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MattG (Mödling)

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The Mentalist - Die komplette zweite Staffel (5 DVDs)
The Mentalist - Die komplette zweite Staffel (5 DVDs)
DVD ~ Simon Baker
Preis: EUR 9,99

54 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lehren der Vergangenheit..., 24. November 2010
Wirtschaftlich gesehen hat der US-Sender CBS den idealen Riecher bewiesen, Bruno Heller die TV Bühne für seine Idee zu bieten. Es war eine von vielen richtigen Entscheidungen, die dem momentanen Erfolg des Networks zugrunde liegen. Wenigstens was die Zuschauerzahlen angeht, so hat sich "The Mentalist" zu einer der erfolgreichsten US-Serien der Gegenwart entwickelt (allerdings: was die typischerweise in den USA und vielen anderen Ländern angepeilte Werbezielgruppe 18-49 betrifft, bewegt sich der Wert um 3.0 - also im guten Mittelfeld) und ist über den Ursprungskontinent hinaus, oft ein Quotenbringer.

Kurz zur allgemeinen Handlung: Patrick Jane, seines Zeichens geläutertes Medium (seit der Ermordung seiner Familie durch Serienkiller Red John - gedacht als Denkzettel für einen TV Auftritt von Jane, bei dem dieser sich negativ über ihn geäussert hatte), stellt sich als Berater in den Dienst des CBI (California Bureau of Investigation, ähnlich FBI). Rasch wird er durch seine vielen Talente (Hypnose, diverse mentale Tricks, etc.) für Agent Lisbon und ihr Team zur zentralen Stütze und ohne ihn läuft nicht mehr viel. In Wahrheit geht es für ihn (zunächst) jedoch bloß um eine Sache: blutige Rache an Red John. Dieses tiefe Verlangen hält den innerlich Zerrütteten aufrecht. "The Mentalist" baut Staffel für Staffel auf diese finale Begegnung auf. Laut Produzent Bruno Heller sind fünf Staffeln geplant. Ob es bei dieser Zahl bleibt oder nicht (weniger als das ist höchst unwahrscheinlich), am Ende wird sich nach dem langen Entwicklungsprozess des Protagonisten nur noch eine Frage stellen: Wird er Red John dem Gesetz überlassen, oder gewinnt das Streben nach Selbstjustiz?

Gespielt wird das Ex-Medium vom charismatischen Simon Baker, dem es mit scheinbarer Leichtigkeit gelingt, dem Krimi seinen Stempel aufzudrücken! Der Rest des Cast macht zwar einen guten Job, hat aber (gleich wie die Rollen, die sie spielen) Schwierigkeiten sich gegen seine Präsenz durchzusetzen. Jede Episode läuft - im Ansatz vergleichbar mit der früheren Kultreihe "Columbo" - primär darauf hinaus, dass Jane Tricks nutzt (mentale Beeinflussungstechniken wie u.a. Hypnose, er "liest" Informationen anhand von "Microexpressions" und ähnliche Dinge - passend zu seiner beruflichen Vergangenheit), um jemanden zu überführen. Im Gegensatz zu Columbo geht er in vielen Fällen allerdings weit wenig subtil vor und es ist zudem keinesfalls seine Art, sich dumm zu stellen - im Gegenteil. Er provoziert, nein, testet seine Gegenüber und trickst die schuldige Person schließlich gekonnt aus. Die einzelnen Episoden sind grundsätzlich unabhängig voneinander. Niemand verliert bei dieser Serie die Orientierung, der nicht jede Episode kennt. Vom Format her die ideale Fernsehserie (wenn auch nicht jedermann/fraus Sache). Die Entwicklung der Hauptcharaktere und ihre Beziehung zueinander ist hier weit mehr wesentlich, als ein Staffel-übergreifender Handlungsbogen. Auf dieser Ebene geschehen die eigentlich relevanten Veränderungen!

Meine Rezension wird nun etwas weiter auf eine interpretativ subjektive Schiene abdriften. Um Desinteressierten die Ergüsse zu ersparen, folgt an dieser Stelle deshalb ein Kurzfazit: Im Gegensatz zu Staffel I empfehle ich diese Fortsetzung der polarisierenden Reihe guten Gewissens. "The Mentalist" ist für mich ab dieser Staffel eine der besten aktuellen Krimiserien!

In gewisser Hinsicht weist "The Mentalist" neben "Columbo" zudem Parallelen zu "Lie to Me" (welches im übrigen später dran war) - auch zumal ein Medium die Reaktionen des Gegenübers schnell deuten können muss. Während "Lie to Me" zunächst bemüht schien, sich im Rahmen der Wissenschaft (Paul Ekmans psychologische Erkenntnisse) zu bewegen, war die Story um das Ex-Medium vom Start weg schlampig mit Hang zu naiver Banalität. Die Hauptfigur war in dieser Phase meiner Ansicht nach erstaunlich übermächtig und hatte in der Regel die totale Kontrolle (Ausnahme Red John). Hypnose passiert quasi so nebenbei innerhalb weniger Sekunden. Zum Teil wusste er auf den ersten Blick wer das Verbrechen begangen hat. Damit lag er so gut wie nie falsch. Einerseits wurden NLP und Co. zu Recht kritisiert, andererseits war das Menschenbild, dass "The Mentalist" zeitweise vermittelte, witzigerweise keinen Deut besser (ganz zu Schweigen davon, dass Bruno Heller v.a. in Staffel I erstaunlich bedacht zu sein scheint, übersinnliche Fähigkeiten nie völlig abzutun. Für SeherInnen die daran glauben, bleibt stets ein Hintertürchen - vielleicht auch, weil einem Interview mit Heller zufolge dessen Frau - im Gegensatz zu ihm - an so etwas glaubt). Weitere Parallelen lassen sich zur Crimecomedy "Psych" (rund um einen fake "Psychic" mit erstaunlicher Beobachtungsgabe, der zusammen mit einem Freund der Polizei bei der Lösung von Verbrechen hilft) ziehen, eine erfolgreiche Serie, die es schon weit länger gibt.

Ähnlich dem Protagonisten, der einen Entwicklungsprozess durchlebt, durchlebt auch diese Serie einen Entwicklungsprozess. Staffel II scheint für mich von Anfang an sehr bemüht, glaubwürdiger zu sein (während "Lie to Me" nach recht gelungenem Debut unter einem anderen Produzenten mehr und mehr vom ursprünglichen Weg abkam). Jane ist zwar weiterhin ein Smart-Ass - aber mit weit mehr Schattenseiten. Er provoziert um Reaktionen abzutesten, selbst dann, wenn diese Provokation an Taktlosigkeit schwer zu überbieten ist. Mal liegt er dabei richtig... mal nicht! Auf diese Weise hat diese Figur an Macht verloren, aber an Glaubwürdigkeit gewonnen. Von meiner Perspektive aus gesehen ist Jane nun weit interessanter. Zugleich werden Lisbon und der Rest des Teams als Charaktere in dieser zweiten Staffel deutlich aufgewertet. Sie ergreifen häufiger selbst die Initiative und sind präsenter. Die einzelnen Episoden wirken nun mehr wie eine Ermittlung und es macht nun weit mehr Sinn, mitzudenken und sich genau anzusehen, welche Reaktionen eine verdächtige Person zeigt. Die Lösung ist nicht immer gleich auf der Hand und so soll es bei einem guten Krimi doch auch sein, oder?

