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Rezensionen verfasst von
Jessica Idczak "Schattengestalt" (Hamburg)
(REAL NAME)   

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Die Drachenkämpferin - Der Talisman der Macht
Die Drachenkämpferin - Der Talisman der Macht
von Licia Troisi
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen passendes Ende, 22. April 2010
Nach relativ kurzer Wartezeit wurde bereits im August 2007 der letzte Teil der Drachenkämpferin-Trilogie vom Heyne-Verlag veröffentlicht. Natürlich saßen die Leser trotzdem wie auf glühenden Kohlen, schließlich sollte die Geschichte weitergehen und endlich aufgelöst werden, ob Nihal mit Unterstützung ihrer Freunde die Aufgetauchte Welt retten und vom Tyrann befreien kann - und ob sie schlussendlich auch von ihren eigenen Dämonen losgelassen wird.

Um überhaupt eine Chance gegen den Tyrannen zu haben, benötigt Nihal acht magische Elfensteine, die über die gesamte Aufgetauchte Welt verstreut sind. Ein Großteil des Buches besteht also aus der Reise zu den verschiedenen Orten, an denen diese Steine aufbewahrt und beschützt werden. Hierbei muss Nihal sich mehreren Prüfungen unterziehen und trifft auf das eine oder andere sehr spezielle Wesen, aber auch bekannte Gesichter. An dieser Stelle verdient die Autorin ein großes Lob für die Ausarbeitung dieser Nebencharaktere, die nur zeitweilig eine Rolle spielen, aber mit so liebevollen Details ausgestattet wurden, dass sie dem Leser noch lange nach bestandener Prüfung im Gedächtnis bleiben. Ein Schmunzeln stiehlt sich auf das Gesicht des Lesenden, als Nihal auf jemanden aus früheren Zeiten trifft und viel aus der Vergangenheit erfährt - so viel, dass bestimmte Dinge für sie endlich einen Sinn ergeben, und auch der Leser versteht nun einiges besser.
Da Nihal immer noch mit nicht komplett verheilten Wunden und damit verbundenem Fieber zu kämpfen hat, schafft sie diese Reise nicht allein. Sennar, ihr langjähriger Freund, steht ihr deshalb zur Seite und begibt sich - manchmal sehr impulsiv und waghalsig - für die Rettung Nihals und der Aufgetauchten Welt gerne mal spontan in große Gefahr. Gemeinsam schaffen sie es schließlich, alle acht Elfensteine zu finden, und reisen schließlich zurück, um sich für den großen Kampf zu wappnen.

Die bevorstehende letzte Schlacht, in der alles oder nichts entschieden wird, wurde von der Autorin sehr zwiespältig gestaltet. Auf der einen Seite erlebt der Leser blutige Kämpfe vor dem Turm, in welchem sich der Tyrann seit jeher verschanzt hat. Auf der anderen Seite findet im Turm selbst ein langatmiges, aber auch überaus interessantes Gespräch zwischen Nihal und dem Tyrannen statt. Auch dieses trägt viel dazu bei, nachträglich einige Zusammenhänge zu erkennen und besser zu verstehen; außerdem schafft Troisi es hier, das Herz des Lesers auch für die geschundene Seele des Bösen zu erwärmen.
Mit einem zwar unrealistischen, aber anderem Ende schließt die Autorin die Trilogie um ein mutiges Mädchen ab, das mit Hilfe von Freunden nach vielen Entbehrungen und schweren Zeiten ihre Welt rettet - was natürlich nicht ohne Verluste vonstatten ging. Gerade diese gesunde Mischung schafft ein Ende, das nicht für jeden glücklich endet und somit kein klassisches Happy End darstellt, aber gerade dadurch überaus passend für den Abschluss der langen und harten Reise ist.

Trotz der Ähnlichkeiten zu Eragon von Christopher Paolini stellt die erste Trilogie von Licia Troisi eine sehr eigenständige Geschichte dar, die zu lesen sich definitiv lohnt. Kontinuierliche Weiterentwicklung in Sprache, Stil und Ausdruck, aber auch im Aufbau von Spannungsbögen und dem Einbringen von emotionalen Momenten macht sich zwischen den einzelnen Bänden bemerkbar, und so darf man mit Spannung auf die zweite Trilogie Die Schattenkämpferin der Autorin schauen.

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Fazit:

Der dritte Band um die Drachenkämpferin Nihal und ihren Freunden schließt die Trilogie spannend und rund ab. Das nicht hundertprozentige Happy End bildet einen stimmigen und gut zur Geschichte passenden Abschluss, bei dem nicht nur die Kampfbegeisterten auf ihre Kosten kommen, sondern auch das Herz berührt wird. Ein Genuss für Jung und Alt!

