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Rezensionen verfasst von
thomthom (Köln, Deutschland)

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House of Cards - Staffel 4 [dt./OV]
House of Cards - Staffel 4 [dt./OV]
Preis: EUR 27,49

20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationell gute Fortsetzung, 15. März 2016
Seit gestern Abend bin ich durch mit der 4. Staffel und nach einer Nacht voller Washingtoner Träume kann ich feststellen: Ich bin vollkommen begeistert!
Vorausschicken möchte ich, dass mich eine Vielzahl der Rezensionen hier ziemlich nervt, da meistens auf der Grundlage von 2 oder 3 Folgen bewertet wird und damit mMn die Staffel überhaupt nicht richtig abgebildet wird. Man bewertet Filme ja auch nicht nach den ersten 20 Minuten oder Bücher nach den ersten zehn Seiten. Warum nicht? Genau, das Ende fehlt. Und das, so viel kann ich verraten, ohne zu spoilern, hat mit den ersten beiden Folgen rein GAR NICHTS zu tun.
Der Reihe nach: (Spoiler ab hier)
Nach dem harten Ende der 3. Staffel hatte ich mit dem großen Showdown zwischen Frank und Claire gerechnet. Den scheint es oberflächlich auch in den ersten 4 Folgen zu geben. Aber dann wendet sich das Blatt in eine Richtung, die man eigentlich hätte erahnen müssen, wenn man sich die beiden Protagonisten mal genauer anschaut. Claire startet zwar den Versuch, sich politisch von Frank zu emanzipieren, aber das ist in Staffel 3 schon gescheitert und scheitert jetzt ebenfalls an der Intervention von Frank. Franks Irrglaube aus Staffel 3 jedoch, dass er es im Gegenzug ganz ohne die inhaltliche Unterstützung seiner Gattin schaffen könne, entpuppt sich ebenfalls in Folge 3 als Trugschluss. Und spätestens hier müsste jedem Zuschauer klar werden, dass beide Underwoods viel zu intelligent und gleichzeitig viel zu pragmatisch und berechnend sind, um sich die restliche Zeit gegenseitig zu zerfleischen.

Zwar muss erst ein Attentat passieren, das Frank schwer verletzt und Claire in eine Machtposition katapultiert (an die Seite des sichtlich überforderten VP Donald Blythe), aber die grundsätzliche Stoßrichtung dürfte beiden schon vorher klar gewesen sein. Wenn du einen Feind nicht besiegen kannst, dann mach ihn zu deinem Freund. Blanker Pragmatismus!
Man fragt sich oft, ob die beiden sich eigentlich wirklich lieben - die Antwortet lautet vermutlich: Beide lieben die Macht, die sie sich gegenseitig verleihen.
Die Tatsache, dass Claire als Running mate antritt, ist sicherlich nicht besonders realistisch, bringt der Handlung aber eine gute Würze, weil im Zuge dessen ein neues Konfliktfeld mit Außenministerin Durant entsteht. Die Art und Weise, wie Frank dieses "Aufmucken" unterbindet, macht den brutalen Reiz dieser Serie aus. Selten einen krassere Ansage in einer Serie gehört...
Der Kampf ums Weiße Haus ist jedenfalls am Ende zugespitzt zwischen den Underwoods und ihrem reublikanischen Gegenkandidaten Conway. Die letzte Szene beweist dann zum einen die grenzenlose Skrupellosigkeit von Frank und Claire (beide setzen voll auf die Karte "Angst", wobei ihnen die brutale Enthauptung eines Zivilisten von islamistischen Terroristen in die Karten spielt), zum anderen bildet sie einen Einschnitt in das bisherige Serienkonzept. Denn zum ersten Mal durchbricht auch Claire die vierte Wand, indem sie den Blick in der letzten Einstellung direkt auf den Zuschauer wirft (überragende Szene, mit die beste in der ganzen Serie).

Ebenfalls großartig sind die vielen Protagonisten aus früheren Staffeln (Freddy, President Walker, Lukas Goodwin, Tom Hammerschmidt, Janine Scorsky, sogar Peter Russo und Zoe Barns tauchen noch einmal auf), die zumeist am zweiten großen Handlungsstrang der Staffel beteiligt sind - dem allmählichen Aufdecken von Franks unfassbarer Vergangenheit aus Korruption, Manipulation und Mord. Gerade hier darf man gespannt sein, wie es in Staffel 5 weiter geht, denn eine einfache Lösung (z.B. vor die U-Bahn schubsen...) scheint nicht in Sicht für Frank.
Auch die von Frank gebilligte Liebschaft zwischen Claire und Tom (dem Buchautoren aus Staffel 3) dürfte noch für Spannungen sorgen - ganz so friedlich wie bisher wird es da sicherlich nicht weitergehen...
Einziges winziges Manko: Die Musik erreicht nicht die Klasse der letzten Staffeln, viele Themes sind aus Staffel 1 und Staffel 3 bekannt, wirklich neue Score-Musik gibt es nicht und auch der Vorspann bleibt zum ersten Mal komplett unverändert. Schade, denn bisher zählte die Musik in HoC zu den absoluten Highlights.

Unterm Strich eine extrem gute Staffel, die viel Lust auf mehr macht und die Vorgängerstaffel 3 deutlich in den Schatten stellt, vor allem was Tempo und Schärfe anbelangt.


