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Rezensionen verfasst von
Joe Music

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Bridge the Gap - Deluxe Edition
Bridge the Gap - Deluxe Edition
Preis: EUR 10,99

3.0 von 5 Sternen Missglückter Brückenschlag, 25. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bridge the Gap - Deluxe Edition (Audio CD)
Seit einiger Zeit ist Michael Schenker mit seiner Formation Temple of Rock jetzt schon unterwegs und hat inzwischen mit Doogie White (Ex-Rainbow) einen hervorragenden Sänger. Vorgänger Michael Voss konnte nicht so ganz überzeugen und fungiert inzwischen nur noch als Produzent und Gastsänger. Zudem sind inzwischen die alten Kollegen Francis Buchholz (bg) und Hermann Rarebell (dr) aus Scorpions-Zeiten als Rhythmusgruppe zu M. Schenker gestossen. Das eröffnet Raum für einen historisch verklärten Rückblick, aber die gemeinsame Zeit 1979 zur Produktion des Albums „Lovedrive“ war doch recht kurz, zumal M. Schenker damals ziemlich unter Drogen stand und nur bei 3 Stücken die Leadgitarre spielte, bevor er durch Matthias Jabs ersetzt wurde.
Trotzdem habe ich mal die 5 Scorpions-Songs, die M. Schenker selbst heute im Programm hat, einander gegenüber gestellt, in den Versionen der damaligen LPs „Lovedrive“ und „Love at First Sting“, der 1985er Live-LP (mit Jabs an der Lead-Gitarre) und eben die aktuellen Temple of Rock Live-Versionen. Es fällt schwer, einen eindeutigen Trend auszumachen, vielleicht am ehesten der: die alten Studio-Versionen sind weniger mitreissend, auch M. Schenker’s Gitarre war damals nicht so überzeugend, die 1985er-Liveversionen sind energiegeladener, Jabs‘ Gitarre überzeugt ebenso wie die von Michaels grossem Bruder Rudolf. Aber die 2013er-Liveversionen von M. Schenker sind nochmal eine Spur besser. Soweit dieser Ausflug zu altem und neuem, vor allem deswegen, weil M. Schenker’s Anspruch selbst ist, dass er „jetzt das Dach auf den Rocktempel draufsetzen will“ (Zitat bei seinem überzeugenden Konzert im April 2013 in Mannheim) oder den „Brückenschlag zu früheren Rockaktivitäten machen will“. Nichts anderes bedeutet ja der Titel „Bridge the Gap“; auch dazu hat er sich bei besagtem Konzert geäussert.
Nun, nach all der Vorrede und dem Anhören der CD, muss ich leider konstatieren, dass der Brückenschlag nicht gelungen ist. Woran das genau liegt, kann ich selbst schwer festmachen, trotz intensiver Diskussionen mit anderen und mir selbst…. An Schenker’s Gitarre liegt’s nicht, oder doch? An Doogie White’s Gesang auch nicht, oder doch? An der Scorpions-Rhythmusgruppe auch nicht, oder doch? Man merkt schon an diesen Fragen eine gewisse Verwirrung; ich will mal den Versuch wagen, sie aufzulösen.
Zu allererst ist einmal festzustellen, dass in der Rockmusik heutzutage nahezu alles gesagt (und geschrieben) ist und selbst neue Supergroups wie Chickenfoot und BCC nur noch wenig Innovatives beisteuern konnten und entsprechend ihren „Betrieb wieder eingestellt haben“. Da fällt es wohl auch dem deutschen Super-Gitarristen schwer, noch nennenswerte Beiträge auf die Beine zu stellen. Insofern hat er sich mit seinem Anspruch (s.o.) die Latte wohl auch selbst ein wenig zu hoch gelegt. Ein „wunder Punkt“ ist wohl auch, dass das Kreativ-Duo Schenker/White im Ergebnis ein wenig zu sehr nach Rainbow 1995 klingt. Die Stimme allein ist das nicht, denn White kann sich durchaus sehr authentisch in die alten Scorpions-, MSG- und UFO-Songs hineinfinden (siehe Live-CD). Es muss wohl eher das Kompositionsergebnis insgesamt sein, und damit meine ich beide. Ein paar Songs schaffen es durchaus in meine Spielliste, u.a. „Where The Wild Winds Blow“, „Lord of The Lost and Lonely“, „Shine On“ und „Black Moon Rising“, aber die ganz grossen Knaller fehlen eben.
An der Arbeit der anderen Bandmitglieder, Wayne Findlay an der zweiten Gitarre oder den Keyboards, Francis Buchholz am Bass und Hermann Rarebell an den Drums, ist nichts auszusetzen. Aber alles in allem wird dieses Album den eigenen Ansprüchen nicht gerecht und erreicht bei mir nur 3 Sterne (das Live-Album würde 4 bekommen). Und wenn überhaupt ein Brückenschlag gelungen ist, dann allenfalls der zwischen Rainbow 1995 und M. Schenker 2013. Das war aber vermutlich nicht das Ziel, insofern Thema verfehlt, 3 Sterne.
Grüsse Joe


Oneness silver dreams-golden reality / Vinyl record [Vinyl-LP]
Oneness silver dreams-golden reality / Vinyl record [Vinyl-LP]

