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Rezensionen verfasst von
Hicks "hicks" (Münster)

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A Moon Shaped Pool
A Moon Shaped Pool
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schönste Medizin, 25. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: A Moon Shaped Pool (Audio CD)
Radiohead meinen es gut mit uns. Sie haben den Giftschrank geöffnet und verteilen Musik gewordenes Valium ans Volk. In unübersichtlichen und gefährlichen Zeiten sedieren wir zusammen mit den Musikern von Radiohead unsere Ängste auf einen erträglichen Bewusstseinszustand. Gemeinsam lauschen wir, wie in Watte gepackt, den psychedelisch vorbeiziehenden Nebelschwaden, die unsere Sinne berauschen ob der Traurigkeit ihres musikalischen Lamentos. Radiohead können es wohl nur gut meinen.

Selbst wenn der Rhythmus mal etwas beschwingter oder gar flott wird - was auf diesem Album wirklich nur selten der Fall ist - liegt eine geisterhafte Ruhe auf der Musik von Radiohead. Eine Ruhe, aus der wir Kraft schöpfen können, in Angesicht der Dinge die passieren oder noch passieren werden. Auch wenn die Musik wohl nicht politisch zu verstehen ist, interpretiere ich sie als einen Grabesgesang auf unsere Zivilisation - voller Trauer über die Vergänglichkeit all der Dinge, die uns so vertraut und schön erscheinen. Noch nie war Thom Yorkes klagender Gesang schöner. Nahezu in sich ruhend singt er über die Trauer, die sein Herz erfüllt. Auf dieser CD hört man vielleicht die intimsten Worte, die aus seiner Seele sprechen. Und endlich, ja endlich ist auch Colin Greenwoods Bass wieder so prägnant zu hören wie zuletzt auf OK Computer.

Ein wunderschönes Stück Musik haben Radiohead da aus dem Medikamentenschrank geholt. Vergesst Tavor, hört Radiohead :).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2016 10:52 PM MEST


Everchild
Everchild
Preis: EUR 20,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bilder von Schönheit, 8. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Everchild (Audio CD)
Das Fazit vorweg: Dark Suns haben den erwarteten Hammer veröffentlicht. Aber eigentlich sind meine Worte unwürdig, die Brillanz dieses Albums zu beschreiben. Nach Beschreibung des Labels, entführen uns Dark Suns in schwelgerischer Weise an die verträumt-surrealen Orte tiefen Schlafes oder lassen die Gefühle eines Kindes zu einen Kristall verdichten.

Nach den bunt leuchtenden Projektionen von Orange (womit ich nicht ganz warm geworden bin), gehen Dark Suns auf ihrem aktuellen Album zurück zur melancholischen und sanften Stimmung von Existence, bedienen sich dabei aber anderer musikalischer Mittel, von schweren Riffs ist nichts mehr zu hören und so lässt sich der Hörer eher durch luftige Arrangements, mit geschmackvoll eingesetzten Blasinstrumenten (Trompete, Saxofon), in andere Sphären entführen. Natürlich rockt es hin und wieder ordentlich, wie in dem sehr passend als Single ausgekoppelten Everchild, doch überwiegt über weite Strecken eine jazzige Atmosphäre, dazu die sanfte Stimme von Niko Knappe, die man sich als Mischung aus Thom Yorke und Daniel Gildenlöw vorstellen kann, doch zu jeder Zeit absolut einzigartig klingt. Es gibt tatsächlich keinen schwachen Song auf diesem Album und so fällt es schwer, ein Highlight festzumachen. Vielleicht ist es - und selbst diese Tatsache ist skurril - die echt starke Cover-Version "Yes, Anastasia", ursprünglich von Tori Amos dargeboten.

Auf ideale Art und Weise ist jedes Stück mit eingängigen Melodien ausgestattet, bietet jedoch gerade für mehrfaches Hören genug, meist sehr filigran eingearbeitete Widerhaken um über längere Zeit Spaß an diesem Album haben zu können. Es ist wahrlich Prog. Rock, doch Flitzefinger-Soli sind nur selten, da sie sich, wie auch andere technische Spielereien, der Atmosphäre unter ordnen. Rythmisch ist die Musik gerade wegen der Jazz-Elemente natürlich sehr interessant gestaltet, so dürfen also doch noch Prog-Fans mit der Zunge schnalzen. Wer jedoch "normalen" Prog. Metal mit wilden und spektakulären Soli im Stile von Dream Theater erwartet, sollte besser zur ebenfalls in diesem Jahr neu erschienen Platte von Redemption greifen, die auf ihre Weise nahezu genauso stark geworden ist, wie Everchild von Dark Suns.