Fazit: Staffel II ist für meinen Geschmack deutlich reifer als zuvor. Die einzelnen Episoden ist ausgeglichen und in der Regel gut bis sehr gut. Spannend sind zudem jene Episoden, die im Zusammenhang mit Red John stehen (wie im übrigen auch in Staffel I). Diese werfen viel Licht auf Patrick Janes Innenleben. Die Performance von Simon Baker ist ein weiterer Aspekt, der diese Serie aus der medialen TV-Masse herausragen lässt. Empfehlenswert!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2011 1:29 AM MEST


Castle - Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
Castle - Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
DVD ~ Nathan Fillion
Preis: EUR 10,99

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toughe Muse + charmanter Krimiautor = Hit mit Zukunft in Runde 1!, 20. November 2010
Die US-Krimiserie "Castle" hievt das klassische "Schreiberling auf Mörderjagd" Schema ins 21 Jahrhundert - mit Erfolg! Eine vierte Staffel ist längst im Gange und ABC wird wohl zumindest eine weitere Staffel drauflegen.

Kurz zur Handlung: Richard Castle (markant, Nathan Fillion - er könnte es schwer haben, sich später anderwertig neu zu etablieren, aber gut, er hat es auch nach "Firefly" geschafft), seines Zeichens charmanter Starautor diverser Groschenromane, findet in der toughen, für Morde zuständigen Detective Kate Beckett (Stana Katic - vielleicht ihre bislang wichtigste Rolle) seine Muse und Inspiration für den nächsten Roman. Durch Verbindungen zum Bürgermeister und gegen ihren Willen (obgleich oder weil sie selbst Fan seiner Bücher ist), darf er, zwecks Recherche, die Aufklärung von Morden durch sie und ihr Team mitverfolgen (eigentlich passiv, aber so ganz hält sich Castle nie daran). Natürlich entwickelt sich daraus eine tiefe Freundschaft - eine Freundschaft, die weit über den ersten Roman mit Castle's Romanheldin "Nikky Heat" hinausreichen wird...

Richard Castle ist keineswegs der Einzelgänger wie viele seiner literarischen Vorreiter (Agatha Christie, Mord ist ihr Hobby...). Vielmehr ist er auf Beckett, ihre Kollegen aber besonders auch auf sein Familie (seine Tochter und seine Mutter) angewiesen. Meist bewegen sich seine Vermutungen auf kindlich naivem Groschenroman Niveau. Nicht selten liegen sie weit an der Wahrheit vorbei. Doch genau diese kindliche Naivität ist es zugleich, die so manche Morduntersuchung auf die richtige Spur bringt. Castle's Witz und Beckett's trockener Humor, ergeben eine treffsichere Mischung. Zweiter Eckpfeiler der Serie ist die liebevolle Vater/Tochter Beziehung zwischen Castle (als alleinerziehender Vater) zu seiner Tochter (nebenbei auch seiner Mutter). Tochter Alexis wird von Molly C. Quinn verkörpert, von der wir (soviel traue ich mich zu wetten) noch über "Castle" hinaus einiges hören und sehen werden. Etwas erinnert mich diese gelungen gezeichnete Beziehung an das Mutter-Tochter Gespann bei "Gilmore Girls" nur eben mit veränderten Vorzeichen (und positivem Verhältnis zur Mutter).

Die DrehbuchautorInnen scheinen jedenfalls Spaß an ihrer Arbeit zu finden und sich mit der Serie identifizieren zu können. Beispielsweise wurde der erste Nikky Heat Roman ("Heat Wave"), tatsächlich veröffentlicht und zwar unter dem Pseudonym - wie könnte es anders sein - Richard Castle. Wer sich den Spaß machen will, kann sich dieses Buch sozusagen als Einstimmung auf Staffel II genehmigen - dort wird vermehrt darauf Bezug genommen. Die Begeisterung der AutorInnen verliert sich im übrigen selbst nach drei Staffeln nicht. Vor allem an verbaler Schlagfertigkeit mangelt es "Castle" nicht (was für die deutsche Übersetzung offenbar nicht immer ein Kinderspiel ist). Allerdings taten sich die Schreiberlinge dieser Krimiserie für meinen Geschmack keinen Gefallen damit, soviel Gewicht auf die (für mich nicht notwendige) Liebesgeschichte zwischen Beckett und Castle zu legen. Ähnliches fand ich schon bei "Lois & Clark: The New Adventures of Superman" qualvoll mitanzusehen (und hatte dort während Staffel 4 einen Quotenabsturz zur Folge). "Castle" bewegt sich hier zwar an einer Grenze, aber wir werden ohnehin sehen, wie sich die Serie in Zukunft schlagen wird. Noch macht sie Spaß...

Fazit: "Castle" ist eine überaus liebevoll umgesetzte, unkomplizierte und vor allem lockere Krimiserie, mit Potential für einige Staffeln. Die Besetzung ist passend, die Rollen markant verteilt. Das Niveau bleibt über die einzelnen Folgen hinweg erfreulich konstant (diese sind zumeist gut bis sehr gut, mit kaum Aussetzern). Einzig die Liebesgeschichte wirkt für meinen Geschmack phasenweise etwas erzwungen und die damit zusammenhängende, episodenübergreifende Handlung haut mich nicht von den Socken. Die deutsche Synchronisation ist ebenso verbesserungsfähig. Trotzdem ist es eine sehr empfehlenswerte, höchst charmante Serie mit Witz!


Leverage - Staffel 1 [3 DVDs]
Leverage - Staffel 1 [3 DVDs]
DVD ~ Timothy Hutton
Preis: EUR 10,97

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Outlaws für Gerechtigkeit, 19. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Leverage - Staffel 1 [3 DVDs] (DVD)
"Leverage" ist eine erfolgreiche Serie des Kabelsenders TNT und sozusagen die amerikanische Antwort auf die britische Erfolgsserie "Hustle".

Der Inhalt ist schnell skizziert: Eine handvoll talentierter Krimineller schließt sich zusammen, um ihr Geschick zur Abwechslung zu etwas Positivem zu nutzen. Sie helfen Menschen aus schwierigen Lagen, in denen das Gesetz versagt (oder anders gesagt, sie betrügen die Betrüger)...

Darüber wie originell diese Serie ist, lässt sich streiten. "Hustle", "Burn Notice" oder "Human Target" arbeiten u.a. mit einem ähnlichen Konzept und wer Filme zum Thema sucht, wird rasch fündig. Die Serie kann trotzdem reizvoll sein - für mich ist sie es bislang definitiv! Die Episoden laufen meist nach einem klaren Muster und bauen nur minimal aufeinander auf: Jemand wird von einem Mächtigen unterdrückt, das Gesetz versagt. Die Ganoventruppe schreitet zur Hilfe und arbeitet einen trickreichen Plan aus, um dem/der KlientIn aus der Patsche zu helfen und den Mächtigen zu Fall zu bringen. Dabei nutzen sie logischerweise ihre Fähigkeiten (wir sehen z.B. im Detail wie Parker, die Diebin Leuten Ausweise und dergleichen klaut etc.). Neben diesen Episodenplots läuft meistens eine staffelübergreifende Handlung, die zunächst wenn überhaupt sehr beiläufig im Hintergrund bleibt und erst gegen Ende wirklich relevant wird.

