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Rezensionen verfasst von
Werner G. (Innsbruck)

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An Eye for An Eye (Ltd.Digi)
An Eye for An Eye (Ltd.Digi)
Preis: EUR 11,94

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene CD der Western Metaller - darkscene.at, 31. August 2011
Rezension bezieht sich auf: An Eye for An Eye (Ltd.Digi) (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2008)

Hatten die Hanseaten Running Wild in den Achtzigern ihr Piratenimage in Musik, Outfit und Promotionen in allen erdenklichen Facetten ausgelebt, so genießen und lieben es die Landsmänner von Dezperadoz ihrerseits, den Wilden Westen abseits unzähliger Filmklassiker mal musikalisch, nämlich im Kontext des gefälligen, groovigen Metal neu zu definieren. Bereits seit 2000 existiert die Rasselbande, damals noch mit einem gewissen Tom Angelripper (Sodom) am Mikro, der aus Gründen des Zeitmangels nach dem Release des Debüt Ausriss nehmen musste.

So übernahm für den Zweitling "The Legend And The Truth" (2006) Klampfer Alex Kraft die vokale Führung, was ebenso auf dem Drittwerk keinen Qualitätsverlust bedeutet ' die Pferde stramm gesattelt und gefüttert, den Cowboyhut in der Schädeldecke eingebrannt, den Sechstagebart wildwüchsig belassen und mit Whiskey geölter Stimme wird die Story eines Mannes erzählt, der aus Rache und im Namen der Religion seinen Freund tötet und dann selbst vom Staat gerichtet wird. Das Ganze soll sich im Jahre 1898 tatsächlich in Arizona zugetragen haben. Also textlich wird nicht viel dem Zufall überlassen, wie man auch dem instrumentalen Sektor zugute halten muss. Dass da emsig Black Label Society bzw. Zakk Wylde durch Dezperadoz' Nüstern effizient hindurch rockten, ist offensichtlich, wohl aber verfügt die Mucke über Entertainmentqualitäten, zumal diese Kombination aus Westernsounds und bratenden Riffs echt was hergibt und immer wieder für dezentes Staunen sorgt. Wuchtig in Szene gesetzt und den Geruch von Staub, Leder und ausrauchenden Patronenhülsen in der Luft verbreitend sind Songs wie das arschtighte Opening Duo "An Eye For An Eye"/"Hate" oder das von einem echt stylischen Adventure-Intro verzierte, alsbald zum Riffmonster mutierende "Days Of Thunder" wirklich satte Geräte mit Ausdruckskraft. Jep, da sitzt der Halfter am Gaul und auch der Patronengurt überm Schulterblatt bombensicher ' da fühlst Du Dich manchmal zurück versetzt in Zeiten, als dich so Streifen wie "Spiel mir das Lied vom Tod", "Die glorreichen Sieben" und Co. völlig faszinierten, wo du am liebsten selbst mitten drin statt nur dabei gewesen wärst. Da, wo's nur echte Männer ohne "leere" Versprechungen am Abzug gab. Aber zurück zu den gegenwärtig Ruhm und Glorie versprühenden Helden von Dezperadoz: äußerst cool auch der dreckige Schrubber "Wild Times", das geil stampfende, von Onkel Tom höchstpersönlich eingerotzte "Here Comes The Pain" wie das atmosphärische, mit brillanten Refrains überzuckerte "May Heaven Strike Me Down", das in Sachen Gitarrenharmonien Queensryche (!) Zitate auffährt.

Doch, doch ' diese Lieder können was. Offensichtlich nicht zum konzeptionellen Interieur ob der Story gehören die zugegeben gar nicht so üble Coverversion von "Riders On The Storm" (The Doors) und die Johnny Cash Huldigung "25 Minutes To Go", was alles in Allem aber als gute Auflockerung der Scheibe attestiert werden kann. Dieses Album solltet ihr unbedingt im Lauf, ähhh ... im Auge behalten!


A Dreadful Decease
A Dreadful Decease
Preis: EUR 12,63

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oldschool Death Metal vom Feinsten - darkscene.at, 26. August 2011
Rezension bezieht sich auf: A Dreadful Decease (Audio CD)
Wer es noch nicht mitbekommen hat: Zombie Inc. heißt die neue Beschäftigungstherapie der österreichischen Death Metal Veteranen Wolfgang Rothbauer (u. a. In Slumber, Thirdmoon) und Martin Schirenc (Pungent Stench, Hollenthon). Die angekündigte Devise, bei der sich der Trupp voll und ganz den bewährten Todesblei Tugenden der frühen Neunziger hingibt, verursachte auch bei mir ein dezentes Kribbeln, gerade deshalb, weil man von den Hauptbands der beiden Akteure lange schon die Qualitäten zu schätzen weiß. Und das nicht nur in unserer, eher bescheiden denkenden Heimat.

