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Rezensionen verfasst von
vully "vully" (Neuhausen)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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A Verdi Collaboration
A Verdi Collaboration
Preis: EUR 7,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Sängerin - teilweise falsches Programm, 26. August 2013
Rezension bezieht sich auf: A Verdi Collaboration (Audio CD)
In der Sony-Reihe von Wiederveröffentlichungen alter Verdi-Alben zum 200. Geburtstag des Komponisten gehört dieses Album von Anna Moffo zu den weniger überzeugenden:

Das sagt nichts über die Qualität oder den Rang der Sängerin aus, deren Stimme mit ihrem attraktiv-rauchigen Klang und der guten Koloraturtechnik durchaus auch für Verdi geeignet war, aber eben nicht für die Aida, Amelia (Maskenball) oder Leonora (Trovatore), die sie auf dieser Aufnahme singt. Auch wenn hier die kontemplativeren Arien der jeweiligen Partien ausgewählt wurden, zeigt doch gerade der Vergleich mit den zur selben Zeit (wieder-)veröffentlichten Alben von Eleanor Steber und v. a. Leontyne Price, das es Moffos Stimme für diese Rollen einfach an Volumen, an Dramatik fehlte.

Ihre besten Verdi-Rollen waren die Traviata und die Luisa Miller, die Gilda (Rigoletto) und Nanetta (Falstaff) - nicht eine davon ist in der Kompilation enthalten. In diesen Partien konnte sie ihre Virtuosität ausspielen, ihren jugendlichen Charme, ihre Zartheit. Auf diesem Album kann sie das nur in "Merce, dilette amiche" aus der Sizilianischen Vesper, den Ausschnitten aus Ernani, Otello und Simon Boccanegra.

So bleibt dieses Album interessant, lässt mich aber leicht unbefriedigt zurück.


Verdi Heroines: 15 Great Arias and Scenes
Verdi Heroines: 15 Great Arias and Scenes
Preis: EUR 13,54

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beispielhafter Verdi-Gesang, 26. August 2013
Man muss der Firma Sony sehr dankbar sein, dass sie zum 200. Geburtstag von Giuseppe Verdi nicht nur viele neue Platten mit Verdi-Arien herausbringen, sondern unter dem alten Namen RCA einige Alben aus den 50er und 60er Jahren, die qualitativ mehr als nur vergleichbar gut und wertvoll sind. Neben dem großartigen Portrait des Baritons Leonard Warren ist dieses Album vielleicht das wichtigste, erinnert es doch an eine der wichtigsten Verdi-Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts, die hier auch mit einigen ihrer allerbesten Aufnahmen vertreten ist.

Die Amerikanerin Leontyne Price war die erste dunkelhäutige Sängerin, die es an den großen Bühnen der Welt - von Wien über London nach Mailand, schließlich an der MET in New York - zur Primadonna brachte. Ihre berühmteste Rolle war die Aida, aber auch als Leonora im Troubadour und der Macht des Schicksals und Amelia im Maskenball setzte sie Maßstäbe. Glücklicherweise enthält dieses Album alle diese ihre großen Verdi-Rollen, dazu ihre Elvira aus dem Ernani, die Schlafwandelszene aus Macbeth, die Finalszene der Desdemona aus Otello und eine allerdings sehr lebendige Traviata.

Die Aufnahmen stammen aus den späten 50er und frühen 60er Jahren und zeigen die Sängerin in absoluter Topform - ihre unendlich reiche, bronzen tönende Stimme mit müheloser Höhe (erst später kam eine gewisse Schärfe dazu) und appart hauchiger Tiefe. Die Aufnahmen stammen teilweise aus Gesamtaufnahmen (Ernani und Forza unter Schippers, Trovatore unter Basile), die derzeit leider schwer zu bekommen sind, aber unbedingt wieder aufgelegt werden sollten - so wie der einzigartige Maskenball unter Leinsdorf.