An der humorvoll geschriebenen, lockeren Serie gefällt mir, dass dem Publikum der vollständige Plan erst nach Erfolg offenbart wird - in Form einer Art Auflösung. Der Plan im Groben ist schon vorher bekannt, doch entscheidende Details werden ausgespart. Wer bei der Durchführung gut aufpasst, kann den Rest sozusagen erraten, wobei die Lösung oft überraschend kommt. So geht es bis zu einem gewissen Grad nicht nur um die Täuschung der Antagonisten, sondern zugleich um die Täuschung der SeherInnen. Ebenso für sich nichts Neues, aber im Fall von "Leverage" immerhin sehr unterhaltsam umgesetzt. Nebenbei sind die teils ausgefallenen Betrugsweisen, die zum Einsatz kommen teilweise äusserst spannend (z.B. Fitnesscenter zum Geldwaschen) - wobei sich über Realismus zuweilen diskutieren lässt. Was "Leverage" weiters ausmacht, ist das ideal harmonierende Cast! Die Truppe war mir vom Start weg sympathisch. Das unlautere Team wird gebildet von einer Diebin (gespielt von Beth Riesgraf, ihre erste große Rolle), einem Hacker (Aldis Hodge, auch für ihn die erste Bewährungsprobe), einer Betrügerin (UK Import Gina Bellman, in ihrer Heimat spätestens seit den BBC Serien "Coupling" und "Jekyll" ein Begriff) einem Schläger (Christian Kane - neben seiner Schauspielkarriere, Countrysänger und Songwriter - in der dritten Staffel gibt es dazu eine unterhaltsame Folge) und natürlich darf ein Mastermind nicht fehlen. Nathan Ford (Oscarpreisträger Timothy Hutton, dem Erfahrensten dieser Runde), seines Zeichens ehemaliger Versicherungsdetektiv und dem Alkohol (zum Leidwesen seiner Truppe) nicht abgeneigt, ist der Kopf der ehrenwerten Trickbetrügerbande.

Inzwischen wurde eine 5te Staffel zu "Leverage" offiziell verkündet, die Quoten sind konstant im grünen Bereich, wie auch die Episoden unterhaltsam bleiben - wenn auch aus meiner Sicht die gute erste Staffel nicht mehr ganz erreicht wird und es nach Staffel zwei konstant an einer Episodenübergreifenden Handlung fehlt. Ob einem die Robin Hood'sche Thematik überhaupt gefällt, ist freilich eine ganz andere Frage...

Fazit: Gelungener Start einer recht gut geschriebenen, witzigen Serie mit perfekt harmonierendem Cast! Wer sich mit diesen Figuren anfreunden kann, wird hier wahrscheinlich Freude haben. Aus meiner Sicht empfehlenswert - wenn auch es inzwischen viele andere Serien gibt, die sich dieses Robin Hoodartigen Outlaw-Archetyps bedienen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 20, 2013 5:08 PM CET


Tales of Monkey Island
Tales of Monkey Island
Wird angeboten von karunsode
Preis: EUR 8,25

45 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Episodenhäppchen mit gemischten Gefühlen, 17. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Tales of Monkey Island (Computerspiel)
Als Fan der Urklassiker (mit Teil eins und zwei bin ich quasi aufgewachsen) bin ich angesichts der neuen Reihe von Telltale Games etwas ambivalent. Einerseits bin ich froh, dass es endlich eine halbwegs würdige Fortsetzung gibt, andererseits passt die Episodenform für meinen Geschmack nicht ideal zu Monkey Island.

Bislang hatte ich bei Telltale den Eindruck: je mehr eine Spielvorlage Humor und Wortwitz zulässt, desto kreativer und ausgefallener die Umsetzung. Die passablen Episoden rund um das trockene "Wallace & Gromit" waren aus meiner Sicht z.B. nie wirklich gut, das Duo von "Sam & Max" explodierte hingegen oft vor Witz und Ideen. "Tales of Monkey Island" siedle ich dazwischen an und deutlich näher am tierischen Ermittlerteam.

In Summe finde ich die witzigen "Tales of Monkey Island" recht gut, wobei das Niveau der einzelnen Episoden schwankt. Auch weil der Anspruch an "Monkey Island" angesichts früherer Klassiker hoch ist, waren zum Teil gespaltene Reviews in der Fachpresse die logische Konsequenz (die meisten Wertungen lagen zwischen 70 und 81% - was meine Einschätzung trifft). Durch das Episodenformat wirkt die Handlung manchmal zerhackt. Ein gemeinsamer Bogen spannt sich nur langsam ums bunte Treiben. Trotzdem bleibt die Story interessant und profitiert von Humor und witzigen Rätseln.

Die Entwickler scheuen sich nicht, altvertraute Figuren quasi mal so zwischendurch "nett" zu "verstümmeln". Stück für Stück passt Telltale "Monkey Island" an sich an und macht es sich zueigen - und nicht umgekehrt. Das geht zwangsläufig mit einer Entfernung von der Urvorlage einher. Ob das positiv oder negativ ist, wird jeder für sich entscheiden. Desweiteren mögen dramaturgische Cliffhanger und andere serientypische Stilmittel zum Weiterspielen motivieren, sie entsprechen aber nicht dem Geist der Originale. Um "Tales of Monkey Island" zu mögen, muss man auch in der Lage gravierende Änderungen zu akzeptieren. Das betrifft auch Optik und Steuerung.

Ich persönlich mag die Grafik, wobei sich über den Telltales-Stil streiten lässt - wie darüber, inwieweit die Figuren (v.a. Guybrush) dem Orginal gerecht werden (sofern einem eine solche Diskussion nicht zu dämlich ist). Ich denke, die zentralen Charaktere wirken sympathisch, auch dank der Synchronisation. Selbst die deutsche Übersetzung sitzt halbwegs gut und reicht nahe ans tolle englische Original heran. Neben der Sprachausgabe, kann auch die musikalische Untermalung überzeugen! Die Macher scheinen wie immer bemüht, die Systemanforderungen klein zu halten (wohl damit die Zielgruppe maximal groß bleibt). Schon mit 1,6Ghz und 1GB Ram ist man dabei (und was die Grafikkarte angeht, dürften 64Mb reichen).

Die Spieldauer der einzelnen Episoden liegt wohl zwischen zwei und vier Stunden, wobei der Schwierigkeitsgrad zwischen leicht und Durchschnitt pendelt. Jede Episode beginnt mit einer einfachen Eingewöhnungsaufgabe - für Leute, die zwischen den Episoden mehrere Wochen warten musste, ist so eine Aufwärmübung wahrscheinlich keine schlechte Sache, um zurück in die Story zu finden - als All-In-One Spiel ist es nicht immer ideal. Telltale versucht zumindest das Haupträtsel jeder Episode abwechslungsreich und kreativ zu gestalten. Das gelingt nicht schlecht, so innovativ wie bei manchen "Sam & Max" Episoden wird es lange nicht. Die Steuerung ist typisch Telltale - für PC Abenteurer kann die konsolenartige Spielweise anfangs gewöhnungsbedürftig sein (sofern man die bisherigen Spiele nicht kennt), doch mit etwas Übung ist auch das keine Hürde.

Fazit: Es gibt an diesem witzig gelungenen Episodenabenteuer eigentlich nichts, was ich mies fand, aber ebenso wenig gab es viel, was mich total völlig begeistert hätte. Die Reihe bewegt sich auf recht gutem Niveau. Nur kann sie der Urtrilogie nicht das Wasser reichen - den vierten Teil schnupft es aber mit Links. Macht dennoch Lust auf mehr (auch zumal von Lucas Arts ja leider nichts Neues zu erwarten ist.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2011 3:47 PM MEST


Gray Matter
Gray Matter
Wird angeboten von software and more
Preis: EUR 9,99

43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein "trickreiches" Abenteuer!, 13. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Gray Matter (Computerspiel)
"Gray Matter" ist eine Geschichte rund um die junge Studentin und Zauberkünstlerin Sam Everett, die es nachts auf das Anwesen des mysteriösen Psi Wissenschaftlers Dr. Styles verschlägt. Seit einem tragischen "Vorfall" trägt dieser eine phantomartige Gesichtsmaske und schottet sich vollkommen von der Aussenwelt ab (mit Ausnahme seiner Haushälterin). Sam kennt die zahlreichen kursierenden Gerüchte um seine Person nicht und beschließt nichtsahnend, für den Doktor zu arbeiten. Von nun an beginnt eine phasenweise sehr detektivische anmutende Mystery Story (vergleichbar mit z.B. besseren Episoden der neuen übersinnlichen SyFy Serie "Haven"), geschrieben von Autorin und Spieldesignerin Jane Jensen, die viele SpielerInnen spätestens seit "Gabriel Knight" kennen. "Gray Matter" ist meiner Ansicht nach nicht minder spannend! Die Autorin hat sich offenbar sehr viel mit Oxford und der Umgebung auseinandergesetzt und sich an einer Vermischung von Fakt und Fiktion versucht, was in meinen Augen relativ gut gelungen ist. Wer "Gray Matter" durchgespielt hat, fühlt sich schon fast wie zuhause in Oxford und Umgebung und ist um ein paar historische und literatarische Informationen reicher.

