Jeans Store Hier klicken b2s Cloud Drive Photos Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Julia > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Julia
Top-Rezensenten Rang: 16.242
Hilfreiche Bewertungen: 122

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Julia

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9
pixel
Der Sterbeschlamassel (Das Dododilemma 2)
Der Sterbeschlamassel (Das Dododilemma 2)
Preis: EUR 3,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger zweiter Teil, der dem ersten in nichts nachsteht!, 4. April 2016
Obwohl oder gerade weil dieses Buch so ganz anders ist, als der erste Teil und somit eigentlich eine völlig neue Geschichte erzählt, hat es mir so gut gefallen. Es ist kein einfacher Abklatsch, kein langweiliger zweiter Teil einer Trilogie, der nur den Weg für das große Finale ebnen soll, sondern eine spannende, witzige, skurrile Geschichte, die sich mit einer der größten Fragen der Menschheit befasst:
Was passiert, wenn wir sterben?
Dabei wird dieser Frage auf eine so wissenschaftliche Art nachgegangen, dass man es beinahe glauben kann und will. Mir persönlich hat der erste Band zwar etwas besser gefallen, doch auch dieses Buch ist ohne Frage ein echter Spaß und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung, besonders in Kombination mit dem ersten Teil


Das Glück wohnt in der Hütte 7 (Will und Sophie 2)
Das Glück wohnt in der Hütte 7 (Will und Sophie 2)
Preis: EUR 1,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 28. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Süß geschrieben .das Lesen hat wirklich Spaß gemacht.und jetzt will Amazonas noch neun weitere von mir..ein gelungenes Messergebnisse.empfehlenswert danke dafür


Feststopfwatte 300 g
Feststopfwatte 300 g

5.0 von 5 Sternen Sehr zufrieden, 28. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Feststopfwatte 300 g (Haushaltswaren)
Super schnelle Lieferung tolle ware.ich habe die feststopfwatte zum füllen von Augustinus verwendet und bin sehr zufrieden werde ab sofort nur noch diese füllte bbenutzen


Letztendlich sind wir dem Universum egal
Letztendlich sind wir dem Universum egal
von David Levithan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein großartiges Jugendbuch! Für Erwachsene nur bedingt geeignet, 23. Juli 2015
Inhalt:

A verbringt jeden Tag seines Lebens in einem anderen Körper und er hat sich mit dieser Art des Lebens abgefunden, versucht deren Leben zu führen und so wenig Schaden wie möglich zu verursachen. Bis er eines Tages im Körper von Rhiannons Freund aufwacht. Sofort fühlt er sich von Rhiannon angezogen und nach einem gemeinsamen Tag hat er sich unsterblich in sie verliebt und wirft ihretwegen alle seine bisherigen Regeln über Bord. Er will ihr Nahe sein und am Besten noch mit ihr zusammen sein. Das dies nicht so einfach ist, wenn du jeden Tag in einem anderen Körper steckst, ist ja wohl klar.
Dieses Buch hat mich wirklich begeistert, da es eine völlig neue Idee beinhaltet, die ich so noch in keinem Buch angetroffen hatte. Die Geschichte beschäftigt sich mit dem Leben, der ersten großen Liebe und der absoluten Andersartigkeit und der daraus resultierenden Einsamkeit.
So gut mir die Grundidee gefallen hat, so habe ich leider bereits sehr früh einen großen Makel entdeckt, der, für mich, leider sehr viel kaputt gemacht hat. Ich persönlich kaufe nämlich weder A noch Rhiannon diese Liebesgeschichte ab. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu alt und somit für diese überschwängliche Liebe nicht mehr so empfänglich bin, gerade wenn sie nach einem Tag bereits lebenverändert ist, doch mich hat das sehr gestört. Da dies die Grundessenz des Buches ist, ist das sehr schade, doch jüngere Leser (für die dieses Buch wohl auch eher gedacht ist) dürften da leichter zu überzeugen sein.
Die Geschichte selbst und vor allem der Erzählstil haben mich stattdessen wirklich begeistert, weshalb ich dieses Buch auch unbedingt lesen wollte. Alleine die Vorstellung jeden Tag in einem anderen Körper aufzuwachen hat etwas faszinierendes und zugleich angsteinflößendes, dass der Autor sehr gut umgesetzt hatte.
A ist ein angenehmer Charakter, der jedoch zwischenzeitlich auch wirklich nerven kann. Besonders, wenn er egoistisch ist und das Leben seiner „Wirte“, dabei völlig durcheinander bringt. Dies kann natürlich nicht ohne Folgen bleiben! Doch er hat auch viele positive Eigenschaften. Er hat sein Leben akzeptiert, weshalb er auch nicht ständig der Frage nach dem Warum hinterherjagt. Er hat begriffen, dass er wohl niemals eine Antwort darauf bekommen wird, weshalb er jeden Tag als diesen nimmt und versucht das Leben des Körpers weiterzuführen. So hat er, durchdiese Lebensweise eine völlig andere Sicht auf die Menschen, auf Religionen, Hautfarbe, ihr Miteinander etc. Er ist sehr tolerant und kann nicht verstehen, wie sich zum Beispiel Rhiannons Verhalten ihm Gegenüber ändert, je nachdem welchen Körper er gerade bewohnt.

"Aber wie soll ich es anstellen, dass sie durch die Grauzone hindurchschaut - ich mit meinem Körper, den sie niemals richtig sehen wird, mit meinem Leben, das sie niemals richtig festhalten kann?"

