absehung aller Vernunft. John Frankenheimer (Regie) hat keinen Aufwand gescheut, die Kameras in die Rennwagen einzubauen und seine Schauspieler (und einige Grössen des damaligen Rennsports wie Jochen Rindt) diese unter realistischen Bedingungen fahren zu lassen. Das weitere Filmmaterial stammt aus den meisterlichen Aufnahmen der eigentlichen Rennen zur Formel-1 Weltmeisterschaft des Jahres 1966. Alleine die Rennszenen sind von packendem Realismus, der auch heutige Onboard-Aufnahmen aus Rennwagen weit in den Schatten stellt. Stille aber dramatische Statisten sind die Rennstrecken aus jenem Jahr, von denen der Zuschauer en passent einen Eindruck erhält, als hätte er sie selbst befahren (Monaco, Brands Hatch, Zandvoort, Spa-Francorchamps und Monza mit der alten Steilwand).

Anders als die ebenso faszinierende Hommage an Le Mans von Steve McQueen aus den Jahre 1970, bietet 'Grand Prix' eine ausführliche, wenn auch ein wenig triviale Nebenhandlung. Drei Handlungsstränge zeigen drei sich unterschiedlich bewegende Rennfahrerbiograhien: Jean-Pierre Sarti (Yves Montand) ist am Ende seiner Karriere angekommen, Müdigkeit macht sich breit. Er trifft die wunderschöne Reporterin Louise Frederickson (Eva Marie Saint) und verliebt sich in sie. Doch auch in ihm brennt noch ein Rennfahrerherz, und als ihn sein Teamchef herausfordert gibt er im letzten Rennen seines Lebens alles. Die zweite wesentliche Erzählung zeigt den ehrgeizigen und tollkühn-unbeherrschten Amerikaner Pete Aron (James Garner), der ein sich bietendes Strohhalm nutzt, um nicht aus dem Rennzirkus geworfen zu werden. Auch er fährt schliesslich das Rennen seines Lebens. Und wie weit liegen an dessen Ende die Schicksale der beiden Renfahrer auseinander! Das dritte Rennfahrerleben, dem der Film folgt, ist das des jungen Briten Scott Stoddard (Brian Bedford), der in Monaco beinahe sein Leben verliert und sich dann unter grossen physischen Qualen an die Spitze zurückkämpft. Neben den Rennen sind es die Frauen am Rande der Strecke und am Rande der Rennfahrerleben, die diese drei Biographien verknüpfen. Nebenhandlungen und weitere Fahrertypen ergänzen sich zu einem bunten Reigen, der einen guten Eindruck davon vermittelt, was Rennsport am Rande der Vernunft in den 60er Jahren war. Dass der Film 'Grand Prix' den Rennsport realistisch erfasst hat, zeigt sich auch daran, dass bekannte Fahrer aus dieser Zeit im Film selbst kleinere Rollen spielen: Jochen Rindt und Jim Clark tauchen auf, Brabham und Jo Siffert haben gar kurze Sprecheinlagen, und Graham Hill spielt just den Frauenheld, der er auch zu Lebzeiten war.

Filmfreunde, die gerne den Originalton meiden und deutsche Versionen bevorzugen, seien darauf hingewiesen, dass die vorliegende französische DVD-Ausgabe dieses Klassikers keine deutsche Tonspur enthält. Es handelt sich jedoch um die einzige verfügbare, bezahlbare Ausgabe, die neben einer guten Qualität auch reichlich Dokumentationsmaterial zur Entstehung des Films enthält. Dieses ist, auch unabhängig vom Film sehenswert. Bemerkenswert der sehr lange Bericht zur Entstehung des Films (inklusive einem kurzen Bericht, wie die Unfälle in den Rennen inszeniert wurden). Interessant als Hintergrundmaterial auch die ausführliche Dokumentation der Klassikerstrecke in Brands Hatch (jedem Motorsportfreund dürfte bei der ausführlichen Beschreibung der Kurven das Herz schneller schlagen). Die vielleicht sehenswerteste Dreingabe ist der lange Beitrag zum Formel-1 Sport in den 60er Jahren, als Rennfahren noch ein Balanceakt zwischen Leben und Tod war. Diese Extras sind weitaus mehr, als sich heute auch von gut gemachten DVDs erwarten lässt. Und Grund genug, sich diese Ausgabe zuzulegen.