Neben Katatonia haben also auch Dark Suns in diesem Jahr ein heißes Eisen im Feuer, nur erlangen sie nicht die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ihnen eigentlich zu steht. Liegt es an sperriger Musik? Nein, die Musik ist nicht sperrig, sondern nur etwas ungewöhnlich, vermutlich einzigartig in der Szene, selbst Vergleiche mit Riverside oder Anathema halten nicht stand. Bitte, Leute, checkt diese CD und belohnt die talentierten Musiker und das für unvergleichliche Qualität stehende Indie-Label Prophecy.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 9, 2016 7:09 PM MEST


Metal Resistance
Metal Resistance
Preis: EUR 13,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fuchs-Gott erlaubt ein zweites Album, 3. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Metal Resistance (Audio CD)
Die Mädels um Babymetal machten nie ein Geheimnis draus, bei dem Begriff Metal eher ein großes Fragezeichen über dem Kopf schweben zu haben. Ob sie glücklich damit sind, unter die Fittiche des etwas verrückten Produzenten Kobametal geraten zu sein, ist bis heute nicht geklärt. Mittlerweile dürften sich Babymetal aber an die Metalszene gewöhnt haben, möglicherweise trifft das auch auf den umgekehrten Fall zu.

Während in den USA und UK der Erfolg geradezu bahnbrechend ist, sind die Fans in Europa allgemein etwas skeptischer. Ich beobachte schon seit einiger Zeit, wie bierernst und ironie-resistent die Szene hierzulande geworden ist. Metal war in den 80'ern eher eine jede Etikette mißachtende Spaß-Musik inklusive Bierdusche, heute eher letzte Bastion missverstandener Intellektueller. Kein Wunder also, wenn Babymetal die ohnehin schon finsteren Gesichter der ernst dreinblickenden Metalfans mit ihrem Plastik-Quietsch-Metal noch weiter die Mundwickel nach unten ziehen lassen.

Babymetal machen Spaß und das wird ihnen zum Vorwurf gemacht. Das gleiche trifft auch auf Bands wie Helloween zu, die in aktuellen Zeitschriften nicht immer die besten Noten für ihre Veröffentlichungen bekommen. Hin und wieder taucht auch Happy Helloween im Sound von Babymetal auf, wenn schnörkelloser Speed Metal auf den Hörer losgelassen wird (Amore, Road of Resistance). Dann wiederum experimentieren Babymetal in dem Lied KARATE gekonnt mit leichten Djent-Einflüssen, was diese Musikrichtung aus der ihr sonst innewohnenden Verkopftheit hervor holt. Als eine über allermaßen verrückte Parodie auf Dream Theater würde ich den Song Tales of the Destinies beschreiben - vollkommen durchgeknallt und doch so wunderschön. Nahtlos knüpft die epische Ballade The One an diesen Irrsinn an und zeigt warum so viele Fans in Japan und dem Rest der Welt diese Mädchen so sehr anschmachten. Die Idolpop-Erfahrungen der jungen Bandmitglieder werden hier voll ausgespielt, natürlich trifft dies auch auf die Ballade No Rain, No Rainbow zu. In neues Terrain wagen sich Babymetal zudem mit dem marschierenden Folk Metal-Song Meta Taro, welches Bilder eines mystischen Japans vor meinen Augen entstehen lässt. Desweiteren dürfen sich die beiden jüngsten Mitglieder in dem Lied Gj! austoben, versuchen sich zuweilen sogar im Gesang, wo man doch bisher nur Piepsgeräusche aus ihren Mündern gewohnt war. Bei Sis. Anger wird der Härtegrad noch einmal nach ganz oben geschraubt - vermutlich haben das die wenigsten Fans erwartet. From Dusk Till Dawn ist der obligatorische Dubstep-Song, aber bei weitem nicht so nervig wie sein lauter Bruder auf dem Debüt. Wer den unbeschwerten Gute Laune-Sound des Vorgängers vermisst, wird dann doch noch mit dem Ska-beeinflussten Song Yava! versöhnt - mehr Pop im Metal geht nicht. Sogar Drum'n'Bass-Einflüsse werden mit Metal kombiniert wie in dem gelungenen und doch erstaunlich Heavy geratenen Awadama Fever.