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Wertung: vier Sterne

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Nadelstiche
Nadelstiche
von Baden Kenney
  Taschenbuch

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fall Nr. 2 für Jake und Manny, 20. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Nadelstiche (Taschenbuch)
Nachdem Jake und Manny in Skalpell No. 5 festgestellt haben, dass sie sowohl privat als auch beruflich ein gutes Team bilden, konzentriert sich in Nadelstiche wieder jeder auf seine eigene Arbeit - erstmal. Zwar zieht jeder den anderen zurate, kümmert sich weitestgehend jedoch um seinen persönlichen Fall. Bis schließlich klar wird, dass beide Fälle eine enge Verbindung haben und eine Zusammenarbeit nicht mehr umgangen werden kann.
Während Jake sich - natürlich gegen jede Anweisung und alle Vorschriften - mit den Fällen des "Vampirs" beschäftigt, die eigentlich nicht in seinen Bereich fallen, da die Opfer (noch) überleben, übernimmt Manny den Fall eines Jugendlichen, der zur falschen Zeit am falschen Ort war und Opfer eines sehr perfiden Planes wurde. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass beide Fälle enger miteinander verknüpft sind, als es den Anschein haben mag. Die Art und Weise der Zusammenhänge ist derart raffiniert, dass man es auch nach der Auflösung kaum glauben kann.

Bereits der Einstieg in den zweiten Band der Reihe ist packend und zieht den Leser sofort mitten in die Geschichte - er findet sich Seite an Seite mit einem Opfer des "Vampirs", steht daneben, weiß, was kommen wird, und kann doch nichts anderes tun, als taten- und atemlos auf die nächste Seite zu blättern und weiter zu lesen.
Trotz einiger Längen bleibt diese auf den ersten Seiten bereits spürbar mit Spannung aufgeladene Atmosphäre nahezu durchgehend erhalten und zieht sich wie ein (blut)roter Faden durch das gesamte Buch. Es fällt schwer, dieses durch fundiertes Fachwissen untermauerte und trotzdem leicht verständliche Machwerk aus den Händen zu legen, obwohl doch das eine oder andere Mal die Leserseele erschüttert wird und das Blut in den eigenen Adern gefriert.

Neben den Protagonisten Jake und Manny bekommt der schon in Skalpell No. 5 erwähnte Sam - Jakes Bruder - seine Chance, sich ebenfalls in ein gutes Licht zu stellen. Als Undercover-Assistent von Manny trägt er große Teile zur Aufklärung der beiden Fälle bei und scheut dabei in keinem Moment die Gefahr, sondern geht jedes erdenkliche Risiko ein - und das, ohne dabei dumm, naiv oder leichtsinnig zu wirken. Er passt gut in das Ermittlerteam, auch aufgrund seiner lockeren und so anderen Art, die nahezu null Ähnlichkeit zu seinem Bruder aufweist. Vielleicht bekommt Sam in den hoffentlich noch zahlreichen folgenden Bänden weiterhin die Möglichkeit, sich einzubringen und aus dem Duo somit ein Trio zu machen.
Auch die anderen Charaktere, wie zum Beispiel Travis und sein bester Freund Paco, sind toll erarbeitet und gestalten den Plot spannend und lesenswert - die Vielfalt lässt die Geschichte lebendig werden und gibt dem Leser das Gefühl, ein Stück aus dem wahren Leben in den Händen zu halten, was nur noch mehr fesselt.

Sowohl sprachlich als auch das Hintergrundwissen betreffend kann jeder, der möchte, dieses Buch lesen. Das Autorenpaar versteht es, seine Berufe - forensischer Pathologe und Bürgerrechts-Anwältin - ohne hochtrabende Sprache und komplizierte Fachausdrücke in die Story einzuweben und ein rundum spannendes Buch zu schreiben. Die Romane von Baden & Kenney eignen sich für Neueinsteiger, aber auch bereits langjährige Liebhaber des Thriller-Genres - für jeden ist etwas dabei.

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Fazit:

Auch der zweite Band um das Ermittlerduo Jake und Manny überzeugt durch eine klar strukturierte Story, nachvollziehbare Aufklärungsarbeit, einen spannenden Plot und eine gut dosierte Liebesgeschichte. Nadelstiche setzt die Reihe gebührend fort und macht erneut Lust auf mehr. Viel mehr!

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Wertung: vier Sterne

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Kopfsteinpflaster: Rächt die Ruinen nach dem Regen
Kopfsteinpflaster: Rächt die Ruinen nach dem Regen
von Morné Mirastelle
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen literarisch-philosophisch, 12. April 2010
"Eine Nacht in dieser Stadt - erschaffen und tödlich für Träumer und Realisten zugleich. Die Träumer, verloren in kafkaesken Gedankenwelten, von Rotwein und der grünen Fee benebelt, von der Melancholie fortgespült: Gefangen in dieser Stadt und behaftet mit dem Fernweh, das doch selbst weiß, dass es in einer Nacht wie dieser nichts anderes geben kann. Die Realisten, konfrontiert mit dieser nackten Wahrheit und unfähig, sie ganz zu ertragen; zu schwer ist das Wissen darum, dass es sinnlos ist, jetzt der Einsamkeit entfliehen zu wollen. Denn träfen sich jetzt zwei Menschen, so wären sie doch allein."
(Seite 33)

Kopf - Stein - Pflaster.
Selten sieht man den Verfasser auf dem Cover seines eigenen Buches. Dass sich Morné Mirastelle mit Hemd und Krawatte und ernstem Blick unter einem schwarzen Regenschirm vor fallenden Kopfsteinpflastersteinen versteckt auf dem Cover ihres Buches zeigt, gibt dem Leser bereits vor dem Lesen des Klappentextes einen guten Einblick, was ihn im Inneren erwarten wird - keine fliegenden Pflastersteine, aber jede Menge schlagfertige Kritikpunkte des Lebens.