Genau das ist auch Rhiannons schlechteste Eigenschaft, die nicht nur A das eine oder andere Mal gegen den Kopf stößt, sondern auch die Leser aufhorchen lässt. Denn natürlich findet man ihre Oberflächlichkeit in sich selbst wieder und natürlich fühlt sich das falsch an. Dabei ist Rhiannon eine ganz normale Jugendliche, die zwar einen sehr nüchternen Blick auf die Welt hat, aber dennoch stark von Äußerlichkeiten beeinflusst wird. Rhiannon sieht ihr Umfeld kritischer als A und ist keineswegs bereit ihr Leben und Freunde einfach so aufzugeben. Diese Eigenschaft hat mir wiederum sehr gut an ihr gefallen, auch wenn ihr Leben und ihre Umgebung leider zu wenig beleuchtet wurden. So erwähnt sie nur am Rande ihre Familie oder ihre Probleme, jedoch wird darauf nie näher eingegangen. Gerne hätte ich mehr über ihr Leben erfahren.
Die eigentliche Stärke dieses Buchs ist jedoch nicht ihre Personen, von denen wir, bis auf As Charakter, nur sehr wenig erfahren, sondern der völlig andersartige Erzählstil. Jeden Tag wacht A in einem anderen Körper auf, der ungefähr das gleiche Alter wie er hat und in einem bestimmten Radius lebt. Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle. Aus diesem Grund sieht A die Welt auch anders, als es die restlichen Jugendlichen tun. Jeder neue Körper hat ein eigenes Kapitel und es war jedes Mal spannend zu sehen in welchen Körper und somit in welches Leben es A diesmal verschlagen hat. Diese waren sehr unterschiedlich und bietet einen spannenden und vielseitigen Blick auf das Leben der Jugendlichen in Amerika. Aber dieses Bild kann man auch sehr gut nach Deutschland übertragen. Manchmal erlebte A wirklich etwas in diesen leben, manchmal passierte überhaupt nichts Spannendes und ab und an schlittert A in eine richtige Familienkrise rein. Sein eigenes überstürztes und manchmal sehr egoistisches Handeln, macht es dann auch nicht besser. Da man nie wusste, was als nächstes kommen würde, war jedes Kapitel für sich extrem fesselnd. So schafft es der Autor viele gesellschaftliche Themen für Jugendliche interessant aufzuarbeiten, mit denen sie sich vorher wohl nicht beschäftigt hatten.
Ich möchte auch das Cover noch einmal hervorheben, dass es mir wirklich angetan hatte. Die verschiedenen weißen Gesichter auf dem schwarzen Grund sind zwar sehr stilistisch gehalten, passen aber gut zu dem Inhalt des Buches und stechen dennoch sofort ins Auge.
Besonders das Ende hat mir sehr gefallen. Es war doch überraschend und nachdenklich stimmend und ich bin froh, dass es so endete. (Ihr müsst es lesen, um zu verstehen, was ich meine :) ) Der Schreibstil selbst ist sehr angenehm, eingängig und jugendgerecht gehalten und so kann man das Buch in kürzester Zeit durchlesen.

Fazit:

Für Jugendliche und junge Erwachsene ist dieses Buch, in meinen Augen, ein Muss, dass ich nur jeden ans Herz legen kann. Die Geschichte stellt nicht nur die unterschiedlichen Facetten des Lebens dar, sondern befasst sich darüber hinaus mit viele tiefergehende Fragen, über die sich nicht nur jeder Heranwachsende Gedanken machen sollte.
Für Erwachsene ist dieses Buch, obwohl es mir dennoch sehr viel Freude bereitet hat, nur unter der Bedienung zu empfehlen, dass sie sich nicht an übertriebenen, unrealistischen Liebesgeschichten stören.
Ja, es gibt Altersbeschränkungen für Bücher, es ist schließlich nicht umsonst ein Jugendbuch.

[...]


Tomorrow & Tomorrow: Roman - diezukunft.de - Edition
Tomorrow & Tomorrow: Roman - diezukunft.de - Edition
von Thomas Carl Sweterlitsch
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Krasse Zukunftsvision, 13. Juli 2015
Inhalt:

Vor 10 Jahren hatte ein einzelner Mann mit einem einzelnen Koffer es geschafft eine gesamte Stadt auszulöschen. Mit einem Schlag verloren die Menschen ihr Zuhause, ihre Familie und Freunde. Zurück blieben ein verstrahltes Gebiet, Trauer und eine unerträgliche Leere.
Auch John Dominic Blaxton hat an diesem Tag alles verloren und füllt seitdem jeden Tag mit Arbeit, die er nicht wirklich ausführt, Drogen und einem Programm das ihn in eine virtuelle Version des alten Pittsburghs und so zu seiner toten Frau bringt.

Das Buch spielt in einer alternativen Zukunft, die gar nicht mal so weit weg erscheint. Die Menschen tragen Geräte, die sogenannten Adware in ihrem Kopf, welche mit ihrem Gehirn verbunden sind und somit ständigen Zugang zum Internet gewähren. Diese Dinger können je nach geldlicher Aufwendung miserabel sein oder großartige Auflösung bieten und bestimmen das Leben der Menschen. Ständig blinken Werbungen auf, werden Sendungen gezeigt oder Reklame gemacht. Sobald mit den Augen etwas in deiner Umgebung angesehen oder fixiert wird, reagiert die Adware darauf. Der Autor schafft es diese ständig digitale Welt so gut darzustellen, dass man richtig Gänsehaut bekommt. Die Realität, die der Autor so konstruiert hat wirkt auf den Leser besonders erschreckend, da sie keineswegs weit weg erscheint. Die Welt ist sowieso schon weit digitalisiert, da erscheint dieser Schritt nicht mehr besonders groß.
Die Medien werden immer brutaler, Sex ist allgegenwärtig. Menschen brauchen immer mehr Gewalt um unterhalten zu werden und es existieren Shows wie eine Misswahl, in der die fickwürdigste Leiche gewählt wird.
Aber diese Adware hat auch einen anderen Zweck, sie lässt das ehemalige Pittsburgh für die User wiederenstehen. In einem Archiv wurden die Erinnerungen der Menschen eingespeichert und von dort aus lässt sie sich jederzeit abrufen und darin eintauchen, um alte Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen. Dies soll zur Trauerbewältigung dienen, hat aber mitunter auch gegenteilige Effekte. Es kann schwer fallen Dinge loszulassen, wenn man sie jeden Tag aufs neue erleben kann.

