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Rezensionen verfasst von
Julia Brunke "info42630"
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Veganer Käse: Der ultimate Leitfaden für Anfänger und Experten
Veganer Käse: Der ultimate Leitfaden für Anfänger und Experten
von Miyoko Schinner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,80

10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimnisse der veganen Käseherstellung, 13. April 2015
Gourmet-Köchin Miyoko Schinner kocht und lehrt seit über dreißig Jahren vegane Küche und ist weltweit eine der erfahrensten Expertinnen für veganen Käse. In ihrem neuen Buch stellt sie über 80 ihrer Lieblings-Käserezepte zum Selbermachen vor.

Aus pflanzlichen Milchalternativen und Nüssen lassen sich leckere Käsespezialitäten zaubern: Probieren Sie gereifte Käse wie Brie, weichen Greyerzer und Frischkäse. Oder wie wäre es mit luftgetrocknetem Käse wie Gouda, Emmentaler, Parmesan und Camembert? Sogar schmelzfähigem Käse wie Mozzarella oder Cheddar können Sie rein pflanzlich selbst herstellen.

Die Zubereitung der Käsespezialitäten gelingt mit etwas Übung meist in wenigen Minuten, doch das Reifen braucht - wie in der traditionellen Käseherstellung - Zeit und Geduld. Durch Fermentierung und die verschiedenen Grade der Reifung entwickelt der Ihr Käse dann ein Aroma, das Kuhmilch-Käse in Nichts nachsteht - im Gegenteil! Für Eilige stellt das Buch auch einige schnelle Käsesorten vor. Außerdem gibt’s Rezepte für Käsegerichte von Gratins über Fondue bis Käsekuchen...


Vegan in Topform - Das Fitnessbuch: Vegane Fitness
Vegan in Topform - Das Fitnessbuch: Vegane Fitness
von Brendan Brazier
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,00

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Schlüssel zur körperlichen und mentalen Fitness, 11. April 2015
»Vegan in Topform - Das Fitnessbuch« richtet sich nicht nur an aktive Sportler, sondern an alle, die körperlich wie mental fit sein wollen. Brendan Brazier ist überzeugt: Fitness ist ein Lebensstil. Körperliche und geistige Fitness erhöht die Leistungsfähigkeit im Beruf und sorgt dafür, dass wir die Anforderungen des Alltags meistern können.

Doch wie ist es um die Fitness bestellt? »Die Volksgesundheit in den westlichen Gesellschaften ist alarmierend. Die Leute sind dicker, weniger produktiv und haben ein höheres Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, frühzeitige Osteoporose und klinische Depressionen zu entwickeln als jemals zuvor«, schreibt Brendan Brazier. »Warum? Wir essen zu viele ungesunde Lebensmittel, nicht genug von der richtigen Sorte und sind zudem nicht ausreichend körperlich aktiv.«

Übergewicht ist in den westlichen Ländern eine regelrechte Epidemie. Dies liegt an der Überversorgung mit gesättigten Fettsäuren durch den massenhaften Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten und zu viel leere Kalorien durch industriell verarbeitete und raffinierte Produkte mit viel zu viel Zucker und viel zu viel Weißmehl. Die Verdauung dieser nährstoffarmen Produkte entzieht dem Körper Energie, ohne ihm im Gegenzug Energie zurückzugeben. Gleichzeitig geht Übergewicht meist mit Mangelernährung einher: zu wenig Vitamine, zu wenig Mineralstoffe, zu wenig essentielle Fettsäuren. Und diese Unterversorgung führt trotz Übergewicht zu ständigem Hunger: »Erst wenn der Körper mit den erforderlichen Nährstoffen versorgt wurde, schaltet er das Hungersignal ab«, erklärt Brendan Brazier.

Der Schlüssel zur körperlichen und mentalen Fitness ist die Ernährung: Eine Basis einer hochwertigen pflanzlichen Ernährung bilden naturbelassene Gemüse und Obst. Dazu kommen Hülsenfrüchte, Pseudogetreide und Samen sowie kaltgepresste Öle, Nüsse und Avocado. Stärkehaltige Gemüse wie Kartoffeln und Kürbis sowie Vollkorngetreide werden nur sehr mäßig verzehrt. Zur Leistungssteigerung kann die Ernährung mit »Superfoods« wie Chlorella oder dem nahrhaften Hanfprotein optimiert werden.

Der Verzehr von Nahrungsmitteln mit hoher Nährstoffdichte bedeutet weniger überflüssige Arbeit für den Körper und eine effiziente Verdauung. »Da sehr viel Ernährungstress wegfällt, verschwinden Symptome wie allgemeine Müdigkeit und Heißhunger auf zucker- und stärkehaltige Nahrungsmittel«, erklärt der Sportler.

»Raffinierte, industriell verarbeitete Lebensmittel durch vollwertige Nahrung zu ersetzen ist eine Form der Krankenversicherung, die Ihrer Gesundheit zugute kommt und auf lange Sicht Geld spart«, schreibt Brendan Brazier. »Auf kurze Sicht verfügen Sie damit über mehr Energie und können klarer denken. Beides kann Ihre Produktivität beträchtlich steigern.« Denn: Verbessertes Wohlbefinden führe zu größerer geistiger Klarheit, erhöhter Konzentration und der Fähigkeit, über einen längeren Zeitraum gleich bleibend gute Arbeit zu leisten.

Diese Lebensweise ist ganz nebenbei auch noch aktiver Tier- und Umweltschutz: »Jeder sollte zusätzlich auch wissen, dass eine vegane Ernährung das Beste ist, was der Einzelne tun kann, um seinen persönlichen Umweltbeitrag zu leisten«, so Brendan Brazier.


Streuner!: Straßenhunde in Europa
Streuner!: Straßenhunde in Europa
von Stefan Kirchhoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr informative Tierschutz-Dokumentation und gleichzeitig wunderschöner Bildband, 7. April 2015
Immer mehr Tierfreunde haben einen ehemaligen Straßenhund beziehungsweise einen Hund aus dem Ausland zu sich nach Hause geholt. Und immer mehr Menschen engagieren sich im Auslandstierschutz oder wollen sich für Straßenhunde einsetzen. Doch wie leben Straßenhunde eigentlich? Ist die Situation in den Ländern wirklich immer so grausam, wie man es oft im Tierschutz mitbekommt? Ist es in jedem Fall richtig, Straßenhunde zu »retten«? Kann ein Leben auf der Straße mit all ihren Gefahren lebenswerter sein als eingesperrt? Was ist besser für diese Hunde: In ihrer Heimat in Freiheit auf der Straße zu leben, im Tierheim zu landen oder zu uns nach Deutschland geholt zu werden? Und werden wir hier in Deutschland unseren Haushunden überhaupt gerecht?

Stefan Kirchhoff, Jahrgang 1978, wollte genau dies in Erfahrung bringen. Der gebürtige Ostfriese ist Tierschützer und arbeitete viele Jahre als Tierpfleger in Tierheimen beim Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (BMT). Er war Beiratsmitglied des BMT, Ausbilder für das Tierheim und Mitglied im Prüfungs­ausschuss der Tierpfleger. Erfahrungen mit verwilderten Haushunden gewann er durch seine eineinhalbjährige Zusammenarbeit als stellvertretender Projektleiter mit Günther Bloch innerhalb des Tuscany Dog Projektes. In dieser Feldstudie hat er in Italien das Verhalten verwilderter Hunde beobachtet. Das Projekt ist innerhalb der Hundeszene sehr bekannt geworden, da Günther Bloch ein Buch und eine DVD zu diesem Thema herausgegeben hat.

Wie leben Straßenhunde eigentlich?

»Während meiner Tierschutztätigkeit habe ich tausende von unterschiedlichen Hunden kennen gelernt. Jeder bringt seine eigene Geschichte, eigene Erfahrungen und einen individuellen Charakter mit«, so Stefan Kirchhoff. »Im Besonderen gilt dies für Auslandshunde, mit denen ich nicht nur als Tierpfleger im Tierschutz zu tun hatte«. Innerhalb der letzten 12 Jahre hauptberuflicher Tierschutzarbeit war er in Ländern wie Ungarn, Teneriffa, Rumänien, Norditalien tätig.

Über die grundsätzliche Notwendigkeit des Auslandstierschutzes besteht unter Tierschützern weitgehend Einigkeit. Doch die Frage, was das Beste für Straßenhunde ist, ist pauschal nicht zu beantworten. Es gibt unzählige Tierschutzorganisationen und Privatpersonen, die Hunde aus dem Ausland nach Deutschland holen. Im Internet findet man zahlreiche Bilder von Hunden, die Furchtbares mitmachen mussten. Doch wie leben die Tiere vor Ort wirklich? Wie organisieren sie sich und was machen sie den ganzen Tag? Werden sie von Menschen versorgt? Wie ist die Einstellung der Menschen in den jeweiligen Ländern zu den Streunern?

Diese Fragen führten bei Stefan Kirchhoff zu dem Wunsch, das Leben der Streunerhunde genauer zu dokumentieren. »Das Sammeln der Informationen und das Dokumentieren habe ich mit einer dreimonatigen Reise in meinem Wohnmobil durch Italien, Griechenland, Türkei, Bulgarien, Rumänien und Serbien abgerundet.« In seinem Buch »Streuner! Straßenhunde in Europa« stellt er Leben und Verhalten der Straßenhunde sehr anschaulich und mit vielen Fotos dar.

»Das Straßenhund-Leben kann natürlich sehr viele Nachteile mit sich bringen und das wird auch oft dokumentiert«, sagt Stefan Kirchhoff. Natürlich gibt es vergiftete Hunde, verstümmelte Hunde und die Jagd von Hundefängern auf die herrenlosen Vierbeiner. Doch er hat auch ganz andere Hunde erlebt. Die Bilder in seinem Buch entsprechen nicht dem typischen Bild eines kranken und Mitleid erregenden Streuners. »Es gibt auch sehr, sehr schöne Situationen auf der Straße. Ich habe gut genährte Straßenhunde gesehen, wo man nicht davon reden kann, dass sie täglich ums Überleben kämpfen.«

Wie sieht die Situation in den einzelnen Ländern aus?