Sicher waren die Erwartungen hoch, aber dass diesen ausgefuchsten Kerlen letztlich ein derartig gelungener Satansbraten entschlüpfen würde, war nicht unbedingt abzusehen. Hier stimmt vom Coverartwork/Konzept über die Produktion bis zu den Songs fast alles. Ob nun Asphyx-artige Kriechpassagen, ob jähe Blastattacken, ob obligates Highspeed Geknüppel oder ob die jeweiligen Intros/Outros gerade erschallen, ist relativ nebensächlich, denn die Mixtur aus all diesen Stimulanzien lässt so gut wie keine Wünsche offen. Schirenc's klagend/kreuchende Gesangsperformance erinnert dabei mehr an Hollenthon als an die deaktivierten Pungent Stench, die alles zersägenden/zermalmenden (und für Genre Verhältnisse recht variantenreichen) Riffsalven von Wolfgang R. und Gerald Huber (Collapse 7) könnten zudem brachialer nicht sein, und Tomasz "Nefastus" Janiszewski's (u. a. Belphgegor und Fleshcrawl) Urgewalt an den Kesseln ist ohnehin aus Meilen Distanz spürbar. Aber es wird zum Glück nicht um jeden Preis gemetzelt, was das Zeug hält. Zombie Inc. gelingt nämlich immer wieder der rechtzeitige Turn zu gedrosselten oder sogar zu akustischen Parts wie beispielsweise in "Horde Unleashed" oder "Bloodrain Overdose", um die Spannung gekonnt aufrecht zu halten. Wobei es mir die umwerfende Mosh-Walze "Deadtribe Sinister" sicher am meisten angetan hat!

Stilistisch lässt sich das Gesamtpaket von "A Dreadful Decease" jedoch nicht nur auf den oft bewährten Elchtod reduzieren, auch treten die frühen Carcass ins grell-morbide Rampenlicht. Aber alleine schon wegen diesem überpräsenten Image kommt man bei Zombie Inc. einfach nicht drum herum, die zurück gekehrten US Pathologen von Autopsy ebenso in diesen, an Skrupellosigkeit kaum zu überbietenden Blutschaumkessel mit hinein zu werfen, der nach diesen zehn Stücken wiederum das eigene Blut fast gefrieren lässt. Ach ja, akustische "Splatter-Sequenzen" zwischen den Liedern (Motorsägen Geknatter, hysterische Schreie etc.) tragen ihres dazu bei, diesen Gore Soundtrack ein Stück "geschmackvoller" wirken zu lassen (...).

Fassen wir kurz zusammen: Zombie Inc. bieten auf ihrem Einstandswerk vierzig Minuten lang gemeingefährlichen/rohen/perfiden Oldschool Death Metal im modernen Soundgewand (Mix: M. Schirenc/Mastering: Dan Swanö (Edge Of Sanity)!!). Und natürlich: diese Scheibe darf sich bedenkenlos mit den letzten von Asphyx, Grave oder Dismember messen. Bitte mehr davon, meine Herrschaften!


Echoes of the Fallen
Echoes of the Fallen
Preis: EUR 5,97

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide Cd, der das gewisse Etwas fehlt - dakrkscene.at, 26. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Echoes of the Fallen (Audio CD)
Bereits auf ihrem Metal Blade Debüt "This Age Of Silence" waren mir die Waliser Jungrecken von Anterior irgendwie um's "A-lecken" sympathischer als das Gros der Metalcore/Modern Thrash Mitbewerberschaft, und zwar mit der simplen Begründung, dass hier forciert Wert auf kleine Details im Songwriting gelegt wurde/wird. Nach einigen Umkrempelungen verfestigte sich das Line-Up vor zwei Jahren, als man noch haufenweise energische Gigs runterzockte, die Anterior dementsprechend Credibility bescherten. Für 2010/2011 galt es jedoch, sämtliche Live-Aktivitäten möglichst auf Eis zu legen und dafür alle Konzentration und Kraftressourcen in die neue Scheibe zu investieren, die laut Promoinfo völlig atypisch "besser und gereifter als der Vorgänger" (...) ausgefallen sei.

