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Beiträge von Regina Karolyi
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Rezensionen verfasst von
Regina Karolyi
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Wendepunkte: Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg
Wendepunkte: Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg
von Ian Kershaw
  Gebundene Ausgabe

40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So verstehen auch Laien den 2. Weltkrieg!, 10. Oktober 2008
In den ersten beiden Jahren des Zweiten Weltkriegs überschlugen sich häufig die Ereignisse, und die gesamte Lage ließ sich auch für gut informierte Spitzenpolitiker nur schwer überschauen. Umso schwieriger war es, Entscheidungen zu treffen. Und wenn sie getroffen wurden, hatten sie häufig enorme Auswirkungen.
Der Historiker Ian Kershaw stellt in seinem Buch zehn solche Entscheidungen aus den Jahren 1940 und 1941 vor, beginnend mit dem Beschluss der Briten, den Krieg trotz Frankreichs Niederlage fortzusetzen, und endend mit Hitlers Entscheidung, möglichst alle europäischen Juden ermorden zu lassen. Die Vorgeschichte, der unmittelbare Prozess der Entscheidungsfindung und die Konsequenzen werden detailliert vorgestellt.
Etliche dieser Beschlüsse bleiben in den meisten Geschichtsbüchern rätselhaft, etwa Hitlers Kriegserklärung an die USA und, zumindest für Europäer, die japanische Position. Indem Ian Kershaw sorgfältig aus der Sicht der Agierenden aufzeigt, welche Verkettung von Vorfällen und welche vorhergegangenen Ereignisse zu der dramatischen Weichenstellung führten, macht er die Entschlüsse verständlich. Dies auch, weil er auf kulturelle Einflüsse Rücksicht nimmt und zudem auslotet, welche Alternativen es eventuell gab.
Die Verfasserin dieser Rezensension ist keine Historikerin, interessiert sich aber schon seit längerer Zeit für die neuere Geschichte und ist von "Wendepunkte" begeistert. Das Buch liest sich gerade wegen der vielen Perspektivwechsel sehr spannend, es enthält eine Fülle an sinnvollen und nachvollziehbar vermittelten Informationen, es wirkt bemerkenswert objektiv und lässt den Leser die politischen Zusammenhänge begreifen, die zu den genannten und sicher zu Recht ausgewählten Entscheidungen führten.
Absolut lesenswert für alle, die sich für die jüngere Geschichte interessieren!


Der lange Zyklus. Die Erde in 10000 Jahren
Der lange Zyklus. Die Erde in 10000 Jahren
von Salomon Kroonenberg
  Gebundene Ausgabe