Die Rollenportraits von Price sind vielleicht nicht so psychologisch geschärft wie die der Callas, ihre Koloraturtechnik nicht ganz so perfekt. Die Leonora in der Macht des Schicksals haben andere Sängerinnen (Tebaldi, Arroyo) keuscher im Klang angelegt. Was aber Price einzigartig macht, ist die ganz ehrliche, unpathetische Tragik ihrer Darstellung. Als Aida, Leonora (beide) und Amelia ist sie für mich bis heute eine der, wenn nicht die maßstabsetzende Sängerin geblieben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 10, 2013 1:37 PM MEST


Mozart-die Zauberflöte
Mozart-die Zauberflöte
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 8,88

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Märchenhafte Aufnahme, 19. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Mozart-die Zauberflöte (Audio CD)
Zunächst eine Warnung: Die Aufnahme stammt von 1950 und der Monoklang ist leider ziemlich dumpf und hallig. Allerdings gefällt mir diese Ausgabe besser als die originalen EMI-Abmischungen - sie klingt klarer und transparenter.

Ansonsten hat Karajan hier - ganz gegen den damaligen Trend zur Feierlichkeit - eine wunderbar naive, uneitle, flotte und leichte Zauberflöte dirigiert, bei der man jedem der Sänger den Spaß an der Sache in jeder Minute anhört. Kein Wunder, es handelt sich um das legendäre, absolut eingespielte Mozart-Ensemble der Wiener Staatsoper.

Auch individuell brauchen die Sänger kaum einen Vergleich zu scheuen: Insbesondere der Tamino Anton Dermota kann sich mit den allerbesten Konkurrenten (v. a. Wunderlich) mehr als nur messen, glänzt mit einer ganz eigenen, herb-männlichen Stimme und großer Phrasierungskunst. Insbesondere die Sprecher-Szene mit George London wird so zum absoluten Mittelpunkt der Oper.

Auch Wilma Lipps Königin der Nacht ist mehr als überzeugend (wenn sie auch in der Live-Aufnahme unter Furtwängler noch kraftvoller singt), weil sie sowohl den technischen als auch den dramatischen Anforderungen der Rolle gewachsen ist.

Irmgard Seefried ist eine unglaublich beseelte Pamina (der allerdings die Aufnahme-Technik wenig bekommt - sie traut sich kaum, mit voller Stimme zu singen, wohl aus Angst, dass es sonst scheppern könnte), Ludwig Weber ein ernster, würdiger Sarastro mit kleineren (altersbedingten?) Problemen. Die Nebenrollen sind geradezu luxuriös besetzt (die wunderbare Sena Jurinac als erste Dame!).

Erich Kunz schließlich ist ein herrlich wienerischer Papageno, dem man allerdings am Anfang - und wenn man es weiß - anhört, dass er noch nicht eingesungen war (Dermota hatte verschlafen, so dass Karajan sofort mit der Aufnahme beginnen ließ!). Am Anfang spricht er mehr, als dass er singt. Trotzdem für mich neben Walter Berry der autentischste Papageno überhaupt.

Schade nur, dass man damals, wohl wegen der kurzen Spielzeiten von Platten, auf die Dialoge verzichtete! Was hätte der große Komiker Kunz daraus noch gemacht! Außerdem hätte man bei einer neueren Aufnahme doch einige Szenen noch einmal wiederholen lassen, um kleinere Fehler auszubügeln. Trotzdem:

Dies war meine erste Opern-Gesamtaufnahme überhaupt (mit 12 oder 13 Jahren) und ist bis heute eine meiner allerliebsten! Und der Preis tröstet sicher über die technischen Mängel hinweg.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 22, 2013 2:27 PM MEST


Meets the Francy Boland - Kenny Clarke Big Band
Meets the Francy Boland - Kenny Clarke Big Band

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Super Song-Auswahl, Superstimme, 11. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als Gitte 1968 - mit 22 - keine Lust mehr auf deutsche Schlager mit Klein-Mädchen-Texten hatte, musste sich ihre Plattenfirma EMI etwas einfallen lassen, um sie zu einer Verlängerung ihres Vertrages zu überreden.

Und da die Sängerin den Wunsch geäußert hatte, Jazz zu singen, durfte sie ein komplettes Jazz-Album mit der Francy Boland Kenny Clarke Big Band aufnehmen.

Die Song-Auswahl spart die üblichen Jazz-Standards aus und gibt der jungen Sängerin Gelegenheit, ihre ganze Bandbreite - gesangstechnisch wie vom Ausdruck - zu zeigen. Eine sehr schöne Platte.