Tynset (suhrkamp taschenbuch)
Tynset (suhrkamp taschenbuch)
von Wolfgang Hildesheimer
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus tiefster Traurigkeit, 29. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tynset (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
'Tynset' ist ein Ort im Niergendwo irgendwo im Norden. Ein Ort der Sehnsucht, den der Erzähler zuletzt doch nicht aufsuchen wird. Tynset, das klingt nach Glocke aus Blech, nach Totenglöcklein. Und dieser Ton ist die musikalische Note, die als Cantus Firmus durch das gesamte Werk läuft: Tod und Schuld. Dramatischer Höhepunkt dieser Todesfuge ist eine Fiktion des Erzählers, zusammengesponnen auf einem ererbten Bett, erzählt in der ineinandergewebten Art einer Fuge: Im frühen Sommer des Jahres 1522, so phantasiert der Erzähler, treffen in einer Herberge in der Grafschaft Cheshire Reisende ein, von denen einer den Tod in Form der schwarzen Pest in sich trägt. Während sich die nackten Leiber im dunklen Bett schamlos aneinanderdrängen in der Erwartung erregender Abenteuer, springt der Tod auf alle über, und von dort übers Land.

Der Erzähler ist ein Schlafloser. Nachts irrt er durch sein Haus und durchmisst dabei den ganzen Hildesheimerschen Kosmos: Hamlets Vater ist dem Nachtwandelnden ein treuer Gefährte, Mozart wird, wenn nötig, zitiert. Ausflüge ins Gotische finden sich in der Form einer alptraumhaften Sequenz einer nächtlichen Abschiedsfeier. Ausflüge in die trübere Realität der jungen deutschen Republik finden auf schlechten Nebenstrassen statt. Und die Grundschuld dieses jungen Deutschlands wird in der humorvollen Sequenz entlarvt, als der Erzähler nächtens Wildfremde anruft und sie zur Flucht mahnt, bevor es zu spät sei - und nicht nur einer der so gewarnten verreist noch in derselben Nacht für immer.

'Tynset' ist ein intellektualistisches Spiel auf den Tasten von Schuld, Tod und Lebensschmerz. Der Ton des Buchs ist düster, auch wenn wenige heitere Momente, vor allem aber die schiere Lust am Spiel mit Form und Wort, Oberhand gewinnen. 'Tynset' wird mit Fug und Recht (auch vom Autor selbst) als das muskalischste seiner Werke bezeichnet. Auch wenn das geschriebene Wort weit weg ist vom komponierten Ton - am besten liest man dieses komplexe Werk, in dem zahlreiche Gedankenstränge wie Musiklinien ineinander verwoben werden, wie man ein Stück Musik hört: Mit unbedingter Aufmerksamkeit und dem Bewusstsein, dass nicht alles Bedeutung ist, was Klang hat.


Le Mans
Le Mans
DVD ~ Steve McQueen
Preis: EUR 4,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "With racing ... it's life. Anything that happens before or after is just waiting", 28. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Le Mans (DVD)
Die Faszination durch die Rennmaschine scheint eine einfache Triebkraft im menschlichen Leben zu sein, genauso wie das Bedürfnis nach Nahrung und Sex. 'Le Mans' fasst diese einfache Feststellung in faszinierende Bilder. Der Film überzeugt, indem er eine einfachen Wahrheit durch eine angemessen schlichte Handlung und faszinierende Aufnahmen der Rennboliden aus den 70er Jahren erlebbar macht: Erzählt wird das Geschehen auf und neben der Strecke während eines 24-Stunden Rennen in Le Mans. Die Handlung setzt am Tag vor dem Rennen ein, als Michael Delaney (Steve McQueen) in seinem Porsche durch eine liebliche Landschaft nach Le Mans fährt. Als er durch den Ort rollt, sieht er Lisa Belgetti (Elga Andersen), Witwe eines im Vorjahr in Le Mans tödlich verunglückten Fahrers, in dessen Unfall Delaney verwickelt war. Am Unfallort hält Delaney an und betrachtet mit versteinerter Miene die neuen Leitplanken, die jene Stelle markieren, an denen die Belgetti in seinem Fahrzeug verbrannte. Damit ist die Grundspannung für den Film erzeugt: In Le Mans zu fahren, oder Rennfahren überhaupt, ist 'a professional bloodsport', wie es Delaney später selbst formuliert - der Tod fährt immer mit.