Eine wesentliche Steigerung ist trotz vierjähriger Kreativpause auf "This Age Of Silence" nicht anzutreffen. Anterior greifen auch diesmal auf ihre bekannten Attribute/Stärken zurück und riskieren es nicht, neues Terrain zu betreten. Zumindest für mein musikalisches Verständnis. Der hohe Melodieanteil im Gitarrensegment, den man in seiner Großzügigkeit auf besagtem Vorgänger erwähnen musste, wurde da vielleicht etwas nach oben geschraubt, was jedoch nicht auf Kosten der Aggression oder des zumeist flitzigen Tempos geht. Frontman Luke Davies shoutet sich wie gehabt den ganzen gesammelten Frust von der Seele und auch die solide Rhythmusarbeit der Herren James Britton/James Cook erfüllt sämtliche Genre Parameter, ohne dabei vehement aus der Masse heraus zu stechen. Wenn schon eine Tendenz innerhalb der zehn Tracks auffällig ist, dann lediglich die, dass Anterior in ihrem aktuellen Liedsammelgut ganz pauschal gesagt eine subtile, gar nicht so unsympathische Dosis DevilDriver einfliessen haben lassen, was eigentlich wenig verwundert: mit den brummigen US Boys um Okkultfigur Dez Fafara war man ja bereits auf gemeinsamer Dienstreise.

Obwohl die fünf hoch ambitionierten Kerle von der kühlen Insel im Grunde alles richtig machen und ebenso produktionstechnisch moderne Standards (Scott Atkins leistete einen mehr als passablen Job!) voll und ganz erfüllen, fehlt abermals das nötige Quentchen Koffein sowie der letzte Funken Wendigkeit, um sich in die Darkscene Höchstnotenränge rein zu schmuggeln - das Kapitel "Hang zur Gleichförmigkeit" sei im Zuge dessen mal nicht unerwähnt. Anspieltipps: das auf instrumentaler Basis an alte Firewind (!) erinnernde "Blood in The Throne Room", das mit kratzigen Stakkatoriffs und ebenso ausladenden Leads spitzelnde "Tyranny" sowie das episch dekorierte "Sleep Soundly No More".


We All Bleed
We All Bleed
Preis: EUR 13,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr emotionale Scheibe der Alternative Metaller, 19. August 2011
Rezension bezieht sich auf: We All Bleed (Audio CD)
Wenn man die Vorgeschichte dieses Albums einigermaßen kennt, wird einem bald klar, weshalb es so und nicht anders klingt. Angefangen hat hier seinerzeit alles wie in einem Rockstar Märchen, als Crossfade im Jahre 2004 mit ihrem US-Hit "Cold" die heimischen Charts aufmischten und folglich über eine Million Tonträger ihres selbstbetitelten Debüts absetzen konnten. Doch der tiefe Fall sollte schon zwei Jahre folgen, wo die zahlenmäßig hohen Erwartungen von der damaligen Plattenfirma Columbia nicht ansatzweise erfüllt wurden. Der in kreativer Hinsicht fast ebenbürtige Nachfolger "Falling Away" ging, wie man so schön sagt, baden, und Crossfade wurden wieder vor die Türe gesetzt.

Ed Sloan, Sänger und Kopf der Band, hatte aber nicht nur diesen Rückschlag zu verdauen. Im Teufelskreis von Drogenproblemen, Depressionen und Selbstzweifel ging das Komponieren freilich auch nicht locker von der Hand. Doch Sloan zog sich selbst aus diesem Sumpf und ließ jene emotionale Berg- und Talfahrt in die vorliegenden zehn Tracks einfließen, wie die einzelnen Songtitel schon beim schlampigen drüber lesen erkennen lassen. Und obwohl der Release bereits zweimal verschoben werden musste, ließ das etablierte Label Eleven Seven (ebenso das Zuhause von Sixx A.M.) es sich mitnichten nehmen, diesen Tonträger zu veröffentlichen. Das soll schon was heißen. Somit dürfte auch klar sein, weshalb das Unternehmen Output No. III letzen Endes ganze fünf Jahre gedauert hat.