House of Cards - Die komplette dritte Season [4 DVDs]
House of Cards - Die komplette dritte Season [4 DVDs]
DVD ~ Kevin Spacey
Preis: EUR 15,99

73 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischenspiel, 19. März 2015
Ich nehme mal das Fazit vorweg: Auch wenn Staffel 3 bislang die schwächste Staffel dieser Ausnahmeserie ist, weiß sie doch zu unterhalten und zu fesseln.
SPOILER
Die große Stärke der ersten beiden Staffeln (der ersten noch mehr als der zweiten) war die Darstellung von Frank Underwood als Jäger, als skrupellosen Taktiker. Obwohl die Art und Weise, mit der er seine persönlichen Ziele verfolgt hat, brutal, unbarmherzig und grausam war, gelang es ihm doch durch Charme, Cleverness und einen stilistischen Schachzug (das Durchbrechen der 4. Wand) den Zuschauer zu einem Komplizen zu machen. Was immer Frank vorhatte, wir standen gefühlt mit auf seiner Seite, waren eingeweiht, vertraut und privilegiert. Zwar fürchteten wir uns hier und da vor seiner Kaltblütigkeit, bewunderten ihn aber stets für seine Raffinesse und Selbstsicherheit.
Staffel 3 bricht nun zwangsläufig mit diesem System. Frank ist Präsident, er wird nun automatisch zum Gejagten. Ich erinnere mich an die erste Folge von Staffel 2, Frank steht vor dem Spiegel und wendet sich ganz plötzlich direkt an uns Zuschauer: Did you think I'd forgotten you? Wer am Ende der Nahrungskette steht, kann nur jagen oder gejagt werden! Hunt or be hunted! Mir lief es eiskalt den Rücken runter, ich war gefesselt von dieser Bosheit, von dieser gewieften Brillianz. Nun, welch Ironie, dreht sich der Wind: Frank wird zum Gejagten!
Gleich zu Beginn erfahren wir von Claires Ambitionen und ihrem Wunsch, irgendwann wohl selbst mal Präsidentin zu werden. Sie drängt mit aller Macht in das Amt der UN-Botschafterin und Frank erfährt im Gegenzug die volle Breitseite der Parteiführung. In Folge 2 denke ich erstmals: Huch, was geht jetzt ab? Frank sitzt heulend auf dem Boden und muss sich eingestehen, dass niemand seine Kampagne zur Wahl 2016 unterstützen möchte. Wie? Heulend? Mein genialer Frank Underwood?
Ich muss zugeben, die Handlungsstränge rund um America Works und Russlands Präsidenten erscheinen mir doch schon arg plump. Geradezu seifenoperesk, wie der Staatsbesuch von Petrov ausartet - ebenfalls haarsträubend, was beim Gegenbesuch in Moskau passiert.
Dass Claire höhere Pläne schmiedet, als friedlich First Lady zu spielen, konnte man erwarten. Dass sie dabei so naiv auf ein Amt bei der UN pocht, passt nicht zu ihr. Claire hat bislang immer großes Gespür damit gehabt, ihrem Mann in der Arbeit nicht zu nah zu kommen und zog eher die Fäden im Hintergrund. Dass sie sich nun ganz unbedarft in die 1. Reihe drängt, wohlwissend, dass sie Frank dort niemals das Wasser reichen kann, verstehe ich nicht. Dazu ist sie viel zu intelligent, möchte man meinen. Ihre Ambitionen erweisen sich demnach schnell als ein Schuss in den Ofen. Auch, weil Frank das Jagen nicht gänzlich lassen kann. Die Fehler seiner Frau auszunutzen, ist zwar nicht die feine Art, aber letztlich nur logisch für ihn - auf der Bühne der "Großen" ist jeder ein potenzieller Gegner - hunt oder be hunted!
Während der Reiberein zwischen Frank und Claire fällt auf, dass die Macher der Serie sehr vorsichtig die Sympathien des Zuschauers manipulieren. Hatte Frank den Zuschauer früher gerne in seine Pläne involviert und diese ausführlich diskutiert bzw. erklärt, findet nun kaum noch ein Gespräch zum Zuschauer statt. Und wenn, dann nur für kurze, zynische Bemerkungen (zugegeben, einige davon sind großes Kino, etwa das verzweifelte "God help us all", als Vizepräseident Blythe versichert, er wäre für den Ernstfall als Präsident gerüstet). Claire hingegen, die in früheren Folgen oft als die noch brutalere Protagonistin erschien, zeigt nun immer häufiger eine warme, menschliche Seite - als sie sich so vehement für den homosexuellen Aktivisten in Russland einsetzt, als sie in der vorletzten Folge im Wahlkampf ein fast rührendes Gespräch mit einer jungen Mutter führt.
Das Ungleichgewicht zwischen ihr und Frank, dass zunächst in eine Hassliebe mündet und ganz zum Schluss in Hass, irritiert den Zuschauer, treibt ihn jedoch eher in die Arme von Claire, woran nicht zuletzt das Staffelfinale Schuld ist.
Die gesamte Story rund um Doug gefällt mir persönlich sehr gut, auch wenn nicht ganz klar wird, warum sich Doug zu einem Verrat an Frank genötigt fühlt. Klar, sein Job ist neu vergeben und besonders großes Interesse an seiner Rückkehr besteht wohl auch nicht, aber deswegen gleich zur Rivalin überlaufen?
Die Nebengeschichte rund um den Buchautoren finde ich fad und absolut untypisch für Frank. Abgesehen davon, dass mich das Liebesleben dieses Autors überhaupt nicht interessiert, ist auch aus inhaltlicher Sicht nicht zu erkennen, was überhaupt seine Rolle ist.
Heather Dunbar als große Konkurrentin ist zwar unterhaltsam, aber letztlich eine vergebene Chance. Ihr Untersuchungsausschuss war zwar für die Katz - dennoch fehlt ihr die persönliche Vorgeschichte mit Frank, um zur großen Gegenspielerin aufzusteigen. Persönliche Rachemotive hat sie jedenfalls nicht - und damit taugt sie leider nicht zum "Schwergewicht".
Die letzte Folge der Staffel macht schließlich klar, wohin die Reise geht: abwärts.
Franks unerträglicher Ausbruch gegenüber Claire führt dazu, dass sie ihn verlässt und vor allem dazu, dass der Zuschauer seine Sympathie für ihn verliert. Frank gehört von nun an zu den Bösen, die Identifikation mit ihm ist für mich jedenfalls nicht mehr gegeben. Politisch haben sich fast alle Verbündeten von ihm abgewendet - Jackie Sharp, Remy Denton, seine Frau. In Staffel 4 dürfte Cathy Durant folgen...
Dass Frank überhaupt in die Verlegenheit kommt, Doug wieder anzuheuern, sagt viel über seinen aktuellen Stand.
Doug wird in der letzten Folge dann übrigens auch so düster dargestellt, dass hier ebenfalls jegliche Sympathie, die sich während des Besuchs seiner Familie aufgebaut hatte, sofort wieder verschwindet. Er tötet Rachel kaltblütig. Hier ist die Darstellung interessant: Wie gelingt es den Machern der Serie, Doug und Frank zu wirklich "Bösen" zu machen? Bei Frank ist es die Brutalität gegen seine eigene Frau, bei Doug ist es weitaus komplexer. Dass er Rachel töten will, ist von Beginn an klar - und was macht schon ein Mord aus in einer Serie, bei der bislang in jeder Staffel ein Opfer zu beklagen war? Doug jedoch lässt Rachel am Ende zunächst frei - er schenkt dem Zuschauer die Illusion, "barmherzig" zu sein - und schlägt dann doch noch eiskalt zu. Der radikale Wechsel zwischen diesen beiden Extremen hat bleibenden Eindruck hinterlassen.
Claire steht am Ende als neue (letzte?) Identifikationsfigur dar und kapselt sich vom "Bösen" ab. Wen wunderts, irgendeine Bezugsfigur wird es in Staffel 4 geben müssen und dass Frank und Doug dies nicht werden können, verrät alleine der Titel der Serie (Kartenhäuser haben ja für gewöhnlich die Eigenschaft, irgendwann einzustürzen).
Staffel 3 dient letztlich dazu, den finalen Showdown einzuleiten. Er beendet Handlungsstränge früherer Folgen und liefert neue Pfade für die Zukunft (mich würde nicht wundern, wenn die Flamme des Buchautoren in ihrer Rolle als Journalistin einige Enthüllungen über Frank ans Tageslicht bringt). Ich schätze ganz stark, dass die Fronten für Staffel 4 weitestgehend abgesteckt sind - gegen Frank und Doug!
Den Höhepunkt der Dramatik hatte die Serie am Ende von Staffel 2 erreicht, nun beginnt der unschöne Teil - der Niedergang. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine 5. Staffel geben wird (rein logisch würden 4 x 13 Folgen = 52 - ein Kartenspiel besitzt 52 Karten - passen), zumal sich so ein Format auch nicht ewig halten kann.
Ich bin sehr gespannt! 4 Sterne für spannende und unterhaltsame Serienstaffel, deren inhaltliche Authentizität und Logik jedoch deutlich unter denen der Vorgängerstaffeln lag.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2015 11:40 PM MEST


