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Rezensionen verfasst von
Armin Jaeger (Viernheim, Hessen)
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Romy und ihre Familie
Romy und ihre Familie
von Jürgen Trimborn
  Gebundene Ausgabe

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weitgehend überflüssige Publikation, 3. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Romy und ihre Familie (Gebundene Ausgabe)
Angesichts eines Umfanges von fast 540 Seiten ist es erstaunlich, wie wenig informativ Trimborns Biographie geraten ist. Trimborn formuliert im Titel "Romy und ihre Familie" bereits den einzigen Grund, sein Buch zu kaufen. Er wirft Schlaglichter auf Romys Verwandte und Ehemänner und wartet mit einigen interessanten Archivfunden auf. Bedauerlicherweise bleibt es bei diesem Puzzleteil und die negativen Aspekte des Bandes überwiegen bei weitem:
1) Trimborns sonstige Recherche besteht im wesentlich aus der Lektüre der Autobiographien aller Beteiligten. Es gibt von den erwähnten Archivfunden abgesehen KEINERLEI sonstige Recherche, offenbar wurden auch keine Interviews geführt, denn die Fußnoten listen ausschließlich weithin bekannte Bücher auf und bei dem Abschnitt zu Sarah Biasini Boulevardblätter. Verglichen mit den oft detailliert recherchierten Biographien amerikanischer Autoren, deren Danksagungen ahnen lassen, wieviel Arbeit in das jeweilige Buch geflossen ist, spottet eine solche Vorgehensweise jeder Beschreibung.
2) Trimborn schildert wie die anderen Biographen, daß in Deutschland mehr Interesse an Romy Schneiders Privatleben bestand als an ihren Filmen, während sie als Schauspilerin in Frankreich Anerkennung fand ... und setzt diese Tendenz nahtlos fort, da er zu den Filmen so gut wie nichts zu sagen hat. Wo er es doch versucht, wird deutlich, warum er darauf weitgehend verzichtet. Den für viele besten Film der Filmgeschichte CITIZEN KANE falsch zu schreiben, mag ein unglücklicher Rechtschreibfehler sein, aber auch sonst wird erkennbar, daß der Autor sehr wenig Ahnung vom Film hat. Weder hat Orson Welles je einen KING LEAR gedreht (S. 298), noch ist Preminger auf der Flucht vor den Nazis nach Amerika emigriert (S. 303). Besonders amüsant ist es, wenn Trimborn uns erzählen will (S. 373), daß Romy vor Beginn ihrer Zusammenarbeit mit Sautet "den französischen Regisseur (...) seit langem bewundert, auch wenn französische Kritiker ihm wiederholt vorwerfen, dar er mit seinen (...) ganz im alltäglichen Leben verhafteten Beziehungsgeschichten allzu konventionelles Kino mache." Sautet hat zu diesem Zeitpunkt lediglich zwei Filme gemacht, die seinen späteren Filmen, die Trimborn beschreibt, nicht besonders ähnlich sind. Dementsprechend mager (falls überhaupt) fallen die Kommentare zu den einzelnen Filmen aus, einzelne wertende Adjektive in völliger Abhängigkeit von weitverbreiteten Meinungen, das war's. Wer an Romy Schneiders Lebenswerk interessiert ist, kann kaum eine schlechtere Wahl als Trimborns Buch treffen.
3) Den Mangel an eigener Rechereche kompensiert Trimborn, indem er seine Meinung in den Vordergrund schiebt und ausführlich über die betroffenen Personen urteilt, wobei er die Rolle eines allwissenden Erzählers annimmt. Eine Textprobe: "Was hat dieser Mensch noch in ihrem Leben zu suchen? Er weiß nicht, was gut für die ist. Er bemüht sich nicht einmal zu begreifen, was in ihr vorgeht. Er ist so mit sich selbst beschäftigt, daß er eigentlich keine Ahnung hat, was die Frau an seiner Seite bewegt." Trimborns erkennbar repetitive Schreibweise läßt das Buch so mühelos auf 540 Seiten anschwellen, es fehlt aber an kritischer Distanz, Objektivität und dem Mut, Leerstellen zu lassen, stattdessen gibt der Autor ständig vor, die intimsten Gefühle aller Personen zu kennen. Die aggressive Aburteilung einiger Personen (besonders der verstorbenen) hinterläßt zusätzlich einen unangenehmen Geschmack.
Trotz vieler Bücher über Romy Schneider fehlt bis heute eine quellenkritische, gut recherchierte Biographie, die dem Menschen Romy Schneider und auch ihrem Werk gerecht wird. Jürgen Trimborns Recherche und Kenntnisse hätten sicher für einen Zeitschriftenartikel gereicht, sind für eine Biographie aber eindeutig zu wenig.