Seine Reise führte Stefan Kirchhoff zuerst nach Italien. Im Süden gibt es viele Straßenhunde. Da überall Müll rumliegt, finden sie genug zu essen. Viele haben sich ein Zuhause gesucht, liegen beispielsweise vor einer Pizzeria, wo sie geduldet werden und suchen den Kontakt zu Menschen. Doch in Italien sind Hunde­fänger unterwegs, welche die Tiere in die »Caniles« bringen. Dafür gibt es Geld vom Staat. Hier geht es ums Geschäft: Da es für jeden Hund Geld gibt, haben die Betreiber der Caniles kein Interesse, die Hunde zu vermitteln. »Und da fängt das eigentliche Elend an«, erklärt der Tierschützer.

In der Türkei leben neben Rumänien die meisten Straßenhunde in Europa. In vielen Regionen können die Hunde ungestört leben. »Ich bin da ziemlich voreingenommen hingefahren, weil es immer heißt, die Moslems mögen keine Hunde und empfinden sie als unrein«, berichtet der Tierschützer. »Und dann habe ich dort Kinder gesehen, die mit Straßenhunden spielen, die Eltern standen daneben - das war überhaupt kein Problem.« In manchen Städten habe er sogar Trinkbehälter für die streunenden Katzen und Hunde gesehen. Das Tierschutzgesetz in der Türkei schreibt das Einfangen, Kastrieren und wieder Aussetzen der Hunde vor. Das wird vom Staat finanziert. Die Hunde bekommen eine Ohrmarke, die zeigt, dass sie kastriert sind. Die Hunde werden dabei oft auch gleich entwurmt.

Viele Straßenhunde leben in Griechenland. Dort gibt es nicht sehr viele staatliche Tierheime und auch keine Hundefänger. Allerdings gebe es immer wieder einige Einheimische, die das Problem selbst lösen wollen, zum Beispiel durch Vergiftungen.

Spanien gilt als frei von Straßenhunden. Der Grund liegt im kontinuierlichen Wegfangen der Hunde durch staatliche Hundefänger. Nach 21 Tagen werden die Hunde getötet, wenn nicht vorher der Besitzer oder ein Tierschützer den Hund wieder aus dem Zwinger holt. In den Tierheimen sind überdurchschnittlich viele Jagdhunde wie Podencos und Galgos vertreten. Diese Hunde werden massenhaft vermehrt und ohne große Ausbildung in die Wildnis geschickt, um jagdbare Tiere aufzuscheuchen. Tierschützer helfen mit eigenen Tierheimen, die Straßen hundefrei zu halten, meist finanziert mit Spenden aus Deutschland. Leider macht es in Spanien keinen Sinn, die Hunde zu kastrieren und wieder freizulassen, da sie kurz danach von Hundefängern wieder eingefangen werden.

Auch in Ungarn ist das Töten der Straßenhunde nach Ablauf einer bestimmten Frist erlaubt: Die Hunde werden kontinuierlich weggefangen und getötet. »Das Ergebnis ist: Es gibt keine Hunde auf der Straße. Aber zu welchem Preis?«, fragt Stefan Kirchhoff.

Besonders viele Streuner gibt es in Rumänien. Die Strategie schwankt zwischen großflächigen Tötungsaktionen und Nichtstun. Europaweit fordern Tierfreunde ein Ende der Hundetötungen in Rumänien und Regelungen im Umgang mit Straßentieren auf EU-Ebene. Wenn keine Hundefänger unterwegs sind, haben es die Tiere oft gut: »Ich habe stundenlang spielende Straßenhunde gesehen. Und wenn Straßenhunde spielen, dann geht es denen gut - psychisch und physisch. Sie sind einfach ausgeglichen«, erklärt Kirchhoff. Weil die Hunde oft nicht kastriert sind, vermehren sie sich unkontrolliert. Wenn sich Menschen von den großen Hundegruppen bedroht fühlen, sind Vergiftungen, Misshandlungen und neue brutale Tötungsaktionen die Folge.

Die Lebensqualität der Straßenhunde, oder: Wie sieht die Alternative aus?

Anhand welcher Kriterien kann man nun beurteilen, ob es einem Hund gut geht oder ob er leidet? »Ich habe Straßenhunde gesehen, die ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben können«, berichtet Stefan Kirchhoff. »Streuner haben viele Möglichkeiten, von denen unsere Haushunde im goldenen Käfig nur träumen können... Alles, was sie tun, tun sie, weil sie sich dafür entschieden haben, sie dürfen selbst aus freien Stücken heraus Entscheidungen treffen.«

Insgesamt fotografierte der Tierschützer auf seiner Reise 503 Hunde. Davon waren nur acht in schlechtem Ernährungszustand und nur einer schwer krank. Leichte gesundheitliche Auffälligkeiten wie Humpeln habe er bei neun Streuner gesehen. Insgesamt sei die große Mehrheit der Hunde, die er gesehen habe, in einem guten Zustand gewesen.

Dort, wo es Tötungsaktionen gibt, haben es sich Tierschützer zur Aufgabe gemacht, die Hunde von der Straße zu holen. Doch die Situation in den Tierschutz-Tierheimen sei oft alles andere als gut: »Das liegt oft daran, dass die Tierschützer zu viele Hunde aufnehmen«, berichtet Stefan Kirchhoff. Weil die Hunde auf engstem Raum zusammen sind und einander auch nicht ausweichen können, führt dies zu Aggressionen. »Ich habe Hunde erlebt, die nur in einer Ecke gelebt haben«. Sobald sie sich bewegten, wurden sie von anderen Hunden vertrieben.

Selbst wenn man zehnmal so viele Hunde nach Deutschland holen würde, gäbe es noch Abertausende Hunde, die ihr Leben in Tierheimen verbringen müssten.

In manchen Tierheimen habe Stefan Kirchhoff mehr Elend gesehen als auf der Straße. »Zur Beruhigung muss ich natürlich erwähnen, dass es auch sehr gute, geradezu vorbildliche Tierheime gibt, welche jedoch leider die Ausnahme darstellen.«

Die Bedeutung von Kastrationsprojekten

Große Bedeutung beim Thema »Straßenhunde« haben darum Kastrationsprojekte: Die Tiere werden kastriert, mit einer Ohrmarke versehen und wieder freigelassen (»Neuter and Release«). Werden diese Aktionen von Tierschützern durchgeführt, werden die Hunde bei dieser Gelegenheit auch behandelt, entwurmt, entfloht und gegen Tollwut geimpft. Sinn der Kastrationsprojekte ist, die Vermehrung der Straßenhunde zu verhindern.

»Neuter and Release« ist nicht nur die tierfreundlichste Methode im Umgang mit Straßenhunden, sondern letztlich auch die effizienteste und damit kostengünstigste. Stefan Kirchhoff beschreibt das aus der Wildbiologie bekannte Phänomen so: »Die Populationsgröße einer Tierart, in unserem Beispiel eben Hunde, wird beschränkt durch das Angebot an Ressourcen, wie zum Beispiel Wasser und Futter. Sind die Ressourcen ausgeschöpft, kommen keine Hunde mehr nach und die Geburtenrate stagniert. Fängt man die Tiere jedoch oder tötet sie, so macht man dadurch lediglich Platz für die nächsten. Die Folge ist, dass die Tierheime aus allen Nähten platzen, ohne dass die Population auf der Straße zurückgeht. Die kastrierten Hunde fungieren also einerseits als 'Platzhalter', können aber andererseits nicht mehr für weiteren Nachwuchs sorgen.«

»Nichts kann man pauschal in eine Schublade stecken«

»Mein persönliches Fazit ist: Nichts, aber auch gar nichts im Auslandstierschutz kann man pauschal in eine Schublade stecken.« In vielen Ländern sehe die Momentaufnahme der Straßenhunde nicht immer so schlecht aus. »Andererseits wäre es auch eine Verzerrung der Realität, wenn ich nicht auch darauf hinweisen würde, welch geradezu widerliche Misshandlung gegenüber Tieren sich so mancher Mensch einfallen lässt. Allerdings finden Misshandlungen von Tieren überall auf dieser Welt statt. Es gibt in dieser Beziehung keine 'guten' und 'bösen' Länder.«

Stefan Kirchhoff erzählt, dass er während seiner 12-jährigen hauptberuflichen Arbeit im Tierschutz sehr viele Hunde erlebt habe, die nicht für die Vermittlung nach Deutschland in Frage gekommen seien, welche die Tierschützer vor Ort aber auch nicht kastriert aussetzen wollten, obwohl die Bedingungen dafür gegeben waren. »Auf der anderen Seite habe ich Streuner kennen gelernt, die seit Jahren ein freies Leben auf der Straße führen durften«, berichtet der Tierschützer. »Diese Leben habe ich dokumentiert, nicht um zu glorifizieren oder zu verschönen, sondern einfach um das GANZE objektiv zu betrachten und Menschen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.«

So ist das Buch »Streuner! Straßenhunde in Europa« einerseits eine sehr informative Tierschutz-Dokumentation, die ihresgleichen sucht, andererseits aber auch ein wunderschöner Bildband, der uns Hunde und ihr Verhalten von einer ganz anderen Seite näher bringt.


No need for meat: Oder: Vegan ist, wenn man trotzdem lacht
No need for meat: Oder: Vegan ist, wenn man trotzdem lacht
von Andreas Bär Läsker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilige und überaus interessante Hmyne über die Vorteile pflanzlicher Ernährung, gewürzt mit Rezepten, 18. Februar 2015
Andreas Bär Läsker ist weder Schriftsteller noch Koch, aber vielen bekannt als Manager der Fantastischen Vier. Seit er vegan lebt, hat er sich als kreativer Rezept-Entwickler entpuppt: »Es kommt im absolut wahrsten Sinne des Wortes Leben in die Küche, wenn das tote Fleisch verschwunden ist«, so der Musikmanager. Seine spannende und extrem interessante Lebensgeschichte mit seinem Weg zur veganen Ernährung und die besten Rezepte aus seiner veganen Küche teilt »der Bär« nun in seinem ersten Buch »No need for meat«, einem »teilautobiographischen Ernährungsumstellungs-Inspirationsratgeber mit illustriertem Kochbuchanteil«.

Andreas Bär Läsker, geboren 1963 in Ludwigsburg, Stuttgarter DJ-Legende aus den Achtzigern, seit 1989 Manager der 'Fantastischen Vier', ehemaliger DSDS-Juror und begeisterter Fotograf mit wechselnden Ausstellungen ist seit 30 Jahren schlichtweg bekannt als »der Bär«. Dieser Name, den sogar in seinem Pass eingetragen ist, kommt nicht von ungefähr: Mit seinen 1,93 Metern brachte er in den 80er und 90er Jahren 160 Kilo auf die Waage. Ab 1999 begann er, seine Ernährung auf frisch und vollwertig umzustellen und regelmäßig Sport zu treiben. Nach der Lektüre des Buchs »China Study«, in dem T. Colin Campbell die wissenschaftliche Begründung für die pflanzenbasierte Ernährung liefert, hörte er am Rosenmontag 2011 von einem Tag auf den anderen auf, Fleisch zu essen.