3.0 von 5 Sternen Nur etwas für eingefleischte Fans, 18. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zweimal wurde ich eher unerwartet mit der spirituellen Phase von Carlos Santana konfrontiert: einmal Mitte der 70er Jahre bei einem Konzert in Heidelberg und zum anderen mit Songs daraus auf dem Sampler 'Samba Pa Ti' 1988. Damals in Heidelberg war ich eher verwirrt über den Auftritt des 'Devadip Orchestra' im Vorprogramm und rückte die Musik zu recht in die Nähe von John McLaughlin. Der Name Devadip wurde ihm von seinem Guru Sri Chinmoy gegeben und bedeutet 'Leuchte, Licht und Auge Gottes'. Unter diesem 'Zweitnamen' veröffentlichte er insgesamt 3 Alben, die im Bereich von Jazz und Fusion angesiedelt waren. Das vorliegende Album 'Oneness - Silver Dreams Golden Reality' war das zweite und erschien 1979. Zwei Songs davon waren auf dem oben erwähntem Sampler zu finden und hatten mich neugierig gemacht (Transformation Day, Song for Guru), stellten sich aber letzten Endes als nicht repräsentativ heraus.
Das Format der Vinyl-Platte wird voll ausgenutzt, mit teilweise fliessenden Übergängen zwischen den Stücken, was eine Umwandlung in ein digitales Format (CD oder MP3) erschwert, denn dort gibt es immer einen definierten Anfang und ein Ende, was eben beim Digitalisieren schwierig zu managen ist, wenn der Synthy aus dem zu Ende gehenden Song noch in den Anfang des nächsten hinein dudelt. Was auch nicht in die heutige Zeit passt, ist der Anfang der 2. Plattenseite mit 'Oneness', wo erst nach 30 sec. überhaupt etwas zu hören ist (Meeresrauschen) und ein vernehmbarer Musikpegel mit akkustischen Gitarren sogar erst bei 1:20 min erreicht wird. Die Bandbreite der Stücke (ich spreche bewusst nicht von Songs) ist auch enorm und geht von Glockenschlägen (38 sec), tibetanischen 'Omms' und Meeresrauschen über gesprochene Aussagen und leichten Jazzgesang bis hin zu akkustischen Gitarren und schliesslich zur lauten E-Gitarre des Meisters und dem z.T. nervtötenden Synthesizer von Tom Coster, dem damaligen Keyboarder der Santana-Band. Die mittelschnellen und mittellauten Stücke mit südamerikanischem Jazzhauch kommen noch am besten rüber (Transformation Day, Oneness, Song for Devadip), ebenso das getragene 'Song for Guru' sowie die schnelle und extrem laute Nummer 'Cry of the Wilderness' mit einer typischen Santana-Gitarre. Diese Stücke haben es auch in meine Santana-Spielliste geschafft. Der Rest ist jedoch eher etwas für Spezialisten und eingefleischte Fans; auch bei Profikritikern hat es die Scheibe damals nur auf mittlere Bewertungen geschafft. Dem schliesse ich mich nahtlos an und vergebe auch 3 Sterne. Santana wollte damals mit diesem Projekt bewusst etwas anderes machen, mehr für sich als für das breite Publikum, welches er damit auch nie erreichen konnte; es sei denn als 'Devadip-Orchestra'-Vorgruppe vor den umjubelten Auftritten seiner Santana-Band in ausverkauften Hallen.
Deshalb, wer Santana als solchen hören will, Finger weg. Fans, die auch andere Seiten von ihm hören wollen, können hingegen gerne zugreifen. Ich weiss allerdings nicht, ob das Album jemals als CD erschienen ist. Gruss Joe.


Samba Pa Ti
Samba Pa Ti
Wird angeboten von Medienvertrieb & Verlag
Preis: EUR 2,90

4.0 von 5 Sternen Santana’s grosse Instrumentalhits, entspannt und wohnzimmertauglich, 1. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Samba Pa Ti (Audio CD)
„Samba Pa Ti“, die Kult-Ballade aus der frühen Schaffenszeit (2. Album Abraxas) dient hier mit gewissem Recht als Titel und Aufhänger, ist es doch ein Album mit lauter Instrumental-Titeln aus den 70ern und frühen 80ern. Alle sind irgendwie ähnlich aufgebaut, beginnen oft majestätisch-getragen und werden meist gegen Ende dann doch schneller; ein Lateinamerikaner oder mehr noch vielleicht die Frauen können halt nicht mehr wie 3 Minuten stillsitzen…. Aber genau das macht diese Art von Musik irgendwie genial und einmalig. Man sollte Santana jedoch auf keinen Fall darauf reduzieren, seine musikalische Bandbreite ist sehr viel grösser und umfasst auch wesentlich härtere Stile, aber auch Spielarten des Jazz (Fusion). Auf diesem Album haben wir die „wohnzimmertaugliche“ Seite seines Schaffens vorliegen, genial entspannt zwar, aber eben nur ein Ausschnitt. Zudem ist das eine Art „Best of“, alle Titel sind bereits vorher auf einem anderen Album erschienen. Insofern kann man dafür schon mal keine 5 Sterne vergeben.
Ich habe dieses Album vor einiger Zeit gekauft, es hat bei mir aber ein anderes Cover (siehe Bild), eine über roter Wüste goldgelb untergehende Sonne. Das erinnert an das Album Caravanserai. Ausserdem ist der Doppeltitel „Life is a Lady/Holiday“ bei mir in 2 separate Tracks aufgeteilt, aber ansonsten ist es das völlig identische Album; da wurden wohl zwischen 2 Auflagen kleine Änderungen vorgenommen.
Abgebildet wird hier – passend zur Musik – ein eher ruhiger Abschnitt in der Karriere von Carlos Santana, zwischen den grossen Erfolgen der ersten 3 Alben 1969-1971, woraus nur „Samba Pa Ti“ selbst zitiert wird, und der fulminanten Rückkehr in die Charts mit der Supernatural 1999. Die Songs stammen aus einer Schaffensphase, die experimenteller, jazzlastiger ist, und auch Santanas spirituelle Phase, in der er sich Devadip nannte, mit einbezieht („Illuminations“, „Transformation Day“, „Guru’s Song“). Der grösste Hit der Santana Band aus jener Zeit, „Europa (Earth’s Cry Heaven’s Smile)“ aus 1976, fungiert als Opener, ebenso dabei sind „Revelations“ vom Album Festival, „Tales of Kilimanjaro“ (Zebop!) und natürlich „Moonflower“ vom gleichnamigen 1977er Album. Ein Break kommt ganz zum Schluss mit „Lightnin‘“ vom Soloalbum Havana Moon, auf dem fast ausschliesslich Tanztee-artiger, leichter Rock ‚n‘ Roll zu finden ist. Nicht so ganz mein Geschmack, und m.E. in dieser Zusammenstellung verzichtbar.
Die Songs sind auf der CD stimmungsmässig angeordnet, das ist hin und wieder ein Kunstgriff bei Best of - Alben und hier sehr gut gelungen. Ich persönlich bevorzuge jedoch die chronologische (historische) Reihenfolge (kann man sich ja selbst programmieren) und möchte mir nach den Zuckerstücken „Transformation Day“ und „Guru’s Song“ gerne mal das gesamte Album Oneness anhören, welches ein Soloprojekt von Devadip Carlos Santana 1979 war. Für die vorliegende CD gebe ich 4 Sterne, weil erstens die Musik genial und ruhig ist, und zweitens die oben angesprochene „Stimmungsreihenfolge“ ganz ausgezeichnet funktioniert. Abzug von einem Stern gibt’s für die fehlende Originalität (alles „gebrauchte Songs“) sowie das unnötige „Lightnin‘“ zum Schluss.
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Lone Arranger
Lone Arranger
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 12,08

