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Rezensionen verfasst von
Hermann Borgerding

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Erbe des Tantalos
Erbe des Tantalos
von Tom Fuhrmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht! Wenn Ihr dieses Buch anfangt, dann nehmt Euch die nächsten Stunden nichts vor!, 12. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: Erbe des Tantalos (Taschenbuch)
Kennt Ihr das?
Ihr fangt ein Buch an, taucht ein – und könnt es nicht mehr weglegen, bis Ihr die letzte Seite der Story gelesen habt?

Glücksmomente jedes Lesers.

Und so ist es mir mit „Erbe des Tantalos“ ergangen.

Ein Krimi, harter Stoff, teils blutig und brutal. Moralfragen kehren sich um, das Gute wird oft böse und das Böse stellt sich als gar nicht so schlimm, vielleicht sogar helfend heraus. Nichts ist, wie es scheint.

Die Hauptperson Michael Grundberg wacht nach drei Monaten im Koma im Krankenhaus auf und leidet an einer Amnesie.

Er erfährt so langsam, wer er früher war und welche Menschen ihn umgeben. Vieles gefällt ihm nicht. Nach einem Selbstmordversuch seiner Tochter muss er feststellen, dass sie nicht seine Tochter ist. Dann versucht man, ihn umzubringen, seine Frau wird ermordet, sein bester Freund verschwindet.

Ach ja: Seinen Job verliert er auch und steckt bis zum Hals in Schulden.

Harter Tobak, der aber noch härter wird und von dem ich hier nicht mehr verraten möchte.

Außer: Es bleibt trotzdem stimmig und nachvollziehbar.

Tom Fuhrmann erzählt dies alles in klarer Sprache mit vielen ausgefeilten und passenden Dialogen. Und voller Witz.

Spätestens bei den Ausflügen ins Musikgeschäft und in die Punk-Jugend des Hauptdarstellers merkt man, dass da sehr viel Persönliches verarbeitet wurde. Dies klingt aber auch bei den härteren Handlungssträngen durch.

Die Geschichte hat Fuhrmann hauptsächlich 2001 angesiedelt. Und die Zeitgeschichte dieses Jahres baut er durchgängig genial ein. So endet alles am 11.09. mit dem Anschlag auf das World Trade Center.
Mit einer Chance auf einen Neubeginn?

Lest selber!


Stärker Als Die Zeit Live (Deluxe Version)
Stärker Als Die Zeit Live (Deluxe Version)
Preis: EUR 13,59

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht besser angucken, trotzdem volle Punktlandung!, 2. Dezember 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bei Stärker als die Zeit Live von Udo Lindenberg stellt sich mir die Vinylfrage nicht. Gibt es nur als DVD, Blue-Ray, (3er-)CD und Download.
14,-€ für 46 Songs ist als Download absolut okay. Die CD kostet 15,-€ und die Blue Ray 22,-€. Also alles günstig, da kann man nicht meckern.
Ich habe mich für den Download entschieden, da ich fast nie mehr CDs höre und meine Musik-Blue-Rays oder DVDs zustauben.
Udo Lindenberg live ist immer ein Erlebnis. Seit unglaublich langen Zeiten. Und seine diesjährigen Stadien-Konzerte knallten rein.
Die Zusammenstellung der Stücke (Vieles aus „Stärker als die Zeit“ und n guter Mix aus alten Songs) ist okay.
Trotzdem kommt diese Liveauskoppelung (noch) nicht so ganz bei mir an: „Livehaftig“ und „Intensivstationen“ sind solch hohe Meilensteine, die Udo sich selbst auferlegt hat, da kommt diese Aufnahme nicht mit. Und seine letzten beiden Studio-Platten „Stark wie zwei“ und „Stärker als die Zeit“ wirken dermaßen als Gesamtkunstwerke, da muss eine Liveplatte einfach scheitern.
Ich denke, man sollte sich die Konzerte angucken (also die Blue-Ray). Zum Anhören die letzten Studio-Kunstwerke oder eben „Livehaftig“ oder „Intensivstationen“.
Aber bei diesem fairen Preis gibt es die volle Punktzahl.