Bevor es jedoch zur maximalen Beschleunigung auf dem ersten Metern des Rennens kommt, entschleunigt der Film: Die eigentliche Handlung beginnt mit dem Sonnenaufgang am Renntag. Man erlebt (in Originalaufnahmen vom Renntag am 14. Juli 1970) wie sich die Polizei rüstet, wie sich die bereits eingetroffenen Zuschauer in ihren Zelten räkeln oder noch ein wenig länger in Schlafsäcken auf der Erde liegend schlafen. Autokolonnen nähern sich der Rennstrecke. Über allem eine Ansagerstimme, die die wichtigsten Fakten über das Rennen zusammenfasst. Schliesslich tickt die Uhr der Startzeit um 16 Uhr entgegen. Die letzten fünf Minuten, wie auch die bald folgenden ersten drei Rennminuten, werden Sekunde für Sekunde und ohne Auslassung ausgekostet. Die Fahrer schlüpfen in ihre Wagen, werden festgezurrt, während Zehntausende entlang der Strecke still werden. Als Delaney eine Minute vor dem Start des Heckfenster schliesst, erstirbt auch jedes Geräusch. Nur ein Klopfen wie das eines Herzens bliebt. Es wird lauter und lauter, schneller und schneller. Rast schliesslich, als der Rennmarschall die Fahne zum Start hebt. Und wird erst unter dem Aufheulen der Motoren unhörbar.

Das folgende Rennen wird von der Rivalität zwischen Gulf-Porsche und Ferrari bestimmt. Hauptrivale von Delaney ist Erich Stahler, der Delaney kurz zuvor auf dem Nürburgring geschlagen hat. Beide werden das Rennen immer in Schlagdistanz zueinander fahren. Ihr packender Zweikampf in der letzten Runde ist schliesslich die Krönung des Films. Doch bevor es dazu kommt, erlebt der Zuschauer die Dramatik und die Langeweile eines Rennens: Es kommt zu furchterregenden Unfällen, doch die meiste Zeit verstreicht fast belanglos. Das Publikum an der Strecke schlägt sich die Zeit im Vergnügungspark tot, während im Fahrerlager nicht viel geschieht. Die Kamera (und der etwas gewöhnungsbedürftige Soundtrack) versteht es raffiniert, das Nebeneinander heulender Boliden und gemächlichen Familienlebens einzufangen. Und sie lässt keinen Zweifel, wo die wahre Spannung des Lebens liegt. Nicht viel geschieht auch zwischen Lisa und Delaney, die sich immer wieder über den Weg laufen, offenbar voneinander angezogen, doch liegt zunächst der Abgrund eines Rennfahrertods zwischen ihnen. Erst der dramatische Unfall am zweiten Renntag, in den auch Delaney verwickelt ist, bricht das Eis. Dabei kommt es zu jener Szene und zu jener Aussage Delayneys, die diesen Film für immer in das Bewusstsein von Motorsportenthusiasten gebrannt hat:

Delaney: This is a professional bloodsport. And it can happen to you. And then it can happen to you again.
Lisa: When people risk their lives, shouldn't it be for something very important?
Delaney: It had better be.
Lisa. But what is so important about driving faster than anyone else?
Delaney: A lot of people go through life doing things badly. Racing is important to men who do it well. With racing ... it's life. Anything that happens before or after is just waiting.

Der Film 'Le Mans' war ursprünglich als Dokumentarfilm gedacht. Die Rennaufnahmen wurden mit drei Kameras in einem Porsche 908 während des Rennens im Jahre 1970 gemacht. McQueen beugte sich später erst der ökonomischen Notwendigkeit und baute das Material zu einem Spielfilm aus. Auch wenn die dürftige Handlung und die langen Rennsequenzen den Film damals zu einem Kassenflop werden liessen, kann man sich heute schwerlich der elementaren Faszination durch die Rennmaschine entziehen, der dieser Film ein dauerhaftes Monument errichtet hat. Vorläufer dieser beeindruckenden Produktion ist der Formel-1 Film Grand prix - Édition Collector [FR Import] aus dem Jahre 1966, in dem Steve McQueen eine der Hauptrollen spielen sollte, was persönliche Differenzen mit den Produzenten jedoch vereitelten.

Leider bietet die vorliegende DVD keinerlei Bonusmaterial. Dies ist bedauerlich, da die Realisierung des Films einiges an technischen Geschick erfordert haben muss: Insbesondere die beachtlichen Aufnahmen der Rennszenen und vor allem die inszenierten Unfälle müssen in ihrer Zeit mit der damals verfügbaren Kameratechnik Herausforderungen gewesen sein. Die rezensierte DVD müsste deswegen abgewertet werden, volle Punkte erhält jedoch der Film, der nicht nur Zeitdokument ist sondern packendes Kino über die elementare Faszination, die von Rennmaschinen ausgeht.