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Album & EB Live: Altersentfremdung, 2. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lone Arranger (Audio CD)
Hatte ich zuletzt noch das „2006“-Album gelobt und nur über die damalige Unsitte des Kopierschutzes gemeckert, so muss ich das für das letzte Album „Lone Arranger“ deutlich zurücknehmen. Zwar hatte auch ich – wie viele aktuelle Rezensenten – schon eine Weile die Weiterentwicklung beobachtet, aber jetzt geht mir das entschieden zu weit. Und das gilt nicht nur für MM selbst, sondern auch für die Earthband, die ich passend zum Album nochmal letzten Herbst (2015) in der Stuttgarter Schleyer-Halle zum SWR1-Hitparadenfinale erleben durfte. Beide arbeiten inzwischen mit so viel VER-fremdung, dass sie sich inzwischen von ihrem Stammpublikum – und dazu zähle ich mich auch – ENT-fremdet haben. Das war mit der „2006“ und dem Auftritt 2005 in Mannheim noch anders. Die immer diskutierten Unterschiede waren da, das weiss man schliesslich auch und akzeptiert es.
Aber jetzt ist das anders. Auch mir ist die „Lone Arranger“ zu Jazz-lastig, da kommen alte Seiten aus „Chapter Three“ - Zeiten wieder hervor, fast ein wenig Back to the Roots. Aktuelle Jazzgrössen wie Till Brönner (Trompete) oder Billy Thompson (Violine) werden für durchaus achtbare Beiträge engagiert, aber es kommt kein Ganzes dabei heraus, alles bleibt irgendwie Stückwerk. Die Hin- und Her-Coverei ist auch nicht unbedingt mein Thema, auch wenn Manfred Mann seine grossen Erfolge genau damit erzielt hat. Interessant seine sehr ausgedehnten Erläuterungen zum Entstehen der Stücke, die auf viel inneren und äusseren Stress schliessen lassen. Wenn’s Spielerei war, wo ist dann der Spass geblieben? Und wenn es ernst war und an das Publikum gerichtet, wo ist dann der Erfolg? Irgendwie sucht man beides vergebens. Ich erspare mir in diesem Fall jetzt auch die Besprechung einzelner Songs, fast alle kennt man ja irgendwie in einer anderen Version, keine der neuen Versionen spricht mich an, lassen wir es dabei.
Da viele hier geschrieben haben, das ist halt Manfred Mann, wenn man die Earthband will, solle man halt auf Konzerte gehen, noch ein paar Worte dazu. Die Earthband hat in Stuttgart in folgender Besetzung gespielt: MM (keys), Mick Rogers (git, voc), Robert Hart (lead voc, git), Steve Kinch (bg) und, wenn ich es richtig verstanden habe, John Lingwood ! (dr). Es war ein relativ kurzer Auftritt (45 min), dem Rahmen geschuldet, mit den altbekannten Klassikern. Die Akkustik war schlecht und alle Stücke waren total umarrangiert, z.T. bis zur Unkenntlichkeit, z.B. durch Tonart-Änderungen, Weglassungen und neu eingebaute Soli. Wahrscheinlich können die Mitglieder der Band sich manchmal selbst nicht mehr hören, wenn sie die immer gleichen Songs spielen sollen, und haben sie deswegen umgestaltet. Aber es war dann schon lustig, wenn das Publikum zur „neuen Version“ den alten Song gesungen hat, das hatte dann schon wieder etwas. Aber ehrlich gesagt, da kann ich mich an ganz andere Earthband-Konzerte erinnern.
Somit mein Fazit: für MM und die EB geht die VER-Fremdung inzwischen in ENT-fremdung über; ganz bewusst habe ich für diese Betrachtung CD und Konzert zusammen genommen. Schade, dass ich in dieser Bewertung am vermutlichen Ende einer grandiosen Karriere nur höchstens 3 Sterne vergeben kann. Aber es gibt ja immer noch den „Lebenswerk“-Grammy, den hätte Manfred Mann dann trotzdem hoch verdient.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 9, 2016 7:57 PM MEST


The Purple Album
The Purple Album
Wird angeboten von A2Z Entertains
Preis: EUR 12,22

