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Beiträge von Florian Hilleberg
Top-Rezensenten Rang: 1.045
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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
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Das Auge: Roman
Das Auge: Roman
von Richard Laymon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Kurzweiliger Thriller in gewohnter Laymon-Manier, 19. Oktober 2017
Rezension bezieht sich auf: Das Auge: Roman (Taschenbuch)
Erstaunlich wie produktiv Richard Laymon Zeit seines Lebens gewesen ist. Zum Glück, sagen seine Fans und der Verlag freut sich, gehen ihm doch so schnell nicht die Titel aus. Obwohl der deutschsprachige in diesem Fall wirklich misslungen ist. Warum und wieso „Alarms“ in das „Auge“ umbenannt wurde und ein Türspion das - zugegeben toll gelungene - Cover ziert, bleibt bis zuletzt unklar.
Daran, dass es keinen passenderen Ein-Wort-Titel gegeben hätte, kann es wohl nicht liegen. „Die Vision“ fiele mir spontan ein und wenn man bei einem großen Online-Versandhandel „Vision“ und „Thriller“ eingibt, erscheint an erster Stelle - „Das Auge“ von Richard Laymon. Schau an. Aber letztendlich geht es um den Inhalt und der kann sich sehen, beziehungsweise einmal mehr kurzweilig lesen lassen.

„Alarms“ stammt aus dem Jahr 1992, zählt damit zu Laymons früheren Werken und ist mit gerade einmal 330 Seiten ein eher kürzerer Roman. Das kommt ihm auch zugute, denn so ist der Leser sofort drin im Geschehen, denn es beginnt ohne viel Federlesens und Rumgeeiere gleich mit der Vision Melanies. Im Anschluss allerdings geht es zunächst etwas ruhigerer zu, damit Laymon seine Charaktere Melanie, Bodie und Pen vorstellen kann.
Dabei hat es der Autor hervorragend verstanden, den Leser auf falsche Fährten zu führen und wenn man glaubt, die Story durchschaut zu haben, vermag sie am Ende doch noch zu überraschen. Das hebt „Das Auge“ angenehm aus Laymons Bibliographie hervor.
Ein Ausbund an Subtilität ist der Roman deshalb noch lange nicht, aber das erwartet man schließlich auch nicht, wenn man zu einem Buch des Autors greift.

Im Gegenteil, hier soll es um Spannung, Sex und Gewalt gehen. Nun, besonders blutig wird es eigentlich nie, selbst zum Ende hin hält sich die Brutalität in Grenzen – oder bin ich etwa schon so abgestumpft?
Wer Exzesse wie in „Der Keller“ oder „Die Jagd“ erwartet, der wird bitter enttäuscht sein. Selbst „Die Nacht“ und „Die Show“ sind größere Schocker. Nein, „Das Auge“ lebt davon, dass man als Leser immer wieder glaubt, den Plot durchschaut zu haben, sich dabei sogar ertappt, zu wollen, dass es genau so abläuft, wie man es sich zurechtgelegt hat, nur um dann doch enttäuscht zu werden. Ob im positiven oder negativen Sinne, muss jeder für sich entscheiden. Ebenso, ob es unter den Protagonisten überhaupt Sympathieträger gibt. Betrachtet man ihre Entscheidungen und ihre Gedanken aus der jeweiligen Perspektive, dann sind sie zumindest absolut menschlich und authentisch, was man gewiss nicht von allen Laymon-Charakteren behaupten kann.
Sicherlich nicht sein bestes Werk, aber gewiss auch nicht sein Schlechtestes. Stand zu befürchten, dass der Heyne Verlag die besseren Titel gleich zu Beginn verbraten hat, so ist „Das Auge“ durchaus imstande, diese Sorge ad acta zu legen.
Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass der Roman hervorragend geeignet ist, LeserInnen, die noch nie ein Buch des Autors gelesen haben, an das Werk Laymons heranzuführen, ohne sie gleich mit einem der oben genannten Werke vor den Kopf zu stoßen oder zu verprellen.


Batgirl Megaband: Bd. 1: Der Sohn des Pinguins
Batgirl Megaband: Bd. 1: Der Sohn des Pinguins
von Hope Larson
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,00

4.0 von 5 Sternen Toller Start für BATGIRL in das neue DC-Universum - raffiniert und kurzweilig und optisch ansprechend, 19. Oktober 2017
Jetzt hat es also auch BATGIRL ins neue DC-Universum namens REBIRTH geschafft. Und das gleich im Megaband mit sage und schreibe elf US-Ausgaben. Das Schöne daran ist, dass es zu keinem völligen Neustart kommt, sondern direkt an die BATGIRL-Serie von Cameron Stewart und Brenden Fletcher angeknüpft wird, die hierzulande in drei Bänden erschienen ist und in der es Barbara Gordon in das Hipster-Viertel von Gotham City, Burnside, verschlägt. Dort erleben die Tochter von Commissioner Gordon und ihr Alter Ego Batgirl allerlei Abenteuer abseits jeglichem Comic-Action-Overkill.
Die Bedrohungen bleiben Überschaubar, die Gegenspieler sind originell und nur allzu menschlich, obwohl Ausnahmen auch hier die Regel bestätigen. Barbara lernt viele neue Freunde kennen und bändelt sogar mit dem Sohn von Lucius Fox an, gründet ihre eigene Firma, nur um sich am Ende von Band 3 eine längere Auszeit zu nehmen und Asien zu erkunden. Und genau hier setzt der 250 Seiten fette Megaband an.

