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vully "vully" (Neuhausen)
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Die Lustigen Weiber Von Windsor
Die Lustigen Weiber Von Windsor
Preis: EUR 10,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für jede Opernsammlung, 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Lustigen Weiber Von Windsor (Audio CD)
Otto Nicolais letzte Oper von 1849 nach dem gleichnamigen Shakespeare-Stück gehört zu jenen deutschen romantischen Opern, die heute leider nur noch selten gespielt werden, weil sie der aktuellen Regiemode nicht entsprechen. Bei den "lustigen Weibern" kommt noch die Konkurrenz durch Giuseppe Verdis geniale letzte Oper "Falstaff" nach demselben Stoff dazu. Das ist sehr schade, denn Nicolais Oper verbindet den romantischen Tonfall des Freischütz mit der verzauberten Atmosphäre von Mendelssohns Sommernachtstraum und der Komik der Opern Albert Lortzings und Gaetano Donizettis. Die Musik ist voller Charme und Eleganz.

Jahrelang war die EMI-Aufnahme von 1963 unter Robert Heger konkurrenzlos. Sie konnte eine große Starbesetzung aufweisen, an der Spitze Gottlob Frick als Falstaff und der unschlagbare Fritz Wunderlich als Fenton. 1976 erschien dann diese Ost-West-Koproduktion, die für mich zu den schönsten Opern-Einspielungen überhaupt gehört:

Die Sänger sind bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt, angefangen mit Kurt Moll als Falstaff. Er verleiht der Partie neben der nötigen Komik auch Würde (das hat er Frick voraus), von der samtenen Schönheit seiner Stimme ganz zu schweigen. Seine Gegenspielerin Frau Fluth singt Edith Mathis (bei Heger noch die Anna) technisch souverän und mit viel Witz und Charme. Dazu kommen Bernd Weikls cholerischer Fluth, Hanna Schwarz' gravitätisch-augenzwinkernde Frau Reich, und, und, und. Helen Donath schafft es als Jungfer Anna, noch süßer zu klingen als Mathis. Und Peter Schreier hat zwar nicht den überrumpelnden Charme seines Vorgängers Wunderlich, ist aber trotzdem ein liebenswerter und musikalisch überzeugender Fenton.

Bernhard Klee hebt am Pult der - großartig spielenden - Staatskapelle Berlin mit spritzigen Tempi die Raffinesse und den Witz der Oper hervor, ohne die Romantik zu vernachlässigen. Ein klarer Trumpf gegenüber der behäbigen Leitung von Robert Heger in der EMI-Aufnahme. Nur daran, dass die Sprechtexte teilweise gekürzt und durch Überleitungen eines Sprechers ersetzt worden sind, muss man sich gewöhnen. Aber auch das stört nicht den Eindruck dieser wunderbaren Aufnahme.


The Beatles Connection
The Beatles Connection

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schöne, witzige Bearbeitungen, 5. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Beatles Connection (Audio CD)
Was ist das Merkmal einer guten Cover-Version? Meines Erachtens muss das Original zwar erkennbar sein, die neue Version muss aber trotzdem so eigenständig sein, dass sie auch für sich allein stehen kann - sonst braucht man ja keine Neu-Interpretation.

Das haben die King's Singers hier in ihrer ganz eigenen, einzigartigen Weise geschafft - sie kommen nun einmal aus der klassischen englischen Chortradition und übertragen diese auch auf ihre Pop-Nummern.

Das Ergebnis sind melodisch und harmonisch fein ausgetüftelte Arrangements mit viel Witz und Charme, die teilweise nah am Original bleiben (Eleanor Rigby), teilweise aber auch ganz anders klingen - und gerade dadurch die Stärke der Vorlagen zeigen.

Persönliche Favoriten von mir sind "Can't buy me love" und "You've got to hide your love away" im Stil eines Madrigals - einer typisch englischen Musikform der Renaissance. "Honey Pie" kommt passend zum Text als 30er-Jahre-Arrangement daher, "Penny Lane" als Barber-Shop-Song. "Back in the USSR" kommt dem Charakter der Originalversion dagegen erstaunlich nahe - und dass ohne jede technische Unterstützung. Auch in "Obladi-Oblada" hat das Ensemble spürbar Spaß daran, die Instrumental-Begleitung rein vokal nachzuvollziehen.