MTV Unplugged
MTV Unplugged
Preis: EUR 12,29

15 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn ein Künstler seine Glaubwürdigkeit längst verloren hat und das schlechteste "Heroes"-Cover aller Zeiten abliefert, 30. Oktober 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: MTV Unplugged (MP3-Download)
Auf amazon bewerte ich diese Platte zwischen zwei (sehr schlecht) und vier (gut) Sternen.
Eigentlich mag ich nur Platten, denen ich fünf Sterne gebe.

Westernhagen begleitet mich schon lange nicht mehr.
Seine „Pfefferminz“-Zeit mochte ich, seine Live-Auftritte um 1990 fand ich klasse, bis ich auf der DVD feststellte, dass all seine Sprüche und Gestiken einstudiert und immer gleich waren. Damit hatte er seine Glaubwürdigkeit verloren und all die Platten, die danach entstanden stempelten ihn eh als Jet-Set-Singer ab, also nicht mehr meins.

Mit „Alphatier“ (2014) schaffte er es, meine Neugier wieder zu wecken. Ein wirklich gutes Album. Und jetzt ein MTV-Unplugged-Ding.

MTV-Unplugged ist ein Konzept, dass (bei mir) eigentlich immer funktioniert:
Künstler spielen ihre Hits in abgespeckter (und meist leicht veränderter Form) in einem intimen Rahmen. Die Musik ist im Vordergrund, die SängerInnen müssen sitzen und damit weniger Show abliefern, sondern die Musik in den Vordergrund stellen. „Unplugged“ ist das selten, war es eigentlich noch nie. Aber das ist auch egal.
Natürlich bleibt Nirvana Unplugged das absolute Highlight dieser Reihe. Aber auch Eric Clapton, REM, mit Abstrichen Neil Young und Bob Dylan finde ich klasse. Oder auf Deutsch FANTA 4 in einer Tropfsteinhöhle, die Ärzte in fahrbaren Rollstühlen oder Udo Lindenberg im Hotel Atlantic: einfach toll!
Und jetzt also Westernhagen.

28 Titel auf einer Doppel-CD, Vierer-LP (!) oder als mp3-Download für jeweils einen fairen Preis ist schon mal ne Hausnummer.
Und natürlich spielt er die meisten seiner Hits. Kein Grund zu meckern.

Jan Plewka, Udo Lindenberg als Gäste und eine wirklich gute Band bieten Westernhagen den guten Background für eine Show, die wirklich okay ist. Als Zuhörer hat man das Gefühl, dass die Leute wirklich Spaß bei der Show hatten. Soweit wäre ich nah an fünf Sternen.

Und jetzt kommen die Punktabzüge:
- Absoluter Tiefpunkt und eigentlich n Grund, die ganze Platte als Unverschämtheit abzuhaken ist das Cover von „Heroes“. Es gibt massig Covers dieses Bowie-Songs. Manche gelungen, manche schräg, manche einfach am Original gescheitert.
Westernhagen liefert das schlechteste von allem: Uninspiriert wird die Melodie nachgespielt (ohne die Solos), der Gesang ist einfach nur schlecht und all das ist einfach nur Scheiße. Was soll das?!
Entweder ich covere von Herzen, oder ich lasse es bleiben.
Und Herz ist da nicht zu spüren.
Ich empfehle jetzt mal Andrea Schröder mit ihrer Cover Version. Und Westernhagens Verarsche kann man in die Mülltonne kloppen.

- Mit 18: Wenn Westernhagen singt, „Ich will zurück auf die Straße“, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Nee. Will er nicht. Er will auch nicht mehr dreckig und laut singen.
Seine Glaubwürdigkeit hat er ja schon lange bei mir verspielt.
Ich finde, Sänger müssen nicht immer authentisch und glaubwürdig sein. Natürlich schlüpfen sie auch manchmal einfach in Rollen und bringen diese rüber. Aber Typen wie Westernhagen tuen so, als ob sie diese Rolle wären. Und gerade bei diesem Song klappt das nicht.
Und Jan Plewka rettet zwar noch n bisschen, hat aber eigentlich keine Chance.

- Taximann: Eigentlich okay. Aber nach vier Minuten dann ein Break und die Band legt los. Auch eigentlich okay. Aber zwei Songs in einem, ohne jedem Zusammenhang. Und ich frage mich, warum Westernhagen nicht den Mut hat, mit dem Drive des Stückendes diesen Song zu performen (frage ich mich da wirklich? Nee, ich weiß die Antwort…) oder warum er seine Unfähigkeit so deutlich auf einen Tonträger präsentiert (er hätte ja auch die letzten zwei Minuten streichen können.).
- Gibt noch n paar weitere Abzüge, aber diese reichen eigentlich völlig.