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klimawandel aus geologischer Sicht, 4. September 2008
Unsere Erde steht angeblich vor dem Hitzekollaps: Klimaforscher internationaler Gremien geben Prognosen zum Klima der nächsten hundert Jahre ab, die nicht eben beruhigen.
Was aber, wenn das Klima hauptsächlich von Faktoren gesteuert wird, die sich unserem Einfluss völlig entziehen? Denn so eindeutig, wie von den so genannten Klimaschützern dargestellt, ist die Faktenlage keineswegs.
Der Autor Salomon Kroonenberg untersucht Naturkatastrophen sowie extreme klimatische Verhältnisse - Warm- und Eiszeiten - auf statistische Gesetzmäßigkeiten und bietet zahlreiche auf sorgfältig ausgeführten Experimenten und Nachweismethoden beruhende Beweise dafür, dass durch natürliche Zyklen bestimmte Parameter ganz wesentlich für das Klima, insbesondere für das Auftreten von Eiszeiten, verantwortlich sind, so die auf der Ellipsenform der Erdbahn basierenden 100.000-jährlichen Milankovi'-Zyklen.
Wer wie ein Geologe die Jahrmillionen im Blick hat, darf sich natürlich eine Extrapolation über die vom IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) mit Weissagungen bedachten nächsten hundert Jahre hinaus erlauben. Kroonenberg wählt den sinnvollen Zeitraum von zehntausend Jahren.
Im Epilog geht er auf die Klimadebatte ein und weist unter anderem nach, wie das IPCC lange Zeit mithilfe der unseriös erstellten Mannschen Hockeystick-Kurve sein Klima-Horror-Szenario untermauerte, und mit welchen Unwahrheiten Al Gore seinen Film "An Inconvenient Truth" spickte, um Ängste zu schüren.
Anders als viele seiner Mit- und Gegenspieler in der Klimadebatte schreibt Kroonenberg immer - von wenigen sympathisch-humorigen Einlagen abgesehen - sachlich, ruhig und gelassen. Ihm geht es nicht darum, wild mit abstrakten Modellen zu spekulieren, sondern aus wohl bekannten, auf wissenschaftlich seriöse Weise gewonnenen Daten Gesetzmäßigkeiten abzuleiten, mit deren Hilfe sich Entwicklungen in der näheren und, nach menschlichem Maßstab, ferneren Zukunft abschätzen lassen.
Das klingt im Vergleich zu anderen themenverwandten Publikationen unspektakulär. Langweilig ist Kroonenbergs Buch jedoch keineswegs. Der Leser soll erkennen, dass wir nicht unbedingt alle Naturkatastrophen und Extreme natürlicher Vorgänge begründen können, wohl aber in der Lage sind, Gesetzmäßigkeiten, Zyklen zu erkennen und uns ihnen anzupassen.
Ein solches Buch hat in der Klimadebatte gefehlt: eine für jedermann begreifbare, auf sauberer Argumentation und geologischen Daten basierende Betrachtung des Klimas vergangener Zeiträume im Maßstab bis hin zu mehreren hundert Millionen Jahren und eine daraus resultierende nachvollziehbare Extrapolation in die Zukunft. Dieses Buch ist wirklich zu empfehlen, denn es stellt eine echte Bereicherung sowohl für die Allgemeinbildung als auch für die politische Kompetenz des Lesers dar und ist darüber hinaus ausgezeichnet geschrieben.


Philips EXP 2540 / 02 Tragbarer MP3-/CD-Player weiss
Philips EXP 2540 / 02 Tragbarer MP3-/CD-Player weiss

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Insgesamt zufriedenstellend, 26. August 2008
Hauptsächlich verwende ich dieses Gerät zum Abspielen von Hörbüchern. Musik klingt, damit gehört, angesichts des Preises überraschend gut.
Somit eignet sich das Gerät von der Wiedergabequalität her natürlich erst recht für Hörbücher. Allerdings bin ich nicht begeistert von der ziemlich hohen Erschütterungsempfindlichkeit, die allzu oft zu Leiern oder "Sprüngen" bei der Wiedergabe führt - und ich jogge noch nicht mal.
Das innen liegende Batteriefach finde ich persönlich durchaus praktisch. Auch die Bedienung insgesamt mit wenigen "Knöpfchen" ist benutzerfreundlich und erfordert kein umständliches Handbuchstudium. Den mitgelieferten Kopfhörer kann man, wie bereits von einem weiteren Rezensenten erwähnt, "vergessen". Der Stromverbrauch geht in Ordnung: kein Batteriefresser.
Für das Gerät spricht natürlich auch der recht günstige Preis. Insgesamt also von der Qualität her zufriedenstellend. Das Design ist Geschmackssache, dürfte aber den meisten potenziellen Besitzern gefallen.


