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vully "vully" (Neuhausen)
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Cabaret
Cabaret
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Original, 10. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cabaret (Audio CD)
Diese Aufnahme der Urfassung des vielleicht deutschesten Broadway-Musicals mit der Urbesetzung von 1966 ist für die Fans des Films vielleicht ungewohnt:

Zwei der bekanntesten Hits des Stückes - "Mein Herr" und "Maybe this time" - wurden erst für den Film im Jahr 1972 nachkomponiert, ebenso wie die heute übliche Duett-Version des "Money"-Songs. Durch diese Ergänzungen wurde die Rolle der Sally Bowles vergrößert. Aufgrund ihrer Beliebtheit werden sie bei heutigen Bühnenproduktionen meist mit aufgenommen.

Das ursprüngliche erste Solo der Sally "Don't tell Mama" ist aber auch sehr witzig und passt zu den sängerischen Fähigkeiten von Jill Haworth erheblich besser - der Produzent hatte damals Liza Minelli noch abgelehnt, weil er getreu der literarischen Vorlage eine Engländerin für die Rolle wollte. Haworth macht ihre Sache sehr ordentlich, ist aber stimmlich kein Vergleich.

Musikalisch liegt die Hauptrolle in dieser Fassung bei Joel Greys Emcee - der sie bis heute geprägt hat, mit Recht auch im Film übernehmen durfte und dafür sowohl einen Tony Award (Bühnenfassung) als auch einen Oscar (Film) erhielt. Grandios.

Ein großer musikalischer Akzent liegt auch bei der Vermieterin, Fräulein Schneider, gesungen von der legendären Lotte Lenya, der Witwe von Kurt Weill, der erste Seeräuber-Jenny in der Dreigroschenoper. Mit 68 Jahren klang ihre Stimme brüchig, vom Leben gezeichnet. Für sie schrieben Kander und Ebb eine ganze Reihe von Songs, die auch von ihrem verstorbenen Ehemann hätten stammen könnten und viel zu der Atmosphäre des Stücks beiträgt, die das Berlin um 1930 wieder auferstehen lässt. Der trockene Humor von "So what?", die Verzweiflung von "What would you do?" machen sie zum Herz des Stückes, auch wenn die Rolle vielleicht später von anderen Sängerinnen musikalisch genauer gesungen wurde.

Jack Gilford singt einen sehr glaubwürdigen und sympathischen jüdischen Gemüsehändler Schultz, sein Duett mit Lenya "Heirat" ist der romantische Höhepunkt des Stücks. Umso trauriger ist dann das Ende der gemeinsamen Träume.

Besonders schön an der Aufnahme sind die Bonustracks mit Demo-Aufnahmen von einigen Songs, die vor der Uraufführung gestrichen wurden, gesungen von den Autoren Kander und Ebb selbst. Besonders schön sind dabei "I don't care much" - ein sentimentaler Song, der in neueren Inszenierungen häufiger wieder aufgenommen wird - und das absolut mitreißende und rhythmisch spannende "Good Time Charlie."

Und so muss man sagen: Diese Aufnahme ist kein Ersatz zum Filmsoundtrack mit der fantastischen Liza Minelli, aber eine notwendige Ergänzung, wenn man Cabaret wirklich kennen will, und sollte im Schrank keines Musical-Liebhabers fehlen.


Barbiere/Cenerentola/Italiana/Reims
Barbiere/Cenerentola/Italiana/Reims
Preis: EUR 34,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Berühmte Aufnahmen, preiswert wiederveröffentlicht., 10. April 2016
In seiner Reihe mit preiswerten Compilationen präsentiert die Deutsche Grammophon hier eine Sammlung mit vier Operngesamtaufnahmen und eine CD mit Ouvertüren von Gioacchino Rossini. Hier darf man angesichts des Preises keine dicken Booklets mit ausssagekräftigen Aufsätzen, Künstlerbiographien und vollständigen Texten erwarten. Das kann man sich heute aber auch aus dem Internet herunterladen.