Entwickelt wurde das düstere point and click Adventure der klassischen Sorte von "Wizarbox", was für sich freilich kein Hit-Indikator ist (wenigstens nicht im Hinblick auf deren letztes, mäßiges Werk "So blonde"). Doch dieses Team hat offenbar aus einigen Fehlern gelernt. Vor allem was Story und Atmosphäre anbelangt ist "Gray Matter" ein top Adventure, welches sich vieler klassischer Elemente bedient. Allerdings schwächelt das Spiel nach starkem Beginn im Mittelteil phasenweise ein kleinwenig. Ein paar Gruselmomente mehr, wären vielleicht nicht verkehrt gewesen. Aspekte wie diese sind nicht die Regel, mindern meinen ansonsten recht starken Eindruck vom Spiel doch ein bisschen. Optisch ist das düster atmosphärische Abenteuer dafür wunderschön anzusehen. Ein bisschen erinnert es an "Black Mirror 2" (auch, was die Art mancher Rätsel anbelangt), wobei es visuell ästhetischer gelungen ist. Zwischendurch gibt es diesmal nicht wie üblich klassisch filmartige Sequenzen, sondern (ähnlich dem verunglückten, kürzlich erschienenen "Jekyll & Hyde") comicartig gezeichnete, wenig animierte Bildfolgen. Das hat Stil (auch wenn es mir manchmal etwas überhastet vorkam)! Stil hat auch der starke Soundtrack. Die Musik wechselt zwar nicht oft, aber sie wirkt - vielleicht gerade deswegen. Ebenso ist die deutsche Sprachausgabe bleibt auf (in Relation zu anderen Vertretern dieses Genres) konstant hohem Niveau. Sie ist mit ein Grund, warum die Charaktere halbwegs gut gezeichnet wirken.

Nun zum Rätseldesign. Die Rätsel sind von extrem unterschiedlicher Güte. Phasenweise kann das Spiel durchaus fordern, im nächsten Atemzug erklärt es einen quasi für blöd (z.B. das Rätsel mit dem Aktenschrank - wir bekommen zwar vorab eine Instruktion, wie die Akten einzuordnen sind, doch tatsächlich lässt das Spiel für jede Akte sowieso nur einen Ordner zu - d.h. wir können gar nicht falsch liegen ;)). Vom idiotischen Tutorial sollte sich ebenso niemand abschrecken lassen. Im großen und ganzen bewegen wir uns trotz solcher Hänger auf besserem Niveau und die interessanteren Rätsel überwiegen. "Wizarbox" hat sich nicht (nur) darauf beschränkt, altbewährtes neu aufzuwärmen. Es gibt durchaus Elemente, die recht frisch wirken. Zum einen die Möglichkeit, "magische" Tricks anzuwenden. D.h. wir sind in einer Situation, wo uns Sam nahelegt das Handbuch zu verwenden, blättern uns durch die Anleitungen und suchen den richtigen Trick. Jetzt geht es primär darum, die einzelnen Schritte richtig im Sinne des Handbuchs vorzubereiten, wobei Sam den Trick erst durchführt, wenn die Schritte passen. Grundsätzlich eine nette Idee, allerdings wird einem hier erstaunlich viel Denkarbeit abgenommen, denn das Spiel fordert einen jeweils von sich aus auf, einen Trick zu wählen - wobei sich Sam ohnedies nur auf die richtige Wahl einlässt. Theoretisch ist es möglich, sich durch die (überschaubare) Liste zu klicken, und zwar solange, bis Sam zustimmt und dann müssen wir im Grunde nur noch Schritt für Schritt dem Handbuch folgen. Eine weiterer spannender Anstatz besteht in der Möglichkeit, Bonusaufgaben zu lösen, wobei wir auf der Mappe sehen, wo wir die Kernaufgabe bereits gelöst haben bzw. wo es noch Bonusaufgaben zu lösen gäbe. Diesen Weg ist meines Wissens schon recht lange kein gutes Adventure mehr gegangen. Umso interessanter, dass "Gray Matter" es wagt. Davon abgesehen ist aber alles wie so oft bei Adventure Spielen. Hinsichtlich der Dialoge im Spiel klickt man sich wie üblick durch und viele Rätsel sind theoretisch durch reines Ausschlußprinzip lösbar.

In meinen Augen eine Problemzone ist die Hotspots Funktion. Hier werden immer die Namen aller Objekte im Raum angezeigt. Welche unübersichtlichen Folgen so etwas in einem Raum mit vielen Objekten hat, kann sich jeder vorstellen - das führt dazu, dass die Hotspot Anzeige nicht alle Objekte auf einen Blick zeigt, was nicht sehr übersichtlich ist. Das ist zudem insofern nicht so ideal, als "Gray Matter" detailliert und liebevoll gezeichnet ist, weswegen wir zwangsläufig zum Teil mehr Objekte sehen, als wir tatsächlich anklicken können. Wer sich nicht auf die Hotspots Funktion verlässt, läuft insofern unter Umständen Gefahr, etwas zu übersehen (und ich für meinen Teil bin kein Fan von wimmelbildartigen Suchspielchen). Richtig schlecht ist diese Funktion zwar nicht (immerhin gibt es sie), sie ist nur eben suboptimal gelöst. Nicht ideal fand ich die etwas störrische Steuerung, aber vielleicht lag das zum Teil auch an meinem PC!

Technisch gesehen lief "Gray Matter" bei mir sehr stabil und zuverlässig. Vom Bugs und Abstürzen blieb ich verschont! Selbst auf unterstem Spielsetting sieht das Spiel hübsch aus (in meinem Fall bei 128Mb Grafikkarte, 2Ghz CPU und 2GB Ram). An manchen Locations wird das Spiel bei Systemen wie meinem zwar langsamer, es bleibt aber durchwegs spielbar! Zuletzt ist die Spieldauer mit ca. 15-16h im besseren Durchschnitt anzusiedeln. Es dauert schon ein Weilchen, bis der letzte Vorhang fällt und das ist auch gut so :).

Fazit: "Gray Matter" lebt sehr stark von Story und davon lebt es sehr gut! Aus meiner Sicht ein spannend gelungenes Abenteuer, mit Ups and Downs im Rätseldesign und ein paar Macken was Steuerung und Hotspots Funktion angeht. Empfehlenswert!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 18, 2010 6:59 PM CET


Canon XM2 miniDV Profi-Camcorder mit 3 CCD
Canon XM2 miniDV Profi-Camcorder mit 3 CCD

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Kamera - aber im heutigen Vergleich überteuert!, 3. November 2010
Ich besitze diese Kamera seit rund 8 Jahren. Zum damaligen Zeitpunkt war es für mich der ideale Kauf im semiprofessionellen Bereich. Selbst nach oftmaliger Verwendung, ist bei mir nie etwas kaputt gegangen. Noch immer verwende ich die XM2 (wobei ich kürzlich allerdings auf die Canon 7D umgestiegen bin). Gerade wenn jemand (wie ich) gerne viel ohne Stativ filmt und viel in Bewegung ist, dann leistet sie hervorragende Dienste.