The Newsroom: Staffel 3
The Newsroom: Staffel 3
DVD
Preis: EUR 13,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unnötig, 25. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: The Newsroom: Staffel 3 (Amazon Video)
Auch wenn "The Newsroom" für mich immer eher in Richtung Soap ging und bis auf wenige Ausnahmen in Staffel 1 das zwischenmenschliche Geplänkel im Team die Oberhand über die Story hatte, mochte ich die Serie sehr.
SPOILER
Staffel 2 fiel schon deutlich ab gegenüber der ersten Staffel, was definitiv an der ziemlich unglaubwürdigen Giftgas-Story lag. Dass eine so bahnbrechende Geschichte so schlampig und leichtsinnig behandelt wird, ist das eine. Dass die Senderchefin nebst ihres Sohnes, die plötzlich die einmalige Chance bekommt, ihr ungeliebtes Nachrichtenteam zu feuern, plötzlich die große Kehrtwende zum Guten macht - sehr weit hergeholt.
Dass Maggie nach ihrem Liebesgeständnis an Jim plötzlich aus unerfindlichen Gründen wütend auf diesen wird und beide zum großen Rosenkrieg blasen - extrem albern.
Trotzdem - Staffel 2 hatte zumindest noch eine gewisse Kohärenz und ganz zum Schluss auch ein schönes, passendes, halbwegs plausibles Ende. Und dabei hätte man es definitiv belassen sollen!
Staffel 3 kommt nämlich mit der nächsten, absolut schwachsinnigen Story daher. Will muss ins Gefängnis (schnarch), heiratet vorher nochmal ganz fix seine MacKenzie (schluchz) und deckt damit ritterlich seinen Untergebenen Neil (schmacht). Insgesamt wirklich viel zu weit hergeholt, um einigermaßen zu fesseln.
Überhaupt stellt sich die Frage, warum diese Mini-Staffel mit gerade einmal 6 Folgen überhaupt gedreht wurde. Wirklich neue Handlungsstränge gibt es nicht (Nachrichtentechnisch bleibt die Staffel alles schuldig), besonders interessante Charaktere gibt es auch nicht (was ist denn der neue Senderchef für ein seltsamer Vogel?) und dass Charlie am Ende sterben muss, finde ich ziemlich unnötig.
Der Kracher ist in dieser Hinsicht die letzte Folge: Nach der plötzlichen Beförderung von MacKenzie (klüngel), befördert diese ihren Adjutanten Jim (klüngel), der wiederum seine Jetzt-doch-endlich-Perle Maggie befördert (klüngel) - die dann zum Glück ablehnt (ein Hauch Plausibilität bleibt zumindest).
Aus der sensationellen Story der NSA-Informantin wird dann auch nicht wirklich etwas, Neil darf zum Schluss noch aus dem Exil zurückkehren und einige sehr bedeutsame, zeigefinder-erhobene, moralisierende Floskeln zur Ethik des Journalismus loslassen und alles wird gut.