"Der Hunger nach dem Leben ist der Sehnsucht nach dem Tod stets gleich."
(Seite 99)

Nüchtern und teilweise verwirrend schreibt sie das Leben in seiner hässlichsten Form, die am zahlreichsten vertreten ist, nieder und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Stumpfe Gleichgültigkeit und tristes Dasein sind nur zwei Seiten, die in Kopfsteinpflaster ihren Platz finden.
In mehreren Kurzgeschichten werden verschiedene Charaktere vorgestellt, die jeder für sich ein eigenes Buch verdient hätten und denen man doch am liebsten nie wieder über den Weg lesen will, weil sie den Leser in ihrer desorientierten und desinteressierten Art anwidern und runterziehen. Als Leser denkt man sich einige Male hoffentlich ende ich nicht irgendwann genauso" und weiß doch, dass es kaum einen Ausweg aus der Tristesse des Lebens gibt oder geben kann.

"Kann ich nicht gehen, kann ich nicht bleiben."
(Seite 40)

Morné Mirastelle befasst sich mit dem Stillstand des Lebens, der so viele Gesichter hat - für den einen erlösend und Ruhe bringend, für den anderen anstrengend und an den Nerven zehrend. Wie das Leben selbst ist auch der Stillstand vielseitig und schwer definierbar, wie man in jeder einzelnen Kurzgeschichte des Buches feststellen kann und wie jeder einzelne Charakter zeigt.

Kopfsteinpflaster ist ein literarisch-philosophisches Kunstwerk, das in Bruchteilen schwer zu lesen und zu verstehen ist, manches Kapitel muss zweimal gelesen werden, um den Sinn wirklich und vollständig erfassen zu können. Die Autorin spielt mit Worten und der deutschen Sprache, wie andere mit Bällen oder Schachfiguren spielen. Rundherum gelungen und ein mehrfaches Lesen in jedem Fall wert.

"Zeit rauscht rückwärts, wenn du weinst."
(Seite 70)

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Fazit:

Philosophisch und wortgewandt glänzt Morné Mirastelle mit ihrem Debüt, das seinesgleichen sucht. Ein Gewinn für jedes Nachdenker- und Gesellschaftskritiker-Bücherregal.

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Wertung: vier Sterne

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Ich trag ein Massengrab im Herzen: dann bin ich weniger allein (Anti-Pop)
Ich trag ein Massengrab im Herzen: dann bin ich weniger allein (Anti-Pop)
von Toby Fuhrmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was hat Bauschaum damit zu tun?, 12. April 2010
Man steht im Buchladen, liest den Klappentext und denkt sich erstmal "Hä?! Was hat denn Bauschaum mit dem ganzen Kram zu tun?" Neugier ist geweckt, das Buch schnell auf den Einkaufsstapel gelegt, an der Kasse wird es gar nicht weiter beachtet. Schon auf dem Weg nach Hause zieht es den Leser wieder magisch an, völlig egal, welche Exemplare sich noch in der Tüte des Buchhändlers seines Vertrauens befinden.
Kaum irgendwo angekommen, wo man in Ruhe zum Lesen kommt, wandert alles andere in den Hintergrund und man konzentriert sich voll auf das Massengrab im Herzen des Toby Fuhrmann. Und man wird überrascht sein, wie viel in diesem dünnen Büchlein steckt.

Typisch für Anti-Pop wurde auch Protagonist Anthony gestaltet. Irgendwie unklar sein Alter, irgendwie desillusioniert seine Gedanken, irgendwie abgefuckt sein Leben. Und nicht anders will der Leser ihn, er wird sofort ins Herz geschlossen und seine Geschichte lässt einen nicht mehr los.
Was anfangs eher zusammenhangslos erscheint, wächst schnell zu einer kompletten Lebensgeschichte zusammen, wobei man nur erahnen kann, was vor und nach diesem recht kurzen Einblick passiert ist oder noch passieren mag.

Toby Fuhrmann schlägt sein Schwert für Protagonisten, die es im Leben echt blöd getroffen haben, und das ist noch harmlos und human ausgedrückt. Des Öfteren denkt sich der Leser "Gott sei Dank bin ich nicht dieser arme Wurm", nichtsdestotrotz fühlt man mit und kann sich eines verkniffenen Grinsens nicht erwehren.
Nur ein Manko hat das knapp 150 Seiten starke Machwerk, das unheimlich gut ins Programm des unkonventionellen Ubooks-Verlages passt: Es ist einfach zu kurz! Nur wenige Stunden nach dem Beginn des Lesens ist es schon wieder vorbei - Anthony hat mehr Zeit zum Leiden verdient, und der Leser mehr Zeit mit Anthony. Und dem Bauschaum.

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Fazit:

Dieses Debüt schlägt ein wie eine Bombe. Fans von Dirk Bernemanns bissigem Humor und Wortspielereien sollten an diesem Buch nicht vorbeigehen. Vielversprechend und sehr lesenswert!

