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Rezensionen verfasst von
Polygraph

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Animositisomina
Animositisomina
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 5,08

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Anfang vom Ende, 13. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Animositisomina (Audio CD)
Anders als meine Mitstreiter hier markiert das Album mit dem palindromischen Titel und dem wirklich coolen Cover einen Bruch in der Ministry-Diskographie, von dem sie sich meiner Ansicht nach nie wieder wirklich erholt haben. Die vorherigen drei (und wenn man es genau nimmt eigentlich ALLE vorherigen) Alben waren in musikalische Hammerschläge - Maschinengewehr-Drums auf "Land of Rape and Honey", die wachsende Aggression von "The Mind is a terrible thing to taste", "Psalm 69" ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben, dem folgte die langsame, quälende, lavazähe Atmosphäre von FilthPig, und auch das vielgescholtene Dark Side of The Spoon stürzte den Hörer schonungslos in den Pechschwarzen Abgrund eines Drogenabsturzes.
Und dann? Dann kam Animolalalala - lahmer, leicht indutriallastiger Gitarrenrock mit dem obligatorischen Stimmverzerrer - keine Wut, kein Konzept. Das Album tropft lustlos und gelangweilt ab - die Texte wollen (wie immer) politisch sein, aber ergehen sich eigentlich nur in leicht poetisierten Establishment-Kritik-Platitüten, die man fast deckungsgleich im Tagebuch eines Pubertätsteenagers finden könnte, der gerade zum ersten Mal "Anarchismus" gegoogelt hat.

Mit diesem Album haben Ministry für mich ihren Biss verloren, und wenn man sich ihr Veröffentlichungen danach ansieht, nie wieder zurückerhalten. Paul Barker ging wenig später - was übrig blieb ist der bloße Rumpf einer ehemaligen Jahrhundertband. Animosilalala mag kein Rohrkrepier sein, aber es bleibt ein lasches, uninteressantes Album, das ich nach mehrmaligem Durchhören nie wieder aus dem Schrank genommen habe. Ein Album ohne wirkliche Tiefpunkte, jedoch eindeutig auch ohne Höhepunkte - ein Album, das einem nichts entlockt - und dieses nüchterne Fazit ist eigentlich die schlimmste Beleidigung die man einem Ministry-Album an den Kopf werfen kann.


Who Do You Love?
Who Do You Love?
Preis: EUR 11,02

5.0 von 5 Sternen Kurz, knackig, rotzig - genial, 10. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Who Do You Love? (Audio CD)
Wie groß, wie stark, wie unverwechselbar die Meteors einmal waren, bevor kurz nach der Jahrtausendwende die große Lustlosigkeit einsetzte, von der sie sich bis heute nicht erholt haben, das zeigt diese knochenstarke EP mit aller Konsequenz - es mögen nur vier Songs sein (die Amazon-Auflistung stimmt nicht), aber es sind vier krachige Ohrwürmer, die einem jede Autofahrt versüßen.
Der Einstieg gelingt smart und rotzig, "Stomping" ist ein rabenschwarzer Truckersong mit starker Country-Schlagseite: Rauhe, heruntergestimmte Gitarren, zündende Mitgröl-Refrains - alles was die Meteors einmal zu den verdienten Königen des Psychobilly machte (und was man schon seit über zehn Jahren schmerzlich vermisst).
Diese kleine Scheibe mit nicht einmal 15 Minuten Laufzeit haut jedenfalls ein größeres Gewicht in die Wagschale, als alles was Mr. Fenech, alleine oder mit seinen beiden auswechselbaren Sidekicks in letzter Zeit aufgenommen haben - was dieser Satz über die Gegenwart und Zukunft der Band aussagt, muss jeder für sich selbst entscheiden.