Zur Abrundung dieser Newsroom-Geschichte hätte es eine 3. Staffel absolut nicht gebraucht. Hätte man Staffel 2 eine weitere, zehnte Folge gegönnt und meinetwegen ein nettes Ende für Jim und Maggie gefunden, wäre die Serie als Ganzes sicherlich würdevoller zu Ende gegangen. So musste die finale Mini-Staffel noch einen ziemlichen Quoten-Absturz erleiden und schwächt auch inhaltlich eine insgesamt gute, nicht herausragende, aber doch unterhaltsame Serie über einen Newsroom in Amerika.


Love Who Loves You Back
Love Who Loves You Back
Preis: EUR 1,29

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Globalisierung geglückt, 11. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Love Who Loves You Back (MP3-Download)
Von Tokio Hotel kann man halten was man will, ich für meinen Teil fand die Musik und auch die Band-Charaktere immer ziemlich uncool. Aber persönliche Ansichten sind ja glücklicherweise nicht immer maßgeblich. Tokio Hotel nüchern und sachlich zu bewerten ist ohnehin utopisch, da allein der Frontmann so stark polarisiert, dass es oft eher zu einer Art Glaubenkrieg kommt, wenn man über diese Band spricht. Auch deswegen habe ich mich von dieser Band immer weitestmöglich ferngehalten...
Nun denn, letzte Woche wurde ich dann doch Zeuge des großen Comebacks, als ich eigentlich in Ruhe meiner früheren Jugendliebe "Wetten dass...?" Lebewohl sagen wollte und war...überrascht.
Das was die ehemaligen Magdeburger hier abliefern sind schlicht und ergreifend total unspektakuläre, souveräne und mainstreamige Elektroklänge. Nichts aufregendes, aber eben auch nichts Schlimmes oder Verwerfliches. Wird vermutlich vielen Kreische-Fans der ersten Stunde nicht gefallen, kann man aber als neutraler Musik-Liebhaber schmerzfrei konsumieren. Den Song könnte ich mir zum Beispiel problemlos als FIFA-Menü-Musik vorstellen...was zum einen dafür spricht, dass Tokio Hotel hier das Rad nicht neu erfunden haben, zum anderen aber für ein chilliges, eingängiges und harmloses Werk spricht, dass sich international gut verkaufen wird und die Band als Global Player in Europa und Asien etablieren wird.
Und das ist viel mehr als ich der Band zugetraut hätte.


Ghost Stories
Ghost Stories
Preis: EUR 8,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als befürchtet! Schwächer als gehofft!, 17. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ghost Stories (Audio CD)
Das größte Problem am neuen Coldplay-Album sind nicht die Songs auf dem Album oder die Band - sondern die eigenen Erwartungen! Ein Problem, dass mich bei Mylo Xyloto schon bitter enttäuscht zurück ließ. Warum? Nun, auch MX war ein solides Pop-Album, aber es war nach dem "Triple-Erfolg" von Viva la Vida eben nur die Meisterschaft.
Ich habe mir also vorgenommen, dieses neue Werk so erwartungslos wie möglich zu betrachten, falls so etwas überhaupt möglich ist.
Die Kontroversen im Vorfeld habe ich überhaupt nicht verstanden, denn dass eine Band wie Coldplay den Mut besitzt, sich in gewisser Weise neu auszuprobieren, ist völlig legitim und schön. Denn auch wenn sehr unterschiedliche Alben und Stile herauskamen - wirklich enttäuscht wurde ich bis zum letzten Album nie.