Westernhagen bleibt ein unglaubwürdiger Schauspieler. Und Sänger.
Wenn er wenigstens mit seinen Rollen spielen würde und zugäbe, dass das alles nur Rollen sind, dann wäre das ein sehr gutes Album.
Aber verarscht hat der Typ mich in den Neunzigern, jetzt funktioniert das nicht mehr.

Manche altern in Würde. Zum Beispiel Lindenberg und (unschlagbar) Leonard Cohen. Manche kopieren sich nur im Alter.
Westernhagen steht dazwischen.

Nein. Es ist kein schlechtes Album. Es ist nur absolut unglaubwürdig.
Und hat eben mit Heroes seinen absoluten Tiefpunkt.
Ich gebe ihm mal auf amazon drei Punkte.
Vielleicht hätte es auch vier verdient.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2016 3:16 PM CET


Grenzgänger: Autobiografische Fragmente und der Versuch ihrer Zuordnung
Grenzgänger: Autobiografische Fragmente und der Versuch ihrer Zuordnung
von Eckhard Neuhoff
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke!, 23. Mai 2016
Es gehört viel Mut dazu, sich öffentlich zu seiner psychischen Erkrankung zu bekennen. Es gehört noch mehr Mut dazu, dies offensiv in der Öffentlichkeit zu teilen und zu publizieren.
Eckhard Neuhoff macht dies in seinem Blog „Gedankenwelt eines Psychos“ (...) hervorragend.
Nun hat er mit „Grenzgänger“ sein erstes Buch veröffentlicht ( BoD, ISBN: 9783839167373).
Und er reflektiert offen und ehrlich sein bisheriges Leben und seine Erkrankung, lässt uns an seinen autotherapeutischen Gedanken teilhaben und lädt uns ein, „ihn ein Stück des Weges zu begleiten, sich selber und sein Leben in seinen Zusammenhängen und Widersprüchen besser zu verstehen“.

Keine Unterhaltungsliteratur, eben „autobiografische Fragmente“ und ein Text, der manchmal weh tut, aber oft hilft, psychisch kranke Menschen zu verstehen, ohne allzu belehrend rüber zu kommen. Und damit ein wichtiger Text.

Eckhard Neuhoff bleibt im „Grenzgänger“ trotz seiner Offenheit merkwürdig distanziert, bis auf eine Szene werden autobiografische Erlebnisse nur vage angerissen und in einem eher allgemeinen Kontext gesetzt.
Schade: Ich hätte mir gerne mehr Szenen, wie sein Eigenzitat aus einem älteren Text gewünscht. Da schreibt Neuhoff eindringlich und äußerst stark von seinem Leben in einer depressiven Phase.
„Ich werde müde und gehe ins Bett. Wieder ein Tag geschafft. Aber morgen geht die S****** wieder von vorne los…“
Aber Neuhoff schreibt auch, dass es ihn darum ging, „bestimmte Entwicklungen und Verhaltensweisen in einen für mich schlüssigen und erklärenden Zusammenhang zu bringen, und andere Menschen an diesem oft mühsamen Weg teilhaben zu lassen.“
Und das ist ihm gelungen.

Einen großen Teil nimmt die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zu seiner Mutter ein. Und das zu lesen ist schmerzhaft.
Ich frage mich, ob es ein Problem unserer Generation (zwischen 1960 und 1979 geboren) sein kann, da ich in vielen Gesprächen ähnliche Erlebnisse gehört habe.
Aber bevor ich jetzt ausschweifend werde, mein kurzes Schlußfazit:

Lesen!
Und sei es „nur“, um sich mal Gedanken zu seiner eigenen Sozialisation zu machen.

Und:
Danke, Eckhard! Für deinen Mut! Go on!