DeLonghi ESAM 3000.B Kaffee-Vollautomat (1100 Watt, 1,8 Liter, 15 bar, Dampfdüse) schwarz
DeLonghi ESAM 3000.B Kaffee-Vollautomat (1100 Watt, 1,8 Liter, 15 bar, Dampfdüse) schwarz
Preis: EUR 284,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im siebten Kaffeehimmel, 25. August 2008
Vorneweg sei gesagt, dass ich zur Haltbarkeit dieser Maschine noch keine Aussage treffen kann, dafür haben wir sie nicht lange genug.
Sie löst eine Jura ab, mit der wir ganz zufrieden waren - aber mit der neuen DeLonghi sind wir im siebten Kaffeehimmel! Espresso, Cappuccino, Kaffee wie beim Italiener, klasse Geschmack und Stärke ganz nach Belieben. Traumhafte Crema. Dass die Maschine ein Weilchen braucht, um auf Temperatur zu kommen, nimmt man für diesen Geschmack gern in Kauf.
Um seinen individuellen Traumkaffee zu bekommen, braucht man auch nicht ein dickes unverständliches Handbuch durchzuarbeiten: Das zur DeLonghi ist übersichtlich, zur besseren Anschaulichkeit reich bebildert und unkompliziert, und im Handumdrehen sind die wichtigsten Handgriffe klar. Aber die Piktogramme an den Schaltern und Hebeln sind sowieso gut zu verstehen. Man kommt überall gut dran, und auch die Wartungsroutine ist unkompliziert.
Darüber hinaus sieht das Gerät auch schick aus, eine Zierde für die Küche.
Unsere Jura war eine gute Investition und erforderte, was die Wartung angeht, noch etwas weniger Arbeit, die DeLonghi kostet aber weit weniger als die Hälfte und liefert unserer Meinung nach einen wesentlich besseren, "italienischeren" Kaffee.


Das Hemd
Das Hemd
von Jewgenij Grischkowez
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Hemd, ein Tag, ein Leben, 20. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Hemd (Gebundene Ausgabe)
Als Alexander, genannt Sascha, eines Morgens ein frisches Hemd anzieht - nicht irgendeines, sondern sein Lieblingshemd -, beginnt für ihn ein ganz gewöhnlicher Tag, auch wenn sich einiges recht unverhofft entwickelt.
Nachfolgend begleitet der Leser Ich-Erzähler Sascha (und sein Hemd) durch den Tag. Da tritt etwa ein französischer Freund Saschas auf den Plan, auch er Architekt, der ziemlich naiv in äußerst zwielichtige Kreise abzugleiten droht.
Er führt nicht nur sehr beunruhigende Telefonate mit IHR, seiner neuen Liebe; schon früh erkennt er zudem, dass ihn auf Schritt und Tritt ein großer schwarzer Mercedes verfolgt, dessen Fahrer sich später in der Nacht als sehr hilfsbereiter und kooperativer Beschatter erweisen wird. Und immer wieder trifft er im Verlauf des Tages auf einen alten Freund aus der Provinz und trinkt mit ihm, bis die beiden abends, nachdem Sascha von IHR versetzt wurde, endgültig gemeinsam zu einer Sauftour starten.
Nach fast vierundzwanzig Stunden zieht Sascha das Hemd aus, das gezeichnet ist von diesem Tag, ebenso wie sein Besitzer. Und doch war es im Grunde nur ein Tag wie jeder andere.
Der mit dem modernen Moskau und seiner neuen Mittelschicht nicht vertraute deutschsprachige Leser mag eine Weile brauchen, um sich in Saschas Welt einzufinden: neureiche Auftraggeber des Architekten, Arbeiter, deren nach ihrer Ansicht berechtigtes Aufbegehren rasch durch herrschaftliches Auftreten wie in alten Zeiten erstickt wird, alle erdenklichen Arten von Taxifahrern und Vehikeln, ein bisschen Mafia.
Doch geht es grundsätzlich moderat zu. Systemkritik, wie andere russische Autoren dieser Generation und der vorhergehenden sie zumeist üben, findet man in diesem Roman überhaupt nicht.
Der Roman ist von scheinbarer Oberflächlichkeit und wirkt auf den ersten Blick unfertig: Weder erhält die Liebesgeschichte eine wirklich entscheidende Wendung, noch erfährt der Leser Sinn und Zweck der Verfolgung durch den schwarzen Mercedes, und auch das Schicksal von Saschas französischem Architektenfreund, der ins Netz der Mafia zu gleiten droht, wird sich an einem anderen Tag erfüllen; ebenso wenig erfährt der Leser, welche realen Grundlagen Saschas häufige Tagträume möglicherweise haben, und warum SIE ihn versetzt und ihn dennoch zu brauchen, vielleicht zu lieben scheint. Diese "Unfertigkeit" ist jedoch ein durchdachter Schachzug, pflanzt doch in jedem Leben jeder Tag den Samen für neue, unvorhergesehene Entwicklungen, und Sascha wird die Auflösungen der genannten Fragen und Anfänge in einem anderen Hemd an einem anderen Tag erfahren.
Sieht man genauer hin, so entdeckt man eine kluge Betrachtung der Höhen und Tiefen des Lebens anhand einer feinen, von Ironie und etwas Fatalismus geprägten Philosophie und darüber hinaus das charmant skizzierte Porträt eines typischen Neu-Moskauers der russischen Mittelschicht des frühen 21. Jahrhunderts, in dessen Brust die für die meisten Russen unverzichtbaren zwei Seelen wohnen.