Nun also das neue Werk. Gesamteindruck: Ganz nett!
Der Opener fängt sanft, ruhig, sphärisch an und entfaltet einen schönen Klangteppich mit ruhigem Gesang von Chris. Nicht die Neuerfindung des Rades oder gar der ganzen Band, aber dennoch schön.
Mit Magic folgt die erste Single, die ich schon bei ihrer VÖ sehr schwer zu beurteilen fand. Das Lied ist nett, auch ruhig gehalten, ein bisschen zurückhaltend, dennoch schön, aber vom Hocker reißen tut es nicht!
Ink ist ein klassischer Coldplay-Song. Melodisch, endlich auch mit ein bisschen Akkustik-Gitarre und Bandgesang. Problem: Diese Art von Song gab es von Coldplay schon zu oft in deutlich besserer Ausfertigung. Für mich einer der schwächeren Momente.
True love ist ebenfalls sehr klassischer Coldplay-Sound, wieder eher ruhig und sanft, melodisch, einige Parts erinnern tatsächlich an X&Y-Zeiten. Hat mir gut gefallen.
Midnight ist dann endlich DIE Innovation, Coldplay goes Elektro. Naja, eigentlich steht der Song in logischer Folge der ersten Album-Stücke. Sehr ruhig, sphärisch, böse formuliert: etwas dahin plätschernd. Vielleicht doch nicht so groß, die Innovation, denkt man schnell, obwohl die verzerrte Stimme von Chris schon überrascht. An einigen Stellen melodisch sehr schön, insgesamt aber wie Magic: kein Hocker-Reißer.
Another's arms ist insgesamt ein bisschen langweilig. Wieder melodisch ganz nett, ruhig, sanft....bla, ich wiederhole mich. War die ruhige Atmosphäre der ersten Songs noch angenehm, beginnt es hier etwas zu nerven, da dem Song ein Stück weit die Höhepunkte fehlen.
Oceans reißt das Ruder nochmal rum, denn auch wenn es der 7. ruhige Song hintereinander ist, wird es wieder schön (man hört wieder Akkustik-Gitarre, ein unverkennbarer Coldplay-Sound, schade, dass sie so selten randarf auf Ghost stories - ich schwenke in Gedanken kurz zu Yellow, werde ein bisschen traurig und freue mich dennoch über Oceans). Einer der stärksten Songs für mich.
A sky full of stars, der heilige Gral der Platte. Ein Sakrileg für die einen, die sich auf die Präsenz von Herrn Avicii einschießen - der Höhepunkt der Platte sagen vielleicht die anderen (ich zumindest), da es kurz aus der leichten Lethargie herausreißt, kräftiger wird, lauter, dennoch insgesamt Coldplay bleibt. Das Intro ist wundervoll und man ist kurz versucht, darüber nachzudenken, was aus dem Song hätte werden können, wenn er so weitergegangen wäre, ganz ohne Avicii. Dennoch bin ich der Meinung, dass der Song die meiste Präsenz auf der Platte hat. Der stärkste ist er nicht, aber er bleibt hängen, man behält ihn im Kopf. Nicht der beste, aber der auffälligste Song der Platte - so würde ich es betiteln.
Den Abschluss bietet O und es wird wieder ruhig, welch Wunder. Kein schlechtes, aber ein durchschnittliches Stück, plätschert auch zu sehr vor sich hin und ist mir - wie übrigens viele Stücke der Platte - zu spärlich instrumentalisiert.

Tja, jetzt ist es durch, das Album und ich bleibe etwas unschlüssig zurück. War das ein gelungenes Experiment? War es überhaupt eines?
Wer der Band vorgeworfen hat, sie produziere zunehmend Stadion-kompatible Pop-Stücke, wird widerlegt. Wer der Band vorwirft, sie springe auf den neuesten Mainstream-Zug auf, wird nicht vollständig bestätigt. Es ist Coldplay, trotz allem. Oder gerade deswegen? Das Album einzuordnen, fällt mir schwer, wie Sie merken.
Es war schön, ein bisschen langweilig vielleicht. Langweilig schön. Oder (ganz) schön langweilig?
Fazit: 3-4 Sterne!


Liebe Fünf
Liebe Fünf
von Hagen Rether
  Audio CD
Preis: EUR 10,99

24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue alte Lockerheit, 6. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Liebe Fünf (Audio CD)
Inhaltlich war Hagen schon immer einer der besten in Deutschland. Gerade seine erste Liebe-CD ist für mich ein Kandidat für den Kabarett-Olymp. Problematisch wurde zuletzt sein Stil, der bisweilen etwas belehrend, manchmal extrem schwermütig, verbittert, schwer verdaulich wurde. Der Spiegel, der von Hagen Rether vorgehalten wird, zeigt Wahrheiten, die man lieber nicht hört, die einem das Lachen im Halse ersticken lassen und nachdenklich stimmt. Aber gerade auf seiner ersten CD hatte er einen Stil, der etwas leichter daher kam.
Um es kurz zu machen: Ich finde, er knüpft ein wenig an alte Zeiten an. Etwas weniger verbissen, eher lakonisch kommt er daher, nach wie vor mit unangenehmen Wahrheiten und viel Nachdenklichkeit. Mir gefällt er wieder besser - dieses leicht spöttische, ironische aus früheren Tagen.
So oder so: ein Meister seines Fachs!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2015 9:37 AM MEST