Static Age
Static Age
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 20,76

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über 30 Jahre alt - und reisst immer noch mit, 10. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Static Age (Audio CD)
Auch wenn ich Static Age schon tausendfach durchgehört habe, kann ich immer noch kaum glauben, dass dieses Material Ende der 70er Jahre aufgenommen wurde: Die Zeitgenossen in allen Ehren, aber was Glenn Danzig hier abgeliefert hat, ist für die PunkSzene geradezu visionär: Schneller und härter als The Clash, melodischer als die Sex Pistols und ein rauher und dennoch markanter Gesang (Danzig halt), der sich in Sachen Professionalität mehr als nur ein bisschen von den untrainierten Stimmleistungen der Konkurrenz abhebt.

Vollgepackt mit Klassikern wie Bullet, Hybrid Moments, oder, oder oder - schnell, rauh, melodisch, eingängig, schwarzhumorige Horror-Texte. Mit einem Satz: Auch nach 37 Jahren(!) hat sich kein Körnchen Staub auf diesen Silberling herabgesenkt - daher glatte fünf Sterne für einen Klassiker, der außerhalb der Horrorpunkszene viel zu wenig gewürdigt wurde.


Exists
Exists
DVD
Preis: EUR 2,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel im FondFootage-Morast, 30. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Exists (Amazon Video)
Eduardo Sánchez begründete 1999 mit Blair Witch Project das FoundFootage-Genre, bevor dieser Begriff überhaupt erfunden war; von einem Regisseur mit einer schon damals so innovativen Vision ist keine Trittbrettfahrerei zu erwarten - und in der mittlerweile bis in den Kern verwässterten FoundFootage-Landschaft überragt Exists den Großteil der Konkurrenz tatsächlich meilenweit.

Der Film funktioniert aus demselben Grund, aus dem BlaWiPro funktioniert hat (und aus dem so viele FoundFootage-Produktionen nicht funktionieren): Er setzt schlicht und ergreifend nicht auf billige Laut/Leise-Schockeffekte, sondern auf eine sich beharrlich steigernde Horroratmosphäre. Hier knallen keine Türen und flackern keine Glühbirnen - hier geht es um das leise Knacken und Rascheln draußen vor dem Fenster, dem kehligen Brüllen, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, und irgendwann das fremde Wesen, dass nur eine Armlänge entfernt von einem selbst hinter der Außenwand entlangstreift, während man selbst stocksteif im Bett liegt.
Auch der Bigfoot selbst (um den es hier geht) ist realistisch und furchteinflößend eingefangen worden - keine Bestie mit Superkräften, auch kein CGI-aufgepumpter Hulk sondern eine verwilderte, instinktgetriebene Waldbestie, ein unberechenbarer Primat.

Straff und ohne überflüssige Längen (und nervige Teenager) erzählt, ein verlässliches Gespür für Spannung und nichtzuletzt ein hervorragendes Empfinden für menschliche Urängste vor der Wildnis ist Exists ein großartiger Horrorfilm, der auch außerhalb des FouFoot-Genres seinen Mann steht. Sämtliche Trittbrettfahrer können hier jedenfalls eine gehörige Lektion lernen wie man es richtig macht.


Voodoo - Die Kraft des Heilens
Voodoo - Die Kraft des Heilens
DVD ~ Othmar Schmiderer
Preis: EUR 15,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr interessant - aber nur mit Audiokommentar, 30. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Voodoo - Die Kraft des Heilens (DVD)
Weiss der Geier, was Regisseur und Studio geritten hat, diesen an sich wirklich interessanten und bildreichen Dokumentarfilm so lustlos und halbfertig auf den Markt zu werfen. Lässt man den Film ablaufen, erfährt man über Geschichte, Praxis und Variationen des Voodoo exakt - gar nichts. Der Film fängt in irgendeinem subtropischen Land an, und läuft dann als eine kommentarlose Ansammlung von Bildmaterial am Zuschauer vorbei - keine geographische Zuordnung, nicht einmal eine rudimentäre Einführung: man sitzt als Zuschauer buchstäblich vor dem Fernseher und kratzt sich am Kopf, weil man nicht weiss, wo man überhaupt hier ist, was die Menschen in diesem Ritual da gerade machen, und wozu es gut sein soll.