Der Jüdische Witz
Der Jüdische Witz
von Salcia Landmann
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Trauer über die Antinomien und Aporien des Daseins", 14. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Jüdische Witz (Gebundene Ausgabe)
Der Witz ist ein hartes Mittel, ein Verhältnis zur Wirklichkeit auszudrücken. Seine Funktion ist es in vielen Fällen, bloszulegen, der Lächerlichkeit, gar der Verächtlickeit preiszugeben, Normen und Hemmschewellen zu unterlaufen, Ordnungen subversiv umzukehren, und oft will der Witz einfach verletzen. Die Witze in der vorliegenden Sammlung sind jedoch mehrheitlich von anderer Natur: In ihnen leuchtet das Ringen des jüdischen Menschen mit der Welt und ihrer Bedingtheit auf. Dort reibt sich die Gesetzlichkeit des jüdischen Glaubens an den Gesetzmässigkeiten der umgebenden Gesellschaft, dort prallt talmudische Gelehrsamkeit auf Realitätssinn, schlaumeierischer Umgang mit bitterer Armut trumpft gegen Reichtum auf, und die dumpfen Zumutungen des Militärs werden konterkariert. Da ist aber auch das Leid unter Hitler und Stalin, das seinen Ausdruck in bitterschwarzem Humor findet. Den meisten Witzen ist gemeinsam, was Carlo Schmid treffend in seinem sehr lesenswerten (und in späteren Ausgaben leider nicht mehr enthaltenen) Vorwort zur Auflage aus dem Jahr 1988 schreibt: "Der jüdische Witz ist heiter hingenommene Trauer über die Antinomien und Aporien des Daseins."

Zur Form des Buches: Die Witze sind in thematischen Gruppen zusammengefasst. Dort, wo ein Witz auf Hintergrundwissen basiert, das einem Leser nicht geläufig ist, wird dieses knapp und immer ausreichend mit wenigen Worten skizziert. Das Glossar im Anhang listet die wichtigsten Begriffe auf, ohne die man sich mit vielen Witzen schwer tun dürfte. Die ausführliche Einführung von Salcia Landmann zum Witz an und für sich sowie zu den thematischen Gruppen (nach denen das Buch geordnet ist) verdient besondere Erwähnung.

Zum Schluss ein (fast willkürlich gewähltes) Beispiel aus dem Kapitel mit Schnorrer-Witzen: (Es war im Osten Sitte, dass die ansässigen jüdischen Bürger durchreisende arme Leute, denen sie am Freitagabend beim Gebet in der Schul begegneten, zu der festlichen Mahlzeit einluden) Ein Jude lädt einen Schnorrer ein. Als sie zusammen die Synagoge verlassen, heftet sich ein schweigender Jüngling an ihre Fersen, betritt mit ihnen zusammen das Haus, setzt sich an die Festtafel und isst. Der Hausherr schweigt verwundert. Nach dem Essen fragt er den Gast, ob er den Jüngling kenne?
Der Schnorrer: "Aber natürlich! Das ist mein Schwiegersohn. Er ist bei mir auf Köst." (Vertraglich zugesicherte Zeit des Unerhalts des jungverheirateten Paars durch den Vater der Braut.)


Bewerber professionell auswählen: Handbuch für Personalverantwortliche (Beltz Weiterbildung)
Bewerber professionell auswählen: Handbuch für Personalverantwortliche (Beltz Weiterbildung)
von Albrecht Müllerschön
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurz, knapp, übersichtlich, pragmatisch, 7. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
'Bewerber professionell auswählen' ist eine hervorragende Einführung in dei Thematik Personalauswahl. Das gut geschriebene Buch glänzt mit einer knappen und pragmatisch orientierten Übersicht über das Thema, der sich trotz der relativen Kürze von rund 160 Seiten auch einige einfach an die eigene Praxis adaptierbare Verfahren, Frage- und Bewertungsbögen entnehmen lassen. Wer Vollständigkeit (und vollständig beschriebene Verfahren & Unterlagen) erwartet, wird allerdings enttäuscht sein (zumal der Umschlagstext mehr verspricht, als das Buch letztlich halten kann). Dafür ist das Buch zu kompakt und das Thema zu umfangreich. Doch wer sich durch den Text zwischen den (erfreulich stabilen) Buchdeckeln gelesen hat, dürfte ein gutes Verständnis davon entwickelt haben, was zu einem systematischen, auf objektive Kriterien abgestützen Verfahren gehört.

