find Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho AmazonMusicUnlimited Fußball longss17
Profil für Regina Karolyi > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Regina Karolyi
Top-Rezensenten Rang: 6.137
Hilfreiche Bewertungen: 5487

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Regina Karolyi

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Ein neues Leben auf dem Jakobsweg: Ancora am Ende der Welt
Ein neues Leben auf dem Jakobsweg: Ancora am Ende der Welt
von Manolo Link
  Broschiert

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leise Töne, starke Aussage, 8. Juni 2010
In einer Lebenskrise bricht Mano, der Ich-Erzähler dieses autobiografischen Romans, zu einer Pilgerreise auf. Er möchte den Jakobsweg verfolgen. Nach einer Info-Veranstaltung war ihm bewusst geworden, dass er diese Pilgerschaft benötigte.
Seine Erwartungen an die Reise sind allerdings recht diffus. Und zu Anfang läuft auch nicht alles nach Plan. Manos Knie bereitet Beschwerden und zwingt ihn fast zur Aufgabe, noch ehe alles recht begonnen hat; Sprachprobleme, überfüllte Unterkünfte, Fehlplanungen und einzelne unangenehme Pilger erschweren die Reise.
Doch schon bald zieht der Jakobsweg Mano in seinen Bann, und er überlässt sich dieser uralten, von Spiritualität geprägten Pilgerroute völlig, koppelt sich von den alltäglichen Sorgen und Nöten ab und akzeptiert die Führung durch eine höhere Gewalt. Von diesem Wendepunkt an kann er durch seine Pilgerschaft nur gewinnen - zunächst Freundschaften und unvergessliche zwischenmenschliche, aber auch Naturerfahrungen, am Ende sogar die große Liebe über alle Grenzen hinweg.

Ein Führer zum Jakobsweg ist dieses Buch nicht, wohl aber ein ganz individueller Erfahrungsbericht. Manolo Link schildert seine Erlebnisse, seine eigene, enorme Entwicklung auf diesem Weg, subjektiv, doch ohne je den Anspruch zu erheben, seine Eindrücke und Erfahrungen seien verbindlich, oder es bestünde gar bei Absolvierung der Pilgerroute eine Garantie für sie.
In seinem ersten Buch, das ebenfalls sehr lesenswert ist, hat der Autor den Verlust seiner geliebten Frau dokumentiert und verarbeitet. Das aktuelle Buch bildet eine Art Fortsetzung, ohne dass man den Erstling unbedingt gelesen haben müsste: Es zeigt auf, wie Mano endlich aus der tiefen Krise, dem schrecklichen Verlust herausfindet und, wie der Titel ja auch ankündigt, zu einem neuen Leben findet, einem erfüllten, glücklichen.
Der Leser wird mit Spannung und Anteilnahme Manos Weg verfolgen und gleichzeitig Anregungen zur Suche nach dem viel beschworenen "Sinn" finden, ob dies nun eine klassische Pilgerschaft sein mag oder eine ganz persönliche, eigenwillige Lösung.
Ein so anschauliches und analytisches wie emotionales Buch, mehr als ein Ratgeber, mehr als ein Reiseführer: eine Symbiose aus beidem.


Strand der Ertrunkenen
Strand der Ertrunkenen
von Domingo Villar
  Broschiert

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender Regionalkrimi!, 14. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Strand der Ertrunkenen (Broschiert)
Als ein Ertrunkener an den Strand eines galicischen Dorfes angeschwemmt wird, scheint sich für Inspektor Leo Caldas nicht viel Arbeit aufzutun: Das Opfer hieß Justo Castelo, war Fischer und eine stille, wohl auch depressive Persönlichkeit; offensichtlich handelt es sich um Selbstmord, denn der Fischer hatte nach Seemannsart seine Hände gefesselt, nachdem er zu einem unüblichen Zeitpunkt auf See gefahren war.
Doch dann ergeben sich Unstimmigkeiten. So kann sich Castelo nicht selbst in der gegebenen Weise gefesselt haben, und er hatte allem Anschein nach einige Zeit vor seinem Tod große Angst.