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Wertung: vier Sterne

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Das verdammte Glück
Das verdammte Glück
von Andreas Kurz
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen kurzweilige und etwas andere Darstellung des Glücks, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Das verdammte Glück (Taschenbuch)
Dass das Glück viele Facetten hat, sollte für niemanden etwas Neues sein. Auch dass es in Phasen auftaucht und nicht konstant ist, gar nicht konstant sein kann, ist kein Geheimnis. Doch was passiert eigentlich, wenn man es einfängt, auseinander nimmt und bis ins kleinste Detail seziert?

Andreas Kurz setzt sich in seiner ersten Kurzgeschichtensammlung mit genau dieser Frage sehr detailliert auseinander und zeigt dabei Seiten des Glücks, die man als solche gar nicht selbst (an)erkennen würde. Hart an der Grenze zum Absurden schafft der Autor es, dem Leser die verschiedenen Gesichter des Glücks auf eine Weise nah zu bringen, die mitunter unterhaltsam ist, aber auch zum Nachdenken anregt.
Mit sprachlichen Raffinessen, die in tollen Wortwitzen untergebracht sind, bekommt der Leser in kleinen Häppchen jede Menge Unterhaltung serviert, die teilweise mit Vorsicht zu genießen ist, da manche Storys doch etwas schwer im Magen liegen, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich und ihre Wirkung zu entfalten.

Trotz der guten Unterhaltung, die Das verdammte Glück mit sich bringt, bleibt einem das Lachen doch auch das eine oder andere Mal im Halse stecken. Denn hinter dem Zynismus, den Kurz großartig anzuwenden weiß, findet man eine ernsthafte Thematik wieder, mit welcher man sich auch nach Ende des Buches weiterhin beschäftigt, ohne es wirklich zu wollen oder sich dessen bewusst zu sein. Der Autor regt also unterbewusst dazu an, sich mit seiner Welt und seiner Ansicht von Glück auseinander zu setzen und die Augen dem zu öffnen, was unscheinbar wirkt.

Getreu dem Motto "Wer auf ein großes Wunder wartet, verpasst viele kleine" beschreibt diese Kurzgeschichtensammlung die Suche nach dem Glück als etwas, das zum Lebensinhalt werden kann, weil nicht erkannt wird, wie nahe das Glück bereits ist. Andreas Kurz legt mit einer unvergleichbaren Wortgewandtheit jedem einzelnen seiner Leser ans Herz, mit dem zufrieden zu sein, was das Leben einem bietet, und nicht ununterbrochen nach Höherem zu streben.
Zusammen mit dem überaus bezeichnenden Cover der Neuauflage bekommt man zwar nur wenige Seiten, aber jede Menge Inhalt.

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Fazit:

Eine etwas andere, aber durchaus sehr gelungene Darstellung des großen Wortes Glück", die mit Wortwitz und trotzdem erkennbarem Ernst kurzweilige Unterhaltung bietet, in deren Anschluss Nachdenken mit Tiefgang wartet.

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Wertung: dreieinhalb Sterne

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Nachbar günstig abzugeben (I-Pop)
Nachbar günstig abzugeben (I-Pop)
von Jana Krivanek
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,95

4.0 von 5 Sternen unterhaltsam, aber zu glatt, 12. April 2010
Als Marie nach einem weinhaltigen Hausflur-Abend mit ihrem Nachbarn nur in Unterwäsche in ihrem Bett aufwacht, schrillen alle Fremdgeh-Alarmglocken in ihrem Kopf lauthals los. Zwar weist nichts hundertprozentig darauf hin, dass sie Sex mit ihrem Nachbarn hatte, die Indizien und Maries unerschütterliches Erinnerungsvermögen sprechen stark für sich. Völlig verkatert und außer sich über ihren Fehltritt fährt sie ins Büro und holt sich erstmal den Rat sämtlicher verfügbarer Freundinnen ein, um die Sache auszuwerten und aufzuklären.

Dass letztendlich alles anders war, als man denkt, wird dem Leser recht schnell klar. Anfangs hat man den Verdacht, hier läge ein privates Tagebuch vor, in das einfach alles gekritzelt wird, was der Protagonistin in den Sinn kommt. Das ist anstrengend und nervt, weil man nicht Eindruck nicht loswird, dass Marie sich unter allen Umständen darstellen will - und dabei leider oft ein bisschen zu sehr aufdreht, um zu zeigen, wie erfolgreich, gutaussehend, begehrt und hip sie ist.
Im Laufe des Lesens gewöhnt man sich aber dran und die Autorin schafft es, mit dem zwar eher oberflächlichen, aber durchaus unterhaltsamen Inhalt von diesen Schwachstellen abzulenken. Amüsant verpackt sie die kleinen Macken von Marie und den Leuten um sie herum, und obwohl man von Anfang an weiß, worauf es am Ende hinauslaufen wird, möchte man doch im Nachhinein keine Szene, keinen Haltepunkt der Geschichte missen.