Doch was bietet das Buch? Grundaussage des Autors ist, dass ein professionelles Verfahren zur Personalauswahl vor allem ein systematisches Verfahren ist, das ausgehend vom Anforderungsprofil einer Stelle Frage- und Beobachtungsschemata ableitet und diese, mit dem nötigen fragetechnischen Geschick, am Kandidaten prüft.

Die Arbeit beginnt mit der Erarbeitung des Job-Designs sowie der Kriterien an die Kandidaten auf Basis eines Anforderungsprofils. Das Prinzip liegt auf der Hand: "Jedes Auswahlinterview ist maximal so gut wie das Anforderungsprofil differenziert und realistisch ist" (S.13). Der Autor zeigt, wie sich diese Kriterien mit Hilfe des Critical Incidence Verfahrens ableiten lassen. Die Entwicklung von Stellenanzeigen und deren Platzierung schliesst das erste Kapitel zur Vorbereitung des Einstellungsverfahrens.

Der zweite Schritt ist das Auswahlverfahren. Der Autor beschreibt die Problematik der Zeugnisse, auf deren Basis keine langfristigen Prognosen möglich sind. Er zeigt Regeln auf, nach denen sich kodierte Zeugnisse lesen lassen.

Der dritte Schritt: Das Auswahlgespräch. Vorbedingung ist, dass Interviews nicht unsystematisch, gar intuitiv geführt werden dürfen, soll das Ergebnis valide und objektiv sein. Der Autor beschreibt, wie man aus dem Anforderungsprofil beobachtbare Verhaltensweisen ableitet und diese im Interview prüft. Wichtiges Werkzeug dabei ist die Netzwerktechnik des Fragens: Durch sytematische Verknüpfung der Zeitebenen Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft lassen sich Prognosen über zu erwartendes Verhalten ableiten. Besonders hilfreich für die eigenen Praxis sind die ausführichen Fragekataloge (S. 89 - 110) zu den persönlichen Eigenschaften wie Führungsanspruch oder Selbstvertrauen sowie, im Anschluss, die strukturierten Beobachtungsbögen. Es folgen Hinweise, wie solche Fragebögen entwicklet werden. Das Kapitel schliesst mit einem Katalog jener verbotenen Fragen, die in Interviews nicht gestellt werden dürfen.

Das letzte grosse Kapitel des Buchs ist den unerstützenden Verfahren gewidmet. Es beginnt mit der wichtigen, die vorhergehenden Verfahren ein Stück weit relativierenden Feststellung, dass wissenschaftlich abgestützte Tests immer besser sind als noch so systematisch geführte Interviews. Leider taugen die meist in klinischen Situationen entwicklten Eignungsdiagnostischen Verfahren nur bedingt für die Personalauswahl. Ein Beispiel für solche Verfahren ist der biographische Fragebogen, der etwa 35% des späteren Verhaltens voraussagt (doch welche 35%? Die Antwort bleibt der Autor leider schuldig). Ein Beispiel für einen solchen Fragebogen liegt bei, leider jedoch ohne Bewertungschema.

Breiten Raum nimmt in diesem Kapitel das Thema Assessment-Center ein (S. 136 -160). Diese weisen eine relativ hohe Validität auf, die deutlich höher liegt als die anderer eignungsdiagnostischer Verfahren. Leider bleibt der Autor bei dem Thema Assessment-Center eher im Allgemein und wird nicht annähernd so konkret wie in den vorherigen Kapiteln. Dieser Abschnitt taugt bestenfalls als kurze Einführung in die Thematik. Die Literaturhinweise sind in diesem Abschnitt eher düftig im Umfang und müssen vermutlich als veraltet gelten.

'Bewerber professionel auswählen' bietet eine knappe und eîn einigen Teilen sehr pragmatische Übersicht über die Verfahren zur Personalauswahl. Leider bleibt die pragmatische Seite Stückwerk. Und obwohl die wissenschatlich abgestützen diagnostischen Verfahren als die sichersten Prognoseverfahren gelten, ist das Buch auf dieser Seite eher schmalbrüstig.