"Strand der Ertrunkenen" ist Domingo Villars zweiter Kriminalroman mit dem Protagonisten Leo Caldas. In Spanien wurde der Autor damit weit über die Grenzen seiner Heimatprovinz Galicien hinaus bekannt, in der er Caldas' rätselhaften Fall angesiedelt hat. Galiciens Küste, verregnet, schroff und doch auf eine wilde Art wunderschön, bietet eine wunderbar gezeichnete Kulisse zu diesem Roman. Denn das Klima hat nicht nur Einfluss auf die Planung des Mörders, sondern die Charaktere, insbesondere die Dorfbewohner, scheinen von der Landschaft geprägt, sind selbst äußerlich rau und verschwiegen.
Villars Kriminalroman entspricht den Regeln der Kunst. Er ist klar und logisch aufgebaut, mit einer ganzen Reihe falscher Fährten, auch wenn sich der Täter, wie der Leser schließlich erkennt, von Anfang an auf dem Präsentierteller befand.
Unmittelbare Brutalität und atemlose Handlungshöhepunkte gehören nicht zu den Instrumenten von Domingo Villar. Die Spannung bezieht dieser Roman aus der eigentlichen Ermittlungsarbeit und den verstörenden Details, die dabei nach und nach zutage treten.
Ein großartiger Kriminalroman - es wäre höchst erfreulich, wenn die Reihe auch in deutscher Übersetzung weitergeführt würde!


Lowepro Vertex 100 AW Kameratasche schwarz
Lowepro Vertex 100 AW Kameratasche schwarz
Wird angeboten von e-joker
Preis: EUR 136,27

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergonomisches Raumwunder, 9. März 2010
Eine ganze Weile war ich mit dem Lowepro Flipside 300 ganz glücklich, aber an meinem Sigma 120 - 400 mm scheiterte er. Nach längerem Umsehen und Beratung im Fachhandel entschied ich mich schließlich für den Vertex 100 AW.
Dieser ist wirklich ein Raumwunder, denn außer dem Body, dem langen und dicken o. g. Sigma samt Stativschelle, einem Allround-Zoom, einem Makro und einem Weitwinkel-Objektiv, die ich alle gern dabei habe, würde locker noch mindestens ein Body oder ein weiteres Objektiv hineinpassen, eventuell auch beides. Wie ein anderer Rezensent schreibt, gibt es eine schier unerschöpfliche Fülle an mittels Klett-"Raumteilern" einzustellenden Fächerkombinationen. Der "Trick" ist die Tiefe des Rucksacks, der bei kurzen und mittleren Objektiven waagerechte statt senkrechter Aufbewahrung ermöglicht.
Das Laptop-Fach entfremde ich für eine Regenjacke, Geldbörse, Schlüssel etc.; kleinere Zubehörteile wie den Ersatzakku oder auch das Handy bringt man am besten in den zwei aufgesetzten schmalen Taschen unter. Mehr Krimskrams kann in den Seitentaschen verstaut werden. Toll die gut ausgedachte Halterung fürs Stativ (abnehmbar). Die Gurte (Schulter-, Brust-, Lenden-) lassen sich super einstellen. Daher spüre ich trotz eines problematischen Rückens das beträchtliche Gewicht kaum und nehme an, dass man mit dem Rucksack auch ganz gut radfahren kann - längeres Wandern ist definitiv drin. Der Rücken wird einigermaßen "belüftet", was im Sommer sicher gut gegen ekliges Durchschwitzen wirkt.
Ein anderer Rezensent geht auf die Wetterfestigkeit des Rucksacks ein. Deren Tauglichkeit kann ich nach zwei Schlechtwettertouren nur bestätigen; auch die Reißverschlüsse sind hier keine Schwachstelle, wenngleich deshalb eher schwergängig.
Der Rucksack, der voll bepackt wirklich eine Menge Material fasst, sieht schick und aufgrund der kompakten Konstruktion verblüffend klein aus. Ein gut durchdachtes Konzept, attraktiv und dabei ergonomisch, vor allem aber eben ein echtes robustes, zuverlässiges Raumwunder!