Die Canon XM2 glänzt aus meiner Sicht durch...
- eine extrem simple, super angenehme Bedienung!!!!
- einen guten Bildstabilisator
- robuste Verarbeitung!
- recht guten, schnellen Autofokus
- Ausserdem kann sie problemlos 1,2 Stunden durchlaufen ohne heiss zu laufen und sich zu verweigern.
- Gemessen an anderen DV/miniDV Kamera's macht sie ein gutes Bild (lässt sich bei einem Filmdreh übrigens auch mit dem großen Bruder XL2 als zweite Kamera kombinieren, ohne das die Übergänge zwischen XM2 und XL2 Bildern optisch zu stark ins Gewicht fällen)

Weniger gut aus meiner Sicht ist wiederum z.B.:
- Lichtempfindlichkeit (die ist zwar nicht viel schlechter, als bei den meisten guten DV/miniDV Kamera's, aber dennoch deutlich schlechter als viele HD Kameras)
- nicht sehr leise (was sich beim Kameraton bemerkbar macht...)
- eindrucksvolle Tiefenschärfe Effekte darf man sich nicht erhoffen (was für schnelle Drehs ideal sein kann, doch bildgestalterisch hält sich der Spielraum in Grenzen. Es gibt zwar 35mm Adapter Zusätze für teures Geld, mit durchaus ansprechender Optik, doch sowas rentiert sich im Endeffekt finanziell einfach nicht).

Noch bis vor drei Jahren hätte ich kaum jemanden von dieser Kamera abgeraten. Heute stellt sich für mich allerdings die Frage nach der Kosten-Nutzen Relation. Zudem sollte man bedenken, dass MiniDV Kassetten aktuell von anderen Speichermedien abgelöst werden und HD sieht gerade auf großen Bildschirmen einfach besser aus, als DV. Der Preis der XM2 hat sich weiters seit Anbeginn im übrigen wenig geändert. Inzwischen gibt es aber viele bessere Alternativen für ähnlich viel oder weit weniger Geld. Geht es nur darum, eine unkomplizierte Kamera zu finden, mit einfacher Bedienung und ansprechendem Bild, so würde es wohl reichen, sich z.B. Modelle der HD tauglichen Canon Legria Reihe (oder irgendein Modell von irgendeinem anderen Hersteller...) anzusehen. Die gibt es z.B. in vielen Preiskategorie (nur sind Kamerabewegungen der Legria ohne Stativ manchmal ruckelig).

Geht es einem sehr um interessante Impressionen vom Stativ aus, bildgestalterische Experimente, dann sind DSLR Kamera's wie die Canon 7D unter Umständen besser und vor allem deutlich preiswerter und noch dazu HD tauglich. Mit passendem Objektiv sind den Möglichkeiten hier kaum Grenzen gesetzt. Allerdings sind DSLR's ohne Stativ, bei viel Bewegung nicht ideal (Autofokus schwächelt meistens extrem, Schärfeverlagerung ist in einigen Situationen oft schwer zu handeln). Ein Mittelding, mit mehr Spielraum als die XM2 in Sachen Tiefenschärfe und sehr gut Freihandtauglich sind z.B. diverse HD Profi-Camcorder von Sony im ähnlichen Preisrahmen, oder z.B. etwas teureren Canon XH A1S HD-Camcorder (wer sich zur XM2 einen 35mm Adapter kauft, der landet in Summe z.B. in derselben Preiskategorie), usw.

Nochmal: Die Canon XM2 hat für meinen Geschmack tolle Vorzüge und für eine MiniDV Kamera ist sie mehr oder weniger as good as it gets (auch die Canon XL2 ist nicht gar soviel besser). Sie ist zuverlässig und extrem angenehm und leicht zu bedienen. Aus meiner Sicht ein Klassiker unter den semiprofessionellen Kameras und als solcher ganz klar 5 Sterne. Doch aus jetziger Sicht sind selbst weit günstigere Camcorder nicht weit davon entfernt. Die Relation stimmt heute einfach häufig nicht mehr und HD hat sich inzwischen in der Videoszene einfach etabliert. Wer langfristig plant, ist anders besser bedient, auch zumal miniDV Kassetten inzwischen auch mehr und mehr aus der Mode kommen und in naher Zukunft wohl nur noch schwer (bzw. sehr teuer) erhältlich sind...


A New Beginning
A New Beginning
Wird angeboten von pb ReCommerce GmbH
Preis: EUR 7,91

40 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A Verbugd Beginning - finally gepatched ;), 10. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: A New Beginning (Computerspiel)
Daedalic Entertainment hat sich in den letzten drei Jahren für meinen Geschmack zu einem interessanten Adventure Entwicklerteam entwickelt. "Edna bricht aus" war 2008 grafisch zwar gewöhnungsbedürftig (und fehleranfällig), ansonsten aber unterhaltsam, mit teilweise interessanten Rätseln und Gags. Das trockenere "The Whispered World" wies 2009 ähnliche Qualitäten auf, bei besserer Optik. Auf "A New Beginning" lasteten nun einige Hoffnungen. Die gehen für mich nicht ganz in Erfüllung. Was auffällt ist, dass die Technik gesondert vom Rest zu betrachten ist!

UPDATE 17.12.2010: Ohne Patch haben wir es hier mit einem potentiellen Problemspiel zu tun - nicht überall aber auf zahlreichen Systemen. Daedalic wurde sich bald dessen bewußt. Inzwischen ist auf der offiziellen Homepage zum Spiel ein Patch von 500MB verfügbar. Damit sollte das Spiel auf den meisten PC's problemlos laufen, was meine Wertung knapp um einen Punkt (von 3 auf 4) verbessert.

Grundsätzlich würde ich sagen, wer "The Whispered World" mochte, dem sollte auch dieses Spiel zusagen. Wer mit der depressiven Laune des Clowns Probleme hatte, kann insofern aufatmen, als es diesmal keine so extrem melancholischen Figuren gibt. Es finden sich vereinzelt sogar humorvolle Momente, wie eine Referenz zu "Edna bricht Aus" (passend zum Harvey Spin-Off Adventure, welches in Arbeit ist) - wobei "Spaß" nicht im Zentrum stehen.

Die Öko-SciFi-Thriller Story zu "A New Beginning" ist recht ansprechend und nutzt viele klassische Filmelemente: Welt am Abgrund, Ökologische Katastrophe, veralteter Wissenschaftler aus der Vergangenheit dessen Forschung die Wende bringen könnte, etc. Der Umgang mit der Thematik erinnerte mich manchmal allerdings an Freeware/Lehrgames und zwar insofern, als die pädagogische Kernbotschaft für mein Verständnis teils zu deutlich kam. Vielleicht rührt das auch daher, dass A New Beginning sehr um eine jugendliche Zielgruppe bemüht ist und deshalb die Kernbotschaft stärker betont. Die Auszeichnungen als "bestes Jugendspiel" und "Bestes Deutsches Spiel" beim Deutschen Computerspielpreis 2011 sprechen in diesem Fall für "A New Beginning". Im weiteren Handlungsverlaufen kommen beide Hauptfiguren abwechselnd zum Einsatz - derzeit ein sehr beliebtes Genre Element (Vorreiter: Indiana Jones IV, Maniac Mansion...), wobei aus meiner Sicht lediglich Bent Svensson als Figur greifbar wird. Die kapitelartige Struktur fand ich suboptimal umgesetzt. Ich mag es, wenn mehrere Kapitel durch einen gemeinsamen Bogen gespannt werden. Bei "A New Beginning" passiert das oft nur im Ansatz. Die Handlung ist nicht so flüssig und kurzweilig wie z.B. jene zu "Lost Horizon".