Weiter als der Horizont, Kunst aus aller Welt
Weiter als der Horizont, Kunst aus aller Welt
von Claudius Müller
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende außereuropäische Kunst, 19. August 2008
Dieses Buch und die zugehörige Ausstellung im Münchner Museum für Völkerkunde befassen sich mit teils historischer, teils zeitgenössischer Kunst aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde: Afrika, Lateinamerika, Ozeanien, Nordamerika, Südasien, Ostasien und Orient.
Die einzelnen Kapitel greifen Aspekte der Kunst in den genannten Regionen heraus, wobei die vorhandenen Exponate selbstverständlich eine wesentliche Rolle spielen. Daraus ergeben sich interessante Streiflichter zu einzelnen Kulturen und Epochen in einer gründlichen und spannenden Darstellung, die sicherlich ihresgleichen sucht. Hervorgehoben seien unter anderem die ausdrucksvollen Kunstwerke aus Westafrika, beispielsweise vom Stamm der Yoruba, oder die einzigartige Keramik der Shipibo-Indianer aus dem Amazonasgebiet, die auch heute noch Anwendung findet. Wenig vertraut dürften die nicht fachkundigen Leser und Ausstellungsbesucher zudem etwa mit der Kunst der arktischen Völker und der Papua sein.
Die Aufmerksamkeit des Lesers wird jedoch nicht nur auf in der Öffentlichkeit seltener wahrgenommene Ethnien gelenkt; auch süd- und ostasiatische Kunst, die mit dem Buddhismus und Hinduismus in essenzieller Verbindung steht, erfährt hinreichende Würdigung.
Jede vorgestellte Kunstrichtung, die betreffenden Ethnien eingeschlossen, wird ausführlich präsentiert. Eine Einführung macht den Leser mit Volk, Geschichte und regionaler Kunst vertraut. Der sich jeweils anschließende Katalogteil mit Abbildungen und ausführlichen Erläuterungen zu jedem Exponat wird, wo erforderlich, ergänzt durch weitere Ausführungen zu bestimmten Kunstprodukten, sei es Kunst mit mystischem, repräsentativem oder kultischem Hintergrund, seien es Gebrauchsgegenstände. So entsteht ein kompakter Eindruck der Kunstgeschichte der jeweiligen Epoche und Region.
Die Abbildungen sind von bester Qualität und zeigen die Exponate, sofern erforderlich, von allen Seiten oder in relevanten Ausschnitten. Sofern es sich um mehr oder weniger zeitgenössische Kunst handelt, werden auch Herstellungsschritte illustriert und erläutert sowie einzelne Künstler vorgestellt, die entweder eine repräsentative Funktion erfüllen oder aus dem Gros heraustreten.
Aufgrund des natürlich eingeschränkten Fundus des Museums bleiben etliche Völker und Kulturen ausgespart, etwa die Maya und Inka, Japan oder auch die indigene Kultur Australiens. Die eingangs erwähnten, im Buch und in der Ausstellung präsenten Ethnien werden jedoch gründlich und detailliert vorgestellt, sodass der Leser und gegebenenfalls Besucher einen nachhaltigen Eindruck von außereuropäischer Kunst unterschiedlichster Epochen erhält; einer Kunst, die eine solche Würdigung mit Sicherheit verdient.


