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Rezensionen verfasst von
Tom Kernbichler "darkscenetom" (Innsbruck)

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Angel in Disguise
Angel in Disguise
Wird angeboten von EHFIGHTBACK
Preis: EUR 20,99

5.0 von 5 Sternen Unentdeckte Perle!, 12. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Angel in Disguise (Audio CD)
"Angel In Disguise" ist das zweite Album das die Franzosen Shannon nach ihrem selbst betitelten 2003er Debüt in die Reihe stellen. Unscheinbar, weil trotz aller guter Ansätze doch recht kitschig verpackt, erwarte ich mir von Anfang an gleich gar nix, werde aber durchaus positiv überrascht. Wer Shannon heißt und am Cover eine Dame platziert, darf sich nicht wundern, wenn der potentielle, unwissende Kunde an ein Album mit Frauenstimme glaubt. Wer aus Frankreich kommt, kann auch nicht voraussetzen, dass auch nur irgendwer auf diesem Planeten daran glaubt, dass der hartmetallische Inhalt im Jahre 2008 bedeutend sein könnte.

Shannon jedoch stellen solche Vorurteile gehörig auf den Kopf und werden trotz solcher Startschwierigkeiten durchaus ihre Fans finden. Klassischer Westküsten Hard Rock/Melodic Metal mit knarzenden 80er Riffs, coolen (teils mehrstimmigen) Refrains und durchwegs saftig treibenden Rhythmen ist es, der mich von Beginn an am Hoden packt und von alten Zeiten träumen lässt. Auch wenn Fronter Patrice Louis gesangstechnisch manchmal leicht im Joacim Cans Korsett gefangen scheint, auch wenn man natürlich in keinster Weise auch nur irgendwelche Neuigkeiten auf "Angel In Disguise" entdecken darf, weiß dieses sehr nostalgisch ausgerichtet Stück Musik fast ausnahmslos zu gefallen.
Es ist mir ein Rätsel wie im Grunde so unrockbare Menschen wie die Franzosen dermaßen US-mäßig zu Werke gehen können. Trotz vieler Melodien zeigen sich Shannon mit superb warmem Gitarrensound, kommen ihre Songs durch die Bank auf den berühmten Punkt, der in vorliegendem Falle irgendwo zwischen Dokken, Wycked Synn, Fifth Angel, Steelheart und Pink Cream 69 liegt.
Um Herrenjeans zum Beulen und Damenslips zum schmelzen zu bringen fehlen Shannon zwar noch der allerletzte Flocken Coolness, Treffsicherheit und Rock Attitüde, geneigte Melodic Rock Fans die lieber nach Übersee äugen, als sich mit europäischen Zunftvertretern zu befassen, können bei Nummern wie dem kantigen Ohrwurm "Do You Know", einem knarzenden Hit wie "Hungry For Love", oder dem mit mehrstimmigen Gesängen aufpolierten "No More Lies" überhaupt nix falsch machen. Die Produktion ist auch genau so wie sie sein soll, der immer noch schwanzorientierte Hard Rock Fan älteren Semesters wird beim Schmachtfetzen "On And On" die ein oder andere übrig gebliebene Rock Maus der 80er auch noch zum Spagat zwingen und wer ein wenig Staub und Blues in seinem Morgenbierchen will, der wird beim erdigen Gitarrenrocker "Keep On Rolling" ebenso bedient, wie bei "No Better Times".

Shannon sind eine der positivsten Überraschungen des bisherigen Jahres und ein gefundenes Fressen für Fans oben genannter Klänge. So ein cooles Album mit dermaßen viel glaubwürdigem US-Flair und kleinen Hits, die Ende der 80er ohne Wenn und Aber die MTV Charts geknattert hätten, muss ein Herr Don Dokken erst mal hinkriegen!


Blackstar
Blackstar
Preis: EUR 5,99

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verneigung vor einem der visionärsten und glaubwürdigsten Künstler unserer Zeit!, 9. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Blackstar (Audio CD)
Rock und Metal hin oder her. Es gibt Künstler, an denen kommt man einfach nicht vorbau und genau deswegen hör ich mir eigentlich seit Ewigkeiten jede neue David Bowie Scheibe an. Zu viel hat dieser unberechenbare Ausnahmekünstler zu sagen. Zu große und revolutionäre Kunst hat er seit 1967 erschaffen und betrachtet man sein Gesamtwerk, dann kann man Mr. Bowie getrost als Crossoverkünstler bezeichnen. Die Scheibe, die er uns nun genau zu seinem 69. Geburtstag präsentiert, macht seinem Namen einmal mehr alle Ehre. "Blackstar" ist gespenstisch, dunkel und mysteriös. Experimentell, unbequem und voller Anspruch. David Bowie fordert seine Hörer mit ruhigen, jedoch durchwegs morbiden Klängen, die am ersten Anblick einmal mehr schwer verdaulich sind, endlich aber wieder wie eine homogene, dramtische Vertonung von Isolation, Angst und Abgründen des Wahnsinns klingen, wie sie nur Bowie vollbringen kann. Verpackt in eine stilvolle Melange aus Rock, Elektronik, Jazz und Fusion.

Der knapp 10-minütige Titelsong steht an vorderster Front von "Blackstar" und genau dieser packende Track hat es mir von Beginn an angetan. Die düster und beklemmende Stimmung erinnert mich von Anfang an " 1. Outside: The Nathan Adler Diaries" (zum Classic Review), die großartige und vollkommen verstörte 95er-Bowie Scheibe, die ich damals rauf und runter gehört habe. Das ist der Bowie den ich hören will. Verstörte Gesänge, beklemmende Sounds und morbide Saxophonakzente schüren eine Stimmung, wie man sie in visueller Note von David Lnych kennt. Spätestens wenn Bowie "I'm a Blackstar, I'm not a popstar" flüstert und dafür die Gesangslinien und Melodien einer potentielle Hitsingle opfert, dann weiß man, dass dieser Mann genau das tut was er will, und dass ihm jegliche kommerziellen Auswirkungen völlig egal sind. Ein schlicht großartiger Track, dem im Jahre 2016 allein schon eine Höchstnote gebühren würde!