Die Erbin
Die Erbin
DVD ~ Olivia de Havilland
Wird angeboten von corleone29
Preis: EUR 19,69

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartiger Film, miserable Umsetzung auf DVD, 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Erbin (DVD)
William Wyler's "Die Erbin" ist unbestritten einer der großen Klassiker des Hollywoodkinos. Im New York des 19.Jahrhunderts wird die schüchterne und unattraktive Catherine Sloper von einem Verehrer umworben, was ihren Vater sehr überrascht, der den jungen Mann sogleich für einen Mitgiftjäger hält. Die aufbrechenden psychologisch subtil dargestellten Spannungen zwischen den Figuren kulminieren schließlich in einigen ungeheuer effektvoll gefilmten Szenen, über die ich nichts verraten möchte. Der furios gespielte und in sehr langen Einstellungen ruhig aber unerbittlich erzählte Film ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie im klassischen Hollywood eine Geschichte komponiert wurde und wie ein großer Regisseur seine Figuren im Raum inszeniert. Es gibt nur wenige Filme, die so psychologisch genau, exzellent gespielt und virtuos inszeniert sind wie dieser und allein deswegen sollte man sich überlegen diese DVD zu kaufen trotz der folgenden Wermutstropfen.
Das erste Problem ist das weitgehend unrestaurierte Bild. Meine Aufzeichnung von Premiere ist sicher nicht schlechter als das von Verschmutzungen geplagte und gelegentlich zu körnige Bild. Universal erweist sich hier wieder als echtes Billiglabel.
Noch schlimmer ist aber ein unglaublich asynchroner deutscher Ton. Nach knapp einer Stunde beginnt der deutsche Ton ca. eine Sekunde zu früh und schon das ist sehr irritierend und ruiniert den Filmgenuß. Zum Ende hin wird das Problem noch gravierender und man kann den Film im Prinzip nicht mehr in der deutschen Fassung hören, weil der Ton mehrere Sekunden zu früh kommt, die deutsche Tonspur ist also unbrauchbar. Universal täte gut daran den Film zurückzunehmen und neu zu pressen.
Es tut mir in der Seele weh einen so bedeutenden Film mit einer scharfen Warnung versehen zu müssen, der Film bekäme 5 Sterne, aber die Umsetzung ist inakzeptabel. Wer die deutsche Synchro nicht braucht und mit einem mäßigen Bild leben kann, wird mit einem Meisterwerk belohnt. Man sollte allerdings eventuell abwarten, wie Universal auf die Tonprobleme reagiert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2011 12:28 PM MEST


Nanuk, der Eskimo
Nanuk, der Eskimo
DVD ~ Robert J. Flaherty
Wird angeboten von buecheroase_muenchen
Preis: EUR 14,90