Man kann hier ohne Übertreibung von einem Seelenstriptease par excellence sprechen. Stets im Schatten drohender Ohnmacht drücken die Songs in ihrer Stimmung nämlich schwer auf das Gemüt, denn der offene Hörer wird mit Sloans seelischer Pein fast durchgehend konfrontiert. Stilistisch? Nun, da bewegen sich Crossfade im Dunstkreis von Godsmack, Drowning Pool und Soil, um nur mal eine Orientierung preiszugeben. Genreexperten dürfen von mir aus gerne noch andere Kapellen aufzählen. Am meisten hervor heben muss man zunächst die schleppende Hitsingle "Killing Me Inside" (starker Refrain!), das mit Depeche Mode Elementen versehene "Prove you Wrong", das ruhige (und sehr gelungene) "Dear Cocaine" und das ebenso leicht balladeske, ansonsten sehr düster inszenierte "Suffocate" an sechster Position. Das klare Nonplusultra der Scheibe ist aber das zehnminütige Finale "Make Me A Believer", welches einen die ganze Verzweiflung des Sängers nochmals hochkantig spüren lässt, dabei mit feinen Streicher- und Klaviereinsätzen glänzt und an Dramatik kaum zu überbieten ist.

"We All Bleed" verkörpert ein knapp 50 minütiges Tondokument, das vor Ehrlichkeit strotzt. Ein überfälliger Befreiungsschlag eines jungen, ambitionierten US Künstlers nach langer Krise mitsamt Crew. Musikalisch wird in erster Linie der New/Modern/Alternativ Metal Fan bedient und dementsprechend auch gefordert - leicht verdaulich klingt definitiv anders. Oder anders gesagt: Leute, die emotionsgeladene, melancholische Klänge schätzen und mit ob erwähnten Gruppen was anfangen können, sollten sich auf "We All Bleed" hemmungslos einlassen.


Glasnost
Glasnost
Preis: EUR 23,45

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beängstigend gut - darkscene.at, 19. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Glasnost (Audio CD)
Für Bands, die ihr Heil zwischen Progressive, Alternative und Post Rock Sounds suchen, habe ich im Laufe der letzten Jahre immer mehr Schwäche entwickelt. Nicht dass automatisch alles darin vorkommende zu 100% meinen Geschmacksnerv trifft, aber der wohltuende Kontrast zu den konventionell-selbst limitierenden Normalo-Gruppen und der Mut ersterer, neue Ufer zu erkunden, haben mich bei Sahne-Kapellen wie Amplifier, Thrice oder Paatos, um nur mal ein paar davon zu nennen, deutlich in den Bann gezogen.

Bei Illuminatus, die bereits im Februar vorliegende, insgesamt zweite Full-Length CD der Öffentlichkeit zugänglich machten, ist sicher erwähnenswert, dass an allen Positionen Künstler aus vier verschiedenen Nationen am Werk sind: Sänger/Gitarrist Julio Taylor ist Spanier, der zweite Klampfer Jonathan Martin kommt aus England, Bassist Leo Giovazzini ist in Italien groß geworden und Fellgerber Felix Rulhussen hat seine Wurzeln in Deutschland.

Keine Ahnung, in wie weit die kulturellen Hintergründe jedes einzelnen auf mögliche Synergie Effekte Auswirkung haben, man kann nach wenigen Takten diesem Multikulti Quartett jedoch ehrlichen Lobes attestieren, dass es eine interessante und nicht minder tiefschürfende Klangarchitektur zu kreieren imstande ist. Dabei ist der Konsument in Sachen Aufmerksamkeit keineswegs unterfordert und wird hierfür mit kleineren Überraschungen belohnt.

Ambitioniert, facettenreich und Tempo variiert legen sich Illuminatus da ins Zeug. Ob nun Progressive, Alternative oder einfach nur melancholisch gefärbter Rock - dies sei reine Definierungssache. Denn die Tracks besitzen eine chameläonartige Wandlungsfähigkeit, bei der es nicht so leicht gelingt, selbige als Fixbegriff festzunageln. Stimmungsvolle und atmosphärische Songs schreiben, ohne dabei einen zwanghaften Hit raus schälen zu müssen, das haben diese vier Kerle locker auf dem Kasten. Ich würde sagen, das geschickte Jonglieren zwischen harten Beats und verträumt/sentimentalen Parts ist einmal mehr die gewisse Prise Salz in der Suppe. Und vor solch Größen wie Brand New, Deftones, Oceansize, Porcupine Tree oder The God Machine brauchen sich Illuminatus bestimmt auch nicht verstecken. Diese wegweisenden Kapellen seien bewusst deshalb erwähnt, weil sie im Soundrepertoire von Illuminatus immer wieder dezent zum Vorschein kommen. Das prägnanteste Element ist aber sicher das raue Organ von Julio Taylor, welches am ehesten an Jesse Lacey (Brand New) sowie Aren Emirze (Harmful) erinnert, zumindest zeitenweise.