Die Informanten
Die Informanten
von Juan Gabriel Vásquez
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein düsteres Kapitel der kolumbianischen Geschichte in einem spannenden Roman, 19. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Informanten (Gebundene Ausgabe)
Gabriel Santoro weiß, dass sein Beruf - Journalist - von seinem Vater nicht ernst genommen wird. Dennoch hat der Sohn nicht mit der Reaktion des Vaters gerechnet, als er diesem ein Exemplar seines ersten Buchs schenkt: Der Vater überwindet seine Aversion gegenüber den Massenmedien und verfasst eine Rezension zum Buch - einen bitterbösen Verriss.
Für das Buch hat Gabriel die Jugendfreundin seines Vaters, Sara Guterman, interviewt und ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben. Sara war 1938 mit ihrer jüdischen Familie aus Deutschland nach Kolumbien geflohen, und ihr Vater hatte dort ein Hotel eröffnet. Sara lernte dort viele interessante Persönlichkeiten kennen, unter anderem den damals jungen Santoro senior.
Sara erzählte dem Sohn ihres Jugendfreundes auch von der "Schwarzen Liste", die in enger Kooperation mit den USA geführt wurde und Menschen mit Nationalitäten aus den Achsenmächten enthielt, die verdächtigt wurden, eine nationalistische Gesinnung und somit eine USA-feindliche Einstellung zu haben. Mit diesen Listen wurde durchaus Missbrauch getrieben. Repressalien, Freiheits- und Vermögensentzug waren die Folge. Zu den Opfern gehörte auch Deutscher aus Santoro seniors und Saras Freundeskreis.
Erst nach dem Unfalltod des Vaters und den Enthüllungen von dessen letzter Geliebter begreift der junge Gabriel, dass sein Vater, sonst lebenslang ein Moralist, Teil dieser Machenschaften war und deshalb so aggressiv auf das Buch reagiert hat. Er muss ein zweites Buch schreiben ...
Trefflich ausgedacht und doch an wahren Ereignissen ausgerichtet, unerbittlich und dabei einfühlsam, kritisch ohne schlichtes Aburteilen lässt Juan Gabriel Vásquez ein düsteres Kapitel der Geschichte in seiner südamerikanischen Ausprägung auferstehen: ein packender Roman, eine schmerzliche Auseinandersetzung mit dem Thema Verrat.


Ägypten: An den Ufern des Nil
Ägypten: An den Ufern des Nil
von Joachim Frank
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bezaubernd individuell und erfreulich informativ: ein Ägypten-Führer jenseits der Norm, 13. Februar 2010
Gibt man bei einem Online-Anbieter wie Amazon.de das Stichwort "Ägypten" ein, so wird man von Hunderten Titeln, die meisten davon Reiseführer, schier erschlagen. Warum also noch einer?
Die Frage beantwortet sich schon bald nach Beginn der Lektüre.
Der Autor Joachim Frank hat Ägypten mehrmals bereist und dabei sowohl die großen touristischen Attraktionen als auch weniger bekannte Juwelen unter den antiken und vorantiken Stätten des Landes kennen gelernt. Diesen Erfahrungsschatz bringt er in seinem Ägypten-Buch ein, das zunächst allerdings über das moderne Ägypten aufklärt, dem man, ob man es sucht oder lieber verdrängen würde, bei einer Ägyptenreise natürlich ständig begegnet. Auf diese Basisinformationen folgt der eigentliche Reiseführer - oder Reisebericht, wie noch zu diskutieren sein wird -, beginnend mit einem Abschnitt über Alexandria.
Daran schließt sich ein Besuch Kairos und seiner Museen an, einen Ausflug nach Memphis und Sakkara inklusive. Weiter geht es nach Luxor, natürlich mit etlichen interessanten Zwischenstationen, und danach nach Assuan mit den Sehenswürdigkeiten der Umgebung.
Zwischen dem Abschluss dieses eigentlichen Führers und zwei Abschnitten über die Geschichte des alten Ägyptens und die Religion seiner Bewohner findet man noch einige Geheimtipps zu Kairo. Beendet wird das Buch durch eine ganze Reihe weiterer für eine Reise nützlicher Hinweise.