31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch mehr Extras als bei der Criterion, 14. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Nanuk, der Eskimo (DVD)
Zum Film muß wenig gesagt werden, der erste große Erfolg des Dokumentarfilms muß von jedem ernsthaft an Film interessiertem gesehen werden. Das liebevolle Porträt einer Eskimofamilie ist auch gleichzeitig ein guter Ausgangspunkt für alle Debatten darüber, wieweit Dokumentarfilme inszeniert sind. Nei "Nanuk" spielt die Familie zwar sich selbst in ihrem Alltagsleben, aber jede Szene ist inszeniert, so hängt in einer Szene an der Angelleine kein Seelöwe sondern ein Assistent und zudem eliminiert Flaherty alle Spuren der Moderne, die bereits damals zu den Eskimos gelangt waren. Das Resultat ist jedenfalls ein immer noch hochinteressanter und schöner Film mit unvergeßlichen Szenen wie dem Iglubau.
Die DVD benutzt den Transfer der amerikanischen Criterion DVD und deren Bonusmaterial. Der eigentliche Clou ist aber, daß dieses Bonusmaterial noch erweitert ist. Zu der (bemerkenswerten) Fotogalerie mit Flahertys Bildern, die im Laufe seiner Expedition entstanden sind und einem achtminütigen Gespräch mit Flahertys Witwe kommen noch hinzu:
- ein achtminütiger Cartoon "Frozen Frolics" von 1930, der etwas primitiv aber historisch interessant ist
- ein über zwanzigminütiges Gespräch mit Richard Leacock, der bei Flahertys letztem Film Kameramann war und über ihn und sein Filmkonzept erzählt
- 6 Minuten Filmaufnahmen einer Polarexpedition von 1914
- ein sechsminütiger Ausschnitt aus einer Doku, die ebenfalls Flahertys Film behandelt
Alles in allem ist hier eine sehr schöne DVD entstanden, die man vorbehaltlos empfehlen kann.


Der Tod in Venedig [Special Edition] [2 DVDs]
Der Tod in Venedig [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Dirk Bogarde
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 26,87

80 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Film und DVD sind mustergültig, 13. März 2005
Der Film ist ein mustergültiges Beispiel für eine perfekte Filmadaption und der zugrundeliegenden Erzählung Thomas Manns mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. Visconti macht aus einem Sprachwerk eine mit Mahlers Musik unterlegte visuelle Symphonie. Wohlüberlegt sind die verbessernden Kürzungen wie ein orgiastischer Traum, der Prolog in München und das unverfilmbare philosophierende vierte Kapitel. Einige Änderungen sind dem Medium Film geschuldet wie die Änderungen des Protagonisten vom Schriftsteller zum Komponisten, andere Ergänzungen aus Manns "Doktor Faustus" fügen sich nahtlos in die Geschichte ein. Das Resultat zieht den Zuschauer mit einem hypnotisierend langsamen Rhythmus in seinen Bann und führt den schrittweisen Zusammenbruch der Selbstkontrolle eines Menschen vor, der sich einer verbotenen Liebe hingibt. Auch die Besetzung mit Dirk Bogarde, der Mut zur Lächerlichkeit aufbringt, Silvana Mangano in einer eleganten Nebenrolle und dem außergewöhnlich schönen Björn Andresen ist makellos. Die einzige Achillesferse des Films sind die schwerfälligen Dialog-Flashbacks mit Alfred, die teils ganz ernst die Philosophie des Films transportieren sollen, teils sowenig wie alle anderen Dialoge in diesem Film wichtig sein sollen und leider letzten Endes einfach nur in ihrer Schwülstigkeit nerven. Davon abgesehen ist "Der Tod in Venedig" mit seinem detaillerten Dekor und der visuellen Pracht, die mit einer brillanten Kamera eingefangen wird, eines der Meisterwerke der Filmgeschichte schlechthin.
Die 2-DVD Special Edition ist dem Rang des Films angemessen, neben einem tadellosen Transfer gibt es 3 Trailer und verschiedene Kurzdokus. Auf der ersten DVD ist neben dem Film eine 10-minütige zeitgenössische Doku der Dreharbeiten eines Tages zu sehen, bei der Bogarde und Visconti einige interessante Beobachtungen machen. Die zweite DVD enthält 3 neue jeweils 20-minütige Dokumentationen, die erste ist ein Interview mit dem Co-Autor Viscontis, der verschiedene Entscheidungen beim Drehbuchprozeß erläutert. Die zweite Doku ist auf dem Cover bizarrerweise mit dem unsinnigen "Karnevals-Kostüme" übersetzt, in Wahrheit ist es eine Analyse des Films, der richtige Titel müßte "Die Macht des Karnevalesken" heißen, gelegentliche Schlampereien bei den Untertiteln sind der einzige Wermutstropfen der DVD. Die Analyse ist teils sehr scharfsinnig und macht Parallelen und Verweise mittels eines Split-Screen deutlich, teils versteigert sie sich in akademische Worthülsen. Die letzte Doku ist die beste, der Kostümbildner des Films erzählt von seiner Arbeit mit Visconti, von den Schauspielern und den Dreharbeiten.
Alles in allem kann man diese Special Edition nur empfehlen.