Musikalisch kann man an den Aufnahmen die Entwicklung sowohl des Dirigenten Claudio Abbado als auch des Rossini-Gesangs seit Ende der 60er Jahre nachvollziehen:

Abbado war als junger Dirigent angetreten, um Rossini möglichst werkgetreu aufzuführen, die Schlamperei von 150 Jahren Aufführungspraxis zu entfernen. Zu diesem Zweck besetzte er zunächst alle Rollen wieder mit der ursprünglich vorgesehenen Stimmlage, in den weiblichen Hauptrollen also meist wieder einem Alt statt eines Soprans. Traditionelle Striche hob er auf. Dazu verbot er den Sängern generell eigene oder nicht vom Komponisten stammende Ausschmückungen - was sich als Fehler herausstellte, weil Rossini damit gerechnet hatte und viele Wiederholungen extra dafür vorgesehen hatte. In den späteren Aufnahmen nahm Abbado das deshalb mit Recht wieder zurück.

Aus dieser Zeit um 1970 herum stammen die Aufnahmen von La Cenerentola und Il Barbiere di Siviglia. Beide zeichnen sich durch einen schlanken, rhythmisch geschärften Orchesterklang aus. Etwas mehr Flexibilität wäre besser gewesen, so wirken die schnellen Stellen etwas mechanisch. Die Besetzung zeigt, dass die Rossini-Renaissance damals noch in den Kinderschuhen stand:

Star beider Aufnahmen ist die entzückende Teresa Berganza, die mit ihrem wunderbar warmen Timbre und der fast spielerisch wirkenden Beweglichkeit ihrer Stimme zeigt, wie Rossini gesungen werden muss. Ihre Angelina in La Cenerentola ist bis heute kaum erreicht und unübertroffen. So muss das "Aschenputtel" gesungen werden. Als Rosina im Barbier dürfte sie etwas zickiger auftreten, wirkt in ihrer Hauptarie auch etwa gehemmt - vielleicht wegen der verbotenen Varianten.

Ebenfalls in beiden Aufnahmen singt Luigi Alva die Tenorrollen. Er ist für mich der Grund dafür, dass ich insbesondere den Barbier in dieser Aufnahme heute nicht mehr so gerne höre. Der Peruaner war seit Mitte der 50er Jahre ein gesuchter Rossini-Interpret, auch weil es damals nur noch wenige Tenöre gab, die die erforderliche stimmliche Beweglichkeit hatten. An der Schönheit des Timbres lag es sicher nicht - schon in frühen Jahren war die Stimme eher metallisch fest als einschmeichelnd, in den 70ern kam ein unangenehm meckerndes Vibrato dazu. Dazu war die Koloraturtechnik nach heutigen Maßstäben auch nicht erstklassig - bei schnellen Läufen aspirierte er. Kein Wunder, dass Abbado bei allem Interesse an Originalität die große Bravourarie am Ende des Barbiers weglässt.

Hermann Preys Figaro ist dagegen erstklassig, sehr witzig und selbstbewusst. Enzo Daras Dottore Bartolo ist absolute Weltklasse. Paolo Montarsolo ist als Don Basilio auch besser aufgehoben als in der Cenerentola als Don Magnifico, weil ihm für die Rolle die stimmliche Beweglichkeit fehlt. Da das auch für Renato Capecchi als Dandini gilt, ist der Barbier insgesamt die bessere Aufnahme.

Knapp 15 Jahre später entdeckte Abbado eine Rarität, die dramatische Kantate "Il Viaggio a Reims", die zur Krönung des französischen Königs Karl X komponiert worden war und ein unfassbares Ensemble von 18 (!) Solisten erforderte, davon 11 Hauptrollen. Die musikalilsche Farce wurde so etwas wie ein Hobby des Dirigenten, der es über die Jahre immer wieder dirigierte, es in einer sehr witzigen Inszenierung auch auf die Bühne brachte und zwei CD-Aufnahmen und eine DVD veröffentlichte.

Die hier vertretene Aufnahme ist die erste und verfügt über eine unfassbare Starbesetzung u. a. mit Namen wie Ricciarelli, Valentini Terrani, Cuberli, Araiza, Nucci, Raimondi, Ramey, Dara, die sich mit großem Vergnügen in die unfassbaren Koloraturkaskaden werfen. Und wenn dann ein Superstar der Klassik jodeln (!) darf oder muss und ein Italiener mit großem Vergnügen die deutsche Nationalhymne schmettert, ist das Vergnügen perfekt.