Der andere Krieg: Die Odyssee des Victor Rosenfels
Der andere Krieg: Die Odyssee des Victor Rosenfels
von Hardy Crueger
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das man sich doppelt so dick wünscht, 19. September 2015
Hardy Crueger ist ja ein von mir sehr hoch geschätzter Autor. Innerhalb eines Jahres hat er nun nach „Der Herzog, der Räuber & die Tochter des Goldschmieds“ (Edition Narrenflug) und „Die Stunde der Flammen“ (KBV) seinen dritten Roman veröffentlicht:
„Der andere Krieg – Die Odyssee des Victor Rosenfels“.
Ersterer ein historischer Roman, zweiter ein Thriller (und was für einer!) und jetzt –tja, irgendwo ein historischer Roman (Zeit ist hauptsächlich das sogenannte Dritte Reich), aber vielleicht eher ein klassischer Bildungsroman, wie es Gabriele Haefs in ihrem Vorwort schreibt. Keine Ahnung. Aber auch egal:
Crueger beschreibt das Leben von Victor Rosenfels.
1925 in Hamburg geboren, 1935 mit seiner Mutter nach Amerika geflohen, 1947 nach Deutschland zurückgekehrt, 2011 gestorben.
Ein Leben auf der Flucht. Ein Leben auf der Suche.
Kann man so ein Leben in zweihundert Seiten fassen?
Crueger kann das.
Und macht es exzellent.
Trotzdem wünsche ich mir beim Lesen und vor allem, nachdem ich das Buch durchgelesen habe, es hätte mindestens den doppelten Umfang.

Die Figur des Victor Rosenfels erinnert mich an „Little big man“, ebenso der Erzählungsaufbau und der Humor.
Schon alleine das machte dieses Buch zu einem großen Vergnügen für mich. Die erzählten Szenen sind witzig, traurig und mitfühlend beschrieben. Ich habe dieses Buch verschlungen.
Stilistisch ist Crueger zu einem Meister gereift: Egal, welches Genre er wählt, er trifft die passenden Wörter.
Langweilt nicht, kopiert nicht, überzeugt mit seinem klaren und – für mich – einfach überzeugenden Stil.

Oft überspringe ich bei einem Roman beim ersten Lesen Seiten, die mir langweilig erscheinen. Hier hatte ich den umgekehrten Effekt: Ich wollte einfach mehr!
Das Buch ist zu kurz.
Kann es eine freundlichere negative Kritik geben?


Die Stunde der Flammen: Thriller (Sanders & Kolwicz)
Die Stunde der Flammen: Thriller (Sanders & Kolwicz)
von Hardy Crueger
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser geht nicht:, 18. Juli 2015
Ein Thriller: „Die Stunde der Flammen“ von Hardy Crueger hat mich gefesselt und wie bei guten Thrillern und Romanen konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und las es in einem Rutsch durch.

Die Geschichte (eine verkohlte Frauenleiche am Gipfel des Brocken wird von Komissar Carsten Sanders mit einer anderen Frauenleiche aus Braunschweig in Verbindung gesetzt, als eine dritte Leiche im Landkreis Börde gefunden wird tritt eine Sonderkommission zusammen und Sanders arbeitet mit der Kommissarin Kolwicz aus Sachsen-Anhalt daran, den Ritualmörder zu fassen. Dieser scheint der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein und verfolgt einen irrsinnigen Plan. Aber Inhalte eines Thrillers in einer Rezension wiederzugeben ist immer eine undankbare Sache, ich will ja nicht zu viel verraten!) ist packend und verdammt gut komponiert. Man will einfach wissen, wie es weitergeht. Und ob der Ritualmörder sein Ziel erreicht, oder das ungleiche Ermittlerteam ihn stoppen kann.

Ebenso sind die Nebengeschehnisse intelligent und passend eingeordnet.
Kleine Seitenhiebe auf deutsche Ost-West-Konflikte sind einfach köstlich beschrieben.

Das Buch ist toll geschrieben:
Klare Sätze, wenig Verschnörkelungen und Dialoge, die endlich mal flüssig zu lesen sind.
So macht es Spaß, ich muss mich nicht (wie zum Beispiel bei den meisten Stephen King Büchern, aber da kann es auch an schlechten Übersetzungen liegen) über idiotische Formulierungen ärgern und mein Lesefluss wird nicht unterbrochen, weil ich einen Satz nochmal nachlesen muss, da die Form den Inhalt überdeckt.