Das Storytelling wurde dieses Mal von Hope Larson übernommen, die sich der Figur mit der nötigen Einfühlsamkeit widmet und auch die menschliche Komponente nicht außer acht lässt. Auch zeichnerisch wurde ein Wechsel vorgenommen und mit Rafael Albuquerque und Chris Wildgoose zwei talentierte Könner gewonnen, die dem Stil der ersten drei Bände treu bleiben, die Figuren und vor allen Dingen Barbaras Mimik noch besser einzufangen verstehen, als ihre Vorgänger.
Die Storys bleiben trotz ihrer exotischen Schauplätze recht bodenständig, sofern man dieses Wort bei einem Superhelden-Comic überhaupt verwenden darf. Der Plot allerdings ist wirklich originell und äußerst innovativ. In den ersten drei Bänden hat es Batgirl jedes Mal mit sehr modernen und zeitgenössischen Bedrohungen zu tun bekommen, die uns vor allem durch immer größere Vernetzung und zunehmende Digitalisierung drohen. Diese Tradition setzt Hope Larson im Megaband gekonnt fort.
Ebenfalls positiv hervorzuheben ist, dass die Schauplätze keineswegs austauschbar sind. Die verschiedenen asiatischen Locations wurden mit Bedacht gewählt und auch die asiatische Mentalität kommt hervorragend zur Geltung. Ebenso wie der Leistungsdruck unter dem viele junge Menschen im fernen Osten stehen.

Dass es in der westlichen Hemisphäre nicht viel anders zugeht, merkt Barbara spätestens im zweiten Teil des Megabandes, der diesem auch den Titel verliehen hat: „Der Sohn des Pinguins“. Ob der junge Ethan aber tatsächlich in die Fußstapfen seines Vaters tritt und was Barbara eigentlich an ihm findet, sei einmal dahingestellt. Auch diese Geschichte spielt mit dem Überhand nehmenden App-Wahnsinn, der fast unser gesamtes Leben bestimmen kann, sofern wir das zulassen. Dabei sorgt der Comic auf spielerische Weise für Aufklärung und mahnt vor allzu nachlässigem Umgang mit Daten und Apps, ohne jedoch den moralischen Zeigefinger allzu hoch zu erheben.
Ebenfalls nicht zu kurz kommt neben der Action, der trockene Humor und es ist erfrischend wie Barbara ihren Verstand benutzen muss, um den verschiedenen Herausforderungen zu begegnen. Zumal sie eben keine Superkräfte besitzt und auch nicht mit dem goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen ist.

Einziges Manko des Comics ist die Naivität was Barbaras Geheimidentität angeht, gekoppelt mit einigen sehr haarsträubenden Zufällen. Ausgerechnet in Asien trifft sie einen alten Schulfreund wieder und verknallt sich prompt in ihn. Klar, dass er Probleme hat und vielleicht auch mit den Gedanken woanders ist, aber will uns die Autorin tatsächlich weismachen, dass Kai es nicht rafft, dass Barbara mit ihren grünen Augen und den roten Haaren, die sie nur unzureichend unter der Fledermausmaske verbergen kann, mit Batgirl identisch ist?
Spätestens, als sie Kai ins Gebet nimmt und kaum eine Handbreit zwischen den Gesichtern Platz bleibt, müsste bei ihm der Groschen fallen. Zumal er auch Barbaras Körper gut genug kennen dürfte, um ihn unter dem engen Overall wiederzuerkennen. Liebe mag blind machen, aber das ist einfach unglaubwürdig. Ähnlich verhält es sich mit Ethan Cobblepot, aber da ist es weniger offensichtlich und störend.

Dessen ungeachtet kann der REBIRTH von BATGIRL als voller Erfolg gewertet werden. Die Abenteuer von Barbara Gordon machen einfach Spaß. Vor allem wenn sie so sensationell gezeichnet sind.


Trinity: Bd. 1: Gemeinsam stark
Trinity: Bd. 1: Gemeinsam stark
von Francis Manapul
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Ein toller Band, den sich kein Fan der DC-Ikonen Superman, Batman und Wonder Woman entgehen lassen sollte, 13. Oktober 2017
Rezension bezieht sich auf: Trinity: Bd. 1: Gemeinsam stark (Taschenbuch)
Sie sind die drei mächtigsten Mitglieder der Justice League und haben sie einst sogar mitgegründet. Dabei ist gerade das Verhältnis zwischen diesen drei Charakteren äußerst interessant und vielschichtig, was nicht nur im Kinofilm „Batman v. Superman“ kontrovers diskutiert wurde, sondern auch in zahlreichen Comic-Veröffentlichungen. Nun hat das Trio infernale auch die Rebirth-Ära erreicht und wird durch eine eigene Serie gewürdigt, die hierzulande sogleich in dicken Sammelbänden zu jeweils sechs Originalausgaben erscheint.