David Bowie hat auf "Blackstar" aber mehr zu bieten. "Tis A Pity She Was Whore" klingt einfacher und harmonisch, will mit seiner verkopften und monotonen Freejazz-Rhythmik aber auch nur bedingt als eingängig gelten. Auch hieraus hätte der Meister, wenn er denn gewollt hätte, einen Radiohit machen können. Wollte er aber nicht und genau so wenig war das bei der zähen und depressiven Single "Lazarus" der Plan. Nach mehrmaligem Hören ist aber auch dieser mental durchaus unbequeme und experimentelle Track ebenso intensiv, wie das beklemmende "Sue (Or In A Season Of A Crime)". "Girl Loves Me" ist in Folge wohl der "normalste" Song von "Blackstar", "Dollar Days" der Inbegriff einer unkommerziellen, melancholischen quasi-Ballade und das finale "I Can't Give Anything Away" einfach nur ein starker Bowie-Song, der wohl auch zu mehr Mainstream getaugt hätte, wenn sein Schöpfer es gewollt hätte.

Wenn sich ein knapp 70-jähriger auf seiner 25. Scheibe immer noch in seiner ganz eigenen Welt präsentieren kann, ohne auch nur einen Millimeter nachzugeben. Wenn ein "alter Mann" noch immer grenzmorbide und bizarre Alternative Pop Alben wie "Blackstar" machen kann und dazu noch einen stilvollen Videoclip präsentiert, der verstört und beklemmt, dann kann man nur seinen Hut ziehen.

Bowie war bis auf wenige Momente der 80er Jahre nie wirklich Mainstream (und selbst da war er sensationell!) oder gar angepasst und kommerziell. Vielmehr war er immer unbequem, störrisch, radikal und alternativ und genau deshalb kann man "Blackstar" als das neue "1. Outside" bezeichnen. Nicht ganz so krank, morbide und zwingend und auch nicht so laut und heavy, aber dennoch ein weiterer unverkennbarer und überzeugender Release des Briten und wer Hits hören will, der muss sich bitte sowieso woanders umsehen.

Es gibt an dieser Stelle keine Benotung, aber eine tiefe Verneigung vor einem der visionärsten, besten und glaubwürdigsten Künstler unserer Zeit!


schlage mein Herz, schlage
schlage mein Herz, schlage
Preis: EUR 15,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchst stimmungsvoll, kopflastig und intensiv., 1. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: schlage mein Herz, schlage (Audio CD)
Bizarr, exzentrisch, weltoffen und grenzenlos. Das sind die Attribute die mir einfallen, wenn ich "Schlage mein Herz schlage" anhöre. Das sind Mayfair und sie sind 15 Jahre nach ihrem letzten Album immer noch so störrisch, querköpfig und einzigartig, wie eh und je.

Die Masse wird diese Band nie lieben. Das ist auch nicht der Anspruch. Der Anspruch dieser Band ist die Umsetzung ihrer individuellen, ihrer bizarren und markanten Kunst.
Zur Selbstbefriedigung und zur Befriedigung ihrer treuen Fans.
Lieber 100 Kenner die Mayfair lieben, als 1000 Alibifans und Plagiate vor der Bühne. Das hat uns Gitarrist Rene vor kurzem im Smalltalk zur Reinkarnation einer heimischen Stil Ikone (zum Interview) nachhaltig verdeutlicht und das transportiert auch "Schlage mein Herz, schlage".

Mayfair nehmen uns von Beginn ihren neuen Albums an zart an der Hand und gleich der deutschsprachige Titeltrack erinnert uns von Beginn an daran, dass "Behind" nicht der letzte Streich von Mayfair war. "Schlage mein Herz, schlage" setzt "nicht" offensichtlich an der just re-releasten Debüt-EP an, welche trotz überdimensionaler Note der Exzentrik und Eigenständigkeit noch am ehesten den Früh-90er Prog Mustern entsprach, sondern am Gesamtkontext der drei bisherigen Veröffentlichungen der Vorarlberger. Das macht die Sache weit genreoffener und extravaganter. Mit seinen sphärisch poppigem Touch, der hypnotischen Melodie und den verstörten Gesängen zeigt sich der Opener als perfekter Wachrüttler. Immer mehr zur Hysterie tendierend ein wunderbarer Einstieg, der einen behutsam aber dann immer intensiver in das Album mitnimmt, bevor das richtiggehend großartige "Firestorm" chillig und entspannt mit einem rabiaten Refrain und großer Melodie punktet und ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen vermag.
Herrlich, wie Mayfair verschiedenste Stilistiken kombinieren, um uns den Weg zu ebnen, aber immer zur Eigenverantwortung zu mahnen.

Psychedelischer, teils sphärischer und alternative-tauglicher Pop, Rock, Wave und Gothic sind die vier Eckpfeiler der Österreicher und wenn’s denn sein muss nennen wir es Prog, ohne damit genügend Raum der Interpretation zu schaffen.

Die Produktion so einer avantgardistischen Scheibe ist natürlich auch völlig anti-Metal. Der Inhalt trotz aller Vehemenz und Rohheit eigentlich auch. Natürlich kann man Nuancen alter Bekannter wie Depressive Age oder Psychotic Waltz noch immer im Ansatz erahnen, solche Querverweise tun Mayfair und ihrer verkopften, aber völlig eigenständigen Kunst aber total unrecht. Natürlich erinnern die flüsternden deutschen Vocals mitunter an klassische Dark Wave- und Gothic Bands der 90er Jahre. Klar kann man auch Pink Floyd zu Rate ziehen, wenn man sich durch die Instrumentalakrobatik von Mayfair hantelt. Im nächsten Moment darf es dann aber vielleicht auch etwas der frühen The Cure aber auch Gypsy Kiss sein, also lassen wir das bitte endgültig sein.