Die Arrangements sind leider häufig etwas lärmend geraten - die Sängerin wird nicht wirklich zugedeckt, eine etwas schlankere Begleitung würde aber zu ihr und den Songs besser passen. Dafür der eine Punkt Abzug.

Gitte hat später noch einmal ein Jazz-Album aufgenommen, mit reiferer Stimme (was bei Jazz nie schaden kann) und kleinerem Begleitensemble.


My Fair Lady
My Fair Lady
Preis: EUR 7,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hurra, sie ist wieder da!, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: My Fair Lady (Audio CD)
Längere Zeit war diese wunderbare Aufnahme nicht erhältlich - m. E. die beste von Frederick Loewes Meisterwerk nach George Bernard Shaws "Pygmalion" überhaupt. Und das nicht nur deswegen, weil sie die originale Besetzung der Uraufführung von 1956 bietet:

Die damals blutjunge Julie Andrews wurde mit dieser Produktion zum Star. Ihre Eliza ist entzückend, auch wenn sie schon von Anfang an die Lady in sich trägt. Aber die Eleganz von "I could have danced all night", der verträumte Charme von "Wouldn't it be loverly", das Temperament von "Without you" sind unübertrefflich.

Rex Harrison als Henry Higgins ist kein Sänger, sondern ein klassischer englischer Schauspieler mit großem komischem Temperament - wie er die Pointen praktisch auf dem Silbertablett serviert, ist mehr als hörenswert.

Stanley Holloway schließlich singt den Alfred Doolittle mit der Nonchalence und dem Schwung, der nötig ist, um diese sonst so leicht enervierende Rolle erträglich und sogar charmant erscheinen zu lassen.

Zu den Trümpfen der Aufnahme gehört schließlich John Michael King als Freddie Eynsford-Hill, der sein "On the street, where you live" sehr charmant und unkitschig interpretiert.

Die zwei Jahre später anlässlich und der Londoner Erstaufführung mit denselben Hauptdarstellern entstandene Aufnahme ist in den Tempi etwas extremer, und die Pointen wirken insgesamt etwas routinierter, weniger spontan. Deshalb ziehe ich die ältere Aufnahme vor.

Vor dem Soundtrack des 1964 entstandenen Films möchte ich warnen: Die Tonqualität ist unterirdisch, und die Eliza wird von zwei verschiedenen Sängerinnen gesungen - Audrey Hepburn und Marni Nixon, die zwar sehr schön, aber auch etwas glatt und v. a. mit amerikanischem Akzent singt, tödlich für dieses Stück.


Euryanthe
Euryanthe
Preis: EUR 13,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz geglückte Rehabilitation, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Euryanthe (Audio CD)
Carl-Maria von Weber wird heute in der Öffentlichkeit vor allem als Komponist des Freischütz wahrgenommen, daneben hört man im Konzert allenfalls seine Klarinettenkonzerte. Seine beiden letzten Opern - Euryanthe und Oberon - führen dagegen trotz wunderbarer Musik ein Schattendasein. Das liegt bei der Euryanthe vor allem an einem dramaturgisch ungeschickten Libretto, die es sehr schwer macht, das Stück, eine romantische Ritterromanze - ernsthaft auf die Bühne zu bringen.

Insofern hätte diese 1974 in Dresden (als Ost-West-Koproduktion) entstandene Aufnahme die Chance geboten, den musikalischen Reichtum der Oper aufzuzeigen. Leider gelingt dies nur teilweise:

Das liegt nicht an der Sängerin der Titelpartie, der jungen Jessye Norman, deren warme, unendlich reiche Stimme damals auch über die erforderliche Beweglichkeit für die enormen technischen Schwierigkeiten der Partie verfügte.

Leider ist die männliche Hauptrolle nicht gleichwertig besetzt: Nicolai Gedda ist nicht in Topform, versucht offenbar, seine lyrische Stimme künstlich zu vergrößern, um den Anforderungen der Partie, die vom Volumen einen jugendlichen Heldentenor erfordern würde, gerecht zu werden. Dabei kommen dann leider viele gequetschte, gepresste Töne heraus. Insgesamt klingt er mit 49 Jahren auch nicht mehr ganz so jugendlich, wie man es sich in dieser Partie wünschen würde. Schade, von der Papierform wäre er eine Idealbesetzung gewesen.