Die »China Study« ' BÄMM!

»Ich habe wirklich von einem Tag auf den anderen kein Stück Fleisch mehr angerührtn«, erzählt »der Bär« in seinem Buch »No need for meat«. Kurze Zeit später sei es auch mit dem Fisch vorbei gewesen, die Eier und Milchprodukte folgten einige Zeit später.

Ja, und was war denn nun so krass an der »China Study«, dass der Musikmanager von einem Tag auf den anderen seine Ernährung komplett änderte? - Es war die Logik: empirisch erfasstes Wissen kombiniert mit entwaffnenden Erklärungen. Andreas Bär Lasker führt aber keine Zitate von Colin Campell an, sondern sagt: »Lesen Sie die China Study. Oder laden Sie sich das Hörbuch runter, das vom großartigen Christoph Maria Herbst gelesen wird.« Er selbst habe die China Study bis heute nicht einmal zu Ende gelesen. »Aber das musste ich auch nicht. Nachdem ich dieses Buch zugeklappt habe, war Fleisch für mich kein Thema mehr.«

Die Lektüre des Buches verschmolz zudem »mit meinem jahrelang mit mir herumgetragenen schlechten Gewissen, was die Beteiligung am milliardenfachen Tiermord anging«.

Denn schon länger hatte sich Andreas Bär Lasker mit dem Gedanken getragen, ob es richtig ist, Fleisch zu essen. »Ich bin seit fast 26 Jahren der Manager der 'Fantastischen Vier', und einer der Bandmitglieder, sein Name ist Thomas D, ist schon seit Ewigkeiten bzw. Veganer. Wenn man so will, ist er der Urvater meines schlechten Gewissens, was das Thema angeht.«

»Diese Tiere, deren Fleisch zu Lebensmitteln verarbeitet wird, werden unter solch grauenhaften Umständen gehalten, gequält und getötet, dass diese Zustände nur mit Filmen über dieses Thema dokumentiert werden können, verbal ist das kaum auszudrücken, dazu fehlt es selbst der so ausdrucksstarken und gut kombinierbaren deutschen Sprache schlichtweg am notwendigen, extrem drastischen Vokabular«, schreibt Andreas Bär Lasker in seinem ersten Buch »No need for meat«. »Dazu kommt, dass diese Menge an Antibiotika und Hormonen, die gegeben werden muss, damit diese armen Wesen diese Haltungsbedingungen überhaupt bis zu ihrem berechneten Todestag überleben, jedes vertretbare Maß tausendfach überschreitet.«

»Jetzt spüre ich keine Schuld mehr«

Seit etwa zwei Jahren lebt Andreas Bär Lasker vegan. Und er ist gar kein Bär mehr: Der Musikmanager wiegt inzwischen rund 60 Kilo weniger. Und nicht nur das: Er schlafe nun besser, sei im Kopf fitter, habe keine Verdauungsprobleme mehr. Auch das Völlegefühl nach dem Essen sei weg. Vor allem ist er erleichtert: »Jetzt spüre ich keine Schuld mehr, wenn ich zuschaue, wie Tiere unter unsäglichen Bedingungen gezüchtet und getötet werden.«

Die WELT wollte von ihm in einem Interview wissen, ob er jetzt seinen Namen »Bär« ändern wolle? Vielleicht in »Gorilla«, weil der ein Pflanzenesser sei? »Bären können problemlos von Wurzeln und Beeren überleben, tage-, monate-, jahrelang. Das können übrigens alle. Selbst Löwen könnten das. Der Löwe tötet unschuldig aus Instinkt. Wir töten schuldig, weil wir genusssüchtig sind.«

»Es kann aus kranken Tieren nun mal kein gesundes Fleisch entstehen«

»Wir leben alle in einer Welt, die es als mehr oder weniger normal betrachtet, Tiere zu essen. Oder zumindest deren Milch und deren Eier zu verzehren«, so Andreas Bär Lasker. »Wir sind alle mit den Werbesprüchen der Metzger-Innung 'Fleisch ist ein Stück Lebenskraft' oder dem Sprichwörtlichen Sinnbild (oder Trugbild) '"Die Milch macht's"' aufgewachsen. Im Grunde sind wir davon indoktriniert worden.«

Wenn er sich mit Leuten unterhält, die wissen, dass er Veganer ist, dann erlebt »der Bär«, wie tief verankert diese Werbesprüche sind ' und dass die meisten Leute wirklich glauben, sich mit Fleisch und Milch etwas Gutes zu tun.

Oft beschränkt sich der Versuch, sich gesund ernähren zu wollen, auf Salat mit Putenbruststreifen statt Schnitzel mit Pommes. Andreas Bär Läsker meint, das sei ein Widerspruch in sich: Es gebe für den Menschen kein wirklich gesundes Fleisch, sondern maximal schädliches und weniger schädliches. »Es kann aus kranken Tieren nun mal kein gesundes Fleisch entstehen. Und so, wie die Puten gezüchtet und gehalten werden, sind sie in leider 95 % aller Fälle krank.« Mit der ihm eigenen unverblümten Sprache beschreibt »der Bär« die Putenhaltung, berichtet von furchtbaren Überzüchtungen, fünf Hennen pro Quadratmeter, weswegen die Tiere zu »mentalen Krüppeln« würden, und Zuchtbetrieben, denen Schmerzen egal sind, die Mortalitätsrate aber nicht, weswegen am Ende »stark mit Medikamenten, Hormonen und Restkeimen belastetes Fleisch« herauskomme. Und er kommt zu dem Schluss: »Geflügel ist auf gut Deutsch das Letzte, was Sie sich auf einem Salat antun sollten«.

Und auch sonst, so Andreas Bär Läsker, ist das »deutlich übermächtige Fleisch-Fisch-Wurst-Angebot« zu einem »vollkommen unkontrollierten Overkill-Angebot mutiert«. Und wenn dann noch in Würste Käse eingespritzt wird, steigert sich der tierische Fettanteil »von ursprünglich 40-70% auf locker 80%«. Die Folge: »Wir, und vor allem unsere Kinder, werden ohne jegliche Kontrolle Angeboten von wirklich vollkommen ungesunden bis schädlichen, so genannten Lebensmitteln ausgesetzt, und es ist wirklich kein Wunder, dass es immer mehr fehlernährte, kranke oder unter starken, multiplen Allergien leidende Kinder gibt.«

»Keine Zeit« und »Gesunde Bio-Lebensmittel sind zu teuer«

Andreas Bär Lasker widmet sich ausführlich den »zwei schlimmsten Statements zum Thema Ernährung«: »Ich habe keine Zeit zum Kochen« und »Eine Ernährung mit frischen, biologischen Zutaten ist zu teuer für mich«. Und er sagt: »Ihre Ernährung MUSS die Nummer Eins in Ihrem Leben sein. Nichts ist wichtiger als das, was Sie essen, trinken oder atmen.« Lebens-Mittel seien Mittel zum Leben ' also im Prinzip eine ganz klare Sache. Entsprechend gelte es, zu selektieren und Prioritäten zu setzen: »Zum Beispiel, ob sie sich ein Jahr lang wirklich gesund und gut ernähren wollen oder ob Sie lieber einen neuen Fernseher kaufen, vor dem Sie Zeit verschwenden, die Sie eigentlich nicht haben, und deswegen lieber Chips und Fertigpizza essen, die zwar billig sind, aber krank machen, und das kostet dann wieder Zeit'« Und das gelte sowohl für Alles-Esser als auch für Veganer. »Merkwürdigerweise habe ich noch nie erlebt, dass jemand einen Kredit aufgenommen hat, um sich ein paar Jahre gut und gesund zu ernähren. Das würde aber deutlich mehr Sinn machen, als sich einen sauteuren Urlaub zu leisten und dafür das ganze Jahr über nur entsetzlich minderwertiges bis nahezu giftiges Zeug zu sich zu nehmen, nur weil es so schön billig ist.«

»Und das alles, weil''s schmeckt?«

Nun ernährt sich die Mehrheit der Menschen von Fleisch und Milchprodukten. Die Supermärkte sind voll davon, und an jeder Straßenecke gibt's Bratwürstchen, Döner, Käsestangen und natürlich Latte Macchiato. Es ist »normal«. Und: »Es schmeckt«. »Weil's schmeckt« bezeichnet Andreas Bär Lasker als »das ultimative, alles wegbügelnde, megaklare und wirklich an Logik, Unumstößlichkeit und Zeitgeist nicht zu überbietende Monster-Endgegner-Totschlagargument«.

»Als einziges, pseudo-valides Argument für eine Ernährung mit tierischen Produkten den Geschmack anzuführen, ist aus meiner Sicht eine Mischung aus Zynismus, Ignoranz, unfassbarer Arroganz und einer stark reaktionären Haltung«, schreibt »der Bär«. Denn es werde unfassbares Leid auf dieser Erde durch dieses lächerliche Argument verursacht. »Milliarden von Tieren werden unter unsäglichen Bedingungen gehalten und getötet, dazu kommt eine Ressourcenverschwendung, die kaum noch zu beschreiben ist. Von der Klimazerstörung durch die Rinderhaltung und der rasend schnellen Entwicklung von multiresistenten Keimen durch den unkontrollierten Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht ganz zu schweigen. Und das alles, weil's schmeckt?«

Außerdem: »Schmecken tun auch Tausende und Abertausende von anderen Lebensmitteln, die nicht aus Fleisch, Fisch, Milch und Eiern bestehen«. Man müsse diese Lebensmittel nur einmal an sich heranlassen und sie gezielt suchen.