Den Charme dieses Buchs macht sein individueller Charakter zwischen Reiseführer und Reiseerzählung aus. Ganz bewusst wendet sich der Autor immer wieder direkt an seine Leser, um ihnen kleine Kostbarkeiten zu präsentieren und ihnen aufzuzeigen, wie sie auch an den überlaufenen zentralen touristischen Stätten möglichst viel "mitnehmen" können. Andererseits schildert er ganz subjektiv seine eigenen Reiseeindrücke. Dem sympathischen Verfasser folgt man gern über ausgetretene und über versteckte Pfade, in die Königsgräber und nach Abu Simbel, ins Ägyptische Nationalmuseum in Kairo und das wenig bekannte Kavafis-Museum in Alexandria, in Cafés, historische Hotels, Bazare und an die sonstigen Orte, die er beschreibt.
Lebendig und authentisch, dabei nie die für einen Führer gebotene Sachlichkeit verlierend, stellt Joachim Frank Orte, Menschen und Geschichte vor, lässt persönliche, für den Leser jedoch stets interessante oder amüsante Erinnerungen Revue passieren und präsentiert launige oder berührende Anekdoten.

Das Buch ist übersichtlich gestaltet und attraktiv ausgestattet mit einem Farbfoto-Block sowie zahlreichen in den Text integrierten Schwarz-Weiß-Fotos und einigen Karten.

Wer eine Ägypten-Reise plant, kann diesem Buch wertvolle Anregungen entnehmen, und wer nur aus Neugier hineinliest, sollte aufpassen, denn es weckt eine enorme Sehnsucht nach dem Land der Pharaonen. Sehr empfehlenswert!


Canon EF-S 10-22mm 1:3,5-4,5 USM Objektiv (77 mm Filtergewinde)
Canon EF-S 10-22mm 1:3,5-4,5 USM Objektiv (77 mm Filtergewinde)
Preis: EUR 525,00

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weitwinkel-Vergnügen in toller Qualität, 3. Februar 2010
Dieses Objektiv war eines meiner Aha-Erlebnisse, besaß ich doch vorher schon ein Fisheye: Weitwinkel und Spaßfaktor in einem, wenn man die fisheyetypischen Verzerrungen mag.
Aber es kam immer mehr der Wunsch nach einem Zoom-Objektiv im extremen Weitwinkel-Bereich auf. Wegen des Crop-Faktors ((EOS 50D, APS-C) sollte die kleinste Brennweite möglichst 10 mm betragen. Es gab einige Auswahl. Nach Lektüre von Fachzeitschriften und Amazon-Rezensionen sowie einer Beratung im Fachhandel entschied ich mich für das Canon-Objektiv.
Gleich vorweg, die letztlich für ein solches Weitwinkel unverzichtbare Gegenlichtblende und den Köcher musste ich dazukaufen. Das ärgert, wenn man schon mal z. B. Sigma- oder Tamron-Kunde gewesen ist. Hinzu kam ein vom Händler zum Schutz der vorstehenden äußeren Linse empfohlener UV-Filter.
Aber das Objektiv selbst gefällt. Der dominierende Kunststoff wirkt dank der guten Verarbeitung nicht wie "Plastik", die Haptik ist angenehm. Für ein Zoom ist das Produkt recht lichtstark.
Die Haupteinsatzgebiete eines solchen Objektivs liegen in der Landschafts- und Architektur-Fotografie. Es geht natürlich unglaublich viel drauf, z. B. bei Feiern ganze Säle mit (auch aufgeblendet) erstaunlich großem Schärfentiefen-Bereich. Mir persönlich hat z. B. das Fotografieren in einem großen schicken Einkaufzentrum sehr viel Spaß gemacht; toll, was sich da alles anstellen lässt und was für neue Perspektiven sich erschließen! Generell ist es kein leeres Geschwätz, wenn man liest, dass ein extremes Weitwinkel-Objektiv eine ganz neue und andere Sichtweise auf die Umgebung ermöglicht.
Beim Canon können - dies von mir subjektiv mangels Vergleich mit anderen Fabrikaten - Farbwiedergabe und das Handling samt dem schnellen und effektiven Autofokus punkten (das gilt zumindest in Verbindung mit meiner EOS 50D). Die Verzeichnungen sind für mein Empfinden überraschend gering, selbst im 10-mm-Bereich. Wer will, kann's natürlich mit Photoshop & Co. rausrechnen.
Für Laien mit einigem Anspruch jedenfalls eine gute Investition. Denn dieses extreme Weitwinkel-Zoom macht Spaß und liefert tolle Bilder!