Die Geschichte selbst dreht sich voll und ganz um John Dominic Blaxton. Zwar treten einige Nebencharaktere auf, doch bleiben sie genau dies; Randfiguren einer sehr fixierten Geschichte. Dies ist aber keineswegs ein negativer Aspekt, da sie dennoch sehr interessante Nebenfiguren sind, die keineswegs platt wirken, sondern ihren Teil in der Story spielen. Doch dreht sich dieser Roman einfach voll und ganz um die Hauptperson und dieser füllt sie auch vollkommen aus. Blaxton ist ein netter Kerl, der jedoch einige Probleme hat. Zum einen lässt ihn ein alter Mordfall nicht los, zum anderen hat er auch zehn Jahre später noch immer mit dem Verlust seiner Frau zu kämpfen, deren Tod er einfach nicht verkraften und überwinden kann. Deshalb flüchtet er sich in das Archiv, wo er unter Drogeneinfluss die Erinnerungen an sie noch intensiver erleben will. Dies geht auch soweit gut, bis er unter starken Drogeneinfluss aufgegriffen wird, einen Entzug machen muss und gefeuert wird. Mit einem mal bekommt er ein fragwürdiges Jobangebot, er soll herausfinden, warum eine junge Frau aus dem Archiv gelöscht wird. Sofort ist er Feuer und Flamme für die wunderschöne Albion und begibt sich auf ihre Spuren. Dabei wird er immer tiefer in eine Verschwörung reingezogen, die ihn alles kosten könnte.
JD Blaxton ist ein sympathischer Charakter, trotz seiner Eskapaden und Drogenprobleme. Er ist freundlich, von Natur aus gutherzig und so hofft man für ihn, dass alles besser wird, obwohl er zugleich einige Fehler hat und auch macht. Dies lässt seine Figur realistisch und nachvollziehbar wirken. Er ist ein ganz normaler Mensch und bleibt dies auch bis zum Ende des Buches. Er wird kein Held, schafft es nie vollständig sich von seinen Problemen zu lösen und leidet fürchterlich. Alles Gründe ihn nervig zu finden, doch ganz im Gegenteil, man fühlt mit ihm mit. Dabei merkt man zuerst gar nicht, wie er äußerlich eigentlich gar nicht beschrieben wird. Man macht sich ein Bild von ihm, dass man (ich zumindest) zur Hälfte des Buches plötzlich völlig revidieren muss. Denn erst als die Adware nicht mehr sein Leben bestimmt, ich möchte nicht darauf eingehen, woran dies liegt, da es sich dann um einen Spoiler handeln würde, beginnt der Autor auch eine Beschreibung von ihm zu geben. Das ist sehr clever gemacht, denn es zeigt nur deutlicher, wie wenig Blaxtons Leben davor in der Realität gespielt hat. Er war vollkommen eingenommen von der Adware, so dass sein realer Körper für ihn gar nciht wirklich existiert hat.
Auch die anderen Figuren sind spannend dargestellt, allen voran Albion und Sue. Beide existieren eigentlich nur in dem Archiv und werden von Blaxton idealisiert, wie er auch seine Ehefrau und ihre gemeinsame Zeit idealisiert. Erst im Verlaufe des Buches und mit der Darstellung ihres jeweiligen realen Ichs, werden sie menschlicher und somit natürlich weniger perfekt.

Dies ist nicht nur als eine Kritik an das Internet, sondern auch an die menschliche Erinnerung zu sehen. Wir idealisieren sehr gerne. Wir stellen uns Dinge besser vor als sie sind oder formen uns Figuren, die perfekt sind, obwohl dies natürlich niemals erreichbar ist. Menschen sind nicht perfekt und gerade dies macht sie menschlich.

Der Thriller an sich ist zwar sehr spannend, bewegt sich aber auf gewohnten Bahnen. Nachdem Blaxton die ersten Fäden entwirrt hat, ergibt sich ein Bild, dass genauso gut in jedem anderen Thriller untergebracht werden konnte. Die Geschichte ist nicht das, was dieses zu etwas Besonderen macht. Es ist die extrem realistische Darstellung einer Zukunft, die nur einen kleinen Schritt vor uns liegt. Die wir erreichen, wenn wir nicht aufpassen. Die Kritik an eine digitale Welt, die völlig einnehmbar ist, die einem die Menschlichkeit nimmt, aber zur Selbstverständlichkeit mutiert ist. Außerdem behandelt er am Rande die Themen Religion, Trauerbewältigung und Terrorismus. Dabei hat mich die Darstellung des Anschlags aus der Sicht eines Überlebenden völlig eingenommen und war extrem bewegt. So das ich dies hier einmal hervorheben musste, da sich diese Szene in meien Erinnerung gebrannt hat.

Das Ende kam wenig überraschend, war aber dennoch befriedigend. Natürlich gibt es kein Happy End, bei dem plötzlich alles gut wird, aber es ist ein passendes Ende für dieses Buch.

Fazit:

Mit persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist ein Thriller, der in der Zukunft spielt, dabei aber dennoch so nah dran ist, dass man sich gut hineinversetzen kann. Das Setting in welcher die Geschichte spielt hat mich besonders beeindruckt. Diese extrem digitalisierte Welt, die von Gewalt und Sex beherrscht wird, in der es aber auch Lichtblicke, wie Kunst gibt, hat wirklich Eindruck bei mir hinterlassen. Dies ist nicht einfach ein Thriller oder eine Dystopie, sondern eine Kritik.
Eine Kritik an den Medien, an das Internet und an die Menschen selbst. Es zeigt, wie schnell man sich verlieren kann, wenn man es nicht schafft loszulassen und wie alles in einen Abgrund gerissen wird, wenn sich von Vergangenen nicht lösen kann.
Ein wirklich spannendes, intensives Buch und eine echte Leseempfehlung, nicht nur für Fans von Dystopien.

