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Beiträge von David Christoph
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Rezensionen verfasst von
David Christoph

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Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert: Roman
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert: Roman
von Joël Dicker
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Origineller Plot, aber..., 28. November 2016
Man kommt unweigerlich ins Grübeln, wenn man dieses Buch zum ersten Mal in die Hand nimmt. 700 Seiten sind nicht wenig für einen Autor, der 1985 geboren ist und wenn das Buch dann auch noch zu einem Weltbestseller avancierte, darf man gespannt sein. Die ersten Kapitel machen Lust auf mehr: New York, joggen im Central Park, Passanten sprechen einen einen an, kurz: Rausch und Ruhm, aber der Leser spürt sofort, das sich etwas Dunkles und Unheimliches dahinter verbirgt, dass der Preis, der für diesen Erfolg gezahlt wurde, eventuell sehr hoch war.
Der Plot ist originell und deswegen auch so ambitioniert, zahlreiche Rezensionen haben ihn schon rekapituliert, weswegen ich darauf nicht eingehen möchte. Beim fortschreitenden Lesen fragte ich mich immer wieder, was das denn hier eigentlich ist, ist das Buch doch als alles Mögliche gerühmt worden: Buchmarktsatire, Kriminalroman, amerikanische Gesellschaftsstudie. What? Ein Schriftsteller namens Harry Quebert, der sich als 34-Jähriger in eine 15-jährige verliebt und über diese Liebe fast 35 Jahre nicht hinweg kommt, und der einem klischeehaften Eremitentum in einem großen Haus am Meer frönt. Ein raffgieriger Verleger, der nur den eigenen Profit im Kopf hat und auf die Wert der von ihm verlegten Literatur keinerlei Wert zu legen scheint. Ein 15-jähriges Mädchen, das sich unsterblich in einen mehr als doppelt so alten Mann verliebt und ihn mit "Allerliebster" anredet und allgemein in einem Duktus spricht, als sei sie dem barocken Drama des 17. Jahrhunderts entsprungen.
Doch das nur an der Oberfläche. Zunehmend hatte ich das Gefühl, dass Dicker auf Teufel komm raus keinerlei Trivialitäten präsentierten wollte. Er erschafft Figuren, die aber nichts als Abziehbilder sind. Anstatt mit psychologischem Tiefgang zu sezieren, kommt der Text mit allerlei Wendungen daher und das bis konsequent bis zum Schluss. Das mag in puncto Spannung ganz nett sein, doch irgendwann wird es haarsträubend. Wieder und wieder wird aus der Vergangenheit ein Fundstück ausgegraben, das beim Zusammensetzen des Puzzles hilft. Freimütig, naiv und mit einem erstaunlich guten Gedächtnis gesegnet geben die Einwohner von Aurora Auskunft über die Geschehnisse des Jahres 1975.
Und noch ein Wort zu "Der Ursprung des Übels", jenes Buch, das Harry Quebert kurz nach Nolas Tod in die amerikanischen Bestsellerlisten beförderte. Häppchenweise bekommt der Leser Auszüge serviert, doch was soll das denn bitte sein? Ein Briefroman? Eine Aneinanderreihung schwulstiger Worthülsen bestenfalls.
Nun, das Buch ist einigermaßen solide Unterhaltung (und das ist ja auch schon was!), also vielleicht etwas für beschauliche Stunden im Urlaub oder zwischen den Jahren. Insofern also durchaus eine Empfehlung. Wer sich aber in seiner kostbaren Zeit nach mehr sehnt, dem sei von diesem Buch abgeraten.


Die Kathedrale des Meeres: Historischer Roman
Die Kathedrale des Meeres: Historischer Roman
von Ildefonso Falcones
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen flache Figuren, seichte Dialoge und eine mittelmäßig komponierte Handlung, 7. Oktober 2015
Als heimgekehrter Barcelona-Besucher habe ich mich dazu hinreißen lasen, dieses Buch zu lesen, nicht zuletzt, weil mich Santa Maria architektonisch wirklich verzückt hatte. Der Bau der Kathedrale dient im Roman zwar als Rahmenhandlung, der Autor verliert sich aber nicht in seitenlangen Beschreibungen der Baufortschritte, er wollte wohl bewusst und zurecht kein lauwarmer Aufguss von Folletts "Säulen der Erde" sein. Was er über das mittelalterliche Barcelona zu berichten weiß, ist interessant und gut recherchiert, v.a. seine Schilderungen über das vorherrschende Recht weisen ihn als Fachmann aus, womit die wenigen positiven Aspekte des Romans nun zur Sprache kamen. Was insbesondere missfällt, ist die an Unerträglichkeit grenzende Seichtigkeit der Dialoge, die regelmäßig kurz und ohne jeglichen Tiefgang ausfallen. Nichts wird analysiert, nichts problematisiert, der Erzähler hastet sofort weiter. Er scheint wie ein Getriebener, der die ambitionierte Handlung in knapp bemessenen 600 Seiten erzählen muss und dafür werden Abstriche in allen Richtungen in Kauf genommen.
Wie die eben schon angesprochenen Dialoge sind ebenso die Zeichnungen der Figuren eher flach geraten, es herrscht vor allem ein ausgeprägtes Schwarzweißschema vor, entweder sind sie durch die Bank zu den Guten zu zählen oder doch von Grund auf böse, der Leser muss sich hierbei keinerlei Gedanken machen, geschweige denn ein eigenes Urteil fällen. Lediglich Arnaus Bruder Joan lässt ein klein wenig von der erhofften Ambivalenz, die dem menschlichen Charakter implizit ist, durchscheinen.
Alles in allem also keine lohnenswerte Lektüre!


Bel-Ami (insel taschenbuch)
Bel-Ami (insel taschenbuch)
von Guy de Maupassant
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Übersetzung leider hoffnungslos veraltet, 27. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Bel-Ami (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Keine Frage, das Buch ist eine Wucht. Aber leider hatte ich das Pech, die schon reichlich in die Jahre gekommene Übersetzung von Friedrich von Oppeln-Bronikowski erwischt zu haben. Begriffe wie "Ei, gewiß" oder "Potztausend" sind zwar amüsant, ich habe jedoch Zweifel, dass sie zur Terminologie der Pariser high-society des fin de siècle passen. Nichtsdestotrotz ein grandioser Roman. Robert Pattinson auf dem Cover einfach ignorieren.


Was davor geschah: Roman
Was davor geschah: Roman
von Martin Mosebach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Lesevergnügen, 12. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Was davor geschah: Roman (Gebundene Ausgabe)
Weniger die durchaus positive Rezension in der Zeit, sondern vielmehr der subtile Verriss in der Stuttgarter Zeitung, machte mich neugierig auf den Roman und ich wurde nicht enttäuscht.
Mosebach legt einen Gesellschaftsroman unserer Zeit vor und verleiht dem Geschehen dabei doch nebenbei einen archaischen Glanz. Faszinierend, wie nach und nach die Karten aufgedeckt, neu gemischt werden, um dann alles mehr oder weniger zum Einsturz zu bringen. Das alles ist mit einer meisterhaften Sprache, die an Boshaftigkeit und Ironie nicht spart, erzählt, die von Mosebachs feiner Beobachtungsgabe zeugt und ein wenig an Thomas Mann erinnert, wie hier ein Rezensent schon vor mir schrieb. Mosebach ist einer der besten deutschen Schriftsteller der Gegenwart.


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