Marie versucht mit allen Mitteln, an ihrer bestehenden Beziehung festzuhalten und sie sich schön zu reden. Eigentlich liebt sie ihren Freund doch, der jedes Wochenende zu ihr fährt und der perfekt für sie ist. Trotzdem kann sie sich nicht gegen den Charme des Nachbarn Jan schützen, der vor allem von seinem Kater ausgeht - ein Pluspunkt für Krivanek für die Ausarbeitung und Einbindung dieser Rolle. Katzenliebhaber werden das eine oder andere Mal mit einem Schmunzeln weiterblättern und gespannt darauf sein, wann Herkules wieder ins Sichtfeld rückt.
Die anderen Charaktere sind, ähnlich wie Marie, fast ein bisschen zu glatt gestaltet, fast so, als wolle die Autorin alles unbedingt richtig gut machen. Leider vergisst sie dabei, dass Menschen Ecken und Kanten haben und diese auch in Büchern nicht außen vorgelassen werden sollten. Zwar gibt es hier und da kleine Schwächen, im Großen und Ganzen sind Maries Freunde nahezu perfekt. Das funktioniert über ein paar Seiten, ist auf Dauer aber langweilig. Als Leser möchte man Protagonisten, mit denen man sich identifizieren kann - neidisch kann man im wahren Leben zur Genüge sein.

Für ein Debüt hat Sina Krivanek eine gute Leistung gebracht. Manche Ideen sind etwas unausgereift und einige Erinnerungen, die Marie einfließen lässt, überflüssig und nur Platzhalter. Besonders an einer Stelle wünscht man sich als Leser, dass die Autorin mehr Feuer in ihre Geschichte eingebaut hätte, um sie spannender und aufregender zu gestalten.
So bekommt man einen kurzweiligen Roman, der allerdings nicht mehr als einen angenehmen Unterhaltungswert hat. Weder Tiefgang noch wirkliche Spannung werden hier geboten, sodass sich Nachbar günstig abzugeben für die lockere Lektüre zwischendurch eignet, nach der man sich wieder schwierigerer Literatur widmen kann.

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Fazit:

Sina Krivanek legt mit ihrem Debütroman Nachbar günstig abzugeben eine unterhaltsame, aber fast zu glatt geschliffene Geschichte vor. Hier und da hätten dem Roman ein paar Ecken gut getan. Man darf trotzdem gespannt sein, was die Autorin noch zu bieten hat, und sich hoffentlich auf weitere Bücher von ihr freuen.

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Wertung: dreieinhalb Sterne

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Skalpell N° 5: Thriller
Skalpell N° 5: Thriller
von Baden Kenney
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sympathisches Ermittlerduo, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Skalpell N° 5: Thriller (Taschenbuch)
Als sein Mentor und langjähriger Freund Dr. Pete Harrington ihn anruft und um Hilfe bei der Bergung und Identifizierung von vier Skeletten bittet, zögert Jake nicht lange. Obwohl er viel zu tun und wenig Zeit hat, ist er dankbar für jede Arbeit, die ihn von seinem Schreibtisch und die sich darauf stapelnden Akten ablenkt. Dass die vier gefundenen Leichen nicht nur den Bau eines Einkaufscenters verhindern, sondern ihn und die später hinzugezogene Prozessanwältin Manny auch in akute Lebensgefahr bringen, hält beide nicht davon ab, sich bis zur Aufklärung des Falles immer weiter in selbigem zu verstricken - und sich dabei entgegen aller Annahmen auch persönlich näher kommen.

Bereits im Prolog bekommt man einen tollen Eindruck von der Stärke des Autorenduos, was die Gestaltung seiner Charaktere angeht. Manny wird hier als toughe, aber sehr klischeehafte Junganwältin dargestellt; der Leser wird allerdings schnell merken, dass in dieser jungen Frau weitaus mehr steckt als ein etwas fülliger Körper in guter Kleidung. Doch nicht nur bei ihren Charakteren, sondern auch bei der Story und der Entwicklung beider Komponenten beweisen Baden und Kenney, dass sie nicht nur in ihren Berufen gut sind, sondern auch ein Händchen für interessante und kurzweilige Thriller haben. Das Insider-Wissen, dass sie durch ihre Arbeit einbringen können, kommt ihnen dabei nur zugute und macht die Geschichte umso authentischer.

Geschickt werden hier Spannung und romantische Gefühle verbunden, ohne dass letztere dabei störend wirken. Vielmehr unterstreichen sich die beiden sehr unterschiedlichen Seiten der Geschichte gegenseitig, und als Leser fühlt man sich in jeder Situation bestens unterhalten. Die Charaktere sind angenehm unkompliziert und locker, mit genau den richtigen Spleens und niemals unsympathisch. Mit diesem Ermittlerduo, das von sehr liebeswürdigen Nebencharakteren unterstützt wird, wird der Leser in jedem Fall wieder seinen Spaß haben.

Der Folgeroman "Nadelstiche" erscheint voraussichtlich im April 2010 beim Blessing-Verlag und wird ebenfalls bei Literatopia besprochen werden.

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Fazit:

Skalpell No. 5 verbindet sehr geschickt die nervenaufreibende Spannung eines Thrillers und die ruhigen Momente einer Liebesgeschichte. Das Ermittlerduo besticht durch seine Sympathie und lässt den Leser auf noch viele weitere Fälle hoffen.