Kurz - eine sehr sorgfältig zusammengestellte, stilistisch sehr abwechslungsreiche, immer witzige und teilweise schlicht geniale Platte. Ich hatte schon das Vergnügen, zwei der Arrangements im Chor selbst singen zu dürfen - ein Riesenspaß.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2013 9:09 PM CET


The Originals - Porgy and Bess (Gesamtaufnahme)
The Originals - Porgy and Bess (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 21,88

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als Oper ernst genommen, 5. Oktober 2013
Lorin Maazels Aufnahme von George Gershwins Porgy und Bess aus dem Jahr 1976 war die erste, die das Werk wirklich als Oper ernst nahm und nicht als verkapptes Musical auffasste. Maazel verwendete erstmals die komplette Urversion des Stückes - einschließlich der für die erste Broadway-Produktion gestrichenen Teile. Es fehlt nur das später eingefügte Duett "Lonely Boy". Insgesamt ist die Spielzeit dieser Aufnahme fast eine Stunde länger als diejenige der ersten "Gesamtaufnahme" des Stückes.

Insgesamt gelingen Maazel dann auch die opernhaften Teile des Stückes, in denen sich Gershwin hörbar von der italienischen veristischen Oper inspirieren lässt, besonders gut, atmosphärisch genau und sehr farbenreich - das Cleveland Orchestra darf hier wirklich im Klang schwelgen, ohne dass die Sänger zugedeckt würden.

Entsprechend sind auch die Gesangsparts durchgehend mit gestandenen Opernsängern besetzt - und das ohne einen einzigen Ausfall. Das gilt v. a. für die unglaublich gut harmonierenden Frauenstimmen. Leona Mitchell ist eine warmherzige Bess, Florence Quivar eine bewegende Serena, die ein herzzerreißendes "My man's gone now" singt. Die junge Barbara Hendricks als Clara darf die Oper mit einem wunderbar zärtlichen "Summertime" eröffnen.

Dass auch die jazzigeren Aspekte der Oper, die sich v. a. in einigen Songs des Porgy äußern ("I got plenty of nuttin'), nicht zu kurz kommen, ist v. a. Willard White als stimmlich sehr beweglichem, ausdrucksvollem Porgy zu verdanken. Francois Clemmons kann als Sportin' Life zwar einem Cab Calloway (für den die Rolle geschrieben war) nicht das Wasser reichen, klingt aber trotzdem angemessen "dirty". Etwas irritierend ist allerdings sein hoher Stimmklang - der Höreindruck ist eher der einer Frauenstimme in einer Hosenrolle. Jake und Crown klingen mir beide etwas zu opernhaft, sind aber musikalisch völlig in Ordnung.

Und so ist diese Aufnahme weniger etwas für die Freunde des Jazz-Komponisten Gerschwin, als für den Opernfreund, der den Vorstellungen des Komponisten möglichst nahe kommen möchte. Eine großartige Ensembleleistung. Auch wenn Sir Simon Rattle 12 Jahre später eine noch freiere, lebendigere Aufnahme vorgelegt hat, ist diese hier von der musikalischen Sorgfalt (und Klangqualität) bis heute einmalig geblieben.
Kommentar


Verdi Rarities
Verdi Rarities
Preis: EUR 7,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Caballé in Topform singt Raritäten, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Verdi Rarities (Audio CD)
Eine weitere sehr willkommene Wiederveröffentlichung zu Verdis 200. Geburtstag:

Die Aufnahmen auf diesem Recital stammen von 1967 - und damit aus der Zeit, als Montserrat Caballé sich gerade erst anschickte, zum Weltstar zu werden. Alle Arien stammen aus frühen Verdi-Opern und geben der Sängerin Gelegenheit, ihre Stärken voll auszuschöpfen: Eine virtuose Technik, zarteste Piani und Pianissimi. Die Stimme ist noch sehr ausgeglichen über den gesamten Umfang.

Und anders als in vielen späteren Aufnahmen beschränkt sich die Spanierin nicht darauf, ihre Stimme einfach nur möglichst schön klingen zu lassen, sondern sucht auch den jeweils richtigen Ausdruck für die einzelnen Arien.

Maria Callas hatte einmal in einem Interview auf die Frage, wen sie für ihre legitime Nachfolgerin ansehe, gesagt: "Caballé, nur Caballé." Dieses Album bestätigt sie.