Erinnerung an einen Mörder
Erinnerung an einen Mörder
von Petra Hammesfahr
  Gebundene Ausgabe

18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein achtjähriger Augenzeuge, 15. August 2008
Der achtjährige Felix wird an einem Nachmittag blutverschmiert, durch die Straßen seiner Kleinstadt irrend, aufgegriffen. In der Küche des Hauses seiner Familie liegen die grauenvoll zugerichteten Leichen seiner Familie: Vater, Mutter, zwei kleine Schwestern. Felix könnte dazu beitragen, die Tragödie aufzuklären, doch es scheint, als habe er die Erinnerung fest in eine Schublade seines Gehirns eingeschlossen und den Schlüssel weggeworfen.
Als er nach dem Abitur aus einem Internat in seine Heimatstadt zurückkehrt, kommt es zur Konfrontation, und lange Brachliegendes bricht mit Gewalt hervor.

Dieser Thriller wird ganz aus der Perspektive von Felix erzählt, und zwar des erwachsenen Felix in Form eines Rückblicks. Felix präsentiert sich als "Produkt" eines von der Mutter absichtlich herbeigeführten Verhütungsfehlers, gequält und erniedrigt von der sadistisch veranlagten Großmutter und ihrer nicht weit vom Stamm gefallenen Tochter, ohne Schutz durch den zu weichen Vater, der selbst unter Frau und Schwiegermutter leidet und außerhalb der Familie zu scheinbar überzogenen Handgreiflichkeiten neigt.
Felix' weitere Geschichte führt aufgrund der gelegentlich von außen herausgezerrten Erinnerungsfetzen zu einigen fatalen Fehlschlüssen. Klarheit entsteht erst zum Schluss hin, als eine scheinbar hanebüchene Geschichte sich als die reine Wahrheit entpuppt und ein Motiv erkennbar wird.
Insgesamt eine spannend und einfühlsam erzählte Geschichte, in der die Autorin ohne Schwierigkeiten in die Rolle eines achtjährigen Kindes, eines Heranwachsenden und eines jungen Mannes schlüpft. Als Leser eines Thrillers sollte man sich vor viel Blut, Kindesmisshandlung der übelsten Sorte und Skrupellosigkeit nicht scheuen; Petra Hammesfahr ist mit diesem Roman jedenfalls ein weiterer Höhepunkt deutscher Kriminalliteratur gelungen, denn die Auflösung wirkt keineswegs selbstverständlich, der Aufbau ist logisch und in sich schlüssig, und obwohl der Leser sich zwischenzeitlich fragt, wohin die diffusen Kindheitserinnerungen eines indirekten Mordopfers führen sollen, fällt es schwer, mit der Lektüre vor der letzten Seite aufzuhören.