Noch etwas später entstand im Gefolge einer wunderbaren Ponelle-Inszenierung, die u. a. in London, Wien und München übernommen wurde, die Aufnahme der Italienerin in Algier, Rossinis erster abendfüllender komischer Oper. Da ich die Premiere mit fast derselben Besetzung in München live erleben durfte - den komischsten Opernabend meines Lebens -, kann ich bei dieser Aufnahme nicht objektiv sein, will es aber versuchen. Agnes Baltsa, der viel zu wenig bekannte Frank Lopardo, Ruggiero Raimondi und Enzo Dara liefern hier ein Feuerwerk des Rossini-Gesangs ab. Für mich eine der besten Aufnahmen dieser Oper.

Wenn ich die Aufnahmen einzeln bewerten soll:
- Il Barbiere di Siviglia: ****
- La Cenerentola: ***
- Il Viaggio a Reims: *****
- L'Italiana in Algeri: *****
- Ouvertüren: *****


Funny Girl (Gesamtaufnahme, Original Broadway Cast)
Funny Girl (Gesamtaufnahme, Original Broadway Cast)
Preis: EUR 16,59

5.0 von 5 Sternen A Star was born, 10. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer heute "Funny Girl" hört, denkt wahrscheinlich erst einmal an den gleichnamigen Film von 1968, mit dem Barbra Streisands Filmkarriere begann - und mit dem sie das Kunststück schaffte, gleich für ihre erste Rolle den Oscar für die beste Hauptrolle abzuräumen.

Dem Film vorausgegangen war allerdings 1964 ein Broadway-Musical, in dem Streisand auch ihre erste Bühnen-Hauptrolle gespielt hatte und das mehr als drei Jahre am Stück lief. Diese Aufnahme ist nicht der Film-Soundtrack, sondern eine Aufnahme des Broadway-Musicals mit der Originalbesetzung und unterscheidet sich doch sehr erheblich von der Filmmusik:

Außer den Hits "People", "Don't rain on my Parade" und "You are Woman, you are Man" hat es nicht viel vom Original in den Film geschafft, und das ist wirklich schade um so geniale Nummern wie "Cornet Man" oder "Sadie, Sadie".

Interessant ist beim ersten Hören, dass Streisands Stimme noch nicht ganz so klingt wie wir sie heute kennen - sie singt noch offener und mit der Technik für die große Bühne ohne (!) Mikrophon. Ihre unverkennbare und unvergleichliche Artikulation und ihr großartiger Humor sind allerdings schon absolut typisch.

Sydney Chaplin und die übrige Besetzung unterstützen sie vorbildlich, aber eigentlich ist Funny Girl genauso eine One-Woman-Show wie Gypsy, mit dem Komponist Styne 5 Jahre zuvor einen großen Erfolg gefeiert hatte.

Die Platte befindet sich übrigens seit 2004 in der Grammy Hall of Fame - und das völlig zurecht.


Chicago: Das Musical - Live-Aufnahme aus dem Stage Palladium Theater Stuttgart
Chicago: Das Musical - Live-Aufnahme aus dem Stage Palladium Theater Stuttgart
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Muss es auf Deutsch sein?, 10. April 2016
Vorab: Ich halte Chicago für eines der besten Musicals der letzten 50 Jahre, war hier in Stuttgart drin und von der Aufführung restlos begeistert. Umso trauriger war ich, dass die Laufzeit nur relativ kurz war. Deshalb der Tipp: Wenn dieses Stück hier in Deutschland noch einmal wieder aufgenommen wird, gehen Sie rein!

Ich kenne die meisten erhältlichen Aufnahmen von der legendären Uraufführungsbesetzung (mit Chita Rivera, Gwen Verdon und Jerry Orbach) bis zur sensationellen Londoner Aufnahme von 1998 (mit Ute Lemper, Ruthie Henshall und Henry Goodman). Und ich muss sagen, dass sich Carien Keizer (Roxy), Lana Gordon (Velma), Nigel Casey (Billy) und die übrige Besetzung wirklich nicht verstecken müssen.