Verdi: La Traviata
Verdi: La Traviata
Preis: EUR 11,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn es nur eine Traviata-Aufnahme sein soll, dann diese, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Verdi: La Traviata (Audio CD)
Es gibt unendlich viele Aufnahmen von La Traviata - da kann man leicht eine übersehen. Das wäre bei dieser Einspielung von 1967 sehr schade - ist sie doch m. E. die insgesamt überzeugendste Gesamtaufnahme der Traviata überhaupt:

Als Maria Callas einmal gefragt wurde, wen sie als ihre Nachfolgerinnen betrachte, antwortete sie: "Caballé! Nur Caballé!" Wenn man eine Aufnahme als Beleg für diese Auffassung heranziehen möchte, dann diese: Montserrat Caballé war immer eine technisch brillante Sängerin, beschränkte sich aber in vielen ihrer späteren Aufnahmen häufig darauf, ihre Virtuosität und ihre schwebenden Pianissimi in höchster Lage zur Schau zu stellen.

Hier dagegen bietet sie eine herzzerreißende Darstellerung der liebenden und sterbenden Frau - und zeigt sich deshalb wirklich als legitime Callas-Nachfolgerin.

Ihr Alfredo ist Carlo Bergonzi, der anerkannt eleganteste und stilsicherste Verdi-Tenor der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wie in nahezu allen seinen Aufnahmen erweist er sich auch hier als Idealbesetzung.

Der Amerikaner Sherrill Milnes schließlich singt den Georges Germont gewohnt ausdrucksvoll und trotzdem mit feiner Phrasierung. Allerdings fehlt seinem jugendlich-hellen Timbre noch etwas das dunkel-autoritäre Element, dass diese Vaterfigur auch braucht, um zu überzeugen, besonders in den Dialogszenen mit seinem "Sohn" - Bergonzi war zum Zeitpunkt der Aufnahme 43, Milnes erst 32. Musikalisch ist es ein Genuss, ihm zuzuhören.

Die Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt, Chor und Orchester der RCA Italiana musizieren präzise und klangschön.

Erfreulich ist auch, dass die Aufnahme vollständig ist: Anders als in vielen älteren Aufnahmen sind die Arien des Alfredo und Germont père komplett einschließlich der beiden Cabalette, ohne die beide Rollen oft reichlich verkürzt waren und deren Entfernung zu unschönen Schnitten geführt hatte.

Wenn man etwas bemängeln möchte, dann vielleicht das etwas betuliche Dirigat von Georges Prêtre, der den dramatischeren Momenten der Oper einiges von ihrer Wirkung nimmt.

Insgesamt bietet diese Aufnahme das vielleicht überzeugendste "Gesamtpaket": Die einzige Studio-Traviata der Callas leidet unter indiskutablen Mitstreitern, die zahlreichen Live-Aufnahmen unter der Technik; Sutherlands erste Aufnahme ist musikalisch gleichwertig, aber nicht ganz so ausdrucksvoll; Scottos zweite Aufnahme stimmlich schon etwas überreif, usw.. Nur Carlos Kleibers großartige Münchner Aufnahme finde ich als Ensembleleistung ähnlich überzeugend. Allerdings fehlt auch ihr die großartige Caballé.


Verdi: Il Trovatore
Verdi: Il Trovatore
Preis: EUR 11,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Sänger - großartige Aufnahme, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Il Trovatore (Audio CD)
Angeblich von Caruso stammt das Bonmot, Verdis Troubadour sei ganz leicht zu besetzen - man brauche nur die vier besten Sänger der Welt. Selten ist man diesem Ideal so nahe gekommen wie in dieser Aufnahme von 1969:

Leontyne Price war seit Ende der 50er Jahre für fast 20 Jahre die weltweit führende Sängerin der Leonora, hat sie nicht umsonst dreimal aufgenommen. Ihre unendlich reiche, bronzene Stimme mit mühelosen Höhe und der apart hauchigen Tiefe war ein ideales Instrument für die großen Frauenrollen Verdis. Ihre Leonora ist von einer ganz natürlichen, unpathetischen Tragik. Neben Maria Callas - die die Rolle technisch noch brillanter gesungen hatte - ist Price für mich bis heute die maßstabsetzende Leonora geblieben.