Um es kurz zu machen: In dieser Form ist der Film nur bedrucktes Zelluloid ohne ein ergänzendes Wort, ohne den geringsten Aufklärungswert, und daher keinen Pfifferling wert - die Verwirrung endet aber sofort, wenn man zurück ins Hauptmenü geht, und dort den Audiokommentar des Regisseurs einschaltet - denn wie durch Zauberhand liefert Othmar Schmiderer nun geduldig und kenntnisreich alle Informationen, die sich aus der reinen Bildbetrachtung nicht erschliessen (und das sind eigentlich alle). Und fertig ist eine seriöse, unreisserische und kenntnisreiche Dokumentation über westafrikanische Voodoo-Praktiken, wie man sie in dieser Ernsthaftigkeit (gerade auf dem amerikanischen Markt) nur selten findet.

Verdiente fünf Sterne dafür - es bleibt aber nur zu hoffen, dass diese eigenartige Veröffentlichungspolitik nicht Schule macht; denn wenn Dokumentarfilmer in Zukunft lediglich ihr Thema abfilmen und es dem Zuschauer zu Hause ohne Erklärung oder Hintrgrundinfos vor den Latz knallen, dann muss man sich um das Genre ernsthaft Sorgen machen.


Hollywood Horror: From Gothic To Cosmic
Hollywood Horror: From Gothic To Cosmic
von Mark A. Vieira
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Wunderbare Reise durch das klassische Gruselkino, 25. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser großformatige Bildband über das frühe Hollywood-Kino ist zwar nicht gerade billig, aber für den Genrefan ist er in jedem Fall gut angelegtes Geld. Egal ob man nur die vielen wunderschönen Hochglanzfotografien bewundern, oder sich direkt in den Begleittext vertiefen will, bietet Mark Vieira eine grundlegende ästhetisch-intellektuelle Verarbeitung des Schwarzweiss-Kinos. Dem Autor ist dabei nicht nur die Liebe zum klassischen Gruselkino in jeder Zeile anzumerken, er bietet auch eine Vielzahl interessanter Hintergrundinfos über Schauspieler, Regisseure und Dreharbeiten, ohne sich dabei auf bereits ausgetretenen Pfaden aufzuhalten.
Der Titel deutet ja schon die Darstellung einer Evolution des Horrorkinos an, und tatsächlich besteht der große Gewinn dieses Buches, in seiner überzeugenden Darstellung, wie das Horrorkino in jeder Dekade die Urängste des (amerikanischen) Publikums verarbeitete: Waren die 30er Jahre mit Dracula, der Mumie und Frankensteins Monster noch in erster Linie literarisch-märchenhaft beeinflusst, schwang der Horror mit den 40ern bereits ins Technologische über, um mit den Fünfziger Jahren Außerirdische Invasion und zerstörerische Massenvernichtungstechnologie (man denke daran, dass Ray Harryhausen regelmäßig Rom und New York in Flammen aufgehen ließ) für sich sich zu entdecken. Damit kitzelten die Drehbuchautoren gleich an zwei verschiedenen Nerven - der (damals sehr realen) Furcht vor der Atombombe sowie einer anschließenden Invasion durch die Sowjetunion.

Bildband, wissenschaftliche Aufarbeitung und Kompendium bzw. Lexikon in einem - noch dazu in einem Kaffeetischformat, das sich im Regal einfach gut macht. All das ergibt ein Buch, das ganz klar fünf Sterne verdient, und das ich auch nach Jahren immer wieder gerne in die Hand nehme.


Street Fighter IV
Street Fighter IV
Wird angeboten von komplett-allesguenstig
Preis: EUR 24,90

3.0 von 5 Sternen Schlecht gealtert bzw. den Schuss nicht gehört, 14. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Street Fighter IV (Videospiel)
Ach ja, Street Fighter - 1995 fiel mir Super SF II mit meiner SNES in die Hände - und die erste von tausenden verdaddelter Stunde nahm ihren Anfang. SF war neu, es war schnell, es war abwechslungsreich (damals, liebe Kinder, kannte man ja nur Mario und Sonic), es war (zum Schluss) bockschwer - und es war großartig. Ich spielte, allein oder im Co-Op bis es mir buchstäblich aus den Ohren herauskam, die Bewegungsabläufe frästen sich in mein Hirn ein - würde mir in dieser Sekunde jemand den Kopf mit einem Beil abhacken, könnte ich auch jetzt, fast zwanzig Jahre später, mit meinen zuckenden Händen immer noch die Special-Moves sämtlicher Spieler, vom Hadouken bis zu Zangiefs kompliziertem PileDriver, flüssig hintereinander wegtippen.