Schon der Beginn wurde eindrucksvoll inszeniert, wenngleich man sich unweigerlich fragt, warum Diana und Bruce Wayne erst martialisch als ihre Alter Egos Wonder Woman und Batman erscheinen, nur um dann doch im Abendkleid und Holzfällerhemd an die Tür zu klopfen?
Ein Glück, dass Batmans Rüstung, die er unter dem Hemd trägt, auch Hitzeblicke abfangen kann. Andererseits ist Jon auch nicht so geübt wie sein Vater. Vielleicht liegt es auch an dem besonderen Schmuckstück, das Bruce unter dem Hemd trägt und das später, im Verlauf der Story, noch sehr wichtig für die Helden werden soll.
Der Anfang der Story von Francis Manapul bietet jedenfalls nicht nur ganz großes Kino, sondern auch tolle Dialoge und eine rundum gelungene Geschichte, die sich im Laufe der nächsten Kapitel immer weiter zuspitzt. Nach der Zusammenführung der drei Charaktere, werden sie in den folgenden Teilen mit ihrer jeweiligen Vergangenheit konfrontiert. Den Anfang macht Superman, ehe Batman erneut den Tod seiner Eltern miterleben muss. Doch spätestens wenn der junge Bruce Wayne einer Psychologin namens Dr. Quinzel gegenübersitzt, weiß der geneigte Leser, dass hier etwas im Argen liegt. Und schließlich gelangt Diana doch noch nach Themyscira und muss eine wichtige Prüfung bestehen, ehe die drei Gefährten, dem eigentlich Schurken dieses Abenteuers gegenübertreten dürfen.
Einmal mehr muss man die Weitsicht und Sorgfalt der Macher von DC bewundern, die von Anfang an darauf achten, dass sämtliche Geschichten der Rebirth-Ära miteinander verzahnt sind und aufeinander aufbauen. So ist TRINITIY Band 1 „Gemeinsam stark“ unter anderem die indirekte Fortsetzung des Einzelbandes „POISON IVY – Kreislauf von Leben und Tod“. Außerdem wird auf den ersten Megaband von WONDER WOMAN „Die Lügen“ eingegangen.

Ein wenig Vorwissen bezüglich der DC-Comics, allen voran ihrer beiden Ikonen Superman und Batman wird dabei vorausgesetzt.
Der Übersetzer Marc Schmitz ist dabei ein wenig über das Ziel hinausgeschossen, als er die bekannte Black Mercy kurzerhand in Schwarze Gnade umgetauft hat. Deren Einsatz kann man übrigens in der äußerst gelungenen Zeichentrick-Serie JUSTICE LEAGUE UNLIMITED in der 2. Folge der ersten Staffel bewundern („Für den Mann, der alles hat“). Danach wird man den vorliegenden Band vielleicht sogar ein klein wenig besser verstehen.
Zum Ende hin geht der Story leider ein wenig die Puste aus und wird stellenweise auch etwas krude. Vor allem, wenn man rückblickend betrachtet, wie zufällig dieses Aufeinandertreffen doch erklärt wird, immerhin kennt Poison Ivy nicht die Geheimidentität des Dunklen Ritters und konnte nicht ahnen, dass ausgerechnet der neue Superman auf der Farm lebt, oder doch?
Irgendwie wurde dieser Umstand nicht wirklich zufriedenstellend erklärt.

Die Künstler Clay Mann und Emanuela Lupacchino sind zeichnerisch jedenfalls über sich hinausgewachsen. Wie sie die Figuren und Szenen dargestellt haben ist schlichtweg phänomenal. Beispielsweise in den Kapiteln Zwei und Drei, wenn die ersten Vergangenheitssequenzen in Form der jeweiligen Symbole von Superman und Batman eingebettet sind.
So bleibt am Ende ein Blockbuster in Comic-Format mit kleinen Schwächen, der aber für Fans der drei DC-Ikonen absolut empfehlenswert ist, umso mehr, da ja der erste große Auftritt der Justice League im Kino bevorsteht.


Das Rätsel der unheimlichen Maske [Blu-ray]
Das Rätsel der unheimlichen Maske [Blu-ray]
DVD ~ Herbert Lom
Preis: EUR 24,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stimmungsvolle Tragödie mit farbenprächtiger Gruselatmosphäre und tollen Darstellern, 2. Oktober 2017
Mit „Das Rätsel der unheimlichen Maske“ hat sich HAMMER einem weiteren Klassiker der Literatur und des phantastischen Films gewidmet. Kaum einer der großen Universal-Erfolge, der nicht von HAMMER in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren neu aufgelegt wurde. Nach den sehr erfolgreichen und stimmungsvollen Filmen „Dracula“, „Frankensteins Fluch“ und „Die Rache der Pharaonen“, war nun auch endlich das „Phantom der Oper“ an der Reihe. Für dessen Rolle war übrigens niemand Geringeres als Cary Grant vorgesehen, so zumindest lauten die Gerüchte, die sich bis heute hartnäckig halten, obwohl eigentlich nicht genau feststeht, ob nicht doch der Part von Harry Hunter vorgesehen war.