The Wolf of Wall Street [Blu-ray]
The Wolf of Wall Street [Blu-ray]
DVD ~ Leonardo DiCaprio
Preis: EUR 7,93

72 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zynisch, 6. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Wolf of Wall Street [Blu-ray] (Blu-ray)
Es ist der Subtext, der "Wolf of Wallstreet" zu einem wirklich sehenswerten Film macht. Das muss ich nach zum Teil sehr zähen 179 Minuten resümieren.
Was Scorsese mit seinen Zuschauern macht, ist genial und perfide zugleich. Er präsentiert uns einen obszönen, auf den ersten Blick sehr lockeren Film, der oberflächlich beinahe als Komödie durchgehen könnte (klammert man die dramatische, aber auch sehr kurz gehaltene Familientragödie am Ende mal aus). Leo DiCaprio spielt den rücksichtslosen, drogensüchtigen, geldgeilen Börsenzocker so charmant, dass man zwischen Ekel und Faszination schwankt. Insgeheim sympathisiert man mit seiner brutal offenen Art, schmunzelt über den Sexismus, lacht sich schlapp über seine Drogenexzesse und beneidet ihn um seine Frauen. Dass sein gesamtes Handeln auf Maßlosigkeit, "Ausbeutung" von normalen, einfachen Leuten und grenzenloser Rücksichtslosigkeit basiert, gerät in den Hintergrund. Das finde ich gut, denn es lässt den Film nicht nervig moralisierend erscheinen. Scorsese zeigt keinen betrogenen Kleinanleger, der sein ganzes Hab und Gut verloren hat durch die groteske Börsenzockerei. Er manipuliert den Zuschauer nicht durch einen sympathischen Gegenspieler zu DiCaprio - nein, er lässt jeden Kinobesucher ins offene Messer laufen. Das ist stark - aber auch gefährlich.
Denn was am Ende wohl die wenigsten im Kino verstanden hatten, ist die Tatsache, dass hier heftigste Systemkritik geübt wird und das Bild einer Mannes konstruiert wird, der von Drogen und Geld berauscht, sich und andere aufs äußerste zerstört.
Die Schlüsselszene des Films ist meiner Meinung nach das "Familiendrama" am Ende. Was zuvor geschieht ist zwar moralisch "falsch", aber eben harmlos, witzig, oberflächlich, ein Stück weit sympathisch. Man ekelt sich vor der Habgier und Sucht nach Geld und Erfolg, ertappt sich aber auch dabei, über die ebenso geldgierigen Kleinanleger und ihre naive Hoffnung auf den großen Reibach zu schmunzeln. Es ist nicht die Gier der Banker, die das System in den Abgrund geführt hat, es war die Gier eines jeden Anlegers nach immer mehr Rendite. Und wenn das ganze noch ein wenig übertrieben und exzessiv, sprich: humorig, daherkommt, fällt es umso leichter, die wahren Abgründe des Protagonisten (DiCaprio) zu übersehen.
In der Familienszene erfährt der Film jedoch eine Wende. Ein zerstörter Mensch, durch Drogen und Geldgier völlig entglitten, misshandelt seine Frau, liefert sein Kind einer unsäglichen, schwer zu ertragenden Situation aus, verliert endgültig die Kontrolle über alle seine Sinne. Es hat sich ausgeschmunzelt und ausgekichert. Es ist plötzlich bitter ernst. Man fühlt sich unwohl im Kinosessel. "Hey, war das nicht der lustige Typ, der obszöne, coole Sachen gesagt hat!?" Wo ist die Stelle zum Lachen?
Spätestens hier müsste jedem klar sein, dass aus dem heimlichen "Held" ein Filmbösewicht geworden ist. Scorsese demonstriert uns diese Metamorphose eher beiläufig, indem er darauf verzeichtet, DiCaprio (Balfore hieß er glaub ich) Einsicht, Reue oder Bedauern zu verleihen. Es geht nicht weiter um Frau und Kind, die betrogenen Anleger usw. - nein, es geht wieder um Deals, Kohle und Strafdauer. Im Knast ist die Welt wieder heile, Kohle regelt vieles. Aber im Zuschauer müsste es Klick gemacht haben, und statt heimlicher Bewunderung oder Sympathie müsste nur noch Mitleid für dieses empathilose, selbstzerstörerische Protagonisten-Wesen übrig bleiben.
Offenbar ist das aber nicht so. Denn die Quintessenz des Films ist bei vielen Zuschauern wohl eher "geiler Typ".
Vielleicht deute ich den Film komplett fehl, aber ich bin der Meinung, dass zwischen den Zeilen massive Kritik an Balfore (DiCaprio) und dem gesamten Finanzsystem geübt wird. Nur geschieht dies eben so fein und beiläufig, dass es für viele wohl leider nicht zu erkennen war.