Ivan the Terrible (BFI Film Classics)
Ivan the Terrible (BFI Film Classics)
von Yuri Tsivian
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,52

4.0 von 5 Sternen Für Interessierte faszinierend, 17. Februar 2004
Die "Film Classics" Serie des BFI erlaubt Autoren (nicht unbedingt nur Filmwissenschaftlern) über bestimmte Filme zu schreiben, ohne ihnen Vorgaben zu machen. Die Resultate fallen dementsprechend gemischt aus.
Yuri Tsivians Studie über "Ivan der Schreckliche" ist eine faszinierende und gelegentlich irritierende Angelegenheit. Der Autor hat auf Eisensteins unveröffentlichten Papieren, Skizzen und Aufzeichnungen basierend verschiedene Einzelbeobachtungen aneinandergereiht, ohne den ganzen Film zu umfassen. Eisenstein war ein exzellenter Analytiker seines eigenen Werkes und Tsivian stößt so den Leser nahezu ausnahmslos auf inhaltliche und visuelle Elemente, die man selbst nie entdeckt hätte, was das Buch zu einer hochinteressanten Lektüre macht, die sich kein Eisenstein-Fan entgehen lassen kann. Vor allem das Arrangement der Bilder ist sehr gelungen und illustriert sehr gut Tsivians Argumente. Ein Problem ist aber, daß der generell verständliche und gut geschriebene Text an ein paar Stellen zu weit vom Film abdriftet, einzelne Spuren unsinnig detailliert verfolgt und überkompliziert wird, z.B. bei einem Alphabet von 1905 oder mit dem Einbringen von Balzacs Erzählung "Seraphita". Die Freude an der Entdeckung allerlei Details verstellt dann auch immer wieder den Blick auf den ganzen Film.
Insgesamt eine wichtige Publikation mit ein paar Schwächen, zur Einführung definitiv ungeeignet, für Eisenstein-Liebhaber unverzichtbar.


Robert Wiene. Der Caligari- Regisseur
Robert Wiene. Der Caligari- Regisseur
von Uli Jung
  Broschiert

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine vorbildliche Recherche, 4. Januar 2004
Man glaubt kaum, daß dieses Buch existiert, bevor man es nicht in den Händen hält. Ausgerechnet in der kargen deutschen Filmliteratur findet sich eine Monografie zu Robert Wiene, der ausschließlich als Regisseur des "Caligari"-Films in die Filmgeschichte eingegangen ist, wobei sein Anteil am Film stets marginalisiert wurde.
Jung und Schatzberg haben offensichtlich gründlich geforscht, alle noch existierenden Filme gesehen, die Sekundärliteratur gesichtet und allerlei historische Quellen herangezogen. Das Buch beginnt mit einer (notwendigerweise lückenhaften) Biographie, die Daten, wenige Selbstzeugnisse und Porträts von Zeitgenossen sowie ein wenig Spekulation zum vermutlich bestmöglichen Resultat zusammenfügt. Anschließend sind die Filme dran, die verschollenen werden mit Inhaltsangabe und zeitgenössischen Kritiken präsentiert, die erhaltenen zusätzlich analysiert, der "Caligari" bekommt naturgemäß den meisten Platz in einem hochinteressanten Kapitel. Filmo-, Bibliographie und Register schließen das Buch ab.
Die Autoren bemühen sich den "Caligari" in Wienes übriges Werk einzuordnen und Wienes Anteil am Film herauszustellen, wobei Siegfried Kracauers Buch "Von Caligari zu Hitler", das für Wienes geringe Reputation hauptverantwortlich ist, massiv (und zurecht) attackiert wird. Weiterhin werden einige Filme überzeugend rehabilitiert anstatt sie wie bisher in der Literatur als "Caligari"-Abklatsch abzuwerten, das Thema "Wahnsinn" als roter Faden durch Wienes Werk entdeckt und die Kommentare zu einigen Filmen machen Appetit, diese endlich zu sehen ("Orlacs Hände" wurde vor 3 Jahren von ARTE ausgestrahlt und entpuppte sich als visuelles Fest, Wienes Filme müssen endlich aus den Archiven geholt werden und in die Öffentlichkeit gelangen).
Manchmal ist das Buch zwangsläufig ein wenig trocken, die Inhaltsangaben der vielen, nahezu völlig verlorenen Filme vor dem "Caligari" sind nur für Experten vor Interesse, aber diese Publikation ist trotzdem ein Juwel und für jeden, der sich für den deutschen Film vor 1933 interessiert, unverzichtbar.