Visuell ist die Handschrift der Entwickler deutlich. Die mag man, oder nicht. Es geht klar in Richtung "The Whispered World", wobei sich die Zwischensequenzen stilistisch an Comics orientieren. Der 70er Jahre Look der Optik ist interessant gelungen. Doch fand ich die Animationen äußerst flach und wenig plastisch. Mehr Bilder mehr hätten der Animation keinesfalls geschadet und sie vor allem etwas runder gestaltet. Der Soundtrack ist dafür filmtauglich gelungen und lehnt sich leise an klassische Werke von Hans Zimmer, Trevor Rabin und Co. an. Die SprecherInnen sind weiters vielleicht nicht immer überragend, aber gut gewählt. Nur klingen die Stimmen an manchen Stellen zu sehr nach der Kabine, in der sie aufgenommen wurden (bei Szenarios wie auf dem Hubschrauberlandeplatz der Forschungsstation im Meer wirkt das seltsam und das wäre zudem leicht korrigierbar gewesen).

Was die Steuerung anbelangt, so kann "A New Beginning" dafür überzeugen. Sogar die Möglichkeit, das Inventar fix im Bild zu lassen, oder wegzuklicken wird geboten. Je nach Gegenstand können die Handlungsmöglichkeiten variieren. Was wiederum den negativen Nebeneffekt hat, dass der jeweilige Spielraum Rückschlüsse darüber liefert, was mit einem Objekt zu tun ist - wobei hin und wieder mit dieser Erwartungshaltung dann doch bewusst gebrochen wird (d.h. nicht jeder Werkzeugkasten ist gefüllt). Die Szenarios sind zudem reich an Objekten, doch nur wenige davon sind wirklich nutzbar. In "A New Beginning" schleppen wir zudem hauptsächlich Gegenstände herum, die realistisch tragbar wären. Schwere Gegenstände sind nur für unmittelbare Lösungen brauchbar. Dieser "realitätsbezogene" Ansatz steht für meinen Geschmack ein bisschen im Widerspruch zur Comic-Aufmachung. Die Rätsel können knackig werden. Leider gibt es kaum konstruktive Hilfestellungen seitens der Spielfiguren. Manche Rätsel lassen sich überspringen. Primär besteht diese Option, wenn es um eines von vielen mechanischen Rätsel geht (wir basteln eine Funkantenne, reparieren einen Motor etc.), die mal mehr, mal weniger reizvoll sind. Die Hilfestellungen sind gerade bei den mechanischen Rätseln (wenigstens aus meiner Sicht) manchmal irreführend. Wie auch immer, fade Botengänge bleiben immerhin meist erspart. Nur die Dialoge wurden im Rätseldesign nicht wirklich ausgeschöpft. Im Endeffekt klickt man sich wie so oft einfach nur so durch (eine Pseudoauswahl also)...

Die durchschnittliche Spieldauer ist im übrigen zwischen 15 und 18 Stunden anzusiedeln. ANB zählt zu den deutlich ausgiebigeren Spielen des Genres. Die Systemvorraussetzungen sind recht moderat. Es lässt sich auch auf einem standardmässigen Vista Laptop mit 1GB Ram und 2,1Ghz halbwegs passabel spielen (zwar in diesem Fall nicht im Fenstermodus, denn da braucht das Spiel mehr Power, aber im Vollbildmodus). Was technische Fehler angeht, so bleibt sich Daedalic nun wie erwähnt treu. Ausgiebigere Tests VOR Release wären gefragt gewesen. Die Problematik gab es schon bei "Edna bricht aus". Dort konnte ein Gegenstand aus dem Inventar verschwinden und das Spiel matt setzen. Im aktuellen Fall lassen sich ohne Patch auf einigen PC's im Takt Fehler entdecken. Die meisten kleinerer Natur, aber nicht nur. Gerade im zweiten Kapitel 2 kann es beispielsweise passieren, dass eben gespeicherte Savegames sich als unbrauchbar entpuppen, oder das Spiel während der Überleitung ins nächste Kapitel plötzlich den Löffel abgibt. Immerhin kann einen die Option "Weiterspielen" beim Start des Spiels manchmal zu einem Spielstand knapp vor dem Absturz zurückbringen, den man ursprünglich nicht gespeichert hatte. Kurz gesagt: Bei Abstürzen ausprobieren. Noch klüger wird es sein, sich gleich den Patch zu saugen!!!

Fazit: "A New Beginning" ist im Kern ein gutes Spiel, mit einer netten, wenn auch teils Stellen naiv plakativ geratenen Geschichte. Die Rätsel können herausfordernd sein und bilden neben der Steuerung eine Stärke dieses Spiels. Ohne Patch ist das Adventure auf einigen PC's allerdings reich an Bugs. Da nach langer Wartezeit endlich adäquates Flickzeug vorhanden ist, verbessert sich meine ursprüngliche 3 Punkte Wertung auf eine sehr knappe 4.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 27, 2011 4:19 PM MEST


Shadow of Memories
Shadow of Memories

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannende Story mit beschränkter Interaktivität, 19. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Shadow of Memories (Computerspiel)
"Shadow of Memories" kann man sich als japanische Version von 3D Adventures wie "Overclocked", "Memento Mori" und vor allem "Dreamfall" vorstellen. Wobei ich dem Spiel mit diesem Vergleich nicht Unrecht tun möchte, da es weit früher erschienen ist, als genannte Beispiele!

Was für mich "SoM" trotz nachfolgender Kritik empfehlenswert macht, ist zunächst das inhaltliche Konzept. Wir bewegen uns - aufgeteilt auf mehrere Kapitel - zwischen verschiedenen Epochen und versuchen durch Zeitsprünge den jeweils bevorstehenden Tod der Hauptfigur zu verhindern. Ist dieses Unterfangen gelungen, wartet auf uns bereits die nächste Gefahr. Dabei läuft die Uhr in jedem Kapitel quasi in "Echtzeit" mit. Pro Kapitel sind wenige Handlungsweisen erforderlich/möglich, die aber rechtzeitig erfolgen müssen, wobei aber immer genug Zeit zur Lösungsfindung vorhanden ist. Es kann durchaus sein, dass ein Kapitel mit einmal von A nach B Laufen und 2,3 Klicks erledigt ist. Die Laufwege sind oft weit, wobei wir mit der Umgebung kaum sinnvoll interagieren können (die wenigen Passanten die es hier gibt, können wir zwar ansprechen - es erweist sich aber oft als weder nützlich noch interessant). Für mich unter anderem eine Problemstelle dieses Spiel. Damit treibt "SoM" für mich eine klassische Schwäche vieler 3D Adventures auf die Spitze: geringer Handlungsspielraum!

Wobei das vielleicht insofern wenig verwunderlich ist, als in Japan Adventures vorwiegend in Form von "Visual Novels" existieren - die wiederum zumeist kaum echte Entscheidungen zulassen und textlastig sind. Quasi wie ein bebildertes Buch mit einer geringen Zahl an Entscheidungsmöglichkeiten. "SoM" balanciert damit gewissermaßen zwischen westlicher und fernöstlicher Kultur (was sich auch darin zeigt, dass einem im Spiel Charaktere aus beiden Richtungen entgegen kommen). Es bietet zwar vergleichsweise weit mehr Handlungsräume als typische Visual Novels, zugleich aber weniger, als bei einem europäischen Adventure üblicherweise zu erwarten wären. Was zu tun ist, wird zudem oft klar verbalisiert, sodaß wir der Instruktion teilweise primär folgen müssen, ohne uns selbst viel dabei zu überlegen (ich sollte ins Gasthaus schauen, nimm Gegenstand X etc.). Vielleicht soll das Spiel auf diese Weise für Visual Novel SpielerInnen interessant bleiben, ich weiß es nicht. Wer gerne selber denkt, könnte sich bei diesem Spiel nicht selten bevormundet fühlen.