Rita Hunter singt die Intrigantin Eglantine mit etwas glattem Schönklang und teilweise irritierendem Akzent ("untergäähn") - das klingt zwar hübsch, passt aber nicht zur Rolle.

Der dazugehörige männliche Bösewicht Lysiart wird dagegen von Tom Krause angemessen düster und dämonisch dargestellt. Auch die Nebenrollen sind ausgezeichnet bis hervorragend besetzt (Siegfried Vogel als König!).

Chor (Rundfunkchor Leipzig) und Orchester (Staatskapelle Dresden) tragen zu einem insgesamt guten Eindruck bei - wenn mir auch die Tempi des Dirigenten Marek Janowski teilweise etwas zu flott sind, seine Interpretation etwas zu glatt.

Trotz kleiner Einwände ist diese einzige vollständige Gesamtaufnahme von Webers Spätwerk empfehlenswert.


Martha
Martha
Preis: EUR 11,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historische Aufnahme, musikalisch und technisch hörenswert, 10. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Martha (Audio CD)
Friedrich von Flotows Martha gehört zu jenen deutschen komischen Opern der Vor-Wagner-Ära (UA 1847), die bis vor ca. 40 Jahren an fast jedem deutschen Opernhaus zum Repertoire gehörten. Dank einer Inszenierung von Loriot hatte sie vor einigen Jahren noch einmal ein Comeback. Heute ist sie fast vergessen. Dabei war die Martha - auf Italienisch - einmal ein Welterfolg: Enrico Caruso entdeckte die männliche Hauptrolle für sich und sang sie immer wieder. Bis heute gehört Lionels Arie "Ach so fromm, ach so traut" als "M' appari" zu den Hits, die jeder italienische Tenor im Repertoire hat.

Kurz - eine sehr hörenswerte Oper, von der es leider zu wenige Aufnahmen gibt. Die älteste und für lange Zeit (25 Jahre) einzige Studioaufnahme entstand im Oktober 1944 (!) unter abenteuerlichen Verhältnissen im zerbombten Berlin mit einer bis heute unübertroffenen Besetzung:

Erna Berger war damals die berühmteste deutsche Koloratursopranistin und verfügte bis ins hohe Alter über eine unübertroffen jugendlich frische Stimme - eine Idealbesetzung für die junge, leichtsinnige Adelige Lady Harriet/Martha.

Ihr Lionel ist der 1954 mit nur 46 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Peter Anders - bis dahin galt er mit Recht als Deutschlands führender lyrischer Tenor, dessen männlich-kernige Stimme auch heute noch begeistern kann.

Als Pächter Plumkett überrascht der sehr junge Josef Greindl - der später als Wagnerinterpret berühmt gewordene Bass beweist hier einen großen Sinn für Komik, ohne die Rolle zur Witzfigur zu machen.

Die übrigen Rollen sind mit Else Tegetthoff (Nancy), Eugen Fuchs (Lord Tristan) und Franz Sauer (Richter) weniger prominent, aber ebenfalls sehr gut und rollendeckend besetzt.

Kein Wunder: Alle Sänger hatten ihre jeweiligen Rollen vor deren Brand 1941 schon in der Berliner Staatsoper gesungen, wenn auch nicht gemeinsam.

Dazu passen dann Chor und Orchester der Berliner Staatsoper, die vom Hausdirigenten Johannes Schuler zu einer sehr temperamentvollen, frischen Aufführung inspiriert werden.

Dazu kommt eine für Aufnahmedatum und -verhältnisse geradezu sensationell gute Mono-Aufnahmetechnik, die von vielen Aufnahmen der 50er-Jahre nicht erreicht geschweige denn übertroffen wurde.

Kurz - keine Angst vor dem Alter der Aufnahme! Sonst entgeht Ihnen eine entzückende Aufnahme einer viel zu selten gespielten, wunderschönen Oper.


Evita 2 CD
Evita 2 CD
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen überraschend gelungen, 22. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Evita 2 CD (Audio CD)
Die Evita-Verfilmung von und mit Madonna war eine prachtvolle, aufwendige Angelegenheit. Dies ist nun der Soundtrack, und ohne die Bilder muss er sich einfach mit den zahlreichen Audio-Aufnahmen des Musicals vergleichen lassen - angefangen mit dem Konzept-Album, das schon vor der Uraufführung entstanden war.