Eine letzte Kritik, die vor allem jene interessiert, die die fachliche Seite von Kandidaten zu prüfen haben: Das Buch beschränkt sich ausschliesslich auf die Bewertung von Kandidaten in Bezug auf Verhaltensweisen. Es bietet keine Hilfe bei der Erarbeitung systematischer Verfahren zur Bewertung fachlicher Eignung. Dabei macht fachliche Eignung bei der Mehrzahl der Stellen wenigstens die Hälfte des Anforderungsprofils aus. Kein Wort zu Systematiken bei der Bewertung von Arbeitsproben, keine Hilfestellung bei der Erstellung fachlich valider Frageschemata. Das ist schade, ist aber eine in der HR-Literatur leider übliche Auslassung.

Dieses Buch ist eine hervorragende Einführung in die Thematik Personalauswahl. Es ist ein Leitfaden, den jeder, der an Personalauswahl (in Beruf oder Freitzeit, im Unternehmen oder im Verein) beteiligt ist, mit Gewinn liest. Es hilft, die notwendige Systematik in solchen Verfahren zu verstehen und gibt erste Hilfe für den Aufbau solcher Verfahren für eigene Bedürfnisse. Für wen Personalauswahl jedoch ein wesentlicher Bestandteil der beruflichen Tätigkeit ist, für den ist dieses Buch bestenfalls ein schneller Einstieg.


Brennender Zaster (WAT)
Brennender Zaster (WAT)
von Ricardo Piglia
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Momentaufnahme einer kaputten Gesellschaft, 7. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brennender Zaster (WAT) (Taschenbuch)
Der sehr guten Rezension der Neuen Zürcher Zeitung, die sich auf dieser Buchseite findet, ist nur noch wenig beizufügen. 'Brennender Zaster' ist ein in fast atemlosen Tempo erzählter Roman über einen Geldraub aus dem Jahr 1965, der mit einem Blutbad beginnt und in einem Blutbad endet. Packend ist der Roman, weil er in raffinierter Montagetechnik erzählt ist: Fast wie in einem Film werden die Szenen der eigentlichen Handlung mit Innenperspektiven und Erinnerungen der Handelnden in rascher Folge übereinandergeblendet. In Rhythmus der sich beschleunigenden Jagd auf die Verbrecher taucht der Leser in deren Vorgeschichten ab, in denen das ganze Elend psychisch Labiler in einer unverständigen Umwelt aus der Gosse ans Tageslicht kommt. Diese Passagen sind verstörend und packend zugleich. Handlung und Erinnerung laufen schliesslich im grossen Showdown zusammen, als die in einer Wohnung von der Polizei belagerten Gangster eine letzte Orgie aus Drogen und Gewalt feiern, bei der auch der 'Zaster' verbrannt wird, bevor sie abgeschlachtet werden. Wie das übrige Material sind die Gespräche der Gangster auf originalen Unerlagen des Falls abgestützt. Die geschickte multiperspektivische Verschränkung von Handlungs- und Erinnerungsebenen macht den erzähtechnischen Wert des Romans aus.

Leider ist die Übertragung ins Deutsche nicht vollkommen befriedigend. Die Gangstersprache, die den Protagonisten in den Mund gelegt wird, wirkt im Deutschen veraltet. Bereits in den 60er Jahren dürfte in einschlägigen Kreisen eine andere Sprache verwendet worden sein. Für eine moderne Übersetzung ist die Sprachwahl auf alle Fälle unangemessen.

'Brennender Zaster' ist ein Roman für alle, die sich der Faszination des Film Noir nicht entziehen können. Er ist wegen seiner temporeichen Erzählweise ein wohltuender Ausgleich zu den Romanen aktueller Kriminalschriftsteller, die ihre Handlungen (und Gesellschaftsanalysen) über hunderte von Seiten erstrecken. Es geht auch kurz, knapp und dennoch treffsicher. Wie in 'Brennender Zaster'.


Taxi Driver  - FOCUS Edition [Collector's Edition]
Taxi Driver - FOCUS Edition [Collector's Edition]
DVD ~ Jodie Foster
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 14,99

23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsamkeit tötet, 6. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Einsamkeit ist seelentötend, wem die Seele aber bereits gestorben ist, der wird einsam sein. So geht es Travis Bickle (Robert de Niro), der Antiheld aus 'Taxi Driver'. Schlaflos irrt er durch ein New York, das ihm zuwider ist: Was er in der Stadt sieht, ist für ihn Schmutz: Das Vergnügen, die Prostitution, den Drogenkonsum. Das er nicht anders ist, gesteht er sich nicht ein: Er ist tablettensüchtig, schlägt sein schlafloses Leben in billigen Sexkinos tot und trinkt tiefe Züge aus einem Flachmann. Und er bleibt in der Stadt. Um nicht völlig abzustürzen nimmt er einen Job als Taxifahrer an. Er fährt die Nachtschicht, zwölf Stunden am Stück oder mehr, und er fährt alle Quartiere an, auch Harlem und die Bronx. Seine Perspektive auf das nächtliche New York und seine Sicht (über den Rückspiegel) auf die Menschen, die er in seinem Taxi fährt, gehören zu den sehenswertesten Sequenzen dieses Films.