Bsss: Die ganze Welt der Insekten
Bsss: Die ganze Welt der Insekten

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Welt der Gliederfüßer, 11. August 2008
Schon der Inhalt dieses Buchs begeistert: zum Einen aufgrund der - sorgfältig durchdachten - Themenfülle, die durch eine kurzweilige Mischung aus allgemeinen Informationen und faszinierenden "Spezialfällen" geprägt ist, zum Anderen wegen der auf die Zielgruppe zugeschnittenen Darstellung, kindgerecht, doch zum Mitdenken auffordernd. Sachbuchcharakter und spielerische Einlagen wechseln sich ab; das Buch enthält auch "echte" Spiele, so eine Art Gänsespiel und eine insektenbezogene "Top Trumps"-Variante, aber auch Quiz und Rätsel.
Einen ersten Magneten für die Aufmerksamkeit stellen die drei markierten Druckpunkte auf dem Einband dar, mittels derer man drei verschiedene Insektenlaute hören kann.
Sofern nicht groß und auffällig gedruckte, neugierig machende Überschriften das Auge fesseln und auf die Texte lenken, tun dies hochwertige Fotos oder witzige Zeichnungen. Auf die Bedürfnisse der Zielgruppe gehen auch comic-ähnliche Einlagen ein. Die ein oder andere einem Insekt zugeordnete Sprechblase löst Schmunzeln und Gelächter aus; auf die richtige Mischung von Information und Unterhaltung haben die Autoren definitiv geachtet. Und wenn die Doppelseiten zu jedem Unterthema auch schier gespickt sind mit Abbildungen und Informationen, wirken sie doch nicht überfrachtet.
Das Buch hält, was der auffällige Umschlag mit dem witzigen Titel verspricht. Es ist bunt, unterhaltsam und lustig, vor allem jedoch außergewöhnlich informativ, und vermag anhaltendes Interesse an der erstaunlichen, vielseitigen Welt der Gliederfüßer zu wecken. Kein wichtiger Aspekt des Lebens von Insekten und Spinnentieren wird ausgelassen, auf die Darstellung der zahlreichen Interaktionen zwischen Gliederfüßern und Menschen wird Wert gelegt (Insektenrezepte inklusive!). Einfach klasse!


Helmuth James von Moltke: Geschichte einer Kindheit und Jugend
Helmuth James von Moltke: Geschichte einer Kindheit und Jugend
von Jochen Köhler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungenes Biografiefragment, 10. August 2008
Das vorliegende Buch zeichnet Helmuth James von Moltkes Familiengeschichte, Kindheit und Jugend bemerkenswert detailliert nach. Der Autor wollte eine umfassende Biografie des nonkonformistischen Grafen verfassen, doch seine Krankheit und sein früher Tod verhinderten die Vollendung des Projekts, sodass das vorliegende Buch nur die Jahre bis etwa 1930 abdeckt.
Der Leser lernt eingangs insbesondere Helmuth James' Großeltern und Eltern kennen, einen schlesischen Grafen und Großgrundbesitzer, sowie einen in Südafrika lebenden, schottischstämmigen britischen Bürger, der die Geschicke Südafrikas nicht unwesentlich beeinflusste und folglich geadelt wurde.
Helmuth von Molke, aufgrund seiner kränklichen Konstitution kein erfolgreicher Militär und somit in Preußen ein Außenseiter, kann seinen fünf Kindern zunächst nur lokales Ansehen bieten. Es ist seine Frau Dorothy, deren Charme und welt"männisches" Auftreten Türen öffnen. Ihr ältester Sohn Helmuth James wandelt sich von einem mittelmäßigen Schüler im Potsdamer Internat zu einem sozial engagierten, kritischen jungen Mann mit Kontakten zu den besten Kreisen.
Das Buch endet mit Moltkes Heirat mit Freya Deichmann und enthält ein Nachwort, in dem Moltkes Vorfahren Würdigung finden.

Bis zu Moltkes Rolle im Widerstand dringt dieses Biografiefragment nicht vor. Sehr detailliert und anschaulich hingegen beschreibt der Autor die familiäre "Vorgeschichte" des "boy", und zwar hauptsächlich anhand der Briefe von Dorothy an ihre Eltern, in denen sie recht offen ihr Verhältnis zu ihrem Erstgeborenen darlegt. Zugleich aber erhält der Leser einen tiefen Einblick in die Denkart des "ostelbischen Junkertums". Der bekennende 68'er Köhler entwirft ein so realistisches wie bestürzendes Bild von den zahlreichen Adligen jener Zeit, die sich auf ihren Grundbesitz verließen und den Wandel um sich nicht wahrnehmen wollten.
Der Leser erfährt den jungen Helmuth James von Moltke als einen vielseitig interessierten, begabten Heranwachsenden. Zugleich aber besticht die Biografie durch ihren literarischen Wert. Eingeflochtene Vitae von Bezugspersonen, Betrachtungen zur politischen Lage und ein angemessener Anteil Philosophie geben dieser Biografie eine ganz persönliche Note. Am Ende wird der Leser bedauern, dass dem Autor die Vollendung verwehrt blieb.