[...]


Traumlieder 3: Erzählungen
Traumlieder 3: Erzählungen
von George R.R. Martin
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Nicht so stark wie Band 2, aber ein gelungener Abschluss, 30. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Traumlieder 3: Erzählungen (Broschiert)
Inhalt

Wie die letzten beiden Bände findet auch hier eine Dreiteilung statt. Der erste Teil beinhaltet zwei Drehbücher, eines wurde zu einer, leider sehr gekürzten Fassung, Folge von The Twilight Zone, das andere schaffte es leider nicht auf den Bildschirm, aber darauf gehe ich später nochmal ein. Im mittleren Teil erzählt George R.R. Martin wie es zu der, in Amerika sehr beliebten Reihe Wild Cards kam, die auch in Deutschland bereits zwei Veröffentlichungen hat. Aus dieser Serie hat er zwei Geschichten herausgepickt. Der dritte Teil hat, anders als sonst, keinen roten Faden, sondern ist eine Ansammlung verschiedenster Geschichten. Aus der deutschen Version wurde Der Heckenritter aus dem Band gestrichen und durch eine Rede, welche er bei der World Science Fiction Convention im August 2003 in Toronto gehalten hatte, ersetzt, da diese gerade ebenfalls in Deutschland als Werk herausgebracht wurde. Über diese Entscheidung kann man denken, was man möchte, jedoch lasse ich dies nicht in meine Bewertung mit einfließen, die wie bei den letzten Bändern durchweg positiv ist. Gekrönt wird jeder Abschnitt mit einer kurzen, persönlichen Zusammenfassung seines Lebens und die Hintergründe und Entstehungsgeschichten einiger Geschichten. So erzählt er im ersten Teil, dass GoT keineswegs seine erster Ausflug ins Filmbusiness war und wie mühsam der Weg nach Hollywood ist. Im zweiten Abschnitt wird erzählt, wie ein Spiel unter Freunden zu einer der coolsten Superheldenreihe überhaupt wurde. Im letzten Teil, der mir besonders gut gefallen hat, da er dort auf die Klassifizierung von Genres eingeht, sich fragt in wie fern diese sinnvoll und und den Kern aller Geschichten aufdeckt.

>>Wir können uns alle möglichen Definitionen für die Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Literatur ausdenken. Wir können Grenzen ziehen und Etiketten beschriften, doch am Ende kommt immer die gleiche alte Geschichte raus, die vom Herz des Menschen im Widerstreit mit sich selbst handelt.<<

Wie bei den letzten Malen, werde ich auch dieses Mal ein paar Geschichten heraussuchen, die einen besonderen Eindruck bei mir hinterlassen haben und näher darauf eingehen, aber zum Schluss dennoch nochmal auf das gesamte Buch im Rückblick zu den anderen beiden Bänden eingehen.

Es ist sehr schade, wenn man eine spannende Idee, eine gut durchdachte, funktionierende Geschichte und ausgeklügelte Drehbücher hat und die Serie es dennoch nicht ins Programm schafft. Dann liegt dies zumeist am Network, am Timing oder wie in diesem Fall, an beidem. Doowarys, das zweite der beiden Drehbücher, hat es leider niemals geschafft verfilmt zu werden, was wirklich sehr schade ist, denn bereits beim Lesen des ersten Drehbuches merkt man, dass diese wirklich Potenzial gehabt hätte. Die Geschichte ist von der Kurzgeschichte Die einsamen Lieder Laren Dorrs, welches im zweiten Band zu finden war, inspiriert und erzählt von Tom und Cat. Cat flieht von Welt zu Welt, um vor ihren Verfolgern zu entkommen. Dabei reist sie durch Tore und weiß nie, wo sie als nächstes landet. In der ersten Folge sollte sie auf Tom treffen, welcher als Krankenpfleger arbeitet und vertrauen zu der merkwürdigen, jungen Frau aufbaut. Als Cats Verfolger wieder auftauchen, bleibt Tom nichts anderes übrig, als mit ihr durch das nächste Tor zu fliehen, nicht wissend, ob er jemals in seine eigene Welt zurückkehren kann. Die Geschichte funktioniert einfach, auch heute hätte diese eine Chance im aktuellen Serienprogramm, auch wenn der Aufbau des Drehbuchs überarbeitet werden müsste. Die Geschichte ist spannend, die Hauptfiguren liebenswert und das Setting der ersten Folge wirklich gut gewählt. Die Leseart eines Drehbuchs ist darüber hinaus mal etwas anderes und man gewinnt einen Einblick, wie so etwas auszusehen hat.
Aus der zweiten Kategorie eine Geschichte auszuwählen ist gar nicht so einfach, da beide aus dem Wild Cards Universum stammen und ohne etwas Vorwissen nicht so einfach verständlich sind. Dennoch hat mich die zweite der beiden Geschichten sehr berührt und deshalb werde ich versuchen grob in die Hintergründe einzuführen. Jedoch kann ich die Wild Cards Reihe nur empfehlen, die eine Zusammenarbeit verschiedener Autoren darstellt und wirklich lesenswert ist. In Aus dem Tagebuch des Xavier Desmond, erzählt dieser Joker, ein äußerlich veränderter Mensch, in seinem Fall hat er einen eigentlich äußerst praktischen Rüssel, von seiner Weltreise, die er mit anderen Jokern, sowie Assen, Menschen mit Superkräften, die jedoch keine oder kaum äußerliche Veränderungen aufweisen. Xavier stammt aus Jokertown, einem Ghetto in dem nur Joker, welche wegen ihrer Missbildungen von der restlichen Gesellschaft denunziert und sogar verfolgt werden, leben und gilt eigentlich als dessen Bürgermeister. Kurz vor seinem Tod begibt er sich auf eine Weltreise, um die Lebensweisen anderer Joker in der Welt zu ergründen. Wenn man sich auf diese Welt einlässt, findet man hier eine sehr emotionale, tiefgründige Geschichte mit politischen und moralischen Hintergrund. Durch die sehr persönliche Sicht des liebenswerten Hauptcharakters, bekommt sie noch eine eigene Ebene. Mir hat diese Geschichte so gut gefallen, da man den Umgang mit Jokern und Assen auch auf unsere Welt übertragen kann und zeigt, wie mit Minderheiten umgegangen wird.

