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Rezensionen verfasst von
André Seifferth "Tante_Detlev" (Apolda)
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Dante Alighieri: Dichter im Exil, Dichter der Welt
Dante Alighieri: Dichter im Exil, Dichter der Welt
von Karlheinz Stierle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dichter im Exil, Dichter der Welt...[Dichter der Unendlichkeit], 16. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nun möchte auch ich mich über das vorliegende Werk von Karlheinz Stierle über eines der gewichtigsten Werke der Weltliteratur äußern.
Anzufügen sei hierbei, dass ich mich klar als Neuling in dieser wunderbaren und wundersamen Materie verorten muss. Dies könnte allerdings auch gerade für die eigentliche Zielgruppe des Buches sehr erhellend sein.

Das Buch ist im kleinen, handlichen Format und präsentiert sich mit dem hübschen Einband. Darunter ist es in schlichtem Rot gehalten und am Buchrücken mit goldener Schrift verziert. Daran gibt es nichts auszusetzen und die Farbgebung fügt sich sehr gut in die göttliche Thematik des Werkes ein.

Stierles Schreibstil ist in einer sehr konsistenten und eingängigen Lesart verfasst. Das ganze Werk besitzt einen wohl strukturierten und logischen Aufbau, sodass man die jeweiligen Gedanken stets nachvollziehen kann und sich durch die abfolgende Deutung einzelner Ereignisse und Canti sehr gut in das facettenreiche Werk Dantes einfinden kann. Das Geschehen wird dabei stets von entsprechenden Textstellen (sowohl in der Originalsprache, als auch in einer textnahen Übersetzung) begleitet. So entführt uns Stierle also in das Werk der Comedia angefangen bei dem lodernden Inferno, über das demütige Purgatorio, bis hin zum göttlichen Paradiso. Genau dieser Stil macht das Werk so spannend und lockert das Geschehen immens auf. Schließlich finden in dem Werk der Comedia zahlreiche prominente Namen der damaligen Gegenwart, des Alten Testaments und der griechischen Antike Platz, sodass man hierbei leicht den Überblick verlieren kann. Stierle fixiert sich hierbei natürlich nur auf einige einprägsame Erscheinungen. Wer mehr von diesen Figuren und anderen erfahren möchte, kommt wohl eindeutig nicht darum die Göttliche Komödie selbst zu lesen.

Das vorliegende Werk vom Dichter im Exil ist besonders interessant, wenn man eine leicht-verständliche Deutung und kurze Abhandlung der Divina Comedia ersucht. Es kann (und will) jedoch mit Sicherheit nicht dem Anspruch gerecht werden, dieses Werk in seiner tiefgründigen und reichhaltigen Gänze zu verstehen! Dennoch hilft es durchaus, sich erst einmal in diesem großen Feld der Dante-Forschung einzufühlen und die Bedeutung der Comedia zu erahnen. Vor allem, wenn einem die vielen Übersetzungen und recht anspruchsvollen Canti Kopf zerbrechen bereiten.

Darüber hinaus ist dieses Buch empfehlenswert, wenn man sich für eine Einbettung in die geschichtlichen Ereignisse interessiert. Die mannigfaltigen Problemstellungen und den unendlichen Fragenschatz, welche Stierle dem Werk entleiht, dienen zudem der Aufarbeitung der Kunsthistorik bis in die heutige Gegenwart. Dante Alighieri kann hier mit dem Werk als einer der wichtigsten Impulsgeber für den weiteren Verlauf der Geschichte ausgemacht werden. Denn Stierle verweist hierbei auf einen höchst Gläubigen Künstler, der sich dennoch mit göttlicher Macht ausgestattet fühlt und sich dem bloßen Stand des schönen Wortes enthebt und nach dem Ruhm trachtet, welcher ihm zu Lebzeiten stets verwehrt scheint. Wer jetzt zufällig an Michelangelos Werk der Sixtinischen Kapelle denkt oder an einen gewissen Martin Luther, welcher die Kirche zur Reformation drängt, der sollte gewiss einen Blick in dieses Buch werfen. Gerade in diesem Zusammenhang erscheint insbesondere die biografische Verortung des Dichters Dante in der Einleitung und der Schlussteil zur Bedeutung dieses Mammut-Werkes von hoher Brisanz, da diese hierbei dem Werk weitere Facetten abgewinnen und es in einem größeren Raum darstellen.