20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Back to the Roots, was für ein Brett !, 15. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Purple Album (Audio CD)
Mein lieber Scholli, da hat aber der gute, alte David Coverdale nochmal ein Riesending am Ende seiner Laufbahn hingelegt. „The Purple Album“ ist irgendwie beides: typisch Deep Purple und trotzdem Whitesnake, Technik und Musiker von heute (zumindest die beiden Gitarristen), der Frontmann und Sänger von damals und heute und die genialen Kompositionen von Deep Purple aus den 70ern. Jetzt weiss ich endlich, was Whitesnake in den letzten 15 Jahren gefehlt hat: die richtigen Songs, am Sound hat’s nicht gelegen. Der war aber irgendwie eine leere Schale, die jetzt durch das Songmaterial der DP Mk III & IV Zeit gefüllt wurde und zum Gewitter wird, so dass die damals eigentlich schon gigantischen Deep Purple fast zur Jugendband degradiert werden…. Doch bei aller Begeisterung, erstmal schön der Reihe nach.
Als 1973 die erste legendäre Hochphase der Mk II von Deep Purple mit dem Ausstieg von Gillan und Glover zu Ende ging, war das DIE Chance für einen schüchternen, etwas moppeligen jungen Mann mit Brille bei einer der grössten Rockbands des Planeten anzuheuern, David Coverdale (kurz DC). Er war fortan mit Glenn Hughes am Bass (und ebenfalls Gesang) der neue Frontmann. Der doppelstimmige Gesang war neben zunehmenden Funk-Elementen das Neue an dieser generell etwas unterbewerteten Mk III - Besetzung, nach Ritchies Ausstieg nach 2 Alben folgte mit Tommy Bolin an der Gitarre noch ein Album in der Mk IV - Besetzung. Danach löste sich DP auf und entstand erst ca. 8 Jahre später wieder neu, natürlich im Mk II - Line Up, welches inzwischen Kultstatus erreicht hatte.
Die Songs der Zeit zwischen 1973 und 1975 wurden zwar nicht ganz vergessen. Ritchie, Glenn Hughes und vor allem Coverdale’s neues Projekt Whitesnake hielten einige der alten Kracher wie „Burn“, „Mistreated“ oder „Might Just Take Your Life“ eine Zeit lang in Ihrem Live-Programm am Leben, aber sie fristeten eher ein Schatten-Dasein, auch weil sich Ian Gillan bis heute konstant weigert, die Songs aus dieser Zeit zu singen. Vielleicht hat er damit auch Recht, denn sie passen eigentlich nicht zu ihm.
Coverdale’s Wandlung zum charismatischen Frontmann von Whitesnake ist hinlänglich bekannt, für nahezu 6 Jahre ordnete sich ihm an den Tasten sogar sein ehemaliger Chef Jon Lord unter, bis der schliesslich zu den wieder auferstandenen Deep Purple zurückkehrte. Das war 1984, nach Fertigstellung der „Slide it in“, um direkt mit der Arbeit an „Perfect Strangers“ zu beginnen. Bei Whitesnake wurde dann alles härter, aber immerhin war das dann folgende „1987“-Album sowohl künstlerisch (John Sykes, Don Airey) als auch kommerziell ein grosser Erfolg. Dass sich jetzt DC etwa 40 Jahre später die Songs aus seiner Deep Purple Zeit nochmals vornimmt – eigentlich war es die Idee seiner Frau Cindy – ist in gewissem Sinn auch dem Tod von Jon Lord geschuldet. Es gibt eine Geschichte dazu, welche DC im gut aufgemachten Booklet ausführlich erzählt. Die Song-Texte gibt es dafür dann im Internet zum Nachlesen.
Die Aufmachung der CD ist gut, ebenso das Spiel mit den Worten: ein Album mit dem typischen Whitesnake-Siegel in tief-violett, „The Purple Album“ eben… Die Songliste ist hervorragend, und eine Art „Best of DP Mk III & IV“, was es bekanntlich nie gab und sich schon in einer entsprechenden Playlist der Originale offenbart. Diesen Spass habe ich mir gemacht und mir so die Zeit bis zum Eintreffen der CD „vertrieben“. Gespannt war ich auf die Umsetzung der Original-Gitarren (Blackmore/Bolin) und der Keyboards des „Meisters“, seines grossen Mentors, Jon Lord. Wichtig ist m.E. nicht, möglichst genau nachzuspielen, sondern authentisch zu bleiben, sowohl als Band (hier die aktuellen Whitesnake) als auch die Songs betreffend. Aber da hat DC keinerlei Probleme, das Covern eigener Songs Jahre später ist DAS erfolgreiche Kerngeschäft von Whitesnake (Nomen est Omen, COVER-dale…!), und bei ALLEN 13 ausgewählten Songs war er in den 70ern Mitautor. Zudem ist, wie ich schon vermutet hatte, das vorliegende Whitesnake-Album mit Purple Songs auch eine nachträgliche Hommage von DC an den verstorbenen Jon Lord, nachdem er ja beim Celebrating Concert im April 2014 noch mit Abwesenheit geglänzt hatte. Seine Widmung im Booklet gilt aber auch dem ebenfalls (schon lange) verstorbenen Tommy Bolin, sowie den noch lebenden DP-Mitgliedern von damals: Ian Paice, Ritchie Blackmore und Glenn Hughes.
Wie DC erzählt, hatte er zunächst vor, nach Jon’s Tod ein Projekt zusammen mit Ritchie Blackmore zu machen, was aber wohl an dessen Management scheiterte. Also entschloss er sich dann, nach Diskussion mit seiner Frau Cindy, daraus ein Whitesnake-Projekt zu machen. Vielleicht erklärt das, weshalb beide mit Ihren Beiträgen zu Jon Lord’s Tod verspätet rüber kamen.
Von der letzten Whitesnake-Besetzung (das ist ja sowieso immer nur eine Momentaufnahme) sind der zweite Gitarrist Reb Beach und der Bassist Michael Devin übrig geblieben, wobei dieser in den letzten 5 Jahren um ungefähr 20 Jahre gealtert sein muss, den Bildern nach zu urteilen…! An den Drums holt DC einen alten Weggefährten aus den späten 80ern/frühen 90ern zurück, Tommy Aldridge, der mir damals eigentlich nicht so gut gefallen hat (Denny Carmassi war besser). Ja, und beim „Gitarren-Kleisterer“ Doug Aldrich hat es wohl mit dem Deep Purple Material nicht so gut funktioniert, so dass man sich nach 10-jähriger Zusammenarbeit sogar trennte (....& pretty soon it was obvious it wasn’t working as positively for either of us as before &…..). Das hatte dann eine weitere Verzögerung zur Folge, bis Michael Devin und Reb Beach dann im Studio in Reno auftauchten und mit viel Engagement das Projekt voranbrachten. Reb Beach wurde schliesslich sogar Co-Producer und zum neuen Bandleader von Whitesnake befördert. Für mich sonnenklar: Doug Aldrich hat zwar eine sehr „präsente“ und laute Gitarren-Technik, aber weder Kreativität noch Feeling, wie ich selbst bei einem Whitesnake-Konzert in Stuttgart 2003 erleben durfte. Deshalb war er dem eher anspruchsvollen Material aus der Feder von Ritchie Blackmore nicht gewachsen…. DC wollte bei Whitesnake schon immer 2 Gitarren, möglichst eine Les Paul und eine Fender, jetzt hatte er einen Fender-Mann als neuen Bandleader, also musste noch die 2. Gitarre her, eine Les Paul. An der wurde schliesslich der neue Gitarrist Joel Hoekstra verpflichtet, der auf dem Album auch für die akkustischen Parts verantwortlich zeichnet. Wie man erstaunlicherweise feststellt, fehlen die Keyboards gar nicht so sehr, wenn 2 Gitarren eingesetzt werden, schon immer eine der Prämissen von Whitesnake. Trotzdem hatte man immer einen Keyboarder dabei, wenn auch oft sehr im Hintergrund. Jon Lord, Don Airey und Lester Mendez waren da wohl die leuchtenden Ausnahmen. Für das Purple Album konnte man Derek Hilland als Gast-Keyboarder gewinnen; hier und da mit guten Beiträgen, aber natürlich kein Vergleich mit Jon Lord. Aber das war vielleicht auch gar nicht gewollt. Songs, in denen ein Jon Lord im Original brilliert, z.B. am Synthesizer, werden dann eben akkustisch umgesetzt, wie z.B. „Sail Away“, und bekommen dadurch einen völlig anderen Charakter. Ebenfalls akkustisch kommt „Soldier of Fortune“ daher, schon im Original von Blackmore und Coverdale als sanfte Ballade angelegt. Hier gibt es den schönen Vergleich zur ebenfalls akkustischen Version mit Steve Balsamo und Sandi Thom vom „Celebrating“ Conzert. „Holy Man“, das im Original von Glenn Hughes gesungen wurde, ist ebenfalls am Anfang akkustisch, nimmt dann aber Fahrt auf. Insgesamt kommen die Songs kraftvoll im modernen, harten Whitesnake Sound rüber, das unangenehme völlige „Zukleistern“ von Doug Aldrich ist nicht mehr da, und Reb Beach setzt seinen Fuss behutsam in die grossen Stapfen von Ritchie Blackmore, alle Achtung! Die Rhythmussektion arbeitet berserkermässig, und DC ist wieder besser bei Stimme als zuletzt.
Meine Anspiel-Tips sind der Opener „Burn“, „Love Child“, „The Gypsy“, unbedingt „Mistreated“ (in den Anfangsjahren im Whitesnake-Live-Programm), “Might Just Take Your Life“, das erstaunlicherweise ohne Keyboards auskommt, obwohl das im Original noch ein Jon Lord-Special ist, ein fantastisches „You Keep on Moving“, das akkustische „Soldier of Fortune“ und zum guten Schluss ein tornadoartiges „Stormbringer“, deutlich besser als das Original.
David Coverdale hat als 21-Jähriger seine Karriere bei Deep Purple begonnen, eventuell beendet er sie jetzt als 63-Jähriger (ein Jahr älter als ich) mit einer fantastischen Neufassung der damaligen Songs. Nicht alles war Gold auf dem über 40-jährigen Weg, aber er konnte ein paar Meilensteine setzen. Für mich waren/sind das: Burn (1973, DP), Live in the Heart of the City (beide Alben, 1978/1980, Whitesnake), 1987 (1987, Whitesnake), Coverdale & Page (1993) und The Purple Album (2015, Whitesnake).
Selten, dass mich, vor allem in neuerer Zeit, eine Neuerscheinung so überzeugt, ja begeistert, hat. Daher volle 5 Sterne, wenn nicht sogar mehr, aber die Grundlage stammt eben von Deep Purple…. Muss ich dazu noch mehr sagen…???
Grüsse Joe.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2015 10:45 AM MEST