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Wertung: vier Sterne

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Todesspiele: Thriller
Todesspiele: Thriller
von Karen Rose
  Broschiert

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen etwas aus der Reihe fallender Trilogie-Abschluss, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Todesspiele: Thriller (Broschiert)
Todesspiele startet mit einer Überschneidung der letzten Stunden des zweiten Bandes, was dem Leser die Möglichkeit gibt, wieder ins Geschehen zurück zu finden und die Situation aus anderer Sicht noch einmal zu erleben. Nach einem Jahr Wartezeit ist dies sehr hilfreich, da einiges doch in den hinteren Ecken des Erinnerungsschatzes verborgen ist.
Nachdem in Band 1 und 2 die Brüder der Familie Vartanian, Simon und Daniel, die Hauptrollen übernahmen, darf im dritten und abschließenden Band der Trilogie ihre Schwester Susannah zeigen, was in ihr steckt - und welche Geheimnisse sie seit Jahren mit sich rumschleppt.
Sie fliegt von New York für einen Tag zurück in ihre Heimatstadt, um ihre Eltern zu beerdigen und ihre Aussage im Fall der vor dreizehn Jahren vergewaltigten Frauen zu machen - der Fall, in dem ihr Bruder Daniel ermittelt. Niemand ahnt, dass dieser Fall weitaus größere Kreise zieht, als es den Anschein hat, und Susannah besser doch Wechselkleidung mitgebracht hätte. Denn sie ist mit diesem Fall enger verstrickt, als sie selbst die ganze Zeit dachte.
Da sie als Staatsanwältin einen Ruf zu verteidigen hat, kostet es Susannah viel Überwindungskraft, sich für die Aussage und damit für die Unterstützung zur Aufklärung des Falles zu entscheiden. Wie sich jedoch bald rausstellt, braucht nicht nur der Fall die Wahrheit, sondern auch sie selbst, um ihr Leben und sich selbst wieder zu bekommen. Dass der beste Freund ihres Bruders, Luke, ihr dabei die größte Hilfe und sie selbiges, wenn auch in anderer Form, für ihn sein würde, wissen beide noch nicht - hier hat der Leser ihnen eindeutig etwas voraus.

Mit viel Geschick baut Karen Rose wieder einmal ein Gerüst aus Lügen, Geheimnissen und menschlichen Abgründen auf, das nach und nach zum Wackeln und schließlich zum Einsturz gebracht wird. Leser mit schwachen Nerven werden hier öfter an ihre Grenzen stoßen und das Buch für einige Augenblicke zur Seite legen müssen, um sich sammeln zu können. Hartgesottene kämpfen sich mit zusammengebissenen Zähnen Seite für Seite durch den Abschaum der menschlichen Rasse und man wünscht sich teilweise, selbst Teil des ermittelnden Teams zu sein und die Drahtzieher und deren Handlager persönlich in die Hölle zu schicken. Und dann den Schlüssel wegzuwerfen.
Altbekannte Charaktere aus den ersten beiden Bänden tauchen auch hier wieder auf und zaubern gelegentlich ein Lächeln auf das Gesicht des Lesenden, was zwingend notwendig ist, denn das in Todesspiele behandelte Thema ist ein schwer zu ertragendes und noch schwerer zu verstehendes. Die Autorin beweist hier gute Recherche und viel Feingefühl.

Obwohl von Anfang an klar ist, wer das Liebespaar in diesem Band werden wird, macht Rose es spannend und lässt sich - im Gegensatz zu den vorhergehenden Bänden - einige Zeit, bis Luke und Susannah sich beide eingestehen, welche Anziehungskraft zwischen ihnen besteht. Sie spannt den Leser wohlbedacht auf die Folter, denn erst im letzten Drittel des Buches finden sie zueinander und auch danach spielt die Liebesgeschichte nur eine nebensächliche Rolle. Selbst beim großen Showdown wird das Hauptaugenmerk nicht auf die Romanze gelegt.
Leider lässt im letzten Drittel auch die bis dahin hervorragende Arbeit des Lektorats etwas nach. Flüchtigkeitsfehler in Form von fehlenden Buchstaben und vertauschten Namen häufen sich hier und reißen den Leser das eine oder andere Mal aus dem Lesefluss, der sich fast nahtlos durch das ganze Buch zieht. So mancher Satz muss noch mal gelesen werden, um dann festzustellen, dass der falsche Name benutzt wurde - in Gedanken korrigiert man ihn und versinkt wieder in der Geschichte.

Optisch will sich Todesspiele nicht hundertprozentig zu den Vorgängern gesellen. Während diese in schlichtem Schwarz bzw. Weiß gestaltet waren, glänzt der dritte Band in alarmierendem Signal-Rot, was wiederum hervorragend zum Inhalt passt. Dieser fällt nach der sehr angenehmen Mischung von Thriller und Romantik seiner Vorgänger dadurch auf, dass er der Liebesgeschichte weit weniger Raum bietet und sich mehr auf die Ermittlungsarbeiten konzentriert.
Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb überzeugt auch der dritte Band der Vartanian-Trilogie in vollem Maße und spätestens hier werden auch "normale" Thriller-Fans voll auf ihre Kosten kommen.

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Fazit:

Todesspiele setzt die Reihe um die Familie Vartanian fort und bildet einen tollen Abschluss der Trilogie. Obwohl etwas anders gestrickt als seine Vorgänger, versteht der Roman es ebenfalls nahezu perfekt, den Leser zu unterhalten. Fast ein wenig wehmütig klappt man das Buch nach der letzten Seite zu und hofft, in weiteren Büchern von Karen Rose doch noch weiteres von Daniel und Susannah zu lesen.