Ich kann dieses Buch jeden interessierten sehr ans Herz legen. Was jedoch meinen sonst höchst-positiven Eindruck mindert, sind die rar gesäten Darstellungen innerhalb des Werkes und die fehlende Nennung direkt-beeinflusster Kunstwerke. Dabei gibt es so einen unglaublich reichhaltigen Schatz an künstlerischen Werken, welche es einem noch besser ermöglicht hätte, sich in die Welt Dantes entführen (und läutern) zu lassen.

Ich hoffe, dass ich Unentschlossenen und Interessierten helfen konnte und würde mich über entsprechende Rückmeldungen freuen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2016 10:14 AM MEST


Bulletstorm
Bulletstorm
Wird angeboten von GoForGames
Preis: EUR 21,21

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einen Tritt in den Allerwertesten gefällig?, 25. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Bulletstorm (Videospiel)
Dies ist meine allererste Rezension, ich selbst bin darüber sehr erstaunt, habe ich doch gerade bei diesem Spiel einen eher mageren besseren Durchschnitt erwartet. doch was sich bei Ankunft meines Importspiels bot war absolutes Neuland. Und dies ist in diesem Fall zu 100% im bestmöglichen positiven Sinne zu verstehen!

Schon bei den frischen Charakteren merkt man ganz klar: dieses Spiel ist mehr als es vorgibt zu sein. Grayson Hunt und allen voran Trishka strahlen eine derartige Coolness und Unverbrauchtheit aus, wie es schon lange nicht mehr in einem Spiel zu sehen war. Diesen beiden könnte man stundenlang bei ihren Schlagabtauschen und lustigen Kommentaren zuhören. Die Sprüche sind voll von schwarzem und politisch inkorrekten Humor. Der Anfang könnte irrwitziger (wenn auch mit typischen klassichschen Tutorial) nicht sein, sofort werden wir ín eine gesetzlose, raue und unbarmherzige Welt hineingezogen, während wir uns den Bauch vor lachen halten und darauf achten müssen das Gamepad nicht aus der Hand zu verlieren. Diese Mischung ist etwas ganz besonderes und macht viel vom Spiel aus und zeigt eben dass es abseits vom bierernsten Shooter-Einheitsbrei noch ein paar recht innovative und lustige Ideen zu bestaunen gibt.

Die inszenierung sucht seines gleichen und zumeist weiß man garnicht wo man zuerst auf den Bildschirm sehen soll. Die Action ist schnell, wild und brachial. Das Tempo und die Waffenauswahl rasant. Mal steuert man einen riesigen T-Rex, schon sitzt man mit der Gatling-gun im Heli und wiederum müssen wir stock-besoffen aus einem brennenden Raumschiff entfliehen während uns Mutanten und Roboter an den Kragen wollen. Hierzu kann man den Entwicklern von People Can Fly einfach nur Können attestieren, denn die Action wird absolut niemals langweilig! Zugleich mischen sich aber auch einige ruhigere Passagen in den Spielfluss hinein und diese lassen den Charakteren Platz zum entfalten und dem Spieler ein klein wenig Zeit zum verschnaufen.

Das Motto lautet: Töten, aber bitteschön mit Stil! Oder wie es im Englischen heißt: KILL WITH SKILL! Doch kann so ein einfaches Rezept überhaupt ansatzweise funktionieren oder vieleicht sogar spaß machen? Ja es kann und wie! Das ganze System greift perfekt ineinander: treten, rutschen und dann vieleicht noch eine Ladung Schrot in den Unterleib? Alles ist möglich, eine Tötungsart wahnwitziger als die andere, die Fantasie tut dazu natürlich ihr übriges...ein wenig pubertären Humor sollte man aber ertragen können! An dieser Stelle bemerkt man eben ganz deutlich das ein Titel mit einer 18er Bewertung im Laufwerk rotiert und eben kein "Barbies Pony-Hof".
Gerade die wunderschön gestalteten, aber auch tödlichen Außenareale laden zum experimentieren ein, was diese ganze blutige, brutale Mechanik noch interessanter gestaltet.

Womit wir schon bei einem der wichtigsten Punkte für Technik-Freaks wären! Was schlummert für ein Grafik-Gewand in Bulletstorm?