Aber muss es auf Deutsch sein? Auf der Bühne hat mich das weniger gestört, da habe ich mich auch die Bühnenperformance und den Gesang konzentriert. Auf CD ist der deutsche Text aber nun mal besser verständlich, und so ordentlich er auch gelungen ist - oft musste eben der Witz von Fred Ebbs genialem englischen Originaltext dem Versmaß und der Bedeutung geopfert werden.

Dazu kommt natürlich, dass mit Isabel Dörfler (Mama Morton) und Volker Metzger (Amos) nur zwei Hauptrollen mit deutschen Muttersprachlern besetzt sind. Die übrigen Sänger geben sich zwar Mühe, man hört ihnen die Schwierigkeiten mit der Sprache aber trotzdem an.

Natürlich gibt es Bedarf nach einer deutschsprachigen Aufnahme. Trotzdem hätte ich diese gute Besetzung gerne auch mit dem englischen Text gehört, der allen sicherlich flüssiger von den Lippen gegangen wäre. Uns wer ein bisschen englisch versteht, wird auch diesen verstehen.


Original London Cast
Original London Cast

4.0 von 5 Sternen One (wo)man show, 9. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Original London Cast (Audio CD)
Gypsy ist ein generell ein Musical, dass mit der Darstellerin der Momma Rose steht und fällt - mit 4 großen Solonummern, zwei Duetten und einem Terzett, in denen sie ebenfalls den Ton angibt, beherrscht sie das musikalische Geschehen weitgehend. Dabei ist für mich extrem wichtig, dass ich für die Rose eine gewisse Sympathie oder zumindest Mitgefühl empfinden kann - sonst ist das Stück kaum erträglich.

Unter dieser Prämisse ist Angela Lansbury die ideale Rose: Sie war immer eine Meisterin darin, auch schwierigen Charakteren eine gewisse Menschlichkeit zu verleihen. Ihre Rose hat eine unerschütterlich positive Energie, die sie trotz ihrer Starrköpfigkeit immer noch sympathisch erscheinen lässt. Lansbury hatte keine ausgebildete Musicalstimme, ihr Timbre war eigentlich nie klassisch schön, sie ist aber in sich unverwechselbar und mitreißend. Nummern wie "Small World," "You'll never get away from me" und "Together" haben bei ihr einen Witz und Charme wie bei kaum einer anderen Darstellerin.

Ihr Herbie gehört zu den besten Sängern der Rolle, June und Louise nur bedingt - "If Momma was married" habe ich schon präziser gehört. Dafür ist "Little Lamb" sehr schön einfach und naiv gesungen. "You gotta get a gimmick" ist in kaum einer anderen Aufnahme derart komödiantisch aufgefasst. Ein besonders charmanter Nebeneffekt ist der wunderbar englische (nicht amerikanische) Akzent der Newsboys - hier hört man, dass die Aufnahme aus London stammt.

Warum nur vier Sterne? Zum einen sind die Auftritte der Kinder mir zu sehr gekürzt - zusammen geschnitten zu einem kurzen Medley. Der Cowsong fehlt völlig, und das ist schade.

Zum anderen hat der Dirigent für meinen Geschmack einige Tempi zu langsam gewählt, gerade "Some people" und "Everything's coming up roses." Zwar kann Lansbury das mit ihrem Witz und ihrer knackigen Artikulation auffangen, im Vergleich mit der Broadway-Aufnahme von 2008 (mit Patty LuPone) und der neuen Londoner Aufnahme (mit Imelda Staunton) geht da trotzdem einiges an Drive verloren.

Trotzdem eine sehr sympathische Aufnahme und für Lansbury-Fans (wie mich) ein absolutes Muss.