Spätesten "wwwrong" lässt all das sowieso nicht mehr zu.
Verstört, bizarr und irr klingen die Gesänge, die flüsternden Stimmen und die hypnotisch verstörenden Instrumentalisierungen. Ein toller Song, verdammt psychedelisch und in seiner Aura beinahe mit destruktiven The Doors-Vibes veredelt. Starke aber harte Kost, auf die Erholung folgen soll. "Drei Jahre zurück" ist sozusagen intellektuell dargebotener Deutsch Pop/Rock fürs Alternative-Radio. "Zeitgemäßer NDW mit Hirn aus dem Ländle" könnt man ihn auch nennen, diesen defensiv groovenden und mit feinem Text überzeugenden Song, der erst in der zweiten Hälfte mit druckvolleren Riffs auffährt. Richtig gelungen und absolut eingängig. Eigentlich hitverdächtig und viel zu nachvollziehbar für das verstörte und für mich nur schwer lieb zu gewinnende "Abendp_rno".

Aber alles muss einem schließlich ja nicht gefallen denkt sich der, der es immer einfacher hat über etwas zu urteilen, als etwas zu erschaffen.

Es ist soweit. Die Gedanken schweifen aus. Der provozierte Tagtraum ist in voller Blüte, während der Regen die Fenster streichelt. Keine Ahnung an welcher Stelle von "Schlage mein Herz, schlage" ich mich gerade befinde. Ist das Jazz das ich da gerade höre? Ich bin kein Musiker, aber es könnte sein. Also sammeln wir uns und gehen den geleiteten Weg zu "Island", der melancholischen Ballade des Albums. Atmosphärisch und fragil, aber offensichtlich betont homogen und stimmungsvoll nehmen uns Mayfair an der Hand, um mit ihnen in Emotionen und Schwermut aufzugehen. Ein wunderschönes, zurückhaltendes Stück Musik. Ebenso schwer in Worte zu fassen, wie der Rest des Albums. Psychedelisch und melodisch wie das großartige "Drei Jahre zurück". Voll von Angst, Hoffnung und Melancholie. Ein reduziertes aber dennoch düsteres Riff und klare eingängige Gesänge betören uns und wollen uns nicht loslassen.

Wenn 100 Menschen den Sound von Mayfair beschreiben müssen, muss davon ausgegangen werden, dass über 90 nach Worten und Attributen ringen würden, um nur halbwegs ein brauchbares Ergebnis zu erzielen.
Den "Klang" der Österreicher zu beschreiben ist selbst für denjenigen, der das "Werden" dieser Band von Anbeginn an verfolgt, eine absolute Herausforderung und man muss auch den Mut haben das einzugestehen. Genau das lassen uns Mayfair mit Überzeugung spüren, denn die morbide und beklemmende Welt von "Tric Trac" mit den psychedelisch ruhigen Gitarren, den beschwörend flüsternden Gesängen und einem aggressiv und furchteinflößenden Refrain sind sicher nicht für jedermann geschaffen.
Alpha und Omega.

Die sehr persönlich geartete Einleitung dieses Reviews spiegelt sich in jeder Sekunde von "Schlage mein Herz, schlage" wieder und je tiefer ich in dieses Album eintauche, desto klarer wird die Machtlosigkeit, die uns die Band auferlegt. Das Klangspektrum Mayfair’s ist nicht zu greifen und muss auch nicht in Worte gefasst werden. Wer die Lust, den Nerv und den Intellekt für ein weltoffenes Rockalbum hat, der muss hier reinhören. "Er" oder "Sie" werden den bizarren Alternative-Doom-Monolithen "Bitter Sweet" ebenso verstehen, wie das minimalistische Trance-Finale "Der Abschied". Vielleicht werden "Er" oder "Sie" auch die schwere, irgendwie britische Note verspüren, die ich immer wieder zwischen den Takten des Album zu orten glaube oder zu orten versuche. Vielleicht auch nicht, aber dann ist es auch egal, da "Schlage mein Herz, schlage" ebenso wenig ein "richtig" oder "falsch" zulässt, wie seine drei Vorgänger.

Wer Mayfair hört und wer sich auf Mayfair einlässt, der muss die Kunst der Vorarlberger auf ureigene Weise in seine kleine Welt einbauen. Anders kann man hier nicht existieren und anders kann und will diese Band wohl auch nicht verstanden werden. Alltägliches ist hier nicht die Regel und wer ein Metal Album sucht, muss bitte woanders stöbern.

"Schlage mein Herz schlage" ist ein unfassbar dichter und intensiver Psychedlic-Trip durch verschiedenste Sparten der Rockmusik.
Höchst stimmungsvoll, kopflastig und intensiv.

Kein Album für jedermann.
Kein Album, das es herkömmlich zu bewerten gilt.
Kein Album für jede Stimmung und letztendlich gilt einmal mehr nur ein Wort als Beschreibung der schwer greifbaren, aber großartigen Kunst von Mayfair:

Avantgarde!