Travis hat wenige Träume. Den einen meint er in Betsy (Cybill Shepherd) gefunden zu haben. Diese klassische, engelhafte Schönheit ist für Travis der Traum des heilen Lebens. Doch ist in ihm zu viel Unheil, als dass diese Beziehung gelingen könnte. Nachdem er abgeblitzt ist, erkennt Travis, dass er sein Leben in den Griff bekommen muss. Und das einzig Sinnhafte, das ihm einfällt, ist sich gegen den Schmutz der Stadt zu wappnen. Er bewaffnet sich, er bringt seinen Körper wieder in Form. Doch ist sein Ziel nicht aufzuräumen, tatsächlich sinnt er auf kleinliche Rache. Erst als diese misslingt, richtet er seinen Hass auf das, was er als Abschaum wahrnimmt: Einen Zuhälter und seine Kompagnons, in deren Hand er eine 14-jährige Prositutierte, Iris (Jodie Foster), weiss, die er zuvor nicht überzeugen konnte, diesem Leben Ade zu sagen und in die Provinz zu ihren Eltern zurückzukehren. Es kommt zum blutigen Showdown. Fast überaschend ist, dass der Film hier nicht zu Ende ist - Travis überlebt, wird als Held gefeiert, und bleibt einsamer, als er es je zuvor war.

Taxi Driver ist ein langam erzählter Film, in dem neben den beeindruckenden Schauspielern die Stadt New York eine wesentlich Rolle spielt. Fast voyeuristisch ist der Blick, den der Zuschauer aus Travis Perspektive auf die Stadt nimmt. Das Taxi gleitet an Strassenkriminalität, Prostitution und Gewalt vorbei. Für heutige Sehgewohnheiten mag der Film dabei fast schon spannungslos erscheinen. Der oft als eine der brutalsten Szenen der Filgeschichte bezeichnete Showdown gehört heute zum normalen filmischen Repertoire. Als ob man einem Kranken durch die Stadien seines Siechtums folge, spürt der Film der sich festfressenden, aus Einsamkeit geborenen Manie des Travis nach. In diesem Siechtum liegt die eigentliche Spannung des Films, die sich kein Freund des Kinos entgegehen lassen möchte.


Programming Challenges: The Programming Contest Training Manual (Texts in Computer Science)
Programming Challenges: The Programming Contest Training Manual (Texts in Computer Science)
von Steven S. Skiena
  Taschenbuch
Preis: EUR 55,59

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Challenging Programming, 31. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
'Programming Challenges' is a must-have book for those who either intend to enter programming competitions or who, in their own lives as programmers, have discovered a deficit in algorithmic thinking. In fourteen chapters the willing student is introduced to the basic algorithmic principles of various problem classes (such as dynamic programming, algorithms on graphs or geometric problems) which are at the foundation of computing. These principles include the general strategies for solving particular problem domains along with the basic algorithms and data structures suitable for the problem domain.

Each chapter opens with an introduction to a particular algorithmic domain. This domain is explained informally through extensive worked examples, so that the student is prepared for the main body of the chapter: a collection of problems taken from various competitions. These problems are classified according to popularity, average success rate and difficulty. This classification is an indispensable aid for anybody with a view towards competition. It helps to roughly gauge one's own abilities with respect to (anonymous) others. Unfortunately, the book does not provide solutions (but it does contain a very few hints for selected problems). If you wish to get your solution checked you can submit it online to the authors.

I have taken much pleasure in reading the examples and solving some of the problems. It is a book, I find, I wished more people in the field of computing would read. It is a wonderful antidote to all those books about processes, standards, and global architectures. It reminds us that computing, at its very root, is about (mathematical) reasoning and efficient programming.