Aber das ist wie gesagt zwanzig Jahre her; schon Mitte der Neunziger entdeckte ich Mortal Kombat II für die SNES - und für mein beeinflussbares Noch-Nichtmal-Teenager-Hirn war das eine Reizüberflutung sondergleichen. SF war die Einstiegsdroge, MK II war für Erwachsene - ich verliess Ryu, Sagat und Konsorten ohne mich einmal umzusehen, und kloppte, schnetzelte und schredderte mich für die nächsten drei Jahre lieber mit Reptile, Raiden und Baraka bis (buchstäblich) die Fetzen flogen.

Eine solche Vorrede ist nötig, um meine eher verhaltene Bewertung von Street Fighter IV nachzuvollziehen - denn die Geschichte hat sich zwanzig Jahre später fast deckungsgleich wiederholt. Das neue Mortal Kombat für die Xbox habe ich sofort nach Erscheinen gekauft - und ich war schlichtweg hingerissen, wie fantastisch und ideensprudelnd die verbotene Frucht meiner Jugend sich Anfang des 21. Jahrhunderts präsentierte. Wer das neue MK gespielt hat, der weiss, dass es (neben den farbsatten Brutalokämpfen, Animationen, Schmetter-Combos, Finishmoves, Fatalities, Animalities, Friendships) vollgestopft ist mit Nebencharakteren, Kampagnen, Challenges, Kostümen, Freispielbaren Boni und, und, und..
Nun fand ich Street Fighter IV gebraucht für ca. 3 Euro (der Preis spricht für sich), und eher aus Nostalgie, als aus eigentlichem Interesse, nahm ich es mit - ich hatte keine großen Erwartungen, die dann leider noch unterboten wurden.

Was soll ich schreiben? Es ist ein SF-Spiel - die Frage ist, genügt dies heutzutage noch? Ich kämpfte zwei oder drei Runden, aber schon nach wenigen Minuten war mir die Sache ausgesprochen langweilig, weil einfach zu bieder. Capcom hat die einmalige Chance verpasst, ein SF-Spiel für die neue Konsolengeneration zu entwickeln, das irgendetwas(!) neues bieten würde: Keine großartigen Animationen, keine Intensität - es scheint als habe man ein SNES-Spiel einfach graphisch ein wenig aktualisiert. Und selbst das ist noch kein Kompliment, denn Anfang des 21. Jahrhunderts präsentiert sich die Reihe ausgesprochen Zeichentrickhaft (noch mehr als früher) - Blanka (mein früherer Lieblingskämpfer) ist bspw. kaum mehr wiederzuerkennen, und hat eher Ähnlichkeit mit einem dieser Zaubertroll-Spielzeuge von früher.

Und so daddelt man sich durch dieses reizlose, kreuzbrave Beat-em-Up; ohne Innezuhalten, ohne Wow-Effekt - ich erwarte von SF weder ein Effektefeuerwerk, noch dass es von anderen Franchises klaut - aber Stilstand kann ebenfalls nicht die Lösung sein. Die kleine Handvoll neuer Charaktere (manche direkt lächerlich) können ebenfalls nichts reissen. Es gibt zwar ebenfalls Nebenchallenges, wenn man sich dafür interessiert, aber im Vergleich zu MK, ja sogar im Vergleich zu Tekken und Virtual Fighter ist dieses Spiel einfach viel zu ideenarm, um langfristig Spaß zu machen.