Wie auch immer, mit Edward de Souza und Herbert Lom als das Phantom wurde ein mehr als veritabler Ersatz gefunden. Vielleicht sogar die bessere Entscheidung, konnte man sich so doch mehr auf die Geschichte konzentrieren, ohne dass ein Weltstar mit seiner Präsenz sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zog. Mit Michael Gough als Lord D'Arcy und Heather Sears als Christine Charles wurden auch die beiden restlichen Hauptrollen hervorragend besetzt. Ersteren kennt man übrigens als Arthur Holmwood auf „The Horror of Dracula“, dem ersten Dracula-Film aus der britischen Filmschmiede mit Christopher Lee in der Hauptrolle.
In der Rolle Lord D'Arcys übernahm er für den vorliegenden Film den Part des Bösewichts, was er wirklich brillant meisterte. Einem jüngeren Publikum dürfte er am ehesten in seiner Rolle als Afred Pennyworth bekannt sein, die er in nicht weniger als vier BATMAN-Verfilmungen spielte, unter anderem den beiden von Tim Burton.
Regie führte bei „Das Rätsel der unheimlichen Maske“ übrigens kein Geringerer als Terence Fisher, der für einige der besten HAMMER-Filme bekannt ist, unter anderem bereits die oben erwähnten Klassiker.
Es konnte also nicht viel schief gehen, zumal der Zuschauer wieder mit wundervollen, farbenprächtigen Kulissen bei Laune gehalten wird. Auch die Darsteller spielen mit wahrer Hingabe. Warum der Funke letztendlich nicht überspringt, liegt dagegen am Drehbuch, beziehungsweise dem viel zu abrupten Ende, der ganzen Tragödie.

So fragte ich mich am Ende beispielsweise, ob das nun die ganze Rache des Phantoms gewesen sein sollte, als er sich vor seinem Peiniger demaskierte? Ein wenig billig, wie der gute, respektive böse, Lord D'Arcy letztendlich davongekommen ist. Mit einem erschreckten Gesichtsausdruck und nicht mal 'nem blauen Auge. Wie Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad in ihrem wieder einmal sehr informativen und kurzweiligen Audiokommentar festgestellt haben, gibt es auch keine logische Begründung dafür, weshalb sich das Phantom theatralisch die Maske vom Gesicht reißt, bevor es Christine vor dem herabstürzenden Kronleuchter rettet. Der Grund für diesen Unfall, finde ich ebenfalls reichlich bemüht, so dass die gesamte Schlussszene überaus konstruiert wirkt. Mit 84 Minuten Laufzeit ist der Streifen zudem sehr kurz geraten. Zehn weitere hätten ihm sicherlich gut getan und die hektische Atmosphäre am Ende ein wenig entzerren können. Sei es drum. Zurück bleibt immer noch ein gutes, stimmungsvolles Schauer-Drama, das vor allem durch seine hervorragenden Darsteller und die liebevoll gestalteten Kulissen im Gedächtnis haften bleibt.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2017 12:34 PM MEST


The Witches (Der Teufel tanzt um Mitternacht) - Hammer Edition Nr. 16 - Mediabook [Blu-ray] [Limited Edition]
The Witches (Der Teufel tanzt um Mitternacht) - Hammer Edition Nr. 16 - Mediabook [Blu-ray] [Limited Edition]
DVD ~ Joan Fontaine
Wird angeboten von Mediafoxx
Preis: EUR 33,19

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Obwohl „The Witches“ zum Ende hin die Puste ausgeht, bietet der Film spannende Unterhaltung, 22. September 2017
Mit diesem Film, der nach dem Roman „The Devil's Own“ entstand, den die Autorin Norah Lofts unter dem Pseudonym Peter Curtis schrieb und der hierzulande leider nie veröffentlicht wurde, wagte sich HAMMER in die okkulten Gefilde des Satanismus, lange bevor Blockbuster wie „Das Omen“, „Der Exorzist“ oder „Rosemarys Baby“ das Subgenre nachhaltig prägten.
Die britische Filmschmiede wollte damit Neuland betreten und sich von den klassischen Gruselgestalten wie Dracula, Frankenstein oder die Mumie lösen. Herausgekommen ist dabei ein durchaus spannendes und äußerst farbenfrohes Filmchen, das anderthalb Stunden gut zu unterhalten weiß, auch ohne, dass HAMMERS leuchtend rotes Kunstblut in den Augen sticht und kübelweise von Draculas Fangzähnen tropft.

Die Rechte an der Buchvorlage hat übrigens die Hauptdarstellerin himself, Oskar-Preisträgerin Joan Fontaine („Rebecca“), mitgebracht. Sie ist auch die gesamten neunzig Minuten über omnipräsent und spielt mit einer kühlen Unnahbarkeit und Distinguiertheit, die schon fast an Overacting grenzt, so paradox das klingen mag.
Ihren weiblichen Gegenpart bildet Kay Walsh, die die Journalistin Stephanie Bax spielt und der leicht hysterischen Labilität der Protagonistin mit der nötigen Ratio begegnet. Dagegen verblasst Alex McCowen, der männliche Hauptdarsteller in der Rolle von Stephanies Bruder Alan, der nach der Einführung fast in Vergessenheit gerät und keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Ganz im Gegensatz zu Ingrid Brett als Linda Rigg, obwohl diese in der zweiten Hälfte fast nur noch apathisch herumsitzt oder -liegt. Das jedoch macht sie ganz ausgezeichnet.

Tatsächlich ist dies aber nicht nur HAMMERS erster Okkult-Streifen, sondern auch ein Film der Frauen; wie nicht anders zu erwarten ist, bei diesem Titel.
Inwieweit der vorliegende Film Roman Polanski beim Dreh von „Rosemarys Baby“ inspirierte weiß ich nicht, aber die Isolation von Gwen Mayfield und die vermeintliche Verschwörung der Dorfbewohner und ihres behandelnden Arztes weisen deutliche Parallelen zu Rosemarys Psychose auf.