Ich gebe dem Film 3 Stern - er hat eine stark Aussage und ist vom Regisseur gut konzipiert, allerdings gibt es durchaus viele Längen und ein hohes Risiko, vor lauter nackten Frauen, Drogen und coolen Sprüchen die Perfidität und Rücksichtslosigkeit des Finanzsystems zu verherrlichen. Sorry, Herr Scorsese, vielleicht überfordern Sie ganz einfach den Prototyp des Popcorn-Kinogängers...
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2016 4:50 AM CET


Dracula. Ein Vampirroman
Dracula. Ein Vampirroman
von Bram Stoker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Idee stark - Stil problematisch, 24. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Dracula. Ein Vampirroman (Gebundene Ausgabe)
Enthält Spoiler

Es gibt wohl wenige Menschen auf der Welt, denen die Geschichte von Graf Dracula nicht irgendwo schonmal begegnet ist. Spätestens, seitdem die unsägliche Twilight-Saga einen neuen Vampir-Hype ausgelöst hat, stieß man eher unfreiwillig immer wieder auf die Mutter aller Vampir-Geschichten, Dracula.
Aus Neugierde begann ich also mal das Original von Bram Stoker zu lesen und war zunächst gefesselt von der packenden "Beschreibung" aus der Burg des Grafen. Auch wenn durch den sich durchziehenden Tagebuch-Stil viel Spannung verloren geht, entwickelt sich gerade zwischen den Zeilen eine wahnsinnige Dramatik rund um Jonathan Harker und den Grafen.
Mit dem Ende der Burg-Sequenz entstehen jedoch zwei Probleme: 1. es bleibt ungeklärt, wie Jonathan die Flucht gelingt, ein ganz heftiger Klops finde ich (weil im Prinzip keine logische Fluchtmöglichkeit bestand) und 2. verliert die Geschichte fortan an Dramatik und Spannung.
Wie oben kurz erwähnt, schreiben alle Protagonisten in Tagebuch-Stil und werden dadurch "verknüpft", dass alle anderen jeweils die Einträge lesen, um eben über jedes noch so kleine Detail informiert zu sein. Wirkt sehr geschäftig und vor allem unauthentisch.
Weiter gehts mit Lucy und ihrer Transformation zur Vampirin. Auch hier treten viele kleine Pannen auf. Der berühmt Vampirjäger van Helsing windet sich nämlich (wohl aus Spannungsgründen) tagelang, mit der Info rauszurücken, dass die arme Lucy durch einen Vampirbiss im Todesfall zu eben solch einer Vampirin wird und deswegen nachts tunlichst bewacht werden sollte. Hätte van Helsing seinen Kompagnon einfach etwas früher über die drohende Gefahr informiert und ihn nicht tagelang im Dunkeln tappen lassen, wäre Lucy wohl kaum dahingeschieden.
Nun denn, wirklich problematisch wird es schließlich zum Schluss. Die mittlerweile 6-köpfige Vampirjäger-Truppe verkommt hier nämlich mehr und mehr zu religiösen Sektierern. Kaum ein gesprochener Satz ertrinkt nicht im religiösen Pathos und auch der bis dahin sympathische van Helsing wird mehr und mehr nervig ("arme, teure, liebenswürdige Mina").
Einige Schwachstellen, wie etwa das recht kuriose Frauenbild, sind sicherlich der Entstehungszeit geschuldet, einige andere hingegen nicht.
Oben erwähnte Flucht von Jonathan geht trotz akribischer Buchführung aller Protagonisten gänzlich unter. Obwohl sich alle reichlich mit der Jagd auf einen Vampir beschäftigen und die ganze Leidensgeschichte um Lucy erlebt haben, dauert es Ewigkeiten, bis man darauf kommt, dass Mina eventuell von Dracula gebissen worden sein könnte. Die typischen Bisswunden zeigt sich nicht, was zur Frage führt, wo sie denn eigentlich gebissen wurde...
Den Anfängerfehler mit Lucy erwähnte ich ja oben schon (Kommunikationsdefizite sind offenbar zeitlose Probleme).
Weiterer Kritikpunkt: Stoker beschreibt Charaktäre und Orte nur sehr unzureichend. Eigentlich untypisch für die Entstehungszeit, in der andere Schriftsteller wie etwa Fontane seitenweise Torbögen beschrieben, nennt Stoker kaum Details zu den Orten - so kann man sich z.B. Lucys Haus nicht besonders gut vorstellen, auch die Anstalt mit Renfield bleibt sehr schemenhaft beschrieben. Über die Vergangenheit der Personen erfährt man wenig, gerade Arthur und der Quincey bleiben meist Statisten, sodass der Tod Quinceys am Ende recht unnötig erscheint (und nebenbei auch extrem lieblos abgetan wird...).

Bleibt als Fazit eine tolle Idee, die literarisch jedoch unzureichend umgesetzt wurde. Nicht umsonst verbindet man mit Dracula eher Filme als das Buch von Stoker. Auch wenn diese Problematik bei vielen Werken dieser Art (berühmte Geschichte, viele Verfilmungen, durchschnittliches Buch - siehe z.B. Moby Dick) existiert, zähle ich dieses Buch zu den schwächsten in der Reihe.
Der Plot verdient 2,5 von 2,5 Sternen, der Stil nochmal 0,5 von 2,5, ergo 3 Sterne!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 29, 2014 11:27 PM MEST


Lovers
Lovers
Preis: EUR 1,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 8. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Lovers (MP3-Download)
Ein ziemlich melancholisches, der Jahreszeit entsprechendes Lied. Als ich den Song vor einigen Tagen im Radio hörte, war ich sofort gepackt, der Chorus geht schnell ins Ohr, die Stimme des Sängers der mir vollkommen unbekannten Band (!?) Beech passt perfekt, rundum gelungenes Stück.
Nebenbei für alle, die es überhaupt noch interessiert: Das Video gehört definitiv zu den besseren in letzter Zeit! :)


Nachtzug nach Lissabon
Nachtzug nach Lissabon
DVD ~ Jeremy Irons
Preis: EUR 5,99

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas lückenhaft, 7. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (DVD)
Lieber Leser, vorneweg 2 Punkte:
1. Die Rezension enthält Spoiler.
2. Die Rezension bezieht sich NUR auf den Film, zieht demnach auch keine Vergleiche zur Romanvorlage.