Andererseits sind diese Hilfestellungen oft sogar notwendig, denn jene Handlungsweisen, die wir setzen können, können rechte Kettenreaktionen verursachen, wobei wir teils nach einem Klick mehrere Minuten lang zum Zusehen verbannt sein können, während die Spielfigur im Alleingang die Entscheidungen trifft. Nur auf Basis von Logik gelangen wir nicht zwangsläufig ans Ziel. Es verhält sich ähnlich, wie bei jenen Abenteuerbüchern, bei denen man jeweils nach ein paar Seiten bestimmen darf, ob man z.B. gleich eine Schatulle öffnet und auf Seite 25 fortsetzt, oder vorher den Besitzer um Erlaubnis bietet und dann die Lektüre ab Seite 77 fortsetzt. Die Logik ist auf diese Weise oft fremdgesteuert, die Konsequenzen einer Aktion schwer abschätzbar. Immerhin können wir aber - allen Einschränkungen zum Trotz - alternative Handlungen setzen, die mehrere alternative Spielenden zur Folge haben können (was typisch Visual Novel ist) und so den Wiederspielanreiz signifikant erhöhen! Allerdings bereitet das unflexible Speichersystem einen bitteren Beigeschmack und mildert diese Probierfreude (es gibt eine begrenzte Zahl an Speicherplätzen - während eines Kapitels zwischenspeichern geht nicht immer. Zudem ist dafür blos ein Speicherslot vorgesehen, was daran erinnert, dass dieses Spiel zuerst 2001 für Playstation 2, also als Konsolenspiel, konzipiert wurde).

Die Erzählung bleibt trotzdem spannend. Wir erfahren meist nur soviel, als notwendig und rücken langsam der "Wahrheit" näher. Dafür, dass das Spiel schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sieht die Anime-Grafik nach wie vor hübsch aus - wenn es auch vielleicht ein bisschen kantig sein mag und detailärmer als aktuellere Titel. Die Synchronisation ist im englischen dafür stark und die Musik passt gut, ohne sich zu sehr aufzudrängen. Die Steuerung klappt ansich einwandfrei - lässt aber wie gesagt wenige Handlungsmöglichkeiten zu. Unser Aktionsrepertoire beschränkt sich zumeist auf Umherlaufen, Energie zum Zeitreisen sammeln, Räume betreten und Objekte im Inventar aktivieren. Knackige Rätsel im point und click Adventure Sinne darf man sich so nicht erwarten. An manchen Stellen gäbe es derartige Rätsel zwar, doch die Hauptfigur löst sie quasi im Alleingang. Ausserdem lassen sich nicht alle Dialoge ohne weiteres überspringen - was mühsam sein kann, wenn man einen Abschnitt wiederholt.

Fazit: "Shadow of Memories" glänzt durch ein aus meiner Sicht interessantes Konzept und eine spannende Story. Dabei bleibt der Handlungsfreiraum allerdings sehr eingeschränkt, ein "interaktiver Film" Flair überwiegt. Wer auf der Suche nach einem Spiel mit (gemessen an anderen Spielen) recht ungewöhnlicher Handlung ist und wen genannte Kritikpunkte nicht stören, der sollte sich dieses abwechslungsreiche Spiel vielleicht näher ansehen.


Goin' Downtown
Goin' Downtown
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 2,96

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Netter Zeitvertreib, 18. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Goin' Downtown (Computerspiel)
Die futuristische Dystopie von "Going Downtown" lässt sich zunächst spannend an: Eine düstere Welt mit eklatanten Klassenunterschieden und sozialen Ungerechtigkeiten, ein Cop, der sich dagegen stellt und auf eigene Faust ermittelt, um den Tod einer Prostituierten (die er erst kurz zuvor kennenlernte) aufzuklären... als Film alles andere als neu, aber für ein Adventure kann das durchaus spannend sein. Als wirklich ausformuliert erweist sich der Plot schlussendlich aber nicht. Nicht umsonst ist die Spieldauer mit 6-8 Stunden im unteren Schnitt angesiedelt.

Zwar erfährt man nach und nach mehr und mehr über diese Welt, wirklich in die Tiefe geht es aus meiner Sicht aber nicht. Die Entwickler des Spiels vergaßen für meinen Geschmack zu sehr darauf, einen größeren Handlungsbogen zu spannen. Der Wandel der Hauptfigur geschieht zudem praktisch gleich zu Beginn. Eine präsentere, stärkere antagonistische Kraft hätte der Handlung ebenfalls sehr gut getan. Das Rätseldesign bewegt sich im Durchschnitt. Die Rätsel bleiben meist fair und solide, nur eben sind sie keine Herausforderung und zu einfach geraten. Viel Handlungsspielraum bleibt ebenso wenig. Optisch und spielerisch macht "Going Downtown" dafür einen überzeugenden Eindruck, auch zumal es sich hinsichtlich der technischen Voraussetzungen, als eher genügsam erweist (ab 128MB Grafikkarte, 1,8Ghz Prozessor aufwärts, 1GB Ram sollte es in der Regel problemlos laufen). Die im Spiel integrierte "Tag und Nacht" Wechselfunktion sorgt allerdings eher dafür, dass das Spiel an Authentizität verliert (es wirkt sehr künstlich). Ein weniger beliebiger Umgang mit Tageszeiten wäre aus meiner Sicht besser gewesen. Was Musik und SprecherInnen angeht, haut die Sache hin.

Fazit: "Going Downtown" ist aus meiner Sicht ein überaus solide gelungenes nettes Adventure und v.a. für Genre Fans ein empfehlenswerter Zwischendurchzeitvertreib. Sowohl narrativ, als auch was die Rätsel angeht reicht dieses etwas kurz geratene Spiel für mich aber nicht über guten Durchschnitt hinaus, weshalb ich nicht mehr als 3 Sterne vertreten kann.


Jekyll & Hyde [PC]
Jekyll & Hyde [PC]
Wird angeboten von DVD-polis
Preis: EUR 4,11

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Umständlicher als notwendig, 13. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Jekyll & Hyde [PC] (Computerspiel)
"Jekyll & Hyde" in ein Spiel zu pressen ist bisweilen zumeist eher ins Auge gegangen, umso spannender ist grundsätzlich jeder neue Versuch. So ganz getreu hält man sich dabei freilich nicht an die Vorlage, es basiert aber lose auf dem Klassiker. Alles nimmt seinen Lauf im London des 19ten Jahrhunderts und zwar mit Dr. Jekyll's selbstloser Suche nach dem Heilmittel gegen eine sich ausbreitende, tödliche Seuche. Als Versuchskaninchen für die Resultate seiner chemischen Experimente dient er selbst und tritt damit eine Lawine los.