»Ja, was darfst du denn dann noch essen?!«

Wer in einem Umfeld von Fleischessern und Milchtrinkern mitteilt, dass er sich vegan ernährt, bekommt nicht selten die Frage zu hören: »Ja, was darfst du denn dann noch essen?!« Andreas Bär Läsker gesteht in seinem Buch, dass er diese Frage vor Jahren auch gestellt habe. Er habe sie sogar als Behauptung formuliert, um sich vor dem Entschluss, vegan zu werden, zu 'schützen'. »Vegan? Pff' so'n' Quatsch, da kann man ja überhaupt nichts mehr essen.« Auch er habe alle daraufhin vorgebrachten Argumente versucht wegzubügeln, oder sie zumindest hartnäckig zu ignorieren. »Aber' wie man sieht und liest: Man(n) lernt nie aus!«

»Was darfst du dann noch essen?«

Essen darf ein Veganer alles, aber es will es nicht. Andreas Bär Läsker ist daher der himmelweite Unterschied zwischen
»Verzichten« und »Vermeiden« wichtig. Denn ein Verzicht ist Zwang, während man etwas vollkommen freiwillig vermeidet: »In dem Moment, in dem Sie sich zu einer pflanzlichen Ernährung entschlossen haben, verzichten Sie nicht auf Fleisch, Milch und Eier. Sie vermeiden sie. Weil Sie es wollen. Niemand hat Sie dazu gezwungen, niemand befiehlt es Ihnen.«

Es ist eine Entscheidung aus freien Stücken ' eine Entscheidung für die gesündeste Ernährung die es gibt. »Und diese Entscheidung ist nicht nur gut für Sie, sondern für uns alle, unseren Planeten und die die Tiere das Beste. Wenn das keine Motivation ist ;-)'«

Eine intergalaktische, neue, interessante und unfassbar vielfältige Welt der Ernährung

Abgesehen von den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und vom guten Gewissen tun sich bei der pflanzlichen Ernährung eine Vielzahl bisher unbekannter Lebensmittel und völlig neue Geschmackswelten auf: »Im Vergleich zu dem, was Sie hinter dieser riesigen Mauer aus Fleisch, Wurst und Käse erwartet, vor der Sie jetzt vielleicht noch stehen, ist das, was Sie jetzt haben, nur ein armseliger, kleiner Bruchteil dessen, was man ' bleiben wir ruhig mal kurz innerhalb der Weltraum-Metapher ' Ernährungsuniversum bezeichnen kann. Als Fleischesser erreichen Sie nicht einmal den Orbit, als Veganer reisen Sie mit der Leichtigkeit des eigenen ' nebenher erwähnt, extrem umweltfreundlichen ' Antriebs durch eine intergalaktische, neue, interessante und unfassbar vielfältige Welt der Ernährung, die nicht nur um vieles größer ist als die der anderen Seite, sondern sich über Jahre hinweg selbst immer weiter potenziert. Hört sich übertrieben an? Isses - aaaaaaber - nich.«

»Der Bär« hätte es sich vor fünf Jahren nicht träumen lassen, mit Zutaten wie Amaranth, Buchweizenflocken, Chia-Samen, Pak-Choi, Maulbeeren, Cashewnüssen, Hefeflocken, Braunhirsemehl oder Mönchsbart rumzuhantieren. »Heute bin ich um so viele Geschmacks- und Zubereitungserfahrungen reicher, die ich niemals gemacht hätte, wenn ich weiterhin bei dem ewigen 'Ein Stück Fleisch mit Beilagen' geblieben wäre.«

Seine Lieblingsrezepte stellt Andreas Bär Läsker in seinem ersten Buch vor: Jetzt können auch Sie seine bislang nur im Freundeskreis beliebten Rote-Bete-Küchle endlich nachkochen... Dieses kulinarische Party-Highlight ist bei Festivitäten sofort vergriffen ' und die ultimative Alternative zum »Kill to Grill«. Zusammen mit den Spinatküchlein (Rezept Seite') unser Tipp für die sommerliche Grillsaison.

Kunterbunt gemischt werden die Rezepte in die informativ-unterhaltsamen Texte rund um das Thema pflanzliche Ernährung eingestreut. Zum Teil ohne erkennbare Systematik. Manchmal aber schon: Da gibt's einen Text über Wurzeln (Möhren, Rote Beete'), anschließend folgen drei oder vier Rezepte (Pastinakensuppe, Rote-Beete-Salat..). Dann folgt die »Ode an die Kartoffel«, an die sich fünf Kartoffelrezepte (Mangold-Kartoffelpüree, Süßkartoffeltaler,') anschließen. »No need for meat« ist ja auch nicht wirklich ein Kochbuch, sondern eben ein »teilautobiographischer Ernährungsumstellungs-Inspirationsratgeber mit illustriertem Kochbuchanteil«. In insgesamt 211 Seiten sind 60 Rezepte zu finden. Die schönen Rezeptfotos stammen von Charalambos Triantafillidis. Der Fotograf ist seit Jahren mit Andreas Bär Läsker befreundet und hat vor zwei Jahren auch seine Ernährung umgestellt.

Natürlich dabei sind selbstgemachte Maultaschen, schließlich kommt »der Bär« aus dem Schwabenland. Als »Kracher aus meinem Repertoire leckerer Party Finger Foods« bezeichnet Bär Läsker seine Vuggets mit Tzatziki: Die kleinen Bratlinge auf Polenta-Basis sind einfach und schnell herzustellen und werden mit veganem Tzatziki gedippt. Auch die »Küchle« müssen Sie probieren, »bei jedem Grill-Event der absolute Oberburner«. Diese Küchle sind nicht nur schnell gemacht und oberlecker, sondern durch Spinat, Leinsamen und Tofu auch obergesund (Omegea-3-Fettsäuren, hoher Eiweißgehalt, nährstoffintensiv).

Läskers Küche ist eine experimentelle Küche, in der er alles selbst zubereitet und aus der sämtliche Fertig- und Industrieprodukte (Weißmehl, weißer Zucker,') verbannt sind. So ist seine frische Spinatsauce absolut zu empfehlen, ebenso wie sein Hummus, das er gleich in großen Mengen herstellt und in Einweckgläser als Mitbringsel an Freunde verschenkt. So stellt er in seinem Buch wissenswerte Informationen zu Gemüsen, Gewürzen und weiteren Zutaten vor, gibt Tipps zur Zubereitung und auch allgemeine hilfreiche Küchentipps, zum Beispiel welche Werkzeuge sich in seiner vollwertigen Pflanzenküche bewährt haben. Und das alles im überaus unterhaltsamen Erzählstil.

Umdenken

»Vegane Ernährung ist kein Hype, keine Mode und kein Trend. Sie ist Ausdruck und Folge eines weltweit erfolgenden Umdenkens«, so »der Bär« am Schluss seines Buches. »Vegane Ernährung ist gut für Sie, für Ihre Kinder und Ihre Freunde. Sie ist gut für die Tiere, die weder gezüchtet noch getötet werden müssen. Und last but not least ist vegane Ernährung gut für unseren Planeten, diese wunderschöne blaue Kugel namens Erde.«

Wenn man es schaffe, sich vegan zu ernähren, sei das letzte Tier, für dessen Tod man aktiv verantwortlich ist, der innere Schweinehund.

»No need for meat« von Andreas Bär Läsker ist eine kurzweilige und überaus interessante Lektüre: Sie kann Menschen, die noch Fleisch essen oder weniger Fleisch essen wollen, völlig unverkrampft - aber auf den Punkt ' zum Nachdenken bringen. Neu-Vegetarier und Neu-Veganer werden auf wertvolle Tipps stoßen und sich und ihre allienähnliche Situation als Veganer in einer Welt von Fleischessern und Milchtrinkern in den köstlich formulierten Erzählungen des Fanta4-Managers wieder finden. Und alle, die schon lägst überzeugte Pflanzenesser sind, werden in »der Bär« einen Gleichgesinnten erkennen, der viele Gedanken, die sie schon längst so oder so ähnlich hatten, auf höchst unterhaltsame Weise auf's Papier bringt. Und ach ja: Rezepte gibt es ja auch in dem Buch, welche sich wirklich lohnen, einmal auszuprobieren.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 30, 2015 5:59 PM CET


InterEssen: Ernährungswissenschaft zwischen Ökonomie und Gesundheit, In Zusammenarbeit mit Howard Jacobson
InterEssen: Ernährungswissenschaft zwischen Ökonomie und Gesundheit, In Zusammenarbeit mit Howard Jacobson
von T. Colin Campbell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ganze Wahrheit über unsere Ernährung, 29. Januar 2015
Prof. Dr. T. Colin Campbell leitete als Professor für Biochemie an der amerikanischen Cornell University das so genannte China-Cornell-Oxford-Project, eine der größten epidemiologischen Studien weltweit. Die »China Study« weist nach, dass die pflanzenbasierte Ernährung die gesündeste Ernährungsweise für den Menschen ist. In seinem neuen Buch »InterEssen« klärt Prof. Campbell darüber auf, warum unser Interesse, gesund zu bleiben, gegen die Interessen mächtiger Gruppen aus Industrie, Politik und Wissenschaft steht.

Seit ihrem Erscheinen 2005 haben Millionen Menschen die »China Study« gelesen oder davon gehört. »Seit 2005 haben viele meiner Kollegen verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die sogar noch stärkere Effekte einer guten Ernährung auf die unterschiedlichen Systeme des Körpers belegen«, schreibt der Ernährungswissenschaftler. Wer heute als Wissenschaftler, Arzt, Journalist oder Politiker die Bedeutung der pflanzenbasierten Ernährung für den Einzelnen und die gesellschaftliche Gesundheit leugne oder kleinrede, habe offenbar die Fakten nicht richtig angesehen: »Es gibt einfach zu viele deutliche Beweise, um diese weiter zu ignorieren.«

Noch nie wurde so viel Geld für das »Gesundheitssystem« ausgegeben wie heute, dennoch sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs Todesursache Nr. 1 und Nr. 2 in den Industrieländern. Weitere Todesursache sind Chronische Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes und die Nebenwirkungen der Medikamente, die den Menschen gegen Krankheiten verschrieben werden. »Vielleicht ist es an der Zeit, den Kampf gegen uns selbst mit giftigen Cocktails und gefährlichen Operationen zu beenden«, schreibt Prof. Campbell.

Gesundheit mit Messer und Gabel

Unsere Gesundheit liegt in unseren eigenen Händen - genauer zwischen Messer und Gabel. Denn: Eine vollwertige naturbelassene pflanzenbasierte Ernährung packt das Übel zahlreicher Krankheiten bei der Wurzel: Sie verhindert 95 Prozent aller Krebserkrankungen, verhindert nahezu alle Herz- und Schlaganfälle, kann sogar schwere Verläufe von Herzerkrankungen bessern und verhindert oder verbessert Diabetes Typ 2, führt in gesunder Weise zum Idealgewicht, beseitigt vielfach Migräne, Akne, chronische Schmerzen, Verdauungsstörungen...