Was den insgesamt sehr schönen und dramaturgisch soliden Film sehr abgeschwächt hat, war sein Anfang. Wir sehen zunächst Raimund, Lateinlehrer und Hauptperson der Geschichte, in seiner Wohnung beim Schachspiel gegen sich selbst. Ein paar Anekdoten wie der gebrauchte Teebeutel aus dem Mülleimer werden gezeigt, zeichnen so also in Ansätzen das Bild eines etwas zerstreuten, leicht einsamen Paukers. Und fertig ist das Expose. Mehr Einführung wird uns nicht gegönnt, diese 1:30 Minuten dienen als gesamte Grundlage bzw. Hintergrund für die nächsten Handlungen. Zu wenig, finde ich, denn schon die Rettungstat auf der Brücke gerät irgendwie lieblos. Kaum ein Wort wird gewechselt, die Frage nach dem Warum? oder Wer sind Sie überhaupt? wird nicht gestellt, möglich, dass die Unwissenheit des Zuschauers bewusst gewollt ist - besonders plausibel wirkt es nicht.
Auch in der Schulklasse, in die Raimund die Unbekannte Fast-Selbstmörderin mitnimmt, geht alles schnell-schnell. Arbeiten zurück, Text übersetzen, noch im ersten Satz der Abgang der Unbekannten, Raimund hinterher mit ihrem Mantel. Seine Sprachgewandheit lässt sich nur erahnen (er kann Marc Aurel auswendig zitieren - wie fast jeder alte Lateinlehrer), sein Interesse für das Buch von Amadeo, welches er in der Jacke der Unbekannten findet, dagegen nicht wirklich nachvollziehen.
Warum er in den Zug nach Lissabon steigt? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Warum er sich selbst in den Schriften von Amadeo wiederfindet? Keine Ahnung. Zwar füllen sich die Anfangs noch etwas platt und pauschal wirkenden philosophischen Phrasen Amadeos nach einiger Zeit mit Leben, doch zunächst ist man geradezu empört, wie Raimund diese Texte so magisch finden kann.

Wie gesagt, das Expose hat mich ein wenig ratlos nach Lissabon geschickt, unfähig, die Handlungen Raimonds logisch nachzuvollziehen bzw. Interesse für die Lebensgeschichte Amadeos zu entwickeln.

Was sich dann in Lissabon entspinnt, angefangen mit dem Kennenlernen Mariannas, über die Treffen mit ihrem Onkel, bis hin zu den zahlreichen Gesprächen mit der Schwester Amadeos, ist großes Kino und absolut packend erzählt.
Für jemanden, der die Salazar-Diktatur aus Altersgründen nicht "erlebt" hat und dank des voll auf Weltkriege und deutsche Revolutionen gedrillten Geschichtsunterrichts auch nie vermittelt bekommen hat, wirken die zahlreichen grausamen und beklemmenden Details ebenso erschütternd wie "Interesse weckend" (auch über die im Film gezeigten Fragmente hinaus).
Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Amadeo, Estefania und Jorge entwickelt, ist berührend und trotz ihrer Schlichtheit dramatisch.
Dramaturgisch gefällt mir, dass sich die Rückblenden erst im Laufe der unterschiedlichen Gespräche zu einer Chronologie entwickeln und dass darauf verzichtet wurde, dem Zuschauer noch einmal einen roten Faden in den Film zu basteln. Am Ende weiß sowieso jeder, in welchen zeitlichen Kontext die Rückblende einzuordnen ist, da braucht es keine erklärenden Kommentare der handelnden Personen.
Schauspielerisch überragend fand ich August Diehl, der den jungen Jorge so intensiv und authetisch spielt, dass er der eigentlichen Hauptperson Amadeo hier und da die Show stiehlt.
Am Ende der Geschichte weiß man dann auch, wieso Raimund dieses Buch so super fand und welche Parallelen er für sich erkennen konnte oder viel mehr wollte.
Der letzte Kritikpunkt: die Schauspieler passen nicht immer zusammen. So ist zum Beispiel die ältere Version von Estefania eine glatte Fehlbesetzung, weil 1. zu jung und 2. optisch ganz anders (Muttermale an Hals und Brust...weggelasert?). Bruno Ganz, den ich als Schauspieler spätestens seit Brot und Tulpen sehr schätze, schlägt sich unter Wert, hat aber auch nicht die dankbarste Rolle erwischt, muss er doch die ältere "Version" des überragenden August Diehls spielen, gegen den er etwas abfällt.

Ein ingesamt guter Film, der sowohl Anspruch, Geschichte, Romanze und stellenweise Humor bietet. Ich würde so gefühlte 3,5 Sterne vergeben, die aber aufgrund der vielen gelungenen Szenen eher einer Auf- statt Abrundung bedürfen...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2014 8:37 AM MEST


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