Der Film besitzt insgesamt ein ruhiges Tempo und hält sich mit expliziten Gewaltdarstellungen und Schockmomenten dezent zurück. Gleichwohl besitzt er eine hintergründige, subtile Spannung, die den Zuschauer von Beginn an gebannt in Atem hält, auch wenn er in gewisser Hinsicht vorhersehbar ist und stellenweise nicht einer unfreiwilligen Komik entbehrt, siehe die angreifende Schafherde.
Doch die zappelnde Puppe zum Ende hin wurde sehr eindrücklich und schaurig in Szene gesetzt, wobei der Zuschauer zunächst gar nicht weiß, was er da sieht und wie sich das Phänomen erklärt. Er weiß nur, dass es irgendwie verstörend aussieht. Danach rutscht der Film leider in völlige Belanglosigkeit ab, als auf höchst biedere Weise versucht wird eine schwarze Messe darzustellen, bei der sich die Beteiligten rohen Brownie-Teig in die Visagen schmieren.

Unklar ist irgendwie auch, warum es der Protagonistin auf derart lächerlich simple Art gelingt, die Zeremonie zum Platzen zu bringen. Nun, immerhin wurde der Zuschauer bis dahin schon über achtzig Minuten lang anständig unterhalten. Das zuckersüße Happy End passt dagegen überhaupt nicht und wirkt in seiner idyllischen Behäbigkeit beinahe satirisch, so dass man bis zuletzt glaubt oder hofft, dass vielleicht doch noch nach dem Abspann der erwartete Aha-Effekt kommt. Aber das war den Machern, allen voran Rechte-Inhaberin Joan Fontaine, dann wohl doch eine Spur zu experimentell und düster. Schade, denn so verblasst die Erinnerung an diesen an sich anständigen Film dank der letzten verhunzten Minuten relativ schnell.

Erstaunlich ist zudem wie abwertend der Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz gegenüber der Hauptdarstellerin ist. Ansonsten bietet er die gewohnt informative Kurzweiligkeit, die man von dem Duo gewohnt ist.
Sehenswert ist auch die Dokumentation „World of Hammer: Wicked Women“, ansonsten hat die Bluray noch die obligatorischen Trailer, TV-Spots und Bildergalerien zu bieten.

Das wunderschön bebilderte Booklet stammt dieses Mal aus der Feder von Uwe Huber und bietet dem geneigten Sammler tiefe Einblicke in die Hintergründe zu diesem interessanten Beitrag der HAMMER-Studios zum Subgenre des okkulten Thrillers.


Krieg im Weltenraum - Die Rache der Galerie des Grauens 8  (+ DVD) [Blu-ray] [Limited Edition]
Krieg im Weltenraum - Die Rache der Galerie des Grauens 8 (+ DVD) [Blu-ray] [Limited Edition]
DVD ~ Ryo Ikebe
Preis: EUR 36,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Pionier des Science-Fiction-Films, 17. August 2017
Inoshiro Honda dürfte hierzulande am ehesten als Regisseur von „Godzilla“ (1954) bekannt sein. Allerdings ist dies nur einer der knapp dreißig Filme, bei denen er Regie geführt hat. Darunter befinden sich Gruselfilme wie „Das Grauen schleicht durch Tokio“, der ebenfalls DIE RACHE DER GALERIE DES GRAUENS zu spüren bekam. Doch auch Science-Fiction-Filme gehörten zum reichhaltigen Portfolio des vielseitigen Tausendsassas. Was mit „Weltraumbestien“ seinen Anfang nahm, gipfelte schließlich im „Krieg im Weltenraum“ aus dem Jahr 1959, der damals gerade einmal knapp sechs Jahre in die Zukunft blickte und nicht nur die Mondlandung vorhersah, sondern auch die ISS.

Sicher, die Raumstation ist nicht unbedingt ein bemannter Satellit und auch nicht besonders eindrucksvoll bewaffnet, aber Inoshiro Hondas Äquivalent konnte schließlich auch nur in eine Richtung feuern. Kein Wunder, dass es den Kampf gegen die fliegenden Untertassen verlor. Übrigens muss man den bösen Aliens zugute halten, dass es genau genommen die Menschen waren, die zuerst feuerten. Es wird zwar am Anfang behauptet, man würde angegriffen werden, aber eigentlich sieht man nur schnell auf den bemannten Satelliten zufliegende Raumschiffe.
So schnell kann man die Welt also in einen interstellaren Krieg verwickeln. Als hätte Inoshiro Honda nicht nur die Kuba-Krise, sondern auch einen egozentrischen US-Präsidenten und einen größenwahnsinnigen nordkoreanischen Diktator kommen sehen. „Krieg im Weltenraum“ sollte dahingehend für jeden amtierenden und angehenden Staatschef Pflichtprogramm sein.