Doch warum ist es so schwierig, diese Fakten zu verbreiten? Prof. Campbell macht in »InterEssen« dafür zwei Ursachen aus: Einerseits lasse das »geistige Gefängnis« westlicher Wissenschaft und Medizin nicht zu, so etwas Einfaches wie Ernährung als den Schlüssel zur Gesundheit anzuerkennen. Anderseits hätten die reichen und mächtigen Industrien, die unser Gesundheitssystem ausmachen, ihr ursprüngliches Ziel - die Gesundheit des Menschen - zugunsten der kontinuierlichen Profitmaximierung aufgeben.

Globale Bedeutung

»Früher war es reine Privatsache, wie man sich ernährte«, so Prof. Campbell. Heute gehe es um die Frage, ob wir weiter unseren Körper vergiften und unseren Planeten zerstören wollen. »Was wir essen, jeder einzelne ebenso wie die Gesellschaft, wirkt sich weit mehr als nur auf unsere Taille oder unseren Blutdruck aus. Es hängt heute davon nicht weniger als der Fortbestand unserer Art davon ab.«

Die pflanzenbasierte Ernährung führt zur Schließung industrieller Viehbetriebe, verringert die Grundwasserverseuchung, verhindert Urwaldrodungen, verlangsamt den menschengemachten Klimawandel, führt zu einem Rückgang von Mangelernährung und zu weniger Hunger in den ärmsten Regionen und somit auch zu weniger Hungerflüchtlingen.

Jeder Einzelne kann also durch die Wahl seiner Ernährung nicht nur etwas für die eigene Gesundheit tun, sondern auch aktiv einen Beitrag leisten für den Schutz der Tiere, für den Regenwald, für die Bewahrung unseres Planeten und gegen den Hunger in der Welt. Prof. Campbell schließt sein Buch mit den Worten: »Es wird Zeit, dass wir eine richtige Revolution anzetteln. Der Anfang ist gemacht, wenn wir unsere Glaubenssätze infrage stellen und unsere Ernährung umstellen. Das Ziel ist die Umwandlung der Gesellschaft als Ganzes.«
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VEGAN GESUND: Sich besser fühlen und deutlich leistungsfähiger werden mit der gesündesten Ernährung
VEGAN GESUND: Sich besser fühlen und deutlich leistungsfähiger werden mit der gesündesten Ernährung
von Raphael Lüthy
  Gebundene Ausgabe

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus Liebe zu den Tieren & der eigenen Gesundheit, 18. Januar 2015
Der perfekte Genuss. Optisch und kulinarisch. Der Schweizer Gourmetkoch Raphael Lüthy und der Arzt Dr. Ernst Walter Henrich zeigen in ihrem Kochbuch »VEGAN GESUND«, wie gesund und geschmackvoll die vegane Küche ist. Ihr Motto lautet: »Sich besser fühlen und deutlich leistungsfähiger werden mit der gesündesten Ernährung!«

Aus Sicht des Arztes und Ernährungsexperten Dr. Henrich ist die vegane Ernährung die gesündeste überhaupt. Denn ob eine Ernährung gesund ist, hängt nicht nur vom ausreichenden Gehalt aller erforderlichen Nährstoffe ab. Der besondere gesundheitliche Wert der veganen Ernährung ist im fast völligen Fehlen extrem gesundheitsschädlicher Substanzen begründet: 92 Prozent aller Giftstoffe (Dioxine, PCPs) in Nahrungsmitteln stammen aus Tierprodukten. Hormone und Proteine aus Fleisch- und Milchprodukten können bekanntlich zu ernährungsbedingten Krankheiten wie Fettleibigkeit, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs führen. Natürlich kann man auch als Veganer ungesund leben, nämlich wenn man sich hauptsächlich von Fertigprodukten ernährt und zu viel Fett- und Zuckerhaltiges und leere Kohlehydrate wie Weißmehl konsumiert. Darum werden in »VEGAN GESUND« die »7 Regeln der gesunden veganen Ernährung« vorgestellt.

Der Rezept-Teil beginnt mit dem Frühstück: Brot und Brötchen, süße und herzhafte Brotaufstriche, verschiedene Müslis und Herzhaftes wie Rösti oder Frühstücksburger. Es folgen Vorspeisen und kleine Gerichte wie Gemüsequiche & Crêpes, anschließend werden kreative Rezepte für Suppen von »Linsen-Curryuppe mit Ananas« bis »Lauch-Ingwersuppe mit Brunnenkresse« vorgestellt. Dass Salate mehr sind als eine Zugabe, zeigen kulinarische Highlights wie »Gemüsecarpaccio mit Rote Bete Würfeln« oder »Melo Mango«. Unwiderstehlich lecker & gesund sind die etwa 40 Hauptgerichte von »Zuckerschoten mit Basilikum-Kartoffelpüree« bis »Gebratener Brokkoli mit Kräuterseitlingen«. Zum Schluss dürfen natürlich Desserts & Drinks nicht fehlen: von Panna Cotta über Rohkost-Mohnkuchen bis »Schoko Maximum«.

Mit über 300 Seiten ist mit »VEGAN GESUND« ein Standartwerk der veganen Küche entstanden. Meisterhaft fotografierte Rezepte in Großformat und eine sehr hochwertige Aufmachung machen schon beim ersten Durchblättern Freude. Vor allem zeigt das neue Kochbuch eines: Es ist so einfach, sich selbst und den Tieren etwas Gutes zu tun!

»Werden Sie vegan. Es ist die wirksamste Methode um auf friedfertige Weise den wichtigsten Beitrag für Klima, Umwelt, Tiere, Menschen und die eigene Gesundheit zu leisten«, sagt Dr. Ernst Walter Henrich im Interview mit der Zeitschrift »Freiheit für Tiere«.


Die Kontinuität von Bewusstsein: Das naturwissenschaftliche Argument für Tierrrechte
Die Kontinuität von Bewusstsein: Das naturwissenschaftliche Argument für Tierrrechte
von Martin Balluch
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Naturwissenschaftliche Argumente für Tierrechte, 13. Dezember 2014
Der engagierte Tierrechtler Dr. Martin Balluch liefert in seinem Buch naturwissenschaftliche Argumente für Tierrechte und untermauert die politische Forderung nach Tierrechten mit dem Nachweis von Bewusstsein bei Tieren.

Ein häufig vorgebrachtes »Argument« gegen konsequenten Tierschutz und Tierrechte lautet, dass Tiere kein Bewusstsein hätten, ja manche Menschen sprechen ihnen sogar jede ernst zu nehmende Leidens- und Empfindungsfähigkeit ab. Doch dieses vorsintflutliche Bild von Tieren als primitiven, instinktgesteuerten »Biomaschinen« ist längst widerlegt. Vor allem die modernen Naturwissenschaften - Biologie, vergleichende Verhaltensforschung, aber auch Psychologie, Philosophie und andere Disziplinen - haben uns klar vor Augen geführt, wie komplex und menschenähnlich das Verhalten und Empfinden vieler Tiere ist. Jenseits aller verstaubten religiösen Dogmen und traditionsbedingten ideologischen Verblendungen geht Martin Balluch deshalb einen anderen Weg - den wissenschaftlichen. Er trägt alles Wesentliche, das wir über das Bewusstsein (bei Mensch und Tier) aus der Naturwissenschaft wissen, zusammen und stellt damit all jene überkommenen Vorstellungen zum Status von Tieren in unserer Gesellschaft in Frage, die sowohl unsere juris­tischen als auch unsere religiösen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder kulinarischen Traditionen geprägt haben und mitverantwortlich sind für die heutige eklatante, ja katastrophale Situation, in der sich zahllose (Nutz)tiere befinden.

Martin Balluch ist es gelungen, einem hohen wissenschaftlichen Anspruch Rechnung zu tragen - und gleichzeitig ein allgemein verständliches, hochinteressantes und geradezu fesselndes Buch zu schreiben, das man nicht so schnell aus der Hand legt. Zudem zeigt er mögliche alternative Wege zu einem friedlichen, gewaltfreien Zusammenleben von Mensch und Tier auf. Martin Balluch fasst am Schluss zusammen und kommentiert, was andere Autoren, Denker und Philosophen an Ideen geboten haben.


Vegan to go - Schnell, einfach, lecker (Vegane Kochbücher von Attila Hildmann)
Vegan to go - Schnell, einfach, lecker (Vegane Kochbücher von Attila Hildmann)
von Attila Hildmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schnell gemacht und sensationell lecker, 13. Dezember 2014
In »Vegan to Go« stellt Attila Hildmann über 100 neue leckere Rezepte vor, die besonders einfach und schnell herzustellen sind. Sozusagen veganes Fast Food im besten Sinne, mit positiver Wirkung für die Gesundheit.

Mit »Vegan for Fit« haben Hunderttausende abgenommen, in »Vegan for Youth« ging es zusätzlich zur Gewichtsreduktion um eine supergesunde Ernährung, die reich an Antioxidantien ist und dadurch biologisch jünger macht.

In Attilas neuem Buch »Vegan to Go« gibt es neben supergesunden Rezepten auch die »vegane Schlemmerstufe«, wie er es nennt: »Man gönnt sich ja sonst nichts, und da Veganer sowieso als Verzichtskünstler verschrien sind, können wir hier mal so richtig auf den Putz hauen und schlemmen«. Gesünder als die übliche Normal-Kost sind auch die veganen Schlemmerrezepte allemal: ohne Cholesterin und tierische Fette, ohne künstliche Geschmacksverstärker, Farb- und Zusatzstoffe.

»Es ist ganz einfach: Du kannst weiter den Fertigkram essen, der dir angeblich Zeit spart, oder du erlernst die Basics der veganen Küche«, so Attila Hildmann. Die Rezepte in »Vegan to Go« sind total einfach und schnell gemacht. Industrie- und Fertigprodukte werden konsequent vermieden. Statt dessen rät der Vegan-Koch, saisonale Bio-Produkte aus der Region zu verwenden.