Systematrix
Systematrix

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles und zeitgemäßes Prog Metal Album!, 31. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Systematrix (Audio CD)
Spät aber doch, landet die neue Ivanhoe in meinem Player. Aber besser spät als nie. Es wäre eindeutig viel zu schade, wenn ein eigenständig und starkes Prog Metal Album wie "Systematrix" in der Releaseschwemme unserer Zeit untergehen würde. Kompflastig aber ungeheuer atmosphärisch ist sie nämlich, die neue Ivanhoe. Die Dream Theater Anbiderung vergangener Tage ist Geschichte. Vertrackte Momente, hymnische Gesänge und eine zeitgemäße Aura zeichnen die düsteren Songs von "Systematrix" aus. Maraya, Redemption, Beyond Twilight aber auch Bands wie Everon kommen mir heute in den Sinn, während sich die zwölf wuchtigen, aber keineswegs überharten Songs der Deutschen über mich ergießen. Der schön groovende Opener, der bizarr anmutende Titeltrack oder ein großartiges "Learning Path" sind mit das Beste, das die deutsche Prog Metal Szene in den letzten Jahren verbrochen hat. Ein superber neuer Sänger, dichter Gitarrensound und hypnotisches Riffing, wie es Queensryche in den 90er gerne hatten und wie es Bands wie Redemption zuletzt perfektionierten, türmen sich mit unaufgeregtem und unaufdringlichem Songwriting zu unscheinbaren, aber wirklich gekonnten Soundkolossen.
Beim melancholisch ruhigen "Madhouse" kommen einem britische Könner wie Arena ebenso in den Sinn, wie die früh 90er Queensryche, bei "Walldancer" darf es dann etwas härter werden und auch im wuchtigen Kleide machen Ivanhoe ebenso eine super Figur, wie beim hitverdächtigen "Human Letargo".

Moderner Sound, dichte Arrangements fernab aller Kitsches, eine deutlich amerikanische Note und die völlige Abkehr von irgendwelchen Trendanbiederungen machen die zwölf Prog Hymnen von "Systematrix" zeitlos und klasse. Eine perfekte Produktion, die Ideologie jederzeit anspruchsvoll aber nie anstrengend zu agieren und der absolut zeitgemäße Sound, machen diese Scheibe zu einem absoluten Juwel für Prog Metal Freaks!

Fazit: Die sechste Ivanhoe ist meiner Ansicht nach die beste, die der Band je gelungen ist. Somit ist "Systematrix" nicht nur seit Jahren die erste Scheibe der Deutschen, die ich mir auch mit bestem Wissen und Gewissen kaufen werde, sondern deswegen getraue ich mich auch, dieses schöne Stück Musik all jenen ans Herz zu legen, die oben erwähnte Bands genau so verehren wie ich!


Kata Ton Daimona Eaytoy (Ltd.Digibox)
Kata Ton Daimona Eaytoy (Ltd.Digibox)

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Episch. Tiefschwarz. Spannend., 3. März 2013
Rotting Christ gibt es schon eine gefühlte Ewigkeit. Irgendwie immer ein Thema, aber nie in aller Munde treiben die Griechen nun schon seit 26 Jahren ihr Unwesen. Dass die Tolis-Brothers dabei schon beinahe alle Spielarten des extremen Metals ausgekostet haben, zeigt der musikalisch farbenfrohe Backkatalog. Mir persönlich liegt die rüde Grindcore- oder Black Metal Note der frühen Alben der Athener zwar reichlich fern, spätestens seit einer wirklich starken Liveshow vor einigen Jahren und seit ich mir die superben Werke "Theogonia" und "Aealo" genauer zu Gemüte führen konnte, hab ich Rotting Christ trotz des belämmerten Bandnamens fest am Programm stehen. Nun liegt mir also "Kata Ton Daimona Eaytoy" vor und eines steht fest: Die Scheibe enttäuscht zu keiner Sekunde. Rotting Christ fahren all das auf, was ich an ihnen lieben gelernt habe. Was die Griechen hier über volle Albumlänge mit konstanter Spannung zelebrieren, ist so was wie der perfekte Mix aus griechisch mystischer Folklore, düsterer Dark Metal Präsenz mit all ihrer choralen Opulenz, fett drückendem Death Metal und rabenschwarzer Black Metal Aura. Dabei sind Rotting Christ neuerlich unfassbar kreativ, exotisch und experimentell. Brutal harte Grooves, manchmal gar maschinell wie bei jüngeren Dimmu Borgir Brachialwatschn, fette Therion-Chöre- und treibende Rhythmen, werden mit melodischen Gitarren und dunklen Gesängen zu einem Klangcocktail vermengt, der von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt und beeindruck.

Dabei ist "Kata Ton Daimona Eaytoy" ebenso episch, wie brachial. Rotting Christ sind komplex und detailverliebt, rasant und mächtig zugleich. Griechen mit Wikingern zu verbinden ist Nonsens. Dennoch atmet die neue Rotting Christ mitunter die Rhythmik von Bands wie Naglfar und Emperor, denen man die Schlagmannwucht eines Langschiffes zuordnet und deren nordische Schwere und Kälte. Auch Ex Deo kommen einem kurz in den Sinn, wenn man sich durch bombastische Death Metal Kolosse kämpft, und dabei auch immer wieder an die mächtigen Samael denken muss. Das schwer bewaffnete "Cine Iuebste Si Lasa", ein unfassbar fettes "Cine Iubeste Si Lasa", das explosive "P'unchaw Kachun-Tuta Kachun" oder das wüste "Gilgames" sind Musterbeispiel dafür, wie man die Essenz rüden Death- und Black Metals mit Hochglanzsound, anziehender Dark Metal Harmonie und Wucht verbindet, um Brücken zu schlagen.

"Kata Ton Daimona Eaytoy" ist ein musikalisches Abenteuer, bei dem es weniger um den einzelnen Song, als um ein komplettes, großes Ganzes geht. Ähnlich wie ihre Landsleuten von SepticFlesh mit ihrem großartigen "The Great Mass " Album haben Rotting Chris ein Werk am Start, das vor Spannung, Ideenreichtum und Details nur so strotzt und dabei dennoch zu jedem Moment erhaben, mächtig und absolut anziehend wirkt.