Einzelne Lieder auf "Glasnost" (remember Michail Gorbatschow) hervor zu heben, fällt einem selbst nach mehreren Rotationen schwierig. Hier kristallisiert sich meiner Meinung nach das Kollektiv samt seinen 52 Minuten als die eigentliche starke Konstante heraus, wie man es bei vielen Outputs der Mitbewerber nur zu gut kennt. Das hier ist hochwertiges Ohrenfutter!


Sahg1
Sahg1
Wird angeboten von First Box
Preis: EUR 22,14

4.0 von 5 Sternen Kyuss, Black Sabbath lassen grüßen - darkscene.at, 11. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Sahg1 (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2006)

Das Regain Records Label scheint seit geraumer Zeit in allen Metal Segmenten voll aufzurüsten: neben den Neoclassical Metallern Time Requiem (Release: 24.4.) wurden kürzlich auch Sahg gesigned, ein Quartett norwegischer Herkunft, das zwischen klassischem Doom à la Black Sabbath und Retro Stonerrock Marke Kyuss den Schwengel baumeln lässt. Mit King ov Hell von den politisch umstrittenen Gorgoroth hat man zudem einen guten alten Bekannten in den Reihen, der für dieses Debüt allerdings mal andere Seiten seines Könnens offenbart.

Meterdicke, mit Fäulniserregern dekorierte Gitarrenwände, Melodien, die dann und wann mal gerne zu den eisernen Ladies rüber schielen, groovig und kraftvolle, aufs nötigste reduzierte Drumbeats und ein Sänger, dem man jede Beichte blindlings abnehmen würde - so Schicksals beladen klingt der Bursche. Schon das mystische Intro, das man in der Regel überspringt, lässt aufhorchen, bevor per fließendem Übergang "Repent" quasi als wehklagender "BLACK-KYUSS-MAGNET" schwer beladen Tonnen an Staub frisst und dabei noch unbeeindruckt weiter schnaubt - that's real Dooooooom! Eine Spur direkter und flotter, aber ebenso hörenswert sind die folgenden "The Executioner Undead" und "The Alchemist", welche einem satt schwarzen Anstrich nicht entkommen konnten, um im folgenden "River Running Dry" den ob genannten US Wüstenhelden einmal mehr Ehre zu erweisen. In ähnlicher, obschon weniger beeindruckender Tonart wälzt und schleift sich der dreiköpfige Tross gen "Black Passage" weiter, ein erneut schnelleres - und trotz dieses Fakts - dem Prädikat (und jetzt nochmals) ... DOOOOOOOOM gebührendes Stück, wo definitiv der letzte Atemzug erfolgt. Zumindest auf "I".

Ein drückendes, ja tonnenschweres, an Heavyness kaum zu toppendes Album, das die Genrerandgruppe wahrscheinlich nur geringfügig ins Rampenlicht rücken wird, zumindest aber jeden Freaks ans Herz gelegt sei, die sich vorzüglich mit solch episch dunklen Slowmotion Exponaten im Stillen Kämmerchen abgeben.


In a Perfect World (Special Edition)
In a Perfect World (Special Edition)
Preis: EUR 8,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stoff für Fans von YES, RUSH & Co. - darkscene.at, 11. August 2011
Nebenspielwiesen sind in der weltweiten Progressive Rock Szene schon lange keine Seltenheit mehr und werden im Normalfall gerne übersehen. Zu diesen Spezies gehört auch die um The Flower Kings Bassist Jonas Reingold versammelte Formation Karmakanic, die mir bisher nur namentlich ein Begriff war, was nicht groß verwundert: The Flower Kings zählten bis heute auch nie zu meinen engen Favoriten. Immerhin: Via "In A Perefct World" präsentiert uns der Mentor inzwischen das vierte Scheibchen seiner Zweitband.

Trotz des Schattendaseins verdient dieser aktuelle Output aus dem Hause Inside Out Aufmerksamkeit: Reingold und seiner fünfköpfigen Mannschaft - allen voran müssen die beiden Stimmwunder Göran Edman (u. a. ex- Malmsteen, ex- Brazen Abbot) und Nils Erikson zitiert werden - gelingt es über weite Passagen beachtlich, den Spirit von solch Kaperzundern wie Yes, Genesis oder Marillion im modernen Soundgewand wiederzugeben, auch wenn deren Charisma selten bis nie streitig gemacht wird. Aber wer erwartet dies schon ernsthaft?