2006
2006
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 9,58

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neue Klänge vom Keyboard-Hexer, aber ärgerlicher Kopierschutz, 26. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 2006 (Audio CD)
Ansatzweise war schon auf dem letzten Album „Soft Vengeance“ von 1996 erkennbar, Manfred Mann’s Musik hat sich weiterentwickelt, vom Prog und später Mainstream Rock der 70er hin zu neuen Klängen mit neuen technischen Möglichkeiten in den 90ern des alten und den Anfangsjahren des neuen Jahrhunderts. Der Keyboard-Hexer hat mit seiner musikalischen Ausbildung und seinen Grundlagen aus dem Jazz auch alle Voraussetzungen dafür, mit den Mannen seiner Earthband die notwendige instrumentelle Unterstützung und zudem den Mut, immer wieder neu zu experimentieren. Zudem hat er auch immer eine perfekte Wahl der Stimmen für seine Projekte, war es in den 70ern/80ern Chris Thompson oder später, ab der „Plains Music“ 1991 Noel McCalla. Auf den beiden nachfolgenden Alben, eben „Soft Vengeance“ und „2006“ sind beide zu hören, z.T. auch im Duett. Auf der „Plains Music“ wurde ein melodieführender Bass eingesetzt, auf der „Soft Vengeance“ kamen die Elektrosounds der 90er zum Einsatz (Mann) und die Gitarre zurück (Mick Rogers). Zu den beiden und den beiden Sängern gesellte sich mit Steve Kinch am Bass noch ein weiterer langjähriger Weggefährte von Mann (seit 1986 dabei).
Die „2006“, die eigentlich 2004 erschienen ist, war eigentlich ein Soloprojekt von Mann, aber mit Unterstützung der Earthband und einigen Gastmusikern. Zum oben genannten Personal gesellt sich noch Geoff Dunn am Schlagzeug, der einzige „Unruhepol“ nach den Langzeitbesetzungen durch Chris Slade in den 70ern und John Lingwood in den 80ern.
Nun, Earthband-Fans dürften mit diesem Werk nicht so sehr auf Ihre Kosten kommen, weil Mann Dinge wie Dance, Rap, Hip-Hop und Sacral-Pop einsetzt. Das entspricht nicht dem gängigen Erwartungsbild, das man von der Earthband hat, die zu dieser Zeit durchaus noch rockig unterwegs war, wie ich persönlich bei einem Auftritt im Mai 2005 im Festzelt (!) auf dem Maimarkt Mannheim feststellen durfte. Aber jetzt zur vorliegenden CD.
„Demons and Dragons“ ist ein würdiger Opener mit Vocals von Noel McCalla und (im Refrain) Chris Thompson. Als interessanter Einwurf tritt der Rapper Thomas D. von den Fanta 4 gegen Ende in Erscheinung, mit meiner Meinung nach recht passendem Deutsch-Rap. Ich weiss, das polarisiert, aber mir gefällt’s.
Als nächstes würde ich „The History of Sexual Jealousy…“ ansprechen, eine Fortsetzung eines bereits auf der „Soft Vengeance“ angerissenen Themas. Auch hier mit viel gesprochenem Gesang, also der Hip-Hop lässt aus jedem Winkel des Albums grüssen. Gefolgt wird das von einem Instrumental, welches fast ausschliesslich der Gitarre von Mick Rogers gehört. Als meine Frau das Stück gehört hat, hat sie sofort gesagt, dass dies ein russisches Lied ist und hat den russischen Text mitgesungen. Tatsächlich heisst das Original von „Black Eyes“ „Tschornej Otchij“, was auf Russisch eben auch „Schwarze Augen“ heisst. Hier haben wir es nun eher mit Rock zu tun. „Mars“ bringt uns wieder zurück zum von Mann mehrfach verfolgten und bearbeiteten „Planeten-Reigen“ von Gustav Holst, dem er sich schon auf der „Solar Fire“ (1973) und der „Masque“ (1987) gewidmet hat. Also, die Earthband existiert schon noch, es ist insgesamt ein bunter Strauss verschiedener Musikstile auf diesem Album.
Wippender Dance mit schöner Melodielinie dann „Get Me Out of This“, ein erzählter Witz „Frog“ (MM selbst), beide extrem ruhig und Earthband-untypisch. „Frog“ wird über eine Russische Oster-Hymne drüber erzählt, nach den „Schwarzen Augen“ nicht die letzte Russische Anleihe auf diesem Album. Schön hier die Gitarren von Mick Rogers (akustisch und elektrisch). Mit viel Gitarre und der Stimme von Chris Thompson geht es auf “Two Friends“ weiter. Hier wird schon erkennbar, dass diese schöne Stimme des Rock langsam ins Krächzen abdriftet; mit Studiotechnik und viel Earthband noch überdeckt, aber leider wird das in den nächsten Jahren bei Chris Thompson’s Soloprojekten noch deutlicher, was ich an entsprechender Stelle auch kommentiert habe. „Monkmann“ kommt Sacral-Pop-artig rüber, Enigma lässt grüssen.
Beschlossen wird das Album von Mann’schen Tchaikovsky-Interpretationen, wobei insbesondere „Independent Woman“ ein gelungenes Resultat des computerbasierten Mixens von verschiedenen Performances ist. Basisthema ist Tchaikovskys Klavierkonzert No. 1, Studioperformance von Dean Heart/Manfred Mann, Samples Roxanne Shante „Independent Woman“, und auch hier nochmal Deutsch-Rap von Thomas D. Es wirkt alles so geplant und wie zusammen gespielt, dabei ist es nachträglich zusammengesetzt. Irgendwie verblüffend.
In einem im Frühjahr 2005 geführten Interview der Fachzeitschrift „Keyboards“ äussert sich der „Wizard of Minimoog“ (MM) zu diesem damals neu vorliegenden Album, dass es teilweise sehr schwierig gewesen sei (was ich nachvollziehen kann) und dass er, damals bereits 65 Jahre alt, wohl kein neues Rockalbum mehr herausbringen werde. Wie wir heute, fast 10 Jahre später, wissen, stimmt diese Aussage, auch wenn es nochmal ein Album gegeben hat (2014), aber eben keinen Rock. Daran ist dann wohl die Weiterentwicklung des Musikers Manfred Mann als auch sein inzwischen fortgeschrittenes Alter schuld.
„2006“ ist aber ein an den technischen Möglichkeiten und dem Zeitgeist weiterentwickeltes Album, welches grössten Respekt verdient und das Mann’sche Lebenswerk nach oben abrundet. Nach einem gewissen Einhören läuft es inzwischen bei mir relativ oft, übrigens auch für die ganze Familie, Frau und mit Rap gross gewordener (jüngster) Sohn. Ein grosses Ärgernis aber bleibt auch 10 Jahre später immer noch der damalige Kopierschutz. Inzwischen ist ja das Thema bei den Plattenfirmen durch, aber im vorliegenden Fall braucht man ganz schon Technik und Know-how, um die CD zu „knacken“ und der MP3-Welt zugänglich zu machen. Nach einigen Computerabstürzen ist mir das mit CDex gelungen; daher auch statt der vollen 5 nur 4 Sterne. Strafe für das damalige blöde Verhalten der Plattenfirma muss immer noch sein, Joe.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 1, 2016 11:07 AM CET