Der blutjunge Placido Domingo singt einen hinreißenden Manrico - überzeugend als jugendlicher Liebhaber wie als verhinderter Held. Es ist faszinierend, die ganz frische Stimme zu hören, noch ohne die später typischen Eigenheiten, aber schon mit einer ausgereiften Interpretation. War Jussi Björlings Höhe müheloser, Carlo Bergonzi männlich ernster, Franco Corelli heldischer? Vielleicht, aber Domingo zu hören ist in jeder Sekunde ein Genuss.

Der Amerikaner Sherrill Milnes steht hier ebenfalls am Anfang seiner Weltkarriere. Er gestaltet den Luna ebenfalls mit jugendlichem Überschwang, erstaunlich feiner Technik und glänzender Höhe - wie es das Stück verlangt, ist er auch stimmlich das Spiegelbild seines heimlichen Bruders.

Die vielleicht wichtigste Rolle der Oper ist die Azucena - nach der Verdi das Stück ursprünglich auch nennen wollte. Fiorenza Cossotto hatte sie schon in einer früheren Aufnahme unter Tullio Serafin gesungen, damals schon mit verzehrendem Temperament. Hier singt sie nicht weniger ausdrucksvoll, aber technisch und im Ausdruck ausgereifter und überzeugender als einzige wirklich erwachsene Hauptfigur der Oper. Auch sie setzt Maßstäbe.

Die kleine, aber wichtige Rolle des Ferrando wird von Bonaldo Giaiotti mehr als solide gestaltet.

Die Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt, das New Philharmonia Orchestra und der Ambrosian Opera Chorus tragen zu einer atmosphärisch dichten Aufnahme bei. Dirigent Zubin Mehta lässt den Sängern viele Freiheiten, die sie im besten Sinne nutzen - für eine unvergleichlich ausdrucksvolle Aufnahme.

Gibt es Einwände? Allenfalls gegen die Aufnahmetechnik, die nicht die Brillanz der musikalischen Leistung hat (einige übersteuerte Töne). Abgesehen davon - eine Aufnahme für die einsame Insel.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2013 9:09 AM MEST


Verdi: Aida
Verdi: Aida
Preis: EUR 18,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fest der Stimmen, 13. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Aida (Audio CD)
Vorweg: Diese 1955 entstandene Aufnahme der Aida gehört zweifellos zu den Spitzenaufnahmen der Oper - neben Serafin (EMI, 1955, Callas, Tucker, Barbieri, Gobbi), Karajan (Decca, 1958, Tebaldi, Bergonzi, Simionato, McNeill), Solti (Decca, 1961, Price, Vickers, Gorr, Merrill) und Muti (EMI, 1973, Caballé, Domingo, Cossotto, Cappuccilli) und einigen Live-Mitschnitten.

Was sie gegenüber der Konkurrenz auszeichnet, sind vor allem die Leistungen der Solisten. Die RCA hatte hier alle ihre großen Stars versammelt:

Der schwedische Tenor Jussi Björling ist für mich der beste Radames aller Gesamtaufnahmen. Er vereint die technische Brillanz und ideale Phrasierung eines Carlo Bergonzi mit der Ausdruckskraft von Jon Vickers, der mühelosen Höhe von Richard Tucker und der reinen Schönheit des Organs von Placido Domingo, verfügt dazu über ein unverwechselbares, etwas sandiges Timbre. Er allein würde den Kauf der Aufnahme lohnen.

Zinka Milanov in der Titelrolle hat ihre ganz große Zeit etwas hinter sich, ihre Stimme hat nicht mehr ganz die Fülle und Kraft, die sie in den 40ern zur führenden Verdi-Sopranistin gemacht hatte. Hohe Töne ab Mezzoforte bereiten ihr Mühe. Überirdisch schön gelingen ihr dagegen immer noch die schwebenden pianissimi, etwa in der Nilarie oder im Finale.

Fedora Barbieri ist als Amneris hier stimmlich besser in Form als unter Serafin, singt aber genauso ausdrucksvoll - und macht aus der etwas undankbaren Partie eine gleichwertige Gegenspielerin der Aida.