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Wertung: viereinhalb Sterne

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4,5/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Schattenschwingen
Schattenschwingen
von Tanja Heitmann
  Gebundene Ausgabe

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen neue Idee, solide verpackt - macht Spaß!, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Schattenschwingen (Gebundene Ausgabe)
"Was Rufus erzählte, überraschte mich nicht weiter. Sam liebte das Meer, außerdem war er kaum der Typ, der Interesse an Jungenspielchen hatte, die sich um Alkohol und Wut drehten. So gut kannte ich ihn mittlerweile, ohne jemals ein Wort mit ihm gewechselt zu haben, das über »Hallo Sam, Rufus kommt gleich« hinausging.
Das änderte jedoch nichts daran, dass es mich allmählich in den Wahnsinn trieb, dass er mich nicht beachtete. Zumindest nicht auf die Art, wie ich es mittlerweile wollte. Seit mein Bruder sich mit ihm angefreundet hatte, hatte sich mein Bild von Sam verändert. Bislang hatte es einen Stern gezeigt, so hell strahlend, dass nichts anderes mehr zu erkennen war. Nun färbte sich das Bild pinkrot ein, die Farbe der verliebten Mädchen. Ich war mir nicht sicher, ob mir das gefiel."
(Mila, Seite 25)

Als Mila mit elf Jahren das erste Mal auf Sam trifft, nimmt sie seine besondere Aura wahr, die ihn wie ein sanftes Strahlen umgibt. Sie ist fasziniert von diesem Jungen, der nicht nur von seiner Ausstrahlung, sondern auch von seinem ganzen Wesen her so völlig anders als normale Jungs ist. Als ihre kindliche Faszination mit dreizehn in frühjugendliche Schwärmerei umschlägt und schließlich in hoffnungsloser Verliebtheit endet, schafft ihr Bruder es nach langem Kampf, Sams Freundschaft zu gewinnen. Damit hat natürlich auch Mila öfter die Chance, einen Blick auf ihn zu erhaschen - und schließlich sieht auch Sam sie endlich.

Viel Zeit für ihr gemeinsames Glück haben die zwei allerdings nicht, denn schon nach dem ersten richtigen Date verschwindet Sam aus unerklärlichen Gründen auf der Steilküste. Und Rufus, der bei ihm war, kann sich an nichts erinnern, sodass der Fall offen bleibt und alle versuchen, zum Alltag zurückzukehren. Während Rufus sich auf eine Rucksacktour begibt, um Abstand zu bekommen, vergräbt Mila sich in St. Martin, dem Schauplatz der ganzen Geschichte. Mit Unterstützung ihrer besten Freundin Lena, die über die Sommerferien bei ihr wohnt, schafft sie es, nicht vollständig durchzudrehen. Außerdem hilft ihr die Gewissheit, dass Sam nicht tot ist, ganz tief in sich spürt sie das einfach, ohne eine Erklärung dafür zu haben.

Als Sam dann tatsächlich vier Monate später in den letzten Stunden ihres sechzehnten Geburtstages am Strand hinter ihr auftaucht und sie davon abhält, dem Ziehen des Meeres nachzugeben und ein nächtliches Bad zu nehmen, traut Mila erst ihren Augen nicht. Auch als Sam anfängt, ihr sein neues Leben als Schattenschwinge in der Sphäre zu schildern und versucht, es ihr begreiflich zu machen, ohne dass sie Angst bekommt, glaubt sie kaum, was passiert. Doch sie weiß auch, dass sie alles wissen will, was Sam betrifft, und dass sie dafür gern Grenzen überschreitet, von denen sie nicht einmal ahnte, dass es sie gibt.

"Wer nach den Sternen greift, darf anschließend nicht vor lauter Furcht zurückschrecken, wenn er tatsächlich einen geschenkt bekommt. Sam war mein Stern, ihn wieder bei mir zu haben, war ungefähr so wunderbar, wie wenn mir ein echter Stern in die Hand gefallen wäre."
(Mila, Seite 209)

Mit einer sehr erwachsen und reif wirkenden Protagonistin, die nicht nur schnell Sympathiepunkte sammeln kann, sondern auch sehr lebendig wirkt, schafft die Autorin eine Welt, in der die Realität einen festen Platz hat, aber auch genug Spielraum für das Übernatürliche und Unbegreifbare existiert. Trotz einiger Längen lässt sich Schattenschwingen gut und flüssig lesen und stellt eine kurzweilige, spannende Unterhaltung dar.
Der unterschwellige Bezug auf das Thema Engel" ist geschickt eingebaut, während der Geschichte wird aber auch umgehend deutlich gemacht, dass es sich hier nicht um ein und dieselbe Spezies handelt, die nur andere Namen haben. Heitmann schafft eine neue Art von Fantasywesen, bei denen sie zwar auf bereits bekannte Details zurückgreift, jedoch nicht abkupfert. Vielseitigkeit wird hier großgeschrieben und man darf gespannt sein, welche Ideen die Autorin noch hatte.