Überhaupt sind die Lieder im Allgemeinen zwar wieder extrem geraten, aber nicht mehr so schrill und bunt wie auf dem Erstling. Auch wenn dies bei diesen jungen Mädchen unglaubwürdig klingt, sind die Tracks etwas erwachsener geworden, was einigen hartgesottenen Fans vermutlich missfällt, aber dieses Idol-Projekt möglicherweise für etwas konventionellere Metalliebhaber öffnet. Diesen bunten Strauß Blumen mag ich nicht schlecht bewerten, auch weil die Produzenten wieder die Muse geküsst haben muss bei so vielen kreativen Einfällen. Zwei Hoffnungen hege ich: Zum einen hoffe ich, dass die Mädels auch etwas Spaß an dieser Musik haben und zweitens wäre es wirklich interessant zu sehen, wie sie und ihre Musik über die Jahre an Reife gewinnen. Da Babymetal international relativ erfolgreich sind, ist dies im Gegensatz zu so vielen anderen Idol-Pop-Projekten durchaus realistisch. Ich gönne ihnen auf jeden Fall diesen Erfolg und freue mich auf weitere Alben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2016 6:12 PM MEST


The Giant
The Giant
Preis: EUR 11,97

5.0 von 5 Sternen Die Stille des Meeres, 29. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Giant (Audio CD)
Mit dem dritten Album gehen Ahab teilweise neue Wege, die Wahl des zugrunde liegenden Themas betrifft das indes nicht. Vielmehr hält eine versponnen-psychedelische Atmosphäre Einzug in die Musik von Ahab. Der Clean-Gesang wurde weiter ausgebaut und so hat der Sänger mehr Raum, seine eindrucksvollen Klagegesänge zu intonieren. Beachtenswert und nahezu referenzmäßig ist die Produktion, dazu gehört ein leichter Hall, der diese für Ahab spezielle "nautische" Atmosphäre kreiert. Ansonsten sind die Instrumente klar voneinander zu unterscheiden, die E-Gitarren schön organisch und der gut herausgearbeitete Gesang erzeugt eine Gänsehaut nach der anderen.

Was gestandenen Doom Metalern möglicherweise sauer aufstößt, ist die besagte Schwerelosigkeit, die sich in der Musik ab und an offenbart. Jenen sei aber gesagt, dass Sänger Daniel Dröste sich nicht lange bitten lässt, zu Funeral-typisch laaaangsamen Riffs dann doch noch den Schlamm aus seiner Kehle zu growlen. Dennoch sind diese geisterhaft an einen vorbeiziehenden Töne das heimliche Highlight dieses Albums. Möglicherweise ist dieses Album also nicht nur Metal-Liebhabern ans Herz gelegt, fühle ich mich bei den dramaturgisch clever angelegten Songstrukturen häufig auch an bekannte Postrock-Bands erinnert.

Für mich gehören Ahab spätestens mit diesem Album zu den Top-Bands des Funeral Dooms und auch dem Metal allgemein. Niemand verkörpert die Launen der rauhen See besser als Ahab. Reinhören!


The Astonishing
The Astonishing
Preis: EUR 14,99

38 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ambitioniertes Konzeptalbum mit Schwächen, 29. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Astonishing (Audio CD)
Da servieren uns Dream Theater mit ihrem Doppelkonzeptalbum alleine vom Umfang her einen ganzen schönen Brocken. Persönlich bin ich ja immer begeistert, wenn Musiker sich entschließen, etwas ganz großes schaffen zu wollen. Die Frage ob Wunsch und Realität dann auch Hand in Hand gehen, muss natürlich jeder für sich entscheiden.

Die Story ist in einer weit entfernten Dystopie angesiedelt. Musik und bildende Künste sind verboten und werden nur den Überwachungsdrohnen "Nomacs" überlassen, die digitalen Lärm produzieren und darüber hinaus einen repressiven Sicherheitsapparat bilden. Regiert wird das Amerika der Zukunft mit eiserner Hand von Lord Nafaryus in einem dem Feudalismus angelehnten Staatsgebilde. Gabriel, der Held der Geschichte, entdeckt die Gabe des Gesangs und erweckt die Aufmerksamkeit einer Rebelleneinheit, wird aber auch von der Regierung gesucht. Es entspinnt sich ein Netz aus Verrat, Intrigen und Rebellion.