"Kata Ton Daimona Eaytoy" ist kein Kindergeburtstag und entfaltet seine Größe auch sicher nicht beim ersten Hören. Absolut Klasse, verpflichtend und einer der ersten pechschwarzen Pflichtkäufe des Jahres ist dieses Album aber dennoch!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2014 10:13 PM MEST


Captive Breeding
Captive Breeding
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Das bisherige Thrash Highlight 2012!, 29. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Captive Breeding (Audio CD)
Perzonal War sind für mich persönlich spätestens seit "Different But the Same" und dem großartigen "Faces" eine ganz große Nummer. Dass die Deutschen dennoch, und trotz dreier weiterer Klassealben immer noch so was wie ein Geheimtipp sind, tut umso mehr weh. Wenig europäische Speed-/Thrash Metal Bands haben eine derart eigenständige Gangart, ohne sich Jahr für Jahr neu zu orientieren, oder sich den plumpen Vorwurf gefallen lassen zu müssen, eine weitere Combo zu sein, die ideenlos im Fahrwasser von Exodus, Slayer oder Testament wütet.

Perzonal War haben Charisma, natürlich erinnern sie immer wieder mal an Metallica, das bringen manche Riffs und vor allem die tolle Stimme von Matthias Zimmer einfach mit sich, hört man sich "Captive Breeding" aber genau an, dann wird auch der letzte Skeptiker erkennen, dass die Jungs mittlerweile völlig eigenständig agieren. Perzonal War schaffen das Kunststück modern und zeitgemäß zu klingen, ohne ihre Liebe zum ehrlichen Thrash- und Speed Metal verleugnen zu müssen. Die Gitarren braten wieder mal an allen Ecken und Enden, wenn man sich durch die 13 neuen Songs pfeffern lässt. Die Drums sind ein absoluter Orkan, die Grooves und Rhythmen erreichen teilweise fast Prong-Niveu, sind fett und abwechslungsreich, und für Melodie und Brachialität sind trotz massiver Tempowechsel einmal mehr ausreichend Raum geboten, um dem Album vor allem eines zu garantieren: Langzeitwirkung! Auch wenn das Quartett mitunter etwas sperriger als bislang zu Werke geht, ist "Captive Breeding" ein superbes Stück harten Metals.

Spätestens wenn der Opener mit filigranen Melodien und hemmungsloser Härte in voller Lautstärke aus der Anlage bricht, müssen all jene Fans dieser Band werden, die sie bisher nicht am Radar hatten. Das knallt nicht nur wegen der perfekten Produktion. Perzonal War wissen wie man Druck macht, melodische Gitarrenleads und eingängige Gesänge in durchdachte Thrash/Speed Kolosse einbaut, ohne den Hörer zu überfordern, und auch wenn vielleicht nicht jeder einzelne Songs von "Captive Breeding" ganz am Limit agieren kann, ist es unumstößlich, sich mit genialen Momenten wie "Dead Man's Theories", einem fetzcoolen "Lost", dem melodisch hymnischen "Candor Hurts" oder der superb groovenden Rausschmeißer "My Fate" zu befassen. Und weil die Deutschen mit "Tongues Of Cleavage" und dem absolut großartigen "The Cocoon" (der groovige Instrumentalteil treibt dem die-hard Speed Metal Fan in der Tat die Tränen in die Augen!) noch zwei totale Brecher im Gepäck haben, muss ich hier einmal mehr die Lanze für diese geile Band brechen, die konstant und ohne Rücksicht auf Verluste ihren Weg geht und seit Jahren ehrliche und überdurchschnittliche Alben veröffentlicht.

Perzonal War haben ihre unverkennbare Duftnote gefestigt, weiterentwickelt und einmal mehr eines der besten europäischen Speed/Thrash Alben des Jahres am Start. "Captive Breeding" garantiert absolute Langzeitwirkung und ist ebenso unkommerziell, wie zeitgemäß und klasse.
Diese Band ist seit vielen Jahren verdammt noch mal viel zu gut, um in der Masse unterzugehen!
Also reinhören!


Monolith
Monolith

5.0 von 5 Sternen Pflichtkauf für stilsichere US Metal Fans !, 29. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Monolith (Audio CD)
Was für ein Album!
Ist "Monotlith" der heilige Gral des Metal Jahres 2012?
Der "test of time" wird es zeigen, in jedem fall aber sind Ethereal Architect aus Texas eine der heißesten Bands, die der Metal Underground momentan zu bieten hat, und ihr zweites Album ist beinahe makellos. Ich gebe zu, es hat den ein oder anderen Anlauf und die ein oder andere beharrliche Nachfrage seitens Fräulein "CM" mehr benötigt, bis ich mich so richtig auf das Werk des Quartetts einlassen wollte. Nun aber, da "Monolith" wie von Gott gesandt livehaftig in meinen Gefilden angekommen ist, und zur "beschaulichen" Freude meiner besseren Hälfte auf und ab rotiert, um mich immer wieder aufs Neue zu absoluter Begeisterung zu treiben, erkenne ich die gesamte Schönheit und Klasse dieses schlicht und unscheinbar verpackten Meisterwerks.

Ethereal Architect haben alles, was es braucht um die Szene aufzurollen. Sie sind hochexplosiv, sie sind zart, gefühlvoll und dennoch immer wieder so bodenständig hart. Jeder einzelne Song dieses abwechslungsreichen Albums lebt von unfassbar geilen Spannungsbögen, großartigen Instrumentalabfahrten und endlos geilen Vocals. Jeder Moment ist trotz aller Spielereien absolut songdienlich arrangiert, die Melodien gehen runter wie Öl und vergolden einen nahezu perfekten Mix aus traditionellem, knackigem US Metal und progressiven Strukturen, der nie anstrengend wirken will, sondern von Durchlauf zu Durchlauf immer noch mehr verzaubert. Somit sollte auch all jenen die Scheu genommen sein, die sich nicht auf elendslanges Gefrickel und anstrengend ausufernde Instrumentalabfahrten einlassen wollen. So viel Aufwand ist keineswegs notwendig, um die großartigen Kompositionen dieser unsagbar potenten Amis verstehen zu können. Ethereal Architect legen Wert auf Songs, treibend, durchdacht, clever und gefühlvoll arrangieren sie ihre Miniepen, in denen klassischer Heavy Metal ebenso Raum findet, wie transparente, selbstredend völlig kitschfreie, Prog- Power Klänge, melancholisch ruhige Parts und thrashige Nuancen.