»Ein köstliches veganes Gericht ist nicht nur gut für deine Gesundheit, sondern du spürst damit auch bewusst und unbewusst, dass du damit Tierleben und die Umwelt schonst«, schreibt Attila unter der Überschrift »The Chance«. Das, was wir den Tieren mit unserem - oft unbewussten - Konsum antun, empfindet er als ekelhafte Perversion: »Wenn wir nur einen Tag im Leben mit offenen Augen ein Tier vom viel zu engen Stall ins Schlachthaus begleiten würden, wären 90 Prozent von uns ab morgen Veganer.«

»Ich glaube, wir können einfach nicht so weiter machen wie bisher«, sagt Attila Hildmann im Gespräch mit Freiheit für Tiere. Keiner möchte eigentlich Massentierhaltung. Jeder möchte sagen: Ne, das gefällt mir nicht. Aber viele Menschen wissen nicht, wie sie es machen sollen. Und da macht ihr natürlich ein Angebot - und ich mache auf meine Art ein Angebot.«

Denn: Jeder Bissen vegane Köstlichkeit ist aktiver Tier-, Umwelt- und Klimaschutz. Somit bedeutet vegane Ernährung nicht Verzicht, sondern ist ein echter Zugewinn.

»Vegan to Go« ist der ideale Einstieg in die vegane Kochkunst, ohne große Vorkenntnisse oder besondere Anschaffungen. Aber auch für Vollblutveganer bietet Attilas siebtes Kochbuch ein Feuerwerk kulinarischer Highlights - auch für unterwegs. Schon beim ersten Durchblättern machen die von Food-Fotograf Simon Vollmeyer vollendet in Szene gesetzten Köstlichkeiten so richtig Appetit, sich auf der Stelle ein veganes Sandwich, eine Gemüse-Pizza für Faule oder ein Supercrunch-Müsli zuzubereiten!


Der Hund und sein Philosoph: Plädoyer für Autonomie und Tierrechte
Der Hund und sein Philosoph: Plädoyer für Autonomie und Tierrechte
von Martin Balluch
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer Gleichberechtigung von Menschen und Tieren in der Gesellschaft, 4. Dezember 2014
Die Freundschaft mit Kuksi, einem ausgesetzten Hund, den er vor sechs Jahren aus dem Tierheim zu sich nahm, inspirierte Dr. Dr. Martin Balluch zu seinem neuen Buch »Der Hund und sein Philosoph«. Anhand von Erlebnissen und Anekdoten aus dem Zusammenleben mit seinem Hundefreund macht Martin Balluch deutlich, dass Tiere fühlen, denken, kommunizieren - sowohl mit anderen Tieren als auch mit uns Menschen - und dass sie über Selbstbewusstsein verfügen und autonom handeln. Sein Plädoyer für Autonomie und Tierrechte ist unterhaltsam und fesselnd im Erzählstil geschrieben: Jeder, der mit Tieren zusammen lebt, wird sich bei diesen Schilderungen an ähnliche Erlebnisse und Beobachtungen erinnern. Als Naturwissenschaftler stellt Martin Balluch seine Erfahrungen mit Tieren in Zusammenhang mit wissenschaftlichen Fakten: Die Forderung nach Autonomie von Tieren in unserer Gesellschaft wird umfassend naturwissenschaftlich und philosophisch begründet.

Die »Metaphysik der Sitten« des Philosophen Immanuel Kants bildet die Grundlage des seit über 200 Jahren geltenden Zivilrechts, in dem der Mensch ein Zweck an sich und das Tier nur Mittel zum Zweck ist. Das neue Buch von Martin Balluch stellt Kants Sittenlehre vor dem Hintergrund moderner naturwissenschaftlicher Erkenntnisse in Frage. Gleichzeitig nützt der Autor Kants Argumentationsweise, um auch für Tiere Rechte und einen Personenstatus zu fordern: »Ich denke, mit dem heutigen Wissen über Tiere ist diese Schlussfolgerung unumgänglich«.

Einsatz für Tierrechte

Martin Balluch setzt sich seit über 25 Jahren für die Rechte der Tiere ein. Für dieses Engagement gab er eine glänzende Karriere als Wissenschaftler auf: Nach seiner Dissertation in mathematischer Physik 1989 war er von 1990 bis 1997 als Universitäts­assistent im Institut von Stephen Hawking an der Universität Cambridge tätig. 1997 kehrte in sein Heimatland Österreich zurück, um sich im Verein gegen Tierfabriken zu engagieren, dem er seit 2002 als Obmann vorsteht.

Seine wissenschaftliche Forschung und Arbeit gab er nicht auf: 2004 verfasste Martin Balluch seine zweite Dissertation, diesmal in Philosophie an der Universität Wien zum Thema Tierrechte. »Es war mir ein großes Anliegen, dieses Thema in einer seriösen und wissenschaftlichen Weise in die akademische Welt zu tragen«, berichtet er. Inzwischen sind Tierrechte in Philosophie und Biologie an Universitäten nicht mehr wegzudenken.

Auch die politischen Erfolge des Vereins gegen Tierfabriken
waren beachtlich:
• 1998 Schließung aller Pelztierfarmen in Österreich
• 2002 Verbot von Wildtieren in Zirkussen
• 2004 Einstimmiger Entschließungsantrag der Parlamentsparteien,
»Tierschutz als Staatsziel« in der Verfassung zu verankern
• 2004 Verbot der Käfighaltung für Hühner in Österreich
• 2006 Verbot von Tierversuchen an Menschenaffen
• 2007 Verbot der Käfighaltung von Kaninchen (zur Fleischgewinnung)

Der »Tierrechtsprozess«

Offenbar gingen bestimmten Interessengruppen diese Erfolge zu weit: 2008 wurden Martin Balluch und neun weitere Tierrechtsaktivisten mitten in der Nacht von einem bewaffneten Sondereinsatzkommando verhaftet. Der Vorwurf: Balluch sei verdächtig, Chef einer kriminellen Organisation zu sein, die eine Tierrechtsrevolution plane. 105 Tage war er in Untersuchungshaft eingesperrt. Die Festnahme führte international zu massiven Protesten.

Gemeinsam mit 12 anderen Tierschützern stand der VGT-Obmann vom 2. März 2010 bis 2. Mai 2011 im Landesgericht Wiener Neustadt vor Gericht. Die Besonderheit des Verfahrens war, dass Martin Balluch und einigen anderen Angeklagten dabei keine konkreten Straftaten, sondern bloß die indirekte Förderung und Unterstützung von unbekannten Straftätern durch legale Tierschutzarbeit vorgeworfen wurde.

Mit dem Urteil vom 2. Mai 2011 wurden alle 13 Angeklagten von sämtlichen Vorwürfen in allen Punkten freigesprochen. Bislang wurde allerdings keiner der Tierschützer entschädigt – stattdessen sind Martin Balluch und die anderen Tierschutzaktivisten durch die hohen Kosten des Verfahrens finanziell ruiniert.

Hund »Kuksi« aus dem Tierheim aufgenommen: »Für uns beide begann ein neues Leben«

Nachdem Martin Balluch aus der U-Haft entlassen worden war, nahm er sich vor, wieder einen Hund aus einem Tierheim aufzunehmen: »So lange in einer Zelle zu sitzen, machte mir bewusst, wie schrecklich es ist, unschuldig seiner Freiheit beraubt zu werden. Ich fand meinen Freund Kuksi im Tierparadies Schabenreith in Oberösterreich. Er war zwei Monate davor an einer Autobahnraststation ausgesetzt worden. Für uns beide begann ein neues Leben.«

Für das Zusammenleben haben sich Mensch und Hund gemeinsam Regeln erarbeitet, an die sich beide freiwillig halten. Ein Beispiel: »Bevor er zu mir ins Bett kommt, fragt Kuksi, ob mir das passt. Ich betrete sein Bettchen auch nicht, ohne dass er das will. Diese Regel respektiert Kuksi konsequent - außer wir streiten. Dann kann es durchaus sein, dass er bewusst die Regel bricht, um seinen Protest zu deponieren. Doch als sozial kompetentes Wesen ist ihm danach eine baldige Versöhnung wichtig.«

Eine weitere Regel ist, dass Kuksi keine Tiere jagen soll. Immerhin hat er Gene von Bracken, also Jagdhunden, in sich. »Kuksi hat anfänglich Tiere getötet, einmal eine Maus und in einem Lemmingjahr in Skandinavien mehrere dieser Nager. Ich habe ihm damals mein Missfallen und meine Verzweiflung darüber mitgeteilt. Es scheint ihm nun wichtiger zu sein, mich nicht emotional zu verletzen, als einer etwaigen Jagdpassion nachzugehen.«

Soziales Zusammenleben und Kommunikation

Hat Kuksi eine gemeinsame Regel gebrochen, zum Beispiel wenn er beim Spiel zu wild geworden ist, schaut er schuldbewusst und entschuldigt sich später auch. »Zwar wird in der Literatur immer wieder bezweifelt, dass Hunde zu einem Schuldgefühl in der Lage seien, aber dieser Zweifel wird damit begründet, dass sie sich vor Strafe fürchten würden«, schreibt Balluch. »In unserem Fall kann das nicht zutreffen, weil sich Kuksi weder vor mir fürchtet noch je bestraft worden ist. Er hat die Regeln unseres sozialen Zusammenlebens verstanden und fühlt sich unwohl, wenn er sie bricht, aber nicht aus Angst, sondern weil er ungern sozialen Unfrieden schafft, wie die meisten sozialen Wesen. In unserem Fall bedeutet das aber auch, dass Kuksi sich bewusst ist, eine Regel gebrochen zu haben.«

Hund und Mensch kommunizieren emotional, sowohl durch den Tonfall als auch durch die Körpersprache: »So wie ich aus seinem Verhalten und seinen Lautäußerungen ablesen kann, wie es ihm geht, so auch umgekehrt. Dafür brauche ich nicht wie ein Hund zu agieren und er nicht wie ein Mensch. Durch unser enges Zusammenleben verstehen wir uns diesbezüglich sehr gut.«

Für den Hund Kuksi ist es von größter Wichtigkeit, dass sein Freund Martin, wenn er mit ihm spielt, auch richtig bei der Sache ist: »Sollte ich beim Stocki-Werfen telefonieren oder beim
spielerischen Raufen mit anderen sprechen, wird er zunehmend ungeduldig und bricht das Spiel unter Umständen auch ab. Dass ihm mein Bewusstseinszustand, in diesem Fall meine innere Anteilnahme an unserem Spiel, wichtig ist, belegt, dass er von einem Bewusstseinszustand bei mir ausgeht, mein Verhalten psychologisch interpretiert und mich als handelndes Subjekt und nicht als Objekt wahrnimmt. Ginge es nur um die Handlung per se, müsste Stocki-Werfen Stocki-Werfen sein, egal was ich dabei denke. Ist es aber nicht und daraus ist eine Intentionalität und ein gewisses Selbstbewusstsein seinerseits ableitbar.«

Dass Kuksi auch über sein eigenes Handeln reflektiert, zeigt Martin Balluch anhand eines Experiments, das er einige Male wiederholt hat und das immer funktioniert: Wenn er einfach immer das nachmacht, was der Hund gerade tut - gähnen, die Tatzen in einer gewissen Weise halten, sich kratzen - wird Kuksi langsam ärgerlich. »Das zeigt, dass er völlig versteht, dass ich ihn gerade nachahme, was wiederum nur möglich ist, wenn er sich bewusst ist, was er gerade tut.«

Mensch und Hund - beide sind soziale Wesen und leben gleichzeitig ihre Autonomie. Der Mensch ist in dieser Beziehung weder das Alphatier noch der Elternteil, der Hund kennt keinen Gehorsam, keine Befehle und keine Leine. Kuksi ist kein Anhängsel, kein
Befehlsempfänger, keine Biomaschine, sondern ein eigenständiges Wesen. Er gestaltet die Regeln des gemeinsamen Lebens mit, er hilft in Not und bezähmt seine Affekte, wenn ihm höhere Werte, wie die gemeinsame Beziehung, wichtiger sind.