Straßen Bilder: Mit Texten von Barbara Catoir und Hans Magnus Enzensberger
Straßen Bilder: Mit Texten von Barbara Catoir und Hans Magnus Enzensberger
von Barbara Klemm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 58,00

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Straßen dieser Welt, 29. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Barbara Klemm gehört zu Deutschlands renommiertesten Pressefotografen. Auf unnachahmliche Weise vermochte sie es stets, Menschen unbemerkt in Szene zu setzen und ganz natürlich und unverstellt abzubilden. Zu ihrem 70. Geburtstag ist nun, in Verbindung mit einer Ausstellung im MMK Frankfurt, ein Bildband entstanden, der Fotos von Barbara Klemm unter einem ganz besonderen Gesichtspunkt präsentiert; bilden doch all diese Fotos Straßen ab und die Menschen, die sich an und auf ihnen bewegen und aufhalten.
Geleitworte von Hans Magnus Enzensberger und Barbara Catoir stimmen auf das Thema ein. Dennoch bedürfen die Fotografien im Grunde keines Kommentars. In einzigartiger Weise sprechen sie für sich. Südamerika, Ostasien, Mittel- und Nordamerika, Europa, Naher Osten, Afrika: kein bewohnter Kontinent fehlt, und die Fotos, sämtlich in Schwarzweiß, decken den Zeitraum von den 60er-Jahren bis ins 21. Jahrhundert hinein ab.
Die Vielfalt der Szenen lässt sich nicht beschreiben, und doch mutet alles so vertraut an. Bepackte Familien mit Kindern, entwurzelt wohl, auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Obdachlose, Alte, ganz Junge. Menschen, die ihrer Arbeit nachgehen. Je nach Region sind sie unterschiedlich gekleidet, doch nicht sehr: Durchschnittlichkeit, Armut sieht überall gleich aus. Und Barbara Klemm untersucht das Alltägliche.

Allein unter dem sozialkritischen Aspekt sollte man diese Fotos jedoch nicht betrachten. Es verbirgt sich viel mehr in ihnen als ein zufälliges Abbild einer womöglich typischen Situation. Oft offenbart sich erst beim zweiten Hinsehen eine raffinierte Doppelung, ein verblüffendes Echo. Da imitiert ein Passant unbewusst Haltung und Bewegung eines Modells auf einem Plakat oder einer historischen Persönlichkeit, die sich als Statue im Hintergrund befindet. Mehrere Menschen bewegen sich verblüffend konform oder aber gegeneinander, lassen Symmetrien entstehen oder stören sie. Es entstehen Blickachsen - zwischen einem dösenden Mann und einem schlafenden Hund, zwischen einander zufällig Begegnenden.

Letztlich ist es natürlich doch die Ärmlichkeit, die den Blick des modernen, westlichen Betrachters fesselt. Hier und da staunt man: Sah es in der Bundesrepublik in den 80er-Jahren wirklich noch so aus? Kann ein deutscher Vorort einem südamerikanischen derselben Epoche so sehr ähneln?
Er kann.
Mitleid kommt dann doch nicht auf, denn die von Barbara Klemm Portraitierten behalten ihre Würde. Ist es der Blickwinkel? Eine leichte Untersicht, die den Abgebildeten scheinbar erhöht? - Manchmal, aber nicht immer. Klemm hat wohl einfach den Blick für die besondere Situation, die Einstellungen, den richtigen Standpunkt, den Moment des Auslösens; Geduld. Und Respekt für jeden vom indischen Rikschafahrer bis zum mexikanischen Schuhputzer.
Das Buch selbst ist hochwertig aufgemacht. Layout, Papier- und Druckqualität überzeugen, und auch die Texte sind wertvoll. Ein rundum empfehlenswertes Werk!


Abbitte (detebe)
Abbitte (detebe)
von Ian McEwan
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,00

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartiges Thema, doch leider vermeidbare Längen, 14. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Abbitte (detebe) (Taschenbuch)
Ian McEwans Roman "Abbitte" spielt in einer Zeit des Umbruchs. Die Handlung beginnt im Jahr 1935 Im Herrenhaus der englischen Familie Tallis. Dort haben sich außer der Familie selbst einige Gäste eingefunden: die kleinen Neffen und eine 15-jährige Nichte der Eigentümer sowie ein Studienfreund des erwachsenen Sohnes.
Protagonistin des Romans ist die 13-jährige Tochter Briony. Aus ihrer von der Pubertät geprägten und irritierend spießigen Sicht beobachtet sie, wie der Sohn der Zugehfrau, dessen Studium vom Hausherrn gesponsert wird, mit ihrer erwachsenen Schwester in der Bibliothek Zärtlichkeiten austauscht. Zuvor hat sie einen etwas frivolen Liebesbrief des jungen Mannes gelesen, den sie eigentlich nur ihrer Schwester überbringen sollte.
Als Brionys Cousine am Abend dieses Tages vergewaltigt wird, sieht Briony den Täter flüchten. In ihrer überspannten Fantasie bringt sie das in der Bibliothek Gesehene und den brutalen Übergriff auf die Cousine in einen fatalen Zusammenhang und belastet den Geliebten ihrer Schester, obwohl sie es eigentlich besser weiß. Damit aber setzt sie eine Kette verhängnisvoller Ereignisse in Gang.