Tolstojs letztes Jahr
Tolstojs letztes Jahr
von Jay Parini
  Gebundene Ausgabe

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Facetten einer großen Schriftstellerpersönlichkeit, 10. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Tolstojs letztes Jahr (Gebundene Ausgabe)
In seinen letzten Lebensjahren hat sich der Verfasser von "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" sehr verändert: Tolstoj hat so etwas wie eine eigene Religion entwickelt. Vor allem predigt er Enthaltsamkeit und Armut.
Sein Gut Jasnaja Poljana wird belagert von Tolstoj-Jüngern. Einzelne unter ihnen gewinnen Tolstojs Sympathie und damit einen Einfluss über ihn, den seine Ehefrau Sonja nicht billigt. Sie und einige seiner Kinder fürchten um ihr Erbe, denn Tolstoj möchte sein Vermögen am liebsten unter den Armen verteilen. Andere Nachkommen, darunter seine Tochter Sascha, verstehen und verehren ihn.
Der vorliegende Roman lässt Tolstojs letztes Jahr anhand von hauptsächlich auf Tatsachen, sprich: Originalquellen, beruhenden Vorfällen und Entwicklungen lebendig werden. Die unterschiedlichsten Personen aus Tolstojs unmittelbarem Umfeld äußern sich, berichten und kommentieren die Ereignisse: Tolstoj selbst, seine Ehefrau, Tochter Sascha, dem Vater völlig ergeben, der Leibarzt, Tolstojs Günstling Tschertkow, vor allem auch der in Tolstojs letztem Lebensjahr in dessen Dienste tretende, unvoreingenommene Sekretär Bulgakow.

Aus ihren Tagebuchaufzeichnungen und Briefen entwickelt sich ein verblüffend heterogenes Bild von Tolstojs letztem Jahr, das gezeichnet ist von der für ihn verstörenden Verehrung durch seine Anhänger, vor allem aber von der Auseinandersetzung mit seiner zunehmend paranoiden Ehefrau, die ihm keine Luft zum Atmen mehr lässt. Als der schon geschwächte Tolstoj mit der Bahn ins Nirgendwo flieht, holt ihn der Tod in einem bislang völlig unbedeutenden Ort namens Astapowo ein.

Jay Parini hat die Charaktere um Tolstoj vorzüglich nachempfunden. Herausragend ist das Porträt der Ehefrau Sonja gelungen, einst unersetzliche Mitarbeiterin und Mutter seiner zahlreichen Kinder, die nun um die Tantiemen aus seinen Werken kämpft, damit seine Kinder nicht aufgrund seiner fixen Idee von Gleichheit mittellos enden - bis sie wahrlich psychotische Züge entwickelt.
Doch auch die anderen Figuren treten glaubwürdig und individuell auf.
Der Leser weiß nicht recht, wer in dieser zugleich bezaubernden und abstoßenden Tragikomödie das "Gute", wer das "Böse" verkörpert, da jeder aus seiner Sicht Recht zu haben scheint. Etwas hilflos steht Tolstoj selbst im Zentrum.
Es kommt zu vielen inhaltlichen Überschneidungen, und manchmal gewinnt der Leser den Eindruck, es ginge nicht voran. Dies ist nun freilich ebenfalls der Fülle an verschiedenen Perspektiven geschuldet, die ein facettenreiches, schillerndes Bild einer ganz großen russischen - europäischen - Persönlichkeit entwerfen.


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