Leonard Warren singt den Amonasro weniger fanatisch als etwa Tito Gobbi, gibt ihm dafür königliche Würde und sogar so etwas wie Zärtlichkeit, von der musikalischen Genauigkeit und Eleganz seiner Darstellung ganz zu schweigen.

Und wenn man dann noch einen Boris Christoff aufbieten kann, der mit seiner Riesenstimme den Ramfis zur Hauptrolle aufwertet, mit Plinio Clabassi einen sehr eleganten König, bleibt man vor diesen vokalen Leistungen staunend zurück.

Weniger gelungen - und bei der Aida wichtiger als bei frühen Verdi-Opern - sind die Leistungen des Chors und vor allem des Orchesters: Ich habe z. B. noch nie so dünn scheppernde Fanfaren im Triumphmarsch gehört. Verstimmte Kindertrompeten sind das einzige, was mir dazu eingefallen ist.

Auch das Dirigat von Ionel Perlea kann mit den genannten Konkurrenten nicht mithalten. Das meiste ist bei ihm nur solides Handwerk, manches wirkt zerfahren, orchestrale Spannung kommt wenig auf, das Drama bleibt den Sängern überlassen.

Aber diese Sänger sind dazu eben auch in der Lage. Und damit bleibt es dabei: Eine große Aufnahme.

Für das große Seelendrama gibt es die Serafin-Aufnahme, für orchestrale Wunder Karajan, für Breitwand-Gefühle Solti.


Gershwin: Porgy and Bess (Decca Opera)
Gershwin: Porgy and Bess (Decca Opera)
Preis: EUR 21,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Porgy and Bess als große Oper, 3. September 2013
Lorin Maazels Aufnahme von George Gershwins Porgy und Bess aus dem Jahr 1976 war die erste, die das Werk wirklich als Oper ernst nahm und nicht als verkapptes Musical auffasste. Maazel verwendete erstmals die komplette Urversion des Stückes - einschließlich der für die erste Broadway-Produktion gestrichenen Teile. Es fehlt nur das später eingefügte Duett "Lonely Boy". Insgesamt ist die Spielzeit dieser Aufnahme fast eine Stunde länger als diejenige der ersten "Gesamtaufnahme" des Stückes.

Insgesamt gelingen Maazel dann auch die opernhaften Teile des Stückes, in denen sich Gershwin hörbar von der italienischen veristischen Oper inspirieren lässt, besonders gut, atmosphärisch genau und sehr farbenreich - das Cleveland Orchestra darf hier wirklich im Klang schwelgen, ohne dass die Sänger zugedeckt würden.

Entsprechend sind auch die Gesangsparts durchgehend mit gestandenen Opernsängern besetzt - und das ohne einen einzigen Ausfall. Das gilt v. a. für die unglaublich gut harmonierenden Frauenstimmen. Leona Mitchell ist eine warmherzige Bess, Florence Quivar eine bewegende Serena, die ein herzzerreißendes "My man's gone now" singt. Die junge Barbara Hendricks als Clara darf die Oper mit einem wunderbar zärtlichen "Summertime" eröffnen.

Dass auch die jazzigeren Aspekte der Oper, die sich v. a. in einigen Songs des Porgy äußern ("I got plenty of nuttin'), nicht zu kurz kommen, ist v. a. Willard White als stimmlich sehr beweglichem, ausdrucksvollem Porgy zu verdanken. Francois Clemmons kann als Sportin' Life zwar einem Cab Calloway (für den die Rolle geschrieben war) nicht das Wasser reichen, klingt aber trotzdem angemessen "dirty". Etwas irritierend ist allerdings sein hoher Stimmklang - der Höreindruck ist eher der einer Frauenstimme in einer Hosenrolle. Jake und Crown klingen mir beide etwas zu opernhaft, sind aber musikalisch völlig in Ordnung.

Und so ist diese Aufnahme weniger etwas für die Freunde des Jazz-Komponisten Gerschwin, als für den Opernfreund, der den Vorstellungen des Komponisten möglichst nahe kommen möchte. Eine großartige Ensembleleistung. Auch wenn Sir Simon Rattle 12 Jahre später eine noch freiere, lebendigere Aufnahme vorgelegt hat, ist diese hier von der musikalischen Sorgfalt (und Klangqualität) bis heute einmalig geblieben.