Vor allem die plastische Darstellung der Sphäre und das einfühlsame Beschreiben der zarten Liebesbeziehung zwischen Mila und Sam ist der Autorin großartig gelungen - hier ist kein Platz für überzogene Schauplätze oder kitschige Romantik, alles ist punktgenau abgewogen und passt wundervoll zur Geschichte. Auch mit der Ausarbeitung der Schattenschwingen, die man kennen lernt, hat sich Heitmann redlich Mühe gegeben; als Leser bekommt man einen guten Eindruck davon, wie die Welt neben unserer Dimension aussehen könnte. Etwas zu kurz kommt die Bedrohung, die über allem schwebt und nur wenige Male die Möglichkeit hat, sich zu Wort zu melden. Trotzdem vergisst der Leser nie die Existenz dieses Schattens, der hoffentlich in den Folgebänden mehr Aufmerksamkeit bekommen wird.

Der Auftakt zu ihrer Jugend-Trilogie ist Tanja Heitmann in jedem Fall gut gelungen. Mit einer neuen Grundidee, überzeugenden Charakteren, lebhaften Dialogen und einem Ende, das alles offen lässt, darf man sich auf die Fortsetzung freuen, die laut im Buch enthaltenen Ausblick voraussichtlich im Februar 2011 ebenfalls bei cbt erscheinen wird.

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Fazit:

Mit Schattenschwingen wagt Tanja Heitmann sich an ein neues Gebiet der Dark Fantasy und schafft einen gelungenen Trilogie-Auftakt, der nicht nur auf eine tolle Fortsetzung hoffen lässt, sondern sowohl Jung als auch Alt begeistern dürfte.

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Wertung: vier Sterne

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

(Originalrezension für Literatopia.de)


Du sollst nicht lügen!: Von einem, der auszog, ehrlich zu sein
Du sollst nicht lügen!: Von einem, der auszog, ehrlich zu sein
von Jürgen Schmieder
  Gebundene Ausgabe

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen amüsant-nachdenklicher Selbstversuch, 12. April 2010
Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, die Schokolade im Schrank lassen, auf das allabendliche Feierabendbier oder Glas Wein verzichten - das sind Dinge, die die Menschen sich des Öfteren vornehmen und nur selten durchziehen.
Laut einigen Statistiken lügt jeder Mensch ca. 200 Mal - täglich. Bewusst und unbewusst, um andere zu schützen und um für sich selbst Vorteile rauszuschlagen, harmlos und raffiniert. Jürgen Schmieder, seines Zeichens Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, wagt einen Selbstversuch der Ehrlichkeit und stößt dabei nicht nur auf Hindernisse, sondern auch an seine Grenzen - wer hätte gedacht, dass gründliches Ehrlichsein sich doch so schwierig gestalten würde? In seinem Ehrlichkeits-Tagebuch zeigt Schmieder, dass es noch viel schwerer ist, 24 Stunden am Tag, vierzig Tage lang jederzeit zu jedem schonungslos ehrlich zu sein.

In allen Lebensbereichen setzt sich der Autor mit den kleinen und großen Lügen des Lebens auseinander, um jeden Tag neu festzustellen, dass es gar nicht so einfach ist, immer ehrlich zu sein. Schon mit der ersten Anekdote aus seinem Selbstversuch zieht er den Leser auf seine Seite; es fällt schwer, das Buch überhaupt wieder aus der Hand zu legen, obwohl es keine erzählende Handlung hat. Angefangen bei der Steuererklärung, die trotz der Möglichkeit einer späteren Erledigung (nach dem Zeitraum der vierzig Tage) sofort gemacht werden muss, über den Verrat des langjährigsten Freundes bis hin zur ehrlichen Meinung über Kollegen stolpert Schmieder ungewünscht, aber überaus bewusst (und niemals lügend) von einem Fettnapf in den nächsten. Das ist für den Leser zwar amüsant, bringt ihn aber auch dazu, sein eigenes Verhältnis zu kleinen Bequemlichkeitslügen zu überdenken.

Letztendlich lässt dieses Buch tief in die gesellschaftlichen Zusammenhänge gucken und macht sehr deutlich, dass eine Welt ohne unsere kleinen alltäglichen Notlügen gar nicht funktionieren könnte.
Dass der Autor ein geübter Schreiber ist, unterstützt die Wirkung des Buches nur zusätzlich. Sprachlich einwandfrei, ohne Stolperstellen oder erwähnenswerte Längen stellt Du sollst nicht lügen! nicht nur eine Unterhaltungslektüre dar, sondern dürfte bei dem einen oder anderen Leser sogar die Idee wecken, selbst einen solchen Versuch der Ehrlichkeit auszuprobieren - natürlich nicht mit allen Konsequenzen, denn man lernt schließlich aus den Fehlern der anderen, in diesem Falle aus den Fehlern Schmieders.

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Fazit:

Mit seinem Selbstversuch Du sollst nicht lügen! zeigt Jürgen Schmieder, wie sehr das Lügen zu unserem Leben gehört, und wie schwer es ist, 24 Stunden am Tag grundehrlich zu sein. Unterhaltsame Anekdoten regen zum Nachdenken an und obwohl deutlich wird, wie notwendig das Lügen für ein gutes Zusammenleben ist, wird es in diesem Buch nicht schön geredet. Vielmehr wird der Leser animiert, sich selbst anders zu betrachten. Empfehlenswert!

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Wertung: viereinhalb Sterne

Hintergründe: 4,5/5
Recherche: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

(Originalrezension fü Literatopia.de)


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