Hinzu gesellen sich eine handvoll technische Schwierigkeiten, von denen schon mehrfach die Rede war - SF IV ist ein sehr(!) langsames Spiel, die Figuren bewegen sich streckenweise wie, als wären sie schwerelos. Die alteingefrästen Kombinationen wurden seltsamerweise fast komplett verändert, so dass man auch als Veteran alles noch einmal komplett neu lernen muss - die Kampagnen sind zu kurz, für meine Begriffe auch zu leicht, und der Abspann, den man zu sehen bekommt, ist oft einfach nur banal.

Soweit meine ANmerkungen zu SF IV, ein Spiel, das zwei-, dreimal gespielt habe, und was ich nun wahrscheinlich der Bibliothek spenden werde - ich finde hier schlichtweg nichts, aber auch gar nichts, was man als interessant, oder neu bezeichnen könnte; und im Gegenzug wurde das, was SF immer ausgezeichnet hat, reduziert oder komplett gestrichen. Meine Bewertung schwankt irgendwo zwischen zwei und drei Sternen - für den eingebürgerten Niedrigpreis kann man dem Spiel vielleicht eine Chance geben, aber warum sollte man das? Für Newbies ist es im Vergleich mit der Konkurrenz zu lasch und für SF-Veteranen schlichtweg enttäuschend.

Sehr schade...


The Babadook ( ) [ Australische Import ] (Blu-Ray)
The Babadook ( ) [ Australische Import ] (Blu-Ray)
DVD ~ Essie Davis
Wird angeboten von DaaVeeDee-DEU
Preis: EUR 19,99

18 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unter falscher Flagge, 6. Mai 2015
Meine Hoffnungen schossen durchs Dach, als ich den Trailer sah - endlich (mal wieder) keine Teenager, kein x-ter FoundFootage-Aufguss, The Babadook wirkte reif, erwachsen und einigermaßen frisch. Erste Besprechungen im Netz waren durchweg positiv, und so sah ich den Film noch vor seinem deutschen Kino-Release auf einem bekannten Bezahlsender. Für den geneigten Anseher und Käufer folgt nun eine kritische Gegenstimme:

Was man bei der Bewertung zuallererst einmal aus dem Weg räumen muss, ist die hässliche Tatsache, dass der Film auf einem einzigen "Mysterium" bzw. einer einzigen Storywendung basiert - und diese ist, wie wir gleich sehen werden, wirklich sehr, sehr lauwarmer Kaffee und ich könnte aus dem Stand heraus mindestens fünf Filme aufzählen, die sich in den letzten zehn Jahren einer ähnlichen Wendung bedient haben.

Ein kurzer Umriss der Story: Eine überforderte, alleinerziehende Mutter wird mehr und mehr in die seltsame Fantasiewelt ihres kleinen Sohnes eingesogen, der von Alpträumen geplagt wird, und immer wieder von einem merkwürdigen Monster (dem Titelcharakter) berichtet. Abend für Abend liest sie ihm aus einem grotesken Pop-Up-Buch vor, in dem der Babadook zu Besuch kommt - sehr merkwürdig ist hierbei, dass sich das Buch scheinbar über Nacht von selber "fortschreibt", und einige leere Seiten des Buches am nächsten Tag mit neuen (noch gruseligeren) Animationen gefüllt sind. Als es der Mutter zu bunt wird, versucht sie das Buch loszuwerden - doch das ist nicht so einfach.

Das soll als Zusammenfassung genügen - ich gebe zu, diese Inhaltsangabe macht beim Lesen durchaus Lust auf mehr (und es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass sich auch der Trailer daraus zusammensetzt), aber leider bewegt sich der Film nach Etablierung dieser Grundsituation in keine gute Richtung. Für knapp die erste Hälfte umkreist das Drehbuch das Mysterium des unheimlichen Kinderbuches, das sich einfach nicht loswerden lässt, ohne dass diese Bedrohung irgendwie konkret werden würde (von flackernden Glühbirnen, knallenden Türen und halbsekündigen Schockschitt-Visionen der Mutter mal abgesehen), begleitet wird dies auch noch von einem sehr eingängigen Kinderreim über den Babadook, der bereits beim zweiten Mal zu nerven beginnt, und bis zum Ende des Films gefühlt zweiundvierzig weitere Male wiederholt wird.
Die Visionen der Mutter werden nach mit der Zeit immer eindringlicher - und genau hier setzt nun der Kernpunkt meiner Kritik ein: The Babadook ist nämlich kein Monsterfilm, er ist sogar genaugenommen nicht einmal ein Horrorfilm. Denn was mag wohl die große Auflösung sein, wenn ein Film eine psychisch instabilen Frau zur Protagonistin macht, die im Laufe des Films zunehmend den inneren Halt verliert, und noch dazu (wie mehrfach angedeutet wird) nach wie vor nicht über den tragischen Tod ihres Gatten hinweggekommen ist? Sitzt bei einer solchen Story-Prämisse wirklich ein Dämon im Schrank, oder geht es vielleicht (KEUCH) um den Dämon, den sie selbst in sich trägt?