Aus dem letzten Teil eine Geschichte herauszusuchen war sehr schwierig. Da jede für sich etwas besonderes ist. So zeigt George R.R. Martin in Belagert, dass man niemals eine Geschichte oder Idee wegwerfen sollte. Sie beruht auf Die Festung, welches sich in Traumlieder Band 1 befunden hatte. Die vorher jedoch rein historische Geschichte wurde hier jedoch zu Science Fiction umgewandelt. Damit zeigt er, wie wandelbar Geschichten doch sein können, wenn man nur einige Dinge ändert. Aussichtslose Varianten ist eine Kurzgeschichte über Schach, ja so etwas gibt es, deckt jedoch zugleich die größten Schwächen und Stärken des Menschen auf und zeigt die Resultate, wenn man sich zu sehr daran festhält. In Die Glasblume wird man in das Universum der 1000 Welten entführt, der das erste Band beinahe vollkommen gewidmet war. Es stellt die Frage nach dem menschlichen Sein, nach dem Leben und der Unsterblichkeit. Bilder seiner Kinder ist eine Horrorgeschichte, die jedoch auch von dem Leben eines Autors erzählt, dass nicht immer so verläuft, wie man es denkt. In der Haut des Wolfes, eine Detektivgeschichte mit Werwölfen, wurde nun als Serieadaption bestätigt und wird demnächst hoffentlich auch erscheinen.
Die Rede als Ehrengast war ein kurzweiliges Vergnügen, besonders da ich ihn kurze Zeit später wirklich gesehen habe und einige Dinge, die er damals erzählt hatte, noch immer wiederholt. Darüber hinaus war es ein gelungenes Ende für diese drei Kurzgeschichtensammlungen.

Fazit:

Das dritte Band ist deutlich schwächer als das zweite Band, welches in meiner Sicht das beste der Reihe ist. Die Geschichten sind nicht so spannend, was sicherlich auch an dem Genre und der Aufteilung liegt. So sehe ich die beiden Wild Cards Geschichten zum Beispiel eher als problematisch an. Ich hatte das erste deutsche Wild Cards gelesen, wenn man jedoch noch keine Berührung damit hatte, könnte gerade der mittlere Teil sehr schwierig werden, da kaum Erklärungen über die Ursache und die Entwicklungen zu finden sind. Bei beiden finden sich Andeutungen, die jedoch zu noch mehr Verwirrung führen könnten. Für Leser, die sehr viel Freude an der ersten deutschen Wild Cards Veröffentlichung hatten, werden aber an diesen beiden Geschichten ihre Freude haben. An den Kurzgeschichten im dritten Teil lässt sich kaum meckern. Die Schachgeschichte hat sich etwas gezogen, besonders für Leser wie mich, die sich so gar nicht mir Schach auskennen. Belagert hat mir deutlich besser gefallen, als Die Festung und ich habe mich sehr gefreut, nocheinmal eine Geschichte über eine der 1000 Welten lesen zu können. Wirklich schade, dass es da keine Reihe gibt.

Generell gesehen, ist dieses Buch ein gelungener Abschluss und ich kann sagen, dass sie meine Liebe zu Kurzgeschichten entfacht haben und ich schon bald die nächsten Kurzgeschichtensammlungen lesen werde.

[...]


Das Mondmalheur (Das Dododilemma 1)
Das Mondmalheur (Das Dododilemma 1)
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein spannender Roman mit viel Humor und großartigen Figuren, 16. Juni 2015
Inhalt:

Das Mondmalheur, alleine der Titel klingt bereits nach einer Menge Spaß und genau das hat dieses Buch zu bieten, aber dabei belässt es die Autorin natürlich nicht. Darüber hinaus ist es die beste Dystropie die ich seit langer Zeit gelesen habe. Woran dies liegt, möchte ich euch nachfolgend erklären.
Dieser Roman ist eigentlich in zwei Teile geteilt. Der erste Teil erzählt davon, wie drei Wissenschaftler und ein geldgieriges Unternehmen es schafften den Mond beinahe zu zerstören, wobei der zweite Teil Jahre später spielt und davon handelt, wie jene Wissenschaftler versuchen, den Mond und somit auch die Erde irgendwie noch zu retten.

Die Handlung beginnt damit, dass der Bakteriologe Murray ein Dodo erschafft und genau diese Szene beschreibt das ganze Buch sehr genau. Denn sie hat Humor, was gibt es niedlicheres als ein Babydodo namens Doris, welches die ganze Wohnung verwüstet, Tiefe, das Klonen wird thematisiert und einen wunderbar schrulligen Charakter.

Aber Murray ist ein eher wenig sympathischer Charakter, den man gerade deshalb im Laufe des Buches umso liebenswerter finden muss. Er hat seine Macken, ist überaus intelligent, versteht jedoch keine Ironie oder Humor und hat auch sonst große Probleme im Umgang mit Menschen. Eigentlich kann er nichts Positives an ihnen finden. Jedoch verbirgt sich hinter diesem Äußeren ein sehr treuer, lustiger und kluger Freund. Cornelius ist ein verrückter, humorvoller, kluger Draufgänger, der nicht alles so ernst nimmt. Dies führt ihn bereits zu Beginn des Buches in Schwierigkeiten, beziehungsweise bringt ihn um eine Menge Geld. Er lebt jedoch nach dem Motto: Es wird sich schon alles geben. Genau deshalb ist er ein wunderbarer Gegenpart zu dem eher gefühlskalten Murray. Genau dieses Zusammenspiel macht dieses Team wirklich unschlagbar, witzig und bereitet pures Vergnügen beim Lesen. Der Lunaloge Vladimir ist der dritte im Bunde und tatsächlich eine Person, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Er hat einen sehr schwarzen Humor, macht einige gemeine Scherze, arbeitet allerdings hart und achtet gewissenhaft Sicherheit. Somit dient er als Vermittler zwischen den beiden anderen, sehr unterschiedlichen Männern und hält das Team das eine oder andere Mal zusammen.