Aida
Aida
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Moderner Klassiker, 9. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Aida (Audio CD)
Von keiner anderen Verdi-Oper gibt es so viele wirklich gute Einspielungen wie von Aida, im Studio z. B. unter Perlea (RCA, Björling, Milanov, Barbieri, Warren, Christoff), Serafin (EMI, Callas, Tucker, Barbieri, Gobbi), Solti (Decca, L. Price, Vickers, Gorr), Karajan (Decca, Tebaldi, Bergonzi, Simionato), bedingt Leinsdorf (RCA, L. Price, Domingo, Price, Milnes). Ricardo Mutis Aufnahme von 1973 ist die neueste dieser klassischen Einspielungen, aber wahrlich nicht die schlechteste:

Montserrat Caballé ist in der Titelrolle gegen den Typ besetzt und liefert eines ihrer ausdrucksvollsten Rollenportraits ab - eine zerbrechliche, jugendliche, verträumte Aida, die ihre stärksten Momente in der Nilarie und im Finale hat.

Placido Domingo singt hier schon seinen zweiten Radames auf Platte, und es sollte nicht sein letzter sein - und das nicht umsonst: Er singt die Rolle weniger elegant oder raffiniert als Carlo Bergonzi oder Jussi Björling, dafür mit einem unübertroffenen jugendlichen Überschwang und Charme.

Fiorenza Cossotto ist eine überragende Amneris - majestätischer, im ersten Akt giftiger, im letzten verzweifelter als jede andere. Piero Cappuccilli singt den Amonasro vor allem als strengen Herrscher und Feldherrn, weniger als liebenden Vater. Nicolai Ghiaurov ist ein majestätischer Ramfis. Die übrigen Solisten, Chor und Orchester lassen ebenfalls keine Wünsche offen.

Ricardo Muti dirigiert eine klangsinnliche, süffig theatralische Aida, lässt aber den Sängern auch genügend Freiheiten für die Ausgestaltung ihrer Rollen.

Ein weiterer Vorteil der Aufnahme ist die Aufnahmetechnik: Im Vergleich zu den früheren Einspielungen, die entweder noch in Mono (Perlea, Serafin) oder in frühem Stereo aufgenommen worden waren, hören wir hier einen ausgereiften, räumlichen, natürlichen Stereoklang.

Insgesamt ist diese Aida ohne Einschränkung empfehlenswert und ein Klassiker.


Fliegende Holländer
Fliegende Holländer
Preis: EUR 9,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Holländer als Monument, 9. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Fliegende Holländer (Audio CD)
Als Otto Klemperer 1968 den Fliegenden Holländer aufnahm, war er 83 Jahre alt und gesundheitlich schwer gezeichnet. Davon ist aber auf der Aufnahme nichts zu hören: Sie lebt von großer Intensität und Innenspannung. Klemperer betont die monumentale Tragik der Oper - ich habe die Chorszenen des dritten Akts noch nie dermaßen spannend, die Szenen der Holländers nie so gespenstisch gehört. Die volkstümlich-heiteren Szenen interessierten Klemperer offenbar weniger, sie erscheinen recht behäbig, zumal der Dirigent hier im Vergleich sehr langsame Tempi wählt. In seinem Konzept folgen ihm der BBC Chorus und "sein" New Philharmonia Orchestra ebenso präzise wie ausdrucksvoll. Leider machen die Solisten nicht durchgehend genauso glücklich:

Die Titelrolle singt Theo Adam mit sehr deutlicher Artikulation und dem angemessenen gepeinigten Ausdruck. Sein berüchtigtes Tremolo hat er in dieser Aufnahme noch gut im Griff, er ist ein musikalisch untadeliger Interpret. Was ihm fehlt, ist die Bassfülle, die - auch erotische - Anziehungskraft der großen Holländer-Interpreten Herrmann Uhde, George London oder Franz Crass. Und die gehört eben auch zur Rolle. Zumindest Crass hätte 1968 noch zur Verfügung gestanden und wäre die bessere Wahl gewesen.

Die Senta dagegen hat mit Anja Silja eine fast ideale Interpretin. Sie ist eine der wenigen Sängerinnen, die nicht nur die Schwierigkeiten der Partie bewältigen - die Ballade wird häufig mehr geschrien als gesungen -, sondern auch klingen wie das junge Mädchen, das die Senta nun einmal sein muss. Gegenüber ihrer eigenen überragenden Leistung 1961 in Bayreuth hat ihre Stimme allerdings einige leichte Schärfen angenommen.