Ich habe diesen entscheidenden Ausgang der Story (mit der das Drehbuch spielt, als wäre es die neuste Idee der Welt) bereits nach zwanzig Minuten antizipiert; nach nicht einmal einem Viertel(!) dieses angeblich so vielschichtigen, unvorhersehbaren Horrorfilm-Meisterwerks hatte ich eine sehr klare Idee, wie der Film enden könnte - und, ohne zuviel zu verraten, weder lag ich damit falsch, noch werden Sie es tun, nach dem sie diese Besprechung gelesen haben.

Wenn man mir nun vorwirft, ich hätte gespoilert, dann möchte ich dem entgegenhalten, dass ich mich von diesem Film (und den um ihn herumgezimmerten Hype) ehrlich für dumm verkauft gefühlt habe. The Babadook ist kein Monsterfilm (denn es gibt kein Monster), kein Horrorfilm, denn es knallen nur ein paar Türen zu - er erinnert vielmehr an die "Gruselgeschichten", aus der Grundschule, in der ein wenig unheimliche Atmosphäre aufgebaut wurde, aber am Schluss ist sowieso alles nur ein Traum. Mit dieser Prämisse segelt der Film gewissermaßen fröhlich unter falscher Flagge - und hat damit aber, wie man gesehen hat, ein Großteil der weltweiten Filmkritiker-Gilde erfolgreich Sand in die Augen gestreut.

Denn eben diese Kritiker haben versucht, diesen Film als neue Horrorfilm-Offenbarung aus Australien hochzuschreiben - aber im direkten Vergleich zur Konkurrenz, nach der Würgeschlingen-Atmosphäre von The Conjuring und nach den nervenaufpeitschenden Schlussmomenten der Paranormal Activity-Reihe, nach all den Filmen, die Horror versprachen, und Horror geliefert haben, ist The Babadook kaum mehr als eine küchenpsychologische Mogelpackung. Ich gebe hier zwei Sterne, sowohl für die durchaus passablen Schauspieler als auch einfach nur um zu signalisieren, dass der Film kein typischer Hollywood-Ausschuss ist; ich möchte aber dennoch sehr deutlich betonen, dass wenn man diesen Film als das nimmt, was er ist, kaum mehr übrig bleibt, als ein unspektakuläres Hausfrauen- bzw. Trauerbewältigungsdrama, wie es auch das ZDF senden könnte. Und es schadet rein gar nichts, vor dem Sehen seine Erwartungen in die entsprechende Richtung zu lenken.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2015 2:19 AM MEST


Room 237
Room 237
DVD ~ Bill Blakemore
Preis: EUR 15,49

26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kubrick, Dosensuppe und die Nazis im Himmel, 19. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Room 237 (DVD)
Erinnern Sie sich an den berühmten Loriot-Sketch, in dem eine hochintellektuelle Filmkritikerrunde in bierernstem Ton einen fünfsekündigen Schnippsel eines humorigen Buster-Keaton-Streifens analysiert? Das Individuum befreit sich von seinen gesellschaftlichen Fesseln? Eine Anklage der Konsumgesellschaft? Der Mensch im Abfallbehälter der Zivilisation? Alles ist möglich, alles ist Symbolisch. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Und wenn es nicht symbolisch ist, ist dann nicht das Fehlen der Symbolik dann nicht auch wieder symbolisch?