Balluch schließt daraus, dass eine Revision des Mensch-Tier Verhältnisses nötig wäre. Tiere gelten seit der Aufklärung nach dem Gesetz als Sachen. Dem stellt der Autor die Vision einer Multi-Spezies Gesellschaft gleichberechtigter Wesen gegenüber.

Gemeinsame Ausflüge in die Wildnis

Seit seiner Jugend sucht Martin Balluch für Wochen und Monate die Wildnis auf: ob alpine Bergwelt oder Tundra, stets begleiteten ihn seine Hunde. In der Wildnis, fernab von jeglicher Zivilisation, begegnen sich Mensch und Hund als Gleiche: Zwei autonome Wesen, die auf einander Rücksicht nehmen, aber grundsätzlich gleichberechtigt sind.

»Wenn ich mit meinem Hundefreund in der Wildnis unterwegs bin, verstummt bald die Stimme in meinem Kopf. Ich denke, ohne zu sprechen - wie die Hunde auch. Entscheidungen, in welche Richtung wir als nächstes weitergehen, wo wir unseren Lagerplatz aufschlagen oder welche Route durch die steilen Felsen die sicherste ist, werden ohne Worte getroffen. Abgesehen davon kommunizieren wir ständig und verstehen uns sehr gut. Die Hundeseele ist für mich keine fremde Welt, zumeist kann ich sehr klar nachfühlen, was mein Freund gerade empfindet und umgekehrt. Wir können uns blind aufeinander verlassen. In der Natur wird uns letztlich klar, dass wir gar nicht so verschieden sind.«

Aus diesem Zugang heraus ergibt sich für Martin Balluch als Philosoph ein ganz anderes Weltbild: Die Aufklärung habe den Menschen in den Mittelpunkt gestellt und es sei zweifellos ein großartiger Fortschritt, alle Menschen als Gemeinschaft aufzufassen. Doch die Gemeinsamkeit wurde durch die Abgrenzung von den Tieren erkauft, zu deren Leidwesen.

Der Autor verweist darauf, dass Immanuel Kant (1724–1804) eine moralische Verpflichtung des Menschen darin sehe, sich von der Natur loszusagen und in der menschlichen Gemeinschaft zu organisieren, um Freiheit erst zu ermöglichen. Die Wildnis sei ein ständiger Kampf ums Überleben, grausam, brutal, kurzlebig. Allerdings hatte Kant keinerlei Naturerfahrung, zeit seines Lebens kam er aus Königsberg nicht heraus.

Martin Balluch, der sich um die 100 Tage pro Jahr aus seinem beruflichen und sozialen Alltag abzweigt, um die Wälder, die Berge oder die Tundra zu betreten, erlebt die Natur als ganz anders: »Von den unzähligen Tagen, die ich draußen verbracht habe, kann ich jene Vorfälle, in denen ich Gewalt und Leid sah, an den Fingern einer Hand abzählen. Wie oft beobachtete ich Gämsenherden friedlich grasen, Steinbockkinder fröhlich spielen, Bärenfamilien durchs Unterholz streifen, Füchse in der Sonne liegen, Dachse im Boden wühlen und Raben im Paarflug durch die Luft rauschen. Keine Gewalt, sondern schiere Lebensfreude, soziale
Beziehungen, Vertrauen, Kooperation. Die tägliche Aktivität der Wildtiere wirkt befriedigend, symbiotisch und partnerschaftlich. Das Sozialleben ist fast ausschließlich friedlich, die Kämpfe zwischen Steinböcken oder Hirschen sind ritualisiert und haben in meiner Erfahrung immer ohne Verletzungen geendet.«

Tiere sind intentional handelnde Wesen mit bewusst erlebten Gefühlen

Für den französischen Philosophen Descartes (1596-1650) galten Tiere lediglich als Biomaschinen: »Ihre Schmerzensschreie bedeuten nicht mehr als das Quietschen eines Rades!« Descartes ging davon aus, dass Tiere nur durch Instinkte und Reflexe angetrieben würden. Sie hätten keine bewusst erlebten Gefühle und keinen Verstand. Tiere könnten nicht sprechen und damit nicht denken.

Diese Vorstellung findet sich bis heute in der wissenschaftlichen Literatur: Weil Tiere keine Sprache hätten, seien sie auch zu keinen Überzeugungen und daher zu keinem intentionalen Handeln fähig.

Der Autor weist anhand seiner eigenen Erfahrungen mit Tieren sowie der wissenschaftlichen Fachliteratur nach, dass Gedanken auch nichtsprachlich sein können. So können nichtsprachliche Gedanken auch in Form von Bildern existieren (beispielsweise wenn man sich mental vorstellt, ob ein Schrank in eine bestimmte Ecke passen könnte) oder durch Hineinversetzen in andere: Immer wieder beobachtet Martin Balluch im Zusammen­leben mit Kuksi - besonders wenn er mit ihm in der Wildnis unterwegs ist -, dass sie beide in derselben Situation ähnlich reagieren. Er schließt daraus, dass die mentalen Vorgänge, die beider Handlungen zugrunde lagen, ebenfalls gleich sind. »Ich denke, es wäre unmöglich, mit Kuksi eine so enge Beziehung einzugehen, wie ich das tue, ohne ihn psychologisch zu interpretieren und ihm mentale Zustände zu unterstellen«, schreibt er. »Umgekehrt behandelt Kuksi auch mich als intentional handelndes Wesen. Eine soziale Gemeinschaft kann gar nicht auf andere Weise entstehen.« Und weiter: »Für Kuksi sind meine Emotionen und Intentionen so wichtig wie seine für mich. Er hat eine hohe soziale Intelligenz und kann aus den feinsten Nuancen meiner Körpersprache mehr über mich herauslesen, als mir oft selbst bewusst ist.«

Das soziale Selbstbewusstsein umfasse die Fähigkeit, seine eigene Rolle in der Gemeinschaft zu verstehen: »Kuksi schützt und tröstet mich, hilft mir, wenn er der Meinung ist, ich bin in Not, und freut sich, wenn ich fröhlich bin. Er ist ein durch und durch soziales Wesen, das sich ganz wesentlich als Teil einer Gemeinschaft begreift.«

Der Autor berichtet, wie er seinem Hund einmal ein großes Stück Tofu abbrach - für Kuksi ein absoluter Leckerbissen - und ihm hinhielt. Mit großer Begeisterung schnappte er danach und erwischte dabei die Finger. Da Martin Balluch Kuksis Begeisterung verstand, sagte er kein Wort, sondern lediglich »Au!« und schüttelte kurz seine Hand. »Das nächste Stück Tofu nahm Kuksi nun mit allergrößter Zärtlichkeit, ohne mich auch nur im Geringsten mit seinen Zähnen zu berühren. Trotz seiner Begeisterung für den Tofu hielt er sich bewusst zurück, weil er mich nicht verletzen wollte.«

Diese Begebenheit ist deshalb so interessant, weil Kuksi sich völlig entgegengesetzt verhielt, wie es Behaviorismus und das Reiz-Reaktionsmodell vorhersagen würden: Durch die weitere Gabe einer »Belohnung« nach dem Schnappen in den Finger hätte Kuksis Schnappen positiv verstärkt werden müssen. Kuksi war nicht im Geringsten negativ konditioniert worden, das Handschütteln und die kurze Lautäußerung »Au« waren nicht einmal auf ihn gerichtet gewesen. Dennoch änderte der Hund vollständig sein Verhalten. »Die einfachste Erklärung dafür scheint zu sein, dass Kuksi mich als Subjekt und nicht als Reiz wahrnimmt«, so Balluch.

Tiere haben nach wie vor keine Rechte

Die Freiheit des Menschen stand für Kant im Mittelpunkt seiner Metaphysik der Sitten. Moralisches Handeln hieß für ihn, die Autonomie aller anderen nach Möglichkeit zu respektieren. Auf Grundlage der Kant'schen Metaphysik der Sitten entstand vor mehr als 200 Jahren das heute gültige Zivilrecht, die Grundlage des Zusammenlebens der Menschen untereinander. Ohne Zweifel war der Rechtsschutz für Menschen vor 200 Jahren ein großer Fortschritt. Die Tiere hingegen haben nach wie vor keine Rechte, obwohl sie in Österreich seit 1989 laut § 285a Bürgerliches Gesetzbuch keine Sachen mehr sind. In Deutschland trat 1990 der § 90a Bürgerliches Gesetzbuch in Kraft, der besagt, dass Tiere keine Sachen sind und durch besondere Gesetze geschützt werden. Dennoch ist es nach wie vor eine »Sachbeschädigung«, wenn ein Jäger beispielsweise einen Hund erschießt.