Die Geschichte wird aus Cornelius und Murrays Sicht erzählt, später spielt auch eine junge Dame namens Elena eine nicht allzu kleine Rolle, ist erst in der Zukunft und dann noch weiter in der Zukunft angesiedelt und erzählt zu Beginn, wie diese beiden unterschiedlichen Männer auf dem Mond zusammen treffen und wie sich eine zarte Freundschaft entwickelt. Doch natürlich ist dies nicht alles, denn es spielt noch ein Internationale (oder Intergalaktischer) Konzern, fiese Politiker und ein junger, genmanipulierter Mann eine Rolle. Während man sich am Anfang noch fragt, wie das alles zusammengehört, verweben sich die einzelnen Fäden immer mehr und ein spannendes Konstrukt ensteht mit vielen Wendungen und interessanten Ereignissen.
Nur zwischendurch hatte sich das Buch etwas gezogen, besonders zu Beginn des zweiten Teils, jedoch ist es auch sehr schwierig die Spannung über 500 Seiten aufrecht zu erhalten. Dafür waren die Höhepunkte der beiden Geschichten, beziehungsweise der Teile wirklich spannend und nervenaufreibend und können jedem Thriller Konkurrenz machen. In dieser Zeit flogen die Seiten nur so dahin.
In wie weit die Erfindungen, Entdeckungen und wissenschaftlichen Hintergründe wirklich realistisch sind, spielt dabei aber, außer wohl bei Leuten, die sich gut mit der Materie auskennen, keine große Rolle. Es wirkt alles gut rechachiert und das Gesamtkonzept ist so stimmig und schlüssig vorgetragen, dass man es einfach akzeptieren kann, was in meinen Augen wichtiger ist, als die wissenschaftliche Genauigkeit.
Auch das Ende, oder besser gesagt, besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen.

(Achtung Spoiler!) Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es war eher ungewöhnlich und genau das war es, was mich so beeindruckt hat. Der Mut der Autorin auch mal andere Wege zu gehen und nicht das zu schreiben, was die Masse warscheinlich will. Und damit habe ich bereits zu viel gesagt und werde mich einem anderen Aspekt. (Spoiler Ende!)

Der Schreibstil ist wirklich angenehm, eine Freude zu lesen und gerade für ein Erstlingswerk wirklich bemerkenswert. Die Autorin hat die Eigenheiten der Figuren schön herausgearbeitet, ohne das diese zu aufdringlich wirken. Der Humor ist pointiert und immer im richtigen Maße vorhanden. Alles in allem erwartet einen hier einen angenehmen Lesefluss.
Ein echtes Highlight und damit eine Erwähnung wert, ist das wirklich schöne Cover, welches auch im Regal hübsch anzusehen ist. Nur selten gefallen mir Cover so gut, dass ich sie speziell erwähne, umso besser finde ich dieses.

Fazit:

Huch, nun ist die Rezension ziemlich lang geworden und doch habe ich das Gefühl nicht annähernd alles eingebracht zu haben, was erwähnenswert gewesen wäre.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass dies ein wirklich gelunger Science Fiction/Fantasy Roman ist und ein Buch, welches mich wirklich überzeugen konnte. Es hat genau die richtige Portionen Humor und Spannung, gepaart mit skurrilen, sympathischen Figuren und einem angenehmen Schreibstil. Wirklich zu empfehlen, nicht nur für Fans von Weltraum- und Zukunftsgeschichten.
Und es hat eine Doctor Who - Anspielung ;)

[...]


Online-Mittelstand in Deutschland: Erfolgreiche Gründer der Internet-Branche im Gespräch
Online-Mittelstand in Deutschland: Erfolgreiche Gründer der Internet-Branche im Gespräch
von Thomas Promny
  Taschenbuch
Preis: EUR 39,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende, lehrreiche und individuelle Geschichten von erfolgreichen Gründern, 13. Mai 2015
Da ich selbst in der Online-Branche tätig bin, hat mich dieses Buch natürlich sofort interessiert und ich kann sagen, dass ich wirklich begeistert bin. Dieses Buch schafft es, interessante Personen aus den verschiedenen Online-Unternehmen auf spannende Art und Weise zu porträtieren und so einen Einblick auf deren Wirken und ihren Werdegang zu bieten. Dabei fällt vor allem der Facettenreichtum dieser Branche auf. Die einzelnen Geschichten sind nicht nur anregend, sondern zum Teil auch wirklich lehrreich. Hierbei hat mir besonders die Art der Umsetzung gefallen. Die verschiedenen Interviews bieten ein sehr individuelles, detailliertes, aber zeitgleich auch kurzweiliges Lesevergnügen, dass informativ aber nicht langweilig ist.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde es jedem empfehlen, der einen Überblick über die Vielseitigkeit der deutschen Online-Branche bekommen, aber dennoch unterhalten werden möchte.