Forevermore (Ltd.Digipak+Dvd)
Forevermore (Ltd.Digipak+Dvd)
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brachiales Alterswerk oder Variationen über das offene E, 21. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Forevermore (Ltd.Digipak+Dvd) (Audio CD)
Der gute David Coverdale (DC) hätte mal lieber mit dem (damals) letzten Whitesnake-Album 1996 mit dem kongenialen Gitarrenpartner Adrian Vandenbergh und dem 2000 als definitiv letztes Album bezeichneten Soloalbum unter David Coverdale aufgehört. Dann hätte man ihn in guter Erinnerung behalten und ihm eine „musikalische Entwicklung“ attestiert. Diese hatte ihn von seiner Deep Purple-Zeit in den Mitziebzigern, über 2 Soloalben zur Gründung von Whitesnake geführt, die zunächst mit dem Gitarren-Duo Moody/Marsden und Jon Lord an der Orgel als Bluesrock-Projekt recht erfolgreich begannen. Nach zahlreichen Umbesetzungen wurde es Mitte der 80er dann amerikanischer Hair Metal, aber immerhin gelang mit der „1987“ ein Rock-Meilenstein mit dem genialen John Sykes an der Gitarre und ein paar schönen Keyboards vom jetzigen Deep Purple Tastenmann Don Airey. Dann kam die schon erwähnte American Hair Metal Brachial-Phase, gefolgt von einem aussergewöhnlichen Werk mit dem Led Zeppelin Gitarristen Jimmy Page und zum „Abschluss“ die beiden oben genannten Werke.
Was ihn dann geritten hat, in den 2000er-Jahren im fortgeschrittenen Alter nochmal die Brachialwelle mit den beiden amerikanischen Jung-Gitarristen Doug Aldrich und Reb Beach zu reiten, bleibt sein Geheimnis. Die 2011 erschienene „Forevermore“ ist das 2. Studioalbum mit den beiden und bislang letzte, aber da kommt ja jetzt nochmal etwas nach: eine Remineszenz an seine Deep Purple-Jahre und wohl auch an den verstorbenen Jon Lord, bei dessen „Celebrating“-Konzert er im April 2014 fehlte. Wenn man die Tracklist sieht, darf man gespannt sein, das Album kommt im Mai heraus.
Aber jetzt zum vorliegenden Werk, wo sich mir beim Durchhören (und ich hab die CD schon länger) abwechselnd die Fussnägel aufrollen oder ein Schauer über den Rücken fährt, so unterschiedlich ist die Performance oder eben der Eindruck, den sie auf mich macht. Das Album ist eindeutig zu lang und hat zu viele gleiche/ähnliche Stücke, nach dem Motto: so klingt das offene E, wenn ich richtig reinhaue und den Verstärker auf Anschlag einstelle! Hier und da gibt es richtig gute „Variationen“ der beiden Gitarren über dieses gerotzte offene E, aber das geht irgendwie unter. Im „Whipping Boy Blues“ gibt es eine fast 100%-Anleihe vom Coverdale & Page Album, auch an anderer Stelle sind zu viele Eigenzitate zu finden („Dogs in the Street“, „My Evil Ways“). Wenn ich das also zugrunde lege, käme ich maximal auf 3 Sterne. Dann gibt es aber die Midtempo-Shuffles und Balladen, die reissen es wirklich raus. Mit traurig-sentimentalen Texten, die man aber (zumindest ich) sehr gut nachvollziehen und verstehen kann. Ein Zitat von Coverdale lautet ja: „I make songs about love, either in horizontal position or down on my knees”…. Dem ist nichts hinzuzufügen! Jon Lord, immerhin in gegenüber Deep Purple verdrehter Hierarchie fast 6 Jahre bei Whitesnake an der Orgel, mochte DC‘s Texte nie besonders, Zitat „my understanding of lyrics is a different one“.
„Easier Said Than Done“ ist eines dieser Stücke, die mir gefallen, „I Need You (Shine A Light)“, das zweite, beide noch recht hart und in mittlerem Tempo. Mit “One Of These Days“ und „Fare Thee Well“ wird es dann akkustisch-melancholisch, aber mit schönen, teilweise parallel gespielten Sologitarren. Und dann natürlich der Titelsong „Forevermore“, ein Steigerungssong, zunächst akkustisch, zum Ende hin brachial, mit Anleihen bei „Sailing Ships“ von der „Slip of the Tongue“; Ist aber hier nicht schlimm. Für diese 5 Songs würde ich nun wiederum 5 Sterne vergeben.
Das Problem ist, dass die CD nicht ausgewogen ist, und eigentlich nur zwischen 2 Arten von Songs hin- und her wogt. Da fehlt ein Mittelbau, da fehlt Kreativität, die man durch Brachialsound von den beiden Gitarristen nicht ersetzen kann. Die haben das einfach nicht drauf, und Coverdale alleine kann’s nicht richten. Nicht zuletzt fehlt auch ein starker Keyboarder, so wie es in früheren Besetzungen Jon Lord, Don Airey auf der „1987“ und Lester Mendez auf der „Coverdale & Page“ waren. Also kann ich nur schwache 4 Sterne vergeben, wenn es halbe gäbe, wären es 3.5. Trotz allem bin ich aber gespannt, wie die Interpretationen der Songs aus den 70ern auf dem „Purple Album“ ausfallen, Joe.