Und: Das Eigentumsrecht schützt die Ausbeutung der so genannten »Nutz«-Tiere. »Der Umgang mit ihnen wird ausschließlich durch das Profitmaximierungsprinzip bestimmt«, schreibt Balluch. »Die Zucht wird weiter von Jahr zu Jahr tierquälerischer, indem sie noch mehr Leistung aus den Tierkörpern herauspresst. Und auch die Tierfabriken und Schlachthöfe werden größer und größer.«

Das Tierbild aus dem 16. und 17. Jahrhundert ist von der Wissenschaft längst überholt

Dabei ist die Grundlage des Mensch- und Tierbilds aus dem 17. und 18. Jahrhundert, in der das Tier von der Philosophie der Aufklärung als gefühllose Biomaschine gesehen wird, längst von der Wissenschaft überholt: Nach den Kriterien der modernen Naturwissenschaft gilt die Existenz von Bewusstsein bei Tieren als bewiesen. Auch die subjektive Leidensfähigkeit zumindest der Wirbeltiere wird nicht mehr bestritten. In der Folge wird vielfach eine »humane« Nutzung von Tieren gefordert. Doch am Ende auch einer noch so »humanen« Nutzung steht der gewaltsame Tod. Doch der Tod ist der größte Schaden für ein Lebewesen mit Bewusstsein. Hinzu kommt: Die Freiheit ist das höchste Gut eines autonomen Wesens. Eingesperrte Tiere versuchen alles, um in Freiheit zu gelangen. Nur in der Freiheit können sie selbst Entscheidungen treffen und die Fähigkeiten und Bewusst­seinsaspekte entfalten, die ihr Wesen ausmachen.

»Die Freiheit, die das Bewusstsein mit sich bringt, ermöglicht es den Tieren, sich selbst Zwecke und Regeln zu setzen, an die sie sich halten, auch wenn ihre hedonistischen Wünsche und Affekte ihnen anderes nahe legen«, so Martin Balluch. Er macht dies wieder am Beispiel seines Hundes deutlich: »Kuksi hält sich an die Regeln des Spiels mit einem Partner, auch wenn er im Eifer fester zubeißen will. Er toleriert die Eskapaden von Hunde- und Menschen­kindern und geht sehr vorsichtig mit ihnen um, auch wenn sie ihm auf die Nerven gehen oder sogar wehtun. Er jagt keine Rehe im Wald, obwohl er einen starken Impuls danach spürt. Er läuft nicht über die Straße zu einem anderen Hund, auch wenn er große Lust darauf hätte.« Denn: »Er stellt unsere Beziehung über alle Affekte, die ihn antreiben.«

Es wird Zeit für ein Recht auf Autonomie für Tiere

Autonomie ist das höchste Gut, an dem sich die Moral zu orientieren hat. Die Geschichte der letzten Jahrhunderte war ein ständiger Kampf um Selbstbestimmung: die Selbstbestimmung der Bürger gegenüber Adel, Klerus und absolutistischer Herrscher, die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Schwarzen und von Frauen.

Kant definierte Autonomie als Freiheit der Entscheidungen durch die Vernunft. Ersetzt man Kants engen Begriff der »Vernunft« durch ein weiter gefasstes Bewusstsein, ergibt sich ein Recht auf Autonomie, das auch für Tiere gilt. Und so leitet Martin Balluch aus der Kant’schen Philosophie die Forderung nach Gleichberechtigung von Menschen und Tieren in der Gesellschaft ab.

»Tiere sind Lebewesen mit Autonomie, nicht nur fühlende Biomaschinen«, so Martin Balluch. »Die Zeit ist reif. Nie war es leichter, auf eine rein pflanzliche Ernährungsform und Lebensweise umzusteigen. Und nie war es notwendiger.« Dies wäre auch für das Bewusstsein der Menschen und ihre moralische Entwicklung ein gewaltiger Fortschritt: »Ohne diese Beteiligung am Tiermissbrauch werden die Menschen in der Lage sein, ihre Spiegelneuronen zu aktivieren, um die Empfindungen der Tiere mitzufühlen.«

Ein höheres Maß an Empathie gegenüber fühlenden Wesen würde das Zusammenleben auf unserem Planeten insgesamt friedlicher machen.
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Tinni & Sniffer: Eine abenteuerliche Freundschaft
Tinni & Sniffer: Eine abenteuerliche Freundschaft
von Torgeir Berge
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,80

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5.0 von 5 Sternen Freundschaft zwischen Fuchs und Hund, 27. November 2014
Sniffer, ein frei lebender Jungfuchs, und Tinni, eine freundliche Schäferhündin, treffen sich zufällig in einem Wald in Norwegen und werden beste Freunde. Als die Bilder dieser bewegenden Tierfreundschaft ab 2013 via Facebook um die Welt gingen, gab es ein riesen­­­großes Echo. 2014 erschien die wahre Geschichte als Buch, zunächst auf Norwegisch und Englisch und jetzt auch auf Deutsch.

Schäferhündin Tinni lebt mit ihrem »Menschenpapa« Torgeir dicht am Waldrand, direkt in der Nachbarschaft von Familie Elch. Torgeir ist Fotograf. Immer wenn er zu seinem Fotoapparat greift, freut sich Tinni, dass es in den Wald geht.

Auf einer ihrer Streifzüge kommt ein Fuchswelpe aus den Büschen gesprungen. Die Schäferhündin bleibt ruhig und gelassen - und schon steht das Füchslein neben ihr. Tinni und Torgeir sind total verdattert, als der Welpe versucht, an der Hündin hochzuspringen, sie stupst und zwickt. Als sich der Zweibeiner nähert und Fotos macht, wirft das Füchslein einen ängstlichen Blick auf Torgeir und verschwindet zwischen zwei Heuballen im Feld.

Fuchswaisenkind schließt Freundschaft mit einer Schäferhündin

Zwei Tage später kommt das kleine Füchslein an genau der gleichen Stelle wieder hervor. Und wieder möchte es mit Tinni spielen. »Das merkwürdige Verhalten des kleinen Fuchswelpen kann nur damit zusammenhängen, dass seiner Mutter etwas zugestoßen ist«, folgert Torgeir. Der Tierfreund überlegt nicht lange: Er muss helfen, sonst verhungert das Füchslein. Und so legt er einige Tage lang etwas Futter an den Waldrand. Immer wieder kommt es zu kurzen Begegnungen zwischen den dreien. Das Vertrauen wächst.

Eines Tages staunen Torgeir und Tinni nicht schlecht: Das Füchslein ist unter ihrem Schuppen eingezogen! Torgier gibt ihm den Namen Sniffer. Der junge Fuchs wächst heran, kommt und geht, wann er will, und schließt Freundschaft mit der Schäferhündin Tinni. Die beiden spielen und tollen umher. Tinni duldet es sogar, dass der kleine Fuchs sie beim Spielen mit seinen scharfen Zähnchen beißt. Auch als Sniffer später beschließt, wieder in den Wald zu ziehen, kommt er immer wieder zu Besuch. Tinni bleibt seine treueste und allerbeste Freundin.

Ausgelassenes Toben und Spielen

Was der junge Fuchs und die Schäferhündin im Wald erleben und wie sie miteinander spielen, hat Torgeir Berge mit wundervollen Fotos eingefangen und Berit Helberg anschaulich und
anrührend in Worte gefasst: Klettern auf riesigen Wurzelbergen und Baumstämmen des norwegischen Waldes, spielerischer Kampf um Stöckchen mit gegenseitigen Verfolgungsjagden, Wettrennen, Toben im Schnee... Fuchs Sniffer ist schneller und wendiger als die Schäferhündin, doch Tinni versucht jedes Mal mit aller Kraft und kleinen Tricks, ihn wieder einzuholen...

Im Wald drohen Gefahren für Tiere

Doch der Wald birgt auch große Gefahren. In einer Vollmondnacht nehmen Sniffer und Tinni die Witterung eines Menschen auf, dessen Geruch sie gar nicht mögen. Ein Jäger ist in der Vollmondnacht mit seinem Gewehr unterwegs! Zum Glück warnt die Schäferhündin ihren Fuchsfreund rechtzeitig: »Er möchte die Haut und den Pelz der Tiere haben«, erklärt Tinni dem jungen Fuchs. Sniffer findet das schrecklich: »Können wir Füchse nun gar nicht mehr unbekümmert durch den Wald streifen?«, will er wissen. »Nein, leider nicht«, antwortet die Schäferhündin.

Können Tiere lachen?

»Ihre fröhlichen Gesichter sind der beste Beweis dafür, dass auch Tiere lachen können«, berichten Torgeir Berge und Berit Helberg. Wenn Fuchs Sniffer und Schäferhündin Tinni im Wald herumtoben, strahlen ihre Augen vor Freude. Auch ihre Zähne blitzen - aber nicht vor Angriffslust. »Seite an Seite rennen sie an Büschen und Bäumen vorbei, durch Gras und Heidekraut. Ein richtiges Ziel haben sie nicht. Sie können machen, was ihnen gerade einfällt und was ihnen am allermeisten Spaß macht.«

Die Bilder und Berichte von Tinni und Sniffer bringen uns nahe, wie verspielt und absolut liebenswert Füchse sind. Die Freundschaft zwischen Fuchs und Schäferhündin zeigt, wie ähnlich Füchse und Hunde sind - in ihren Verhaltensweisen und ihrer Körper­sprache. Genauso wie Schäferhündin Tinni wedelt Sniffer mit dem Schwanz, wenn er sich freut oder abenteuerlustig ist, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt. Um zu zeigen, dass sie nachgiebig oder ängstlich sind, legen Füchse ihre Ohren flach nach hinten an. Sniffer macht das sehr oft, wenn er sich bei der so viel größeren Schäferhündin einschmeicheln will. Und Sniffer genießt ganz offensichtlich die Gesellschaft von Tinni, auch wenn er danach wieder tagelang fortbleibt und allein im Wald unterwegs ist.

Füchsen eine Stimme geben

»Wir hoffen, dass alle, die das Buch lesen, die gleichen Gedanken haben wie wir: Warum müssen einige Füchse in kleinen, engen Käfigen, ohne Freiheit, vegetieren, nur weil Menschen ihren Pelz tragen wollen? Kein Tier sollte wie die Tiere in der Pelzindustrie leben müssen!«, schreiben Torgeir Berge und Berit Helberg auf ihrer Facebookseite, wo die ganze Geschichte von Anfang an dokumentiert wurde. Die Autoren haben die Hoffnung, dass die Leser etwas über Füchse lernen und gleichzeitig über echte Freundschaft. »Wir alle leben auf dem gleichen Planeten. Und alle Tiere brauchen unsere Stimme!«

»Tinni & Sniffer« ist eine zauberhafte wahre Geschichte, der es definitiv gelingt, Füchsen eine Stimme zu geben. Zugleich wird die besondere Tierfreundschaft Klein und Groß begeistern!


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