Die Seiten der Welt: Roman
Die Seiten der Welt: Roman
von Kai Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Buch mit vielen Vor- und Nachteilen, 11. Mai 2015
Inhalt:

,,Entweder du stirbst als Held oder lebst lang genug, um der Böse zu werden.“ (Batman – The Dark Knight)

Ich beginne meine Rezension erst einmal mit den großen Pluspunkten dieses Buches, bevor ich mich mit den Problemen befasse, von denen es leider auch genug gibt. In meinen Augen, das beste in diesem Buch sind die Figuren. Furia ist eine vielschichtige, sympathische Hauptfigur, mit der man sich als junge Erwachsene sicherlich gut einfühlen kann. Sehr gut hat mir gefallen, dass sie auch normale menschliche Regungen hatte (Sie musste tatsächlich auf Toilette oder hatte Hunger) und beschwert sich darüber, dass viele Figuren in Büchern zu platt beschrieben werden. Auch die anderen Personen sind dem Autor gut gelungen, auch wenn manchmal ein paar Informationen über diese hilfreich gewesen wären. So bleiben vor allem die Gegenspieler Furias etwas kontrastlos. Das ist sehr schade, da die Ansätze ihrer Beweggründe und Motive wirklich spannend waren.
Ein großer Spaß und der Grund weshalb ich dieses Buch überhaupt gelesen habe, sind die Bücher. Ich liebe Bücher, in denen es selbst um Bücher geht. Wer hier jedoch ein zweites Stadt der träumenden Bücher erhofft, wird leider enttäuscht. Ja, es geht um Bücher, in jeglicher Form, aber der Autor schafft es einfach nicht eine genauso fantastische und fesselnde Welt zu erschaffen wie Moers. Libropolis ist sehr nett, aber leider bekommt man nicht viel davon zu lesen. Die Idee der Exlibri und ihr Leben im Ghetto ist dagegen deutlich interessanter und spannender. Generell schafft der Autor mit wirklich lustigen und interessanten Ideen (lebendige Buchstaben, Schnabelbücher..) eine fantastische Welt aufzubauen, die jedoch auch von Terror und Leid beherrscht wird. Diese Gradwanderung gelingt ihm wirklich gut.
Ein besonderes Highlight, besonders, da man in solch einem Buch nicht damit rechnet, war das Spiel mit der Zeit. Darauf will ich nicht genauer eingehen, aus Angst auch zu viel zu verraten, doch alles was mit Zeitreisen oder veränderten Realitäten zu tun hat, bekommt von mir Pluspunkte. Der Schreibstil ist an angenehm, schön zu lesen und passt sehr gut zu der Geschichte, die im Buch erzählt wird.

Nun komme ich zu den Dingen, die mir leider nicht gefallen haben. Dies wäre zu erst einmal die sehr spät beginnende Geschichte. Wenn die Handlung der Buchbeschreibung erst auf Seite 150 beginnt, dann ist das eindeutig zu viel Vorgeschichte. Der Autor hat versucht die magische Welt von Furias Keller und ihrem Haus einzufangen, was aber leider zu kosten der Handlung geschieht. Weshalb genau diese 150 Seiten extrem schleppend vorangehen und keinerlei Spannung aufgebaut wird. Sobald die Geschichte beginnt, nimmt das Buch auch reichlich Fahrt auf, wobei es kaum Rücksicht auf Verluste gibt. Für ein Jugendbuch gibt es extrem viele, auch sehr brutale Tode. Es folgen eine Verfolgungsjagd nach der anderen, die Furia hin und her werfen, wobei sie jedoch immer an ihren Bruder denkt.
Derweil passieren in Libropolis viel tiefgehendere Veränderungen. Genau hier setzt mein zweiter großer Kritikpunkt an, das Ende. Was zu Beginn der Geschichte zu viel da war (nämlich Seitenzahlen), fehlt leider zum Ende hin. Die Auflösung kommt plötzlich, ist viel zu schnell abgehandelt und leider sehr platt. Es gibt kein Wow-Effekt, kein Ende das mich von den Socken gehauen hatte, sondern nur eine sehr müde Erklärung für die ganzen Erlebnisse. Auch sonst wird leider zu wenig erklärt, als das man damit zufrieden sein könnte. Gerade die Ereignisse in Libropolis und die drei Häuser sind mit einem Mal nicht mehr relevant. Sehr schade, da dies wirklich eine Menge Potenzial hatte

Fazit:

Das Buch hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst, weshalb es mir sehr schwer fällt eine Leseempfehlung oder halt keine zu geben. Die Geschichte ist wirklich spannend, auch wenn sie manchmal nicht richtig durchdacht herüberkommt. Der Autor greift viele Dinge auf, die er dann leider nicht aufklärt. Das hinterlässt am Ende das Gefühl, als würde etwas fehlen. Die positiven und negativen Aspekte halten sich hier die Waage, weshalb ich mir sicher bin, dass einigen dieses Buch sehr gut gefallen würde, während andere es wohl richtig schlecht finden werden.
Deshalb sage ich es einfach mal so, wenn ihr ein Buch über die Liebe zu Büchern lesen wollt und euch interessiert, was das Zitat von Batman eigentlich damit zu tun hat, dann solltet ihr es lesen. Falls ihr allerdings über Plotholes und unausgereifte Erklärungen nicht hinwegsehen könnt, dann lasst lieber die Finger davon.

[...]


Traumlieder 2: Erzählungen
Traumlieder 2: Erzählungen
von George R.R. Martin
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Großartige Anthologie - noch besser als Band 1, 30. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Traumlieder 2: Erzählungen (Broschiert)
Dies ist der zweite Teil des bereits mit Vergnügen von mir gelesenen und rezensierten Traumlieder. Während die größte Kritik am ersten Band die teilweise noch sehr ausbaufähige und wenig durchdachten Geschichten waren, so gibt es an diesem Band eigentlich nichts mehr zu meckern. Auch hier findet sich der gleiche Aufbau wie im ersten Teil. Das Buch ist in drei Teile geteilt, jeweils mit einem besonderen Schwerpunkt und mit einem kleinen Einleitungstext versehen. In diesem Teil entführen Georg R.R. Michaels Geschichten die Welt der Fantasy, bevor der größte Teil sich mit Horror-Science Ficition, ein sehr ungewöhnlicher Genremix, befasst. Im letzten Teil erzählt der Autor über seine vielen begonnenen Serien, von denen er jedoch nur ein kleiner Teil beenden konnte. Hier steuerte er zwei Geschichten über Tuf bei, dessen Geschichten in Planetenwanderer auch in Deutschland erschienen sind. Wie bereits im ersten Band sind die autobiografischen Einleitungstexte mit sehr viel Humor und interessanten Fakten gespickt, so dass man einen guten Einblick erhält. Besonders die Aufzählungen der ganzen Serien, die R.R. Martin niemals beendet hat, macht deutlich, dass Game of Thrones mit seinen ganzen Bänden schon eine Besonderheit ist. Vieles aus dem ersten Band kann man hier einfach übertragen, weshalb ich ohne große Umschweife so den Geschichten komme, auch ich habe ich mir drei herausgesucht, die in irgendeiner Form besonders waren, um sie vorzustellen. Dies hat sich jedoch deutlich schwieriger als im ersten Band herausgestellt, da alle Geschichten wirklich herausragend gut geschrieben, spannend oder interessant sind.