Eines vorweg: Pop Appeal wurde diesen überdurchschnittlich langen Tracks (der Opener "1969" geht da gleich mit 14:40 (!) ins Rennen) reichlich appliziert, womit auch die Stahlhart-Fraktion spätestens jetzt zur Startseite wechseln sollte. Wem jener Kommerzfaktor im Kontext der anspruchsvollen Instrumentierung nicht sonderlich stört, wird mit etwas Geduld und Offenheit einige schnuckelige Enddeckungen machen.

Befördert erwähntes "1969" mit seinen aufwendigen Arrangements deutliche Yes Reminiszenzen zu Tage, offenbart das folgende "Turn It Up" hingegen ein glasklares Easy-Listening Vergnügen mit hohem Hitfaktor, das eigentlich schon an der seichten Türe des A.O.R. anklopft. "The World Is Caving" strahlt hingegen Tiefgang sowie Melancholie aus, bezaubert aber nicht weniger durch Ästhetik und Feeling, womit Rock Feinschmecker sich spätestens jetzt zurücklehnen dürfen. Das war noch nicht alles. "Can't Take With You" wirft mit seinen Latino Elementen und schrofferen Riffs einen ganz anderen Schatten, während "There`s Nothing Wrong In The World" sich forciert an Marillion zu Fish Zeiten (man höre die Strophen!) orientiert. Tja, und bei "Bite The Grit" kommt einem wohl als erstes Spock's Beard in den Sinn, solch jazzig/charmante Passagen kennt man fast nur von den Bärten. Bei der (fast durchgehend) akustisch gehaltenen Finalnummer "When Fear Comes To Down" - sie dauert übrigens knapp zehn Minuten - lässt sich letztlich darüber streiten, ob sie wirklich als Bereicherung durch geht, für mich eher ein Fall für Lagerfeuer Romantik und hier eigentlich überflüssig.

"In A Perfect World" ist nicht nur eine bloße Erinnerung an den verregneten Sommer 2011, sondern geht auch als fragil-gefälliges Ohrenfutter ins Archiv der ambitionierten Rock Musik ein. Ob es zum essentiellen Klassiker reichen wird? Wohl kaum. Dafür bleibt summa summarum zu wenig hängen. Liebhaber ob genannter Kapellen sollten bei Gelegenheit bei den Schweden bzw. in "In A Perfect World" dennoch rein schnuppern, den TFK Diehard Freaks dürfte hingegen das stilvoll verpackte Ding, das es ebenso als limitiertes Digipack gibt, bereits in den Schoss gefallen sein.


Fuel to the Fire Ltd.Edition
Fuel to the Fire Ltd.Edition
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen Starke Re-Recordings, der Charme bleibt aber beim Original - darkscene.at, 6. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Fuel to the Fire Ltd.Edition (Audio CD)
Das 'alte Lied' (wie zutreffend!), dass in 95% der Fälle ein Original besser als ein (Eigen-) Cover sei, wollen wir hier nicht sonderlich aufblasen, denn das entspricht ohnehin einem Naturgesetz. Hannovers einstige Stadion Rock Institution, welche seit über zwanzig Jahren - lediglich in den End Neunzigern wurde die Band auf Eis gelegt - im Musik Business durchaus erfolgreich, kann auf mehrere - auch dank ihrer exzellenten Frontmänner - hochkarätige Hardrockalben, man denke nur an "Don't Get Mad - Get Even" ('86) oder "Culture Killed The Native" ('89) stolz zurück blicken und machte es nun einigen Kollegenschaften gleich, sämtliche 'good old Classics' auszugraben und in ein modernes Soundgewand zu verpflanzen.

Damit nicht genug: Mit Human Fortress Röhre Jioti Parcharidis wurde ein neuer Sänger ins Boot geholt, der mitunter stimmliche Ähnlichkeiten mit Ex- Victory Sirene Fernando Garcia zeigt, parallel dazu aber ausreichend eigene Merkmale mitbringt und die teils umarrangierten Gassenhauer (hört euch z. B. das jetzt wesentlich schnellere "Don't Tell No Lies" an) gebührend einträllerte - in Punkto Charisma bleibt der Grieche im Vergleich zu seinen großartigen Vorgängern bisweilen in der zweiten Startreihe.