Soweit zur Geschichte, die im Übrigen an ein Konzept von Rush erinnert, in welchem eine ähnliche Geschichte erzählt wird. Das Konzept von "Scenes From a Memory" finde ich persönlich kreativer, aber das ist wohl Geschmackssache. Jeder Charakter bekommt wie in Filmmusik üblich sein eigenes Thema, was je nach Situation entsprechend variiert wird. Ein Orchester wurde eingebunden, um der Musik das gewisse Maß an Epik zu verleihen, in erster Linie wird es aber als Keyboardersatz eingesetzt und beschränkt sich meist auf Streichersequenzen. Schade, hier hätte etwas mehr Mut Wunder bewirkt.

Die Musik ansich ist sehr melodisch und verzichtet größtenteils auf technische Angeberei. Leider fehlt es dem Doppelalbum an einigen Stellen an Dynamik, vor allem weil sich oft ruhige Stücke aneinander reihen und damit die notwendige Dramatik solch einer Geschichte vermissen lassen. Oft fühle ich mich nicht in eine dystopische Zukunft versetzt, sondern habe stattdessen Bilder eines Dramas vor Augen. Man muss Dream Theater aber lassen, dass auch die ruhigen Stücke häufig ziemlich gut gemacht sind, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Es ist ein sehr schwelgerisches Album geworden, mit einer Prise Melancholie, hin und wieder aber auch metallischen Ausbrüchen, die den aufmerksamen Zuhörer aufhorchen lassen. James LaBrie übernimmt den Gesang für sämtliche Personen in der Geschichte, tut sich manchmal aber schwer den entsprechenden Charakteren Ausdruck zu verleihen, wobei Lord Nafaryus ordentlich verköpert wird.

Auch wenn es kein übermäßig komplexes Konzeptalbum ist, eignet sich die Doppel-CD keineswegs dafür, im Hintergrund gehört zu werden. Der Hörer muss sich darauf einlassen, um die Themen zuordnen zu können und die Zusammenhänge zwischen den Songs zu begreifen. Bei mehr als zwei Stunden Spielzeit ist das mitunter anstregend und die Gefahr besteht, von der Musik abzudriften, da sie nicht immer besonders spannend ist. Mehr Metal hätte der Rockoper gut getan. Unterm Strich muss ich leider sagen, dass die neue Doppel-CD nicht an das großartige und spannende "Scenes From a Memory" heranreicht, schätze aber die Ambitionen, die Dream Theater in ihr neues Album gesteckt haben. Es ist eine CD mit der man längere Zeit Spaß haben kann und meine Wertung sollte mit Vorsicht zur Kenntnis genommen werden, da dieses Album definitiv ein Grower sein könnte.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 1, 2016 8:38 PM CET


Into the Legend (Lim.Digipak)
Into the Legend (Lim.Digipak)
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Drache Rhapsody steigt wieder empor, 17. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Into the Legend (Lim.Digipak) (Audio CD)
Waren dem sinnbildlichen Drachen auf dem Vorgänger noch die Flügel gestutzt, so sind sie ihm auf der neuen Veröffentlichung wieder nachgewachsen. Sofort fällt auf, dass sich Rhapsody of Fire und Luca Turilli's Version von Rhapsody wieder etwas angenähert haben. Dies liegt vor allem daran, dass der Bombast wieder eine tragendere Rolle spielt und mehr Wert auf knackigen Speed gelegt wurde. Man könnte nach dem ersten Hören vermuten, die Platte wäre direkt nach Symphony Of Entchanted Lands II aufgenommen, so sehr orientieren sich Rhapsody of Fire an den verhältnismäßig alten Alben der späten Neunziger.

War der Vorgänger noch etwas behäbig und puristisch, gehen Rhapsody wieder aus sich raus. Der neue Gitarrist ist endlich in der Band angekommen und zeigt nun zu was er imstande ist. Natürlich wird er nie Luca's einzigartigen Stil kopieren können, aber wer eben die barocken Gitarrenfiguren vermisst, sollte dem orchestralen Overkill von Luca Turilli's Rhapsody lauschen. So pompös und experimentell sind die Mannen um Fabio Lione Gott sei Dank nicht, denn hier wird neben den symphonischen Aspekten auch auf Eingängigkeit und Heavyness geachtet (zugegeben in der für Rhapsody typischen Plüsch-Variante).