Great Duets from Verdi Operas
Great Duets from Verdi Operas
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zwei große Verdi-Stimmen, 2. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Great Duets from Verdi Operas (Audio CD)
Diese Platte ist eine weitere lohnende Wiederveröffentlichung aus dem inzwischen von der Fa. Sony gehaltenen Archiv der RCA:

Zwei der größten amerikanischen Verdi-Sänger singen insgesamt 5 Duette aus Don Carlo, Aida, Simon Boccanegra, Un Ballo in Maschera und Otello.

Eileen Farrell (1920 - 2002) war zunächst Konzertsängerin, bevor sie mit 36 Jahren doch noch eine Opernkarriere begann, die sie an die Metropolitan Opera New York führte. Die verdiente Weltkarriere blieb ihr verwehrt, u. a. weil sie ihre Familie nicht vernachlässigen wollte. Trotzdem gilt sie bis heute als eine der bedeutendsten dramatischen Sopranistinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr Markenzeichen war eine sehr voluminöse, trotzdem weiche und flexible Stimme.

Auch Richard Tuckers (1913 - 1975) Karriere begann recht spät: Er war zunächst Kantor einer New Yorker Synagoge, bevor er mit 27 Jahren noch einmal ein Studium als Opernsänger begann. Als Rudolf Bing 1950 Direktor der MET wurde, war der damals noch relativ unbekannte Amerikaner der erste Tenor, dessen Vertrag er verlängerte - vor Jussi Björling, Lauritz Melchior und Giuseppe die Stefano. Tuckers Stimme war ein metallisch leuchtender Tenor mit glänzender Höhe, ein ideales Instrument für Verdis spätere Tenorpartien, v. a. den Alvaro in der Macht des Schicksals und den Radames. Etwas gewöhnungsbedürftig für unsere heutigen Hörgewohnheiten sind lediglich sein nicht ganz akzentfreies italienisch und seine Neigung zu etwas enervierenden Schluchzeffekten, die er aber auf dieser Platte weitgehend vermeidet.

Und so kann man hier zwei der besten Verdi-Sänger ihrer Zeit in faszinierenden Duetten erleben. Die Aufnahmen entstanden Anfang der 60er Jahre, als beide Sänger noch sehr gut bei Stimme waren, auf der anderen Seite aber die Aufnahmetechnik schon so weit entwickelt war, um die Stimmen gut und unverfälscht abzubilden.

Leider ist die Platte mit einer Gesamt-Spielzeit von nicht einmal 40 Minuten sehr kurz geraten - dafür ist aber auch der Preis angemessen niedrig.


Verdi Arias
Verdi Arias
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz große Sängerin - bei uns fast vergessen, 26. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Verdi Arias (Audio CD)
Zu den wertvollsten Wiederveröffentlichungen zum Verdi-Jahr gehören die Arien-Alben, die die Sony unter dem alten Namen RCA Victor wieder veröffentlicht. Zu den wichtigsten Alben gehört für mich neben denjenigen der auch heute und bei uns noch "großen Namen" Leontyne Price und Leonard Warren vor allem dieses Recital der Amerikanerin Eileen Farrell (1920 - 2002), die zumindest in Europa heute fast vergessen ist, weil sie nie eine ihrer Bedeutung angemessene Karriere gemacht hat - zum einen wollte sie ihre Familie nicht vernachlässigen, zum anderen ließ sie sich auch Auftritte mit Jazz- und Musical-Repertoire nicht verbieten, wodurch sie sich den Zorn des allmächtigen Intendanten der New Yorker Metropolitan Opera, Sir Rudolf Bing, zuzog, der sie dann weitgehend ignorierte.

Farrell hatte eine unglaublich voluminöse, dabei weich einschwingende Stimme und eine ausgezeichnete Gesangstechnik, die es ihr auch ermöglichte, verzierte Partien zu singen.

Auf diesem - leider viel zu kurzen - Album singt sie Arien aus Aida, Un Ballo in Maschera (der Maskenball), Otello, Simon Boccanegra, Il Trovatore und La Forza del Destino - alle mehr als überzeugend bis begeisternd. Dass sie nicht wenigstens eine oder zwei dieser Rollen vollständig aufgenomen hat, ist eingentlich eine echte Schande. Umso schöner sind diese faszinierenden Momentaufnahmen dieser unterschätzten Sängerin.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 21, 2014 10:29 AM MEST


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