Abwechslung, Ideenreichtum und absolut durchdacht inszenierte Klangfarben sind Trumpf auf "Monolith". Akustische Farbtupfer, eine Vielzahl lateinamerikanischer Einflüsse und extravagante Ausbrüche lassen jeden Ton der Scheibe lebendig, hungrig, frisch klingen. Über allem jedoch stehen die großartigen Melodien die sich, egal zu welcher Gefühlslage der Instrumente sie gerade tanzen sollen, perfekt anfühlen, die erhaben, emotional und eingängig zugleich scheinen, und "Monolith" gemeinsam mit den großartigen, markanten Vocals und Gesangslinien von Adam Contreras endgültig in den Olymp hieven!

Was soll ich hier noch weiter über einen der größten US Metal Paukenschläge seit langer Zeit schreiben. Ich könnte mich in einer Lawine an Text verirren, um "Monolith" im Detail zu sezieren. Hört euch das thrashige und mit sagenhaften Gesängen aufgemotzte Inferno "Final Escape" an, genießt ein mit akustischen Latinoklängen angehauchtes Intermezzo wie "Mercury", den facettenreichen, und mit early Blind Guardian Speed Metal Riffing versehenen Opener "Kalinago" oder die absolute, kreative Explosion eines phänomenalen Power Monsters wie "Obsidina".
All das ist unfassbar dynamisch, mitreisend und vom Sound bis zu den explosiven Gesängen ein Killer. Das entspannte, mehrstimmig und mit gedoppelten Stimmen vorgetragene "Obscura" geht mit seiner Atmosphäre und beschwörenden Gesängen tief unter die Haut, um in ein heftiges "Bardo Becoming" überzugehen, das wiederum die thrashig und vehemente Seite der Texaner zeigt, ohne auch nur im Ansatz darauf zu vergessen, packend und spannend zu bleiben. Ebenso magisch wie das folkloristisch angehauchte Melodiewunder "Oceans" (hier muss ich allen Ernstes sogar an Subway To Sally denken), ein absolut geniales und ausuferndes "Submission", ein von opulenten Chören geziertes "Revolutions" und die phänomenale, melancholisch und wunderschön umgesetzte Adaption des Richard Harris Oldies "Mac Arthur Parc".

Aber was red ich da. Jedem halbwegs gut gepolten Musikfreak rinnt eh schon das Wasser aus den Mundecken. Vergleichen lassen sich Ethereal Architect nur sehr schwer. Das muss auch nicht sein. Zu eigenständig musiziert das Quartett aus Texas, aber dennoch sollten nicht nur mir Könner wie Siam, Threshold, Anacrusis, Shadow Gallery oder Fates Warning in den Sinn kommen, während man sich ein Kunstwerk wie "Monolith" anhört.

Bringen wir die Sache zu einem Ende, damit ich mich endlich wieder ungestört auf die kreative Superlative dieser Ausnahmeband, dieses neuen Sterns am Metal Himmel einlassen kann.

Ich kann jedem einzelnen Metal Fan mit Sinn für Klasse und Schönheit zum Abschluss dieser Zeilen nur nachhaltig raten, sich dieses nahezu makellose Underground Juwel progressiven US-Metals schleunigst einzuverleiben, denn dass diese grandiose Band noch keinen Deal hat ist die größte Schande seit dem Viertelfinaleinzug der Griechen bei der Euro 2012 und der beschämenden "Düdelingen-Pleite" der Dosenkicker aus Salzburg'.


The Great Mass (Ltd.Edition Incl.Dvd)
The Great Mass (Ltd.Edition Incl.Dvd)

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bombastisches Death Metal Inferno! www.darkscene.at, 29. April 2011
Die infernalste Soundwand des bisherigen Jahres brettern mir eindeutig die Griechen von SepticFlesh ins Wohnzimmer. Morbid, erdrückend, brachial und in höchstem Maße durchdacht, wittern die Nummern von "The Great Mass" vom ersten bis zum letzten Ton eines, ebenso stilvoll wie derb verpackten, Stückes kunstvollen Death Metals durch die Gemäuer.

SepticFlesh gehen monumental zu Werke, paaren brachial donnernden Midtempo Death Metal mit diabolischer Aura und klassischer Untermalung des über 150-köpfigen Prager Sinfonieorchesters. Extraordinäre Rhythmen und musikalisch exotische Einflüsse finden ebenso ihren Raum, wie donnernde Riffs und monströs produzierte Drums, klassische Momente beängstigender Ruhe, die klare Stimme von Gitarrist Sotiris und teuflischen Death Metal Vocals von Seth Siro Anton.
"The Great Mass" drückt mit einer derart bombastischen Soundwand (Producer: Peter Tägtgren) aus den Boxen, wie man sie nur von den jüngeren Dimmu Borgir Alben, oder der letzten Behemoth Scheibe kennt. Durch und durch sperrig, aber auch zu jeder Sekunde interessant und unglaublich fesselnd, offenbaren die Songs einer mit beklemmender Stimmung versehenen Scheibe, die ich persönlich ausschließlich am Stück zu hören gedenke, immer wieder neue Details. Dabei gehen SepticFlesh nie zu eingängig oder gar kommerziell zu Werke. Im Gegenteil. Manch einen wird der avantgardistische Mix aus abwechselnd treibend oder vertracktem Extrem Metal und Klassik mitunter an den Rand des Nervenkostüms treiben. Ich für meinen Teil hab die progressiv konstruierten Gebäude bombastisch beängstigender Dunkelheit sofort in mein Herz geschlossen, labe mich an dem blasphemisch bizarren Mix aus Dramatik und Spannung, aus Hass und Angst. An einem sensationell produzierten Death Metal Album, das durch Frauenstimmen, düstere Chöre und großartige Stimmungswechsel unglaublich dunkel und majestätisch scheint, und dem man Unrecht täte, würde man einzelne Songs aus dem großen Ganzen herausheben.