Genauso macht es Crueger mit den Protagonisten des Thrillers: Hier wird nicht zu tief psychologisiert, der Leser/die Leserin haben noch Freiraum, um die Personen mit ihren eigenen Vorstellungen zu füllen.
So machen auch die Nebendarsteller Spaß:
Ein Zeuge ist eitel und Obermacho und dabei einfach herrlich dumm, der Bruder des Kommissars ist behindert, die Tochter der Kommissarin am ganzen Körper tätowiert und gepierct, ein weiterer Zeuge ein Teenie in Metallica-Kutte, ein gefrusteter Pastor wird zum Verdächtigen und so weiter. Genial!

Die Beschreibung des Täters und des Ermittlungsteams lassen ebenfalls noch eigene Vorstellungen der LeserInnen zu und das ist gut so.
Keine Superhelden, keine Vollkommenheiten und – was mir besonders gefällt – kein belehrender pseudopädagogischer oder psychologischer Ansatz, der uns Lesenden das Denken verbietet.

„Die Stunde der Flammen“ ist spannend, gruselig und manchmal auch brutal. Crueger bedient allerdings keine Gewaltfantasien, sondern deutet oft nur an. Und macht den Gruseleffekt dadurch umso eindrücklicher.

Ein intelligenter Thriller auf höchstem Niveau.
Wie erwähnt: Ich habe ihn in einem Rutsch durchgelesen.


Cohen: Eine Hommage
Cohen: Eine Hommage
von Thomas Kraft
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So kann man einen Meister würdigen!, 31. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Cohen: Eine Hommage (Taschenbuch)
Es gibt unzählige Bücher über (und von) Cohen.
Dieses ist ein schönes und günstig zu erwerbendes (10 €) über den Meister.
Kraft ergründet das Werk des Dichters und Sängers und erzählt gerafft vom Leben dieses großen Mannes. Für Cohen Fans nicht wirklich Neues, aber die klugen Formulierungen und die spürbare Ehrfurcht vor Cohen sorgen dafür, dass ich dieses Buch in einem Rutsch durchlese und mich dabei sehr gut unterhalten fühle.
Krafts Würdigung reißt manche Aspekte des Lebens und Werkes Cohens nur an, mehr geht auch nicht in so kurzer Form. Und so wird der Leser neugierig, wie es wirklich mit dem finanziellen Desaster und dem Streit mit Cohens Managerin war, wie sehr der Buddhismus Cohen beeinflusste, was im Chelsea Hotel alles passierte undundund.
Ein hervorragender Aperitif um in Werk und Leben des großen Mannes einzusteigen.
Backgroundmusik egal, Hauptsache Cohen.
Eine kluge und umfangreiche Zeittafel, ausführliche Bibliografie und Diskografie machen dieses Buch zusammen mit klasse Fotos zu einer gelungenen Würdigung des Meisters, für Einsteiger und Fans gleichermaßen lohnend.

Mein Lieblingssatz:
„Und Paul Body, Türsteher im legendären Club Troubadour in West Hollywood, meinte, dass „der einzige Typ, der hübschere Frauen anzog als Leonard Cohen, Charles Bukowski gewesen war“.“
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2014 6:04 PM CET


Gnadenlos: Gedichte und Kurzprosa 2007-2012
Gnadenlos: Gedichte und Kurzprosa 2007-2012
von Philipp Schiemann
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hammerschlag, der Wirkung hinterlässt, 3. Juni 2013
Wenn, dann rezensiere ich meistens Bücher, die mir was bedeuten. Ich habe keinen Bock auf Verrisse. Über dieses Buch muss ich einfach was schreiben: Ich mag es nicht nur, es begeistert mich! Und das muss ich loswerden.

„Gnadenlos“ von Philipp Schiemann ist beim Grupello Verlag aus Düsseldorf erschienen. Es beinhaltet Gedichte und Kurzprosa der Jahre 2007 bis 2012.

Mit knapp über 60 Seiten erscheint es zuerst etwas dünn, gerade wenn man bedenkt, dass das die Quintessenz aus 5 Jahren sein soll. Doch nachdem ich es gelesen habe wusste ich die Kürze zu schätzen. Schon so hat es mich umgehauen, konnte ich mehr eigentlich gar nicht ertragen, hatte ich das Gefühl, das alles geschrieben wurde, was geschrieben werden musste.
Und bin einfach nur geplättet.