Was spannend klingt und vor dem psychologischen und historischen Hintergrund - nicht zuletzt ist ein erheblicher Teil des Romans den Erlebnissen des durch Brionys Aussage Verfemten im Krieg gewidmet - auch eine Menge Potenzial hat, wird vom Autor nicht optimal umgesetzt.
Am Anfang dümpelt die Handlung viktorianisch-träge vor sich hin, es ist Sommer und heiß, und Briony ist auf der Suche nach sich selbst, während Cousins und Cousine die Trennung ihrer Eltern verarbeiten müssen. Diesen Teil hätte man erheblich kürzen können; so wird er zunehmend langweilig.
Der erwähnte schicksalsvolle Abend ist definitiv der Höhepunkt des Romans. Hier wird es packend, der Leser ist gefragt als Detektiv, will wissen, wie es wirklich war, ahnt es, ist getroffen von der Ungerechtigkeit, die die Liebenden voneinander trennt, weil ein Kind mit überbordender Fantasie und falscher Interpretation von Beobachtungen verquere Schlüsse zieht.
Danach setzt das erwähnte Dümpeln in lauer Brise erneut ein. Sicher wird hier der Zweite Weltkrieg ein Stück weit aufgearbeitet, das Entsetzen, das sowohl britische Soldaten als auch Krankenschwestern erleben mussten. Doch die Handlung zieht sich, der Bezug zu Brionys Verfehlung fehlt, und nur zögerlich wird der Bogen gespannt, bis es zur Aufklärung kommt.
Insgesamt kein schlechter Roman, aber auch kein Höhepunkt - gute Idee, Umsetzung mittelprächtig.


LEGO City 7208 - Große Feuerwehr-Station
LEGO City 7208 - Große Feuerwehr-Station

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toll konzipiert, realitätsnah, nicht zu kompliziert, 30. Dezember 2009
Diese vier Feuerwehrleute lassen in Lego City natürlich nichts anbrennen. Zur Verfügung stehen ihnen ein Sondereinsatz-Fahrzeug und ein großes Löschfahrzeug mit Leiter. Ihre Station besteht aus der Garage für die beiden Fahrzeuge und der Einsatzzentrale mit Computer, Liegen, Lautsprecheranlage und natürlich einer Kaffeemaschine.
Die Fahrzeuge sehen relativ "echt" aus und haben einiges an Ausrüstung zu bieten. Das Löschfahrzeug beinhaltet zwar ziemlich viele Teile, lässt sich aber dank der guten Anleitung problemlos aufbauen. Noch schneller ist das Einsatzfahrzeug fertiggestellt. Für die beiden Fahrzeuge und die beiden Gebäudeteile gibt es jeweils eine in einem eigenen Heft untergebrauchte Aufbau-Anleitung, wie bei Lego gewohnt ordentlich Schritt für Schritt.
Etwas rudimentär ist die Feuerwehrzentrale ausgefallen, doch so liebevolle Details wie die erwähnte Kaffeemaschine und eine Blume vor der Tür entschädigen dafür. Richtig toll kommt die Garage an mit schicken Rolltoren und schick designtem Eingangsbereich. Auch hier bestechen nette Details wie die Mülltonne vor der Tür.
Als Extra findet man eine Katze vor, die man auf einen mitgelieferten Baum setzen und dann von dort retten kann.