Produktionstechnisch ist es sowieso 'a g'mahnte Wies'n': die beiden Kreativköpfe und Gitarristen Herman Frank und Tommy Newton sind ihres Zeichen auch als routinierte Toningenieure bekannt, vor allem letzterer konnte sich für Bands wie Helloween, Conception oder neuerdings Redemption auszeichnen. Auch wenn "Fuel To The Fire" von allerlei neu abgekochten Hits erstrahlt und ein zweifellos gelungenes, zeitgemäß klingendes Best Of Album repräsentiert, wäre es übertrieben von unausweichlicher Pflichtübung zu sprechen. Neueinsteiger jedenfalls sollten "Fuel To The Fire" anchecken, die königliche Treuegemeinde wird sich die Digipack Version mit dem brandneuen Bonustrack "I Felt It Coming" (ein satter Powerrocker, der sich 100%ig einzufügen weiß) vorzeitig sichern.


Superstar Prototype
Superstar Prototype
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 19,54

4.0 von 5 Sternen Geheimtipp im Modern Metal Genre! - darkscene.at, 1. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Superstar Prototype (Audio CD)
Hätte mir jemand bis vor wenigen Jahren prophezeit, dass ich mir eines Tages Bands wie Linkin Park, Drowning Pool oder Disturbed reinziehe, hätte ich wohl per gepflegtem Fingerzeig an der rechten Schläfe reagiert. Aber die Zeiten ändern sich. Traditionell geeichtem Starkstrom habe ich deswegen noch lange nicht den Rücken zu gedreht, doch braucht es auch mal eine Art Frischzellenkur, die jetzt offen gesagt, von Zeit zu Zeit absolute Berechtigung hat. Wer will schon auf Teufel komm raus immer 100% "true" sein???

Diesem, seit Jahren doch sehr bewegten Modern/(New)-Metal Phänomen können CellOut allein schon altersbedingt kaum revolutionäre Ideen einimpfen, was dann nichts groß zur Sache tut, weil die Protagonisten sich ebenso innerhalb ihres Radars, wenn auch mancherorts krampfhaft, auf ihre Art weiter entwickeln haben müssen, um in unserer schnell lebigen Zeit keinesfalls gnadenlos unter zu gehen.

Dem jungen Schweden Quartett gelingt es trotz bekannter Formeln und Schemata der US Originale dennoch, so richtig saftig und knackig zu tönen, was unter anderem damit einher geht, dass der Fokus auf hochgradigen Wiedererkennungswert gelegt wird, der niemals abgelutscht wirkt. Das beginnt schon mit den einprägsamen Strophen, verstärkt sich bei den Bridges und kommt spätestens im Chorus zur maximalen Entfaltung. Wären die Jungs in einer Highschool in L.A. zusammen groß geworden, wären die Chancen für einen mittelgroßen Durchbruch (zumindest in der fiktiven Heimat) dementsprechend gegeben. Was nicht weiter verwundern braucht: gemischt wurde diese Debüt CD von Ulrich Wild, der ja schon mit Kaperzundern wie Static X, Pantera oder Deftones gemeine Sache gemacht hat, zumal das Mastering auf die Kappe von Dave Collins (u. a. Soundgarden) zurück geht. Alles andere als eine komplett modern klingende Produktion, wo es an allen Ecken und Enden ordentlich knallt, wäre sowieso nicht Usus. Den geographischen "Umstand" merkt man diesen Kerlen aber in keinster Weise an, so ambitioniert, selbstbewusst und unbekümmert klingt da jeder Ton. Der Titel "Superstar Prototype" ' tja, der spricht ohnehin für sich.

Weshalb es schwierig ist, einzelne Songs von "Superstar Prototype" hervor zu heben, liegt ganz einfach daran, dass kompositorisch ziemlich alle auf gleich hohem Niveau vibrieren. Aber diese hohe Dichte und lehrbuchreife Dynamik, wie man sie speziell in "Blow", "Breathe" oder "Fake" (Deftones und Co. lassen grüßen) wohlwollend vernimmt, ist schon aller erste Sahne. Und auch die Ballade "Flooded" geht als lupenreines Gustostückerl durch, da wird einem klar: solch Gänsehautmomente wie hier sind echt rar. Jeder Groove, jedes dieser herrlich fetten Riffs, jede Melodyline, jedes Sample und jede (selbst verzerrte) Vocalline passt haarscharf ins tadellose Gesamtbild der Stockholmer Jungspunde.