Zunächst zu den technischen Voraussetzungen des Spiels: Mit 8GB auf der Festplatte ist bei diesem Spiel zu rechnen. Die Frage, ob die Entwickler hier sparsamer vorgehen hätten können, würde ich in diesem Fall mit JA beantworten. Ernsthaft gefährlich für Unsereins wirds jedoch in Sachen Grafikkarte. Theoretisch braucht es keine High-End Karte. Allerdings setzt der Spaß Pixel Shader 3.0 voraus, was manche Grafikkarten nicht haben (selbst jene mit 128MB). Dieses Problem hatte ich und so mußte ich auf den Laptop meiner Eltern hoffen (2Ghz, 128MB ATI Radeon HD 42000 Grafikkarte, 1GB RAM Speicher, Windows 7). Hier klappte es mit Mühe und Not und selbst auf niedrigster Detailstufe, bewegte sich alles einen Tick langsamer und die Steuerung war deutlich verzögert.

Kurz gesagt: bei vielen Windows 7 und vor allem Vista Systemen wird es vermutlich zumindest 2GB RAM brauchen (neben einer Grafikkarte von 128MB und einem Prozessor um die 2Ghz).

Genannte Schwierigkeiten führten neben weiteren Fragwürdigkeiten nach knapp 2 Stunden dazu, dass mir die Lust am Spiel verging. Ich will trotzdem meine Eindrücke schildern (meine Wertung ist deshalb aber etwas vorsichtiger...). "Jekyll & Hyde" würde ich allgemein eher als Action-Adventure kategorisieren. Im Ansatz ist es vergleichbar mit z.B. Baphomets Fluch 3, Indiana Jones VI, oder auch Tomb Raider (auch wenn es mindestens zwei Klassen schlechter als diese Beispiele), mit leichten Anleihen von Rollenspielen (wohl auch bedingt durch die Dualität von Jekyll und Hyde...). Im Inventar gibt es z.B. "Quickslots" für wichtige Items. Die Steuerung ist umständlicher als notwendig geraten. Wer kein vernünftiges Gamepad zuhause hat (die Tastaturtasten Belegungen würde ich nämlich auf ein Gamepad umleiten...), sollte sich den Kauf doppelt überlegen. Nur... selbst mit Gamepad ist die Steuerung schlampig, was sich im Spiel leider bitter rächen kann, denn es gibt immer wieder stressige Momente, wo Zeit und Geschick plötzlich eine Rolle spielen...

Vieles hängt bei diesem Spiel mit Umgebung erkunden, kriechen, springen zusammen. Zwischendurch finden sich "typischere" point and click Adventure Rätsel (Marke: Wir basteln uns jetzt eine Fackel oder wir mischen uns den Hyde Trank nach Rezept zusammen). Keine Ahnung, ob diese im späteren Spielverlauf irgendwann mal eine ernsthafte Herausforderung darstellen oder so simpel und unzufriedenstellend bleiben, wie es zunächst den Anschein hat. Ich vermute, die größten Schwierigkeiten werden im Spiel darin bestehen, dass man stets auf der Hut sein muß, nicht etwas im Vorbeilaufen zu übersehen. Denn ob etwas benutzbar ist, oder nicht, sieht man erst, wenn die Figur direkt davor steht. Ein Hotspot Taste gibt es zwar, aber nachdem die Kamera recht agil ist und die Perspektiven wechseln, könnte man leicht mal das eine oder andere Item übersehen. Das kann dann angesichts einer gewissen Unübersichtlichkeit im Spiel nervig werden. Das hat auch nichts mit Herausforderung zu tun, sondern vielmehr mit suboptimalem Gamedesign!

Die Story startet ja eigentlich ganz nett - wenn auch die Einleitung unnötig ausufert und irgendwann langweilig wird. In der Anfangsphase des Spiels gibt es dann für meinen Geschmack dann auch gleich mal einige recht ordentliche logische Schwächen. Die Motivation der Hauptfigur u.a. zumindest zu Beginn schwammig (und irgendwie vermute ich stark, dass es in dieser Manier weitergehen wird...). Und ich weiß ich SPOILERe jetzt ein bisschen. Also wer sich mein Beispiel sparen möchte, einfach die folgende Passage ignorieren:

Gleich zu Beginn müssen wir den Hyde Trank suchen, damit niemand dieses Gebräu in die Finger bekommt. Wir verlassen den Raum, sehen uns im Hof des Hauses um. Am Grund eines trockenen Brunnens, finden wir das gesuchte Fläschen. Logisch macht es wenigstens für mich wenig Sinn, dort hinab zusteigen - die Gefahr, dass jemand anderer sich ein Fläschen aus dem stillgelegten Brunnen nimmt, ist praktisch null (wenn es nach so einem Fall überhaupt noch ganz ist) und wir können den Trank auch so problemlos wieder herstellen können. Im Spiel läuft es trotzdem darauf hinaus, dass wir uns in den Brunnen begeben. Weiters wird die Figur "Hyde" zunächst gezielt ähnlich einer Spezial Fähigkeit eingesetzt (also als destruktive Kraft, z.B. um Hindernisse zu überwinden). Die plötzliche Unbekümmertheit der Hauptfigur in Bezug auf den Trank war mir absolut schleierhaft. Rein logisch betrachtet konnte er dessen Wirkung und Risiko nach einem einzigen Test maximal im Ansatz abschätzen (anhand der Spuren, die Hyde hinterlassen hat). Es macht einfach keinen Sinn, aus heiterem Himmel auf so ein Mittel zurück zugreifen (zumal es nicht um Leben und Tod ging, andere Hilfsmittel hier auch denkbar gewesen wären und streng genommen es im Brunnen festsitzend auch gereicht hätte einfach nur laut zu schreien, um vom Butler wahrgenommen zu werden, damit dieser Hilfe holt ;)). Logische Schwächen dieser Art können in einem Spiel natürlich vorkommen. Es gibt mir aber zu Denken, wenn so etwas sich gleich in der ersten halben Stunde häuft.

Grafisch ist das Spiel passabel - gemessen an Platzbedarf und Systemanforderung, wird es jedoch niemanden von den Socken reissen! Die Animationen sind hölzern. Die Videosequenzen - in Form von Bildsequenzen ohne Animation - dürften den Großteil der 8GB auf dem Gewissen haben. Unnötige längere Ladezeiten können die Folge sein. Der Stil der Bilder dieser Sequenzen mag auf den ersten Blick nett wirken, allerdings kann diese Form der Visualisierung aufgrund ihrer Statik, die überlange Erzählung aus meiner Sicht nicht tragen (kurz gesagt: mir wurde bald langweilig dabei, weil wie gesagt die Sequenzen ein etwas zu lange geraten sind). Trotz allem empfand ich das Adventure grundsätzlich recht atmosphärisch, v.a. was die unterirdischen Räumlichkeiten angeht und auch den Soundtrack. Die deutsche Sprachausgabe geht ebenfalls in Ordnung, doch schauspielerisch weist sie Schwächen auf (manche Aussagen klingen, als ob den SprecherInnen unklar war, welche Gefühlsebene dahinter stehen sollte). Unangenehm fällt auch das Fehlen einer herkömmlichen Save-Funktion auf - das Spiel speichert automatisch, wobei es zunächst nicht so scheint, als würde diese Automatik wahnsinnig oft zum Zug kommen.

Fazit: Für Fans von Spielen wie Baphomets Fluch 3 oder Indiana Jones VI könnte es eventuell (und ich betone eventuell) ein brauchbares Spiel sein (ich lege aber nicht die Hand dafür ins Feuer ;)). Interessante Ansätze lassen sich erkennen, aber wie gesagt auch ganz gravierende Schwächen und die Umsetzung konnte mich in vieler Hinsicht nicht überzeugen! So war u.a. die Steuerung absolut nicht so, wie ich es mir wünschen würde, von Schwächen im Rätseldesign und in der Handlung zu schweigen. Ein Austesten der Demo würde ich hier bei Interesse ganz besonders nahelegen...
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2010 10:25 PM CET


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