Diese Gedanken gingen mir unwillkürlich durch den Kopf, als Room 237 an mir vorbeizog. Ich musste sogar nach gut zwanzig Minuten die DVD kurz anhalten, um bei Wikipedia die Vorgeschichte zu diesem Streifen lesen, da ich mittlerweile ernsthaft dachte, das ganze sei Satire (und nein, leider ist es keine Satire).
Wie beschreibt man diesen Film? Das ganze läuft unter der Prämisse, dass The Shining ein deutlich mehrschichtiges und symbolisches Filmwerk ist, als von normalen Zeitungskritikern und Horrorfans normalerweise angenommen. Und soll ich Ihnen was sagen? Das glaube ich ebenfalls - Stanley Kubrick war bekanntlich einer der größten Symboliker und Perfektionisten der Filmgeschichte, der selbst den kleinsten Hosenknopf selbst auswählen wollte. Und The Shining, auch wenn ich ihn schon über zehnmal gesehen habe, ist nach wie vor einer meiner unbestreitbaren Lieblingsfilme - atmosphärisch, beklemmend, furchteinflößend; und alleine das seltsame Foto zum Schluss zeigt, dass eine Symbol-Analyse dieses Films mehr als angebracht wäre.

Der Film hätte also durchaus eine Berechtigung - aber was uns hier geboten wird, ist streckenweise nicht einmal ein schlechter Scherz. Der Film besteht zu weiten Teilen aus Originalsequenzen des Films, die von irgendwelchen Leuten per Audiokommentar besprochen bzw. "analysiert" werden. "Irgendwelche Leute?", ja, "irgendwelche" Leute - keine Filmhistoriker, keine Ästhetik-Experten, keine Zeitgenossen von Kubrick: Es sieht tatsächlich so aus (und anschliessende Recherche bestätigt es), dass der einzige Mindeststandard, den man bei der Auswahl der Teilnehmer angelegt hat, darin bestand, dass sie eine Theorie darüber haben, was der Film "wirklich" bedeuten soll.

Und Heidewitzka, haben diese Leute Ideen. Hätten sie gedacht, dass Shining hunderte subtiler Hinweise enthält, dass die Amis die Mondlandung fingiert haben? Oder dass er in Wahrheit eine subtile Anklage an das Unrecht an den amerikanischen Ureinwohnern (weil auf einer Suppendose - ja, im Ernst - ein pfeifeschmauchender Indianer zu sehen ist)? Dass es um unterdrückte männliche Sexualität geht, weil in einer Szene (und jetzt halten sie sich mal fest), ein Bücherstapel so platziert wurde, dass ein Darsteller - wenn man genau hinsieht - eine Erektion haben könnte? Eine symbolische Verarbeitung des Holocaust? Klaro, warum auch nicht, es kommt ja schliesslich eine Deutsche Schreibmaschinenmarke(!) vor. Inzest und Minotaurus (weil, Labyrinth und so)? Aber hallo!
Manchmal werden angebliche Symbole auch nur "benannt", ohne dass der Wirrkopf aus dem Off überhaupt eine Theorie dazu hat - so dass sich häufig auch nur eine Nullaussage an die andere reiht: Innenaufnahmen des Hotels passen "theoretisch" nicht zur Außenansicht des Gebäudes. Aha - na und? Leute in der Lobby kommen und gehen nach einem Rhythmus, den wohl nur der Typ im Hintergrund erkannt hat - immer wieder heisst es sinngemäß "Sehen sie sich mal an, wie diese Topfpflanze platziert wurde - interessant oder?", während man sich selbst hilflos am Kopf kratzt und nur fragt, was dieser Mensch geraucht haben muss.
Die Unfreiwillige Komik erreicht ihren Höhepunkt, als einer der Beteiligten uns mit aller Ernsthaftigkeit versichert, dass man in der Anfangssequenz tatsächlich das Gesicht von Stanley Kubrick in den Wolken erkennen kann. Der Anfang wird dann auch tatsächlich in extremer Zeitlupe eingeblendet - und, nein, lieber Leser, da gibt es gar nichts zu sehen. Ich habe auch nach zwanzig Mal zurückspulen, nichts, aber auch gar nichts erkennen können - weder Kubrick, noch Napoleon noch meinen Nachbarshund. Ganz im Ernst, jeder, der mir Kubricks Konterfei in dieser Szene zeigen (bzw. nachzeichnen kann), bekommt von mir persönlich eine Einweisung in die Psychiatrie.