Die erste Geschichte, die ich mir rausgesucht habe, ist Eisdrache. Diese kurze Geschichte, welche bereits selbst als Buch mit Zeichnungen erschienen ist, gehört auch zu R.R. Martins eigenen Lieblingen. Es geht um ein kleines Mädchen, um eiskalte Winter und ihre tiefe Freundschaft zu einem Eisdrachen. Es ist eine reine Fantasygeschichte und keineswegs für Kinder geeignet, auch wenn die Hauptperson ein kleines Mädchen ist. Dafür sind die Beschreibungen des Krieges und der Verwundeten zu deutlich. Besonders gut gefallen hat mir, dass diese Geschichte mit wenigen Worten eine Geschichte über tiefe Freundschaft entwickelt, in der selbst nicht viel passiert, bei der man aber dennoch die ganz Zeit gebannt liest, um zu Wissen, wie es mit dem Eisdrachen weiter geht.

Aus der zweiten Kategorie eine Geschichte auszuwählen war sogar noch schwieriger, denn in diesem Kapitel hat mir einfach jede Geschichte gefallen. Wobei mich der Fleischhausmann doch am wenigsten angesprochen hatte. Die berühmteste Horror-Scifi-Geschichte ist wohl Sandkönige, die zu R.R. Martins berühmtester Geschichte vor GoT wurde und die bereits in einem (nicht besonders guten) Film verewigt wurde. Dies ist der Grund, weshalb ich nicht weiter darauf eingehen möchte und lieber eine nicht ganz so bekannte Geschichte nehme. Nachtgleiter hat mich tatsächlich eine ganze Nacht wachgehalten. Die Geschichte handelt von einem Wissenschaftsteam in einem Raumschiff, die versucht eine unbekannte außerirdische Spezies, die zuvor noch niemals jemand wirklich zu Gesicht bekommen hatte, um die aber viele Mythen ranken, zu erforschen. Doch irgendetwas scheint auf dem Schiff nicht zu stimmen, nicht nur, dass der Kapitän sich nie persönlich zeigt, sondern nur durch ein Hologramm oder Lautsprecher mit dem Team kommuniziert. Darüber hinaus geschehen merkwürdige Unfälle auf dem Schiff. Durch die Enge auf dem Schiff und die zäh vorbei streichende Zeit, wird die Stimmung unter den Crewmitgliedern immer angespannter und die Situation spitzt sich immer weiter zu, bis plötzlich der Erste stirbt und alles eskaliert. Als ich diese Geschichte, die sogar relativ lang ist, angefangen hatte, konnte ich sie erst aus der Hand legen, als sie beendet war. Dies ist eine der spannendsten Erzählungen, die ich jemals gelesen habe. Die Figuren sind gut durchdacht und interessant charakterisiert. Nach und nach baut sich die Spannung immer weiter auf und man verschlingt jede Seite. Das Ende hat dann sehr starken Eindruck bei mir hinterlassen, wodurch ich eine sehr schlaflose Nacht hatte. Für alle die Glauben, man könnte keinen guten Horror über das Medium Buch erfahren, sollte diese wirklich lesen.

Der letzte Teil besteht aus zwei Geschichten von der Sammlung Planetenwanderer über den interplanetarische Händler Haviland Tuf und seine Katzen in seinem Saatgutschiff, übrigens das letzte seiner Art. In der ersten die beiden Geschichten, die beide sich in nichts nachstehen, wird Tuf gebeten eine große Bestie für die Arenakämpfe, die zwischen den fünf Häusern des Planeten ausgetragen werden, zu verkaufen. Diesem gefallen gibt er zwar nach, doch natürlich bleibt dies nicht ohne Folgen für die Wettkämpfe, die Häuser und sogar den ganzen Planeten. Tuf ist ein Einzelgänger, der lieber die Zeit mit seinen Katzen, als mit Menschen verbringt, die er einfach schrecklich findet. Tuf ist ein interessanter Protagonist, der viele Züge von berühmten Personen hat, deren Ursprung R.R. Martin auch erklärt. Die beiden Geschichten haben mir persönlich Lust auf mehr gemacht, weshalb ihr sicherlich demnächste eine Rezension zu diesem Buch geliefert bekommen werdet.

Fazit:

Ein wirklich tolles Buch. Während mir der erste Band richtig Lust auf Kurzgeschichten gemacht hatte, habe ich durch dieses eine richtige Liebe dafür entwickelt. Gerade die Horrorgeschichten haben mir sehr gut gefallen. Selten habe ich so eine tiefsinnige Geschichte wie Sandkönige oder so eine fesselnde wie Nachtgleiter gelesen. Während ich den ersten Teil wirklich nur Fans von R.R. Michael empfehlen würde, da die Geschichten echt anstrengende Kost sein konnten, würde ich dieses jedem raten zu lesen. Eine wirklich gelungene Anthologie, die Lust auf mehr macht. Ich kann jetzt schon die Veröffentlichung des dritten Bandes kaum noch erwarten.

[...]


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9