Martti Talvelas Daland allein würde den Kauf der Aufnahme lohnen. Der Klang seiner mächtigen Bassstimme erinnert an eine Bronzeglocke, und doch singt er die Rolle mit einer Naivität und Bauernschläue, die ihn zum echten Sympathieträger macht. Er leidet allerdings am meisten unter den langsamen Tempi seiner Szenen. Ernst Kozub galt als große Heldentenorhoffnung der 50er Jahre. Ende der 60er Jahre war er kein idealer Erik (mehr): Zu grob ist die Artikulation, zu eng die Höhe. Ein ordentlicher, kein überragender Interpret. Ausgezeichnet sind dagegen die stets zuverlässige Annelies Burmeister (Mary) und Gerhard Unger (Steuermann), auch hier einer der besten Tenöre seines Fachs.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass diese intensive Aufnahme trotz des nur guten Titelhelden auch heute noch hörenswert ist. Wegen des Sängers des Holländers würde ich mir aber auf jeden Fall noch eine Live-Aufnahme aus Bayreuth mit Hermann Uhde oder Franz Crass) daneben stellen.


Lohengrin
Lohengrin
Preis: EUR 13,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fast perfekt, 9. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Lohengrin (Audio CD)
Nach dieser Aufnahme war eigentlich jede neue Einspielung überflüssig - so gelungen ist sie, so perfekt besetzt in fast jeder Rolle:

Allen voran Elisabeth Grümmers Elsa: Sensibler, inniger, herzzerreißender, intelligenter und schöner wurde die Rolle nie auf Platte gesungen - natürlicher als Schwarzkopf, inniger als Lotte Lehmann, weniger statisch als Janowitz, menschlicher als Studer... Schon allein ihr "Einsam in trüben Tagen" ist die ganze Einspielung wert.

Eine kongeniale Gegenspielerin ist Christa Ludwig, die die Ortrud als kluge Intrigantin singt, in der die Wut immer unterschwellig schwelt - dadurch entgeht sie der Gefahr, wie viele andere Interpretinnen der Rolle zur keifenden Furie zu werden. Dazu verfügte auch die Ludwig über eine unübertroffen schöne Stimme. Das Duett Elsa-Ortrud im zweiten Akt habe ich nie so musikalisch und trotzdem spannend gehört wie von Ludwig und Grümmer.

Dietrich Fischer-Dieskau ist ein ungewöhnlich kluger Telramund, der die Eitelkeit und den Dünkel der Rolle wunderbar trifft, Gottlob Frick ein würdig-kraftvoller König Heinrich.

Ausgezeichnet auch Jess Thomas als Lohengrin - im Gegensatz zur restlichen Besetzung aber nicht sensationell: Seiner angenehmen, technisch gut geführten, aber etwas fahlen Stimme fehlt es am letzten Ausdruck - wegen seines leichten, aber hörbaren amerikanischen Akzents wirkt der Tenor erheblich weniger ausdrucksvoll als die übrigen Interpreten der Aufnahme. Da waren etwa Franz Völker, der junge Wolfgang Windgassen oder Sandor Konya ausdrucksvoller.

Ausgezeichnet auch Chor und Orchester. Dieses großartige Ensemble wird zusammengehalten von dem sehr uneitlen Dirigenten Rudolf Kempe - einem Kapellmeister im besten Sinne. Da stimmt jedes Tempo, jede dynamische Nuance.

Die Tontechnik tut ein übriges: Ein Vorteil der Studioaufnahme ist, dass die Sänger nicht zu brüllen brauchen, ohne dass das Orchester auf dynamische Ausbrüche verzichten müsste oder zu sehr im Hintergrund stünde.

Allerdings habe ich inzwischen eine Aufnahme gefunden, die mich noch glücklicher macht, nämlich einen - aufnahmetechnisch ausgezeichneten - Live-Mitschnitt der Bayreuther Festspiele 1959 mit dem Traumpaar Grümmer-Konya. Da ist dann auch der Titelheld optimal besetzt.