Leider gibt es auch ein paar schwächere Songs. Hierzu zähle ich Winter's Rain, welches verdammt nochmal zu lang ist und keinen Höhepunkt hat. Fans des Vorgängers könnte dieser Track wiederum ganz gut gefallen, denn solche Songs waren vermehrt auf Dark Wings of Steels zu finden. Die Ballade Shining Star ist auch wie erwartet extrem schmalzig, aber da ist der Power Metal-Hörer wohl nicht überrascht drüber, ist Kitsch doch in diesem Bereich die Grundzutat für getragene Songs.

Was mir gefällt, ist die Tatsache, dass wieder häufiger aufs Gas-Pedal gedrückt wird. An seinen besten Stellen erinnert das Album dann auch an Dawn of Victory. Eine weitere frohe Kunde ist wohl der neue Longtrack, der alle Markenzeichen von Rhapsody vereint und noch nicht mal durch Sprechpassagen gestreckt werden musste, sondern als gesamte Komposition einfach nur gelungen ist. Am Ende haben mich Rhapsody also wieder versöhnt und ich empfehle diese Platte allen, die sich nach den Rhapsody der Neunziger zurücksehnen und denen Luca Turilli's Version zu überladen sein sollte, denn hier kommen die Musiker endlich wieder auf den Punkt, statt herumzuschwurbeln (was sie dann manchmal doch nicht lassen können :))


Dead Snow - Red vs. Dead [Blu-ray]
Dead Snow - Red vs. Dead [Blu-ray]
DVD ~ Jocelyn DeBoer
Preis: EUR 8,02

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zombies-Depression ade, 20. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Dead Snow - Red vs. Dead [Blu-ray] (Blu-ray)
Zombie-Fans dürften sich eigentlich im siebten Himmel wähnen, gibt's doch mittlerweile einen steten Nachschub an Filmen aus diesem Genre. Realistisch betrachtet sind die Zombies allerdings im Mainstream gelandet, wenn schon Feuilletons großer Zeitung die Bedeutung von Zombies ins Metaphysische hieven. Abgesehen von Ausnahmen wie Left 4 Dead und Killing Floor herrscht auch im Computerspiele-Bereich kommerzielles Kalkül und endlos scheinende Veröffentlichungen im Stile von Day Z. Sogar im Serienbereich gibt's mit Walking Dead ein Drama in endlos aneinander gereihten Akten, das eine Gruppe Überlebender in ernsthafter Weise portraitieren soll.

Dieser Ernsthaftigkeit und Biederkeit tritt Regisseur Tommy Wirkola mit aller Entschiedenheit gegen das Schienbein und präsentierte 2009 einen irrwitzigen Zombie-Streifen, der endlich wieder respektlos und sarkastisch die Untoten ihre Opfer verspeisen ließ. War dieser Film noch als billig produzierte Hommage an den B-Movie, aber schon damals mit geiler Idee, wird nun bei der Fortsetzung alles aus diesem verrückten Szenario rausgeholt. Bessere Darsteller und ein merklich aufgestocktes Budget reizen die Idee von Nazi-Zombies, die in norwegischen Vororten für Unruhe sorgen, aus und auch der Held der Geschichte, verkörpert duch Vegar Hoel, hat seine Entwicklung vom biederen Medizin-Studenten zum coolen Typen (inkl. One-Liner), der aber seinen irren Blick beibehält, souverän abgeschlossen.

Ganz ehrlich: Seit ich Braindead (Uncut) gesehen habe, hat mich ein Film nie wieder so zum Lachen gebracht, bis jetzt: Dead Snow 2. Für Fans des Geschmacklosen gibt's am Ende ein besonders romantisches Wiedersehen. Ich feier' das einfach ab ^^!