"The Great Mass" ist atmosphärisch, hart und brutal. Dunkler, massiver und breitwandtauglicher kann die Mischung aus technischem avantgardistischem Death Metal und düster erhabener Gothic-Klassik kaum klingen. SepticFlesh gehen wahnwitzig zu Werke, bleiben aber dennoch immer wieder am Weg der Nachvollziehbarkeit und schaffen ein großartiges Album, auf dem man nach einigen Durchläufen nebst seiner Dichte und beklemmenden Atmosphäre durchaus Hits entdecken kann.

Viel packender als die Griechen kann man bombastischen, düsteren Extrem Metal kaum arrangieren.

Großes Kino, große Klasse!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 30, 2014 8:27 PM MEST


Death&Legacy (Ltd. Digipak)
Death&Legacy (Ltd. Digipak)
Preis: EUR 18,66

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Serenity greifen nach den Symphonic-Sternen - www.darkscene.at, 28. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Death&Legacy (Ltd. Digipak) (Audio CD)
Potzblitz! Was ist da in der einheimischen Musikszene los ... werden plötzlich alle erwachsen? Nach den auf den letzten Studioalben deutlich gereiften The Sorrow oder auch Belphegor erklimmen nun unsere Local Heroes Serenity die nächste Stufe in Sachen Reife und Professionalität auf der Suche nach dem perfekten SymphonicMetal ' Album!

Schon das tiefpurpurne Albumcover macht unmissverständlich klar, was Sache ist und lässt keine Interpretationsspielräume hinsichtlich des musikalischen Inhalts offen. Auch auf Album Nr. 3 präsentieren uns die Unterländer (wie schon auf den grandiosen Vorgängern) Meisterwerke der Melodie, Elegien der Emotionen und Prunkstücke des Pathos. Diese Rohdiamanten werden auf dem neuen Album allerdings zu Sahnestücken allerfeinster Prägung veredelt. Die gewohnt treibenden Schlagzeugrhythmen und bratenden Gitarren werden auf "Death & Legacy" in ein ausgefeiltes und ausgereiftes symphonisches Konzept gehüllt, wodurch die sympathischen Jungs ihr Soundgewand deutlich in epischere Breiten tragen. Einen derart massiven Einsatz von Melodie, Chören, Pathos, Theatralik und Dramatik ist man selbst bei Serenity bisher nicht gewöhnt. Die vielschichtigen Arrangements und Songideen fließen wie aus einem (Zucker-)Guß ineinander, fügen den ohnehin schon grandiosen Powerhymnen Serenity's eine zusätzlich Prise Pfeffer, äh, Zucker hinzu und stabilisieren das trotz aller gebotenen Härte doch teils fragile Melodie- und Emotionsgespinn mit einem zusätzlichen Pfeiler.

Ein derart hoher Grad an Symphonik und Breitwandepik ist neu auf "Death & Legacy", mit feinem Gespür und hohem songwriterischen Können umschiffen Serenity allerdings die Gefahr, sich in Überlängen, käsigem Bombast und überladenen Arrangements zu verheddern. Ohne, dass der CD-Player im Schmalz ersäuft wird, einem der Kopfhörer am Ohr kleben bleibt, der Komponist auf den Namen Andrew Lloyd Webber hört oder man auf dem Kitschparkett des sahnig-rosaroten Bombasts ins Schlittern gerät, beleben die Tiroler ihren knackigen, dichten Sound mit den großen und symphonischen Arrangements und Ideen und setzen Pomp und Getöse wohlakzentuiert und 'arrangiert ein.

"Death & Legacy" ist insofern eine logische Konsequenz aus der bisherigen Entwicklung, wenngleich den Tirolern um den extrovertierten Fronter Georg auch die bisherige, knackig-puristischere Linie nicht schlecht zu Gesichte stand. Egal, ob beim Videotrack "The Chevalier" (mit Unterstützung von Ailyn von Sirenia) oder dem von Harmonie und Wechselgesang zwischen Georg und Sängerin Amanda Sommerville lebenden "Changing Fate", Serenity schaffen jedes Mal den Rückzieher vor den Abgründen der 'Cheesyness', tänzeln somit allerdings meist auf dem schmalen Grat, balancieren aber diesen Hochseilakt gekonnt aus.

Packender geht's bei Uptemponummern wie "New Horizons" oder "Far From Home" zu, bei "When Canvas Start To Burn" oder "Youngest Of Widows" dürfen die Gitarren teilweise wieder schärfer braten. Das bedächtig beginnende, dann aber zu eine prächtigen Melodikrocker anschwellende "State Of Siege" weiß den Hörer ebenso zu fesseln wie "Serenade Of Flames" (mit Delain's Charlotte Wessels). Für mich als mit Faible für orientalische und Ethno-Sounds ausgestatteten Hörer ist selbst ein Interludium wie "Below Eastern Skies" ein kleiner Ohrenschmaus.