Hier kommt, wie nicht anders bei Epic-Games zu erwarten, eine leicht modifizierte Variante der Unreal Engine 3.5 zum Einsatz.
Die Grafik wirkt einfach nur wunderschön und ist mit wenigen Spielen zu vergleichen. Nicht unbedint aufgrund des Detail-Grades, denn da haben ganz andere Spiele schon weitaus mehr zu bieten. Nein, hiermit meine ich vorallem die leuchtenden Außenareale, alles scheint zu glänzen und zu funkeln. In jedem Fall eine schöne Abwechslung! Manche Effekte wirken aber auch sehr billig (natürlich kann dies auch an eventuellen Absichten liegen, Stichwort: Trash), vor allem Blitze wirken wie aus der letzten Konsolengenearation. Ebenfalls haben sich kleine Unregelmäßigkeiten und Grafikfehler eingeschlichen, diese sind jedoch im zu verschmerzenden Bereich, beispielsweise ragt das Haar Trishkas manchmal durchs Gesicht oder einzelne Gegenstände ploppen auf/laden nach. Grafisch ist das Spiel insgesamt auf sehr hohen und auch recht innovativen Niveau anzusiedeln, ein (geringer) fader Beigeschmack aufgrund zu kurzer(?) Entwicklungszeit bleibt dennoch bestehen.

Auch die abgedrehte Waffenanzahl überzeugt auf ganzer Linie: um nur einmal die abgedrehtesten zu nennen, hätten wir hier als stetige Hauptwaffe unsere schallernde Elektro-Peitsche mit der wir, ganz Indiana-Jones like ganze Gegnerhorden, zum erliegen bringen und zudem Gegner durch die Luft wirbeln können nur um diesen dann noch mit einem Tritt oder den zahlreichen anderen Waffen den garaus machen können. Zu den weiteren Waffen gesellen sich ein Maschinengewehr mit Überladungsfunktion um die Gegnermassen zu rösten, ein Revolver, eine Kanonenball Waffe, die klassiche Minigun mit verheerender Wirkung und mein Liebling: die Headhunter Sniper-Gun. Mit dieser lassen sich die abgeschossenen Kugeln direkt mit einer Bullet-Cam steuern und so können wir genau entscheiden wohin wir unseren Gegner treffen und sehen den Schuss aus nächster nähe! Allein diese Waffe stellte für mich ein riesengroßes Highlight im Spiel dar, denn es machte einfach herrlich viel spaß zur Abwechslung mal in Sicherheit zu sein und die Gegnermassen aus einem Versteck heraus genüsslich zu dezimieren.

Die Geschichte ist einfach und dennoch sehr wirkungsvoll mit der nötigen Abwechslung inszeniert und bietet in jedem Fall mehr als nur eine nette dreingabe. Sie handelt von Intrigen, Freundschaft und Rache. Insgesamt wirkt Sie wie ein toller Film und Grayson Hunt wächst einem mehr und mehr ans Herz. Dies geschieht vor allem aufgrund der sehr gut ausbalancierten Mischung aus dem Sarkasmus und der gelichzeitigen inneren Zerrissenheit, welche Gray im Laufe des Spiels mehr und mehr von sich preis gibt. Schnell hätte die Geschichte an Reiz verloren wenn zu viel Witz von People Can Fly verbaut worden wäre und man nicht auf den Charakter unseres Protagonisten eingegangen wäre. Denn dann wäre Grayson Hunt auf jeden Fall sehr schnell zur eindimensionalen Lachnummer verkommen. Doch die Entwickler mischen diese beiden Essenzen zu einem perfekten Cocktail mit der nötigen Würze und greifen auf bekannte und vertraute Elemente zurück, um den Spieler nicht zu verlieren. Eine solch tolle Mischung ist mir persönlich bisher nur bei Portal untergekommen: denn genau wie in diesem tollen Werk werden zwei eigentlich miteinander unvereinbare Elemente miteinander so verwoben dass es fast schon an perfektion grenzt und man trotz dessen nicht weiß wie die Entwickler auf diese Ideen gekommen sind. Auch Portal hätte durch die vielen Sarkastischen Witze schnell an Bedrohlichkeit verlieren können, doch weit gefehlt! Sie wurde noch gesteigert. Gleiches passiert in ähnlicher Weise auch hier, denn durch die vielen dreckigen Witze und den fast schon übertrieben wirkenden Sarkasmus erscheint der Charakter eben wirklich sehr kaputt und vom Leben in dieser Galaxis Gezeichnet.
Auch Trishka trägt ihren teil dazu bei: einerseits eine massenmordende Elite-Soldatin und andererseits eine junge, verletzliche Frau mit Träumen und Wünschen.
Einzig und allein die Freundschaft zu dem überlebenden Ishi selbst bleibt doch relativ farblos. Das Problem Hierin liegt ganz klar an der fehlenden Bindung, denn wir haben fast nichts mit diesem austauschbaren Charakter erlebt. All dies liegt lediglich in Grays Schuldgefühlen und dessen Erinnerungen begraben. Auch die stetige Charakter-Veränderung Ishis durch eine im Gehirn verpflanzte Energiezelle wirkt aufgrund der (in diesem Fall) schwachen Inszenierung, eher aufgesetzt als bedrohlich und trägt nicht gerade dazu bei diesen mehr zu mögen.