Das Ergebnis kann sich m. E. gut hören lassen:

Madonna musste sich anfangs einigen Spott dafür anhören lassen, dass sie viele Nummern, u. a. "Don't cry for me, Argentina", transponieren, also tiefer setzen ließ. Aber erstens haben das schon andere Sängerinnen getan, auch große Opernstars. Zweitens liegt die Rolle der Evita im Original so hoch, dass auch bei den meisten ausgebildeten Musicalsängerinnen viele Stellen einfach nur piepsig und scharf klingen. Das mag teilweise beabsichtigt gewesen sein, um die Künstlichkeit des Bildes zu betonen, das die Evita für die Öffentlichkeit von sich zeichnete. Aber Madonna erreicht den Ausdruck auch anders. Insgesamt empfinde ich eine sehr große Identifikation von Sängerin und Rolle. Rein stimmlich habe ich Madonna selten besser gehört. Mich überzeugt sie.

Auch Antonio Banderas' Leistung wurde zunächst belächelt, ebenfalls zu unrecht, wie ich finde. Er ist ein wunderbar rauer, sarkastischer Che. Ich habe die Rolle auch schon rein musikalisch sehr viel schlechter gehört, besonders die rockigen Nummern gelingen ihm gut.

Jonathan Pryce dagegen ist kein Sänger und versucht auch nicht, einer zu sein. Er legt den Peron als Sprechrolle an und ist in seiner Steifheit ein sehr überzeugender Kontrast zu den beiden Protagonisten.

Jimmy Nail schließlich ist ein herrlich schmieriger und doch charmanter Magaldi.

Die Version des Stückes selbst kommt dem ursprünglichen Konzept-Album näher als späteren Bühnenversionen - z. B. ist hier Ches herrlich schmissiges "The Lady's got potential" wieder enthalten. Das Arrangement ist ein Mittelding zwischen der ursprünglichen Rockband und dem späteren Bühnenorchester, etwas glatter und bombastischer als das Original, trotzdem sperrig genug.

Dass Madonna die wunderschöne Nummer "Another suitcase in another hall" annektiert hat, deren resignierte Melancholie eigentlich zur willensstarken Evita nicht passt - geschenkt, sie singt ihn immerhin sehr schön. Der für den Film extra von Sir Andrew Lloyd Webber neu komponierte Song "You must love me" ist im Vergleich zum übrigen Stück eher belanglos, stört aber nicht.

Insgesamt eine hörens- und habenswerte Aufnahme der Evita, wenn auch für mich das originale Konzeptalbum nach wie vor die erste Wahl ist.


Mozart - Konzert für Klarinette, Fagott, Flöte Nr. 2
Mozart - Konzert für Klarinette, Fagott, Flöte Nr. 2
Preis: EUR 9,99

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mozart mit Schwung, Herz und Witz, 22. April 2013
Es gibt unzählige Aufnahmen des Mozart-Klarinettenkonzerts - und auch vom 2. Flötenkonzert eine ganze Menge. Trotzdem haben die drei Werke auf dieser CD (als drittes Werk kommt noch das Fagottkonzert hinzu) das Zeug zu Lieblingsaufnahmen:

Claudio Abbado hat in den letzten Jahren die Liebe zu Mozart neu entdeckt und zu diesem Zweck extra ein neues Orchester gegründet - das Orchestra Mozart, mit dem er sich behutsam der historisch informierten Aufführungspraxis nähert. Zeichneten sich seine Aufnahmen früher vor allem durch große Transparenz und Präzision aus, kommt in den neuen Aufnahmen Witz und eine sehr lebendige Artikulation hinzu. So kann und soll man heute Mozart spielen.

Für seine Aufnahmen der Mozart-Konzerte hat sich der Dirigent durchgehend Solisten gesucht, die dieses Konzept mittragen. Die drei Solisten dieser drei Konzerte tun mehr als das, sie lassen keine Wünsche offen:

Alessandro Carbonare verfügt nicht nur über einen sehr feinen, lyrischen Klarinettenton, mit dem er dem zweiten Satz einen wunderbar träumerischen Charakter verleiht. Er hat endlich auch einmal den Pepp, den Schwung für den letzten Satz - nicht umsonst hat auch der Swing-Musiker Benny Goodman das Mozart-Konzert mehrfach aufgenommen, wenn auch nicht in dieser Qualität.