Cat People (BFI Film Classics)
Cat People (BFI Film Classics)
von Kim Newman
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,68

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt, 25. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Cat People (BFI Film Classics) (Taschenbuch)
Die "Film Classics" Serie des BFI erlaubt Autoren (nicht unbedingt nur Filmwissenschaftlern) über bestimmte Filme zu schreiben, ohne ihnen Vorgaben zu machen. Die Resultate fallen dementsprechend gemischt aus.
Kim Newmans Studie über "Cat People" aber ist ein Musterbeispiel für einen perfekten Band, der Autor skizziert gut Entstehung, Rezeption und Einfluß des Films, den Hauptteil des Bändchens macht aber eine Passage durch den Film aus, scharfsinnige Beobachtungen kleiner Details, Analysen der Charaktere, Anmerkungen zu Schauspielern und visuellen Elementen wechseln einander ab, wobei der Text immer flüssig und unterhaltsam geschrieben ist bar jeder schwerfälligen Universitätssprache. Newman, der auch Horrorromane schreibt, erweist sich als sehr kenntnisreich in der Geschichte des Horrorfilms und die interessanteste (und plausible) These des Buches ist, daß "Cat People" entgegen üblicher Meinungen Gemeinsamkeiten mit dem klassischen Horrorfilm der 30er hat. Wie bei fast jedem "BFI Film Classics" Bändchen, ist die Bebilderung sehr gut. Alles in allem 100%ig emfehlenswert!


The Films of Fred Zinnemann: Critical Perspectives (SUNY Series Cultural Studies in Cinema/Video)
The Films of Fred Zinnemann: Critical Perspectives (SUNY Series Cultural Studies in Cinema/Video)
von Arthur Nolletti Jr
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Immerhin ein Zinnemann-Buch, wenn auch nicht das beste, 3. August 2001
Fred Zinnemann ist zweifellos einer der bedeutendsten Filmregisseure überhaupt ("Zwölf Uhr mittags","Verdammt in alle Ewigkeit"), desto unglaublicher ist es, daß dies hier nach dem Buch zur Berlinale-Retrospektive 1984 erst die zweite (!) (und nicht erste, wie auf dem Cover behauptet wird) Publikation über ihn ist, darüberhinaus ist 1992 noch seine Autobiographie erschienen.
Leider enttäuscht das Buch, wobei es nichts Außergewöhnliches ist, daß Artikel von verschiedenen Autoren in Sammelbänden von unterschiedlicher Qualität sind, aber insgesamt sind die 13 Beiträge nebst einem Interview verblüffend unoriginell, so werden die klassischen Zinnemann-Klischees wie Gewissenskonflikte als Hauptthema, Realismus mittels unbekannter Schauspieler und authentischer Schauplätze, große Schauspielerleistungen, etc. immer wieder aufgegriffen, was nicht schaden würde, wenn die Analysen rund und solide wirken und öfter über das Bekannte hinausgehen würden.
Schon das Interview bietet nur teilweise Neues, dann stören übermäßige Nacherzählung, die die Analyse zu sehr zurückdrängt (Wheeler Winston Dixon über "Akt der Gewalt"), allzu allgemein gehaltene Beiträge, die zu offensichtlich wirken (Arthur Nolletti Jr. über "Geschichte einer Nonne"), Texte, die allzuviel Altbekanntes wiederholen (Claudia Sternberg über reale Ereignisse und Umgebungen im Verhältnis zu den Filmen) und, die beiden schlimmsten Fälle, Artikel, in denen die Autoren nichts zu sagen haben (Linda C.Ehrlich zu "Deine Zeit ist um", die die Hälfte des Beitrags an weitere Filme über den Spanischen Bürgerkrieg verschwendet, ohne zum Film selbst irgendwelche Erkenntnisse zu liefern, ähnlich wird man im Aufsatz zu "Zwölf Uhr mittags" von Stephen Prince vergeblich nach Verwertbarem Ausschau halten) oder Übertheoretisierungen inklusive überkandidelter Sprache (Lloyd Michaels über die Melonenschußsequenz in "Der Schakal" und Joanna E.Rapf über Frauen in drei Filmen, die unnötigerweise den Mythos-Begriff und, Gott bewahre, auch noch Heidegger einflicht). Vielleicht wäre es bei einem so wenig erschlossenem Regisseur überhaupt besser gewesen, systematischer vorzugehen, anstatt ein Sammelsurium von Texten mit verschiedenen Themen und Herangehensweisen zusammenzustellen, aus dem man sich ein Zinnemann-Bild zusammenbasteln muß.
Trotzdem will ich keineswegs vom Kauf abschrecken, denn in den meisten der kritisierten Artikel finden sich immer wieder interessante Bemerkungen und Einsichten und einige Beiträge sind rundum gelungen wie Martin F.Nordens Text zu "Spur im Dunkel", Gwendolyn Fosters zu den Frauen in "Zwölf Uhr mittags", Steve Weinbergs zu einigen Schauspielerleistungen und als echter Höhepunkt Louis Giannettis Analyse von "Das Mädchen Frankie". Jeder, der an Zinnemann interessiert ist, sollte sich dieses Buch unbedingt anschaffen, dies umso mehr, als das bezüglich Interview und Analyse gelungenere Berlinale-Buch schon lange vergriffen ist.