Ich könnte noch hundert weitere Beispiele aufzählen - eines abstruser und bescheuerter als das andere - aber ich möchte es bei diesem repräsentativen Beispiel belassen. Ich habe mich immer noch nicht so ganz von dem Verdacht verabschiedet, dass es sich hierbei um ein satirisches Studentenprojekt handelt (ähnlich wie das Böhmermann-Foto), für den geneigten Käufer genügt es allerdings zu wissen, dass Room 237 eine der größten Ansammlung von Mumpitz ist, die man in der Kinogeschichte jemals auf Zelluloid gebannt hat. Zu einem tieferen Verständnis von Kubricks Meisterwerk trägt der Streifen jedenfalls ungefähr soviel bei, wie mein linker Fuß; man kann dem ganzen vielleicht einen minimalen, unfreiwilligen Unterhaltungswert zusprechen (vorzugsweise, wenn man selbst was geraucht hat) aber für einen zweiten Troststern genügt dies auf keinen Fall. So möchte ich zum Abschluss noch Kubricks persönlichen Assistenten Leon Vitali zu Wort kommen lassen, der bei der Produktion von "The Shining" entscheidend beteiligt war, und sich Room 237 ebenfalls zu Gemüte führte (nachzulesen im Netz): "total balderdash!"
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2015 6:44 AM CET


Get On Your Knees
Get On Your Knees
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Kracher, 14. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Get On Your Knees (Audio CD)
Ich war schon vor einigen Jahren auf den Reverend und seine Band aufmerksam geworden - auf einem Rockabilly-Sampler hörte ich damals das auch hier vertretene " [ :-) ] you Jesus", und war sofort von der rohen Energie und ausgezeichneten Gitarrenarbeit eingenommen.
Keine Ahnung warum ich die Band danach aus den Augen verloren habe - nun, mehrere Jahre später, ist mir Song und Interpret aber wieder eingefallen, ich habe bei Amazon gesucht, Get on Your Knees gefunden, und was soll ich sagen - einer der besten Blindkäufe, den ich je getätigt habe, und obwohl ich Teile des Albums bereits seit Wochen fast täglich höre, will sich einfach kein Abnutzungseffekt einstellen.

Die Band ist aus der Schweiz, singt aber auf Englisch, musikalisch ist es eine etwas härter-groovige gitarrenlastige Abart von Rockabilly, wie zumindest ich sie in dieser Form noch nirgendwo anders gehört habe - ich weiss nicht, ob der Reverend selbst an der Klampfe sitzt, in jedem Fall verdient der Gitarrist allerhöchste Anerkennung. Die natürliche Ergänzung zu dieser sehr melodischen Geräuschkulisse ist die versoffen-kraftstrotzende Stimme von BeatMan, und seine wirklich authentische Emotionalität, mit der er sich mit jedem Song aufs neue in seine beissend-religionskritischen Texte hineinsteigert (das ganze Album wirkt wie eine Abrechnung mit einer verkorksten religiösen Erziehung).

Schon beim Eingangstrack wippt der Fuß mit, und bleibt eigentlich bis zum Schluss nicht mehr stehen - und daher - für ein Album komplett ohne Schwächen oder Füllmaterial, das bis zum Schluss sein brillantes Ding durchzieht, und zu guter letzt noch mit einer brettharten Produktion gesegnet ist (sorry, der musste jetzt sein) - klare und verdiente fünf Sterne.
Bis ich mir das nächste Beat-Man-Album zu Gemüte führe, wird jedenfalls deutlich weniger Zeit vergehen, als beim letzten Mal.


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