Immerhin ist er auch in anderer Hinsicht äußerst lehrreich. Denn lange bevor das Raumschiff Enterprise die unendlichen Weiten erforschte, sah man hier schon eine internationale Besatzung zum Mond fliegen, wo auch Frauen ihren Mann stehen durften. Zugegeben, so richtig bedrohlich sehen die fiesen Aliens mit ihren Micky-Maus-Helmen nicht aus. Im Gegensatz zu der unheimlichen Stimme aus dem Off, die nicht nur dem armen Iwamura Kopfschmerzen bereitet. Wenigstens verflüchtigt sich seine Migräne noch rechtzeitig, so dass er seinen Leuten mit dem Lasergewehr Rückendeckung geben kann, bevor er atomisiert wird.
Fast ein wenig schade, dass man nie einen der Außerirdischen komplett und ohne Helm sieht. Andererseits erhöht das auch die Spannung und macht die Aliens umso bedrohlicher, da sie nie ein Gesicht bekommen.
Der Film besitzt eine recht ungewöhnliche, aber durchaus sinnvolle und packende Dramaturgie. Man könnte ihn auch in drei Akte aufteilen, wobei der erste Akt, den Auftakt des Kriegs im Weltenraum darstellt. Gewissermaßen die Kriegserklärung der Außerirdischen und die Mobilmachung der Menschen. Im zweiten Akt gehen die Verteidiger in die Offensive, um dem Feind die Basis zu nehmen. Und wenn der geneigte Zuschauer glaubt, das sei es gewesen, obwohl noch zwanzig Minuten Laufzeit übrig sind, wird er durch den dritten und letzten Akt überrascht. Erst in dem kommt es nämlich zum eigentlichen Krieg im Weltenraum. Zumindest wenn man diesen mit einem Gefecht Strahlen verschießender Raumschiffe assoziiert. Raketen gegen UFOs die bar jeder Kontinuität über den Bildschirm oder die Leinwand fegen, wahllos ihre Strahlen abfeuern, nur damit in schöner Regelmäßigkeit ein an Fäden hängendes UFO oder eine liebevoll gestaltete Rakete im Vakuum des Alls regelrecht zerbirst.

Doch die Effekte sind gar nicht so schlecht wie sich das jetzt gerade lesen mag. Zum einen handelt es sich schließlich um einen Film aus dem Jahr 1959 und selbst heutzutage verströmt der Film einen ungeheuren Charme und besitzt eine packende Atmosphäre. Denn auch in Sachen Kameraarbeit haben Honda und sein Kollege Eiji Tsuburaya, der sich für die Spezial-Effekt-Szenen verantwortlich zeichnet, sehr fortschrittlich gezeigt. Wenn die Weltraumbusse schräg hintereinander versetzt durch die felsige Mondlandschaft auf den Betrachter zufliegen, unterlegt von Akira Ifukubes schmissigem Soundtrack, dann kommt einfach Stimmung auf.
Das Stück „Battle in Outer Space“ findet sich übrigens bis heute, bis zum aktuellen Blockbuster „Shin Godzilla“, in den Soundtracks diverser Godzilla-Filme und ist ein echter Ohrwurm.
Den Darstellern und den Kulissen sieht man übrigens an, dass es sich keineswegs um eine B-Produktion handelt. Die Schauspieler waren damals mit einer derartigen Ernsthaftigkeit und Leidenschaft bei der Sache, die man sich heute oft für solche Genre-Filme wünschen würde.

Die Bildqualität ist für einen Film diesen Alters wirklich sensationell und lässt keine Wünsche offen. Ebensowenig was die Extras anbetrifft. Neben dem schön geschriebenen Booklet von Jörg M Jedner, gibt es auch einen Audiokommentar, den er gemeinsam mit Dr. Rolf Giesen bestritten hat, so wie jede Menge Zusatzinfos in Form von Bildergalerien, Werberatschlägen, Trailern usw.


Harley Quinn: Bd. 3 (2. Serie): Liebesgrüße von Joker
Harley Quinn: Bd. 3 (2. Serie): Liebesgrüße von Joker
von Amanda Connor
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Harley vs. Joker - humorvoll, blutig und sympathisch, 17. August 2017
Der dritte Band schließt nahtlos an den Vorgänger an, erzählt aber wieder eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die aber trotzdem in der Nebenhandlung schon die Weichen für den vierten Band stellt. Dort bekommt es Harley dann mit einer ganz besonderen Eingreiftruppe des korrupten Bürgermeisters zu tun. Noch ahnt sie jedoch nicht, welches Unheil sich über ihrem Kopf zusammenbraut, denn zunächst wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Leichtfüßig, mit viel Witz und Charme, erzählt das Autorenpaar Amanda Conner und Jimmy Palmiotti die Begegnung zwischen Harley Quinn und Joker. Es ist nicht der erste Cameo-Auftritt von Batmans Erzfeind in der Soloserie der beliebten Antiheldin, aber sein erster unter dem Rebirth-Banner.