Electric Ministry
Electric Ministry
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen It simple rocks ... !!! - darkscene.at, 1. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Electric Ministry (Audio CD)
Es ist einfach wohltuend, mit welcher Unbekümmertheit und Frische das Duncan Familienunternehmen (bis auf ex-Dio Lead-Klampfer Rowan Robertson alles Brüder) DC4 seine Songs auf "Electric Ministry" raus feuert. Das Baby von Armored Saint Gitarrist Jeff Duncan, das im Jahre 2000 aus der Taufe gehoben wurde, musste stets eine Art Mauerblümchendasein fristen: der Erstling "Volume I" erschien dazumal via Rising Sun Productions, genau über jenes Label, welches kurze Zeit darauf die Segel streichen musste. Und der späte Nachfolger "Explode" (2008) war für den Europäer überhaupt nur durch den Importweg erhältlich. Nun hat Metal Blade Chef Brian Slagel sich dieser Truppe aus L.A. angenommen, was hoffen lässt, dass zumindest ein Hauch Anerkennung für diese kleine, aber feine Rock Brüderschaft bei uns aufkeimen mag.

Dass es trotz aller bekannter Schablonen und gängigen Strukturen der Strom verstärkten Musik noch möglich ist, einfach nur gute Tracks mit Grip und vitalem Memoryeffekt zu schreiben, beweisen DC4 mit einer Lässigkeit, die man beim Gros der Konkurrenz schon mit der Lupe suchen muss. Keine großen Experimente, keine komplizierten Breaks, keine Handgelenksverdrehungen, etc. ... die Basis des Hard Rock ist in der Regel wie hier simpel gestrickt. Und zugleich versteht es das Quartett, sich von Plattitüden ausreichend fernzuhalten, womit auch eine gesunde Dosis Charme zur Geltung kommt. Dass Jeff gut bei Stimme ist, weiß/wusste man von Armored Saint, dennoch holte er sich zur Unterstützung seinen Cousin Erin Duncan, der bei "The Ballad Of Rock and Roll" sämtliche Vocalparts beisteuerte. Als weitere 'Stargäste' wurden im Übrigen noch Darren 'Dizzy' Reed (Guns'n Roses) an den Keyboards sowie Juliette Primrose (bekannt durch Michael Flatley's "Lord Of The Dance") an der Violine (ebenso bei "The Ballad Of Rock and Roll") aquiriert.

Zum Liedgut: Der treibende Titeltrack entzückt sogleich mit seinen knackigen Riffs und Up-Tempo Parts von der ersten Sekunde weg, da kommt der saug- und PS- starke Motor schnell auf Betriebstemperatur und erweckt dementsprechend die Neugier der restlichen vierzig Minuten. Das folgende Fleischeslustbekenntnis namens "XXX" könnte dreckiger nicht sein und erinnert dank seiner effizienten Hooks an einige Sleaze-Größen, während die abgestoppten Riffs und alles erstrahlenden Hammerrefrains in "Rock God" vorab am Limit des Stimmungsparameter kratzen. Garantiert die künftige Hymne (!) der Kalifornier. Nach diesem fulminanten Triple Pack zu Beginn kommen aber noch andere markante Momente zum Vorschein: weniger trifft dies auf das gemächlichere "25 To Life" und "The Ballad Of Rock And Roll" (trotz schöner Arrangements vielleicht einen Tick zu schmalzig geraten) als auf das Pathos erfüllte "Broken Soul", sowie die locker-fluffigen Stücke "Glitter Girl", "People" und "Sociopath" (fetziger Alternative Rocker samt crunchy Riffs), zu. Via "Dirty Hands" wird "Electric Ministry" in beschaulich-balladesken Tönen beendet, wenngleich der Titel dies nicht vermuten ließe. Wie bei gut 50% aller Tracks, brilliert Frontman Jeff auch hier durch teils fantastische, mehrstimmige Gesangsharmonien.

Keine prekären Neuerungen geschweige Revolution im Hause DC4. Die Alternative-Vibes des Debüts sind höchstens noch in Spurenelementen präsent, eher im Gegenteil: die Jungs haben der klassischen Rockschiene hier deutlich den Vorzug gegeben. DC4 liefern somit ein kompaktes, rundum stimmiges Album ab, welches - so viel getraue sich meiner Einer zu prophezeien - sich nicht zum Klassiker entwickeln wird, aber durch die Bank Spass macht ... daher kann man hier von einer durchaus lohnenswerten Investition sprechen, die nicht nur für Armored saint Fans bestimmt ist. Produziert wurde "Electric Ministry" übrigens von Producer Legende Bill Metoyer (u. a. Flotsam & Jetsam, Helstar, Slayer, W.A.S.P.). Zum Glück verstand es dieser erfahrene Knöpfchendreher, die nötigen Ecken und Kanten von "Elecrtric Ministry" im Mix zu belassen, wodurch das Ganze noch lebendiger wirkt!


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