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Rezensionen verfasst von
Ein Taugenichts "Leser alter Werke"

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Das kleine und das grosse Testament
Das kleine und das grosse Testament
von Francois Villon
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das Beste des satirischen Lyrikers Villon, 10. Februar 2007
Francois Villon war der größte französische Dichter des Spätmittelalters (15. JH) und vor allem bekannt durch die Kinski-Interpretationen (Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund), die wohl Geschmackssache sind und hier nicht abschrecken sollen.

Zwei mal zum Tode verurteilt, zwei mal begnadigt schrieb er seine beiden Testamente in denen er seinen Mitmenschen satirisch, ironisch seine guten und bösen Wünsche hinterlassen hat.

Villons Dichtungen sind urwüchsig und kraftvoll, sie beinhalten seinen ganzen Zorn, seine Verzweiflung, seinen Humor und seine Sinnesfreuden und sind genauso schön wie unterhaltsam. Er gab seinen Dichtungen aus dem eigenen Erleben und seinen Stimmungen einen unmittelbaren Ausdruck.

hier ein Beispiel

der Anfang aus dem großen Testament

Ich war grad dreißig Jahre alt

und hatte Strafen mannigfalt

und Leid auf mich heraufbeschworen

und jedes Schamgefühl verloren.

Das alles danke ich den Händen

des Bischofs Thibaut d'Aussigny:

Statt daß sie milde Segen spenden,

verfolgen sie und strafen sie!

Was geht er mich denn schließlich an?

Er hat mir nie was Guts getan,

ist nicht mein Herr, mein Bischof nicht,

ich schuld ihm keine Lehenspflicht.

Nur Brot und Wasser gab's zu schmausen,

vor Hitz und Hunger starb ich schier,

selbst reich, wußt er mit mir zu knausen.

Sei Gott mit ihm, wie er mit mir!

Doch wenn mich jemand mißverstände

und diese Worte strafbar fände,

er achte, daß er mich verstehe,

und glaube ja nicht, daß ich schmähe.

Was ich dem Bischof wünsche, ist:

Die Gnade, die er mir bewies,

die schenke ihm im Paradies

an Leib und Seele Jesus Christ!

Und wenn er streng war und mich quälte

zu sehr, als daß ich's hier erzählte,

so übe Gott, der Herr der Welt,

an ihm ein ähnliches Entgelt!...

Und da die Kirche uns verkündigt,

man soll für seine Feinde beten,

so bete ich:"Was er gesündigt

an mir, mög er vor Gott vertreten!"


Die Hauptmannstochter: Roman (insel taschenbuch)
Die Hauptmannstochter: Roman (insel taschenbuch)
von Alexander Puschkin
  Taschenbuch

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der schönsten Romane, die je geschrieben wurden., 22. Dezember 2006
Puschkin schrieb "Die Hauptmannstochter" 1836 in der Tradition des historischen Romans von Walter Scott und verknüpfte ihn mit einer Familienchronik.

Die Hauptfigur ist ein junger Offizier, der seinen Dienst in einer entlegenen Festung am Rande der Steppe antreten muß, anstatt, wie von ihm gewünscht, in der damaligen Hauptstadt Petersburg, so daß er große langeweile befürchtet. Es wird aber alles andere als langweilig. Pugatschow, den es wirklich gegeben hat, vereint die Steppenvölker unter sich und brandschatzt mit ihnen die Dörfer und Städte.

Es werden hier die großen Probleme gezeigt, die die russische Armee in jener Zeit mit den verschiedenen Völkern der Steppe hatte.

Der junge Offizier lernt natürlich nicht nur Pugatschow, sondern auch die Hauptmannstochter kennen und verliebt sich, doch ihre Liebe ist in den Wirren des Krieges in großer Gefahr.

Puschkin schreibt nicht nur in schönster Dichtersprache, sondern seine Erzählungen und Romane sind zudem richtig spannend. (Leider sind es nur wenige Prosawerke geworden.)

Bei der "Hauptmannstochter" sollte man darauf achten, daß das letzte Kapitel dabei ist. Puschkin hatte kurz vor Druck das letzte Kapitel rausgenommen und ohne veröffentlicht. Warum er das getan hat weiß man nicht genau. Jedenfalls wurde das "ausgelassene" Kapitel später wieder eingefügt und ist, wie ich finde, ein sehr wichtiger und interessanter Teil, nicht nur, weil man schließlich wissen will, wie es ausgeht. (Dieses angehängte Kapitel wäre das 15. und beginnt mit "Wir näherten uns dem Wolgaufer.")


König Ödipus (insel taschenbuch)
König Ödipus (insel taschenbuch)
von Wolfgang Schadewaldt
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geburt der Tragödie, 17. Dezember 2006
"Erschlagen hat den Vater euer Vater, die Gebärerin Bepflügt, in die er selber ward gesät, und von dem gleichen Felde euch geerntet, von dem er selbst entsproßt war!"

(die Beichte des Ödipus an seine Kinder)

Sophokles war der Vollender der attischen Tragödie. Er stellte den Menschen in den Mittelpunkt, schrieb ca. 130 Werke, wovon aber nur sieben erhalten sind und gilt als größter Dichter seiner Zeit.

Der "König Ödipus" soll um das Jahr 425 v. C. uraufgeführt worden sein und gilt als Musterbeispiel der Tragödie schlechthin.

Bereits zu Lebzeiten war Sophokles bei seinen Mitmenschen hochgeehrt, was sich auch nach seinem Tode nicht geändert hat. Ob Aristoteles oder Seneca bis hin zu Shakespeare wurde Sophokles und insbesondere "König Ödipus" als wegweisend für das klassische Drama gesehen.

Obwohl ich hauptsächlich Klassiker der Literaturgeschichte lese, hätte ich nicht gedacht, daß ein so altes Theaterstück, deren Handlung in seinen Grundzügen bekannt ist, einen so in seinen Bann ziehen kann. Ich bin den alten Griechen bisher aus dem Weg gegangen, da sie mir ein wenig verstaubt erschienen, doch die urwüchsige Kraft, die in diesem Werk steckt, beeindruckte mich so stark, daß ich mich jetzt intensiver mit der altgriechischen Dichtung befassen werde.

Diese Geschichte gehört zu den besten Tragödien, die ich kenne.


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