Für Fünfjährige ist der Aufbau allein kaum zu schaffen, aber Papas oder andere Erwachsene helfen bei dieser Aufgabe garantiert gern mit, so schön ist dieses Set aus der Lego-City-Welt. Etwas ältere Kinder haben mit der Bastelei kein Problem und sind damit erst mal eine Weile beschäftigt.
Ist das Ganze fertiggestellt, so kann man prima damit spielen - umso besser, wenn man schon ein paar Lego-City-Gebäude hat, die sich "löschen" lassen, aber natürlich tun's auch selbst entworfene Lego-Bauten. Die erwähnte Katze bietet ja ebenfalls eine Aufgabe. Jedenfalls gehört dieses Set nicht zu jenen, an denen nur die Bastelei reizt, und die nach Fertigstellung nur herumstehen.
Also ein richtig tolles, optisch ansprechendes und dabei funktionelles Lego-Set mit großem Spaßfaktor, das auch eine Idee von der Arbeit der Feuerwehr vermittelt.


Lego Spiele 3843 - Ramses Pyramid
Lego Spiele 3843 - Ramses Pyramid

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht, aber definitiv nicht besser als die Brettspiel-Klassiker, 25. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Lego Spiele 3843 - Ramses Pyramid (Spielzeug)
Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Jungen lag es unter dem Weihnachtsbaum: Ramses Pyramid. Und wurde dann von der schon gespannten Familie auch gleich einige Male gespielt.
Im Zentrum des Spielfeldes, einer üblichen grauen Lego-Bodenplatte, steht eine siebenstufige Pyramide. Obenauf thront Pharao Ramses, ihm zu Füßen befinden sich Mumien. Auf jeder der Stufen und dort auf allen vier Seiten sind Kristalle in unterschiedlichen Farben angebracht. Diese finden sich auch auf den Bewegungsfeldern rund um die Pyramide wieder und auch in den benachbarten kleinen Tempeln.
Die Spieler sind Abenteurer, die nach Schätzen suchen. Zunächst eignen sie sich beim Lauf über die Bewegungsfelder verschiedenfarbige Kristalle an oder merken sich, in welchem Tempel welche Kristallfarbe untergebracht ist. Dann erklimmen sie die Pyramide, aber nur, wenn sie Kristalle in den zur anvisierten Stufe und Pyramidenseite passenden Farben besitzen oder deren Position im Tempel kennen. Und bedrohlicherweise steigen nun auch die Mumien von der Spitze der Pyramide herab.

Wer zuerst direkt unter Ramses angelangt ist, gewinnt. Oder das Spiel geht nach eigenen, abgewandelten Regeln noch weiter, von denen einige im Begleitheft vorgeschlagen werden. Dieses ist recht übersichtlich gestaltet, das Regelwerk geht in Ordnung, auch wenn man nicht unbedingt zu jeder Frage eine Antwort findet. Dann kann man sich leicht mit eigenen Abmachungen behelfen.
Aufgebaut sind Pyramide, Bewegungsfelder, Tempel etc. schnell. Auch das Spiel läuft flott. Allerdings ist es dann doch nicht so originell wie erwartet. Wer nicht das Glück hat, anfangs ein paar gute Züge zu machen und somit Kristalle zu erbeuten oder einen Blick in einen Tempel zu werfen, kommt nie mehr auf einen grünen Zweig, falls er nicht, was eine Option auf dem Würfel ist, einem anderen Spieler einen Kristall abnehmen kann. Allerdings ist anzumerken, dass unser Würfel eindeutig zwei bestimmte Positionen bevorzugt, was das Spiel nicht unbedingt voranbringt.
Immerhin kann man die Pyramide auf jeder Stufe drehen, sofern man ein entsprechendes Feld würfelt, und somit sich selbst einen Vorteil oder den Mitspielern einen Nachteil verschaffen, und die langsam von der Spitze absteigenden Mumien, die Stufen blockieren, sorgen ebenfalls für etwas Abwechslung.
Mit den winzigen Figuren zu agieren, ist nicht komfortabel. Sie müssen ständig gelöst und wieder festgesteckt werden - rasch bleibt man mal irgendwo hängen und räumt versehentlich Mumien und Figuren ab. Da ist ein klassisches Brettspiel sicher die bessere Wahl, zumal Kristalle und Figürchen leicht verlorengehen und sich dann mit einem leisen Klackern im Staubsauger verabschieden.
Fazit: nicht schlecht und wahrscheinlich für Lego-Fetischisten ein echtes Muss. Aber auch kein echtes Highlight.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20