Fidelio
Fidelio
Preis: EUR 10,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anerkannter Klassiker, 9. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Fidelio (Audio CD)
Otto Klemperers Fidelio-Aufnahme von 1962 gilt allgemeim als die beste Einspielung der Oper überhaupt. Sie wurde u. a. mit dem "Grand Prix du Disque" ausgezeichnet, das Hermes-Opernlexikon urteilt: "Eine bisher unübertroffene, vielleicht sogar die bisher beste Aufnahme. Die Ludwig, Vickers und Berry bieten akustisch aufregendes, wohlklingendes Musiktheater. Klemperer hat den großen Atem für diese Musik und glättet niemals ihre rauhen Stellen."

Meine Aufnahme ist es trotzdem nicht:

Klemperers Tempi sind mir zu langsam. Im Vergleich etwa zu Furtwängler oder Bernstein, die auch nicht (viel) schneller waren, fehlt mir die emotionale Zuspitzung, die dort für Innenspannung sorgt. Das Klangbild der Aufnahme entspricht dem typischen EMI-Ideal jener Zeit: Weich, warm, aber auch etwas wattig und mulmig. Mir wäre da die eher trockene Akustik von Aufnahmen der Deutschen Grammophon, die Klarheit der Decca-Aufnahmen lieber gewesen.

Die Sänger sind insgesamt gesehen sehr gut:

Christa Ludwig hat die Leonore nicht lange gesungen. Die sehr hoch liegende Rolle war für die Mezzo-Sopranistin eine Grenz- und Angstpartie. Umso wichtiger, dass sie sie in Bestform im Studio eingesungen hat - zart, ausdrucksvoll, mit warmer, leuchtender Stimme und traumwandlerischer Sicherheit. Wenn etwas fehlt, dann vielleicht gerade jene Risikobereitschaft, jenes "ums-Leben-singen," das Sena Jurinac (live unter Klemperer 1961), Gundula Janowitz (studio unter Bernstein) und Ludwig selbst live noch eine Spur aufregender machten.

Jon Vickers ist das Gegenteil von Ludwig: Ein unübertroffen ausdrucksvoller Darsteller, dessen riesige Stimme aber unter einer rauhen Tongebung und Vokalverfärbungen leidet, die rein musikalisch nicht immer ein echtes Vergnügen bereiten. Gerade zu Ludwigs Perfektion passt diese Intensität um jeden Preis in der Studioaufnahme nicht ideal - live ist er sowohl neben Ludwig als auch Jurinac überzeugender.

Walter Berry (damals Ludwigs Ehemann) schließlich singt den Don Pizarro hintergründig elegant, aber weder dämonisch noch bedrohlich. Er wirkt wie ein Figaro oder Leporello, der sich in die falsche Oper verirrt hat.

Dass Gottlob Frick ein fabelhafter Rocco war, hat er - nach meiner Zählung - in mindestens 3 Studio- und unzähligen Live-Aufnahmen gezeigt. Ingeborg Hallstein ist eine hinreichend liebliche Marzelline, Gerhard Unger ein sympathischer Jacquino und Franz Crass ein sehr feiner Minister.

Insgesamt also eine Aufnahme, die viel schönes enthält, mir aber als ganzes nicht wirklich liegt. Ich ziehe etwa die schlanke, dramatisch geschärfte Fricsay-Aufnahme, Furtwänglers größere Emotionalität, Bernsteins Dramatik und Klemperers eigene, lebendigere und in sich geschlossenere Live-Interpretation von 1961 vor.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2016 7:18 PM MEST


Lavanda Rasiercreme
Lavanda Rasiercreme
Wird angeboten von Dreams from Portugal
Preis: EUR 9,80

5.0 von 5 Sternen Sehr ergiebig, 9. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lavanda Rasiercreme (Misc.)
Die erste Tube dieser Rasiercreme hat mir meine Schwester vor einem dreiviertel Jahr aus Portugal mitgebracht. Erst jetzt ist sie aufgebraucht. Die Creme ist sehr dickflüssig und damit erheblich ergiebiger als die meisten anderen handelsüblichen Produkte.

Die Wirkung der Creme ist ausgezeichnet.

Dazu kommt ein sehr angenehmer Duft.


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