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5.0 von 5 Sternen Preis unschlagbar – Polfilter super, 21. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Filter kommen auf meiner Canon 600D zum Einsatz, dabei in unterschiedlichen Durchmessern auf allen 3 Objektiven (Weitwinkel-Zoom, Normal-Festbrennweite, Tele-Zoom, alle Canon Original). Die Kombi UV- / Polfilter ist jeweils fest montiert, der UV-Filter erzeugt keine Flares wie an anderer Stelle vermeldet, reduziert ggf. Blaustich und macht ansonsten gar nichts. Der Polfilter ist sehr wirksam, wie ich bereits vielfach beim Fotografieren durch Reisebusscheiben festgestellt habe. Auch Reflexionen auf dem Meerwasser lassen sich je nach Bedarf gut herausarbeiten oder unterdrücken. Die Vergleichsergebnisse von anderen Mitreisenden (ohne diese Filtertechnik) waren in den beschriebenen Punkten oft „erschreckend“. Den FLD-Filter habe ich bislang noch nicht gebraucht, die „Beigabe“ einer Abdeckkappe ist ebenfalls recht nützlich, da man diese schon mal verlieren kann. Insgesamt also sehr empfehlenswert, zumal für diesen Preis, und demnach 5 Sterne, Joe.


Chickenfoot: Get Your Buzz On - Live [Blu-ray] [UK Import]
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DVD ~ Michael Anthony
Preis: EUR 20,29

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Energetischer Rock der Gegenwart, 11. April 2015
Ich hab‘ sie spät bekommen, im Dezember 2014 zum Geburtstag, aber die Aufnahme datiert schon aus dem Jahr 2010, ein Liveauftritt in Phoenix. Es war die Zeit damals um 2009 – 2011, als auf einmal die Supergroups der Rockmusik gegründet wurden und die Dino’s der Szene entweder gehuldigt wurden (Deep Purple Re-Machined, ) oder selbst nochmal in den Ring stiegen (Led Zeppelin, Whitesnake, Deep Purple). Die 2 Supergroups dieser Jahre waren einmal Black Country Communion (BCC) und eben Chickenfoot, jeweils Rock-Vierer, aber mit unterschiedlicher Instrumentenaufteilung. BCC hatte einen Keyboarder, aber keinen „hauptamtlichen“ Sänger, das erledigten Glenn Hughes (bg, voc) und Joe Bonamassa (g, voc) nebenbei gleich mit. Chickenfoot wiederum hatte einen Sänger (Sammy Hagar), der auch passabel Gitarre spielen konnte, aber keinen Keyboarder.
Eben jene Chickenfoot veröffentlichten im Frühjahr 2010 einen Konzertmitschnitt aus Phoenix mit Titeln ihres ersten Studioalbums. Chickenfoot besteht/bestand aus 2 ehemaligen Van Halen Mitgliedern, dem Sänger Sammy Hagar und dem Bassisten Michael Anthony (plus backing vocals), dem Gitarristen Joe Satriani und dem Drummer der Red Hot Chili Peppers, Chad Smith, der sowieso immer eine Menge eigenen „Kram“ macht(e). Natürlich kannte ich „Van Halen“, die Red Hot Chili Peppers (ist aber nicht so ganz meine Linie) und insbesondere Joe Satriani. Selbst Gitarrist, waren mir seine früheren Alben unerreichte Inspiration, besonders „The Extremist“ und „Time Machine“. Aber die mit den Bissonette-Brüdern Matt und Gregg aufgenommenen Alben sind schon etwas anderes als das Chickenfoot-Futter, interessant auch sein kurzes Gastspiel bei Deep Purple nach Ritchies endgültigem Abschied in Japan und im Sommer 1994 in Europa. Ich habe davon seltene Aufnahmen, ins Studio ist er ja bekanntermassen mit ihnen nicht gegangen, wegen offener vertraglicher Verpflichtungen mit seiner Plattenfirma (als ob man das nicht hätte regeln können….). Insofern wissen wir nicht, was aus Deep Purple mit Joe Satriani geworden wäre, aber wir kennen das Ergebnis mit Steve Morse und das Ergebnis bei Chickenfoot, obwohl beide, das sei klar gesagt überhaupt nicht vergleichbar sind.
Diese 4 Superstars formierten nun zu einer neuen (Super)group und mussten versuchen, ihr jeweiliges Solo-Ego in den Dienst einer Gemeinschaft zu stellen. Das ist zumindest auf dieser DVD hervorragend gelungen. Ein über 60 Jahre alter Sammy Hagar tigert wie ein Mitzwanziger über die Bühne, die Rhythmusgruppe um Chad Smith und Michael Anthony legt eine multidimensionale Basis und Joe Satriani stellt sich weitgehend in den Dienst der Band mit sehr viel Rhythmusgitarre, allerdings auf höchstem Brecherniveau, und nur wenigen Biiiih-Soloeinlagen. Hier und da ist der „Master of the Brett“ aber ein bischen allein, ähnlich Jimmy Page bei Led Zeppelin. Warum schnappt sich Sammy Hagar nicht öfter mal die Gitarre für eine solide Rhythmusbegleitung, damit Joe so richtig loslegen kann? Aber das wäre ja dann Joe Satriani und eben nicht Chickenfoot. Auf der o.g. „Re-Machined“ gibt es eine (Live-)Aufnahme von Deep Purples „Highway Star“ von Chickenfoot, die ist sowas von cool und super: da spielt Satriani mit Hilfe seines „Bretts“ das Orgelsolo von Jon Lord nahezu originalgetreu – aber auf der Gitarre. Auch bei diesem Auftritt in Phoenix kracht es hier und da mal ganz ordentlich und der Funke springt auch zum Publikum über und wieder zurück. Zum Schluss gibt es nach dem Material des ersten Studioalbums (mehr hat man halt noch nicht) noch einen Song von Sammy Hagar und ein Cover von „The Who“ (My Generation) inklusive Zerlegung des Schlagzeugs von und mit Chad Smith.
Das erwartete zweite Studio-Album gab es dann auch noch, interessanterweise „III“ betitelt, aber danach kam nichts mehr, was wohl insbesondere an den Verpflichtungen von Chad Smith liegt. Aber auch Joe Satriani strebt wohl eher wieder nach seiner Solokarriere. So können wir auch hier – genau wie bei BCC (siehe meine zukunftsweisende Rezension dort) – wohl das Ende dieser Supergroup vermelden. Zumal inzwischen auch die Zeit für die Rock-Remakes wohl langsam abläuft. Da haben alle nochmal kräftig abgesahnt, na ja, und wir alten Fans unsere Freude gehabt. Viel wird wohl nicht mehr nachkommen, daher hier nochmal 5 Sterne, Joe.