Leider wurde gerade der Multiplayermodus extrem vernachlässigt: wenige Karten, kostenpflichtige DLCs und auch noch ein schlechtes Konzept haben dies zu verantworten. Denn hier muss man Gegnerwellen im Team mit möglichst hoher Punktzahl abfertigen. Mit Sicherheit ist es mutig auf klassiches Deathmatch und ähnliches zu verzichten, doch gerade bei diesem Spiel hab ich mir das sehr spaßig vorgstellt, schade! Zudem macht der vorhandene Online-Pass Gebrauchspielkäufern wieder einmal einen (unnötig) teuren Strich durch die Rechnung.

Der Echo-modus sorgt aber wenigstens für einen kleinen Lichtblick und verhilft einem hohen Wiederspielwert. Denn hier gilt es einzelne Levelbereiche erneut mit hoher Punktzahl und möglichst geringer Zeit zu beenden. Zudem kann man sich im Menü mit seinen Freunden und Bekannten, welche das Spiel ebenfalls spielten, vergleichen. Auch die Erfolge finde ich muss man bei diesem Spiel sehr hervorheben, da Sie eben auch zum nochmaligen Durchspielen animieren und auch sehr witzig sind und so für den ein oder anderen zusätzlichen Lacher sorgen.

Die Deustche Version mag wahrscheinlich immer noch sehr gut sein, jedoch empfinde ich jeden einzelnen Schnitt als eine Ohrfeige für die gesamte Industrie! Doch was People Can Fly hier verändern und schneiden musste, um das Spiel überhaupt auf den deutschen Markt veröffentlichen zu dürfen, grenzt schon an Wahnsinn. So eine herbe Veränderung eines Titels ist mir persönlich schon lange nicht mehr unter die Augen gekommen, denn mit dieser Ultra-Light-Version wurde dem Spiel das Herz herausgerissen und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Ein beispiel wäre hier ich schieße einen Gegner in den Kopf, bekomme auch Punkte dafür doch das Trefferfeedback dafür bleibt...aus?! Ein weiteres wäre als Ishi uns auf Leichenberge aufmerksam macht und wir am Boden rein gar nichts erkennen können außer noch ein paar vorhandene Bluttexturen. Da wurde eben nicht nur Gewalt geschnitten, sondern auch ein großer Teil der lebensbedrohlichen und düsteren Atmosphäre! Ich für meinen Teil bin definitiv keiner der Blut in Masse braucht, doch diese Version grenzt im Vergleich an ein Frechheit für den zahlenden deutschen Käufer. Im übrigen gehört dieses Spiel selbstverständlich in keiner Fassung an Kinderhände und sollte auch nicht für sie in irgendeiner Weise greifbar gemacht werden!

Alles in allem hat People Can Fly mit ihrem ersten AAA-Titel wirklich hervorragende Arbeit geleistet und man kann sich über einen weiteren tollen, ambitionierten Entwickler erfreuen, welcher in Zukunft hoffentlich noch viel mehr von sich mit innovativen Spielen von sich hören lässt. Denn Bulletstorm bietet wirklich alles was sich der geneigte Shooter-Fan erhofft und gewünscht hat: massig Action, tolle Steuerung, gutes Charakter-Design und eine wirklich fesselnde Geschichte. Und das alles in einer sehr hübschen, nett anzusehenden Optik verpasst und mit schönen Effekten aufwartet. Einziges Manko sind eben die oben genannten Pop-Ups und ein paar Clipping-Fehler, wem das alles nicht stört der kann sich auf ein Weltraum-Abenteuer allererster Güte freuen!


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