Das Edison-Prinzip: Der genial einfache Weg zu erfolgreichen Ideen
Das Edison-Prinzip: Der genial einfache Weg zu erfolgreichen Ideen
von Jens-Uwe Meyer
  Broschiert

37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Prozent Inspiration, 99 Prozent Transpiration (S. 190), 31. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man muss schon ein gutgläubiger Leser sein, wenn man dem vollmundigen Versprechen eines Autors vorbehaltlos glauben möchte, der den 'genial einfachen Weg zu erfolgreichen Ideen' (Umschlag) gefunden zu haben meint. Ist man in die hinteren Teile des Buches vorgestossen, wird man endlich an Allerweltsweisheiten wie 'Ein Prozent Inspiration, 99 Prozent Transpiration' (S. 190) erinnert. Dass der Weg zu Ideen und vor allem deren erfolgreiche Umsetzung anstrengend ist, lässt immerhin der vorhergehende Text wenigstens erahnen. Doch ist man auf diesem Weg von der ersten Lust am Nachdenken bis hin zum Umsetzen einer Idee nicht alleine auf Genialität angewiesen. Einige Tipps und Techniken, wie man sich aus Denkhemmungen befreit und und den Ideenprozess gestalten kann, machen den Kern und den Wert dieses Buches aus. Trotz des Anspruchs des Autors hat er mitnichten den genial einfachen Weg dazu gefunden, aber er verpackt die wichtigsten Grundrezepte anschaulich und handlich für die Verwendung.

Die Ratschläge des Buchs werden im ersten Teil des Buchs auf das EDISON-Prinzip reduziert. Dessen Name leitet sich aus den (Anfangsbuchstanben der) sechs Grundregeln kreativen Denkens her: Erfolgschancen erkennen, Denkautobahnen verlassen, Inspiration suchen, Spannung erzeugen, Ordnen und optimieren, Nutzen maximieren. Diese sechs Regeln spannen den offensichtlichen Bogen vom Anfang im Erschnüffeln der Chancen über die Mittel und Wege, einen Anfangsverdacht zu entwickeln, bis hin zur Diskussion der Widerstände, die auf diesem Weg zu überwinden sind.

Im zweiten Teil wird dieselbe Thematik nochmals aufgerollt, diesmal anhand von sieben Regeln, die der Autor auf Thomas Edison zurückführt. Man wird daran erinnert, dass Ideen nur dem kommen, der das Bestehende für nicht ausreichend hält. Unzufriedenheit ist aller Ideen Anfang. Danach folgt der Appell: Geben sie sich einen Tritt, ohne Bemühen weder Ideen noch Erfolg. Und die Erinnerung daran, dass jeder Bremser Ihnen im Wege stehen wird. Schliesslich die Einsicht, dass Ideen oft in Ruhepausen entstehen und ohne Leidenschaft nicht viel geht.

Der Autor bietet als Umsetzungshilfe für seine Regeln einige einfache Techniken, mit denen man tatsächlich Denkblockaden beseitigen kann (z.B. assoziatives Fragen). In diesen liegt, neben der Reflektion auf die Grundlagen des Iddenprozess, der eigentliche Wert des Buchs.

Den grössten Schwachpunkt des Buches mache ich an der Grenze von Idee und Umsetzung aus: Das Buch bleibt sehr zurückhaltend, wenn es um die Frage geht: Wie komme ich von der Inspiration und einer ersten Auslegeordnung zur eigentlichen Tat? Der Korridor der Möglichkeiten wird, je näher man der Umsetzung kommt, in der Praxis leider meist spürbar enger. Hier fliesst der Schweiss. Die dann nötigen Tipps und Tricks mögen kontextspezifisch sein. Abgesehen von einigen wenigen Aufforderungen, zu systematisieren und Widerständen mit Mut entgegenzutreten, lässt der Autor seinen Leser hier leider wieder alleine.

'Das Edison Prinzip' ist ein hilfreicher Begleiter zur Frage, was denn unsere Kreativität ausmacht (beobachten, nachdenken, Varianten studieren, Mut fassen...) und wie man sich in dieser übt. Es ist ein geeignetes Vademecum für alle, die in sich oder in anderen Kreativitätshemmungen ausmachen und Anregung zum Nachdenken über Auswege aus der Falle suchen. Kondensiert man aber die gutgemeinten Regeln, bleibt wenig mehr als die Aufforderung, die Blockaden im eigenen Kopf zu beseitigen, Mut zur Tat zu fassen und die Zähne (für harte Arbeit) zusammenzubeissen, ohne dabei den Spass zu verlieren. Ob man sich dies selbst so ohne weiteres verordnen kann, mag jeder selbst entscheiden.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15