Schicksalsjahre [2 DVDs]
Schicksalsjahre [2 DVDs]
DVD ~ Maria Furtwängler
Wird angeboten von best_buy_media
Preis: EUR 39,90

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schicksalsjahre: Deutsche (Nach-)Weltkriegsrealität im Fernsehen, 10. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Schicksalsjahre [2 DVDs] (DVD)
Gleich 2 Mal wurde ich in jüngster Vergangenheit mit Filmen über die deutsche Weltkriegs- und Nachweltkriegsrealität im Fernsehen (ZDF) konfrontiert: Im Januar „Tannbach“ und diese Woche mit der Ganzfilmversion von „Schicksalsjahre“. Mir war nicht klar, dass dieser Film nach der Vorlage des Buches von Uwe-Karsten Heye bereits als Zweiteiler 2011 gelaufen war, zudem wurde er an diesem Abend durch das aktuelle Sportgeschehen (DFB-Pokal) „gestört“. Deshalb werde ich mir zum „Aufarbeiten“ noch die DVD-Version besorgen.
Selbst Nachkriegskind (geb. 1953) habe ich manches noch selbst erlebt und bin sehr interessiert an filmischen Aufarbeitungen aus dieser Zeit, zudem nahezu entsetzt über das weit verbreitete Unwissen über das, wie es damals war. Logischerweise am meisten bei der sog. Jugend, die lieber mit ihren Handys spielt, anstatt sich so etwas mal im Fernsehen anzusehen. Tannbach alias Mödlareuth liegt in Oberfranken (Nähe Hof) nicht so weit weg vom Wohnort meiner (verstorbenen) Tante, und mit Kriegsheimkehr hatte auch meine Familie ihr Schicksal. Mein Vater erfuhr erst bei seiner Heimkehr aus jugoslawischer Gefangenschaft, dass seine Frau inzwischen tot war, und der Mann meiner Mutter war wohl in einer Schlacht an der Ostfront gefallen, aber nie gefunden/identifiziert worden. Logischerweise bin ich das Produkt ihrer jeweils 2. Ehe, so wie es wohl Wolfgang Heye in dem Film gemacht hat. Immer mal wieder war die eventuelle Rückkehr des ersten Mannes meiner Mutter auch bei uns ein Thema, das man mir gegenüber aber verschleiert hat, genau wie das Grab der ersten Frau meines Vaters. Ich will damit nur beleuchten, so war die Zeit damals, es gab viele Tabus, man sprach viel über die Vergangenheit, und hat dabei teilweise auch die Gegenwart etwas aus den Augen verloren.
Wenn man die Zeit vor, während und nach dem Krieg nun filmisch-künstlerisch aufarbeitet, wie in den beiden vorgenannten Mehrteilern, braucht man eben auch optische, emotionale und dramaturgische Möglichkeiten; es kann nicht alles so gezeigt werden, wie es wirklich war, das wäre langatmig und langweilig. Zu einer filmischen Aufarbeitung gehört die dramaturgische Verdichtung, wie z.B. auch in Tannbach, Teil 3. Insofern kann ich einige der z.T. „verbissenen“ Kommentare hier nicht nachvollziehen, auch nicht die teilweise Kritik an Fr. Furtwängler, obwohl ich nicht wirklich zu ihren Fans gehöre. Soweit ich das von meiner Oma und Mutter noch weiss, hat sie eine Frau aus dieser Zeit überzeugend dargestellt, zumal mit diesem aussergewöhnlichen Schicksal (2 Mal vom jeweiligen Regime erpresst, doppelte Totmeldung). Beide 2- bzw. 3-Teiler sind vom ZDF aufwendig umgesetzt worden, mit unseren Fernsehgebühren, wie man so schön sagt. Aber ich finde das durchaus sinnvoll, wenn man eine Historienaufarbeitung in dieser Form macht. Weit besser jedenfalls als jeden Tag von der Absturzstelle einer modernen Tragödie live zu berichten. Aber das ist meine persönliche Meinung.
Es gibt Tragödien zu jeder Zeit, manche berühren einen persönlich mehr als andere, gegeneinander aufrechnen darf man sie jedoch nicht. Als Kind der 50er Jahre, das übrigens in der reichen Bundesrepublik Deutschland selbst seine Schicksalsschläge erlebt hat, war ich jedenfalls bei „Tannbach“ zu Tränen gerührt und schäme mich ihrer auch nicht. Ich bin mir sicher, dass es genauso so sein wird, wenn ich mir vor allem den 2. Teil von Schicksalsjahre nochmal nachträglich auf DVD anschaue. Für die Umsetzung durch das ZDF (welches ich ab und an übrigens auch kritisiere) und das bisher Gesehene vergebe ich 5 Sterne, insbesondere weil ich in dieser Hinsicht „sendungsbewusst“ bin (sinnlose Kriege, die nur für wenige Mächtige „erfolgversprechend“ sind). In dieser Hinsicht habe ich übrigens durch meine ukrainische Ehefrau persönlichen Frieden mit den einstigen Feinden von damals geschlossen.

Grüsse Joe
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 6, 2016 12:18 AM MEST


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