Schiemann ist ein Meister der Reduktion. Kein überflüssiges Wort, kein unnützes Beiwerk. Reduzierte Augenblicke, ungeschönt und ungeschminkt. Und diese Augenblicke finden größtenteils in Psychiatrien oder Drogenentzügen statt.
Das ist hart und heftig, das ist trotzdem nicht hoffnungslos und oft sogar humorig.
Aber das ist vor allem ein Hammer, der uns in die Birne geschlagen wird und Spuren hinterlässt.

Ich habe das Buch jetzt drei Tage und ich befürchte, dass die Bindung dem Dauergebrauch und Dauerblättern nicht lange standhalten wird.
Ich bin hin und weg.

Und erwartet jetzt keine Zitate von mir. Kauft es einfach, dass Ding ist es mehr als wert!

Philipp Schiemann persönlich habe ich irgendwann in einem unserer vorzeitigen Leben auf Social Beat Festivals kennengelernt. Ich gestehe, ich kann mich nicht mehr richtig erinnern. Aber irgendwann werde ich diese Erinnerungen auffrischen müssen, da bin ich mir sicher.


Kein Erbarmen: Kriminalroman
Kein Erbarmen: Kriminalroman
von Ulrike Gerold
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,80

5.0 von 5 Sternen Klasse Unterhaltung!, 18. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
„Kein Erbarmen“ von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel ist ein deutscher Krimi, er spielt in und um Hannover und teilweise in Dänemark.
Der Ex-Kommissar Tabori, seine Mitbewohnerin, die Hundetrainerin Lisa und sein ehemaliger Partner Lepcke ermitteln im Umfeld einer Polizeihundeschule.
Zwei Morde, eine Entführung und eine Verschwörung bis in höchste Kreise bilden das Rüstzeug dieses deutschen Krimis, der eine Fiktion ist, angesichts der Vorfälle um die NSU-Skandale aber überhaupt nicht unrealistisch wirkt.

Ich lese mittlerweile selten Krimis, diesen habe ich heute nicht mehr aus der Hand gelegt und wurde dabei sehr gut unterhalten.
Da sind natürlich die Handlung und die Spannung, die mich fesseln. Da sind aber auch die Beschreibungen und Charakteristiken der Akteure, die es mir angetan haben. Das Ganze in einer angenehm lesbaren Schreibe und mit kleinen gesellschaftlichen, politischen oder musikalischen Spitzen durchmischt, die mich oft zum Grinsen verleiten.

Der Dompfaff, der „Jumping Jack Flash pfeift, die verdeckten Ermittler im autonomen Millieu, die ausgerechnet Carlos und Ulrike heißen, der obligatorisch schlecht gelaunte Gerichtmediziner: All das ist einfach klasse!

Was kann ich zu einem Krimi schreiben? Ich will ja nicht die Handlung verraten. Lest ihn selber, ihr werdet es nicht bereuen…


Asoziales Wohnen: Hinter jeder Tür eine eigene Vorstellung von Leben
Asoziales Wohnen: Hinter jeder Tür eine eigene Vorstellung von Leben
von Dirk Bernemann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow!, 4. Oktober 2012
Wow! Was für ein Buch!
„Man nehme: Verschiedene Schicksale, zeitliche und räumliche Enge, ein paar Verquickungen, eine Überdosis Leben, den Gefühlsgewürzstreuer (Achtung, Geheimwaffe) und stelle all dies in einem Rahmen, einen lokal begrenzten Rahmen wie ein Haus.“ Mit diesem Zitat aus Dirk Bernemanns „Asoziales Wohnen“ ist schon viel zum Inhalt gesagt.
Bernemann beschreibt das Leben unterschiedlicher Mietparteien in diesem Haus. Komprimiertes Leben, Ängste und Sehnsüchte der Menschen und ihrer Partner und Kinder. Und Bernemann macht sich zum Sprachrohr der Gescheiterten, beschreibt ihren Untergang oder aber auch den vermeintlichen Sieg. Diese Beschreibungen machen wütend, tuen weh, machen Hoffnung, lassen mich aber niemals kalt.
Der Autor ist dabei zynisch, hart, zärtlich und manchmal auch herzlich: Dirk Bernemann ist ein Romantiker, der einfach sauer ist, weil diese bittere Realität viel zu wenig Platz für Romantik lässt.
„Asoziales Wohnen“ fasziniert mich von der ersten bis zur letzten Seite. Das ist ein Schwergewicht der (ich nenne sie jetzt mal einfach so) Alltagsliteratur und für mich eines der besten Bücher des Jahres.


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