Doch da die neue Serie ebenfalls nahtlos an die alte anschließt, wimmelt es geradezu vor Anspielungen und Querverweisen. Sogar ihre Vergangenheit als Mitglied der Suicide Squad bleibt nicht unerwähnt, als Big Tony dem Arzt von dem „Ding in ihrem Nacken“ erzählt, nachdem Harley mal wieder beim Roller Derby ordentlich in die Mangel genommen wurde.
Die abgedrehten, von Alex Sinclair psychedelisch-genial in Szene gesetzten Traumsequenzen fehlen ebenso wenig, wie diverse Anspielungen auf berühmte Filme. In diesem Fall ist es „Der Zauberer von Oz“, der hier bereits auf den ersten Seiten großartig persifliert wird.
Auch an Blut und derben Sprüchen mangelt es dieser Ausgabe nicht, die im gewohnt frechen Anarcho-Stil zu unterhalten vermag. Harley-Fans kommen voll auf ihre Kosten und wer die erste Serie aufmerksam verfolgt hat, der hat bei der Lektüre gleich doppelt so viel Spaß. Das neue Outfit fügt sich harmonisch in den Zeichenstil und das Setting der Serie ein. Am Ende erwartet den Leser wieder eine tolle Cover-Galerie mit kunstvollen Motiven.

Inoffiziell ist es bereits der sechzehnte Band mit Abenteuern der neuen, emanzipierten Harley (9 Bände der ersten eigenständigen Serie, das Special „Harley Quinn/Power Girl“, zwei Bände von „Harleys geheimen Tagebuch“, ein Band mit der Harley-Gang und drei Bände der neuen Rebirth-Serie), bislang sind aber nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen erkennbar. Im Gegenteil, Harley Quinn macht mehr Spaß als je zuvor.


Harley Quinn: Harleys geheimes Tagebuch: Bd. 2
Harley Quinn: Harleys geheimes Tagebuch: Bd. 2
von Amanda Conner
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Ein Füllhorn voll schräger Gags, toller Storys und genialer Comic-Kunst, 12. August 2017
„HARLEYs geheimes Tagebuch“ gehört zu den Highlights im immer größer werdenden Portfolio der durchgeknallten Clownprinzessin, die nicht nur der heimliche Star der Suicide Squad ist, sondern mittlerweile auch in ihrer zweiten Solo-Serie voll durchstartet.
Hinzu kommen Sonderbände mit der Harley-Gang und Power Girl, so dass für jeden etwas dabei ist. Das Besondere an den geheimen Tagebüchern ist jedoch, dass es dort auf teilweise sehr abstruse Weise zu diversen Begegnungen und Crossovern mit allerlei Schurken und Helden des weitverzweigten DC-Universums kommt, die den Rahmen der Solo-Serie sprengen würden.
Dort trifft Harley ja des Öfteren mit Poison Ivy, dem Joker oder auch Batman und Catwoman zusammen. Doch wie eine Begegnung der Clownprinzessin mit Wonder Woman verläuft oder was aus Harley wird, wenn sie einen Machtring des Green Lantern Corpse findet, kann man beispielsweise in ihrem ersten geheimen Tagebuch nachlesen.
Im Zweiten bekommt sie es mit Superman persönlich zu tun, trifft auf den Star der Comic-Szene der 1990er Jahre, Lobo, und begegnet sogar ihrem Alter Ego aus der alternativen Timeline, das gemeinsam mit den anderen Powerfrauen des DC-Universums im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis in den Krieg zieht.

Geschrieben wurden die Storys von dem Ehepaar Amanda Conner und Jimmy Palmiotti, die sich auch für die Solo-Serien, sowie die oben genannten Sonderbände verantwortlich zeigen.
Die grandiosen und abwechslungsreichen Zeichnungen stammen unter anderem von William Tucci und Joseph Michael Linsner, die das Abenteuer mit den Bombshells eindrucksvoll zu Papier brachten, inklusive einer urkomischen Begegnung mit dem berüchtigten Grafen Jokula.
Dass Harley im Weltraum plötzlich sehr viel üppiger bestückt ist, als auf der heimischen Erde, mag an der mangelnden Schwerkraft liegen oder am Graffiti-Stil von Simon Bisley, dem Lobo-Stammzeichner, der dem Kopfgeldjäger seinen Stempel aufdrückte. Neal Adams indes hat den Kampf des Jahrhunderts, Harley Quinn vs. Superman, nicht nur packend, sondern auch in einem wundervollen Retro-Stil verewigt.

Rein chronologisch wirkt es allerdings so, als müsste das Superman-Abenteuer am Beginn dieser Tagebuch-Ausgabe stehen, denn immerhin stibitzt Harley dem Stählernen erst dort die kryptonischen Kugeln. Nichtsdestotrotz kann man alle drei Storys unabhängig voneinander und losgelöst vom restlichen Geschehen um die verrückte Antiheldin genießen.
Ein wahrhaft irrwitziger, leichtfüßiger Spaß und nicht nur für Harley-Fans ein absolutes Muss.


Sherlock Holmes und der Höllenbischof: Roman (Meister Detektive)
Sherlock Holmes und der Höllenbischof: Roman (Meister Detektive)
von Barbara Büchner
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Gleichermaßen unterhaltsame wie scharfsinnige Krimikost auf gehobenem Niveau, 11. August 2017
Obwohl die von Alisha Bionda herausgegebene Reihe unter dem Titel MEISTERDETEKTIVE veröffentlicht wird, stehen sämtliche bis dato erschienene Bände unter dem Banner des wohl größten aller fiktiven Ermittler: Sherlock Holmes.
Neben einer Anthologie, einer Novellensammlung, sowie dem phantastischen Abenteuer aus der Feder von Sören Prescher und Tobias Bachmann und dem düster-morbiden Roman von Desireé Hoese, stammen nicht weniger als drei Werke komplett aus der Feder von Barbara Büchner, die mit „Sherlock Holmes und das verschwundene Dorf“ und „Sherlock Holmes und die seltsamen Särge“ zwei Episodenromane ganz im Stile Sir Arthur Conan Doyles verfasst hat.