Jacques Zoon spielt das Flötenkonzert mit einem verspielt-volksliedhaften Charme, der einen an einen Singvogel denken lässt. Das ist unglaublich charmant und pfiffig.

Guilhaume Santana schließlich spielt das Fagott-Konzert mit einem feinen, etwas nasalen Ton sehr zurückhaltend nobel.

Kurz - eine rundum beglückende CD
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 28, 2013 3:27 PM MEST


Der Waffenschmied (Ga)
Der Waffenschmied (Ga)
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So macht deutsche Spieloper Spaß, 17. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Waffenschmied (Ga) (Audio CD)
Während man Albert Lortzings "Wildschütz" und "Zar und Zimmermann" wenigstens noch ab und zu auf der Bühne begegnen kann, ist der "Waffenschmied" fast vollständig von den Spielplänen verschwunden - musikalisch sehr schade. Das mag daran liegen, dass der Waffenschmied nicht ganz die unbeschwerte Komik der beiden anderen Opern hat, sondern öfter ins romantisch-gefühlige tendiert, was heute einfach nicht mehr modern ist. Zudem ist die Handlung nur schwer nachvollziehbar.

Musikalisch enthält die Oper einige der schönsten Einfälle Lortzings, wie die beiden Lieder des Knappen Georg oder die erste Arie der Marie, die nicht umsonst an die Agathe im Freischütz erinnert.

Die Aufnahme ist tatsächlich eine von nur zwei Studioaufnahmen der Oper und entstand 1964 im Rahmen der Lortzing-Reihe der EMI. Dirigent der Aufnahme ist Fritz Lehan - der mit sehr viel mehr Charme, Eleganz und Temperament dirigiert als Robert Heger, der Dirigent aller anderen Aufnahmen der Reihe. Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper musizieren unter Lehan wunderbar schlank und präzise. Die Musik hat hier die duftige Leichtigkeit, die sie braucht.

Die Besetzung ist nicht durchgehend so prominent wie in den Heger-Aufnahmen, aber keineswegs schlechter:

Die weibliche Hauptrolle Marie singt Lotte Schädle mit zartem Jungmädchen-Charme und in den wesentlichen Momenten mit der erforderlichen spitzen Zunge. Gerhard Unger war in den 50er- und 60er-Jahren der deutsche Spieltenor vom Dienst und beweist hier, dass er durchaus zu mehr fähig war: Der Knappe Georg ist nämlich durchaus mehr als der übliche Tenor-Buffo und hat mit seinen beiden Arien zwei der musikalisch stärksten Nummern der Oper. Besonders die erste davon ist auch gesangstechnisch anspruchsvoll - was Unger sehr eindrucksvoll beweist. Auch Gisela Litz ist eine überzeugende komische Alte.

Zu den Stars der Aufnahme gehört vor allem Hermann Prey, der den verkleideten Ritter mit Eleganz, männlichem Schmelz und Humor ideal verkörpert.

Der ebenfalls sehr prominente Bass Kurt Böhme in der Titelrolle überzeugt mich weniger:

Dem Sänger fehlt bei allem komischen Talent etwas die stimmliche Beweglichkeit für die Rolle, schnelle Textpassagen sind bei ihm kaum zu verstehen, werden auch weniger gesungen als gerufen. Die berühmte Arie im letzten Akt ("Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar") singt er zwar mit der erforderlichen Biederkeit, aber leider ohne die ebenfalls dazu gehörige Melancholie. Die EMI hätte für diese Rolle geeignetere Sänger unter Vertrag gehabt - z. B. Gottlob Frick oder Fritz Ollendorff, der in dieser Aufnahme in der kleinen Rolle des Ritters Adelhof aus Schwaben fast verschwendet ist.

Neben dem nicht ganz überzeugenden Kurt Böhme stört mich in dieser Aufnahme nur eines - die stark gekürzten Sprechtexte, die allein nicht ausreichen, um die Wendungen der Handlung wirklich nachzuvollziehen. Abgesehen davon: Große Empfehlung!


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