Kurzum: es ist unglaublich, welche Perlen da wieder aus dem Hut gezaubert wurden. Serenity entführen den Hörer in die Heldensagen längst vergangener Epochen und jagen einen mit Geschichten um Helden zur See (Francis Drake, C. Columbus, Diaz), der Frauen (Casanova), der feinen Künste (Albrecht Dürer), der Wissenschaft (G. Galilei) oder des abenteuerlichen Pioniergeists (Marco Polo) mit atemberaubender Geschwindigkeit durch die Jahrhunderte. Weitere Details zum Textkonzept findet ihr im ausführlichen Albumpreview (zum ausführlichen pre-listening Special), in dem auch die einzelnen Songs schon teils intensiv präsentiert und filetiert wurden. Allen, die bislang noch nicht in Kontakt mit den Tiroler Kings of Symphonic Power Metal in Kontakt gekommen sind, seien als Referenzbands grob Nightwish, Kamelot und Within Temptation genannt.

Heimspiel für Serenity auf diesen Seiten? ' Mitnichten! Dass Darkscene unseren Lokalmatadoren tendenziell wohlgesonnen war, liegt ob der Qualität der bisherigen Veröffentlichungen auf der Hand. Doch all dies und auch die hohen Erwartungshaltungen vermögen Serenity zu toppen. Mit einem sehr kritischen Ohr an das Album herangegangen kann ich sagen, dass das Album den 'Test of Time' besteht und sich auch nach über 15 Hördurchgängen in keinster Weise abnützt. "Death & Legacy" ist Symphonic Metal der Oberliga, wahrscheinlich nichts für die den raueren Klängen zugewandten Metalfans, denen die Jungs wohl wieder zu clean, zuckersüß und klebrig sein werden, aber ein Gourmetstück für Kenner und Liebhaber der feinen Melodikkünste!

Serenity greifen mit "Death & Legacy" nach den Symphonic-Sternen, mit dem Aufwind des tollen neuen Longplayers im Rücken sollten sie auf der Erfolgsleiter wohl gleich mehrere Stufen auf einmal erklimmen! "Death & Legacy" ist das As im Ärmel von Serenity, das im hart umkämpften großen Kartenspiel des globalen Musikmarktes nun nur mehr zum richtigen Zeitpunkt und taktisch klug ausgespielt werden muss!

RedStar (Darkscene)


Let the Games Begin
Let the Games Begin
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz HErkunft, ein top Hard Rock/Sleaze Album. www.darkscene.at, 19. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Let the Games Begin (Audio CD)
Kaum hat die liebe Sonne wieder etwas mehr Kraft, um längere Tage anzukündigen und die ersten Frühlingsgefühle zu wecken, da mehren sich schon die so genannten 'Sommeralben'.
Das coole Bandlogo und das stilistisch gut gewählte Artwork können bei Hell In The Club zwar nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Vierer keine reinrassige Glam/Sleaze Combo ist, hat man sich aber über erste Irritationen hinweggesetzt, wird man aber durchaus seinen Spaß mit ihnen haben. Der gut gebriefte Metal Fan weiß natürlich die Namen der Protagonisten zu deuten und erkennt hurtig, dass Hell In The Club das Projekt astreiner Metalheads, typischer Melodic Metal Fetischisten von Bands wie Elvenking und Secret Sphere ist. Das wiederum bedeutet natürlich auch, dass die Herrschaften aus bella Italia kommen, was grundsätzlich ja super ist, den Stand als taugliche Hard Rock oder gar Sleaze Band vorab aber weiter erschwert. Haut man sich auf diese darmirritierenden Vorabinfos dann mal gleich einen Magenbitter rein (wir bleiben in der Region und wählen die Wunderwaffe Fernet-Branca), dann wird man positiv überrascht und erkennt, dass nicht nur die Optik der Protagonisten wie Sau rockt.

Die Herkunft fällt bei Hell In The Club nämlich genau gar nicht ins Gewicht. Weder unnötiger Kitsch, noch schwülstige Vocals, schlechtes English oder klebrige Songstrukturen beeinflussen die zwölf knackigen und mit geilen Chorussen versehenen Sleaze Rock Tracks. Ganz im Gegenteil. So erweist sich, dass Elvenking Sänger Davide 'Dave' Moras nicht nur optisch den Rockstar mimen kann, sondern auch ein sehr geeigneter Fronter mit rotziger Stimme ist. Zwölf knackig produzierte, durchwegs ass-kicking Songs voll 80er US-Attitüde sind es geworden. Nummern, die genügend Punch haben um die Clubs zum Kochen zu bringen, die aber auch von gutem Songwriting und geilen Refrains leben. Da ist es nur lobenswert, wenn man beim uptempo Smasher "Natural Born Rockers" fette Backingchöre auffährt, bei "On The Road" schwedisch angehauchtes Hitpotential zitiert und bei einem Song wie "Rock Down This Place" kurz nach rotzigen Warrior Soul Ausflügen klingt. "Let The Games Begin" rockt von Vorn bis Hinten, klingt roh und heavy und hat alle Akzente, die auch ein Album aus den USA haben sollte. Das bedeutet natürlich auch, dass man mit "Star" eine geile Ballade mit an Bord hat, mit "Since You're Not Here" einen Stadionrefrain auspackt und bei " Raise Your Drinkin' Glass" und "Another Saturday Night" perfekten Partystoff liefert.
Hell In The Club sind nach den Billion Dollar Babies die zweite amtliche Rock Keule des noch so jungen Jahres und all jene, die sich wieder mal eine wirklich gelungene Hard Rock / Sleaze Scheibe reinziehen wollen, die ihre Vorbilder namens Steelheart, Firehouse, Spread Eagle, Dream Hunter oder Skid Row nie verleugnet, können hier fast gar Nix falsch machen.

"Let The Games Begin" ist ein saugutes Debütalbum, das es schafft ohne jegliche Peinlichkeiten und Fehltritte auszukommen und wenn man Hell In The Club jetzt noch gemeinsam mit den Sleaze Göttern Hardcore Superstar auf Tour schicken würde, dann könnten sie wirklich durch die Decke gehen.

Für eine Italo-Band ist dieses rotzig coole Album fast schon ein Wunder!


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