Mit diesen beiden Titeln hat die Autorin bereits hinlänglich bewiesen, dass sie sich im Kanon von Sherlock Holmes bestens auskennt und auch den etwas antiquierten Stil meisterhaft beherrscht. Nichtsdestotrotz greift sie nicht nur auf Figuren aus dem Kosmos Doyles zurück, sondern hat in den oben genannten Werken eine Fülle eigener Charaktere entworfen, auf die sie zurückgreifen kann, um sie nach ihrem Gusto zu formen, damit sie sich entwickeln können.
Auf Mrs. Hudson, Bruder Mycroft und Inspektor Lestrade muss der Leser natürlich ebensowenig verzichten, wie auf die zahlreichen Anspielungen auf die Original-Erzählungen, wenngleich sie im Anhang unter teilweise weniger bekannten deutschen Titel genannt werden. Ein kleiner Fauxpas unterläuft der Autorin jedoch, als sich Dr. Watson an die mörderische Qualle erinnert, die in Doyles Erzählung „Die Löwenmähne“ mehrere Opfer fordert. Allerdings kann sich Watson gar nicht an diese Episode erinnern, da sie eine der wenigen Erzählungen Doyles darstellt, die aus der Sicht von Holmes geschildert wird, da er dort allein ermittelt.
Ansonsten bietet auch „Der Höllenbischof“ gewohnt unterhaltsame und scharfsinnige Krimi-Kost auf gehobenem Niveau. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist nur, dass die einzelnen Episoden dieses Mal sehr voneinander gelöst erscheinen und Holmes gerade zu Beginn sehr passiv ist, was zu einigen Längen im Lesefluss führt.
Dessen ungeachtet fügt sich auch dieser Band hervorragend in die Reihe ein und sei jedem Sherlock Holmes-Fan, egal ob Sherlockianer oder Holmesianer, wärmstens ans Herz gelegt.

Mark Freier zeichnet sich für die fünf Innenillustrationen und die tolle, düstere Titelbildgrafik verantwortlich, die vom Atelier Bonzai harmonisch in das Reihenlayout eingefügt wurde. Das Lektorat hat einmal mehr herausragende und sorgfältige Arbeit geleistet. Auffallend ist die tolle Papierqualität, sowie die gefällige Schriftgröße, die den Preis von 14,80 € durchaus rechtfertigen.


Spider-Gwen: Bd. 3: Nie mehr Spider-Gwen?
Spider-Gwen: Bd. 3: Nie mehr Spider-Gwen?
von Jason Latour
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Ein wenig sperrig, alles andere als Mainstream und mit einem hohen Wiedererkennungswert, 30. Juli 2017
Bevor man sich an die Lektüre des dritten Bandes mit der allseits beliebten Spider-Woman von Erde-65 wagt (hierzulande kurz und bündig Spider-Gwen genannt), sollte man sich des besseren Verständnisses wegen das Crossover SPIDER-WOMEN zu Gemüte führen. Dort treffen nämlich die Spinnenfrauen gleich dreier Parallelwelten aufeinander und bekommen es mit einer Gegnerin zu tun, der es tatsächlich gelingt, die radioaktiven Isotope, die Gwen Stacy ihre Superkräfte verleihen, zu neutralisieren. Wem das Wie und Warum jedoch Schnuppe ist, der kann auch direkt in das vorliegende Abenteuer einsteigen, in dem die Handlung von Band 2 nahtlos fortgesetzt wird.
Frank Castle nutzt die Gunst der Stunde und engagiert Kraven, den Jäger, um Gwen und ihren Vater aus dem Weg zu räumen. Und schließlich muss sich unsere Heldin der Frage stellen: nie wieder Spider-Gwen?
Der geneigte Comic- und Spider-Man-Fan erkennt natürlich sofort die Parallelen zum Leben von Peter Parker, der sich ebenfalls schon mit der Frage auseinandersetzen musste, ob es nicht für ihn und alle Menschen um ihn herum besser wäre, wenn er das Kostüm endgültig an den Nagel hängt?
Die Spannung resultiert weniger aus der Antwort auf diese Frage, als vielmehr aus dem Wie sie beantwortet wird. Trotz schwermütiger Atmosphäre, kommt auch hier der trockene Humor nicht zu kurz, allein schon wegen so skurriler Charaktere wie Bodega Bandit und seinem maskierten Hamster. Der Kampf mit Kraven, der durch das Raubtiergesicht auf dem Cover groß angekündigt wird, fällt verhältnismäßig kurz aus und ist bereits beendet, kaum dass er angefangen hat. Da hätte ruhig noch mehr kommen können.
Gewöhnungsbedürftig ist zudem der sperrige Zeichenstil von Robbie Rodriguez, der zwar einen hohen Wiederkerkennungswert besitzt, aber vor allem in der Halloween-Story am Ende des Bandes den Charme eines Graffitis versprüht. Auffällig, aber eben nicht jedermanns Sache. Markant sind die Kontraste von einerseits sehr eintönigen, gedeckten Farben und andererseits quietschbunten Panels.


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