Blood Vaults (Digipak)
Blood Vaults (Digipak)
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Der blutige Wahn eines Christen perfekt vertont, 18. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blood Vaults (Digipak) (Audio CD)
Es gibt sie noch: Künstler, die Black Metal als zutiefst antichristliche (und/oder satanische) Musikrichtung begreifen bzw. mit ihren schweren Stiefeln das Christentum in die Fäkalien unserer abendländischen Kultur drücken. Aber haben wir es bei dem Solo-Projekt The Ruins of Beverast mit Black Metal zu tun? Die Wurzeln liegen gewiss in diesem Genre, doch Alexander von Meilenwald beschritt schon immer eher Wege, die abseits platt getrampelter Pfade liegen, oft noch gar nicht beschritten wurden. Thematisch nimmt er sich dem Werdegang und den Vebrechen des Inquisitor Heinrich Kramer an, der neben Gilles De Rais die dämonische Fratze eines pathologischen Sadisten im weißen Christengewand zeigt. Wohlgemerkt hat die Musik dieser CD nicht viel mit Black Metal zu tun, eher bedient sich Von Meilenwald den musikalischen Mitteln des Doom Metal, bishin zu den schlammigen Tiefen des Funeral Doom, jedoch nicht wie üblich voller Pein und Leid, sondern eher unheilvoll und garstig dem Hörer mit wirklich wunderbar sumpfigen Growls entgegen peitschend. Sakral dagegen die mit tiefen Orgeltönen unterlegten Gitarren, die Genre-typisch langsam und unerbittlich den schweren Schritt zum Scheiterhaufen fühlbar machen - Heinrich Kramer, eine Ausgeburt der Hölle. Noch nie wurde ein Konzept so passend umgesetzt. Eine große Empfehlung für dieses Album.


Syro
Syro
Wird angeboten von Acfun Store
Preis: EUR 9,80

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Album, 25. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Syro (Audio CD)
Nachdem Aphex Twin nach dem Doppelschlag Druqks scheinbar nur noch Musik für Eingeweihte machte, kommt er 2014 mit dem Album Syro zurück. Soviel sei gesagt: Es erwartet den Hörer in der Tat nichts revolutionär neuartiges, ich denke da hat Aphex auch einfach keine Lust zu. Möglicherweise muss er auch einfach nur sein Budget aufstocken, um sich neue Geräte für seinen analogen Fuhrpark zu besorgen, ich weiß es nicht. Analog wirkt die Musik auf diesem Album zu meist, wo er auf Druqks vor mehr als 10 Jahren noch den Laptop-Rocker raushängen lassen hat. Scheinbar hat Aphex Twin wieder Freude daran, Geräte aneinander zu stöpseln, um schließlich einen sehr geilen popigen Sound auf den Hörer los zu lassen, der an seine besten Tage erinnert.

Sowieso ist der Bezug zu seiner Vergangenheit in jedem Track zu hören und so steht die Frage im Raum, ob es sich denn nun wirklich um neues Material handelt. Ist mir kack egal, wenn das Ergebnis so stimmig klingt. Drill'n'Bass-Exzesse bleiben im Schrank, und ausgepackt wird feinster Aphex-Pop, mal sphärisch, dann verspielt und manchmal halt dann doch verkopft, aber die Frage sei erlaubt, ob sich Aphex Twin im IDM-Bereich wirklich noch so wohl fühlt. Wäre vielleicht mal eine interessante Frage für ein Interview :). Zwar hat Aphex Twin nix Neues mehr zu sagen, Spaß macht sein Bubblegum-Techno aber allemal.


Cathyron (Limited First Edition)
Cathyron (Limited First Edition)
Preis: EUR 11,97

5.0 von 5 Sternen Opulent, opulent, 1. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cathyron (Limited First Edition) (Audio CD)
Winterstorm wandeln auf den Pfaden von Blind Guardian. Im Gegensatz zum verhältnismäßig "einfachen" Debut wird mit Bombast nicht gespart - mächtige Männerchöre und orchestrale Passagen verleihen dem Album die nötige Bedeutungsschwere, handelt es sich doch um das erste Konzeptalbum der Deutschen. Das "mit angezogener Handbremse" gerockt wird, erklärt sich vermutlich dadurch, dass eine Geschichte erzählt wird, die im Fantasy-Bereich angesiedelt und naturgemäß eher episch angelegt ist und der Fokus auf komplex arrangierten Stücken liegt. Für mich ist die Musik sehr spannend, der Sänger sorgt in allen Tonlagen für die passende Stimmung, erweckt manchmal gar den Eindruck, es wären mehrere Sänger in der Band und es scheint überhaupt so, die Band habe sich in allen Disziplinen gesteigert, inbesondere bei den Texten, die ich auf dem Debüt schon ziemlich "true"-mäßig finde :).

Für mich ist durch dieses Album eine neue Hoffnung am Power/Symphonic Metal-Horizont geboren und ich bin gespannt, was da noch alles auf uns zu kommt. Durch die Folk-Elemente ist die Musik für Fans von Falconer und Tyr sicher interessant und wer die Dramatik und Epik von Blind Guardian (ab der Imaginations) zu schätzen weiß, wird sicher auch nicht enttäuscht sein.


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