Angst: Novelle
Angst: Novelle
von Stefan Zweig
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur Psychologie reicht nicht, 29. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Angst: Novelle (Taschenbuch)
Stefan Zweigs Novelle ist vor allem eins - eine psychologische Beschreibung des Angstgefühls (eine Frau, die Ehebruch begeht, wird erpreßt und verfällt, unfähig die Affäre ihrem Mann zu beichten, zunehmend in panische Angst), und man kann nicht klagen, das ist nicht schlecht gemacht, die Handlung ist spannend (die Schlußpointe ist verblüffend und nicht ganz unproblematisch), die Sprache beachtlich und wer gerne Stilmittel sucht, man zähle mal die Wörter "nackt" und "brennen" oder bewundere die unaufdringliche Symbolik (Spiegel; Ehering, der auch noch geputzt wird, da kann man ein bißchen heruminterpretieren).
ABER, bin ich der einzige, den es stört, wenn geschildert wird, wie eine Frau des beginnenden 20.Jahrhunderts, einer mächtig chauvinistischen Zeit gelinde gesagt, allmählich vom verderblichen, oberflächlichen Gesellschaftsleben zu Heim, Herd und Kindern zurückkehrt und im Verlauf der Krise deren Reize erkennt? Der Erzähler hat für die Frau in ihrem Leben vor der Erpressung nur Verachtung übrig (ihr Mann hingegen wird nur durch ihre Augen negativ gesehen) und schwingt sich dafür zu unerträglichen Passagen auf, als es gilt das neue Leben zu preisen (die Reclamausgabe ist übrigens offenbar eine von Zweig gekürzte Variante und läßt ein paar dieser unerträglichen Abschnitte und einige Wiederholungen aus). Das Problem des Autors (nicht nur bei "Angst") ist schlichtwegs, daß er sich auf die Psychologie beschränkt und nicht die gesellschaftlichen Ursachen für die Oberflächlichkeit und Leere des Gesellschaftslebens der Frau analysiert, völlig unversehens gerät ihm der Text so zu einem reaktionären Manifest. Wir erfahren, warum die Frau den Ehebruch begeht (Sattheit und Langeweile), aber daß Sattheit und Langeweile aus der unmenschlichen Beschränkung auf das Haus entstehen, während Arbeit und Gleichberechtigung noch weit entfernt sind, das findet man bei Zweig nicht. Alles in allem ein gemischtes Lesevergnügen.


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